Erste Förderstufe - Wir könnten besser sein oder alles gut ?

  • Ich will mein 1000er Jubiläum mal nutzen und ganz bewusst die erste Stufe der Talentförderung ( 11-12 Jahre ) aus der Sicht eines Vaters und langjährigen Trainers im Jugendfußball in dem einen oder anderen Teilbereich schlicht in Frage stellen. Mittlerweile brüstet man sich ja Weltweit mit dem Ausbildungskonzept. Der Fairness halber sage ich gleich ( und habe das ja auch in einem anderen Thread deutlich gemacht ), dass ich dieser Kiste von Anfang an skeptisch gegenüber stand und sich dies auch nicht wirklich gebessert hat. Und da wir ja auch einige User hier in der Talentförderung haben, wird es da sicherlich auch andere Meinungen zu geben. Gerne. Gebt's mir 8)


    Kurz zum Hintergrund: Durch meine damalige Truppe Einblick in die Fördermaßnahmen ab jüngere E ( Kreisauswahl ). Mein Ältester spielt seit 1 ½ Jahren im Stützpunkt. Hat sich nicht nur fußballerisch weiter entwickelt, sondern auch an Selbstbewusstsein dazu gewonnen. Er muss sich halt in jedem Training zeigen, sonst ist er am Wochenende nicht im Kader. Ist eben anders als im Verein. Also alles okay. Zum StP-Trainer: Hinsichtlich Fach- und Sozialkompetenz überragend ! So stelle ich mir Trainer in einer Fördermaßnahme vor. Auch hier gibt es nichts zu meckern. Ich schreibe hier also nicht als frustrierter Vater. Mir geht es um die Sache.


    Sichtung: Geht bei uns mit dem jüngeren E-Jugendjahrgang in der Kreisauswahl los. Ist für mich überbewertet, unnötig und Verschwendung von Zeit und Personal ! Das würde ich 1:1 in die Vereine investieren. Kriterienkatalog erstellen, wie durchgängiges Ausbildungskonzept, strikte Kontrolle der Einhaltung, Förderung von Jungtrainern/-innen, Nachweis über Fortbildungen usw. Pro erfülltes Kriterium gibt es einen festgelegten Betrag. Die ( jetzigen ) Kreisauswahltrainer würde ich als Referenten in die Vereine schicken. Kreisauswahl würde ich abschaffen.


    Im NFV gibt es als erste Sichtung zum Stützpunkt den Sparkassencup. Da sind alle Mannschaften der älteren E zur Teilnahme verpflichtet ! Finde ich gut. Wie ich hier im Forum mit Erstaunen lesen konnte, gibt es Kreise/Verbände, wo die Vereine/Trainer/Eltern potenzielle Kandidaten melden sollen. Ist das wirklich so ??
    Talente ? Ja gerne. Aber die sollen gefälligst von selber kommen.


    Beim Turnier dann pro Feld ein Sichter. Würde ich ändern, da zu subjektiv. Rotation der Sichter von Feld zu Feld.


    Dann einen Termin zur Sichtung mit etwas über 30 Spielern. Mindestens einen zweiten Termin sollte das wohl Wert sein, oder ? Spiele auf Kleinfeld. Fand ich okay.


    Aber der Umgang mit den nicht berücksichtigten Spielern. Für mich ein Trauerspiel ! Kurze Ansprache: „Ist nur eine Momentaufnahme. Habt weiter Spaß.“ Wie viele davon wohl in ein Loch gefallen sind und möglicherweise ganz aufhören. Oder die Sportart wechseln, weil sie dort entsprechend gefordert werden. Sichtung ist auch Auslese, so hart sich das auch anhören mag. Aber den Jungs nicht mal zu sagen, wo sie sich verbessern könnten und in welchen Bereichen es ( noch ) nicht gereicht hat, fand ich gelinde gesagt suboptimal und semiprofessionell.


    Dann die weitere Spielerbeobachtung. Jedes NLZ hat mindestens einen Scout. Wer schon mal auf internationalen C-Turnieren war, weiß wovon ich spreche. Da ruht sich der DFB schön drauf aus. Nach dem Motto: Wer gut ist, den sehen wir dann auch noch in der C. Ausbildung soll in den NLZ'en betrieben werden. Ist das so ? Und sind wirklich alle Talente in einem NLZ ? In Ballungsräumen ist die Gefahr sicherlich geringer das jemand durchs Raster fällt, aber in ländlichen Gebieten ? Kann ich nicht verstehen, dass der DFB diese Aufgabe auch noch seinen StP-Trainern aufhalst. „Unser“ macht das und schaut sich Spiele und Turniere des Jahrgangs an. Aber macht das jeder ? Glaub ich nicht dran. Ich wüsste alleine aus diesem Forum einige Kandidaten, die ich mit dieser Aufgabe betrauen würde. An geeignetem Personal kann es also nicht liegen.


    Man sollte sich auch nicht zu schade dafür sein, sich von anderen Ländern das Ein oder Andere abzuschauen. Wie zum Teufel schaffen es nur unsere niederländischen Nachbarn trotz wesentlich geringer Bevölkerungsanzahl immer wieder, Spieler auf Weltklasseniveau auszubilden ?? Könnte an der auf Langfristigkeit ausgelegten Talentförderung liegen. Wenn man sich mal mit einem Jugendspieler unterhält, der in Holland ausgebildet wurde, staunt man echt Bauklötze. Sind wir zu arrogant um sich daran ein Beispiel zu nehmen ? Scheint wohl so. Lieber „Daumen hoch, Daumen runter“ Prinzip und sich immer wieder beschweren, dass zu wenig oben ankommen.


    Ich höre hier erst mal mit der Motzerei auf. Was meint Ihr ? Sehe ich das zu kritisch ? Was sind Eure Erfahrungen mit dieser ersten Förderstufe ?

  • Steini


    bin heute irgendwie schreibgeil




    Sichtung:[/quoeini','index.php?page=Thread&postID=81742#post81742']Im NFV gibt es als erste Sichtung zum Stützpunkt den Sparkassencup. Da sind alle Mannschaften der älteren E zur Teilnahme verpflichtet ! Finde ich gut. Wie ich hier im Forum mit Erstaunen lesen konnte, gibt es Kreise/Verbände, wo die Vereine/Trainer/Eltern potenzielle Kandidaten melden sollen. Ist das wirklich so ??
    Talente ? Ja gerne. Aber die sollen gefälligst von selber kommen.


    Sparkassencup oder sowas (z.B. NZL) gibt es bei uns nicht, deshalb grundsätzliche Aussage zur Sichtung zum Fördertraining.
    in der E gibt es 3 Sichtungstermine, 2 vor und 1 nach den Sommerferien.jeder wird zu 2 Sichtungsterminen eingeladen.
    gemeldet werden durch den Verein, durch den Trainer, oder auch durch ein Elternteil, wird recht locker gesehen.




    Beim Turnier dann pro Feld ein Sichter.


    bei der Sichtung mindestens 4 Verbandstrainer. zusätzlich bekommen die anwesenden Heimtrainer ebenfalls einen Bewertungsbogen, der mit in
    die Beurteilung einfliesst. alle Spieler werden von allen beobachtet.


    meine Erfahrung: etwas über die Hälfte der Förderungswürdigen stehen bei fast allen Bewertenden bereits nach einer Sichtung fest (die Auffälligen halt) _
    einige bekommen eine starke Bewertungsanzahl, so bei den letzten 5 kamen eine ganze Menge in Frage.
    flappsig gesagt, es war praktisch egal wer da genommen wird. (mein Eindruck), Rückblickend (2 Jahrgänge) kann ich auch sagen, dass es von
    denen (den letzten 5) keiner dauerhaft geschafft hat, bzw. weitergekommen ist.


    bei rund 80 Kinder waren aus meiner Sicht so etwa 6-7, die ich als Talent bezeichnet hätte ( später so etwa Jugend-Regionalligaformat)
    lese ich jetzt die Aufstellung der B-Jugend des einzigen hieseigen Jugendleistungsvereins, wo sehr viele der Stützpunktspieler hinwechseln, wird diese Annahme bestätigt.


    Aber der Umgang mit den nicht berücksichtigten Spielern.


    fand ich optimal, sowohl vor dem Training wie nochmals nach dem Training, wurden die Jungs und Mädels entsprechend vorbereitet.



    Dann die weitere Spielerbeobachtung.


    Vereinstrainer können jederzeit einen Spieler zur Probe ins Fördertraining schicken, auch noch in der D.


    selbst laufen die Verbandstrainer keinem Spieler hinterher.
    gute Spieler sprechen sich jedoch rum, da werden die Heimtrainer dann schon angesprochen.


    Engagement des Spielers und auch der Eltern wird als generelle Vorraussetzung für eine erfolgreiche Förderung gesehen.



    sich von anderen Ländern das Ein oder Andere abzuschauen.


    ich kenne Luxemburg, die haben dort seit einiger Zeit eine sehr grosszügig gefördertes Jugendkonzept, mit wöchendlichem zentralem Training, und Konzentration dieser
    Spieler in ihren Spitzenvereinen. Zu früh um zu sagen, was dabei rauskommt.


    gg

  • guenter
    Besten Dank. Bestätigt auch meinen Eindruck hier aus dem Forum, dass es offensichtlich keine einheitliche Regelung gibt. Oder doch und jeder kocht einfach sein eigenes Süppchen ???


    Die Sichtung bei Euch finde ich wesentlich besser. Auch das die Trainer mit eingebunden werden. So entsteht doch ein Miteinander. Hier wird von den Beteiligten oft kritisiert, dass sich die Vereinstrainer zu wenig einbinden. Mag ja sein, aber ich kann kein Bemühen erkennen das zu ändern. Ist für mich ein weiterer großer Kritik- und Schwachpunkt. Habe noch weitere, aber wollte mich ( nicht sofort ) als Motzki outen -).
    Da geht es z.B. um Förderung im mentalen Bereich oder um die Ausbildung der Keeper bzw. die Frage warum die überhaupt nicht stattfindet ??? Bisher werden die nach meinen Beobachtungen im Verein wesentlich besser gefördert und dienen im StP eigentlich nur dazu um sich beim Training pausenlos die Bälle um die Ohren hauen zu lassen. Auch da lässt man die StP-Trainer einfach im Regen stehen. Ich wäre vorher jede Wette eingegangen, dass bei einem DFB-Stützpunkt auch ein extra Torwarttrainer angestellt ist. Mag ja sein, dass spezielles Training erst zu einem späteren Zeitpunkt zielführender ist. Da gibt es hier im Forum User, die das wesentlich fundierter beurteilen können. Aber so gar nichts mit ihnen zu trainieren ? Spieleröffnung, koordinative Elemente usw.


    Das mit Luxemburg hört sich interessant an. Da würde ich aber in diesem Lande mal behaupten, dass die Vereine da auf die Barrikaden gehen würden von wegen Spielerwechsel. Klappt das bei denen ?

  • Ich wäre vorher jede Wette eingegangen, dass bei einem DFB-Stützpunkt auch ein extra Torwarttrainer angestellt ist


    Wette hättest du gewonnen. ist bei uns der Fall, ab D-Alter, alle 14 Tage, mit speziellem TW-Trainer. einmal zugeschaut, guter Mann.
    ansonsten werden aber die TW ins normale Training voll mit eingebaut, also keine Ballholer..


    über konkretes in Lusemburg kann ich noch nichts sagen. Kenne den dortigen Verbandsjugendkoordinator und einen Trainer. Top-Leute.



    vieles hängt, trotz der Vorgaben, am jeweiligen Stützpunktleiter.finde ich aber auch nicht gut.

  • Wette hättest du gewonnen. ist bei uns der Fall, ab D-Alter, alle 14 Tage, mit speziellem TW-Trainer. einmal zugeschaut, guter Mann.
    ansonsten werden aber die TW ins normale Training voll mit eingebaut, also keine Ballholer..

    Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Verstehe nicht, warum das nicht einheitlich so gehandhabt wird. Die Keeper sind auch bei uns im Technikteil voll integriert und das ist gut so. Aber dann..

    vieles hängt, trotz der Vorgaben, am jeweiligen Stützpunktleiter.finde ich aber auch nicht gut.

    Zu viele Köche verderben den Brei und einer muss sicherlich den Überblick haben und Entscheidungen treffen. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob Kontrollmechanismen installiert sind und auch wirklich greifen. Ein StP-Trainer oder im Allgemeinen ein Trainer in einer Talentförderung dieser Förderstufe muss mMn eine besondere Eigenschaft mitbringen:
    Der totale Fokus auf den einzelnen Spieler ! Optimalerweise wäre diese Einstellung bis mind. zu dieser Altersklasse auch beim Vereinstrainer so. Ist aber anderes Thema.
    "Unser" hält sich strikt daran. Gewinnt sicherlich auch gerne, aber nimmt er nur als Nebenprodukt mit. Und ich habe einige Andere erlebt, die das ganz genauso praktizieren. Sieht und merkt man sehr schnell in bestimmten Phasen des Spiels. Das ist für mich eine Kunst, die nicht jeder beherrscht. Und da würde ich als Verantwortlicher penibel darauf achten, ob alle auch wirklich sich an diese oberste Zielrichtung halten.


    Nach meinen Erfahrungen ist das aber eben nicht überall so. Die Spieler sind ständig auf dem Prüfstand. Macht in einer Auswahl durchaus Sinn. Wie sieht es mit den Trainern aus ??

  • "Unser" hält sich strikt daran. Gewinnt sicherlich auch gerne, aber nimmt er nur als Nebenprodukt mit. Und ich habe einige Andere erlebt, die das ganz genauso praktizieren.


    absolut identisch, wie ich es vor Ort erlebt habe.


    erlebter Höhepunkt die gehörte Aussage eines anderen Stützpunktrainers im E-Alter:


    Ihr müsst mal grössere und kräftigere Spieler sichten, dann gewinnt ihr auch öfters.


    erfreulich die Konsequenz: 3 Jahre später war er mit seiner Truppe chancenlos.


    erzeugte somit eine klammheimliche Freude.


    gg

  • Günter


    Wieviel hast du schon getrunken? 4 Verbandstrainer bei jeder Sichtung? Entweder gibts bei euch nur ein paar Vereine oder ihr habt Hunderte von Verbandstrainern?


    Steini
    Ich hätte mir gewünscht, es hätte sich im Laufe der Jahre daran etwas geändert. Mir liegt sogar ein Video vor, auf dem das "Wegschauen der Sichter" dokumentiert wird. Wenn die ihre Auswahl bereits getroffen haben, dann kann man sich den Zirkus doch sparen? Auch der Umgang mit den Spielern und Eltern, die keine Berücksichtigung gefunden haben, sollte fair sein. Schließlich gibt es eine gegenseitige Abhängigkeit, denn die Stb-Trainer brauchen die Vereine und die Vereine ihre Fördertrainer.


    Schlimm finde ich auch die Scouts der größeren Vereine, die sich selbst die Arbeit zur Potenzialsichtung sparen wollen. sie quatschen Spieler und Eltern sofort nach dem Verlassen des Trainings zwecks Abwerbung an, um zum Erreichen kurzfristiger sportlicher Ziele für das nötige "Frischfleisch" zu sorgen. Hier stehen die Kinder mit großer Sicherheit nicht im Mittelpunkt des Interesses!


    Nicht nur im Norden gibt es das Stichwort: "der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken"! D.h. wenn der zuständige DFB-Stützpunktkoordinator diese "Scheinsichtungen" zuläßt und den Umgang mit den nicht ausgewählten Talenten duldet, dann wird es dort kaum Besserung geben. Solltest du Anlaß zur berechtigten Klage haben, beschwere dich bitte direkt beim DFB unter Angabe der Zuständigkeit.


    Eigentlich sollte das Stichtagssichten (Sparkassen-Cup) durch ein intensiveres Sichten anhand von Beobachtungen im Punktspielbetrieb und einem vereinbarten Sichtungszeitraum weitgehend ersetzen. Ferner sollten regelmäige Nachsichtungstermine dafür Sorge tragen, dass niemand durchs Raster fällt. Für Einzelfälle bieten sie Talenten ganz unbürokratisch die Einladung zum Probetraining an. Schließlich sollte sich auch jeder Stützpunkttrainer hinterfragen, ob er nach den DFB-Kritierien auch Kindern mit hohem Potenzial, aber aufgrund ihrer späteren Geburt mit physischen Nachteilen gegenüber denen, die in den ersten Monaten des Jahres geboren wurden, eine faire Chance gibt?


    Klar wäre es optimal, wenn jeder auch Verein für alle Teams Trainer mit B-Lizenz hätte. Aber weil das nun einmal auch in absehbarer Zeit so sein wird, wurde dieses flächendeckende Stützpunktsystem mit zusätzlichem Fördertraining ins Leben gerufen.


    Bei manchen jungen Talenten wirkt das Fördertraining Wunder, Andere entwickeln sich hingegen kaum weiter! Aber liegt das nun am Trainer, am Training oder an Faktoren, die dort kaum beeinflussbar sind? Darüber gibt es geteilte Ansichten. Ebenso wie über das erreichbare Niveau nach Ablauf des Förderzeitraums zum Ende der C-Jugend.

  • Wieviel hast du schon getrunken? 4 Verbandstrainer bei jeder Sichtung? Entweder gibts bei euch nur ein paar Vereine oder ihr habt Hunderte von Verbandstrainern?

    n


    @TW


    Verbandstrainer ist wohl nicht die richtige offizielle Bezeichnung.


    aber es ist richtig, dass teilweise 4 Trainer am Stützpunkt tätig waren.


    beeinflusst auch dadurch, dass 2 Stützpunkte zusammengelegt wurden.


    aber 2 Trainer, überwiegend 3 waren aber immer im Training.



    ich kann dich beruhigen, die alkoholfreie Fastenzeit beginnt, und zuvor gehe ich immer schon 3 Wochen ins Trainingslager.


    gg

  • Diese TW-Förderung zeigt nur, inwiefern der DFB selbst nicht weiß, was er will. Eigentlich sollten wir bis zur E gar keine festen Torhüter haben. Im Mai beim Sparkassencup werden aber wieder Torhüter gesichtet, die es demzufolge noch gar nicht geben dürfte.
    Ein ehemaliger Spieler von mir (TW) hat dem Stützpunkt freiwillig den Rücken gekehrt, weil er montags lieber zum TW-Training im Verein gehen wollte.

  • Steini
    Es gibt Statistiken über die Gesamtentwicklung von Stützpunktspielern, jedoch nicht getrennt nach Halbjahr.


    Follkao u. steini


    Ja, das mit der Auswahl von Torleuten ist schon ziemlich krass. Da läuft derzeit einiges durcheinander. So suchen die DFB-Stützpunktkoordinatoren derzeit junge Trainer mit C- oder B-Leistungslizenz, die gleichzeitig Torleute gewesen sind und auf dem Stützpunkt ein Torwarttraining geben wollen. Ich würd mal sagen, diese Mannschaftslizenzen besitzen die meisten TW-Trainer der Profivereine nicht! Ist ja insofern auch unlogisch, weil die ja gar nicht die Absicht haben, eine Mannschaft zu trainieren. Wozu sollen die dann eine Mannschaftstrainerlizenz machen. Hinzu kommt, dass viele Torleute aufgrund sportlicher Handycaps ihre aktive Karriere beendet haben. Auch das Durchschnittsalter ist auch etwas höher als das der Mannschaftstrainern. Die DFB-Leute kennen einfach ihre Klientel nicht und fischen weiter im Trüben.


    Also machen DFB-Mannschaftstrainer weiterhin die Sichtung von Torwarttalenten, ohne dabei vernünftige Vorgaben vom DFB als Auswahlkritierien zu erhalten. Ein Ermangelung dieser Kritierien ist festzustellen, dass man sich Torleute mit dem Centimeter-Maß aussucht! Dabei kann der Trainer durch frühes Fördertraining beeinflussen, nur die endgültige Körperlänge nicht. Das ist auch so interessant nicht! Denn wenn man das wissen möchte, schaut man sich die Eltern an und rechnet ein paar Zentimeter drauf.


    Ich sehe es auch nicht als Tabu an, jungen Leute mit Talent und Spaß an der Torwartpostion ein zusätzliches Training zu gewähren. Denn der Torwart gehört nun einmal zum Fussballspiel dazu. Also sollte es auch eine Ausbildung geben. Allerdings sollte sie nicht ausschließlich auf diese Position fixiert sein. Was bei den Feldspielern längst üblich ist, sollte für die Keeper ebenfalls selbstverständlich sein.


    Unterhalten wir uns also weiter über das Thema einer TW-Sichtung und eines TW-Trainings auf den DFB-Stützpunkten, wenn man sich über die Personaleignung und Trainingsinhalte einig geworden ist. Die Ideen dafür liegen bereits in den Schubladen. Aber jetzt haben wir erst mal Fussball-WM und dann schauen wir weiter!

  • Hier war es so:


    Bei der Sichtung waren ca 100 Kinder inklusive 20 als TS gemeldete Spieler. Auf 4 oder 5 Spielfeldern wurde dann 4-4 auf Hütchentore gespielt. 2 Stunden lang. Die Kinder als auch sichter (2 pro Feld), rotierten . So hat jeder sichter alle Spieler gesehen.
    Die TS machten extra was für sich und wurden vom TS-Trainer des SP gesichtet.
    Zum Abschluss bekam jedes Kind eine Urkunde und die Benachrichtigung des SP kam per Mail
    in den Sommerferien.
    Aktuell trainieren dort 4 Jahrgänge U12-U15. Immer 2 Jahrgänge zusammen. Es sind dann jeweils 4 Trainer anwesend, meist auch der TS-Trainer. Meinem Sohn gefällt es dort super. Sehr kompetente, motivierende Trainer. Abwechslung zum Vereinstraining.
    Natürlich gehört auch dazu, dass Kinder ausgetauscht werden. Aber bis jetzt sind alle noch da, die im Sommer gesichtet wurden.
    Am SP ist immer was los. Trainerw werden ausgebildet und machen Praxiseinheiten mitd en Kindern. Aktuell ist die NM von Chile da!
    Ausstattung top! Die Kinder spielen mehr, als dass sie "trainieren". Aber genau das finde ich toll. Kleinfeldspiele bei denen Übersicht,Gewandtheit und Dribbling gefragt sind. Die Kinder werden individuell gefördert. Ist ja auch Ziel eines SP.


    Sollte mein Sohn mal nicht mehr dabei sein, war es auf jeden Fall eine schöne Zeit für ihn.


    Grüsse
    DTV

  • Es gibt Statistiken über die Gesamtentwicklung von Stützpunktspielern, jedoch nicht getrennt nach Halbjahr.


    mir ist bekannt, dass die Stützpunkttrainer generell relativ viel Zeit für Statistiken aufwenden müssen.


    Details dieser Statistik sind mir nicht bekannt, lt Aussage eines Trainers soll angeblich auch viel überflüssiges dabei sein.

  • Stehe ein wenig auf dem Schlauch: Was sind "TS Trainer" oder "als TS gemeldete Spieler" ?


    Und wenn ich das richtig lese, waren die anderen 100 Kinder von Vereinen/Trainern gemeldet, also nicht vorab gesichtet ?


    Hinsichtlich der Statistik meinte ich eigentlich, ob es Erhebungen darüber gibt wer in die erste Förderstufe kommt, also durch die Sichtung kommt: Wieviel aus Halbjahr eins und wieviele aus Halbjahr zwei !

  • Steini


    1- Sichtung 1. Halbjahr, 2. Sichtung 2. Halbjahr gibt es bei uns nicht-


    vor Beginn des Föderungstrainings werden 3 Sichtungstermine abgehalten.
    dann wird die vom DFB vorgeschriebene Anzahl nominiert. dies wurde auf unserem Stützpukt abe oft überschritten.
    jederzeit konnte man einzelne Spieler nachsichten lassen. sogenannte Spätentwickler gab es immer wieder.
    auffällige Leistungen im Verein, sind schon beim Stützpunkttrainer angekommen.


    bei den Sichtungsterminen waren natürlich oft Kids, meistens Vatertrainersohn, wo ich mich gefragt habe, wie man die überhauot zu einer Sichtung
    schicken konnte. waren natürlich schnell ausgesichtet.
    man kann Kindern auch Enttäuschungen aussetzen.

  • Sorry. Missverständlich ausgedrückt. Is wie zuhause.


    Ich meinte den Geburtsmonat. Also wieviel Spieler prozentual vom 01.01. bis 30.06. geboren und wieviel aus der zweiten Jahreshälfte also vom 01.07. bis 31.12. geboren.
    Ich will aus etwas bestimmtes hinaus. Wenn es aber ohnehin keine Erhebungen darüber gibt, hat es sich erledigt. Vielleicht täuscht mein Eindruck auch.

  • Jugendförderung ist komplex. Aber nicht so komplex wie man oft das Gefühl hat.
    Komplex ist die Jugendförderung, weil aus was inhomogenen an der Basis was Homogenes entstehen soll, was dann aber doch wieder von Region zu Region, von Verband zu Verband und vor allem von verantwortlicher Person zu verantwortlicher Person wieder anders verstanden und umgesetzt wird. Es gibt auch kein Buch oder was Konkretes der das GANZE im DETAIL erläutert. Auf jeder Stufe hangelt man sich von Partialwissen zu Partialwissen und dieses Partialwissen ändert sich laufend, nur sagt dir das keiner.
    Dabei sind die Kernpunkte, mindestens so wie ich sie bis jetzt verstanden und erfahren habe, ziemlich einfach:
    1. Ein WIRKLICHES Talent wird nicht übersehen werden, denn ein WIRKLICHES Talent, und ja ich durfte schon einige auf ihrem Weg begleiten, ist in der Regel einfach KRASS besser als all seine Kollegen. Damit haben die Topvereine weniger ein Problem damit Talente zu erkennen, sondern werden lediglich von der Ambition getrieben, potentielle Talente auch noch so früh wie möglich zu erkennen, um sie möglichst schon früh fördern zu können. Diese Frühförderung spült natürlich viele Spieler mit hoch, welche nie vom Fussball leben werden können, aber wegen dem Fussball vieles was fürs Leben wichtig wäre (Ausbildung) verpassen könnten und deshalb mehr oder weniger intakt vom ambitionierten Fussballbetrieb wieder ausgespuckt werden. Damit sollte es eigentlich jeder Spieler der es nicht in die Auswahl schafft dankbar sein. Denn wenn er in der C nicht zu den KLAR erkennbaren Talenten gehört, hätte seine Chance an die Spitze zu kommen wohl eh schon unter 10% gelegen. Und wer will dafür schon mit seiner Ausbildung bezahlen ?


    2. Bei einer Sichtung sind die wirklichen Talente bereits bekannt. Bei einer Sichtung geht es bei diesen mehr um eine Qualitätskontrolle: sind die Empfehlungen der Trainer, Scouts etc. realistisch oder wurde da einer über den grünen Klee hoch-gelobt. Den anderen Spielern bietet sich an einer Sichtung die Chance über sich hinauszuwachsen und vielleicht Leuten aufzufallen die eine andere Sichtweise als sein Trainer haben. Und dann gibt es noch die Arbeitstiere. Diejenigen die 100% Einsatz zeigen, wirklich wollen und die ideale Ergänzung bilden um die Talten top auszubilden.


    3. Trainer, Spieler und Eltern stehen dem ganzen machtlos gegenüber. Jegliche aktive Form der Kritik wäre kontraproduktiv. Will man was ändern, muss man in die Verbände. Aendert sich was, dauert es lange


    4. Als Elternteil ist man, will man seine Kinder fördern, gut beraten unter Umständen etwas weiter zu fahren und bei einem Club anzufangen der modern und professionell ist und entsprechende Ausbildungs-Qualität bietet. Nur Ausnahmetaltente schaffen den Sprung später noch, wenn nicht mindestens ein Minimum an Ausbildungsqualität geboten oder der Spieler neben der reinen Bespassung auch noch privat gefördert wird.


    Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Denn es wird sich nichts ändern. Meiner Meinung nach muss sich auch nichts ändern, denn aus Sicht der Verbände und der Spitzenclubs läuft es eigentlich ganz gut. Alles andere ist Breitensport. Und da läufts eigentlich auch ganz gut, wenn man soweit konsequent ist, sich nicht immer auch noch nach dem Leistungssport umzudrehen.


    Ich behaupte, dass die ganze Konfusion hauptsächlich darin besteht, dass man sich bei den Kids nicht klar ist was es sein soll: Bespassung für jeden oder gezielte Förderung derjenigen die dafür geeignet sind. Beides ist gut. Aber beides unter einen Hut bringen zu wollen gibt Stress und Aerger.