Die "Rugbi-Nummer" möchte ich besser nicht kommentieren, sonst kommen wir noch aufs "Barren", bei dem die Pferde anschließend höher springen als sie müssen!
In einer normalen Mannschaft im Breitensportbereich sollte es nicht zu einer Situation kommen, in der der Trainer die Geduld verliert und das Kind nach Hause schickt. Hier hilft der Dialog mit den Eltern und dem Jugendleiter, wenn es Probleme gibt.
Anders sieht es hingegen im Leistungsbereich aus! Je früher ein Kind in einen größeren Verein mit Leistungsabteilung wechselt, je unsicherer sind die Erfolgsprognosen. Hinzu kommt, dass nicht jedes Talent, was mit den entsprechenden Anlagen ausgestattet ist, auch auf diesem Niveau trainieren und spielen möchte. Dies gilt genauso für Kinder, deren sportliche Entwicklung nicht den erwarteten Verlauf nimmt. Es quält sich und der Abstand zu den anderen Mannschaftsmitgliedern wächst!
Gemeinsame, primäres Ziel von Trainern im Nachwuchsbereich des Breiten- und Leistungssports ist es nicht, mit ihrer Mannschaft den Meisterschaftstitel zu erringen. Ziel ist die umfassende fussballerische Ausbildung jedes Spielers sicherzustellen. Wenn auf dem Weg zur Ausbildung für spätere Aufgaben im Seniorenbereich ein Meitertitel errungen wird, dann ist das schön, über das man sich in dem Moment freuen kann. Es taugt aber nicht für eine individuelle Erfolgsbeschreibung eines Nachwuchsakteurs, weil sich danach schon wieder das Team, Trainer, die Liga und Gegner ändern!
Für die Ausbildungserfolgsbegleitung im Leistungsbereich bedarf es eines regelmäßigen Dialogs. Für einen partnerschaftliches Miteinander erachte ich es für sinnvoll, dass man mindestens im halbjährlichen Rhythmus ein Gespräch zwischen Trainer, Jugendleiter und Spieler und Eltern führt. Hierbei soll geprüft werden, in wieweit die gegenseitigen Erwartungen (Motivation - Leistung - Ausbildung) erfüllt werden.
Heutzutage entscheiden lediglich die Vereine, nach welchen Kritierien aussortiert wird. Ebenfalls meist ohne vorherige Gespräche wechseln die Talente ihren Verein, wenn man sich nicht mehr wohlfühlt!
Für die Kinder und deren Eltern ist dies dann nicht immer verständlich kommuniziert, weshalb diese Kinder in ein anschließendes Leistungsloch fallen und dem Fussball manchmal gänzlich verloren gehen.
Für die Vereine für jahrelange, aufopferungsvolle Nachwuchsarbeit nicht zum gewünschten Ziel, genügend Talente für den Seniorenbereich zu entwickeln, wenn hochveranlagte Talente sich kurz vor Ausbildungsabschluß für einen anderen Club entscheiden.
Für die transparente Erfolgsbeschreibung im Leistungsbereich bedarf es für beiden Seiten hin überprüfbarer Ausbildungsziele. Manchmal gibt es diese sogar, aber es fehlt die Verbindlichkeit der handelnden Personen. Wenn es z.B. im Moment nur der FC Freiburg schafft, 6 Spieler aus der eigenen Nachwuchsabteilung in den Profikader auszubilden, dann kann man vermuten, dass trotz DFB-Auflagen jährlich Millionenbeträge für den Nachwuchsbereich "verbrannt" werden, weil es an Kontrolle fehlt! Statt die Rahmenbedingungen zu prüfen, werden in regelmäßigen Schnellschüssen Trainer oder Spieler ausgetauscht!
Wer meint, er könne seine Ausbildungsziele im Jugendberich in Meisterschaftsrängen beschreiben, wird immer wieder vor Überraschungen stehen, weil es lediglich eine Momentaufnahme ist, die von Gegnern und Liga beeinflußt wird.
Ich warte nur darauf, bis eines Tages ein Verein auf die Idee kommt, die für ihn günstigen Teile der DFB-Auflagen zu nutzen, sie durch vereinsspezifische Elemente zu optimieren und so eine deutlich höhere Quote an Talenten auszubilden. Es würde sich auch lohnen, angesichts der Summen, die im Raum stehen. Wenn ich allein an die Beraterprovisionen denke, die ausgegeben werden müssen, weil vielerorts die Hausaufgaben noch nicht ordentlich gemacht werden!
