Fußball Trix

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    Wie findet ihr diese Philosophie?
    Seid ihr mit ihr einverstanden?
    Werden bei euch im Training auch Tricks trainiert?
    Welchen Typ(Stratege, Fighter,Styler) ist bei euch am häufigsten?

  • Bei uns (D-Jugend) werden keine Tricks trainiert. Grund: beide "Trainer" sind keine Fußballer! Tja, so etwas ist im deutschen System Fußball eben möglich, zT normal. Ansonsten werden die gezeigten Dinge den kindlichen Spieltrieb durchaus animieren, auch wenn die Effektivität innerhalb realer Spielpraxis sich nicht so demonstrieren lassen wird wie im Film, in dem etwas viel geredet wird ;)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Fussball Trix ist eigentlich keine Philosophie. Es ist einfach ein Buch mit einer systematisch geordneten Sammlung von Fussballtricks mit Begleitmaterial wie z.B. Videos und die Daumenkinos.
    Als Erwachsener und Fussballtrainer ist vor allem das Konzept der Systematik interessant. Munz bietet damit ein Grobraster um auch mal die eigenen Tricks und Tips einordnen zu können und ein Vokabular um darüber zu sprechen.
    Kids dürften aber mit dem Buch überfordert sein. Mindestens meine Jungs (9 und 11) waren es, respektive waren sie gefühlte tausend mal schneller einen Trick zu lernen wenn ich ihnen den vorzeigte als wenn sie sich denn an Hand des Buchs hätten erarbeiten müssen.
    250 Tricks sind auch definitiv zu viel. Das sind die Kids überfordert. Was hier hilfreich wäre ist eine Liste der für die Kids im echten Spiel sinnvollsten und wirksamsten Tricks. Auch eine Anleitung mit welchen einfachen Tricks man beginnen könnten um sie dann mit weiteren Bewegungen zu komplexeren auszubauen wäre hilfreich.


    Ansonsten: Tricks im Training kann ich nur empfehlen. Tricks faszinieren die Kids und sind wohl die motivierendste Art um mehr in Sachen Koordination, Beweglichkeit und genereller Motorik zu machen. Nicht zuletzt fördern Tricks die Beidfüssigkeit, Ballgefühl und überhaupt das allgemeine Bewegungsrepetoir der Kleinen, was sie dann auch ohne Trickserei viel agiler udn weniger "hölzern" auftreten lässt. Tricks sind auch was, was die Kids auch gern mal zu Hause oder auf dem Pausenhof üben. Tricks sind bei Kids auch immer ein gutes Gesprächsthema und ein dauernder Miniwettbewerb. Mit Tricks pushen sie sich gegenseitig zu "Leistung".


    Mir persönlich ist es immer wichtig dass auch die Kleinsten ganz klar zwischen Tricks und Spiel unterscheiden können. Ich versuche auch zu vermitteln dass die Tricks möglichst immer Teil eines grösseren Spiels, respektive umfassenderen Uebungsanlage sein sollten, also nicht nur für sich allein geübt, sondern vor allem in den 1:1 Blöcken angewendet werden sollen.

  • Fußballbaron hat Recht, Munz hat in den Trix eine eigene Taxonomie entwickelt und Begriffe des Street-Talk eingeführt. Seine grundsätzlichen Überlegungen zu den verschiedenen Verhaltensarten von Abwehrspielern sind durchaus interessant und lassen sich auch in die offensive Individualtaktik übertragen. Was die Unmenge an Trix anbelangt, so kommt man auf diese, indem man das gute Dutzend (aus der Erinnerung, ich habe schon eine Weile nicht mehr rein geschaut) der Basis-Moves verschieden kombiniert. Da unterscheiden sich einige Trix dann nur minimal voneinander. Die Basistechniken gehören zumindest teilweise durchaus zum Repertoire, das man im Bereich der offensiven Individualtaktik schulen kann und sollte. Mir gefällt auch der höhere Grad an Systematik bspw. gegenüber dem Fintentraining des DFB, wo ja nur einige fertige Finten mit höherem Bekanntheitsgrad, z.B. der Matthews-Trick, der Rivelino oder der Übersteiger, vorgestellt werden. In dieser Hinsicht sind die Fußball Trix den Coerver-Moves ähnlicher, wobei ich noch keinen detaillierten Vergleich vorgenommen habe.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Als ehemaliger Jugendkoordinator habe ich sehr viele Jugendspiele und Jugend-Trainingseinheiten beobachtet. Und dabei ist mir etwas aufgefallen:
    versucht ein Spieler beim Trainingsspiel einen Trick (Übersteiger, Hackentrick usw.) und der misslingt auch noch, dann habe ich auf dem Platz schon manche Betreuer bzw. Trainer fast einen Herzinfarkt erleiden sehen. Sie haben den Spieler angebrüllt und darauf bestanden diese Tricks zu unterlassen.


    Ich sehe das aber genau anders. Wann, wenn nicht im Training(-Spiel) sollen die Kinder solche technischen Fähigkeiten erlernen? Lasst die Kinder ruhig mal den Freiraum für solche Experimente. Natürlich muss es sich in Maßen halten. Aber für die Spielerentwicklung ist es geradezu notwendig, sie solche Dinge üben zu lassen.

  • Centman:


    Hier kann ich Dir nur zustimmen. Und ich kenne diese Trainer auch. Sogar in den so "wichtigen" Pflichtspielen können und müssen diese Dinge ausprobiert werden.

  • Mal davon abgesehen dass "Anbrüllen" in die Mottenkiste gehört, versuche ich die Lösung mit meinen Jungs irgendwo in der Mitte zu finden.
    Ich persönlich bin der Meinung, dass wenn Kids die Tricks BEHERRSCHEN, dass sie diese auch - in vernünftigen Dosen - anwenden dürfen, oder, sollte es die Situation erfordern, sogar müssen.
    Weniger toll finde ich es jeweils, wenn Spieler 3, 4 Tricks aneinanderhängen und dabei die ganze Bewegung des Spiels zum Erliegen bringen und es dann fast zwangläufig zur "Rudelbildung" kommt.
    Solange aber der Spieler und der Ball beim Tricksen in Bewegung bleiben, sie nicht die Räume ihrer Mitspieler "zulaufen" oder ihren Peers auf die Füsse treten, ist das für mich ok. Nein sogar super!
    Sobald der Spieler aber SEINE "Show" hatte, erwarte ich von ihm, dass er sich diesbezüglich zurücknimmt und mannschaftsdienlich versucht auch den anderen eine Showvorlage zu liefern.
    Das zu den Meisterschaftsspielen, Turnieren etc.


    Mit meinen Jungs spielen wir an den Wochenenden Strassenfussball. Da ist Tricksen ein MUSS. Tore fast nebensächlich. Streetball und Vereinsfussball ergänzen sich für Jugendliche, meiner Meinung nach, optimal. Futsal läge dann wohl, was das Tricksen betrifft, irgendwo in der Mitte.

  • Ich könnte mir vorstellen, dass es für die Jugend motivierend sein könnte an Turnieren nicht nur den Torschützenkönig und besten Torwart auszuzeichnen, sondern auch den besten "Trickser". Hierbei müsste der Fokus natürlich vor allem auf Qualität statt Quantität liegen.
    Was meint ihr? Ware das was ?

  • Ich halte von Einzelauszeichnungen grundsätzlich sehr wenig, wie ich bereits zu einem anderen Thema schrieb. Hier die besten Trickser extra auszuzeichnen könnte auch dazu führen, dass vermehrt Finten rein um der Finten willen gezeigt werden. Bei einer nicht unerheblichen Zahl von Teams wird bei Turnieren um des Sieges Willen wenig oder nicht rotiert, so dass auch hier wieder die Spieler in der Abwehr benachteiligt wären.

  • Ja Karl, da bin ich schon auch bei dir, dass Einzelauszeichnungen genau die Mannschaften bevorteilen die eben gerade NICHT rotieren. Deshalb stellen wir auch nur ganz selten den Torschützenkönig obwohl wir die meisten Turniere gewinnen.
    Aber WENN man denn schon EinzelPreise verteilen muss, dann denke ich, wäre die Chance auf den "Mister Trickser" gleichmässiger verteilt, als auf Torschützen und Torwarte. SO habe ichs gemeint ;)

  • Natürlich soll ein Spieler auch in seinen technischen Fertigkeiten ausgebildet werden, denn es kann überall auf dem grünen Rasen zu Zweikämpfen kommen, in denen man offensiv wie defensiv gut geschult sein sollte! Finten gehören zum Fussball, das ist gar keine Frage!


    Wenn allerdings das Niveau steigt und die Anforderungen an Individual-, Gruppen- und Mannschaftstaktik steigen, dann stören die nicht zwingend eingeleiteten Dribblings den Spielaufbau! Denn sie geben dem Gegner die Zeit, die er braucht, um seine Abwehrordnung wieder herzustellen, Druck auf den Ball auszuüben und damit auch Zugriff auf den Ball bekommen!


    Mit Trix im klassischen Sinne können im modernen Spiel kaum Spiele entschieden werden, denn man möchte den Zweikampf vermeiden, weil der Ball im Passspiel schneller und besser zur gegnerische Tor getragen wird! Hier kommt es meist lediglich darauf an, den entscheidenen Zweikampf zu gewinnen!

  • TW-Trainer +++++
    (Da wir hier nicht werten können mache ich das mit + und - Zeichen. 5 x + = volle Zustimmung zum letzten Beitrag :thumbup:

  • Möchte hier einfach noch einschieben dass ich die Trickserei vor allem für die Motivation von Spielern und Zuschauern als wichtig erachte. Spieler die Tricksen können bekommen oft auch den Respekt des Gegners.
    Tricks sind, nebst Jonglieren, auch das was die Jungs vor allem auch gerne zu Hause und auf dem Pausenhof üben. Für die Koordination, Beweglichkeit, Bewegungsportfolio etc. ist das genial und hilft den Jungs in jeder Beziehung.


    DAS sollte man nicht unterschätzen!
    Klar, wenn das Resultat im Vordergrund steht, muss sich auch Mr. Trickkiste mal zusammenreissen. Aber dafür sind wir Coaches ja da um hier die Dosis festzulegen.

  • bin ein absoluter Freund des Tricksens, auch schon als Spieler. und Spieler sollten dadurchaus einiges beherhschen. ich hab jedoch ständig versucht zu vermitteln, dass im Spiel die Trickserei nicht wegen der Trickerei geschehen soll, sondern zu einem zielgerichteten Ergebnis führen sollte.


    bei klarer Führung kann man dann aber durchaus mal was für die Galerie tun. gehört auch zum Fussball.


    gg.

  • @Fussballbaron:


    Ich denke, dass wir hier meinungsmässig nah beieinander sind. Die Spieler müssen auch später in der Lage sein, Spielsituationen durch Finten und/oder Dribblings für sich zu entscheiden auch wenn der überwiegende Teil im Spiel anders gelöst wird. Dafür müssen sie diese aber in der Jugend lernen und auch im Spiel anwenden dürfen. Dass dabei viele Fehler passieren und oft auch einmal durch den Spieler übertrieben wird, sehe ich als völlig normal an. Es liegt dann an den Trainern, die Spieler in die Lage zu versetzen, dass sie später möglichst oft die richtigen Mittel zur Lösung finden.

  • @Fussballbaron:


    Ich denke, dass wir hier meinungsmässig nah beieinander sind. Die Spieler müssen auch später in der Lage sein, Spielsituationen durch Finten und/oder Dribblings für sich zu entscheiden auch wenn der überwiegende Teil im Spiel anders gelöst wird. Dafür müssen sie diese aber in der Jugend lernen und auch im Spiel anwenden dürfen. Dass dabei viele Fehler passieren und oft auch einmal durch den Spieler übertrieben wird, sehe ich als völlig normal an. Es liegt dann an den Trainern, die Spieler in die Lage zu versetzen, dass sie später möglichst oft die richtigen Mittel zur Lösung finden.

  • Karl
    Wenn ich als Trainer dahinter eine Idee erkennen kann, dann spielt es für mich nicht so sehr eine Rolle, ob sie geklappt hat oder nicht! Denn um Spielintelligenz zu fördern, muß man auch ein gewisses Maß an Risikobereitschaft fördern. Wer immer nur Angst vor Fehlern hat, der wird sich kaum weiterentwickeln können.


    Es ist allerdings so, dass beim früheren, gegnerorientierten Spiel ein gewonnener Zweikampf mehr Vorteile brachte, als beim heutigen ballorientierten Spiel. Denn bei Letzerem wird nicht nur der ballführende Spieler von seinem Gegenspieler attackiert, es werden ihm auch Passwege (mittels Deckungsschatten) zuzustellt. Ferner geht es gar nicht darum, immer sofort in den Zweikampf zu gehen, sondern einen Gegner zunächst zu stellen, zu Doppeln und nach Balleroberung blitzschnell umzuschalten. Früher ist der Gegenspieler nach Balleroberung erst mal gelaufen! Wenn er den Ball weit genug vorgelegt hatte, dann hat er mal geschaut, was sich da so tummelt und dann entschieden, ob er abspielt oder dribbelt! Schau dir dazu mal ein Bundesliga- oder Länderspiel aus den 60-er Jahren an. Damit würdest du heute kaum eine Bezirksligamannschaft einen Schrecken einjagen können.


    Es ist ja auch gut so, dass sich der Fussball weiterentwickelt hat und für den Zuschauer insgesamt interessanter geworden ist. Natürlich schnallst auch heute jeder Fussballinteressierte, wenn ein Dribbelkünstler auf engsten Raum seine Mitspieler austanzt! Er hält es aber für "brotlose Kunst", wenn es dann nicht zum Torabschluß kommt!

  • Dass dabei viele Fehler passieren


    wohl eine ganz neue Erkenntnis. seit wann dürfen die Jungs , das im Training erlernte umsetzten und dabei Fehler machen dürfen?


    ich glaube aber schon, dass sich dass wir uns hier in der Grundrichtung ziemlich einig sind.


    Übrigens, die Kids von heute haben viel mehr, ausgefeiltere Tricks und können die auch besser, wie die von TW erwähnten
    60 Jahren.


    @TW etwas muss ich dir schon widersprechen. Habe Anfang der 70iger Bezirks- und Landesliga gespielt, Mit Ball erobern, laufen,
    selbst lang vorlegen und dann noch überlegen was man anschliessend macht, wäre ich damals schon bei uns in die 3. Mannschaft verbannt worden.


    Es ging alles nur viel viel langsamer ab.


    Dafür hattest du als Offensivspieler immer einen Gegenspieler auf den Füssen stehen.
    Wer da dann nicht mit Körpertäuschungen und Tricksen ausgestattet war, stand auf ziemlich verlorenem Posten.



    Übrigens TW, es gibt auch andere Ansichten über die damalige Zeit. Ams Sonntag mit einigen meiner damaligen Spielerkollegen der
    jetztigen 1. Mannschaft zugeschaut. Nach den Kommentaren zu urteilen, waren wir damals viel besser, haben alles viel richtiger gemacht,
    waren schneller,( wohl im Denken?) als die jetztigen, obwohl die jetzt 2 Klassen höher spielen und souveräner Tabellenführer sind.


    Zum Glück ist dann jedoch nach dem Spiel wieder die Realität eingetreten. Alzheimer ging noch einmal an uns vorbei.
    gg

    Einmal editiert, zuletzt von guenter ()