Soll ich das Team übernehmen?

  • Hallo zusammen,

    ich hänge gerade total in der Luft. Es geht um die Planung für kommende Saison. Vor 3 Jahren war ich im Rahmen eines FSJ Trainerin des 2011er Jahrgangs. Einige Kinder hatten echt Lust, andere weniger, die Saison haben wir überstanden und es hat auch echt Spaß gemacht (die "Problemfälle" mit Eltern mal ausgeklammert). Aber zum Saison Ende kam dann meinerseits zu 2 Familien der Große knall und ich habe mein "Gehalt" so ein bisschen als "Schmerzensgeld" angesehen. In der Folgesaison war dann der 10er und 11er Jahrgang gemeinsam in der F-Jugend. Hauptsächlich habe ich aber beim 2010er mitgemischt, weil die Jungs einfach alle top und auch die Eltern echt gut kooperiert haben und den 11er an den neuen FSJler "abgeschoben". Letztes Jahr war ich dann auch noch 1x pro Woche beim 10er Jahrgang dabei (wie es eben arbeitstechnisch geklappt hat).

    Jetzt wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen kann, nächstes Jahr weiter zu machen. Ich habe natürlich wieder für 1x zugesagt, dann die Frage, ob ich auch die 11er übernehme. Dieser Jahrgang steht zzT ohne Trainer da und ich würde auch nur einmal pro Woche das Training leiten, aber für Spiele/Turniere am We habe ich keine Zeit, das ist auch so kommuniziert worden. Aktuell sind es 9 Kinder, darunter wie oben geschrieben, 2 die nur Mist machen, andere bei jeder Gelegenheit schlagen... und wie es so ist, sind lt Eltern immer die anderen die bösen... . Darauf habe ich halt eigentlich keine Lust, zumal es nichtmal eine minimale Aufwandsentschädigung von Vereinsseite gibt. Klar weis ich, dass man das als Ehrenamt macht, aber bei anderen Vereinen gibts ja auch eine kleine Spritentschädigung. Wie soll ich an die Sache rangehen? Wenn wir nächstes Jahr wieder eine eigene Mannschaft mit den 11ern bilden wollen, brauche ich jedes Kind, kann also nicht von vorherein die beiden Störer "rausschmeißen". Ich hätte mega Lust, weil das 6-7 Kids sind, die Bock haben (da ist es mir auch erstmal zweitrangig, wie gut die Jungs sind), jedoch dreht es mir den Magen um, wenn ich an die beiden Spezis denke. Es kam übrigens auch schon vor, dass andere Kids den Verein gewechselt haben, wegen den beiden.

  • Wenn wir nächstes Jahr wieder eine eigene Mannschaft mit den 11ern bilden wollen, brauche ich jedes Kind, kann also nicht von vorherein die beiden Störer "rausschmeißen". Ich hätte mega Lust, weil das 6-7 Kids sind, die Bock haben (da ist es mir auch erstmal zweitrangig, wie gut die Jungs sind), jedoch dreht es mir den Magen um, wenn ich an die beiden Spezis denke. Es kam übrigens auch schon vor, dass andere Kids den Verein gewechselt haben, wegen den beiden

    Mit dem letzten Satz hast du dein voriges Argument "ich brauche jedes Kind" ja selbst entkräftet. Sonst hätte ich das jetzt aber genau so erledigt, weil ich mir das so schon gedacht habe und es auch selbst kenne. ;)


    Meine Einschätzung/Vorgehensweise anhand deiner Beschreibung:

    - Jugendleitung sagen, dass du Bauchschmerzen hast, für die beiden Spezis (ich bleib jetzt mal bei deiner Wortwahl) Verantwortung zu übernehmen.

    - da 99%ig ein Argument á la "wir können aber jedes Kind gebrauchen" kommen wird: im gleichen Gespräch nochmal betonen, dass der Verein wegen der Spezis bereits Spieler verloren hat und weiterhin verlieren wird. Sollte eine gute Jugendleitung zwar auch vorher schon wissen, gute Jugendleitungen sind aber selten. Dann könnte die Jugendleitung mal nachdenken, ob ihnen a) zwei Spezis, die vielleicht in zwei Jahren eh keinen Bock mehr haben, oder b) mehrere daraus resultierende Abgänge und schlechte Außendarstellung angenehmer ist.


    Möglichkeit 1:

    - Jugendleitung schließt beide Jungs aus.

    ---> kann ich mir erstmal schwer vorstellen. Würde ich als Trainer - zumindest in dem Altersbereich und im etwaigen Dorfverein - wahrscheinlich auch nicht mal sofort durchdrücken wollen. Wenn doch: Du hast dann ein harmonisches Team, die übrigen Spieler bringen weitere Freunde zum Training und ihr steht am Saisonende quantitativ und harmonisch besser dar als mit den beiden Spezis. Wette ich mit dir.


    Möglichkeit 2:

    - Jugendleitung organisiert einen "unbelasteten" Trainer, der die Jungs selbst erst kennenlernt.


    Möglichkeit 3:

    - Jugendleitung sagt, dass du mit den Jungs halt klarkommen sollst und sie nicht ausgeschlossen werden.

    ---> halte ich erstmal für das Wahrscheinlichste. Lass dir von der Jugendleitung dann zusichern, dass sie mit den Eltern (und den Jungs; auch 2011er sind keine Babys mehr, sondern sollten wissen, warum man Mitspielern oder sonst-wem keins auf die Nase gibt) spricht und klar Konsequenzen aufzeigt. Zudem würde ich mir bestätigen lassen, dass der Verein von mir überzeugt ist und im Zweifelsfall auch in aller Konsequenz zu mir hält - und eben nicht zu den beiden Spielern/Eltern.

    Heißt: Beim nächsten "Anfall" gibt's dann eben den Spielerpass und beste Wünsche für woanders. Sollte die Jugendleitung da schwammig drumherum reden, wäre das für mich ein Grund, das Team eben nicht zu übernehmen oder im extremen Fall eben hinzuwerfen, wenn es in der laufenden Saison vorkommt und die Situation für mich absolut nicht mehr tragbar ist. Und das wäre sie, wenn meine Spieler geschlagen werden, ohne dass die Jugendleitung einschreitet.

    Daher: Sprich mit der Jugendleitung. Schau, ob ihr die Spezis gemeinsam auf Spur bringen könnt und die Jugendleitung das überhaupt möchte und konsequent vorantreibt. Deine Entscheidung, ob du das Team übernimmst, kann dir niemand abnehmen. Ich kann dir aber sagen, wie ich als Jugendleiter entscheiden würde, wenn ich einen engagierten Trainer hätte und dieser mir sagt, dass Spieler X und Y trotz aller erfolgter "Erziehungsmaßnahmen" immer noch bei jeder Gelegenheit um sich schlagen. ;)



    EDIT: Wenn du am Wochenende ohnehin nicht zur Verfügung stehst, müsste Möglichkeit 2 ja auch in irgendeiner Form abgedeckt werden. Unter der Voraussetzung wäre das dann für alle Parteien wahrscheinlich die sauberste Lösung, um von vornherein Stress zu vermeiden.

  • Hallo,


    also ich würde die Finger davon lassen... Aus folgendem Grund: wenn das was werden soll, dann musst du Spaß daran haben. Den kannst du aber mit solchen Spezis aber nicht haben. Das Problem ist vielmehr, dass diese zwei Kinder locker 3/4 deiner Aufmerksamkeit ziehen werden. Und sich somit deine Unzufriedenheit steigern könnte.


    Manchmal ist das ein Mann/Frau Ding und ein anderer Trainer kommt vielleicht mit diesen Kindern zurecht.


    Wenn du Lust aufs Training hast, dann such dir ein Team, was zu dir passt! Dann ist das ein tolles Hobby. viele Elterntrainer müssen einen Haufen Kompromisse eingehen - du als "Außenstehende" musst das nicht!


    Zum Thema Entgelt: Viele Elterntrainer legen darauf kaum Wert, weil sie finanziell durch ihren Beruf gut ausgestattet sind. Du wirst ja sicher noch in der Ausbildung sein und da sieht die Sache dann anders aus. Daher könntest du an den Verein kommunizieren: gibt mir 9,50 €/h, dann muss ich nicht kellnern und dann kann ich hier 12 h pro Woche arbeiten (oder so). :saint: Soooo arm kann der Verein ja nicht sein, wenn er FSJler beschäftigt.

  • Eine 9'er Gruppe, in der 2 totale Störer sind, andere sogar tätlich angehen ? Würde ich mir nicht antuen. Ich würde mir auf jeden Fall zusichern lassen dass die beiden Störer ausgeschlossen werden können, wenn sie sich weiter so verhalten (was ja vermutlich so kommen wird). Letztlich machst Du das Training aus freien Stücken und da sollte man nichts machen, wo man für sich selber nur negativen Streß aufbaut. Tut einem nicht gut, und wenn man lange durchhalten will als Trainer dann muss man da auch Grenzen ziehen. Wenn man Lust am trainieren hat wird man andere Mannschaften finden, jeder Verein sucht Trainer.

  • Man muss doch ehrlich sagen, dass man in (fast) jedem Team 1-2-3 Störenfriede hat, die man am liebsten auf den Mond schießen würde. Allerdings ist es gerade bei den Kleinen so, dass man da durchaus noch Einflussmöglichkeiten hat und sich überraschend dann doch Störenfriede über 1-2 Jahre zu wertvollen Spielern wandeln können. Nach meiner Erfahrung sind die Störenfriede auch oft die Kinder, die halt von Zuhause schon ihren "Rucksack" mitbringen, ADHS haben o.ä. Sie meinen es also nicht unbedingt böse, sondern sind halt wie sie sind.


    Wenn Du das Team übernimmst, solltest Du klare Grenzen setzen. Ich habe bei mir dieses Jahr konsequent ein Dreifstufenmodell eingeführt: "Warnung" (mündliche Verwarnung), "Gelbe Karte" (Ausschluss vom Training für mehrere Minuten), "Rote Karte" (die Jungs können sich umziehen gehen). Das kann man durchaus auch mit den richtigen Karten machen wie im Spiel. In der Regel kommt man nur bis gelb, die rote Karte musste ich dieses Jahr genau ein einziges Mal ziehen.


    Wenn Du also das Team übernehmen solltest, solltest Du so ein Modell von vorneherein gegenüber den Kindern wie den Eltern kommunizieren. Dann kann sich jeder drauf einstellen und das müsste dann auch wirken. Gegebenenfalls solltest Du Dich vorher beim Verein rückversichern, ob die das mittragen.

  • Man muss doch ehrlich sagen, dass man in (fast) jedem Team 1-2-3 Störenfriede hat, die man am liebsten auf den Mond schießen würde.

    Störenfriede gibts in jeder Mannschaft, klar. Für mich sind Störenfriede aber die Jungs die vielleicht mal ein bisschen Blödsinn bei ner Übung machen, die man dann aber wieder mit nem bösen Blick oder ner kurzen Auszeit wieder in die Spur bringt. Das was hier beschrieben wird sind für mich nicht erzogene, gewalttätige Jugendliche.

    In meiner Mannschaft würde ich sowas niemals dulden und fahre da eine 0-Toleranz Politik. Spätestens nach dem zweiten Mal würde ich auf einen Ausschluss aus Mannschaft und Verein bestehen.

    Auf eine Diskussion mit den Eltern würde ich mich gar nicht einlassen, sondern sie vor vollendete Tatsachen stellen.


    Ich möchte bei meiner Trainerarbeit die Jungs erreichen die einfach Lust auf Fußball und Spass mit Freunden haben. Dabei geht es in erster Linie nicht um Talent, Ergebnisse oder sonstwas. Es reicht aber schon einer dieser Gewalttäter um zehn anderen die Freude am Fußball und somit an diesen wunderschönen Momente zu zerstören. Das werde ich nicht zulassen und das wird bei mir nicht passieren. Wenn das die Jugendleitung anders sieht, dann bin ich im falschen Verein.