Einfach mal freinehmen

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  • Tag zusammen,
    Es wurde ja in den letzten Tagen hier viel übers Ehrenamt diskutiert und daher wollte ich mich mal nach eurer Meinung zum Thema "Zuverlässigkeit" des Trainers erkundigen.


    Der Trainer meines Bruders (E1) hat in letzter Zeit häufiger mal (2-3 Mal in 6 Wochen) das Training ausfallen lassen da er anderweitig beschäftigt war (feiern, Lustlosigkeit etc). Wie seht ihr das? Legitim, wenn man bedenkt dass er alles für lau macht? Außerdem ist er sehr engagiert, macht parallel sejnen C-Schein und hat immer ein top Trainingsprogramm.


    Ich persönlich finde das natürlich ärgerlich, aber nachvollziehbar und ok, solange es sich nicht dauerhaft häuft. Findet ihr dass so ein Ehrenemt auch eine Strenge Terminliche Verpflichtung mit sich bringt Oder kann man auch mal bei 0 Bock eine Einheit sausen lassen?

    "Der Chef auf dem Platz ist die Spielsituation" (Karsten Neitzel)

  • Entweder macht man etwas - oder nicht!
    Aufhören kann man alle 6 Monate - dazwischen nicht und als gutes Vorbild muss man eine gewisse Einstellung auch vorleben!


    Grüße
    Björn

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Ob es in Ordnung ist oder nicht. Dem Trainer kannst du nichts. Der Verein kann sich natürlich von ihm trennen oder dein Bruder den Verein wechseln. Ich nehme an, dass dieser Trainer keinen Anreiz mehr hat, als Trainer zu arbeiten. Es war vielleicht mal sein Hobby, an dem er aber wohl wenigstens zeitweise die Lust verloren hat. Das kommt vor. Es ist Einstellungssache des Einzelnen, wie er so etwas handhabt.
    Ich persönlich bekomme eine mir angemessen erscheinende Vergütung/Aufwandsentschädigung vom Verein. Das ich diese erhalte, bedeutet für mich auch eine gewisse Wertschätzung. Auch aus diesem Grund würde ich mich auch gegebenenfalls moralisch verpflichtet fühlen, selbst bei länger anhaltender Lustlosigkeit wenigstens bis zum Ende der Saison ordentlich weiterzuarbeiten.
    Ansonsten würde ich dem Verein wohl wenigstens eine Frist von 4 Wochen zugestehen, während der er sich um einen neuen Trainer kümmern kann. Es sind ja Kinder, die nichts dafür können, dass der Trainer plötzlich die Lust verloren hat und die lässt man nicht einfach von heute auf morgen im Stich. Das ist aber eine Sache der Moral, finde ich und nicht erzwingbar.
    Ich verlange von Kindern und Eltern Zuverlässigkeit. Diese habe ich als Trainer dann aber auch selbst vorzuleben.
    Für einen Verein, der ernsthaft an seinem Nachwuchs interessiert ist, ist ein Trainerverhalten wie von 16er beschrieben, nicht tragbar.Das Problem wird vielleicht sein, dass sie keinen anderen Trainer zur sofortigen Verfügung haben werden.
    ,

  • Im Idealfall ist das eine Situation wo dann einfach der Co Trainer übernimmt. Bloß hat leider nicht jede Mannschaft diese Möglichkeit
    Lustlosigkeit, einfach so feiern,.. sind für mich keine Gründe bei denen ich es "ok" finden würde, jedoch gibt es für mich durchaus legitime Gründe warum man, als Trainer, auch mal keine Zeit hat

  • Hi,


    Ich glaube kaum, dass er das Training ausfallen lässt wegen "keine Lust ".
    Wenn du selber mal im Beruf bist und voll arbeitest wirst du sehen, dass man nicht immer 110 % Prozent am ende des tages geben kann. ..oder auch mal garnichts mehr geht... oder auch die Familie. Kind ist krank Frau ist krank...Geburtstage ect.



    Und dass er auch mal feiern gehen mag...finde ich auch mal legitim. Ich hab auch mal ein training wegen einem Konzert abgesagt. ...

    Versuche im jeden Training 1 Spieler gezielt besser zu machen und du hast in einem Jahr/einer saison, VIEL geschafft!

  • Ich denke, dass hängt auch von den eigenen Ansprüchen an die Kinder ab. Wenn ich von den Kindern und Eltern erwarte, dass sie Feiern, Termine und Verabredungen nicht auf Trainingstage legen, dann muss ich auch danach handeln.

  • Ich verlange von Kindern und Eltern Zuverlässigkeit. Diese habe ich als Trainer dann aber auch selbst vorzuleben.


    Vollkommen unabhängig, ob der Trainer eine Aufwandsentschädigung bekommt oder es unentgeltlch macht,
    sollte diese Aussage eigendlich ein Muss für jeden Trainer sein.


    Trotzdem finde ich nachstehende Aussage für richtig, wenn Häufigkeit und rechtzeitige Ansage passen


    Lustlosigkeit, einfach so feiern,.. sind für mich keine Gründe bei denen ich es "ok" finden würde, jedoch gibt es für mich durchaus legitime Gründe warum man, als Trainer, auch mal keine Zeit hat


    Äusserst bedenklich für mich, dass dann nicht für einen Aushilfstrainer gesorgt wird.

  • Zitat @guenther:


    Trotzdem finde ich nachstehende Aussage für richtig, wenn Häufigkeit und rechtzeitige Ansage passen


    Zitat von »soloshope«
    Lustlosigkeit, einfach so feiern,.. sind für mich keine Gründe bei denen ich es "ok" finden würde, jedoch gibt es für mich durchaus legitime Gründe warum man, als Trainer, auch mal keine Zeit hat

    Natürlich. Diese Gründe kann es bei aller Zuverlässigkeit auch bei Eltern und Kindern geben. Dementsprechend auch bei Trainern. Es ist für mich aber ein Unterschied, ob z.B die Mutter, die das Kind zum Training fahren muss, oder der Trainer kurzfristig länger arbeiten müssen und das Training deshalb nicht wahrgenommen werden kann bzw. abgesagt werden muss, oder ob die handelnden Personen nur keine Lust haben.

  • Der Trainer meines Bruders (E1) hat in letzter Zeit häufiger mal (2-3 Mal in 6 Wochen) das Training ausfallen lassen da er anderweitig beschäftigt war (feiern, Lustlosigkeit etc). Wie seht ihr das?


    Was sagt denn der Schwager deines Onkels dazu? Oder kennt auch er die wirklichen Abwesenheitsgründe nicht?


    Eine E1 trainiert doch eher nicht in den späten Abendstunden (Feiern), sondern nachmittags, wo im Beruf (Lustlosigkeit) hin und wieder Überstunden gefordert sind? Natürlich soll er Vorbild sein, aber ohne nähere Kenntnisse läßt sich kaum darüber diskutieren.


    Diskutieren läßt sich aber, inwieweit der ehrenamtliche Trainer Verpflichtungen im Verein übernimmt und ob er auch dann seinen Verpflichtungen nachkommen sollte, wenn die Vereinsverantwortlichen ihrerseits (aufgrund falscher Versprechungen) einfach mal freinehmen? Leider kommt es gar nicht so selten vor, dass sich für den unteren Jugendbereich kaum mal jemand von den Verantwortlichen blicken läßt und man die Trainer mehr oder weniger allein im Regen stehen läßt.


    Die Zahnräder in einem Verein laufen nur dann zuverlässig, wenn jeder motiviert ist, seinen Job im Rahmen der ihm zur Verfügung stehenden Freizeit gerne zu machen. Ein Zwang etwas gegen seinen Willen zu tun, läßt sich nicht ableiten. Weder durch Zahlung einer Aufwandsentschädigung noch dadurch, dass man versucht, dieser Person ein schlechtes Gewissen einzureden.


    Statt vor der Übertragung von Traineraufgaben umfassend über die Aufgaben und deren Zeitaufwand zu informieren und den Trainerneuling auf seine ersten Schritte zu begleiten, wird allzugern als letztes Druckmittel: "wenn du es nicht machst, dann müssen wir die Mannschaft leider abmelden" eingesetzt!


    Das Bild des Ehrenamtes befindet sich ganz besonders beim Fussball im Wandel. Einerseits soll er alles auf seine Kappe nehmen und andererseits bereitwillig seine Freizeit opfern und notfalls sogar den Babysitter übernehmen, wenn Mama mal später vom Einkauf zum Sportplatz kommt. Meistens gibt es noch nicht einmal ein Danke, weil ja die Zeit eines ehrenamtlichen Trainers selbstverständlich immer für den Verein planbar ist.


    Ja, warum eigentlich nicht einmal freinehmen, wenn sonst niemand merkt, das da etwas nicht stimmt? Natürlich wird im ersten Moment die Empörung groß sein, welch ein schlechtes Vorbild dieser Trainer doch abgibt, aber im zweiten Moment werden zumindest die Personen, denen der Verein etwas bedeutet sich fragen, welche Gründe diesen Trainer tatsächlich dazu bewogen haben, hier eine persönliche Grenze zu setzen, in der er die Interessen des Vereins nicht mehr mit seinen Interessen als Privatperson in Übereinstimmung bringen kann.