Beiträge von Follkao

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    sonst würde er die F1 Trainer an die kurze Leine nehmen und diesen Spuk unterbinden.

    So sehr ich Dir auch Recht gebe, dass man das müsste...
    Wer einmal in der Funktion des Verantwortlichen war und es kennt, wenn man eine Woche vor Saisonbeginn noch nicht für alle Mannschaften Trainer hat, handelt da manchmal gegen sein Gewissen.
    Die Frage, die sich Verantwortliche in solchen Fällen immer wieder stellen ist: "Was ist schlechter: Kein Trainer oder ein Trainer, der nicht optimal ist?"
    Was passiert, wenn ich demjenigen sage, an welchen Stellen ich gerne ein anderes Vorgehen hätte? Schlimmstenfalls schmeißt er mir die Brocken vor die Füße. Und dann? Die Jugendleitung schei** im Kleinfeldbereich auf die Ergebnisse. Einige wenige Trainer (es sind Ausnahmen) sehen das anders. Leider sind wir auch auf die angewiesen. Ich bin mit der Situation so nicht glücklich. Das zu beobachten, nimmt mir manches mal den Spaß an der Sache. Ja, es gibt Lösungsansätze. Einerseits weiß man aber nicht, ob das, was man in der Theorie erdacht hat, tatsächlich funktioniert und andererseits muss man da auch manchmal dicke Bretter bohren - und das dauert bei einem stumpfen Bohrer.
    Dass er ihn nicht an die kurze Leine nimmt, kann also auch daran liegen, dass er keine Alternative hat.

    Die Puste kommt über interessante spannende Übungen wo es um das Gewinnen geht...Wettkampfform usw...also alles mit Ball in Spielformen.

    Sehe ich im Wesentlichen auch so. Und ich stimme Dir auch zu, dass man den Kindern (gerade im Kleinfeldbereich, wo man beliebig wechseln kann) auch mal Pausen geben muss. Oft sieht man Trainer im Kleinfeldbereich, die ihre "Schlüsselspieler" erst runternehmen, wenn gar nichts mehr geht. Natürlich geht es denen um´s Ergebnis. Aber gerade dann wäre es cleverer, sie schon in der 1. HZ mal runterzunehmen. Auch das ist also ein Argument für gleichmäßiges Durchwechseln.

    Zusätzlich spielt hierbei auch der Kopf eine enorme Rolle. Manche (Typ Dahlmeier) können Laufen bis der Arzt kommen muss. Andere hingegen erfahren Erschöpfung schlicht anders und sind dann einfach nicht mehr in der Lage 100% zu gehen. Unabhängig vom "wollen" können auch daraus enorme Unterschiede entstehen.

    Abgesehen davon, dass man das als Trainer über Pausen dosieren kann, ist das Kopfthema in dieser Altersklasse eine Hauptursache für konditionelle Unterschiede. "Typ Dahlmeier" ist eine gute Beschreibung für die Fähigkeit, den inneren Schweinehund zu überwinden. Das ist für mich weniger eine körperliche Fähigkeit als ein Charakterzug. Da fallen viele Faktoren rein, auf die wir Trainer absolut keinen Einfluss haben.
    Ich habe schon viele Kinder gesehen, die gute Techniker waren oder körperliche Vorteile hatten, aber nicht die Zähne zusammenbeißen konnten. In höheren Altersklassen wurden sie oft von denen überholt, die mehr Biss hatten.

    Fantomas

    Wenn Du Deinen Landesverband nennst, gibt es hier bestimmt einen User, der Dir direkt mit einem Link auf die betreffende Seite helfen kann. So bekommst Du Tipps, die im Landes- oder Kreisverband des jeweils Antwortenden gelten. Hilft Dir in aller Regel aber nicht weiter.

    Es gibt für beide Varianten nachvollziehbare Argumente.
    Wenn Ihr als Verein aber in jedem Jahr anders entscheidet, provoziert ihr jedes Jahr die gleichen Diskussionen - evtl. mit unterschiedlichen Eltern.
    Entscheidet Euch für eine Variante und behaltet sie bei vergleichbarer Ausgangslage bei. Auf keinen Fall sollten solche Entscheidungen vom jeweiligen Trainer alleine getroffen werden. Du entscheidest jetzt evtl. in eine Richtung und der Kollege im Folgejahr macht bei gleicher Ausgangslage das komplette Gegenteil.

    Die zur Verfügung stehenden Varianten sind:

    • Spielen in Jahrgängen ohne Wenn und Aber, keine Neueinteilung bis G/F/E/D...
    • Jährlich leistungshomogene Einteilung im Jahrgang ab F/E/D...
    • Jährlich leistungshomogene Einteilung unter Mischung der Jahrgänge ab F/E/D..

    Für welche Variante man sich entscheidet, hängt von unterschiedlichen Rahmenbedingungen ab.

    • Habe ich in der Regel 3 oder mehr Mannschaften je Altersklasse bzw. 2 oder mehr je Jahrgang?
    • Kann ich die Mannschaften (ggf. auch schon in der Findungsrunde) ihrer Spielstärke entsprechend melden?
    • Wie ist die Trainersituation im Verein?
    • Wie gehe ich im Verein mit Neueinsteigern um?
    • Ist zwar noch etwas hin aber auch Ziele und Spielklassen der Großfeldaltersklassen sollte man in diesem Prozess nich außen vor lassen.

    Der jeweilige Trainer sieht meistens nur seine Mannschaft in der aktuellen und evtl. kommenden Saison. Der Jugendleiter sieht das große Ganze - und deshalb sollte er auch der maßgebliche Entscheider sein.

    Auch verstehe ich nicht ganz warum es ein NoGo sein soll mitzuspielen?

    Ich habe ja noch einen Cotrainer mit dem ich mich oft genug auch abwechsle, sodass einer zusieht. Zu 50% spielen wir dann beide mit. Ich verstehe nicht was so schlimm daran sein soll, schließlich machen die Jungs eine Hammerentwicklung durch.

    Allein durch Deine Größe im Vergleich zu Deinen F-Spielern hast Du eine deutlich höhere Präsenz auf dem Platz als sie. Sie werden Dich immer wieder suchen und so wirst Du zum Spielgestalter.
    Du wirst Pässe spielen können, die von ihnen keiner spielen kann, da Du das Spielfeld aus einer ganz anderen Etage siehst. Damit siehst Du Räume, die sie nicht sehen können.

    Der Verband ist der NFV. Wie kann ich denn belegen, dass es nicht erlaubt ist? Das nächste Turnier wo besagte Mannschaft wieder dabei ist, ist kommendes Wochenende.

    Das findest Du in der Spiel- und Jugendordnung.

    https://www.nfv.de/fileadmin/u…ordnung-Stand-06-2017.pdf

    §5 (2) regelt, dass der Verband die Spielberechtigungen für Pflicht- und Freundschaftsspiele erteilt. Ein Einladungsturnier ist letzten Endes nichts anderes als ein Freundschaftsspiel.


    https://www.nfv.de/fileadmin/u…017_-_Austauschseiten.pdf

    In der Jugendordnung sind sogar mögliche Strafen bei Nichtvorlegen der Spielberechtigung geregelt.


    Auf der anderen Seite:
    Willst Du Dich darüber aufregen? Bist Du bereit, Dich für so einen Blödsinn in Streitereien zu begeben? Wäre es nicht viel lustiger, dem Heimatverein zu stecken, dass dieser Verein aktiv Abwerbung bei F-Kindern betreibt und sie in Spielen einsetzt?

    Seit gut einem halben Jahr bin ich Trainer einer F-Jugend eines Regionalligavereins

    Die Anlagen waren sicherlich vor meinem Kommen auch schon sehr gut, allerdings ist es mir durch meinen enormen Zeitaufwand gelungen, dass meine Mannschaft definitiv in den top 3 in ihrem Bundesland ist.

    Deinen Traum und Dein Engagement in allen Ehren...
    Aber schreibst Du es Dir tatsächlich auf die Visitenkarte, dass die F-Jugend eines höherklassigen Vereins, die Du seit einem halben Jahr trainierst, recht viel gewinnt?
    Ich finde das reichlich naiv.
    Ich hatte auch schon Mannschaften, die viel gewonnen haben und teilweise auf NLZ-Niveau mitspielen konnten. Aber zu sagen, "das liegt daran, dass ich so ein guter Trainer bin" ist gerade im Kleinfeldbereich eine sehr einseitige Sicht der Dinge.

    Formal umfasst ein NLZ ohnehin nur die Altersklassen ab U12. Die jüngeren Teams dienen eher der Imagepflege und dazu, Talente so früh zu binden, dass sie nicht beim Nachbar-NLZ landen.

    https://www.dfl.de/dfl/files/s…r-LO-2017-12-13-Stand.pdf

    Siehe Seite 2
    Inzwischen müssen die NLZ mindestens eine Mannschaft im Grundlagenbereich haben. Wenn ich mich recht erinnere, hat man diese Änderung eingeführt, als man die Pflichtanzahl der Mannschaften im Leistungsbereich reduziert hat.

    Pass 4: schwer aus der Perspektive zu sehen, aber er müsste eigentlich selber das Tor machen anstatt nochmal abzuspielen.

    Wenn ich die Markierungen am Rand richtig deute, ist er noch nicht in der Abschlusszone. Genau dieser Pass in den Raum ist es, den Du beim Funino immer wieder siehst. Denn dadurch, dass nur aus dieser Zone Tore geschossen werden dürfen, entwickelt sich das Verständnis für den Pass in den Raum.

    Andre

    Wenn Du Interesse hast: Falls bei Euch mal die Kurzschulung 16 (4:4 im Kinderfußball) angeboten wird, lohnt die sich für Dich. Funino ist zwar nicht expliziter Inhalt (ist ja auch 3:3), wird da aber oft mit angesprochen und man bekommt die Möglichkeit, es mal selbst auszuprobieren.
    Generell geht´s da um kleine Spielformen, die Spielintelligenz entwickeln.

    Auch bzgl. Funino teile ich die Erfahrungen von luibo weitestgehend, wenngleich ich da nur Erfahrungen mit U10/U11-Spielern habe.
    Die geringere Komplexität im 3:3 bei gleichzeit schnell wechselnden Spielsituationen führt oft zu guten Entscheidungen. Und das ganz ohne Brüllen und Drill.

    stelle hier mal den Link zu der wissenschaftlichen Studie ein, die dein Statement belegt....ich bin sehr gespannt.

    https://www.zukunft-mobilitaet…indigkeit-unfall-looming/

    edit: upps, der Link steht ja schon oben...8)
    Ich habe einfach mal gegoogelt. Und das war der erste Treffer.
    Diese Studie kommt zu dem Schluss, dass Grundschulkinder Geschwindigkeiten bis max. 30km/h richtig einschätzen können. Ferner kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Größe des Objektes Einfluss auf die Einschätzung der Entfernug hat.

    Meine Jungs machen das eigentlich kaum sondern gehen immer ins 1:1. Doch spätestens beim dritten 1:1 bleiben sie hängen

    Wer beim Dritten hängenbleibt, hat vorher zwei gewonnen. Eine Zweikampfquote von 66% ist in der Offensive ein toller Wert =). Man kann also überall das Positive sehen...
    Wenn Du sie jetzt dahin bringst, nach dem gewonnenen 1:1 den Kopf hochzunehmen und Alternativen zu checken, hast Du einen Riesenschritt nach vorne gemacht.

    Das ist ja auch die Kunst beim Dribbeln, eine so große Geschicklichkeit an den Tag zu legen, eine so enge Ballführung und große Beweglichkeit mit dem Ball zu entwickeln, dass der Gegner keine Chance hat, in einen Zweikampf um den Ball zu kommen.

    Ich glaube, wir haben ein unterschiedliches Verständnis darüber, was eigentlich ein Zweikampf ist. Nach Deiner Definition ist es ein "Infight" um den Ball, der in aller Regel körperlich gelöst wird. Sehe ich anders. Auch ein Dribbling, bei dem ich mit einer Finte am Gegenspieler vorbeikomme, ist ein gewonnener Offensivzweikampf. Auch in der defensiven Zweikampfführung ist die Körperlichkeit nicht das entscheidende Kriterium. Sonst hätte Lahm ja katastrophale Zweikampfwerte haben müssen... Zweikämpfe werden auch körperlich gelöst - aber nicht unbedingt.
    Gerade große Spieler verlassen sich in der Zweikampfführung gerne auf ihren Körper - sie werden dann oft eingeholt, weil das alleine später nicht mehr reicht.
    Ab März/April starte ich in der Regel mit dem Thema "Einführung ins defensive 1:1". Oft machen die kleinen Spieler da große Fortschritte, weil sie schneller zwischen Ball und Gegner kommen.

    Ich finde den Begriff 1:1 nicht so glücklich, auch wenn ich glaube zu wissen, was Follkao meint. Da schwingt für mich immer dieses schwierige Wort "Zweikampf" mit, wo man dann immer gleich an Hauen und Stechen und sich gegenseitig am Trikot zupfen denkt, obwohl das ja gar nicht gemeint ist. Ich finde den Begriff "Souveränität" als Zielformulierung viel schöner und angemessener. Souveränität ist immer angefochten und erweist sich in Drucksituationen. Es geht nicht um "1:1" oder "Zweikampf", sondern der ballführende Spieler wird unter Druck gesetzt und erweist sich unter diesem Druck als souverän oder eben nicht.

    Der Begriff Souveränität ist schon in Ordnung. Aber wie komme ich dahin? Können sie in F/E schon Souveränität haben oder sollte ich da die Grundlagen legen, um sie später zu erlangen?
    Fähigkeiten im 1:1 sowie Mut, ins 1:1 zu gehen, sind Voraussetzungen, um später unter Druck den Ball zu behaupten.
    Counterpressing91
    Ich will jetzt gar nicht das Video zerpflücken. Wir sehen da ja auch einen hoffnungslos überforderten Gegner. Es sind gute und sinnvolle Pässe dabei. Es gibt aber auch Situationen in dem Video, in denen es eine Option wäre, mutig ins 1:1 zu gehen.

    Achtung, jetzt kommt Halbwissen:
    Irgendwo in meinem Hinterkopf schlummert die Info, dass in manchen Nationalverbänden eine begrenzte Anzahl von Spielern pro Mannschaft im letzten Quartal des Vorzeitraums geboren sein darf.
    Würde z.B. heißen, dass in einer aktuellen D-Jugend bis zu 3 Spieler in Okt.-Dez 2004 geboren sein dürfen. Könnte es sein, dass das in Dänemark so ist...?
    Das ist für mich ein guter Kompromiss, der die Nachteile des RAE verringert.

    Stimme ich dir voll und ganz zu.
    Aber nochmal: Die Annahme, dass eine F-Jugend, die viel passt, automatisch die anderen Sache wie 1gg1 vernachlässigt, ist schlichtweg falsch in meinen Augen.

    Aber ein Spieler, der bereits in jungem Alter etwas Spielintelligenz besitzt (wie bereits erwähnt: JA, das gibt es auch bei 8-Jährigen!), wird doch automatisch zumindest mal in 7/10 Situation den Pass wählen! Wieso sollte dieses Verhältnis lieber anders sein und er 7/10 Situation ins 1gg1 gehen?

    Meiner Meinung nach ist das Wichtigste für die Entwicklung KREATIVITÄT.

    Und um eine Kreativität zu entwickeln muss ein Kind auch verschiedene Lösungen kennenlernen!
    Klar, ist es wichtig, wenn ein Kind Stärken im 1gg1 entwickelt - aber die Fähigkeit, OHNE REINRUFEN VON DRAUßEN zu erkennen, dass er die Seite wechseln sollte, weil dort ein Mitspieler komplett frei ist, ist mMn ebenfalls ein wichtiger Baustein in der Entwicklung.

    Alles richtig. Aber:
    Ja, es gibt Kinder, die mit 8 Spielintelligenz entwickeln und (gute) Pässe spielen. Das ist ein wertvolles Talent und das dürfen wir ihnen nicht nehmen. Wenn wir im Kleinfeldbereich aber nicht dafür sorgen, dass sie auch Fähigkeiten im 1:1 entwickeln, werden sie von diesem Talent auf Dauer nicht viel haben. Solche Spieler, wie Du sie beschreibst, kenne ich auch. Ich stelle sie bewusst auf Positionen, auf denen sie ins 1:1 gezwungen werden und fordere auch 1:1-Situationen ein.
    Zur Entwicklung von Kreativität gehört nämlich nicht nur, die verschiedenen Varianten zu kennen, sondern auch sie zu beherrschen. Der Grat zwischen "tolle Pässe spielen" und "den Zweikampf scheuen" ist nämlich schmal.

    Zusammenspiel für F-Jugend trainieren?


    Im o.g. Thread geht es auch um dieses Thema. Ich habe ihn mal wieder rausgeholt, weil wir mit dem Abstand von nahezu 8 Jahren die Entwicklung betrachten können. In der damaligen Truppe konnten alle einen gescheiten Pass spielen. Das 1:1 konnte ich nicht allen beibringen. Es haperte an Geschwindigkeit, Selbstvertrauen oder Technik.
    Was ist aus den Jungs geworden? 40% Prozent der damaligen Mannschaft spielt heute in der B-Jugend höherklassig. Ratet mal, welche das sind... Nein, das sind nicht alles Flügelflitzer. Nur einer ist heute Offensivspieler. Es sind auch ein Innenverteidiger und ein Defensivallrounder "gewachsen".
    Für JEDE spätere Position im (höherklassigen) 11er-Fußball ist die Ausbildung des 1:1 grundlegende Voraussetzung.
    Ich übernehme oft Spieler, denen in der F das Passspiel "vermittelt" wurde. Inzwischen "treibe" ich die ins 1:1; und zwar gegen alle Widerstände der Experten. Sind meine Spieler damit dribbelgedrillt, wenn sie schon nicht passgedrillt sind? Natürlich nicht. Ich biete nämlich immer wieder Optionen.
    Ich kann nur an alle Trainer im Kleinfeldbereich apellieren: Legt Wert auf das 1:1. Vermittelt den Kindern das Selbstvertrauen, das 1:1 zu suchen. Wenn sich jemand beschwert, dass ein Spieler im 1:1 den Ball verloren hat, freut Euch darüber, dass er den Mut hatte, das 1:1 zu suchen.