Krank oder 'Krank' - Konsequenzen für Punktspiel?

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  • Fall 2 klingt aber relativ dramatisch.

    Mit diesem Kind würde ich mich erstmal überhaupt nicht fussballerisch kümmern. Defizite hin oder her - hier sollte erstmal nur im Mittelpunkt stehen, als Verein mitzuwirken, dieses Kind wieder emotional stabil zu bekommen und als Mensch aufzufangen.

    Und wenn da mal eine Absage steht, dies nicht mit anderen Kindern zu vergleichen, sondern seine Situation zu berücksichtigen.

    Vielleicht tut der Verein auch gut, um es abzulenken

  • Fall 2 ist mehr als speziell. Das Kind leidet seit der Scheidung vor 5 Jahren unter dem Irrsinn der Eltern im Streit um Aufenthaltsrecht. Seit 2 Jahren ist das Kind bei der Mannschaft und Fakt ist, dass die Mutter für das Kind Cherrypicking in allen Lebensbereichen betreibt, weil die Welt da draußen ist böse zum Kind und der Ex ist an allem schuld. Sie versucht mit allen Mitteln, dass der Sohn - koste es was es wolle - vom Ex isoliert wird und macht alles, um dem Sohn die Bösartigkeit des Vaters einzutrichtern. Ich könnte Romane verfassen, welch grausame Gegebenheiten auf Kosten des Kindes seitens beider Eltern vorgefallen sind.


    Das hat so weit Blüten getrieben, dass sogar der Hort die Abmeldung des Kindes vom Hort nachdrücklich eingefordert und durchgesetzt hat, da er de facto nie im Hort war (die Mutter hat paranoide Angst, dass ihr Ex auf den 50 m zwischen Schule und Hort den Sohn ansprechen/mitnehmen könnte) und einem anderen Kind den Platz wegnimmt.


    Ich habe 2 Jahre versucht ihn mitzuschleppen und Gespräche gesucht,aber ich bin kein Psychologe, Pädagoge oder Sozialarbeiter und mittlerweile braucht das Kind professionelle Hilfe (die die Mutter verweigert trotz Anratens von Schule und Hort). Es ist nett gemeint mit der Berücksichtigung seiner Situation, aber die Mutter blockt jedes Gespräch und jede Hilfestellung auch seitens des Vereins ab. Sie sagt selber, dass ihr sämtliche Regeln und der Verein egal sind , wenn es um ihren Sohn geht. Sie erlaubt für sich und das Kind nur das, was ihm ihrer Meinung nach gut tut und pfeift auf den Rest der Welt. Der Verein kann gar nicht eine Abwechslung sein, weil das Angebot gar nicht wirklich angenommen wird/werden kann.


    Nun ist meine Energie für Sonderbehandlung am Ende nach 2 Jahren und der sportliche Rückfall ist das i-Tüpfelchen. Mit der obigen Haltung und Verhaltensweisen der Mutter hat die Leitung - auch um mich zu entlasten- das Ok gegeben, dass mit Saisonende Schluss ist.

  • und das ist auch gut so. Auch wenn es oft hart klingt, aber ein Verein ist nicht dazu da alle Problemfälle aufzufangen. Du hast es versucht 2 Jahre lang und es ist gut so.

  • Ich finde die Diskussion sehr interessant. Eigentlich verlangt dies nach einem eigene Thread: wo endet die (soziale) Arbeit eines Vereins? Muss ein Verein sich auch um Kind 20 kümmern, das fast eine 1:1 Betreuung benötigt, und dabei die anderen 19 vernachlässigen?

  • und das ist auch gut so. Auch wenn es oft hart klingt, aber ein Verein ist nicht dazu da alle Problemfälle aufzufangen. Du hast es versucht 2 Jahre lang und es ist gut so.

    Ich finde die Diskussion sehr interessant. Eigentlich verlangt dies nach einem eigene Thread: wo endet die (soziale) Arbeit eines Vereins? Muss ein Verein sich auch um Kind 20 kümmern, das fast eine 1:1 Betreuung benötigt, und dabei die anderen 19 vernachlässigen?

    Ein Leistungsverein wird irgendwann sagen " Stopp" und die schwierigen Kinder gehen lassen. Die haben aber in der Regel einen Zulauf. Ein Breitensportverein hats da schwieriger "wählerisch" zu sein.


    Aber jeder der mal Trainer war weiß wie Schwierig es sein kann wenn 1-2 Kinder das Training "sprengen". Die kommen einfach nur um das Ventil leer zu kriegen

  • Wir hatten vor Jahren mal ein Bambini rausgeworfen, dass häufiger andere Kinder gebissen hat, ohne Vorwarnung, ohne erkennbare Vorgeschichte. Wir haben die Forderung an die Eltern gerichtet, dass sie bleiben und aktiv beim Training aufs Kind aufpassen müssen. Wollten sie nicht: Auf Wiedersehen!


    Bei allem sozialen Engagement hat alles seine Grenzen. Vor allem gilt es auch die Grenzen der Engagierten zu wahren. Wenn wir die nicht schützen, schmeißen die Trainer immer schneller hin und es wird immer schwerer, die Trainingsgruppen zu versorgen.

    Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!

  • Ich persönlich habe 2 Kinder "rausgeworfen". Beide in der E-Jugend.

    Der erste hatte eine massive Form von ADHS. Der hat 0 gehört, war mit den Gedanken immer woanders, hat andere Kinder böse umgetreten, dampfte zwischendurch einfach vom Sportplatz wenn ihm was nicht gepasst hat und hat auch versucht mich und meinen Co zu schlagen. Da hat das komplette Training drunter gelitten. Von meinen Nerven ganz zu schweigen.

    Zwei andere Kinder, einer davon mein Sohn, haben eine leichte Form von ADHS. Da muss man etwas sensibler drauf eingehen aber damit kann man mit etwas Geduld auf jeden Fall vernünftig arbeiten.


    Der zweite Fall war ein Freund von einem meiner Spieler. Kam immer mit Lederjacke und Jeans und normalen Sneakern zum Training.

    Die Nummer seiner Mutter hab ich nicht bekommen, die Unterlagen zum Anmelden hat er nicht mitgebracht.

    Auch nach zwei Wochen und mehrmaligen Gesprächen mit ihm.

    Als er dann im vierten Training auch noch alles und jeden massiv beleidigt hat sowie einen Spieler geohrfeigt hat war das Thema dann endgültig vorbei und ich habe ihm Platzverbot erteilt.


    Als Trainer hat man viel zu tun. Und ich sehe es nicht ein meine eigene Zeit und die Zeit der anderen 10-15 Kinder zu verschwenden um mich als Sozialarbeiter zu bestätigen.

  • Wenn genug Kinder da sind, auf die bauen, die selbständig sind.


    Du betreust Kinder, nicht Eltern. Wenn die Kinder nicht zum Training kommen, werden sie nicht aufgestellt. Es liegt nicht in Deiner Verantwortung, diese Art der Betreuung anzubieten. Darfst da ruhig Trainer sein mit Tunnelblick.


    Der Rest geht dich eigentlich auch nichts an.