ADS-Kind vergiftet Mannschaftsathmosphäre

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  • Wenn ich aber nur eine Generation zurückdenke, an meinen Vater, dann war es damals normal, dass die Kinder wild waren, herumgetobt sind und es war auch normal, dass sie miteinander gerauft haben. Das Kind das ich kenne, wäre damals ein ganz normales Kind gewesen und gar nicht weiter aufgefallen,


    bist du sicher?
    Könnte es nicht sein, dass das Kind aus deinem Bekanntenkreis zu damaliger Zeit vom Lehrer zum Stillsitzen in der Schule genötigt worden wäre ("Tatzenstock"). An den Trainer der damaligen Zeit mag ich gar nicht denken.
    Ich weiß natürlich was du meinst. Will nur aufzeigen, wie leicht man in Klischees landet, die nicht weiterhelfen.
    Auch zur Abhängigkeit gibt es unterschiedliche Meinungen:


    Jedes Ding hat drei Seiten: Eine die du siehst, eine die ich sehe und eine die wir beide nicht sehen.

  • Damals gab es keinen Trainer in der F-Jugend, weil es ja gar keine F-Jugenden gab...mein Vater ist 60. Da war das Bolzplatzspiel die Beschäftigung und ab der C mal in nem Team. Keine Probleme in den kleinen Jahrgangsstufen, da nur auf dem Bolzplatz (soviel zur Fair-Play-Liga). Und mein Vater redet heute noch von seinem damaligen Fußballtrainer...genauso wie alle in seinem Bekanntenkreis...der Stock kam da wohl nicht zum Einsatz...ist das vielleicht nicht auch ein Klischee?

  • Sie werden dann "aussortiert"


    Das ist ja eben gang und gebe. Daher müsste man Kinder- und Trainer-Fußball genau trennen. Nach meiner Beobachtung gibt's in der Regel letzteren u. die Kinder sind hinterm Vorhang als Fassadenpolitik "Spielermaterial", meist auch schon in der F. Mein Jüngster wurde zB 1,5 Jahre gezwungen, in jedem Spiel den Torwart zu machen. Er wollte am Ende nur ab u. an mal in Spielen, wo Gegner keinmal aufs Tor schossen u. es 15:0 stand, raus ins Feld dürfen - no chance. Als er sich dann weigerte das TW-Trikot anzuziehen: 3 Monate nur Ersatzbank als Strafe. Protest im Verein verpuffte: dies galt allen als gut u. normaler Kinder-Fußball! Und der Trainer: wenn es euch nicht passt, er nicht ins Tor will, zieht doch 6 km weiter... Werden dafür, für diese Art Sozialität Vereine von Gemeinden massiv unterstützt? Und was nützt es, wenn der DFB neunmalschlau "Positionsidiotie" geisselt, de facto aber sich Null drum kümmert, wenn Kinder so behandelt werden: denn ich schrieb ihn zwecks Hilfe an: alles sei Vereinssache! Merke: man muss also nicht mal behindert sein, um rausgekickt zu werden.
    Es reicht, wenn ein Kind eigenen Willen hat, nicht in den Plan passt - leider. Und in "Leistungsvereine" kommt bei uns eh nur das von Sichtern/Trainern selektierte Kind. Spielt es dann trotz deren Superförderung nach 1 Jahr zu schlecht - tschüss, der nächste bitte. Die Schulen geben dies unter fremdem Blick ein- u. aussortierende Leistungsprinzip vor. Dass KiFu für Kinder zuerst Teil ihrer wenigen Freizeit ist, daher! Spaß, Entspannung, Selbstbestimmtheit obenan stehen sollte - wer bedenkt das schon. Vor allem ist dies letztlich Privatsache jedes einzelnen Trainers! Keiner kontrolliert es im ach so sozialen Verein, ob wer wie bei uns zB geschehen den sog. "Hinke- o. Klumpfuß" solange lautstark vor allen anderen malträtiert, bis ihm dann endlich sein geliebter Fußball ausgetrieben, er aussortiert ist... Sein neu kreierter Name aber hat sich längst in den Köpfen festgesetzt, so dass er zudem in der Schule für alle der Prügelknabe wird: dank KiFu!
    Doch wehe wer benennt sowas mal beim Namen: nicht der Täter steht am Pranger, sondern der, der mehr Inklusion als reell gelebte Sozialität forderte - und alles bleibt wieder beim Alten: so wie es auch schon in meiner Jugend war, als ich spät mit 13 im Verein anfangen wollte. Zwar war ich im Schulteam, aber ach 3 Monaten nur Laufen um den Platz, Null Einsatzzeit sogar in Test/Trainingsspielen hatte mich der große Bezirksligatrainer soweit: ich hörte auf! Dass es besser wäre, erstmal in der Kreisklasse oder -liga zu starten, da ich das Grätschen, verdeckte Drücken u. Foulen noch nicht gelernt hatte, sagte mir leider keiner aus Fürsorge... Seitdem hatte ich einen tiefen Groll gegen Vereine u. sogar Fußball, hörte wie auch heute soviel ganz auf. Nun anhand eigener Kinder das Deja vu: alles noch praktisch genauso wie vor 30 Jahren... Kann man dies nicht endlich mal in der Tat, aufm Platz statt aufm Papier ändern? Wo sind da denn all die angeblich so mutigen Leute u. stellen sich den oft nur passiven Platzhirschen vor Ort entgegen?:(

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Guten Abend,


    ich hatte fast mein ganzes Leben lang auch mit vielen AD(H)S Symptomen zu kämpfen und habe andere Menschen häufig genervt.
    Ich absolvierte zwei Tests bei sogenannten AD(H)S Instituten, die mir bescheinigten AD(H)S zu haben.


    Ich bekam unterschiedliche Antidepressiva und sogar Ritalin. Doch mein Zustand besserte sich nicht.


    Erst nachdem ich bei einer Heilpraktikerin vorstellig wurde und einen Urintest auf unterschiedliche Schwer- und Leichtmetalle wie Aluminium, Quecksilber, Arsen und so weiter machte, stellte sich die wahre Ursache heraus. Ich hatte 8-9 fach erhöhte Aluminiumwerte. Aluminium greift sehr stark in das Nervensystem ein. Nach einer konsequenten Entgiftung sind so gut wie alle Symptome verschwunden oder wurden zumindest gelindert. Zudem kann ich nun z.B. auch wieder einigermaßen zusammenhängend denken und bemerke wenn ich nerve *grins*.


    Ich rate dir daher, mal mit den Eltern in Ruhe zu sprechen und ihnen die Möglichkeit einer Schwer-Leichtmetall Vergiftung in Erwähnung zu ziehen.


    Aluminium wird in den sensibelsten Lebensbereichen eingesetzt, wie beispielsweise in Impfungen, Deos (Hidro Fugal, Right Guard, Nivea und und und), in Sonnencreme, in Medikamenten gegen Sodbrennen (Talcid, Maloxan und co.), als Kochgeschirr, Alu-Folie, als Zahnersatzstoff, in Kaugummi, in Backpulver, in Dosen (Coladosen, Eintopfdosen etc.), in Joghurt-Bechern (nicht den Alu-Deckel abschlecken), in Milchkartons, in Sauerkrauttüten. Aluminium ist als Farbstoff in der Lebensmittelindustrie zugelassen und sogar zum Reinigen von Trinkwasser.

  • Und wo kam das Aluminium bei dir her? Ich bin gegenüber Heilpraktikern und der Therapie der 'Entgiftung' eher skeptisch eingestellt, bin aber durchaus nicht abgeneigt, der Aluminiumhypothese zu folgen. Ich würde meinen, die geeignete Therapie läge dann darin, die weitere Zufuhr des ursächlichen Stoffes auf das gesunde Maß zu verringern.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • ich finde den Beitrag von mikesta hochinteressant.


    und zwar deshalb, weil es wieder mal zeigt, dass die richtige Analyse erst zu einer richtigen Behandlung und somit zu einer zumindest Verbesserung, wenn nicht gar ganzer Heilung , führen kann.


    Und tobn, es ist da vollkommen egal, wer da die richtige Analyse erstellt, auch wenn ich deine Skepsis nachvollziehen kann.
    Skepsis ist überall angebracht.


    Ich habe hier immer eine grosse Skepsis, wenn bei auffälligen Kindern direkt von ADS oder ADHS gesprochen wird.


    oft liegt auch ganz einfach nur eine unsoziale Erziehung vor.


    Um das jedoch beurteilen zu können, bedarf es einer gründlichen Analyse und zwar durch Fachkräfte, egal ob das nun der Kinderpsychologe oder wie in diesem Fall der Heilpraktiker ist. Mehrere und durchaus unterschiedliche Analysten sind da immer ratsam.


    dies ist aber keinesfalls Aufgabe eines Trainers. und ohne eine vernünftige Analyse weiss kein Trainer wie er da richtig vorzugehen hat.


    Beispiel:


    12jähriger, von 3 Schulen verwiesen, Einweisung in eine Förderschule war angesagt, im Heim nicht mehr tragbar.
    als ADHS Kind eingestuft. nach 8 Tagen in einer Plegefamilie als erstes sein Zimmer kurz und klein geschlagen.


    es folgte eine Analyse nach mehreren Vorgehensweisen (Kinderpsychologe, Herkunftsfamilie, bisheriges Umfeld).
    danach erfolgten dann mehrere Vorgehensweisen bei diesem Kind.


    nach 5 Jahren schliesst dieser Junge die Realschule mit 2, nochwas ab, hat eine Lehrstelle und von ADHS absolut keine Spur.


    dieser Junge war einfach nur unsozial erzogen worden, hatte nie irgenwelche Konsequenzen kennengelernt.


    diesen Jungen hatte ich mit ins Training, weil Fussball angeblich sein Hobby war. nach 10 Minuten vom allgemeine Training ausgeschlossen und Einzelbeschäftigung machen lassen. Ich habe es gar nicht erst weiter versucht ihn zu integrieren, obwohl er fussballerisch gar nich so untalentiert war.


    stattdessen wurde Musikverein und Feuerwehr seine Hobbyheimat, und diese haben massgeblich an seine positiven
    Entwicklung mitgewirkt.


    nicht jedes schwierige Kind hat ADHS
    nicht für jedes Kind ist es zum Vorteil, wenn man mit aller Gewalt versuchen will, es in eine Mannschaft zu integrieren
    Trainer können ohne Zusammenarbeit mit dem Elternhaus wenig bewirken, sie sind nicht nur überfordert, sie können es einfach nicht, wenn nicht eine vernünftige Analyse über die Gründe des Kindesverhaltens vorliegen.


    mikesta hatte das Glück, das die richtige Analyse stattgefunden hat, freut mich für ihn.
    aber Alluviele laufen da Draussen rum wo das nicht der Fall ist, darum falsch behandelt und angepackt werden, auch von Trainern.

  • Und tobn, es ist da vollkommen egal, wer da die richtige Analyse erstellt, [...]


    Da bin ich ganz deiner Meinung, die richtige Diagnose darf stellen wer will. Bei der am besten geeigneten Therapie gehen dann aber die Meinungen auseinander...


    Ansonsten bin ich mit dem, was du in deinem letzten Post schreibst, auch einverstanden. Ich wünsche mir allerdings von Trainern, dass sie nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und es gar nicht erst mit vermeintlich schwierigeren Kandidaten versuchen.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Ich wünsche mir allerdings von Trainern, dass sie nicht gleich die Flinte ins Korn werfen und es gar nicht erst mit vermeintlich schwierigeren Kandidaten versuchen.


    tobn


    da geh ich aber zu 100 % konform mit dir.


    bevor man die Flinte ins Korn wirft, wollte man schon einiges ausprobieren.


    deshalb hier ein Tip für eine Vorgehensweise, die ich auch angewendet habe.


    hatte ich mit bestimmten Kids Probleme, die ja wohl überall auftauchen, habe ich vor Trainingsbeginn ein kleines Feld abgesteckt.


    störte nun jemand in der der Form, wie sie ja hier in vielen Varianten beschrieben werden, habe ich ihn keine Runden laufen lassen,
    was als Bestrafung aufgefasst werden kann, sondern hab ihn in dieses Feld verwiesen .


    Dort musste er dann alleine trainieren, natürlich mit Aufgabenstellung: z.B. Ball jonglieren, mit der Wand passen, oder all das, was man alleine machen kann.


    nach einiger Zeit, dann gefragt, ob er jetzt wieder mit allen, und auch so wie diese mitmachen will, oder alleine weitertrainieren will.


    Aus der Art wie er dort alleine trainierte und aus seinem anschliessenden Verhalten konnte ich viele Rückschlüsse ziehen.,
    und meine Vorgehensweise gegenüber diesem Kind ausrichten.


    keine Bestrafung
    kein Ausschluss vom Training
    trotzdem einen Störenfried bei einer Übung entfernt.


    allein die Frage vorm Training, ob er heute wieder alleine, oder doch lieber mit den anderen trainieren will, bewirkt dann oft schon vieles.


    kleine praktische Massnahmen, keine Tiefenpsychologie ist von einem Trainer gefordert.


    manchmal hilft aber auch alles nichts, und dann ist für beide Seiten eine Trennung der beste Weg..

  • Günter


    Es vergeht kaum ein Tag, wo wir nicht irren. Das kann schon die nächste Ampel sein, die wir für "Grün" halten und rüber fahren.


    Welchen Grund gibt es aber, andere von Irrtümern auszuschließen. Nur weil jemand sich über einen gewissen Zeitraum mit einer Materie beschäftigt hat, kann man doch nicht sagen, dass alle, die einen weißen Kittel tragen und mit wichtiger Gesichtsmiene herumlaufen, nicht irren können.


    Dazu mal ein zugegebenermaßen komisches Beispiel:
    Ein Patient betritt das Behandlungszimmer, in dem sich eine weiß gekleidete Person mittleren befindet. Als die weißgekleidete Person keine Notiz vom Patienten nimmt, fragt dieser: "was soll ich denn jetzt machen"? Die weiß gekleidete Person reagiert etwas verwundert und meint schließlich: "na, dann ziehen sie sich schon mal aus"! Das macht der Patient auch, wartet jedoch vergebens auf eine weitere Reaktion, weshalb er fragt: "was soll ich denn jetzt machen"? Die weißgekleidete Person dreht sich genervt um und mufft den Patienen an: "weiter weiß ich auch nicht. Ich bin nur der Maler"!


    Wenn wir ständig Dinge erwarten, wollen wir doch meist nur unser Gewissen beruhigen. Damit unsere kleine Welt nicht aus den Fugen gerät, wollen wir es stets einfache Lösungen. Doch jeder kann in seinem Umfeld über Menschen berichten, über die wir uns geirrt haben. Jedoch gibt es kaum jemand zu!


    Weil irren jedoch menschlich ist, kann aus dieser Schwäche eine besondere Stärke werden, wenn wir zum Irrtum stehen und als Konsequenz unverzüglich eine Korrrektur unserer Sichtweise und unseres Verhaltens ableiten. Aber es gibt auch eine recht simple Prävention des Irrtums. Statt des ständigen Bemühens unsere Umwelt in Schubladen zu stecken, kann die Besonnenheit, dass so gut wie nichts Unmöglich als auch Unnormal ist, unser Bewußtsein treiben. Nur so kann es uns gelingen, unsere Mitmenschen zu lieben und Freude mit ihnen zu erlebenl