Trainingsplanung/ Gestaltungsoptionen Amateurbereich bei 3x Training die Woche

  • Guten Tag,


    ich bin schon länger hier als "Spion" unterwegs und habe mich entschlossen mal ein eigenes Thema zu öffnen und hoffe auf reichlich Feedback.

    Zu meiner Person: Ich bin im Besitz der neuen B- Lizens und (Spieler)-Trainer einer Bezirksligamannschaft, die letzte Saison aufgestiegen ist und nun am Schluss der Saison nach up- and downs auf dem 10 Tabellenrang rangiert. Ich habe 10 Jahre in der regional höchsten Spielklasse gespielt und interprtiere die Rolle als Spielertrainer definitiv mit Augenmerk auf "Trainer".


    Zu meiner eigentlichen Sache:


    Unsere Spiele finden grundsätzlich Sonntags statt. 1 1/2 Jahre wurde im Dienstag, Donnerstag und Freitag Rhythmus trainiert. Ich musste nun aber Ende März, Anfang April feststellen, dass mehrere Spieler, welche regelmäß im Training sind in Leistung stagnieren und gegen Ende des Spiels abbauen. Das bewog mich natürlich, u.a. dazu den Ablauf unter der Woche zu hinterfragen. Die Theorie sagt ja, dass 2 Tage nach einem Spiel eine passive Erholung ansteht ( was mir natürlich die ganze Zeit bewusst war).

    Ich schließe einfach durch die Stagnation einiger Spieler, dass ich diesen Ablauf nicht weiter behalten kann/werde.


    Ich werde in den letzten Wochen der Saison zu Montag, Mittwoch, Freitag wechseln.


    Vorteile : - Aktive Erholung, Mittwochs ausgeruht, um eine Belastungsspitze zu setzen

    Nachteile: Montagseinheiten ( z.B. in der Vorbereitung) liefen eher suboptimal ab. Geringe Motivation wegen der geringen Pause, zudem Wochenanfang/ Arbeit. Auch erhöhtes Absagen


    Meine Idee:


    Montagseinheiten werde ich nach einem explizitem Ansatz aufbauen. Ich habe da die Coervermethode im Kopf, die man auch in Passpacours unterbringen könnte.

    Dadurch wäre die aktive Erholung sichergestellt. Durch die "strikte" Vorgaben allerdings der Kopf entlastet. Meine Spielprinzipien würde ich in den Parcours etc. unterbringen. z.B. 2- Kontakprinzip oder diagonale Pässe/ Spieler in offener Stellung anspielen.


    Habt ihr andere Ansätze oder Ideen, wie man eine Trainingswoche mit 3 Einheiten und einem fixem Spiel am Sonntag gestalten könnte?


    Freue mich auf zahlreiche Antworten

  • Hallo erstmals,


    ich hoffe du wirst hier einige Antworten bekommen weil die meisten User doch eher im Kinder- Jugendfußball unterwegs sind.


    Ich würde wenn ich Sonntag spiele den Montag eher zu kleinen Spielformen, Spiele mit Koordinativen Elementen nutzen die auch Laune machen wie zb. Fußballtennis, Chaos Spiele, Kognitive Passübungen, Overload Training usw.

    Am Tag nach dem Spiel ist die Bereitschaft eher gering sich in Passschleifen drillen zu lassen, kann ich mir vorstellen


    Leider kann ich dir auch nicht zu viel dazu sagen bzw will ich dich nicht mit gefährlichen Halbwissen verunsichern weil ich mich auch erst gerade in diese Thematik einlese.


    Hier etwas zum lesen bezüglich Trainingssteuerung

    https://spielverlagerung.de/2015/07/11/trainingssteuerung/



    Bin gerade dabei etwas über taktische Periodisierung zu lesen, sehr spanendes Thema.

  • Mich würde in dem Kontext interessieren, wie dein Training am Dienstag/Donnerstag typischerweise aussieht? In welchem Bereich stagnieren deine Spieler? Kondition?


    Ein Ansatz, der vielleicht eine Option darstellt, wäre Di/Mi/Fr. Du könntest auch hier am Mittwoch eine Belastungsspitze setzen, wenn du am Dienstag in der Trainingsgestaltung einigermaßen dosiert vorgehst. Ich frage mich, wie sinnvoll ein Prinzipientraining am Montag wäre, wenn du von den Spielern keinen besonders hohen Fokus erwartest.

  • Danke für die schnellen Antworten

    Das mit den Prinzipien lassen wir mal bei Seite. Sagte ja, die bekomme ich quasi unter in dem ich, in meinem Bsp. einen Pass im Parcours diagonal spielen lassen würde. Der Satz war deplatziert.


    Der Kontext ist/ war wohl der, dass der Dienstag ( wahrscheinlich) zu intensiv gestalten worden ist. Ich frage mich halt grundsätzlich, was mehr Sinn macht, mit dem was ich weiß ( z.B. 2 Tage nach einem Spiel passive Erholung).


    Gestalte ich den Montag ab sofort so: gering - mittelintensiv,aktive Erholung, baue technische Inhalte rein und habe quasi komplette 90min zur Verfügung, die genutzt werden können inkl. Abschlussspiel, sodass man Mittwochs ausgeruht ist


    oder "opfere" ich vom Dienstag quasi Trainingszeit + Intensität, die ich mit Montag/ Mittwoch-Modell Mittwochs angehen könnte?


    Hoffe habe es ordentlich ausgedrückt.


    In der Ausbildung würde auch davon gesprochen, dass auf 3 intensive Wochen, eine "ruhigere" Folgen soll.

    Demnach könnte man in 4 Wochen Zyklen in den Wettkampfperioden die Belastung ( wohlmöglich auch mit anderen Trainingstagen) steuern.

  • stuckpart2 : was sagen denn deine Spieler? wie ist die Zusammensetzung der Mannschaft (jung/alt)? sind die Spieler 3x Training in der Woche gewohnt? wie sieht die Spielvorbereitung der Spieler aus? Ihr spielt das 1. Jahr Bezirksliga - anfangs wird man noch von der Aufstiegseuphorie getragen, dann wird man ernst genommen und es wird Alltag -> eine Delle ist da nicht verwunderlich.

    Du bist als Spieler wahrscheinlich etwas anderes gewohnt und hast auch andere Ansprüche (kommst von oben) - nimm deine Mitspieler mit. Die kommen wahrscheinlich in der Mehrzahl von unten und müssen sich daran gewöhnen. Sprich mit ihnen, sie werden dir helfen und können am besten in ihren Körper reinhören oder Erklärungen zu ihren körperlichen Zuständen geben.

  • Ich stehe tatsächlich im ordentlichen Austausch mit den Spielern. Sie sagen, dass alles okay. Ich glaube Ihnen aber nicht ^^

    Der ein- oder andere hat sich geäußert, dass er es gut findet.

    Die Spieler sind es gewohnt, seitdem ich da bin. Ohne mein Schaffen überzubewerten, aber wahrscheinlich haben 75% der Spieler noch nie so intensiv und gezielt trainiert. Daraus schließe ich auch, dass eine Delle/ Stagnation wohlmöglich normal ist, insbesondere da uns wegen eines Relegationsmarathons die Sommervorbereitung zu nichte gemacht worden ist. Die Mannschaft hat nen normalen Altersdurchschnitt und ich kann mich glücklich schätzen, eine so gute Trainingsbeteiligung zu haben.


    Aber noch einmal zurück zum Thema: Die Darstellung oben zeigt eigentlich an ( ich kenne das Buch übrigens), dass im Grunde genommen nur Ausgelaufen werden soll und Abschlußsspiel gemacht wird. So deute ich es mal.


    Vielen Dank nocheinmal fürs Feedback

  • Aber noch einmal zurück zum Thema: Die Darstellung oben zeigt eigentlich an ( ich kenne das Buch übrigens), dass im Grunde genommen nur Ausgelaufen werden soll und Abschlußsspiel gemacht wird. So deute ich es mal.


    Vielen Dank nocheinmal fürs Feedback

    habe es jetzt nicht zur hand, ist aber aus -fußball durch fußball- denke ich. richtig?!?

    Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (J.P.Satre)

  • Die Darstellung oben zeigt eigentlich an ( ich kenne das Buch übrigens), dass im Grunde genommen nur Ausgelaufen werden soll und Abschlußsspiel gemacht wird. So deute ich es mal.

    Also am ersten Tag nach dem Spiel sehe ich kein Abschlussspiel im klassischen Sinne (5-9 Spieler pro Team), würde ich auch von meiner Seite nicht planen (persönliche Meinung) . Wie schon erwähnt eher kleine Spielchen zur aktiven Regeneration wo wirklich alle beteiligt sind. Würde hier im kognitiven Bereich Arbeiten, denn der Bereich erlaubt weniger Intensität bei höheren Spaßfaktor. So hast eine gute Stunde Zeit mit geringer Intensität an Problemlösungen, Wahrnehmung, Motorik, etc zu arbeiten und du kannst dafür in den restlichen Einheiten der Woche dein Programm durchziehen ohne auf dieses Element Rücksicht nehmen zu müssen.


    Jedoch lässt der Begriff "Aktive" Regeneration auch viel Interpretationsspielraum zu.


    Vielleicht hilft dir das etwas?

    https://www.dfb.de/spieler/sen…-zu-kraeften-kommen-2840/

  • stuckpart2 Ich unterstelle, dass alle deine Spieler regelmäßig trainieren und den Trainingszyklus auch nahezu vollständig absolvieren können. Nach meinen Erfahrungen liegt im Breitensportbereich (da würde ich eine Bezirksligamannschaft noch einordnen) nämlich häufig das Problem, dass aufgrund von Schichtarbeit o.ä. die Zyklen nicht komplett absolviert werden können und damit Fehlbelastungen auftreten.

    Sofern die Spiele fast ausnahmslos sonntags sind, habe ich gute Erfahrungen mit Di./Mi. /Fr. gemacht. Mir ist die 48 h- Empfehlung bekannt, gleichwohl war Dienstag immer die Hauptbelastung. Mittwoch dann tatsächlich nur Regeneration, lockeres Laufen, Techniktraining, Fußballtennis, Sauna, 60 Min. Freitags spieltagsbezogenes Training und Abschlussbesprechung.

    Je nach Charakter deiner Mannschaft wäre montags freiwilliges Eigentraining eine Option. Lockeres Laufen oder leichtes Radfahren, danach gern ein Bierchen zusammen, falls zwei/drei Spieler zusammen unterwegs waren. Kollegen hat so etwas mal verpflichtend versucht, mit Kontrolle der Pulsuhren, davon halte ich aber nichts.

    Statt 3 Wochen intensiv, waren es bei mir planmäßig nur 2 Wochen. Allerdings setzt das auch einen Spielplan voraus, der nicht ständig mit Wochentagsspielen unterbrochen wird. Ich kann mich an eine Saison erinnern, da konnte von November bis Anfang April nicht gespielt werden. Im Frühjahr musste ich die Truppe wochenlang ohne Punktspiele bei Laune halten und ab April dann alle 3-4 Tage ein Spiel. Aus diesem Grund mein Eingangssatz, dass im Breitensport einiges aus der Theorie eben nicht so umzusetzen geht. Hier muss man schlicht seine Erfahrungen sammeln.