unmotivierte Spieler in der F-Jugend

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  • Hi
    nachdem ich mir schon einige euerer guten Ratschläge zu Herzen genommen habe,wende ich mich erneut mit einem Problem an Euch.


    In meiner F (Jahrgang 06,07) , eine wirklich nicht allzu starke Mannschaft, eher sehr schwach,habe ich Spieler die ich einfach nicht motivieren kann.


    was macht ihr mit Spielern,denen keine Übung recht ist.Egal was du machst,die Übung ist immer langweilig


    auf meine Bitte, einmal vernünftig mitzumachen bekam ich die Antwort:" nö,keinen Bock"
    Leider bin ich aber auf jeden Spieler angewiesen, und kann ihm nicht lllinks liegen lassen.
    auch ein Gespräch unter vier Augen half nichts.


    Auch mein Co-Trainer hat mit diesem Problem zu kämpfen.


    bitte gebt mir paar Ratschläge, ich wäre euch sehr dankbar

  • Hallo Bareida,
    wir haben beide die gleiche Zielgruppe. ;)
    Gib bitte noch ein paar Info´s zu diesem Spieler/diesen Spielern.
    Haben sie grundsätzlich keinen Bock, werden sie von ihren Eltern/Großeltern zum Fußball gedrängt? Oder sind sie an sich schon fußballbegeistert und nur im Training fehlt die Motivation? Immer oder nur ab und an?

  • Gestatte zunächst die Frage, ob die Übungen vielleicht wirklich langweilig sind. Was machst du denn genau?


    Ich vermute aber, dass die Ursache des Problems eher woanders liegt, und eher bei den Fähigkeiten der fraglichen Spieler, ihrer Selbsteinschätzung, dem Selbstbewusstsein und ihrem Stand in der Gruppe zu suchen sind. Um zu einem genaueren Schluss zu kommen, müsste ich sie aber eine Zeit lang recht genau beobachten können, was aber ja leider nicht möglich ist. Meiner Erfahrung nach sind aber die meisten Kinder, die behaupten, etwas sei langweilig, oder die bei einer Aufgabe erkennbar und augenscheinlich absichtlich unter ihren Möglichkeiten bleiben, vor allem verunsichert und trauen sich nicht viel zu. Sie überspielen das dann mit den typischen Äußerungen und machen eher den Kasper als sich wirklich zu bemühen, weil sie sowieso keine Chance sehen, es gut genug bzw. so gut wie die anderen machen zu können. Der sich ansammelnde Frust äußert sich häufig auch in destruktivem Verhalten im Spiel, angefangen bei noch recht harmloser Teilnahmlosigkeit und der Suche nach individuellen Alternativaufgaben (à la "ich bleibe jetzt hier (ganz alleine, Anm. des Verf.) hinten und schütze das Tor!") bis hin zur massiven Störung des Spiels, z.B. durch permanentes Wegtreten des Balles oder regelwidrigem Stören beim Einwurf, oder sogar physischer Abreaktion an Mit- und Gegenspielern. Da du schreibst, dass die Mannschaft eher schwach ist, vermute ich die eigentlichen Ursachen eher in dieser Richtung.


    Wie sieht denn das Gefüge des Teams aus? Erzähle da doch bitte mal etwas mehr. Ich habe den Eindruck, dass Ihr erst einmal viel mehr Kümmerer sein müsst als Fußballtrainer.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Habe ähnliches Problem folgendermaßen bereinigt: (Allerdings geht das nur, wenn lediglich ein oder max. zwei Spieler nicht "mitziehen".)


    Zuerst muss erwähnt werden, dass es in meinem Training für manche Sachen strikte Regeln gibt. So sind z.B. die Trinkpausen nur dann gestattet wenn ich das sage. So verhindere ich, dass meine Kids immer dann abhauen wenn gerade eine Übung durchgeführt wird, die sie nicht ganz so toll finden.


    Sind zwei Spieler dabei, die mal wirklich keinen Bock haben, dürfen sie sich auf der Seite hinsetzen und zuschauen. Man kann ja niemanden (besonders keine Kinder in dem Alter) zwingen. Allerdings dürfen sie keine "Pause" machen. Diesen Spielern schenke ich dann wenig bis gar keine Aufmerksamkeit.


    Nächster Schritt: Die Spieler die jetzt eifrig mitmachen werden noch mehr als sonst positiv "gepusht". Sprich überschwenglich gelobt. Für Spieler die das toll gemacht haben falle ich auf die Knie und strecke die geballten Fäuste zum Himmel, verbunden mit einem Jubelschrei ("Wow, toll gemacht Franz!!!) Für den nächsten gibts ein persönliches High Five vom Trainer usw... Und zwar so, dass es die zwei Verweigerer auch mitbekommen.


    Im Normalfall wollen die, die zuschauen die selbe Aufmerksamkeit haben , wie die, die teilnehmen. Sobald sie die ersten Signale aussenden, mitmachen zu wollen, bin ich wieder Feuer und Flamme für die Zwei und zeige ihnen wie ich mich freue, dass sie wieder mit an Board sind.

    I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed. (Michael Jordan)

    Einmal editiert, zuletzt von Strznievski ()

  • Sind es mehrere Spieler, die "streiken", gibt es zwei Möglichkeiten.


    1.) Die Übung, ist für deine Kids wirklich nicht geeignet. Sie sind entweder unter- oder überfordert, gelangweilt, verunsichert, oder haben die Übung einfach nicht verstanden.


    2.) Aus welchem Grund auch immer ist gerade der "Wurm" drin. Es gibt Tage, da könnte man als Trainer aus der Haut fahren, weil die Kinder so abgelenkt sind, dass so ziemlich alles boykottiert wird. Da gibt es eine einfache Lösung: Weg vom geplanten Training und her mit dem Lieblingsspiel der Kids. Jeder Trainer kennt zumindest ein Spiel bei dem seine Schützlinge gar nicht anders können, als mit vollem Eifer mitzumachen. So eine Situation ist genau der richtige Zeitpunkt dafür. Haben alle wieder ein Lächeln im Gesicht, kann man eventuell noch einen Versuch starten, oder den Rest der geplanten Trainingseinheit über Board werfen und ein paar "Spaßeinheiten" einstreuen. Die Kinder werden es dir danken und mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass das Training heute wieder Spaß gemacht hat und werden, das nächste Mal dementsprechend motiviert wieder erscheinen. Außerdem strapazierst du als Trainer deine Nerven wesentlich weniger, wenn du in der Lage bist, auch mal vom Trainingsschwerpunkt abzuweichen. Dafür ist beim nächsten Mal noch genug Zeit.

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  • Ich habe es damals so gelöst, dass ich dem Training eine klare Struktur bzw. einen immer gleichen Ablauf verpasst habe.


    1.) Ziel zu Trainingsbeginn in der F-Jugend: Lachen !!! Toben !!! Ankommen !!! Geht prima über Fang-Spiele, mit Ball ohne Ball. Leibchen in die Hose, Hasenjagd spielen.
    2.) Nächster Schritt: Auspowern !!! (2 Gruppen gegeneinander, Wettbewerb Stangenslalom ohne Ball, Schwierigkeit steigern, Ball mit hinzunehmen)
    3.) Trinkpause: Runterkommen !!! (Loben, Verbesserungsvorschläge, etc.)


    dann erst begann ich mit Schritt 4, dem Ball- und Übungstraining. Die Kinder konnten dann, aus der vermeintlich guten Stimmung, nicht mehr so gut raus und machten wesentlich besser mit als zuvor gedacht.


    Später habe ich zur Motivation noch einen "Spieler des Tages" eingeführt, sprich ein Kind was an diesem Tag besonders hervorstach. Das waren/sind Kleinigkeiten die aber immer darauf abzielten einzelnen Kindern ein "Erfolgserlebnis" zu Teil werden zu lassen. Bis heute, 4 Jahre danach, fragen sie zum Trainingsabschluß nach dem Spieler des Tages.


    Hoffe ich konnte hilfreiche Tipps geben,

  • Hatte das Problem auch schon zwei mal. Such doch mal den Dialog mit den Eltern. Einmal war es so, dass die Eltern den Sohn praktisch ins Training zwangen, er eigentlich gar nie Fussball spielen wollte. Nach einem Gespräch mit mir erkannten sie dann, dass er besser einen anderen Sport machen sollte.
    Ein andermal stellte sich beim Gespräch heraus, dass ein Junge ADS hatte, deshalb häufig unkonzentriert war und nicht recht mithelfen wollte (Keine Ahnung, wieso sie mir das nicht vorher sagten).


    Um generelle Demotivation zu vermeiden und Einsatz und Können zu belohnen, habe ich folgendes System eingeführt:


    Nach jedem Training und Match verkünde ich, wer heute die Übungen und Vorgaben am besten umsetzte, wer am meistens Einsatz, Konzentration und Kampfgeist zeigte und wer der fairste Sportsmann war.
    Je nach Altersgruppe kannst du es auch noch mit einem kleinen Preis verbinden, bspw. Schokolade oder Süssigkeiten für E/F-Junioren, odere Punkte verteilen und zu Saisonende einen grösseren Preis an den Gewinner verteilen (bspw. Ball, Trikot, Eintritt zu einem Fussballspiel, Kinoticket, etc.). Je nach dem reicht auch schon ein simples High-Five oder ein Schulterklopfen und Applaus des Teams für den "Gewinner".

  • So,erstmal danke für die zahlreichen Antworten


    Das Problem, das ich habe ist, dass es schon bei den Fangspielen anfängt.
    Der eine lässt sich mit absicht fangen.als ich auf ihn zuging,und zu ihm sagte,er soll bitte anständig mitmachen bekam ich ein "nö"zur Antwort.
    also fragte ich,wo das Problem liegt. die Antwort lautete"keinen Bock"
    heute hatte ich ein Gespräch mit dem Vater. er sagte zu mir,dass es auch momentan in der Schule nicht rund läuft, und dort wohl die selben Probleme gibt.


    aber leider gibt es beim Fangspiel noch ein Problem mit einem anderen Spieler.
    sobald er gefangen wird,rastet er aus,weil ja alles so unfair ist.er hat allgemein ein Problem damit,dass wenn nicht alles nach seinem Kopf geht,er sofort ausrastet.
    ganz egal ob beim fangen,ein nicht gegebenes faul,Einwurf Usw.


    auch mit seiner Mutter hab ich das Gespräch geführt.
    ihre Antwort lautete" er hat gesundheitliche Probleme.durch die Medikamente hat er Stress,und es wäre für ihn ein Rückschlag,wenn man ihn jetzt auch noch vom Fussball trennen würde.


    ausserdem hab ich auch noch einige Spieler, die wohl nicht gut sozialisiert sind , und den Streit suchen.


    buuuh,alles nicht so einfach

  • Na das klingt ja nach einer recht schwer zu meisternden Situation. Da solche Kinder meist nach Aufmerksamkeit schreien, bleib ich bei meinem Tipp von vorhin. Beachte sie nicht wenn sie sich daneben benehmen und beschäftige dich intensiv mit ihnen wenn sie mal was positives machen. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen, aber schön langsam kann man so einen positiven Bezug zu den Kindern aufbauen. Bei mir ist es mittlerweile so, dass mein "Problemkind" der erste ist, der mit anpackt, wenn es etwas wegzuräumen gibt. Meine Reaktion darauf: "Du bist tüchtig, Dankeschön! Was würde ich nur ohne dich machen?"

    I've missed more than 9000 shots in my career. I've lost almost 300 games. 26 times, I've been trusted to take the game winning shot and missed. I've failed over and over and over again in my life. And that is why I succeed. (Michael Jordan)