Bilanz Jugendspielbetrieb in einem Fußballkreis - Erschreckend oder Normalität?

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  • Und wenn Günter behauptet, in seinem Bereich hätte es nie irgendwelche aussergewöhnlichen Vorfälle gegeben, dann können wir ihm das entweder glauben oder dabei an Stina aus "Ferien in Saltkrokan" denken, bei der auch immer alles anders war! :D

    @TW


    nur der Richtigkeit wegen


    von 10 Mannschaften, hatte ich auch immer so eine dabei, wo nicht gut Kirschen zu essen war, und eine Eskalierungsgefahr

    auch ich hatte meine Problemmannschaften. Und da ich meine Pappenheimer schnell kannte, konnte ich da entgegenwirken.


    und es ging sicherlich nicht immer friedvoll ab.


    Ich selbst habe nämlich noch nie in G,F oder E in 20 Jahren einen Abbruch direkt mitbekommen.

    aber dem war so., wobei die Betonung auf direkt lag, gehört hab ich es auch.

  • die Ordnervesten sind ja eigendlich keine neue Erfindung..


    gabs schon mal in Form von Ordnerbinden, die für jeden Verein verpflichtend war. Gabs einen Vorfall, und kein Ordner mit
    Binde da, gabs saftige Strafen für den Verein.
    kann mich noch gut erinnern, dass bei uns immer 3 Vereinsmitglieder so ein Ding in der Tasche hatten, um bei Bedarf schnell
    überzustreifen. Kam dann irgendwann aus der Mode.


    Die Ordner bzw Ordnerwesten sind bei uns auch Pflicht und wird auch immer wieder vom Kreis mal überprüft.

  • Günter


    Na, das ist ja mal eine Ergänzung! MichaMittelfeld wäre sonst sicher mit der Korrektur gekommen!


    Aber welchen Einfluß hat das jetzt auf diese Diskussion? Die Einwände, die Situation differenzierter zu betrachten, ist sicherlich richtig. Gerade deshalb ist dein Einwand, das bei euch fast alles ruhig ist und du immer alles unter Kontrolle hast doch kein Argument für andere Zustände in anderen Gebieten?


    Gehen wir deshalb mal auf die Punkte von Ralf ein wenig ein:

    1. Wir verlieren im Jugendspielbetrieb auf Kreisniveau immer mehr Mannschaften ab der D-Jugend

    dafür:
    - weniger Kinder im Einzugsgebiet des Vereins
    - Kinder entdecken anderes Hobby, was ihnen mehr Spaß macht
    - fehlender Spaß liegt teiweilse an falschen Zielsetzungen und nicht altersgerechtem Training aufgrund nicht oder unzureichend ausgebildeter Trainer im unteren Jugendbereich
    - Wegzug bzw. Vereinswechsel
    - Sonstiges


    Einen Teil dieser Abgänge können wir durch geeignete Maßnahmen korrigieren. Jedoch bestehen Zweifel am Willen, wenn man sich bei Tipps von erfahrenen Trainer auf den "Schlips" getreten fühlt oder sogar meint, wenn Fortbildung gefordert sei, dann solle man doch besser den Krempel hinwerfen! Fast in jedem Verein gibts erfahrene und gute Trainer, die ein offenes Ohr für ihre unerfahrenen Kollegen haben. Der Weg dorthin ist nicht weit! Man muß nur über einen winzig kleinen Schatten springen.


    2. Wir verlieren auf Kreisebene immer mehr Seniorenteams
    - weniger Jugendliche im Einzugsgebiet des Vereins
    - Folge des Desinteresses der Vereinsverantwortlichen an der Jugendarbeit
    - Bevorzugung auswärtiger "fertiger Spieler" vor dem eigenen Nachwuchs aus der Jugend.
    - Sonstiges


    Wenn die Kassen geplündert sind, lassen sich diese Fehlentscheidungen im Seniorenbeeich nicht kurzfristig durch eigenen Nachwuchs kompensieren
    Hier fehlt es an einem Konzpt zur Vereinsführung, weil Saisonziele langfristigen Zielen zur Förderung des gesamten Vereins vorgezogen werden. Der Verein wird zum Selbstbedienungsladen zur Befriedigung persönlicher Eitelkeiten. Es mangelt an Fachkompetenzt als Entscheidungshilfen. Sponoren beanspruchen das Recht für sich, in die Entscheidung für die Verwendung der Vereinsgelder einzuwirken. Diese Einwirkung kann sich nachteilig für andere Bereiche des Vereins auswirken. Zwar gibts vom DFB und den Verbänden ein Angebot zum Vereinsmanagement. Aber da gehen leider meistens nicht die obersten Entscheidungsträger hin. So verpufft das Know-How in den Vereinen.


    3. Wir verlieren auf Kreisebene immer mehr Schiedsrichter
    - keine praxinahe Ausbildung
    - unzureichende Unterstützung und Kontrolle durch Schiedsrichterobmann bwz. -ausbilder
    - schlechetes Schiedsrichterimage (muß häufig als Schuldiger bei drohenden Niederlagen herhalten), weil nur selten positive Nachrichten


    Der DFB und die Verbände haben sich dieser Aufgabe dadurch entledigt, als das sie von den Vereinen, die ihre Größe entsprechend zu wenig Schiedsrichter ausbilden lassen, Geldstrafen auferlebt.Wenn man meint, der Schiedsrichter gehört zum Spiel, dann muß da ein bißchen mehr kommen, als der Hinweis, dass bei Schiedsrichterbeleidigung ein Stadionverbot droht. Diese Aufgabe sollten sich eigentlich auch die Verantwortlichen der Heimmannschaft stellen, statt die Verantwortung dafür auf den Schiedsrichter abzuschieben.


    Und obwohl fast jeder zweite Jugendschiedsrichter während seiner 1. Saison aufhört, schrillen nirgends die Alarmglocken. Scheinbar gibt es auch die Kassenlage her lieber eine Strafe zu zahlen, anstatt sich mit Unannehmlichkeiten, die das eigene Image nicht verbessern, zu beschäftigen.


    4. Wir verlieren grundsätzlich immer mehr Ehrenamtler
    - unterschiedliche Bewertung und fehlendes Lob für die Übernahme von Ehrenamtsarbeit
    - fehlende Einweisung und Unterstützung durch Vereinsverantwortliche
    - andere Freizeitangebote werden attraktiver
    - Familienstruktur verändert sich (es gibt mehr kinderlose Paare)
    - Sonstiges


    Obwohl die Gründe längst bekannt ist, dass es immer schwieriger wird, ausreichend Ehrenamtliche für die Vereinsarbeit zu gewinnen und zu halten, erfolgt vielfach keine Anpassung an die Interessen der Ehrenämtler.


    Zwar hat sich die Vereinshierachie nicht wesentlich verändert, jedoch ist festzustellen, dass immer weniger Mitglieder an der Generalversammlung) teilnehmen. Mag manchmal sogar gewollt sein, um sich vor unangenehmen Fragen zu drücken. Das Motiv einer geringen Mitgliederbeteiligung ist auch zu erkennen, wenn diese Termine bewußt in die Ferien gelegt werden. Würde man die Beschlußfähigkeit z.B. auf 50 % der Mitglieder festlegen, gäbe es vermutlich sehr viel weniger einseitige Entscheidungen in "stiller Runde"!
    Aber auch dann darf man die Probleme einer wirksamen Kontrolle der Verreinsaufgaben nicht unterschätzen. So werden die "Kassenbücher" meist lediglich nach buchhalterischer Korrektheit geprüft, nicht jedoch nach der Korrektheit seiner Verwendung. Auch kommt es immer wieder zu Phasen, in der Vereinsgelder mit ein wenig krimineller Energie veruntreut, bzw. unterschlagen werden. Nur selten werden solche Fälle bekannt, weil man sich trotz des entstandenen Schadens keine Blöse geben will.
    Leider hat der Geldregen durch die Zunahme an finanziellen Mittel längst nicht überall den gewünschten Effekt gehabt, sondern den Verein in eine Sonnen- und eine Schattenseite zerteilt. Aufgrund des demografischen Wandels kommt jedoch immer mehr Schattenfläche hinzu und die Probleme bedürfen einer differenzierten Betrachtung und Lösung. Ein "Weiterso" wird bei den kleinen Vereinen schon bald "blühende Wiesen" erschaffen, über das sich Kühe, Schweine und Schafe freuen dürfen.


    Leider sehe ich auch die große Gefahr, dass man trotz wachsender Probleme weiterhin versucht, diese auf die jeweils anderen Interessensgruppen abzuwälzen, statt im Rahmen einer interdisziplinäre Aufgabe seinen Teil zur Verbesserung des Vereins beizutragen.

  • Sehr guter Beitrag, TW-Trainer.
    Davon ausgehend könnten wir doch die Vision eines "neuen" Vereins und ggf. eines "neuen" Verbands entwickeln. (Positiv denken, wie guenter sagt)
    Wie könnte man einen Verein entwickeln, damit die von dir angesprochenen Punkte passen?
    Was müsste man zuerst anpacken, was danach?

  • die von @TW aufgeführten Gründe zeigen deutlich, dass es in allen Bereichen vielfache Gründe für bestimmte Entwicklungen
    gibt.


    Dabei sind sie sicherlich bei weitem nicht vollständig.


    wobei, für mich nicht unbedeutend, 2 Ursachen bisher nicht angesprochen wurden.


    Gründung von Spielgmeinschaften (aus 2 Mannschaften, werden nach 2,3 Jahren 1 Mannschaft)
    im Zusammenhang damit ist auch die geringere Mannschaftsstärke im Kifu gegenüber der C-Jugend anzusehen.



    die relativ hohe Anzahl an Kindern, die aus diversen Gründen zum Fussball kommen, aber eigendlich gar nicht soviel
    mit dem Fussball am Hut haben. (hören dann halt auf, wenn sie selbständig denken und handeln können)


    in meinem erlebten Bereich, kamen die Abgänge am stärksten aus diesen beiden Gruppen, wobei natürlich ander zusätzliche Gründe noch tangierten.



    Wie will man nun diese teilweise sehr unterschiedlichen Gründe, die noch dabei in jedem Verein anders vorzufinden sind, mit einheitlichen Massnahmen in den Griff bekommen?

    2 Mal editiert, zuletzt von guenter ()

  • Das was ihr da so beschreibt, hab ich in 13 Jahren Trainertätigkeit beim Basketball noch NIE erlebt.


    Eltern zivilisiert, Spieler zivilisiert....


    Überden Tellerand schauen und lernen.


    deshalb habe ich mal einen Bekannten darauf angesprochen, früher selbst Spitzensportler und Hobbybasketballer, sein Sohn spielte von der G bis D bei uns Fussball und wechselte dann zum Basketball.


    seine Antworten:


    der Basketball bedient ein anderes Klientel, gewisse soziale Schichten, besonders in der Elternschaft sind dort kaum vertreten.


    im Basketball wird im Jugendbereich wesentlich später mit dem Spielbetrieb angefangen


    im Basketball stehen keine Zuschauer an der Aussenlinie, sondern sitzen auf der Tribüne.
    ausserdem verhalten sich sitzende Zuschauer ruhiger als stehende.


    im Gegensatz zum zum Basketball glaubt jeder, der einmal ein Fussballspiel gesehen hat Ahnung zu haben und glaubt mitreden zu können.


    Trainerstrafen beim Basketball, die sich aufs Spiel auswirken


    wenn ich (damit meinte er sich, kein Fussballer) morgen auf den Sportplatz gehe und äussere, dass ich im Jugendbereich gerne eine Mannschaft trainieren möchte, bin ich übermorgen dort Trainer, versuch du das mal beim Basketball.



    Wie gesagt seine Aussagen. Ich kann dazu wenig sagen, da ich bisher ausser im Fernsehen nur 1 Basketballspiel live gesehen. habe.


    Aber einiges klingt für mich schon nachvollziehbar.

  • das passt alles guenter.


    basketball ist anders, das stimmt.
    ich habe jahrelang liga basketball gespielt, später in einer hobbytruppe.
    zuschauer, wenn überhaupt vorhanden sind meistens komplett ruhig.
    einmal ist ein spieler in die kabine gerannt und fuchtelte mit einem messer rum,
    aber alle, auch die eigenen mitspieler haben ihn ausgelacht und die sache war erledigt.
    das war in den zeiten von streetball anfang der 90er...
    seitdem ist mir da nix mehr untergekommen.


    ich überlege häufig, wie es wäre basketball trainer zu sein. das ist um längen komplizierter als fußball.
    von den trainingsübungen über spielzügen ist das coaching heftiger als alle anderen teamsportarten.
    deswegen finde ich ja "die wissenschaft", zu der einige den fußball oft machen wollen, recht lustig.


    beim basketball brauchst du auch immer mindestens zwei ehrenamtler, die bei heimspielen die zeit nehmen und die fouls aufschreiben.
    nach zwei jahren im spielbetrieb musst du zudem einen schieri stellen oder strafe zahlen.


    körperlos ist es zwar auch nicht mehr, dennoch halten sich die schweren verletzungen in rahmen.
    die notaufnahmen am sonntag nachmittag sind hingegen voller fußballer.
    der öffentliche dienst zumindest hier bei uns sieht fußball als hobby als ausschlußkriterium an,
    ein ehemaliger spieler ist bei der polizei in der ausbildung und hat sich nun einen kreutzbandriss beim fußball zu gezogen.
    da stand die karriere auf dem spiel, die polizei wollte ihn rausschmeissen...


    jugendspiele im vergleich zu fußball sind in jedem fall absolut harmlos.


    und wenn du nicht unbedingt in athen ran musst, ist auch der internationale basketball um längen harmloser als fußball fünfte liga,
    rot weiss gegen wuppertal.

  • ich muss das jetzt nochmal aufgreifen, da es zeigt, wie "falsch" zahlen sein können.


    es geht um den o.g. kreis, deshalb finde ich es wichtig dies hier zu erwähnen.
    die saison ist jetzt zwei spieltage alt und bei uns in der A-jugend leistungsklasse
    gibt es ein team, das 12 rote karten aufweist. der einzige haken bei der sache,
    die wurden nie gegeben, tauchen aber in der statistik auf. wenn da sich jetzt niemand hinterklemmt,
    da es ja völlig egal ist, ob man den fairnesspreis bekommt oder nicht,
    denn es gibt ja nicht einmal einen feuchten händedruck dafür,
    bleiben die zahlen bis zum ende drin.
    alte männer an grünen tischen sitzen dann später wieder an der wedau und wundern sich...

  • In 2 Spielen 12 Rote karten wovon keine auf dem Feld gezeigt wurde ? 8o


    Kann ja dann eigentlich nur bedeuten das nach dem Spiel noch etwas vorgefallen ist und es nachträglich im Spielbericht vermerkt wurde.

  • Reden wir von einem Verein oder einer Staffel / Gruppe ?


    Von welcher Quelle kommen denn diese Zahlen ? ( Ich geh mal nicht davon aus das es dein eigener Verein ist ;) )

  • Jugendabteilung


    Die Quelle ist fussball.de. Nach den Spielberichten der ersten beiden Spiele hat die Mannschaft in den beiden bisherigen Meisterschaftsspielen 3 rote Karten erhalten: Im 1. Spiel eine, im 2. Spiel zwei. Geht man aber auf den Navigationspunkt "Teamvergleich", stehen bei besagter Mannschaft tatsächlich 36 rote Karten.


    Es scheint sich um einen technischen Fehler zu handeln, wobei die besagte Mannschaft sicher auch mit den drei roten Karten (falls die auf natürlichem Wege zustande kamen) kaum noch Aussicht auf einen Fairplay-Preis hat . . . .

  • Ok das klingt schon einleuchtender das es ein Technischer fehler ist.


    Anders hätte Ich mir das nur erklären können wie oben beschrieben das nach dem spiel etwas vorgefallen ist.

  • ja, aber dieser technische fehler bleibt bzw. es tauchen im laufe der saison andere auf.
    siehe mein älteres posting, wo ich von "komischen" zahlen aus der letzten saison sprach.
    diese technisch falschen "zahlen" sind ja evtl. auch grundlage des eingangspostings.


    und nein, es ist nicht mein verein.

  • Aber wenn es nur ein Technischer fehler bei Fussball.de ist , ist es doch eigentlich halb so wild.
    Denn im DFBnet selber wird es doch richtig drinne stehn.
    Ich weiss ja das die Spielberichte vom DFBnet mit dem Fussball.de verwurzelt sind , aber trotzdem kann es ja sein das der fehler nur im fussball.de bei der darstellung liegt.


    Und wenn dem so sein sollte wird wird das der staffelleiter auch so vermerken und die angesprochene Fairplay wertung wird nicht negativ beeinflusst durch diesen fehler.

  • Gestern bei einem A-Jugendspiel fast die Statistik der Spielabbrüche beeinflusst. Und das durch mich als Versursacher.


    interessant wäre jedoch gewesen, wie dann die Überschrift gelautet hätte:


    Auf den Platz stümender Vater verursacht Spielabbruch bei eimen Jugendspiel


    oder


    Schiedsrichter begeht eine Tätlichkeit gegen einen Zuschauer.


    mit schlechteren Nerven hätte es auch lauten können:


    Zuschauer schlug Schiri.nieder.



    zum Glück waren Nerven und Erfahrung ausschlaggebender.


  • Berichte doch mal.

  • kurz


    nach Zweikampf blieb Sohnemann verletzt liegen. Obwohl ich relativ weit weg auf der Terasse des Clubhauses mich befand, gesehen, dass durch die Art des Aufpralls auf dem Boden durchaus um eine etwas schwere Verletzung (Schulter) handeln konnte.


    bis der Schiri das Spiel unterbrach, den Betreuer herbeirief verging schon etwas Zeit. Da mein Sohn nicht zu den Wehleidigen
    zählt, immer noch am Boden lag, wollte ich nachschauen was da los sein könnte und ging zu ihm.


    absolutes Minimum, eher mehr waren 1 Minute nach dem Zweikampf vergangen.


    Obwohl alle auf dem Sportplatz Anwesende, ausser dem Schiri ,den Zweikampf als ein Foul gesehen haben
    gab es keine Unruhe und erst recht keine Hektik auf dem Platz


    Als ich bei meinem Sohn ankam machte mich der Schiri (ein schon länger pfeiffender nicht mehr junger Mann)
    direkt an: "Sie haben hier nichts verloren, sie verlassen sofort den Platz"


    Ich: das ist mein Sohn, der ist verletzt, und um den kümmere ich mich" , dass das möglicherweise etwas aggressiv rüberkam,
    kann ich nicht abstreiten, halt situationsbedingt.


    "Dafür ist der Betreuer da, sie verlassen den Platz"


    Ich ignorierte das und wollte mich zu meinem Sohn beugen:


    Da riss mich der Schiri weg, stiess mir gegen die Brust und: "Sie verlassen den Platz"


    Schocksekunde, in der ich mich zum Glück entschied im den Rücken zuzukehren und vom Platz zu gehen.


    Warum ich keine andere Reaktion zeigte, war wohl das Gefühl das man in langen Fussballjahren aufbaut, dass dieser Mann
    kurz davor stand, das Spiel abzubrechen. Instinktiv hatte ich registriert, dass seine Hand zur Brusttasche ging, wohl um mir
    eine Karte zu zeigen (?), davon abkam und mit seiner Pfeiffe zum Mund ging. aber da war ich mich schon am umdrehen
    und weggehen.


    wie hätte wohl sein Bericht ausgesehen, wie wäre eine Verhandlung ausgegangen?


    mir brauch jetzt keiner klar zu machen, dass egal welche Situation gegeben ist, der Zuschauer den Platz nicht betreten soll,
    das weiss ich selbst.


    In solch einer Situation jucken mich persönlich jedoch nicht irgendwelche Paragraphen, da gehen wichtigere Sachen vor.


    Zum Glück haben wir eine sehr besonnene Elternschaft, denn bei der Gesamtleistung dieses Schiris, wäre es anderswo
    sicherlich zu Tumulten gekommen. Wer nicht pfeiffen kann, muss halt durch Paragraphenreiterei seine Daseinsberechtigung nachweisen (mein ganz persönliches Resumee)


    Übrigens, was mit der Schulter ist wissen wir noch nicht genau, warten heute noch ab, und müssen möglicherweise zum Röntgen.


    Mag jetzt sein, dass bei dem ganzen Vorgang von mir auch noch andere Worte gefallen sein, was in der Aufregung
    wohl nachvollziehbar wäre, bin aber weder den Schiri irgendwie angegangen, noch habe ich ihn in irgendeiner Form auch nur annähernd beleidigt.


    Bin letztlich froh, dass ich nicht der Typ bin, der so schnell körperlich reagiert , eigendlich noch nie. In dem Fall stand ich jedoch einen ganz kurzen Moment davor.