Eigenes Kind ruft Leistung selten ab

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  • Die wenigsten machen weiterhin den Trainerjob, wenn das eigene Kind nicht mehr im Team ist.

    Ich bin jetzt im 7. Trainerjahr und kann sagen, dass da wöchentlich schon ca 9 Stunden zusammen kommen.

    In normalen Familienalltag ist das schon enorm als Ehrenamt...


    Ehrlicherweise kenne ich nur Trainer, die "fremde" Kids trainieren, welche selbst keine haben.

  • Ehrlicherweise kenne ich nur Trainer, die "fremde" Kids trainieren, welche selbst keine haben.

    Trifft zumindest noch auf mich zu.

    Von daher bin ich da tatsächlich Theoretiker bzgl. eigene Kinder+Trainer 😀


    Wenn ich so überlegen, ist es tatsächlich so, dass die eigenen Kinder dann zumindest schon älter sind, aber der Fragesteller sprach ja von der F-Jugend.


    Kann mir z.Z. aber ein Leben ohne die "Kurzen" nicht vorstellen, ist halt ein schönes Hobby, dass ich seit meinem 16 Lebensjahr mache (Randsportart).

  • das ist ja ein großes Dilemma... wenn die Trainer endlich Erfahrung gesammelt haben, ggf. ruhiger geworden sind, das Training besser, dann kommen sie zur Erkenntnis, dass Sohn mal nen anderen Trainer braucht und hören auf. Das ist total schade, allerdings auch nachvollziehbar. Wenn man dann nochmal mit einem Jahrgang starten würde, wäre das ideal...

    Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!

  • Da hast Du zu 100% Recht. Trifft auf mich voll zu. Meine Tochter trainiert als typischer Papa Trainer. Als Sie gewechselt ist meinen Sohn trainiert und ich bin viel ruhiger geworden.

    Dank vieler Faktoren ist das Training mittlerweile auf einem ganz anderen Niveau.

    Ich denke auch, dass viele Vereine in Zukunft richtig Probleme mit der Teainergewinnung bekommen. Sehe das jetzt schon bei vielen hier in der Umgebung. Da kommt oft, wenn ich es nicht gemacht hätte dann hätten wir die Kinder nach Hause schicken müssen. Die Aussage kam in der Saison schon 3 mal!

  • Ich habe beide Söhne auch trainiert und bin dann aber dabei geblieben als ich ihre Teams abgegeben hatte.

    Ich bin daher kein Vatertrainer, habe aber jahrelange Erfahrung auch als Vatertrainer.


    Meine Erfahrungen sind dazu gespalten.

    Ich glaube, dass in den meisten Breitensportvereinen ohne die Vatertrainer nichts laufen würde. Normalerweise werden sie dort in der G-Jugend und F-Jugend "rekrutiert" und starten dann in ihre Laufbahn als Trainer. Wenn es gut läuft haben sie Erfahrung als Spieler und/oder machen Lizenzen. Mitunter hast du aber komplette Fußballneulinge oder einfach nur Fußballinteressierte, die aber selbst nie gespielt haben.


    Hier kommt es jetzt viel auf den Verein an. Nimmt der Verein die "Neulinge" an die Hand, gibt Konzeptionen vor oder überlässt er den Neutrainern komplett die freie Hand.

    Aus meiner Beobachtung heraus ist eher letzteres der Fall auch aufgrund von einem Mangel an sportlichen Leitern etc..

    Jugendwart und ähnliche Positionen sind häufig eher in formellen Dingen involviert und geben keine Konzeptionen vor oder überwachen die Entwicklung der Jungs. Häufig ist nur wichtig, dass es halbwegs läuft, keine Beschwerden der Elternschaft kommen und die Teams halbwegs mitschwimmen.


    Vorteil der Vätertrainer ist, dass sie eben erstmal grundsätzlich eng verwurzelt sind mit dem Ort und den Kids der Mannschaft. Häufig sind ja auch Freunde des eigenen Kindes im Team. Sie kennen die Kids häufig auch außerhalb des Fußballplatzes und sind auch mit der Elternschaft häufig teilweise befreundet. Zudem sind sie im Idealfall bereit viel Freizeit für das Team zu opfern, an den Wochenenden an diversen Turnieren teilzunehmen, mehrere Fahrten etc zu machen. Sie sind hier ja auch in der Vaterrolle und bei ihrem Kind mit dabei.


    Nachteile sind oftmals die mangelnde Erfahrung als Trainer. Sie starten in den wichtigsten Altersklassen mit ihrem Trainerdasein neu. Das sieht man dann häufig an den Teams, wo mitunter selbst in der D-Jugend die Basics noch nicht sitzen. Die Teams sehr unausgeglichen entwickelt sind und fussballerische Defizite kaum beseitigt werden können.

    Manchmal handeln sie auch willkürlich, bevorteilen oder benachteilen ihr eigenes Kind und bauen Spannungen zu der Elternschaft auf, weil diese das Team nicht fair geführt fühlen.

    Zudem kann es vorkommen, dass sie schlagartig aufhören, wenn ihr eigenes Kind bspw. kein Interesse mehr am Fußball hat oder den Verein wechselt.


    Die Idealvorstellung ist immer ein "Nicht-Vater"-Trainer mit entsprechenden Qualifizierungen und Erfahrungen. Aber dieser Vorstellung können kleinere Vereine kaum nachkommen, weil solche Trainer häufig auch Aufwandspauschalen etc verlangen und sich die Vereine aussuchen können, also begehrt sind als Trainer und dort hingehen, wo die besten Bedingungen angeboten werden können.

  • Ich hab ja auch als Vater, und dazu noch als Handballer branchenfremd, angefangen. Zwei Jahre den Sohn, ein Jahr die Tochter mittrainiert. Dann kamen nach den beiden Trainerlehrgängen die Anfragen und weitere 19 Jahre mit insgesamt 14 Mannschaften.

    Und dann kam der Tag mit einer jungen Jugendleitung, die sich einen Querulanten (ich war damals Fan von Horst Weins Funinho) nicht antun wollte.......