sinnvoller Aufbau (Neustart) einer Jugendabteilung vom Dorfverein

  • Hallo liebe Trainerkollegen,


    ich möchte erstmal kurt den Istzustand anreissen:


    - Dorfverein (wortwörtlich) mit knapp 3500 Einwohnern, um uns herum weitere Dörfer, alles aber recht eng beisammen.

    - im Dorf selbst alles vertreten Tischtennis, Judo usw.

    -Erste und zweite Herrenmannschaft vorhanden

    -F bis C Junioren nehmen in einer JSG am Spielbetrieb teil, G-Junioren trainieren nur und machen ab und an Freundschaftsspiele.

    (F und E könnten auch eigenständig den Spielbetrieb stemmen, darüber jedoch nicht mehr)

    -Angemerkt sei: Die Herren bekommen kein Geld bei uns. Trainer 1. Herren schon, aber nur die üblichen Euros (450). Spieler kommen zu 99% aus dem Ort.

    -Trainingsmaterial ist ausreichend vorhanden. Vom Rebounder über Mini- und Popuptore zu Samicaps und allen vom DFB geforderten Ballgrößen, plus Softbälle, Handbälle usw.


    Was mich stört, die Jugendabteilung läuft halt so mit. Es ist schwer engagierte Leute zu finden. Die paar die man findet, reiben sich auf würde ich sagen. Letzten Endes bleibt vieles an ein paar wenigen hängen. So bin ich Trainer der F und Vertreter des Jugendleiters. Jl trainiert ebenfalls ein Team. Bei den Trainern ist entsprechend Fluktuation.

    Ich bin der typische Vatertrainer, reingerutscht wegen dem Sohn, in die Jl gerutscht, weil ich schlecht nein sagen kann.


    Das positive an der Sache, ich bin mit Spaß dabei und kann mit stolz sagen bisher mochten mich alle Kinder und auch das Verhältnis zu den Eltern war immer durchweg gut.

    Ich bin ohne Lizenz gestartet, viel hier im Forum gelesen, einige Bücher gelesen, Ft junior, viele DVDs und youtube Videos geschaut. Denke ich habe eine gute Linie für mich gefunden.

    Selbst kann ich mich schwer einschätzen wie gut die "Arbeit" ist die ich abliefere. Auf Wunsch schicke ich euch privat mal ein paar der letzten Einheiten zu.


    Bin jetzt im vierten Jahr, und damit schon am zweitlängsten Aktiv. Lediglich der G Trainer macht das schon gut 10 Jahre. Was besseres kann einem kaum passieren, denn er macht es absolut kindgerecht und gut.


    Ansonsten ist von der F bis rauf spätestens nach zwei Jahren Ende. Dann heisst es wieder neue Leute suchen, die wurschteln dann rum.


    Ich weiß, wir sind ein kleiner Verein, aber deswegen muss man doch meiner Meinung nach nicht so anspruchslos sein und das als gegeben hinnehmen.


    Der jetzige Jl wird nach zwei Jahren im nächsten Frühjahr aufhören. Für mich jetzt Grund genug mir Gedanken zu machen, wie man die Jugendabteilung sinnvoll neu aufbauen kann, oder für andere Interessierte, wie man eine Jugendabteilung strukturiert aufbauen kann.


    Punkt 1: Ein Konzept. Daran wurde vor ein paar Jahren gearbeitet, allerdings wurde es nie fertig gestellt. In meinen Augen sieht die Rohfassung aber schon recht gut aus. Ich würde Funino oder Minifussball jedoch für F und E Jugend noch fix dazu nehmen und diesen Inhalt bindend machen. Auf Wunsch schicke ich das gerne zu. Ihr werdet mir nachsehen, das ich es nicht öffentlich machen möchte, weil ich ganz einfach den Verein auch schützen möchte.


    Punkt 1a: Konzept steht, aber wie überwachen? Und wer überwacht das?


    Punkt 2: Jugendkoordinator/ Jugendleiter. Irgendwer muss ja den Trainingsbetriebetrieb überwachen. Eigentlich denke ich, das sollte nicht unbedingt der Jl machen. Der sollte sich mehr so ums "bürokratische" kümmern, vielleicht eine Art Koordinator. Optimalerweise sollte der eine Trainerausbildung haben, oder aber zumindest entsprechend Erfahrung im Kinder u. Jugendbereich haben.

    Sinnvoll? Welche Aufgaben sollte man ihm geben?

    Meiner Meinung nach sollte er immer mal wieder beim Training vorbeischauen, die Einhaltung des Konzepts überwachen und interne Fortbildungen anleiern.


    Punkt 3: Die Trainer. Der vermutlich schwerste Brocken der zu stemmen ist. Im unteren Bereich finden sich immer Eltern, auf dem Dorf vielleicht sogar eher als in der Stadt.

    Entsprechend angeleitet durch den Jugendkoordinator und die Konzeption kann man die denke ich in der F und vielleicht auch noch E einsetzen. Darüberhinaus würde ich zB nichts mehr machen ohne entsprechende Ausbildung.


    Punkt 4: Mögliche Kooperationen. Vielleicht kann man hier einen höherklassigen lokalen Partner gewinnen der Fortbildungen anbietet, die Trainer zum Gastbesuch einlädt usw.




    Was würdet ihr sagen. Ist das überhaupt zu stemmen für so einen kleinen Verein? Die nächsten größeren Städte sind ca. 20- 30 km weg. Umliegend gibt es wie gesagt viele kleinere Vereine die meist ebenso ohne größere Ambitionen ausbilden (wenn man das so nennen kann).


    Jetzt mal los, welche Anregungen hättet ihr. Wie wurde das Thema bei euch in Angriff genommen, wie würdet ihr es gerne in Angriff nehmen? Bitte immer realistisch sein.

  • Ich finde es sehr gut, dass du dir im Vorfeld Gedanken machst und dass euer JL auch frühzeitig seinen Abgang kommuniziert hat. Deine Gedanken sollte sich grundsätzlich der Vorstand machen. Allerdings ist dies häufig nicht der Fall. Erster Hinweis von mir: frage doch mal bei deinem Vorstand nach, inwieweit das Thema dort auf der Agenda steht.

    Von den geschilderten Rahmenbedingungen liest die Ausgangssituation ganz gut. Ich selbst trainiere auch auf dem Land. Viele Sorgen von städtischen Vereinen kennen wir nicht, dafür haben wir allerdings andere. Bei 3500 Einwohnern und weiteren Dörfern in der Umgebung sollten genug Kinder für einen geordneten Spielbetrieb akquiriert werden können.

    Ich beginne mal mit dem organisatorischen Aufbau. Aus meiner Sicht sollte der JL keine Mannschaft trainieren. Es hängt einfach zu viel dran, um "nebenbei" auch noch ein Team zu trainieren. Außerdem halte ich eine gewisse Distanz für erforderlich. Der JL soll die Trainer natürlich unterstützen, bei Fehlentwicklungen aber auch eingreifen. Das gelingt besser, wenn es nicht auch ein Trainerkollege ist, sondern eher ein Vorgesetzter, wobei das in einem Dorfverein natürlich trotzdem in der Regel ein Bekannter sein wird.

    Sehr wichtig finde ich, dass der JL Rückendeckung vom Vorstand hat. Natürlich wird der Vorstand einem neuen JL erstmal alle Unterstützung zusagen, wie es dann in der Realität aussieht, ist eine andere Geschichte. Da du konkrete Vorstellungen bzgl. den Konzeptes hast, würde ich den Vorstand gleich damit konfrontieren. D.h. wenn du dem Vorstand signalisierst die Aufgabe zu übernehmen, dann mit der Maßgabe das Konzept auch umsetzen zu wollen. Am besten gleich noch einen Vorstandsbeschluss dazu fassen lassen.

    Zur Frage wer das Konzept überwacht: natürlich der JL! Bei Sanktionen muss aber der Vorstand mitziehen. Für die Fortentwicklung des Konzeptes würde ich alle Trainer mit ins Boot holen.

    Lizenz würde ich an deiner Stelle schnellstmöglich machen. Sie macht keinen besseren Trainer aus dir, aber in Diskussionen lassen sich häufig Gesprächspartner mit einer Lizenz überzeugen, ist in Deutschland halt so...

    Kooperationen würde ich versuchen mit der Kita und Grundschule einzugehen. In diesem Alter muss man die Kinder in den Verein bekommen, später wird es enorm schwierig.

    Trainer zu gewinnen sehe ich ähnlich wie du, im Dorf vielleicht noch einfacher als in der Stadt. Wenn ihr einen erfahrenen Bambinitrainer habt ist dies eine feine Sache. Er legt die Basis. Elterntrainer sehe ich nicht grundsätzlich als Problem. Bei einer guten Begleitung durch den JL kann sich vieles entwickeln. Sofern noch nicht gemacht, würde ich beim Vorstand für eine Übernahme der Gebühren für die Lizenzen werben. Engagierten Trainern wird damit zugleich ein Stück Wertschätzung zu Teil.

    Das bringt mich zum nächsten Punkt. Wertschätzung. Ich finde es ganz wichtig, den Trainer regelmäßig danke zu sagen. Das kann man z.B. beim letzten Saisonspiel der Herrenmannschaft machen. Hier sind zugleich ein paar Zuschauer vor Ort und vielleicht bekommt man so auch einen neuen Trainer oder Co. interessiert. Je nach finanziellen Möglichkeiten des Vereins würde ich den Trainern ein kleines Präsent zu kommen lassen (Gutschein örtliches Restaurant, Tankgutschein o.ä.). Für kleines Geld liese sich auch ein gemeinsamer Grillabend oder ein Ausflug mit Ehepartnern organisieren. Schön wäre es, wenn der Vorstand dabei vertreten wäre. Als JL würde ich eine Jahresplanung machen und dort ein-zwei dieser Termine gleich an den Vorstand durchstellen.

    Zu den Aufgaben des JL gehört für mich auch die Trainerweiterbildung. Das musst du nicht selbst übernehmen (mit Lizenz wäre das natürlich auch leichter möglich), DFB-Mobil ran holen oder mal einen Stützpunkttrainer ansprechen, geht immer. Bei den älteren Jahrgängen könnte der Herrentrainer mal eine Fortbildung machen: Thema Spielphilosophie und wie erleichtere ich den Nachwuchsspielern den Einstieg in den Herrenbereich.

    Grundsätzlich muss man sich aber im Klaren sein, dass vieles gut gemeinte sehr lange dauern kann. Funino, kein stures Rundenlaufen, jedes Kind spielt, etc. sind Dinge, bei denen sich viele Beteiligte schwer tun. Deshalb mein Rat: nicht zu viele Baustellen auf einmal angehen. Schritt für Schritt. Und hol dir Gleichgesinnte ins Boot, übertrage Aufgaben. Der JL muss nicht bei den F-Junioren den Platz abkreiden und in der Halbzeit Kaffee verkaufen.


    Ich hoffe das war jetzt nicht zu unstrukturiert, aber ich bin grad aufgestanden. :sleeping:

  • Schön das Du dir vorher Gedanken machst. Um das alles umzusetzen, brauchst Du ein Team das absolut in die gleiche Richtung denkt.

    Solltest Du Einzelkämpfer sein, lass es lieber bleiben. Du reibst Dich nur auf.


    Zu

    Punkt 1, Ein Konzept ist gut und sollte jeder Verein haben. Etwas bindend vorzuschreiben, halte ich für nicht umsetzbar.

    Punkt 1a, Überwachen? Sehr schwer bis unmöglich. Des Weiteren was machst Du, wenn sich jemand nicht daran halten will?

    Punkt 2, Koordinator sehr sinnvoll. Allerdings mit Lizenz ohne Geld, zumindest bei uns, nicht zu bekommen.

    Punkt 3, solltet Ihr die Auswahl haben im Großfeldbereich nur lizenzierte Trainer zu haben. Gratulation. Allerdings kenne ich keine Dorfmannschaft die so etwas nur im Ansatz hätte.

    Punkt 4, Gute Idee, Trainerfortbildungen werden bei uns aber nur sehr zögerlich angenommen oder teilweise abgelehnt.


    Ich denke Du solltest Dir am Anfang nicht zuviel vornehmen. Manche Dinge erscheinen von außen betrachtet immer unhaltbar, ist man aber derjenige der es abstellen soll, dann wird es oftmals schwierig.

  • Etwas bindend vorzuschreiben, halte ich für nicht umsetzbar.

    Warum? Dann bräuchte man gar nix vorschreiben. Verstöße müssen Konsequenzen haben, die gilt es nur vorher zu kommunizieren.

    Überwachen? Sehr schwer bis unmöglich.

    Warum? Regelmäßige Hospitation der Trainings/Spiele.

    Des Weiteren was machst Du, wenn sich jemand nicht daran halten will?

    siehe oben.

  • Ich denke tatsächlich, das was hoeness2 in den 4 von mir zitierten Zeilen schreibt ist der Schlüssel.


    So wie ich das lese läuft Euer Verein eigentlich ganz gut und deine beiden großen Baustellen sind Konzept und Trainer (-verbleib/-ausbildung).

    Ein weiteres Problem, dass der JL gleichzeitig Trainer ist löst sich ja von alleine bald.


    Zuerst muss mal deine Vorstandschaft dahinter stehen, dass ein Konzept gewünscht wird. Danach solltest Du bevor du an die Umsetzung gehst erst mal abfragen welche Trainer bereit wären sich einem selbst entwickelten Konzept zu unterwerfen - sonst stehst du vielleicht am ende alleine da mit deinem Konzept. Und schließlich muss es gemeinsam entwickelt werden. Die Gefahr in einem Verein, dass ein übergestülptes nicht akzeptiert wird ist ja ungleich größer als in einem Betrieb.


    Wenn allen das gefällt so ein Konzept zu entwickeln, dann sollte darin auch die Trainerausbildung etc sich wiederfinden und letztlich eben dann als Ergebnis erfolgreich ausstrahlen und die Trainer länger bleiben. Also letztlich ist das Konzept das Werkzeug um das Trainerproblem zu lösen.


    Dein action plan ist also:

    1. "Hallo Vorstandschaft, wenn ihr Bock auf Konzept habt dann mache ich JL"

    2. Wenn Du dann JL: "Hey Trainer, wer hätte den Bock darauf, wenn wir versuchen uns schritt für schritt ein geiles Vereinskonzept zu erarbeiten?".


    Ich denke damit hast Du dann das erste halbe Jahr schon zu tun :D


    Zusätzlich gehören für mich zu einer guten Jugendleitung noch min 2 weitere Posten:

    - Fairplay Beauftragter.

    - Kleinfeldkoordinator (ersetzt den "stellvertretenden JL" bündelt Kompetenzen.)

    - ich würde sogar noch sagen man könnte sich noch Gedanken über einen Ausrüstungs-, Klamotten-, & Sponsoringmanager machen.

  • Hallo,


    ich gehe davon aus, dass Du auf vorhandene Strukturen triffst...d.h....du schlüpfst ja zunächst in den Posten und das, was ihn vorher umgab. Ein neuer JL hat meiner Ansicht nun zwei Möglicheiten....1. Er lebt mit dem, wohinein er schlüpfte oder 2. er verändert was.


    Veränderung im Verein stösst meist auf Gegenwind. Oftmals trifft man auf die alten Vereinsmeier...die, die keine Veränderung wünschen. Neu ist für sie scheisse. Im schlechtesten Fall sind das Leute, die narzisstisch veranlagt sind. Und ganz übel...sie haben ein ungeahntes Standing im Verein und wissen die Dinge zu lenken. Deshalb mein Spezialrat:


    1. Würde ich mir anschauen, wer wie "tickt"....das dauert erstmal ein halbes Jährchen o.ä.


    2. Ich würde - mit einer heutigen Erfahrung - immer eine Allianz hinter oder neben mir bilden...Leute die mich und meine Ideen gut finden. Leute...denen ich ein Ohr schenkte und mir ihre Sorgen auch vertrauensvoll anvertrauten und die ich ernst nehme oder auch mal ehrlich ausräumte.


    3. Danach würde ich mir eine persönliche Prioritätenliste erstellen....Was will ich verändern....und welche taktische Reihenfolge ist mir wichtig, welche Reihenfolge ist machbar und was macht Sinn.


    4. Ich würde regelmäßige Trainerversammlungen abhalten....z.B. jeden ersten im Monat.


    5. Es besteht die Frage, wie ich etwas im Verein ändere. GENAU DAS IST FÜR MICH DIE WICHTIGESTE FRAGE und ich glaube sie beantworten zu können.


    -ich würde - nachdem die o.g. Hausaufgaben mit größtmöglicher Diplomatie gemacht wurden/vorbereitet wurden zusammen mit meiner Allianz beim Vorstand für die nächste Mitgliederversammlung eine mutige und mit meiner Allianz abgesprochene Redezeit verabreden...ggf. einen Sprecher bestimmen, falls ich dazu nicht geeignet wäre


    -dann ginge es ans Redepult. Dort würde ich die Probleme darstellen...exakt, kurz, treffend


    Hier hinein folgende Lösungen/ Idee....Schritt 1:


    -Einführung einer selbständigen Jugendabteilung

    -Hinzu käme die Budgettierung der Jugendabteilung, welche hierüber ein bestimmtes Jahresbudget erhält, um selbständig zu haushalten

    -eines Jugendvorstandes, um genau damit umzugehen...um zu Struktuieren (Materialwart, mehrere Kassenführer nur für den Jugendvorstand, Koordinatoren, Vertrauensleute, Sponsoring, Turnierlplanung, Passwesen usw.)


    6. stellt man nach Problem.- und Lösungsdarstellung den Antrag auf die Lösungen...sprich Antrag auf


    z.B. Budgetierung, Einführung Jugendvorstand


    Und dann gibt es auf der Mitgliederversammlung direkt eine Abstimmung mit Handzeichen.


    So müsste es richtig sein. Das Ergebnis wäre im Positivfall Auftrag für den gewählten JL und den Hauptvorstand auf Einrichtung


    Falls das bereits besteht...überspringst du das und stellst folgend ein anderes oder weiteres Problem an Stelle des Vorgängerpunktes oder stattdessen, nämllich


    Problem: Trainermangel, Trainingsqualität, Mitgliedszahlen, Ruf des Vereins,


    Lösung:


    -Einführung eines "überwachten" Ausbildungskonzeptes

    -Benennung eines oder mehrerer Koordinatoren

    -BEKÄMPFUNG TRAINERMANGEL und BINDUNG von Trainern an das Konzept durch Anhebung von Mitgliedsbeiträgen

    - später vielleicht nochmals auf einer anderen Mitgliederversammlung .....Anhebung der Mitgliedsbeiträge in Höhe der Inflationsrate


    !!!!NIemand hier, hat das je versucht. Andere die das so oder ähnlich machten, entwickelten sich zu hervorragenden bis heute sehr bekannten Vereinen. Deren Entwicklungsbeispiele sind doch irgendwie der Beleg dafür, dass das nicht zum Scheitern verurteilt ist.


    Ich denke mir, dass Euer Mitgliedsbeitrag monatlich deutlich unter 10 Euro ist (????). Stelle dir vor, du stellst bei der Mitgliederversammlung das Problem des Trainermangels VORDERGRÜNDIG dar. Du könntest - der Wahrheit entsprechend z.B. beschreiben, dass viele Jugendliche, einige Mütter die Zeit hätten...einige Geringverdiener mit Zeit....lieber Jobben gehen um die Kasse aufzufüllen. Würde man den Mitgliedsbeitrag auf 12, 14, ...sagen wir bis 15 Euro im Monat anheben, könnte man dieses Geld für ein ordentliches Geld an den Trainer ausgeben. Dieses Geld nennst du nicht Gehalt, nicht Lohn, sondern AUFWANDSENTSCHÄDIGUNG.


    Du stellst heraus, dass ein engagierter Jugendtrainer bei zwei Trainings (entspräche dem auch eingeführten Konzept) mit Trainingsvorbereitung und einem Spiel am Wochenende plus An.-und Abfahrten, Spielbericht ausfüllen, Trainerversammlung, zwischen 8 und 10 Stunden SPENDET!!!


    Dafür stellst du den Antrag, dass in dem Fall wo die Beitragserhöhung exakt hierfür verwendet wird...dem Trainer pro Team mindestens 100 Euro....120 oder 150 Euro....monatlich pünktlich gezahlt wird. Welche Summe genau ergibt sich rechnerisch aus Euren zahlen.


    Das möchtest du, um das Traineramt attraktiv zu machen...so bindet man auch mal einen B oder A Jugendlichen und stellt ihm einen Elternteil für die Orga dazu (falls nötig).


    In wie weit das einem Koordinator zu Gute käme,...müssten die Zahlen zeigen.


    Übrigens empfehle ich - das Amt des Koordinators - genau zu beschreiben und die Befugnisse mit ins Konzept aufzunehmen


    Ob der Koodi für alle Jugendmannschaften oder z.B. für die F/E...D/C usw. zuständig ist, ist Gestaltungsmasse....notfalls für die Zukunft.


    Zurück....zur Mitgliedsbeitragserhöhung....


    ....Die Zahlung einer solchen Aufwandsentschädigung verpflichtet den Trainer, jährlich an mindestens xy vereinseigenen Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen....Hierzu führst du ein - alles über Anträge in der Mitgliederversammlung - , dass du z.B. pro Halbjahr Sommer (draussen)/Winter (Halle)...eine Fortbildung anbietest, wo man mindestens an einer teilnimmt. Geschieht das nicht, dezimiert sich die Zahlung um eine Monatsauszahlung, basta. Zu diesen Terminen könnte man auch - vielleicht kostenpflichtig - andere Vereinstrainer einladen.


    Man könnte auch noch staffeln...Trainer mit Schein erhalten etwas mehr....120 Euro....die anderen 80 oder 100 Euro.


    Ich würde mir davon versprechen, dass das Traineramt so interessanter wäre, auch wenn das kaum einer zugeben würde. Es würde möglicherweise


    -das Traineramt als Ehrenamt attraktiver machen

    -so den Trainermangel an sich bekämpfen

    -DEN TRAINER AN DAS KONZEPT binden.

    -die Trainingsqualtiät anheben

    -den Ruf des Vereins heben


    was in der Folge möglicherweise mit einer Erhöhung der Mitgliederzahlen einher ginge.


    Dazu würde ich noch einen Verhaltenskodex in das Konzept einbauen, an das sich gehalten werden muss (kein Geschrei am Spielfeldrand/alle Spieler spielen zu ähnlichen Zeiten/keine Bankdrücker).


    Hält sich eine Trainer - sagen wir mehrfach - nicht an das Konzept und den Kodex, würde er konsequent entfernt. Ich erhoffe mir durch die Zahlung einer so finanzierten Traineraufwandsentschädigung, das man ein Argument bei der Trainersuche mehr in der Hand hat, welches unterschwellig wichtig helfen könnte. Das glaube ich...das wird sich rumsprechen....das wird auch Eltern überzeugen die es zahlen müssen.


    Man könnte ....nein sollte hier zwei soziale Komponenten einfließen lassen


    1. drittes Kind frei

    2. Haertz IV im Rahmen des Satzes


    Ich finde das alles ist machbar...in die Zukunft gedacht....es ist geeignet....hat keine Nachteile....niemand kann sagen das ist scheisse, weil keiner hat es ausprobiert...es gehört Mut dazu...wünsche ein gutes Händchen.


    Gr. Andre

  • Warum? Dann bräuchte man gar nix vorschreiben. Verstöße müssen Konsequenzen haben, die gilt es nur vorher zu kommunizieren.

    Warum? Regelmäßige Hospitation der Trainings/Spiele.

    siehe oben.

    Jetzt wird es spannend. Was sind denn deine Konsequenzen?

    Bitte genau beschreiben.

    Ich bin immer noch bei Ehrenamtstrainer, solltest Du bezahlte Trainer haben, dann reden wir aneinander vorbei.


    Einen Trainer "rausschmeissen" kann jeder, Alternativen zu bieten wird dann schon schwierig....

  • Andre ,


    ich gebe Dir mit Deiner Forderung nach einer Jahresbeitragserhöhung vollkommen recht.

    Allerdings halte ich einen Jahresbeitrag von 180 € in einem 4000 Seelendorf für nicht durchsetzbar.


    Was mich fast noch mehr interessiert, was versteht Ihr unter einem Konzept?

    Ich habe letztes Jahr ein Konzept erstellt und bin auf sehr viele Probleme gestoßen.


    Einfaches Beispiel:

    Du gibt es eine taktische Formation vor, z.B. 4/4/2.

    Jetzt hast Du eine Mannschaft, was in einem Dorfverein schnell passieren kann, die ist einfach damit überfordert?

    Was machst Du dann?

  • Jetzt wird es spannend. Was sind denn deine Konsequenzen?


    Bitte genau beschreiben.

    Ich bin immer noch bei Ehrenamtstrainer, solltest Du bezahlte Trainer haben, dann reden wir aneinander vorbei.


    Einen Trainer "rausschmeissen" kann jeder, Alternativen zu bieten wird dann schon schwierig....

    Interessant, dass beim Thema Konsequenzen gleich der Rausschmiss kommt.

    Das wäre natürlich eine mögliche Konsequenz, als ultima ratio. Ich teile deine Auffassung, dass jeder einen Trainer rausschmeissen kann nur insoweit, als dass jeder Verein die Möglichkeit hat. Aber: von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, kann eben nicht jeder Verein. Warum?

    1. Keine Kenntnisse der Sachlage die zu einem Rausschmiss führen könnten. Häufig ist es den Entscheidungsträgern im Verein völlig egal, was im Nachwuchs läuft. Missstände sind somit gar nicht bekannt. Oder das Interesse der Entscheidungsträger ist vorhanden, aber keine Zeit da, um sich ernsthaft mit der Situation zu befassen.

    2. Keine Alternative für die Trainerstelle. Mitunter wissen die Entscheidungsträger zwar von Problemen, zögern aber zu Handeln, weil niemand parat steht, die Aufgabe zu übernehmen. Andre `s Vorschlag wäre sicher eine Alternative für diese Fälle.


    Trainer rausschmeissen kann jeder: ich bin schon ein paar Jährchen unterwegs auf den Fußballplätzen der Region und habe auch schon einiges erlebt. Das im Breitensport- Nachwuchs ein Trainer rausgeschmissen wurde, ist genau zweimal passiert: einmal weil der Trainer angeblich gern mit den Kindern geduscht hat und einmal weil der Trainer in den Knast gewandert ist. Soviel zu der aufgestellten Behauptung...

    Dabei wäre es mitunter wichtig so ein Zeichen zu setzen, gegenüber Kinder, Eltern, Verantwortlichen etc. Ein Verein der sagt: seht her, uns ist nicht egal wie mit euren Kindern umgegangen wird.


    Konsequenzen für ein Verhalten welches nicht dem Ausbildungskonzept entspricht könnten sein: 1. ein erfahrenen Coach wird dem Trainer für einige Wochen an die Seite gestellt, 2. Trainerfortbildung durch externe Experten organisieren 3. Trainerworkshop mit Ist- Analyse und gemeinsamen Ziellsetzungen.

    Hier kann man natürlich einwenden, was machen, wenn dazu niemand bereit? Klar stößt das Ehrenamt hier an Grenzen, aber: ich habe noch keinen Trainer erlebt, der kein guter Trainer sein will. Hier würde ich ansetzen.

    Du gibt es eine taktische Formation vor, z.B. 4/4/2.

    Jetzt hast Du eine Mannschaft, was in einem Dorfverein schnell passieren kann, die ist einfach damit überfordert?

    Was machst Du dann?

    442 ist keine taktische Formation, sondern eine Grundordnung. Taktisch wäre es, wenn du vorschreiben würdest, wie dieses 442 zu spielen ist.

    Was heißt überfordert? Hier müsstest du erst einmal Kriterien aufstellen, woran du das fest machen kannst. Dann wäre zu analysieren, warum die Mannschaft damit überfordert ist.

    So etwas würde nicht in ein Konzept schreiben! Für mich gehört u.a. in ein Konzept, in welcher Altersklasse was trainiert werden soll und warum. Sofern es im Verein eine best. Philosophie gibt, wie etwa "Wir wollen ständig im Ballbesitz sein, um damit unseren Gegner zu dominieren", dann lassen sich best. Grundordnungen daraus ableiten. Allerdings sind die Voraussetzungen bei einem Dorfverein doch ganz andere, als etwa bei RB Leipzig, die in allen Großfeld-Jugendmannschaften ein einheitliches System anstreben.

  • Konzept....Ausbildungskonzept wäre z.B das


    https://www.dfb.de/fileadmin/_…_rtk_flyer_A4_quer_01.pdf


    Ich würde das so übernehmen und wie in meinem Post installieren.


    Der Monats.- oder Jahresbeitrag war nur ein Beispiel.


    Ich bin - da hier darauf verwiesen wird - das es in einem 4000 Seelendorf - finanzielle so nicht durchsetzbar ist...anderer Meinung und sage


    -das es dort vielleicht sogar erst recht deswegen durchsetzbar wäre, denn es fehlt doch die Konkurrenz, richtig?


    -zweitens kann ich das egal wo verkaufen, denn es geht einher mit einer Qualtitätssteigerung, wozu die Trainerfortbildungen, die Einführung eines "überwachten" Konzeptes einpspielt.


    Zudem ...solange Eltern für Zigaretten, den Zweitwagen, den zweiten Urlaub Geld ausgeben...solange dürfte das auch ok sein.


    Oder verdienen die auf dem Land weniger. Die haben doch auch günstiges Wohnen, richtig? Für mich ist das mit dem "Dorf" kein Argument.


    Wenn ich 40 Std. Traineraufwand im Monat ansetze...sind das bei 8 Euro Mindestlohn....eine Trainerspende in Höhe von 320 Euro monatlich + dessen Spritkosten. Bei z.B. zirka 13 - 14 Spielerkindern die monatlich a zirka z.B. 12 Euro zahlen sollen....spendet der einzelne Trainer noch ausreichend viel!!!

  • ich komm aus so nem Dorf. Wenns hoch kommt mit den umliegenden Gemeinden ein Einzugsgebiet von 3500 bis 4000 Menschen. Im Umkreis von 15 Kilometer gibt es jetzt Mal geschätzt 20 Fußballvereine, davon sind 4 Clubs die wie wir mit der Ersten in der höchsten Liga unseres Bundeslandes spielen.


    Bei uns beträgt der Jahresbeitrag 70€ fürs erste Kind, jedes weitere 40€. Und damit sind wir, soviel ich weiß, abgesehen von einem Verein mit Abstand der teuerste. Ich trau mir also nicht zu sagen, dass ein monatlicher Beitrag von 12 oder 15 Euro hier einfach so akzeptiert würde. Davon abgesehen bin ich davon überzeugt, dass dadurch das Problem der Trainerfindung nicht gelöst wäre. Bei uns gibt es Entschädigungen, die sich im Bereich der 200€ befinden. Trotzdem haben wir unsere Mühe, genug Trainer zu finden

  • Um das nochmals zu verdeutlichen:


    70 Euro dividiert durch 12 Monate ist eine Lächerlichkeit.


    Der Begriff Dorf....erhöht meiner Einschätzung nach die Möglichkeit, das "Ding" durchzuziehen...gerade dort gibts die Konkurrenz nur in Autoreichweite...also weiter weg. Zum Vergleich...ich wohne hier in einer 50000-Bewohnerstadt...wir haben 7 Fussballvereine, wovon zwei DERZEIT mit der Ersten Bezirksliga spielen. Für mich kommt es nicht auf die Örtlichkeit an, sondern darauf....WIE ICH ES VERKAUFE!


    Dazu gehören echte Argumente, ...ein taktisches Vorgehen...eine Allianz....Diplomatie....und das ordentliche Vorgehen, eben über die Mitliederversammlung...Redezeit/Problemdarstelung/Lösung/Abstimmung = im Positivfall ist das der Auftrag der umzusetzen ist.


    Zudem habe ich nicht gesagt, dass es den Trainermangel sicher oder überhaupt behebt, sondern das es eine Möglichkeit/der Teil einer Lösung ist. Hinzu kämen die Nebenlösungen die einhergingen, denn ein festes Konzept das gelebt und geschützt wird sorgt über die Langstrecke gesichert (ich habe es in einem Verein so erlebt!), dass


    -Streit weniger entsteht

    -vorhandener Streit anders....schneller...sachlicher bearbeitet wird

    (z.B. weil im Konzept genau drin steht, wie man die Mannschaften bestückt, welche Trainings abgehalten werden müssen, wie man sich verhält, was man selber beitragen sollte = Trainerfortbildung mitmachen). Wer dagegen verstößt...so meine Denke, bekommt die gelbe und dann die rote Karte.


    -es hebt die Qualität des Trainings

    -es hebt den Ruf des Vereins

    -es sorgt so dafür, dass mehr Mitglieder einströmen

    -mehr Mitglieder = mehr Kohle = mehrere Manschaften der gleichen Jugend = es kommt oben mehr raus = es bleiben auch mehr Ehrenamtler dauerhaft wenn die Stimmung gut ist und und und. Da hängt soviel dran.


    Und das Beste ist, dass niemand es versucht hat, somit bleibt es bei Einschätzungen...kein WEISS ob ich recht behielte oder nicht!


    Ein Indiz dass es zumindest kein Fehler wäre mal so den Verein aufzubauen sind die Vereine, die groß wurden. Dessen Rezept war doch genau das...die machten es und ernteten. Mein Ziel wäre auch nicht, das Hintertupfingen bald Bundesliga spielt, sondern...das der Verein wieder Spass macht, das es zumindest ein Grundgebilde von Ehrenamtlern erhält, die auch in der Zukunft die Kuh am kacken hält, weil die Identifikation mit dem Verein nicht "bäh geh mir weg" heisst, sondern "hm, ja gerne...ich will auch dazu gehören, ich mach das!" ist.


    Ich hatte das mal an anderer Stelle aus der Praxis für die Praxis benannt. Mein ältester Sohn -heute 22 Jahre alt - war in der B Jugend und wurde angesprochen. Er übernahm eine F - Jugend. Mit den Fehlern die man machen kann machte er das eine Saison. Dann hörte er auf. Das tat er nur aus einem Grund....Freizeit ist teuer! Er ging in einen Getränkemarkt und verdiente 6 Euro die Stunde, heute wären es 8.50 Euro. Im Verein erhielt er damals 50 Euro und die teilte er sich mit dem Mittrainer. Dieses Geld wurde auch noch unpünktlich ausgezahlt. Mit Trainerschein wären es damals lächerliche 60 Euro dividiert durch 2 gewesen.


    Anderes Beispiel ...ein Chef von mir ist im Vorstand eines Tischtennisvereins. Dort zahlt man aus gleichem Grund schon seit Jahren mehr Beiträge, weil man sonst keine Trainer erhielt, das ist ganz normal. Dort erhielt der Trainer 6,50 Euro die Trainingsstunde!!! Das ist doch ganz nomal, das das die Eltern/Mitglieder zahlen....wer denn sonst!!!!! Umsonst ist nichts wert für Leute asserhalb des Vereins....und gute Arbeit muss bezahlt werden.


    Das darf man aber nicht nur dahin säuseln, sondern der Vorstand hat hier die Hausaufgaben zu machen.D.h. dass man möglichst qualifizierte Trainer präsentieren sollte und dafür habe ich als Vorstand durch z.B. interessante Fortbildunge zu sorgen. Entweder richtige ich die selber aus, weil ich jemanden bestelle der das Seminar/die Fortbildung tätigt oder ich habe eigene Leute die das auch können oder ich bitte mal den Stützpunkt zu Gast. Und auch das muß bezahlt werden....


    Wenn mir als Elternteil jemand aus dem Verein das Problem schildert und mir dann mitteilt, was ich für die Kohle zukünftig erhalte...dann zahle ich das gerne!!!


    Man muß das nur mal machen und umsetzen. Genau dazu kommt es aber nicht, weil die meisten Leute hier kneifen und sich die Hose vollmachen. Man redet es direkt kaputt. Und weil das so ist, würde ich auch über die Mitgliederversammlung arbeiten. Wenn ich das so mache wie beschrieben, dann ist doch so gut wie sicher, wie die MItglieder abstimmen werden, jedenfalls schätze ich das so ein. Und dann könnten die Kaputtredner doch erzählen was sie wollen, ....dann wird das umgesetzt!


    Und fünf Jahre später biste dann, ....aber erst dann....schlauer!!! Gr. Andre