Trainertätigkeit in Steuererklärung

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  • Hallo zusammen,


    bald wird es ja wieder Zeit und da wollte ich euch mal fragen ob und wie ich die Trainertätigkeit in der Steuererklärung eintragen kann und ob es was bringt da ich auch eine "kleine" Aufwandsentschädigung dafür erhalte...


    Gruß
    René

  • Dann nimm aber auch die Spesen drauf...
    Alles schön ausdrucken, Quittungen sammeln usw.


    Am Schluss wird das Steueramt bemerken, dass es sich weder im Minus noch im Plus gross lohnt.
    Du wirst merken, dass der ganze Finanzaufwand (sammeln Belegen etc.) ebenfalls nicht lohnt.


    Gruss
    TRPietro

  • Hallo,


    Das ist so nicht ganz korrekt. Das traineramt stellt eine Ehrenamtliche und unentgeltliche Tätigkeit dar. Für die Du jedoch einen gewissen Aufwand in Form von Zeit, Geld, Telefon, Fahren usw. hast.
    Hierfür kann dein Verein dir eine Spendenquittung über einen Pauschalbetrag von ~ 2.860€ ausstellen. Die ist rechtmäßig und muss vom Finanzamt auch anerkannt werden. Im Gegenzug führen wir Trainer über unseren zeitlichen Aufwand buch. Wir erstellen kleine Monatspläne in die wir Trainingszeiten und Turniere eintragen. Die gibt der Verein dann ans Finanzamt.


    Infos zu dieser "Trainerpauschale" erhältst Du auch bei deinem Landesverband. Die kennen sich da bestens aus.


    Rein theoretisch ist es dann so, dass Du deinen Aufwand dem Verein spendest und das "Geld" somit im Verein verbleibt. Der Spendenbetrag über 2.860& macht sich dann sehr wohl in der Steuererklärung bemerkbar. Das sind schnell mal 300€


    Gruß steve

  • Danke für deine Antwort. Hätte der Verein denn durch so eine Spendenquittung Mehrausgaben oder ähnliches?

  • Steuerrechtliche Fragen sind immer recht heikel, von daher möchte ich mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, ich bin allerdings bei uns auch Kassier und glaube, dass die Infos von Steve-o zumindest nicht ganz zufreffend sind.
    1. Es gibt eine sogenannte Ehrenamtspauschale (bis 31.12.2012 2.100,- € p.a., seit 01.01.2013 2.400,- € p.a.), die man ehrenamtlich verdienen darf, ohne dass Steuern und Sozialversicherungsbeiträge fällig werden. Dein Verein kann Dir also ohne weiteres 200,- € monatlich zahlen.
    2. Unabhängig davon kann ein Verein, wenn er als gemeinnützig anerkannt ist (und davon gehe ich bei allen Breitensportvereinen aus), Spendenbescheinigungen ausstellen. Aber nicht einfach so, sondern natürlich nur gegen eine Geld- oder Sachspende. Geldspenden können in bar oder per Überweisung an den Verein getätigt werden. Bei Sachspenden ist eine Quittung erforderlich (Bsp.: Du kaufst einen Ball für 100,- €, spendest den dem Verein und gibst den Kassenzettel über 100,- € eurem Kassier, dann bekommst Du eine Spendenquittung über 100,- €).
    3. Um die ersten beiden Punkte miteinander zu verknüpfen, könnte man es so machen, dass Du einen Vertrag über ein Jahresgehalt X (max. 2.400,- €) mit Deinem Verein machst, diesen Betrag auch erhältst und dann einfach eine Spende machst, für die Du eine Spendenquittung erhältst, die Du dann in der Steuererklärung angeben kannst. Dein zu versteuerndes Einkommen wird dann um den Spendenbetrag gekürzt (bei einem angenommenen Steuersatz von 20% und 2.400,- € Spende wären das 480,- Steuerersparnis). Es gibt allerdings steuerrechtlich Höchstgrenzen für Spenden, ich weiß aber nicht genau wie hoch. Es ist aber zu beachten, dass Spenden immer freiwillig und nicht zweckgebunden sind. Das heißt, Dein Verein geht ein Risiko ein, weil er Dich nicht zwingen kann, das Geld zurückzuspenden und Du theoretisch auch die 2.400,- € einfach behalten könntest.

  • Steuerrechtliche Fragen sind immer recht heikel, von daher möchte ich mich hier nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, ich bin allerdings bei uns auch Kassier und glaube, dass die Infos von Steve-o zumindest nicht ganz zufreffend sind.
    1. Es gibt eine sogenannte Ehrenamtspauschale (bis 31.12.2012 2.100,- € p.a., seit 01.01.2013 2.400,- € p.a.), die man ehrenamtlich verdienen darf, ohne dass Steuern und Sozialversicherungsbeiträge fällig werden. Dein Verein kann Dir also ohne weiteres 200,- € monatlich zahlen.
    2. Unabhängig davon kann ein Verein, wenn er als gemeinnützig anerkannt ist (und davon gehe ich bei allen Breitensportvereinen aus), Spendenbescheinigungen ausstellen. Aber nicht einfach so, sondern natürlich nur gegen eine Geld- oder Sachspende. Geldspenden können in bar oder per Überweisung an den Verein getätigt werden. Bei Sachspenden ist eine Quittung erforderlich (Bsp.: Du kaufst einen Ball für 100,- €, spendest den dem Verein und gibst den Kassenzettel über 100,- € eurem Kassier, dann bekommst Du eine Spendenquittung über 100,- €).
    3. Um die ersten beiden Punkte miteinander zu verknüpfen, könnte man es so machen, dass Du einen Vertrag über ein Jahresgehalt X (max. 2.400,- €) mit Deinem Verein machst, diesen Betrag auch erhältst und dann einfach eine Spende machst, für die Du eine Spendenquittung erhältst, die Du dann in der Steuererklärung angeben kannst. Dein zu versteuerndes Einkommen wird dann um den Spendenbetrag gekürzt (bei einem angenommenen Steuersatz von 20% und 2.400,- € Spende wären das 480,- Steuerersparnis). Es gibt allerdings steuerrechtlich Höchstgrenzen für Spenden, ich weiß aber nicht genau wie hoch. Es ist aber zu beachten, dass Spenden immer freiwillig und nicht zweckgebunden sind. Das heißt, Dein Verein geht ein Risiko ein, weil er Dich nicht zwingen kann, das Geld zurückzuspenden und Du theoretisch auch die 2.400,- € einfach behalten könntest.

    Gut beschrieben, läuft bei uns im Verein auch so:


    Stundennachweis wieviel Stunden man geleistet hat - Geld vom Verein für mich - Spende an Verein zurück - Spendenquittung.


    Risiko für den Verein sehe ich nicht, einmal "besch..en" und man bekommt nie mehr was und steht vor den Kollegen schlecht dar, irgendwie wird das schon seine Runde machen.

  • BJL


    So, wie du es beschrieben hast, machen es die meisten Vereine. Die Finanzämter wissen auch darüber, dass es sich nicht um einen "echte Geld- oder Sachspende" handelt! Denn in Vereinen mit großer , ehrenamtlicher Jugendabteilung ist es manchmal so, dass der Gesamtbetrag der Spendenquittungen höher ist als die Vereinseinnahmen. Dann kommt schon mal der Hinweis, mit den Spendenquittungen etwas sorgsamer umzugehen. Hin und wieder kommt es auch vor, dass Vereine diese Spendenquittungen nur bei lizeniserten, ehrenamtlichen Trainern akzeptieren und indirekt einen Fortbildungsdruck ausüben.


    Ich finde diese Form der Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Trainer allerdings nicht gerecht. Denn hierbei kommen Schüler, Studenten, Rentner, Hartz-4-Empfänger oder Eltern von Großfamilien mit geringem oder mittleren Einkommen schlecht weg. Denn die Höher der Erstattung dieser "Vereinsspende" durch das Finanzamt hängt davon ab, wieviel der gezahlten Steuern (noch) absetzbar sind!


    Leider ist es dem Verein nicht möglich, die tatsächlich vom Finanzamt an den "ehrenamtlichen Spendern" gezahlten Geldern gerecht unter ihren Trainern zu verteilen. Deshalb wäre ich dafür, diese Form der Aufwandsentschädigung abzuschaffen und durch ein gerechteres System, was den tatsächlichen Aufwand und das Engagement honoriert, zu ersetzten. Diese Honorierung sollte durch den DFB, die Verbände und Kommunen reguliert werden.

  • Hallo,


    ist ja mal ein interessanter Ansatz. Sozusagen könnte ich mir auf diesem Weg wieder einen Teil der Spritkosten zurückholen. Scheinbar scheint es ja bei vielen Vereinen so von statten zu gehen. Dennoch wird dies bei meinem Verein wohl wieder viele Fragezeichen geben und man nicht wissen was man eigentlich möchte.


    Werde es dennoch mal versuchen und euch berichten ;)

  • In meinem Fall läuft es auch auf die von BJL beschriebene Art. Bei mir passt es gut, ich teile aber TW-Trainers Kritik an dieser Praxis, dass sie unverhältnismäßig diejenigen bevorteilt, die ohnehin bereits gut verdienen, während diejenigen, die nur wenig oder überhaupt keine Einkommenssteuer bezahlen, letztlich leer ausgehen oder sich mit deutlich weniger an 'Lohn' zufrieden geben müssen. Außerdem wirkt diese Praxis auf mich schon sehr wie Getrickse, so dass ich die Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale in ihrer jetzigen Form für verfehlt halte. Ich fände es besser, wenn die Vereine tatsächlich in die Lage versetzt würden, sich bei ihren ehrenamtlichen Mitarbeiter auch tatsächlich finanziell erkenntlich zu zeigen. Den Umfang, den die Übungsleiterpauschale hat, finde ich da vom Rahmen her auch durchaus in Ordnung, das könnte dann pro gemeldete Mannschaft oder, vielleicht noch besser, pro Dutzend Kinder und Jahrgang ausgeschüttet werden, und zum Teil vom Verband, den Kommunen, den Ländern und dem Bund bezahlt werden. Schließlich haben ja alle etwas davon. Das wäre aber bestimmt zu kompliziert, außerdem sind ja alle Kassen leer...

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)