Elternteil ignoriert die Regeln

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Hallo zusammen,


    ich habe seit einiger Zeit ein kleines Problem mit einem der Eltern meiner Kids.
    Ich arbeite jetzt schon längere Zeit als Jugenttrainer und trainiere z.Z. eine F-Jugendtruppe.


    In unserem Verein sind noch nie Verhaltensregeln oder Mannschaftsregeln an die Eltern verteilt worden und einen Informationsabend gab es vor der Saison auch noch nie. Weil ich da was verbessern wollte, habe ich jetzt zu Saisonbeginn mal damit anfangen und habe Verhaltensregeln für alle Eltern und Kinder wärend des Trainings bzw Spiels festgelegt und an die Eltern verteilt.
    Grundlegend hatte ich vor, die Eltern über die Arbeit im Jugend- und Kinderfußball zu informiren. Auch wollte ich, das die Eltern wissen, wie man sich beim Kinderfußball wärend der Spiele verhalten sollte.


    Alle Eltern haben das akzeptiert und viele fanden das mit den Regeln sogar ne tolle Sache.
    Jedoch einer der Eltern denkt warscheinlich, das diese Regeln für ihn nicht gültig sind. Er hatte immer die schlechte Angewohnheit sich auf der Tribüne ziemlich lautstark bei Spielen zu verhalten und seine Kommentare ins Spielfeld zu schreien. Seine Reaktion nachdem er die Regeln gelesen hatte waren, das wir hier doch Fußball spielen und nicht Schach und das er weiterschreien wird, weil das beim Fußball ganz normal ist. Er ist halt warscheinlich nicht der hellste und hat von den geschriebenen Argumenten nichts verstanden.
    Doch ich bilde mir sogar ein, das er es jetzt sogar absichtlich noch massiver betreibt, nur um mich damit zu ärgern. :cursing:


    Wie würdet ihr euch jetzt verhalten?
    Am liebsten würde ich ihn ja vom Platz schicken, dann wird es aber ziemlich viel Unruhe im Verein und bei den Eltern geben, weil viele meine Reaktion nicht verstehen.


    LG Daniel

  • Vielleicht wäre es besser gewesen die wichtigsten Regeln zuerst mal an einem Elternabend einzuführen mit der Aufforderung dass jeder, der sich damit nicht abfinden könne die Hand heben soll. Das macht dann keiner. Aber wenn dann einer gegen die Regeln verstösst ist dann auch klar dass er nicht nur gegen die Regeln des Trainers, sondern gegen von allen Eltern akzeptierte Regeln verstösst.
    Zweitens muss hier - bevor du überhaupt was machst - mit dem Verein ein kristallklares Vorgehen abgesprochen sein, resp. muss du sicherstellen, dass der Verein sowohl deine Regeln als auch die Konsequenzen beim Regelverstoss nicht nur abnickt, sondern dich in deinem Fall auch aktiv unterstützt - z.B. bei einem gemeinsamen Gespräch mit den Eltern, dir und der Clubleitung !
    In diesem Gespräch muss den Eltern klar kommuniziert werden, wann und wo sie gegen die Regeln verstossen haben, und dass ihr ihnen gerne helfen werded, im Wiederholungsfall einen geeigneteren Club zu suchen.

  • Ich hab ganz gute Erfahrungen damit gemacht, zunächst schrittweise was zu ändern, zB darum zu bitten, nur Anfeuerungen zu rufen oder zu loben und nicht runterzumachen.


    Einer unserer Trainer hat auch die charmante Eigenschaft, die "sündigen" Eltern ein wenig auf die Schippe zu nehmen und ihnen mal nen netten Spruch zu drücken - und dann wieder auf fachlich umschalten und die Argumente bringen, warum das Reinbrüllen für die Kinder nicht gut ist. Wenn bei Dir im Verein - wie bei unserem - wenige Regeln für Eltern etc bestehen, dann ist das vielleicht ein Weg. Es ist allemal besser, darüber zu lachen und freundlich zu bleiben, als sofort darauf zu bestehen, das die Regeln jetzt gelten... Selbst wenn es zwei Monate braucht, alle Eltern hinter Dich zu bringen, wird es Dich später um so sehr weitergebracht haben! Ich würde es nicht auf einen machtkampf hinauslaufen lassen.

  • Top 1


    Vereinsführung ansprechen und Rückhalt vorab einfordern.


    Top 2


    Ich würde den Mann unter vier Augen ansprechen und ihm sagen, was dich bewegt.


    Es gibt für mich zwei Möglichkeiten des Wie`s. Schätzt du ihn so ein, dass er zuhört, würde ich ihm erklären warum, wieso, weshalb.


    Wenn er dafür nicht zugänglich ist -und das hört sich für mich so an-....dann bekäme er eine Ansage. Das bedeutet, dass du ihm DEINE Regel -abgesegnet vom Verein- so mitteilst....mit anderen Worten, er hält ab jetzt den Mund.


    Ich gehe sogar so weit, dass ich ihm die Konsequenz -so er wirklich so extrem ist- im gleichen Atemzug mitteilen würde...hier....Platzverweis und Betretungsverbot des Vereinsgelände für seine Person.


    Wenn er dann mit Sohnemann fortbleibt, ist das schade...die Maßnahme würde sich gegen seine Person richten und nicht gegen seinen Sohn.


    Steht dein Verein nicht zu dir, würde ich das trotzdem so durchziehen und notfalls müßten die sich einen anderen Trainer suchen.

  • Ich hab es damals so gelöst.. Ich hab ihnen erklärt das ich als erster den Kinder beibringe im Spiel nur auf meine Stimme zu hören und somit jedes Kommentar der Eltern von den Kindern zu ignorieren ist!


    Die Kinder haben das schnell gelernt, weil ich sie ausgetauscht hab wenn sie auf den Vater gehört haben. Am Spielfeldrand hab ich dem Kind das dann erklärt und es war erledigt!


    Diverse andere Kommentare haben sich auch rasch verflüchtigt! Ich hab den Kindern Kinderfußball beigebracht! Nach einigen Spielen haben die Kindern dem Vater oder der Mutter erklärt, dass es bitte nicht so rein schreien soll, weil es ihnen peinlich ist!.. das war aber nicht von mir beabsichtigt, das hat sich einfach so ergeben, bzw. hab ich es damals selbst erlernen müssen weil es mir so ergangen ist!…
    Bei meinem eigenen Sohn.. ich hab immer super und Toll reingeschrieben und dann immer seinen Namen dazugesagt (als Vater .. war damals nicht sein Trainer). Er ist zu seiner Mama gegangen und hat gemeint ihm sei es Peinlich wenn ich immer so laut seinen Namen rufe …. Man glaubt gar nicht wie Reif 7 jährige Kinder sein können, wenn sie zum selbstständigen denken erzogen werden.

    Wer aufhört sich weiter zu entwickeln, hört auf besser zu werden.

  • ja, die regeln... wer regeln aufstellt, dem muss auch bewußt sein, dass er konsequenzen ziehen muss, wenn jemand diese bricht.


    deshalb


    finde ich solche regeln zwar richtig und gut, halte sie aber zwingend für "empfehlungen" und nicht für "regeln".
    warum? ganz einfach. es gibt genug regeln, denen sich viele von uns tag für tag zu unterwerfen haben, manche sind voll in ordnung,
    andere gehen zu weit und nerven. schnell geht man, oft schon aus prinzip, in opposition.
    in meiner freizeit würde ich schon aus reflex in opposition gehen. weil ich mir dort ungern etwas aufzwingen lasse,
    was, eventuell, gegen mein naturell gehen würde. ich müsste quasi überzeugt werden, sachlich, vlt. brauche ich auch zeit mich zu ändern,
    wie auch immer.


    beim thema kinderfußball läuft zur zeit eine revolution ab. vieles, eigentlich fast alles, was früher jahrzehntelang gültig war,
    wird hinterfragt und oft radikal von jetzt auf gleich geändert. ich sage nicht, dass es falsch ist, vieles aber zu schnell, manches auch übertrieben...


    angefangen hat man mit der aussetzung der tabellen bei den jüngeren. folge: die vereine machen ihre tabellen selbst und haben inoffizielle meisterschaften,
    sogar bei den bambinis. folgen? keine! richtig oder falsch? wer weiss...


    fairplay liga ohne schieris mit wechselnden trainern usw. folge: manche machen es, manche nicht. konsequenzen? weiß ich gar nicht, werden vereine gesperrt?


    verkleinerung der felder, der teams. folge: man spricht sich vorher ab, macht felder wieder größer und setzt doch mehr spieler ein als vorgesehen. konsequenz: keine!


    und jetzt die regel "kein reinschreien mehr" (eines vaters). folge: auf allen plätzen dieser welt wird dies trotzdem gemacht.
    konsequenz: ein vater eines vereins bekommt eine platzsperre! (überspitzt formuliert)


    und dies alles innerhalb von gefühlten 4 jahren!
    (ich habe vor sechs jahren mit meiner d-jugend noch auf großtore 11 gegen 11 gespielt, was auch in der e-jugend noch möglich war)


    meine meinung: weniger regeln, mehr empfehlungen, viel mehr aufklärung und mehr zeit bei der umsetzung.

  • weniger regeln, mehr empfehlungen, viel mehr aufklärung und mehr zeit bei der umsetzung


    Vieles wie Spielfeldgrösse, Schiedsrichter etc. richtet sich nach Alter, Können und Ambitionen einer Mannschaft und muss entsprechend diskutiert und immer wieder neu ausgelegt werden. Immerhin ist es ja auch ein längerfristiges Ziel die Kids dann mal an den richtigen Fussball heranzuführen und nicht nur eine virtuelle Kuschelwelt zu schaffen.
    Das Geschrei von Eltern hingegen war für die Kids noch nie gut. Davon bin und war ich schon immer soweit überzeugt, dass ich das mittlerweile schon gar nicht mehr diskutiere - und das sage ich auch so - immer, bei der ersten besten Gelegenheit von Mann zu Mann und Mann zur Frau, ob gefragt oder ungefragt, ob die Eltern "meiner" Kids oder sonst irgendwelche überambitionierten Schreihälse an Turnieren - mir egal.
    Da kann ich auch mal zur Turnierleitung um für Ordnung Stimmung zu machen oder auch mal die Lokalpresse anmachen, ihre Objektive mal auf diese Brülleltern zu richten. Oft geht was.
    Und wenn ein Vater oder eine Mutter meint, er/sie müsse so, um seinen Sohn zu motivieren, dann ist das nicht nur falsch, sondern sein Sohn eben - was uns betrifft - auch defintiv im falschen Verein.
    Denn primär möchten wir Kids ausbilden und nicht die Showtruppe für ansonsten oft hobbylose Eltern machen, deren einzige Wochenendfreude darin zu bestehen scheint, ihre Sprösslinge zum asozialen Brutalospieler hochzupushen.

  • Vielleicht wäre es besser gewesen die wichtigsten Regeln zuerst mal an einem Elternabend einzuführen mit der Aufforderung dass jeder, der sich damit nicht abfinden könne die Hand heben soll. Das macht dann keiner.


    Aber was ist, wenn es einer doch tut? Und dann vielleicht sogar noch Unterstützer findet? Was machst du dann?


    Aber wenn dann einer gegen die Regeln verstösst ist dann auch klar dass er nicht nur gegen die Regeln des Trainers, sondern gegen von allen Eltern akzeptierte Regeln verstösst. Zweitens muss hier - bevor du überhaupt was machst - mit dem Verein ein kristallklares Vorgehen abgesprochen sein, resp. muss du sicherstellen, dass der Verein sowohl deine Regeln als auch die Konsequenzen beim Regelverstoss nicht nur abnickt, sondern dich in deinem Fall auch aktiv unterstützt


    Ja, diese Rückendeckung muss es geben, damit du auch in dem Fall, dass sich einige Eltern uneinsichtig zeigen, dennoch auf die Einhaltung pochen kannst und in der Lage bist, eben auch mit Konsequenzen zu reagieren. Leider befürchte ich, dass in einigen Vereinen der Wunsch, die besten Spieler nicht zu verlieren, indem man gegenüber ihren Eltern auf Konfrontationskurs geht, letztlich aber obsiegen wird... :S

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Aber was ist, wenn es einer doch tut? Und dann vielleicht sogar noch Unterstützer findet? Was machst du dann?


    Dann frage ich ihn ob er/sie das auch in der Schule darf/dürfen. Und wenn nicht, was sie glauben dass das so sei ? Und ob sie meinen, dass ihre Kinder besser lernten wenn ich in ihrer Klasse ihr Kind zur Mathehöchstleistung brülle: "Bring die Lösung, JEEETZT", "DIREKT! " .... - Mittlerweile kann ich das ganz gut - ist immer eine RiesenGaudi ;)
    Es ist wichtig dass die Eltern begreifen, dass wir primär eine (Fussball-)SCHULE sind. Eine Fussballschule, bei der es primär ums LERNEN geht. Und zwar nicht nur im Training, sondern auch in den Spielen. Dass wir auch im Fussball mentale Höchstleistung erbringen und deshalb jede Ablenkung nicht nur nervt, sondern richtiggehend stört weil die Kids mit zuviel an Input überfordert sind.
    Die Kids können nicht lernen, wenn sie weder ihre Peers noch ihren Trainer hören und schon gar nicht wenn sie von aussen gesteuert werden. Habe auch schon Grafiken verwendet, die zeigen wie Stress die Lernfähigkeit negativ beeinflusst.


    Ich sage dann oft, dass ich nicht ausbilden kann, wenn ich nicht die volle Aufmerksamkeit und das Vertrauen der Kids habe. Und wenn ich nicht ausbilden kann, macht die Fussballschule keinen Sinn, und ich möchte ja eigentlich nicht, dass Kinder in ihrer Freizeit was sinnloses machen. Da bin ich dann auch gerne bereit mitzuhelfen, sinnvollere Alternativen zu suchen ;)


    Und wenn Eltern dann immer noch am reingebrüllten VerbalSupport festhalten - kam zwar noch nie vor - ja dann wäre wohl der Zeitpunkt, ihnen noch am gleichen Abend die Austrittsformalitäten zu erklären.


    Irgendwo macht man sich ja auch als Verein unglaubwürdig, wenn man sich zu solchen Themen auf Diskussionen einlässt. Entweder hat man im Verein eine Linie oder man hat keine. Take it or leave it. Fussball ist freiwillig. Es wird keiner gezwungen mitzumachen. Und wenn ich zu wenig Spieler habe, dann trainiere ich lieber die paar wenigen mit Qualität und Ruhe, habe Spass an Grümpelturnieren und finde dort dann schon die 2-3 Spieler die mir noch fehlen. Spieler - die bereit sind 20 Minuten zu fahren weil sie die Schnauze voll haben von ihrem Dorfclub, dem diesbezüglich Regeln und Sicherungen fehlen.

  • Danke für die Ergänzung, Fußballbaron, das ist sicherlich vielen Trainern sehr hilfreich. Ich bin übrigens in diesem Punkt vollkommen einer Meinung mit dir.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • nur das wir uns richtig verstehen: reinrufende eltern sind mir ebenfalls ein greul, schreiende trainer auch, klopp, sammer und die ganzen vollidioten sind schlechtmöglchste beispiele!
    aber das lässt sich durch "regeln" nicht verhindern, nur durch aufklärung. durchsage über mikro finde ich super! aber ständig als trainer rumzulaufen und die eltern bequatschen,
    womöglich auch noch die gegnerischen, wie soll ich dann meinen jungs zur seite stehen? nicht machbar.
    gleichsam verlange ich ein boykott von solchen cholerikern im TV. klopp wird ja als "emotional" abgefeiert, als "der trainer" der zukunft.
    er kann sich präsentieren, man schmeichelt ihm und sein verhalten wird sogar in einer kaugummiwerbung zitiert. er ist halt so.
    das gilt übrigens auch für die meinung hier, die wenigsten stehen diesen auftritten kritisch gegenüber!
    aber letztendlich macht er doch nix andres als die eltern hier, bei denen ihr das anprangert. das passt nicht zusammen...

  • Nur, dass wir uns nicht falsch verstehen, siebener, ich bin auch keiner anderen Meinung als du. Ich bin auch eher der Typ, der versucht, stets Überzeugungsarbeit zu leisten, bisher ist mir das auch noch ganz gut gelungen. Aber für hartnäckige und uneinsichtige Fälle braucht man vielleicht auch mal dann doch eine härtere Gangart bzw. feste Regeln, auf deren Einhaltung man im Extremfall bestehen kann.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • aber letztendlich macht er doch nix andres als die eltern hier, bei denen ihr das anprangert. das passt nicht zusammen...


    Wir dürfen da nie den medialen Erwachsenen-Profizirkus mit KiFu verwechseln.
    Im Profibereich gehörts zur Show. Ist wie Catchen. Die Zuschauer wollen und brauchen das. Sonst käme kein Schwein mehr ins Stadion. Bezahlte Profispieler müssen und können auch mit diesem Tumult umgehen können. Sie werden dafür bezahlt Empfänger schlimmstmöglicher Hetze zu sein.
    Und genau DAS begreifen dann eben Eltern nicht, die Fussball vor allem nur aus dem Fernseher kennen. Immerhin ist KiFu was Neues. Da haben sie noch kein eigenes Bild dafür. Deshalb müssen wir ihnen sagen wie KiFu zu sein hat. Und zwar verbindlich.
    Ich denke da auch, dass lange Vorträge und Diskussion nicht wirklich viel bringen, weil dann immer irgendwie noch das Gefühl herrscht, dass alles immer und grundsätzlich zur Debatte steht. Steht es eben nicht. Es gibt 1000 andere, wichtigere Themen die man diskutieren kann. Ueber die shades of grey des elterlichen Reinbrüllens zu palavern ist - meine Sicht - reine Zeitverschwendung.

  • Noch eine Klammer auf (
    Mir fällt auf dass oft gerade die Eltern reinbrüllen, die dann in den (Turnier-)Pausen ihren Kinder nichts mehr zu sagen haben, und es absolut ok finden, wenn ihr verkannter Fussballgott die ganze Pause an der Playstation rummacht.
    Da liegt mir dann oft was auf der Zunge. Aber ich schluck es dann runter, weil a) wohl eh hoffnungslos und b) brauch ich die Nase noch für Brille ;)
    ) Klammer zu

  • nein, das sehe ich anders: profifußballer und auch die trainer haben vorbildfunktionen!
    oft kommen kinder gerade deshalb zum fußball weil sie so spielen wollen wie xy.
    die profifußballer sind inzwischen alle "weichgespült", ob das gut ist oder nicht, sei mal dahingestellt.
    die trainer allerdings, zb. kloppo ist hier eine absolute rampensau und wird dafür gefeiert.
    er hat vorbildcharakter für eltern, kinder UND trainer.
    das kann und darf man nicht trennen, schließlich sind wir alle beim gleichen dachverband,
    ob die einen damit geld verdienen und die anderen nicht ist egal.


    wie gesagt, hier laufen viele ambivalente blogger rum, die einiges mal so schreiben, dann wiederum entgegengesetzte thesen vertreten.
    ich jedenfalls falle immer direkt auf, wenn ich diesen schwazgelben helden für sein verhalten kritisiere.
    meiner meinung kann niemand, der im kinderfußball "modern" unterwegs ist, dieses verhalten für gut heißen.
    tun aber die meisten, und sei es, wie in diesem fall, dass der vergleich nicht akzeptiert wird.
    ist natürlich ganz einfach, das picke ich mir hier raus und das lass ich mal weg, passt grad nicht.


    konsequenz ist das zauberwort, aber mal ehrlich, will man das wirklich so konsequent durchziehen, für eine sache,
    die für die meisten freizeit darstellt und nicht bezahlt wird? weiss nicht...

  • Ich finde wir sollten in diesem Thread Eltern und Trainergebrüll nicht durcheinander bringen.
    Bei Eltern und KiFu bin ich mir klar. Bei Trainer und KiFu sehe ich das differenzierter: Da gibt es tatsächlich Kinder die kommen tatsächlich erst auf 100% wenn sie dazu verbal getrieben werden. Ob, wo und ab wann das Sinn macht ist aber eine andere Diskussion die ich hier nicht führen möchte.

  • tja, wie ich geschrieben habe. jeder hat gründe und toleranzen und sucht sich das für ihn beste raus.
    das ist nicht konsequent und hat für mich keine substanz.


    wie soll ein brüllender trainer wohl einem vater sinnvoll erklären sein brüllen sei in ordnung, das des vaters nicht?
    erst steht für mich das brüllen an sich, dann der inhalt, der vlt. beim trainer sinnvoller sein könnte,
    das aber von kindern oft nur als lautes gebrüll wahrgenommen wird und nicht als coachen.

  • Bin da auf Deiner Seite, siebener.


    Ich habe mich vom Profifußball weitestgehend abgewandt. Da gefällt mir zu viel nicht bzw. nicht mehr.
    Dieses kloppsche Getobe geht meines Erachtens gar nicht, auch nicht die Art und Weise, wie er zum Teil über Gegner und Schiedsrichter spricht.


    Ich bin als Trainer Vorbild für die Jungs und für die Eltern, genau so sind auch die, die ihr Geld mit Fußball verdienen, Vorbilder. Man kann da also auch nicht trennen zwischen Eltern- und Trainergeschrei.
    Oft ist es auch so, dass die Mischung stimmt, das heißt, Brülltrainer haben oft mehr Brülleltern im Gepäck.


    Wir hatten auch einen Brüllvater, der kollektiv eingebremst wurde. Allen anderen ging er nämlich auf die Nerven. Der Jugendleiter zum Beispiel sprach ihn direkt an (und nicht leise), dass seine Anweisungen nicht nötig seien, da ja zwei Trainer an der Auslinie stünden. :D

    "Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind."
    Terry Pratchett

  • Danke erst mal für die vielen Antworten.
    Ich bin da echt überrascht wie viele unterschiedliche Wege hier vorgeschlagen werden.


    Ich bin mit "Fußballbaron" einer Meinung. Ich werde mal bei der Vereinsleitung das Thema zur sprache bringen und schauen ob ich sie da hinter mir habe. Da ich auch ein Teil der Vorstandschaft bin, dürfte das nicht so problematisch sein. Als zweites werde ich dann falls es nicht besser wird noch ein Einzelgespräch mit diesem Elternteil ansetzten, auch mit dem Aufzeigen der Konsequenzen eines weiteren absichtlichen Fehlverhaltens.


    Leider kann ich "siebener" in diesem Bereich nicht ganz recht geben. In einer Gemeinschaft oder einem Team muß man sich an Regeln halten können, auch wenn es in der Freizeit ist. Sonst würde alles aus dem Ruder laufen.
    Man solllte auch nicht den Fehler machen Erwachsenenfußball mit dem Kinderfußball zu vergleichen. Erwachsene können mit lärmenden Zuschauern und laut komunizierenden Trainern besser umgehen als Kinder.

  • gelbwoschtsemmel


    Danke für deinen Beitrag, in dem du ein typisches Beispiel von falschem Elternverhalten aus Trainersicht eindrucksvoll beschreibt.


    Um richtig und angemessen darauf reagieren zu können, machen sie Trainer und andere Vereinsverantwortliche Gedanken, sich in die "Haut des Anderen" zu versetzen. Was mag so einen Vater dazu treiben, ohne Rücksicht auf Kinderinteressen ins Spiel hineinzubrüllen. Könnten es dessen Erfahrungen aus den Kindertagen sein, wo dieser Mensch von seinen Eltern und Lehrern herum kommandiert, angebrüllt und sogar geschlagen wurde?
    Reste dieser autoritären Erziehung und das damit verbundene Verhalten findet man auch noch heute, meist in den sozialen Unterschichten vor. Aber läßt sich daraus ein Recht auf nonverbale Gewalt, denn nichts anderes ist ja das Gebrüll, ableiten? Ich denke, diese Frage ist mit einem glasklaren Nein zu beantworten. Diese Gesellschaft, jeder Verein ist ein Spiegelbild davon, duldet soetwas nicht! Denn sie bevorzugt ein fürsorgliches, partnerschaftliches Verhalten.


    Nun gibt es insbesondere für unerfahrene Trainer das Problem, wie man darauf angemessen reagieren soll?


    Hier wurde bereits angemerkt, dass man ja für Unruhe im Verein sorgen könnte, wenn man auf die Einhaltung von Regeln beseht. Könnte dieser Vater dadurch zum Opfer des Vereins werden?


    Nachfolgend ein Vorschlag zur Abwicklung:
    1. Natürlich sollte man sich der Rückendeckung durch den Verein versichern.
    2. Als unerfahrener Trainer sollte man beim ersten Gespräch den Jugendobmann dabei haben. Falls dessen Terminkalender zu voll ist, einen erfahrenen Trainerkollegen dazu bitten. So ist gewährleistet,
    das dieser Vater nach dem Gespräch keine falschen Behauptungen aufstellen kann.
    3. Kurze, klare Erläuterung, welche negativen Folgen sein Verhalten auf die Mannschaft hat
    4. Unmißverständliche Erklärung, das solch ein Verhalten vom Verein unerwünscht ist
    5. Appell das Verhalten unverzüglich zu ändern und nicht mehr ins Spiel hineinzubrüllen, andernfalls wird vereinsseitig empfohlen von den Heim- und Auswärtsspielen fernzubleiben. Falls danach keine
    Einsicht zur Verhaltensänderung erkennbar ist, sollte der Vereinsaustritt nahegelegt werden.

    Damit die Vereinsruhe nicht unnötig lange strapaziert wird, sollte der Gesprächstermin zeitnah erfolgen!


    Ich bin mir bewußt, dass man seine Zeit mit angenehmeren Dingen verplanen möchte. Aber soetwas kann vorkommen, weshalb es Lösungen dafür braucht. In den meisten Fällen ist danach die Einsicht vorhanden, weil man die nötigen Informationen dazu bekommen hat. Man muß nicht mit jedem befreundet sein, jedoch ausreichend gegenseitige Achtung haben, um fair miteinander umgehen zu können. Nur in besonders hartnäckigen Fällen geht man danach getrennter Wege.