Wenn ich aber nur eine Generation zurückdenke, an meinen Vater, dann war es damals normal, dass die Kinder wild waren, herumgetobt sind und es war auch normal, dass sie miteinander gerauft haben. Das Kind das ich kenne, wäre damals ein ganz normales Kind gewesen und gar nicht weiter aufgefallen,
bist du sicher?
Könnte es nicht sein, dass das Kind aus deinem Bekanntenkreis zu damaliger Zeit vom Lehrer zum Stillsitzen in der Schule genötigt worden wäre ("Tatzenstock"). An den Trainer der damaligen Zeit mag ich gar nicht denken.
Ich weiß natürlich was du meinst. Will nur aufzeigen, wie leicht man in Klischees landet, die nicht weiterhelfen.
Auch zur Abhängigkeit gibt es unterschiedliche Meinungen:
ZitatAlles anzeigenIn Deutschland wurden Psychostimulanzien
erstmals in den 70er Jahren zur Therapie des Hyperkinetischen
Syndroms (HKS) eingesetzt. Seit einigen Jahren wird in den Medien
viel über Ritalin und verwandte Medikamente (Medikinet, Equasym)
berichtet, doch nicht alles ist wahr. Wahr ist:
- Ritalin heilt ADS/ADHS nicht.
- Ritalin ist kein Beruhigungsmittel.
- Ritalin ist kein Medikament gegen
schwieriges, zur Gewohnheit gewordenes Verhalten.- Ritalin kann einem Menschen nicht soziale
Fähigkeiten oder den Umgang mit Gefühlen beibringen.- Ritalin ist kein Mittel für bessere
Schulnoten, eine höhere Motivation, Begabung oder Intelligenz.- Ritalin macht bei oraler Einnahme in
der üblichen Dosierung nicht körperlich abhängig.- Wenn Ritalin wirkt, beweist dies nicht, dass ADS/ADHS
vorliegt.
Ritalin wirkt stimulierend. Der darin
enthaltene Wirkstoff Methylphenidat regt die
Durchblutung im Hirn an. Etwa 80 Prozent der mit Stimulanzien
behandelten Kinder werden dadurch ruhiger und können sich besser
konzentrieren. Die motorische Unruhe lässt nach, die
Impulsivität verringert sich und die Konzentrationsspanne wird
größer. In vielen Fällen verbessert sich die Feinmotorik, was
zu einer besseren Handschrift führt. Diese Verhaltensänderungen
sind jedoch nicht von Dauer: Sobald der Körper das Medikament
abgebaut hat, ist das Kind genauso unkonzentriert und/oder
unruhig wie zuvor. Eine medikamentöse Behandlung des
Aufmerksamkeitsdefizit-Syndroms sollte daher immer von
therapeutischen Angeboten begleitet sein.
Jedes Medikament, das wirkt, zeigt
zusätzlich unerwünschte Wirkungen. Die häufigsten
Nebenwirkungen von Stimulanzien sind Appetitlosigkeit und
Schlaflosigkeit. Manche Eltern berichten, dass sich ihr Kind für
nichts mehr zu interessieren scheint und dass Kreativität und
Selbstbild leiden. Bei hohen Dosierungen kann es zu einer
verstärkten Nervosität, einem stärkeren Herzschlag und
Kopfschmerzen kommen. Schwere Schädigungen sind bislang nicht
nachgewiesen worden. Studien über die langfristigen Wirkungen
von Stimulanzien stehen allerdings noch aus.
Die Gabe von Stimulanzien bei
Verhaltensauffälligkeiten wird immer wieder kontrovers
diskutiert. In manchen Fällen scheint es angemessen, das Leben
des Kindes und seines sozialen Umfelds durch eine Medikation zu
erleichtern. Andererseits gibt es Fälle, in denen zu schnell und
ohne zusätzliche Therapien verordnet wird. An erster Stelle
sollte daher eine umfassende, auch psychosoziale Faktoren
berücksichtigende Diagnostik stehen.
