Den gestrigen Bericht im ZDF "Vereine kämpfen mit hohen Stromkosten" fand ich mal wieder typisch: Da werden im Hintergrund die ganze Zeit kleine, Sport treibende Kinder als sozialer Faustpfand gezeigt und dazu von Vorständen wie Herrn Schlösser vom Krefelder VfR Fischeln gejammert: es klaffe ein Lücke zwischen dem städtischen Zuschuss von 25.000 und ca. 35.000 (o. 37.000) Euro pa. Diesen Differenzbetrag könne kein Amateurverein stemmen - lächerlich: die Bilanz unseres Dorfvereins zB liegt bei ca. 80.000 Euro - wieso sollen da 10.000 Euro jedem Amateurverein das Genick brechen? Die "Personalkosten" bei uns vor Ort liegen zB bei ca. 40.000 Euro, und da sollte lieber keiner näher nachfragen, wo dies Geld hin geht. Das Skandalöse bei dieser Betteltour liegt für mich aber darin: bei uns bei fast allen Vereinen ringsum wird in der Jugend kaum jemals geduscht o. unter Flutlicht trainiert, also Strom u. Wasser in Menge verbraucht. Dies geht fast ausschließlich auf Kosten des Herrenbereichs, der eben statt um 16.00 um 19.30 Uhr beim teuren künstlichen Licht trainiert und wo praktisch alle stets duschen etc., zwar zT 3mal wöchentlich bei viel längerer Saison wie bei den Kiddies: die übrigens im Bericht natürlich Null zu Wort kommen, klar!
Wer also produziert die hier bejammerten Kosten: die Kids, mit denen man um mehr Geld bettelt, als käme es ihnen zugute? Nein, es sind die Herren, die durchaus ein paar Euro für ihr Duschen mehr bezahlen könnten, die sie zuhause ja sparen! Aber so macht man eben Politik bzw. Marketing auf der Jagd nach öffentlichen Geldern u.a. Vorteilen: Platzwart bezahlt auch die Stadt. Man zeigt Kinder als vermeintliche Nutznießer vor, obwohl in deren Teams meist noch das Material von oft kostenfrei tätigen Trainern selbst besorgt wird: ganz im Gegensatz zu denen, denen alles am Ende nutzt: den Herren (o. seltener auch Damen, jedenfalls finanziell eigenständigen Erwachsenen)! Und ZDF-Journalisten präsentieren dies völlig unkritisch o. ahnungslos wie Hofberichterstatter der Vereinsbosse. Das wirft ein Licht sowohl auf den Zustand der öffentlich-rechtlichen Massenmedien wie des Vereinsleben; man ahnt, wieso Jugendteams ab BL Pflicht sind: soziale Verantwortung muss über Jugendarbeit vorgetäuscht präsentabel sein. Denn für irgendne 1.Herren als Spielzeug von Vorstand/bezahltem Trainer sowie Werbetool der Sponsoren würden knappe öffentliche Gelder sicher nie so leichthin fließen, oder?
Mich ärgert das ungemein: Auch so werden Kinder aus- wie benutzt, da diese Tour echt parasitär ist: dass zum Schein so getan wird, als käme das von der Stadt mehr erbettelte Geld direkt den gezeigten schwächsten Gliedern unserer Gesellschaft zu, obwohl doch jeder inside wissen müsste, wer diese Strom- u. Wasserkosten zu über 90 % verursacht: Erwachsene mit Jobs, Auto und mehr! Warum kümmert sich kein Lokalpolitiker je darum, dass die öffentlichen Mittel auch wirklich den Hilfsbedürftigen zugute kommen, von den Vereinsvorständen ganz zu schweigen, die eben wie im Beispiel offenbar ihr eigenes Süppchen kochen statt für die sich vorrangig einzusetzen, die sie als Objekt so gern vorzeigen u. doch in der Praxis meist alsbald "vergessen" (zB bei vielen Teamauflösungen in E- bis A-Jugend, wie ich oft schilderte). Die Stadt verspricht Umschichtungen - am besten bei KiGa o. Schule an der Ausstattung sparen - für die Herren... ![]()
![]()
