4 vs. 2 - Weiterführung

  • Hey,


    ich denke die Übung kennen viele, aber ich wollte sie nochmal so hier darstellen, da es sich in meinen Augen um eine super Weiterführung des klassischen 4 vs. 2 handelt. Mich ärgerte, dass bei uns das 4 vs. 2, 5 vs. 2 oder wie auch immer die Zahlenverhältnisse sind, bei uns nicht so richtig läuft, wenn wir Trainer nicht dabei stehen und uns das angucken. Wenn man halt mal alleine ist und 2 oder gar 3 Gruppen hat, ist es natürlich schwieriger da immer alles im Blick zu haben. Daher spielt man dann natürlich öfter 7 vs. 2 oder 3 oder löst das Problem auf eine andere Weise.


    Mit der hier gezeigten Variation erhält man in meinen Augen aber den Vorteil, dass die Spannung bei den Jungs höher ist, da der Wettkampf Gedanke größer ist und die Jungs zudem eine wirkliche Variation haben. Ob 4 gegen 2 oder 6 gegen 2 wird ja nicht wirklich als Variation von den Spielern aufgenommen.



    Es wird ganz normal 4 gegen 2 gespielt. Rund um das große Feld werden Bälle verteilt. Schafft die Gruppe, die in Ballbesitz ist 10 Pässe, bekommt sie einen Punkt. Die verteidigende Mannschaft kann punkten, indem sie den Ball erobert und zu den beiden Mitspielern im anderen Feld spielt. Gelingt dies, rücken die beiden roten und zwei blaue Spieler nach und es wird in dem anderen Feld 4 vs. 2 mit Ballbesitz rot gespielt.


    Gepunktet wird also immer bei 10 Pässen oder einer geglückten Verlagerung.


    Im Gegensatz zum normalen 4 vs. 2 muss der Ball hier also nicht nur abgewehrt, sondern erobert und dann zielgerichtet weitergespielt werden. Geht der Ball ins Aus, spielt die Mannschaft mit einem neuen Ball in ihrem Feld weiter, die jetzt "Einwurf" hätte. Zudem gibt es den Umschaltmoment von Offensive auf Defensive, da sie durch einen Rückgewinn des Balles die Chance haben, weiter in Ballbesitz zu bleiben, statt direkt in die Mitte zu müssen und mit einer neuen Runde anzufangen.



    Wie gesagt, ich denke die meisten kennen die Übung, aber vielleicht gefällt dem ein oder anderen die Übung ja als schöne Variante zum klassischen 4 vs. 2:)

  • Ist halt perfekt, um die Grundlagen des Gegenpressings zu vermitteln. Hier kann man auch sehr schön hervorheben, dass die Überzahl am Ball bei eigenem Ballbesitz prädestiniert ist, um sogleich ins Gegenpressing zu gehen.


    Ich würde zudem die Spieler nicht in die Ecken stellen, sondern auf die Linien. Dadurch hat man 180° und nicht nur 90°, um zu spielen. Außerdem kann man so das Mindset für Rautenstaffellungen sensibilisieren (ich weiß, dass ein Quadrat eine Raute ist, aber Ihr wisst hoffentlich, was ich meine). Auf diese Weise ist auch erstmal nach Ballverlust nicht der komplette Raum in die andere Zone frei.

  • Mich ärgerte, dass bei uns das 4 vs. 2, 5 vs. 2 oder wie auch immer die Zahlenverhältnisse sind, bei uns nicht so richtig läuft, wenn wir Trainer nicht dabei stehen und uns das angucken.

    Füge jedem Feld jeweils zwei Mini- oder Stagentore hinzu, die nach einer bestimmten Anzahl von Pässen freigeschaltet werden.

    Die Möglichkeit ein Tor zu erzielen, erzeugt viel mehr Motivation, als ein fiktiver Punkt für die gespielten Pässe.

  • Füge jedem Feld jeweils zwei Mini- oder Stagentore hinzu, die nach einer bestimmten Anzahl von Pässen freigeschaltet werden.

    Die Möglichkeit ein Tor zu erzielen, erzeugt viel mehr Motivation, als ein fiktiver Punkt für die gespielten Pässe.

    :thumbup: Danke!

    Guter Einwand, werde ich übernehmen und beim nächsten mal testen! Hat sich der Threat für mich schon wieder gelohnt!

  • Das Geile an Rondos ist ja eigentlich, dass du sie für fast jeden taktischen Schwerpunkt umsetzen kannst.


    Eine meiner Lieblingsvarianten, die mE ziemlich unterschätzt ist:


    3vs1

    Min. 2 Kontakte Pflicht

    Pässe nur zum nächsten Spieler


    Ziel ist das Andribbeln und binden von Gegenspielern, sowie das Lösen aus dem Deckungsschatten zu trainieren.

    Die Spieler werden schnell kapieren, dass sie, wenn sie den Ballweiterspielen ohne den GGS zu binden schnell einen Ballverlust erzeugen.


    Wenn du bei deiner Variantr aus dem OP das Gegenpressing noch mehr in den Fokus lenken willst, kannst du die Kontaktzahlen entsprechend regulieren. Ich finde 3 Mindestkontakte hier schöner als eine One-Touch Vorgabe, da du so klarere Ballgewinne durch rot erhälst.


    Logischerweise kannst du auch einfach durch das Coaching Einfluss nehmen. Bei größeren Rondos lässt sich z.B. Steil-Klatsch als Variante fordern.

  • Füge jedem Feld jeweils zwei Mini- oder Stagentore hinzu, die nach einer bestimmten Anzahl von Pässen freigeschaltet werden.

    Die Möglichkeit ein Tor zu erzielen, erzeugt viel mehr Motivation, als ein fiktiver Punkt für die gespielten Pässe.

    Wird durch das Tor dann nicht eher das Verteidigen des Tores zum primären Ziel? Kann mir vorstellen das die Spieler dann oft nimmer versuchen den Ball in den ersten 10 Kontakten zu erwischen sondern eher drauf aus sind die Tore zu zustellen...

  • Wird durch das Tor dann nicht eher das Verteidigen des Tores zum primären Ziel? Kann mir vorstellen das die Spieler dann oft nimmer versuchen den Ball in den ersten 10 Kontakten zu erwischen sondern eher drauf aus sind die Tore zu zustellen...

    Sinnvoller wäre der Aufbau glaube ich anders herum. Die Verteidiger dürfen, wenn sie den Ball erobern, ein Tor erzielen.

  • @maider187


    Verlagere die Tore doch weit genug außerhalb des Spielfeldes und nutze breite Stangentore.

    Das wird die Verhinderung des Tores nahezu unmöglich machen.

    Die Verteidiger sind dann gezwungen intensiv zu pressen um vor dem Freischalten der Tore den Ball zu erobern.


    Variiere halt etwas bis es dem Leistungsstand deiner Mannschaft entspricht.

  • Constantin


    Wäre sicherlich eine Möglichkeit. Es bliebe für mich aber beim selben Problem.

    Die Mannschaft im Ballbesitz hat zu wenig Anreiz im Ballbesitz zu bleiben und den Ball zirkulieren zu lassen.


    Ich beziehe dies nur auf die Erfahrung mit meiner Mannschaft und deshalb bin ich auch kein Freund von Rondos im allgemeinen.

    Außer sie werden durch die Möglichkeit eines Torabschlusses erweitert. Erst dann sehe ich die Intensität, die ich mir wünsche.


    Sicherlich können sich andere Mannschaften/Spieler ganz anders verhalten und auch ohne Tore mehr Begeisterung für ein Rondo zeigen.

  • SG-Nr8


    Auf welche Altersklasse beziehst du dich?


    Bei einer U11 stimme ich dir (mit Einschränkungen) zu. Rondos sind für mich auch eigentlich nur für gute Fußballer geeignet. Alles andere verkommt zu Standfussball oder rumgeschweiße.


    Andererseits sind Rondos als komplexe Trainingsform schon sehr gut...auch ohne Torabschluss. Du kannst Problemlos Passspiel, (Kondition) und ein taktisches Thema verbinden.

  • In meinem Fall handelt es sich um eine U11.


    Rondos sind für mich auch eigentlich nur für gute Fußballer geeignet. Alles andere verkommt zu Standfussball oder rumgeschweiße

    Durch Variation in Feldgröße und Spielerzahl kann man dem gut entgegenwirken.

    Du hast aber natürlich recht, wenn der Großteil Schwierigkeiten hat den Ball an- und mitzunehmen wird kein Spielfluss entstehen.


    Andererseits sind Rondos als komplexe Trainingsform schon sehr gut...auch ohne Torabschluss. Du kannst Problemlos Passspiel, (Kondition) und ein taktisches Thema verbinden.

    Habe nirgends behauptet Rondos wären unsinnig.

    Mein Eindruck ist jedoch, das Rondos nach wenigen Minuten den Reiz für die Spieler verlieren.

    Mit steigender Komplexität wird die Motivation sicherlich länger erhalten bleiben, jedoch wäre meine E-Jugend sicherlich schnell überfordert.

    Darum habe ich ein simples Mittel in Form von Toren gewählt.

  • Rondos sind für mich auch eigentlich nur für gute Fußballer geeignet

    Das sehe ich ganz anders. Rondos sind perfekt, um unter geringem bis mittlerem Gegnerdruck das Passspiel und die Ballmitnahme zu trainieren.

    Auch gerade Anfänger profitieren sehr davon, auch wenn es etwas dauert bis es flüssig läuft.

    Mein Eindruck ist jedoch, das Rondos nach wenigen Minuten den Reiz für die Spieler verlieren.

    Das Erlebe ich so nicht. Wenn man öfter die Regeln variiert und den spielerischen Aspekt betont (Punkte sammeln möglich machen, loben und sich mit den Spielern über z.B. gelungene Tunnler freuen ) haben die Kinder eigentlich immer lange sehr viel Spaß.Wichtig ist hier einfach das man den Herausvorderungscharakter hoch hält. Es macht keinen Spaß einfach nur den Ball zu halten, oder ihm hinterher zu laufen, bis ein Fehler gemacht wird. Verändert man die Regeln durch abwechslungsreiche Aufgaben steigt die Motivation.

  • Das sehe ich ganz anders. Rondos sind perfekt, um unter geringem bis mittlerem Gegnerdruck das Passspiel und die Ballmitnahme zu trainieren.

    Auch gerade Anfänger profitieren sehr davon, auch wenn es etwas dauert bis es flüssig läuft.

    So sehe ich das aus. Wenn man immer das klassische 4 vs.2 oder 5 vs. 2 was ich bei vielen Kreisliga Seniorenteams vorm Training sehe, dann ist es entweder irgendwann langweilig oder der sportliche Sinn ist nicht gegeben, da der einzige Zweck Beinschüsse sind.

    Aber wenn ich Rondos aufpeppe mit Punkten/Sonderaufgaben, dann läuft das immer deutlich besser. Ich habe meinen Jungs, die schon immer vor Trainingsbeginn da sind und "eine Ecke auf machen" (ein Rondo spielen) gesagt, sie sollen einfach spielen und wenn sie 20 Pässe schaffen die Mitte 10 Liegestützen machen lassen. Schwupp ist das plötzlich schon vorm eigentlichen Training richtig was los. Lautes Zählen, lautes Lachen, wenn jemand verliert, lautes (spaßiges) meckern, wenn jemand nach 17,18 oder 19 Kontakten einen Fehler macht etc.


    Peppt man das ganze mit Toren oder Verlagerungen nach Anzahl Pässen X auf oder ähnlich, dann ist da richtig Pfeffer drin. Klar, das gilt nur, wenn die Jungs ein gewisses Niveau haben, sonst ist der Spielfluss doch ziemlich zäh.


    Aber bei Anfängern, würde ich es vereinfachen; alleine durch die Spielfeldgröße hat man da schnell etwas Druck für die ballbesitzenden Spieler rausgenommen. Es wird meiner Erfahrung nach recht schnell besser und es bringt den Jungs meiner Meinung nach viel. Es kommen andauernd ähnliche spielnahe Situationen vor, die gelöst werden müssen, sodass das Passspiel unter extrem spielnahen Bedingungen trainiert wird.


    Wichtig ist halt gegen die Langeweile immer zu variieren und immer den Wettkampf reinzubringen. Aber wenn man die Rondos für die taktischen Aspekte nutzt, kommt das ja ohnehin von alleine :)

  • Skriwer

    Ich hätte vielleicht lieber schreiben sollen: "bei meinen Spielern geht der Reiz schnell verloren".

    Deine Argumente pro Rondo sind alle valide und für mich nachvollziehbar. Du musst bei mir jedoch keine Überzeugungsarbeit hierzu leisten.

    Wie ich bereits geschrieben habe, finde ich das Rondo mit allen möglichen Variation als sehr sinnvolle Ausgangsbasis für alle möglichen Spielformen.


    Wenn man öfter die Regeln variiert und den spielerischen Aspekt betont (Punkte sammeln möglich machen, loben und sich mit den Spielern über z.B. gelungene Tunnler freuen ) haben die Kinder eigentlich immer lange sehr viel Spaß.

    Leider ist meine Realität eine solche, dass bei einigen "Spezialisten" in unserer Mannschaft, selbst die kleinste Änderung/Variation des Rondos zum Teil längere Erklärungen nach sich ziehen würde, als dass es den Spielspaß verlängert.

    Darum bin ich kein Freund des Rondos. Nicht weil es schlecht wäre, sondern weil es für mich mit manchen meiner Spieler einfach nicht dauerhaft motivierend umsetzbar ist.

  • Das war bei meinen Spielern am Anfang auch so. Ich habe dann immer gesagt: Wir machen eine Proberunde, spielt doch erstmal und dabei dann die Regeln korrigiert, viel erklärt habe ich nicht und nachfragen mit: "Sehen wir ja jetzt im Spiel wie es geht" beantwortet.

    Später (als die Spiele sich daran gewöhnt hatten) habe ich einmal erklärt und dann einfach Spielen lassen. Bei einem Regelverstoß muss man halt in die Mitte, dadurch gab es bald keine Spieler mehr die die Regeln nicht schnell verstanden haben. :-)

  • Skriwer

    Vielleicht hast du noch einen Tipp für mich.

    Wie gewährleistet du, dass die Intensität hoch bleibt, wenn der/die schwächste/n Spieler als Verteidiger agieren es aber nicht schaffen die Ballbesitzenden unter Druck zu setzen?

    Dabei sollte die Anpassung nicht dazu führen, dass die schwächeren Spieler in Ballbesitz völlig überfordert werden.

  • Wie gewährleistet du, dass die Intensität hoch bleibt, wenn der/die schwächste/n Spieler als Verteidiger agieren es aber nicht schaffen die Ballbesitzenden unter Druck zu setzen?

    Mmh...gute Frage, tatsächlich ist es ja so, dass einige Spieler öfter in die Mitte müssen als andere, dies ist meist wirklich eine Qualitätsfrage. Ich coache diese Spieler mehr. Wenn ich merke, jemand Schwächeres ist oft drin, stelle ich mich zu ihm und helfe im verbal. Fehlerbilder die mir in letzter Zeit auffallen sind:

    - zu fester Stand: die Jungs stehen mit vollem Körpergewicht auf dem ganze Fuß und können daher zu spät reagieren

    - Körperausrichtung: oft stehen die Jungs frontal zu dem Spieler, der ihnen den Ball zuspielt. Dann bleiben sie so stehen und spielen den Ball über einen 90 Grad Winkel zum nächsten Spieler, was dann oft aufgrund der Schwierigkeit misslingt.

    - Spannung im Sprung-/Fußgelenk: Hier fehlt es oft an der Köperspannung, das Gelenk ist nicht angespannt, der Fuß bewegt sich schwabbelig durch die Gegend (Metapher aus dem Buch "Fußball durch Fußball": Bein-Fuß wie ein Hockeyschläge - langer Schläger, kleine Trefferfläche, die aber fest und stabil am Schläger ist)


    Letztlich ist es wie bei jeder Übung, die Besseren machen es besser als die Schwächeren und man muss einen Weg finden die einen zu fordern, ohne die anderen zu überfordern. Grad bei einem Rondo finde ich aber, dass dies nicht das große Problem ist. Die Erfahrung kann ich nur teilweise teilen. Klar sind schwächere Spieler schon mal öfter drin als stärkere, aber es ist nicht so, als würden sich die beiden schwächsten nur abwechseln. Und man kann ja variieren, bspw. 6 Leute pro Rondo. Es gibt feste 2er Päärchen. Jedes Paar muss 2 Minuten in die Mitte, sie bleiben auch bei Balleroberung drin. Es wird die Anzahl der Balleroberung gezählt. Oder du stellst hinter jede Linie ein Minitor (gesamt 4, Wahlweise Hütchentore, aber halt nicht mega ideal wegen Bälle wiederholen, Stören anderen bei wenig Platz etc.) und nach Balleroberung müssen die beiden versuchen trotz Gegenpressing durch die 4 anderen Spieler ein Tor zu treffen und die Tore werden gezählt. Oder beides, Tor zählt 3 Punkte, Balleroberung an sich aber auch schon 1 Punkt. Jede Gruppe ist dann fix 2 Minuten drin und wer macht die meisten Punkte in seinen 2 Minuten. Da gibt es ja ganz ganz viele Varianten.


    Bei krassem Leistungsgefälle vielleicht:

    Rondo 1: die besseren

    Rondo 2: die, die noch mehr lernen müssen

    So wird jeder seinem Leistungsniveau entsprechend gefordert.

  • Danke Effzeh

    Es gibt feste 2er Päärchen. Jedes Paar muss 2 Minuten in die Mitte, sie bleiben auch bei Balleroberung drin. Es wird die Anzahl der Balleroberung gezählt.

    Mit festen Paaren habe ich es öfters probiert, allerdings ohne Zeitvorgabe. Werde die Variante mal testen.



    Bei krassem Leistungsgefälle vielleicht:

    Rondo 1: die besseren

    Rondo 2: die, die noch mehr lernen müssen

    So wird jeder seinem Leistungsniveau entsprechend gefordert.

    Gerade damit habe ich so meine Probleme.

    Der 1. Rondo funktioniert einwandfrei. Mit richtiger Feldgröße und entsprechenden Vorgaben sind alle motiviert bei der Sache bei einem guten Spielfluss.


    Der 2. Rondo, das genaue Gegenteil. Es pendelt immer zwischen Standfußball und Unterbrechungen alle 10 Sekunden, da Pass oder Ballannahme misslingen. Da Frage ich mich nach 5 Minuten ob die Zeit nicht mit einer Spielform/Übung sinnvoller genutzt werden könnte.