Tricks

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  • Du missverstehst mich - ich gebe den Hinweis - das man Tricks macht um Raum für einen Pass zu schaffen.
    Und ich gebe Ihnen - nach - der Aktion Handlungsalternativen als Lösungsvorschläge - meine Spieler treffen ihre Entscheidungen auf dem Platz selbst ;)


    Bei meinem 2008er Jahrgang ist es aktuell so, dass die Jungs ohne zutun des Trainers anfangen, Pässe nicht nur vertikal sondern auch horizontal zu spielen bzw. allgemein Passspiel in ihr Spiel einbauen.


    Grüße
    Björn

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Zitat Trainero:

    Zitat von »Zodiak«
    Einmal dribbeln einmal spielen bei mir oft Anwenduhg
    Und ab welchem Alter würdet ihr das anbringen?

    Zitat von »Zodiak«
    Einmal dribbeln einmal spielen bei mir oft Anwenduhg
    Und ab welchem Alter würdet ihr das anbringen?

    So pauschal würde ich das den Kindern nicht sagen. Es kann ja auch richtig sein, mal 2 oder sogar 3 Gegner auszudribbeln bzw in mehreren Spielsituationen hintereinander Oder soll es etwa angebracht sein, einen Pass zu spielen, obwohl gerade kein Mitspieler anspielbar ist, nur weil man gerade schon gedribbelt hat ?
    Es kommt doch darauf an, im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen. In ein 1 gg 1 zu gehen, obwohl der Mitspieler frei anspielbar ist, ist nicht sinnvoll. Das ist zu vermitteln. Altersbedingt bemerken aber die Spieler nicht unbedingt den freien Mitspieler, obwohl ich ihn als Trainer sehe. Wenn ich in solchen Momenten dann z.B. durch Zuruf von außen das Abspiel fordere, schießt der Spieler den Ball notfalls irgendwohin, aber nicht zu dem Mitspieler, den er ja selbst nicht bemerkt.

  • Nichtsdestotrotz ist dieser Merksatz häufig richtig, Karl, oder? Ich denke, auf eine Situation, in der es sinnvoller ist, das nächste 1:1 zu suchen, kommen zwanzig, in denen die Überwindung des Gegners im 1:1 eben dazu führt, für einen kurzen Moment den Freiraum und die Zeit zu haben, die es für den eigenen Abschluss oder das Abspiel zum (besser postierten) Mitspieler bedarf. Insofern halte ich ihn schon für sinnvoll, wobei man natürlich darauf achten muss, dass man ihn mit Vorschlagscharakter bringt, ich würde auch noch unter meinen Spielern differenzieren und versuchen, ihn vornehmlich bei den Spielern anzubringen, die dazu in der Lage sind, ihn auch umzusetzen.


    Es ist, wie so oft: man muss seine Lütten halt gut kennen und einschätzen können, und sich dabei weniger am eigenen Wunsch als an der realistischen Beobachtung orientieren.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • tobn:


    Er ist mir einfach zu pauschal. Wenn ich ihn einem Erwachsenen gegenüber äußere, weiß er sicher, wie er ihn zu verstehen hat und wird ihn so in seiner Pauschalität nicht eins zu eins umsetzen.
    Was soll aber ein Kind damit anfangen ? Soll es einen Pass spielen, obwohl keine Anspielstation (erkennbar) vorhanden ist, weil nach dem Merksatz jetzt einfach ein Pass an der Reihe ist ? Oder umgedreht, wenn ein freier Mitspieler den Ball fordert, den Zweikampf suchen, weil es davor schon einen Pass gespielt hat ?
    Der Merksatz ist ja nicht unbekannt. Ich weiß nur nicht, ob er wirklich den Kindern hilft, in einer Spielsituation die richtige Entscheidung zu treffen oder ob es nicht eher entsprechende Übungs - und Spielformen sind, die sie dazu bringen.

  • Gute Einwände, Karl, sie zeigen, dass die Person des Trainers entscheidend ist. So meine ich, dass man diesen Satz nur dann anbringen sollte, wenn es die Situation her gibt. Wenn das Kind nach dem erfolgreichen 1:1 den Kopf hebt, keine Anspielstation sieht, und deshalb weiter dribbelt, dann kommt der Spruch natürlich nicht. Sondern dann, wenn die Situation passt. Ich denke schon, dass die Kinder dadurch mit der Zeit auch lernen, solche Situationen selbstständig zu erkennen.


    Ich gehe bisher übrigens nicht so vor, ich halte eher mal Situationen an und bespreche sie mit den Kids. Da meine aktuelle Mannschaft aber noch eine F ist, mache ich auch das nur selten. Ohnehin will ich ja mehr die Horst-Wein-Methodik verfolgen und eher weniger von mir aus instruieren. Wenn es aber z.B. zu einem Disput oder einer Diskussion unter den Spielern kommt, schalte ich mich durchaus ein, um die Situation zu klären wie auch sie zu erklären. Letztes mal haben wir bspw. das 2:1+1 gespielt, in dem es ja gerade um die Frage geht, wie sich zwei Angreifer in der einfachsten Überzahlsituation geschickt bewegen, welches Mittel sie nutzen können, um ihren Vorteil bestmöglich auszuspielen, dann aber auch, wann der Pass kommen soll und wann nicht.


    Aber als generelle Empfehlung, sich nach einem erfolgten 1:1 erst zu orientieren, ist, denke ich, nur dann verkehrt, wenn man weiterhin unter hohem Gegnerdruck steht.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Niiiiiiiemals in jungen Jahren das Dribbling verbieten. Ein Spieler, der sich ins Dribbling traut und in späteren Jahren dadurch 'Lücken' in das Spiel des Gegners reißt und Freiräume schafft ist Gold wert. Das sage ich mit relativ wenig Trainer-Erfahrung, aber zumindest von E-C Jugend betreue ich jetzt überwiegend die gleichen Mädels durchgehend und die Ego-Dribbler kommen schon irgendwann zum abgeben und Pässe spielen, keine Sorge. Man sollte aber maßvoll eingreifen, eher anregen als fordern. Es wird ja noch gelernt, was auf dem Platz funktioniert und was nicht. Und jetzt bin ich froh, einige mutige Mädels in der Mannschaft zu haben die sich was trauen. Und 1:1 / 2:2 / 3:3 Spielformen auf verschiedenste Tore- und Platzvariationen kann man gar nicht genug machen.

  • Karl


    Ein 1vs1 zum richtigen Zeitpunkt schafft den Platz für ein Abspiel - vorausgesetzt meine Mitspieler sind dabei und sind anspielbar. Ist das nicht der Fall, kann er so viele 1vs1 suchen wie nötig sind.
    Wenn man natürlich ein Patentrezept will findet der Satz keine Berechtigung - ich behaupte aber, dass es diesen in keiner Situation und auch in keiner Aktion gibt.


    Man muss den Satz mit bedacht und zur richtigen Zeit einsetzen.


    Grüße
    Björn

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Ich möchte nochmal diesen alten Thread ausgraben, weil hier etwas passiert ist, was mich etwas stutzig macht:
    Also, der beschriebene Spieler hat es geschafft und wurde in das Team des NLZ aufgenommen.
    Gestern hab ich ihn bei einem Schulenturnier wieder gesprochen und wie sich jetzt zeigt macht er gar keine Tricks mehr, weil sein neuer Trainer die Jungs bei jedem Fehler zusammen schreit.
    Ich hab gestern mit der Mutter gesprochen, die ist auch nicht wirklich begeistert..
    Im letzten halben Jahr hatte er eigentlich echt gute Fortschritte gemacht, ich hab mir auch mal den Spaß gemacht und beim Punktspiel eine Strichliste geführt mit "sinnlos gedribbelt"; "guter Paß" und "sinnvoll gedribbelt". Und jetzt wird das alles durch den NLZ-Trainer zerstört, wobei der doch eigentlich mehr Ahnung haben sollte als ich.. X/

  • Ich möchte nochmal diesen alten Thread ausgraben, weil hier etwas passiert ist, was mich etwas stutzig macht:
    Also, der beschriebene Spieler hat es geschafft und wurde in das Team des NLZ aufgenommen.
    Gestern hab ich ihn bei einem Schulenturnier wieder gesprochen und wie sich jetzt zeigt macht er gar keine Tricks mehr, weil sein neuer Trainer die Jungs bei jedem Fehler zusammen schreit.
    Ich hab gestern mit der Mutter gesprochen, die ist auch nicht wirklich begeistert..
    Im letzten halben Jahr hatte er eigentlich echt gute Fortschritte gemacht, ich hab mir auch mal den Spaß gemacht und beim Punktspiel eine Strichliste geführt mit "sinnlos gedribbelt"; "guter Paß" und "sinnvoll gedribbelt". Und jetzt wird das alles durch den NLZ-Trainer zerstört, wobei der doch eigentlich mehr Ahnung haben sollte als ich.. X/

    Nur weil sie im NLZ arbeiten haben sie nicht automatisch mehr Ahnung.
    Und egal in welchem Bereich, wer nur kritisiert wird kein Selbstvertrauen aufbauen sondern Leistung blockieren und letztlich keine weitere positive Entwicklung ermöglichen.


    Grüße
    Björn

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • @Björn


    Ich denke mal, man kann es nicht so klar abgrenzen! Zunächst einmal sei darauf hingewiesen, dass der untere Jugendbereich meistens eigentlich gar nicht zum NLZ gehört. weil dort weder lizensierte Trainer tätig sind, noch Auswahlteamss auf Augenhöhe gegeneinander antreten.


    Was @d-rose1 beschreibt ist der ebenfalls von mir beobachtete Versuch, dort Elemente des Leistungsfussballs aus dem oberen Jugendbereich hinein zu tragen. Hierbei wird ein Verständnis bei den Kindern vorausgesetzt, was man in dieser Altersstufe noch gar nicht erwarten kann, da es sich um eine Phase handelt, in der Kinder noch viele spielerisch erlernen (möchten)! Die unterschiedlichen Erwartungen von erwachsenen Trainern und Kindern im vorpubertären Alter führen nicht selten zu Konfliktsituationen. Bei den Kindern lösen diese Erwartungen eine Athmosphäre der Angst aus (keine Fehler machen zu dürfen, weil sie sonst ausgewechselt oder aus der Mannschaft geworfen werden) und bei den Training die Befürchtung bei einer sportlichen Niederlage gegen ein Team aus einem kleineren Verein zur Verantwortung gezogen zu werden. Diese Situation führt zwangsläufig zu gegenseitigen Vorwürfen, die jedoch wenig dazu beitragen, die Situation zu verbessern.


    Hinzu kommt, dass diese Trainer noch größtenteils zu ihrer aktiven Zeit den Fussball als "Drill-Form" kennengelernt haben und diese Methode als Form der Mannschaftsführung weitergeben, weil das Coaching in der Trainerausbildung nicht situationsnah (also in den Stress-Situationen im Wettkampf) erfolgt.


    Bis es bei den Verantwortlichen in den Vereinen, der Trainerausbildung in den Verbänden und dem DFB eine spürbare Veränderung zu einer kindgerechten Ausbildung im unteren Jugendbereich gibt, werden vermutlich noch einige Jahre ins Land gehen.