Modell nach Raymond Verheijen

  • Moin Moin,


    ich habe mal ein neues Thema erstellt.


    Ich frage mich z. Zt., ab welcher Altersstufe das Modell nach Raymond Verheijen Sinn macht.


    Wir gehen jetzt in die zweite E-Saison, spielen seit jeher vom 1 vs. 1 über Funino (3 vs.3) bis hin zu (jetzt neu) Formino (5 vs. 5) in kleinen Gruppen.

    Wir arbeiten immer zwei Wochen an einem Schwerpunkt.

    Dabei folgen wir dem Modell Spielen-Üben-Spielen usw...


    Jetzt frage ich mich, ob es bereits in der E-Jugend Sinn macht, die Trainingsschwerpunkte (und damit die Saisonplanung) dem Prinzip von Raymond Verheijen anzupassen.


    Vom "Großen Spiel" (Schwerpunkt Passspiel) zu Beginn hin zum "Kleinen Spiel" (Schwerpunkt 1 vs. 1) am Ende eines Zyklus.


    Mir ist klar, dass das an dieser Stelle noch nicht sauber ausformuliert ist, es geht mir aber im Wesentlichen um die Frage der Sinnhaftigkeit in der E-Jugend im Hinblick auf den Punkt Ausdauer.

  • Also du brauchst, kein extra Ausdauertraining, wenn du das meinst. Solange du bei den Spielformen immer schön anfeuerst und die Inensität dadurch hoch hältst ist das mehr als genug. Ich habe in der E-Jugend mit meinen KIds nie mehr als 4 gegen 4 (+1) im Training gespielt und die waren alle topfit. Im Grunde musst du es gar nicht so "ernsthaft" Periodisieren.

  • Ich habe mich jetzt auch nicht bis ins Detail mit dem Konzept von Verheijen befasst, das große Thema Fußballspezifische Ausdauer hast du aber sicherlich bereits durch die Funino und Formino Anteile beinahe ideal abgedeckt.


    Und warum nicht mal im größeren Formino Feld ein 3gg3 oder 2gg2 spielen? Steigerungen sind also durchaus möglich.


    Für eine E-Jugend würde ich persönlich dann noch die beiden Punkte Kommunikation und Technik als passende Trainingsschwerpunkte sehen. Die Taktik-Anteile würde ich somit nicht als eigene Trainingsschwerpunkte sehen. Natürlich kann man aber auch Umschaltspiel, Aufrücken usw. auch in Trainingsaufgaben einbauen und somit "mitschulen".


    Gruß

    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • https://www.you-are-football.c…on-raymond-verheijen.html


    Im Link wird das Modell, so wie ich es kenne, sehr gut dargestellt. Alles weitere hab ich dann auch nur in englisch gefunden.


    Gruß

    Torsten

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • Ich bin jetzt auch keiner, der das Thema taktische Periodisierung bis ins kleinste Detail kennt.

    Für mich verbergen sich folgende Dinge dahinter:

    Die wesentlichen Bausteine sind:

    Taktik, Technik und Fußballfitness

    Das Modell der taktischen Periodisierung besagt, dass dabei immer der taktische Teil überwiegend bzw. die Übungsform vorgibt. Die entsprechende Fußballfitness kommt dann durch das spielen und die Technik wird durch die entsprechenden Spielformen ebenfalls geschult. Der Vorteil sei, dass nicht nur die isolierte Technik geschult wird, sondern diese direkt spielnah trainiert wird und gleichzeitig das wichtige Entscheidungstraining dabei sei.

    Für mich stellt sich folgende Frage:

    Ist das Modell auch etwas für den Technikerwerb? Also macht es Sinn, einen F- oder E-Jugendlichen das Passspiel durch Spielformen beizubringen? Oder ist es eher etwas, um Techniken, die man in der Grundlage beherrscht zu verbessern?

    Nachdem was ich beim Derbystar Kongress dazu erzählt bekommen habe, ist dieses Modell etwas für alle Altersklassen. Lernen würde immer gleich ablaufen, in jeder Altersklasse. Der einzige Unterschied sei, dass es in bestimmten Altersklassen immer schneller gehen würde als in anderen. Bei klassischen Übungen würdest du den Erfolg schneller sehen, die Jungs müssten die Techniken aber immer wiederholen, da sonst Großteile des Lernfortschrittes verloren gehen würden. In Spielformen hat man zwar nach einem Tag Training geringe Verbesserungserfolge, diese seien aber von längerer Dauer. Zudem würde es über die Anzahl der Einheit einen positiveren Effekt geben und das Entscheidungstraining (ist es jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Pass) sei direkt mit abgedeckt.

    Zum Modell gehören anscheinend auch Trainingseinheiten mit dem Schwerpunkt Fußballfitness. Hier wird dann 11 gegen 11 und dann in immer kleineren Gruppen gespielt.

    Ich würde in der E-Jugend den Schwerpunkt weglassen! Wenn man 4 gegen 4 aus anderen Schwerpunkten heraus spielt, dann ist die Fußballfitness ja auch immer mit dabei!

    Wie sinnvoll diese Umsetzung jetzt ist, kann ich dir aus praktischer Erfahrung nicht sagen. Ich habe es selber bisher nicht umgesetzt und auch noch nie gesehen, dass es jemand beim Kinderfußball umgesetzt hat. Ich finde allerdings, dass vieles von diesem System sehr sehr logisch klingt!

    Ich hoffe, dass mein Beitrag nicht Off-Topic ist, bin mir nicht sicher, ob es dir nur um Fitness geht oder um das Modell Taktisches Periodisieren. Und wie gesagt, dass alles richtig ist, was ich hier schreibe würde ich auch nicht behaupten. Ich arbeite mich selber in das Thema ein! Finde es sehr spannend, es gibt aber wenig Leute, die was dazu sagen können und mir persönlich gehen viele Medien dazu nicht weit genug in die Tiefe…



    Edit: totog : Vielen Dank für den Link! :thumbup::thumbup: Wenn irgendjemand noch gute deutsche Links dazu hat, wäre ich dankbar, wenn man mir diese zukommen lassen würde. Ich finde meist etwas auf Englisch, da muss ich mich aber mühsam durcharbeiten...:S

  • danke für die vielen infos. ich kenne das buch fußball durch fußball und da wird die taktische periodisierung kurz angeschnitten... für mich ist allerdings nicht ganz klar ob das modell verheijen und taktische periodisierung das selbe oder unterschiedliche methoden sind.


    derbystar kongress, davon hab ich auch auf facebook gelesen. war dein ein vortragender zum thema verheijen oder einfach nur darüber mit den anwesenden diskutiert.


    also ich mach meine trainings immer je nachdem was die spieler grad brauchen. wenn ich glaube sie brauchen eine verbesserung des passpiels, dann gibts ein passtraining usw.

  • weil kinder ja noch nicht so gut ausdauer aufbauen können

    Das stimmt im Kern nicht ganz, kurze Zusammenfasssung:

    Quelle

  • also ich mach meine trainings immer je nachdem was die spieler grad brauchen. wenn ich glaube sie brauchen eine verbesserung des passpiels, dann gibts ein passtraining usw.

    Schau mal im Ausbildungorientiert oder Erfolgsorientiert Thread. Da wird auf dieses Thema eingegangen. - Training nach aktuellen "Problemen" kann dazu führen das anderes gar nicht behandelt wird.

    "Im KiFu gillt: Nicht das Training ist die Vorbereitung auf das Spiel, sondern das Spiel ist die Fortführung des Trainings."

    - (Quelle: unbekannt)

    "Der Grund, warum wir Fußball gucken, ist keine Zahl und kein Ergebnis, sondern ein Erlebnis."

    - (Quelle: paderball.com)

  • funinomaster  

    Es geht darum, dass die Ausdauer trainierbar ist. Wenn du das mit isoliertem Ausdauertraining machst hast du folgende Probleme:

    -Du trainierst vermutlich unspezifisch, nicht das was die Kinder wirklich im Spiel brauchen

    -Du hast bald keine Kinder mehr in der Mannschaft weil sie die Lust am Fußball verlieren


    Ja, spielerisches Training der Ausdauer ist ausreichend und sogar empfohlen.

  • Skriwer danke für die info. das heißt ab wann soll man isoliertes ausdauertraining machen? mein alter trainer, als ich noch gespielt habe, hat das immer in der vorbereitung gemacht. da haben wir diagonalläufe und parcours mit ball gemacht. ist das dann ab so 14 jahren gut? oder doch das verheijen modell?

  • Das kann ich dir nicht wirklich beantworten, aber ich habe eine Meinung.

    Ich würde im Breitensport komplett auf isoliertes Ausdauertraining verzichten.

    Es macht einfach keinen Spaß und man (der Spieler) ist ja auch nicht beim Training um runden zu laufen oder Sprints zu machen. Er ist da um Fußball zu spielen und sein Hobby auszuleben.

    Um eine Aussage über Leistungsoptimierung im Spitzensport zu treffen fehlt mir das KnowHow.

  • Skriwer danke für die info. das heißt ab wann soll man isoliertes ausdauertraining machen?

    Warum überhaupt? Grundlagenausdauer kannst du wunderbar spielerisch aufbauen. Große Spielform wählen und ab gehts.

    Die spezielle Ausdauer ebenso. Kleine oder mittlere Spielform, 3vs3, 4vs4, kurze Pause, mehrere Durchgänge und du hast immer den Ball dabei.


    Isoliertes Ausdauertraining würde ich machen, wenn ich Leichtathletiktrainer wäre. ;-)

  • also im breitensport kein isoliertes ausdauertraining und im profisport schon? und wenn ich zum beispiel auch bei meinem team das laktat messen würde, auch kein isoliertes ausdauertraining?


    in meiner mannschaft, wo ich damals gespielt habe, waren ein paar wirklich schnelle spieler weit schlechter als ich beim cooper-test. die mussten dann extra runden laufen, damit sie mehr ausdauer bekamen. ich fands immer lustig, den anderen beim rundenlaufen zuzusehen während ich sprints machte.

  • Man kann langsame Muskelfasern nicht in schnelle umwandeln, aber schnelle in langsame. Indem man schnelle Spieler unspezifisches und isoliertes Ausdauertraining machen lässt, erreicht man, dass sie langsamer werden. In der dänischen ersten Liga bspw. gibt es daher auch mehr Spielern mit langsamen Muskelfasern als im dänischen Bevölkerungsdurchschnitt.

  • Effzeh


    Vielen Dank für Deinen Beitrag.

    M. E. überhaupt nicht "off-Topic".


    Mir ging es jetzt überwiegend um eine Optimierung der Fitness und einen guten Weg dahin, so dass denn überhaupt möglich ist in der Altersklasse.


    Gleichwohl kommt der Optimierung der "taktischen Periodisierung" auch Gewicht zu.