Kind angst vor zweikämpfen

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Die "Rugbi-Nummer" möchte ich besser nicht kommentieren, sonst kommen wir noch aufs "Barren", bei dem die Pferde anschließend höher springen als sie müssen!


    In einer normalen Mannschaft im Breitensportbereich sollte es nicht zu einer Situation kommen, in der der Trainer die Geduld verliert und das Kind nach Hause schickt. Hier hilft der Dialog mit den Eltern und dem Jugendleiter, wenn es Probleme gibt.


    Anders sieht es hingegen im Leistungsbereich aus! Je früher ein Kind in einen größeren Verein mit Leistungsabteilung wechselt, je unsicherer sind die Erfolgsprognosen. Hinzu kommt, dass nicht jedes Talent, was mit den entsprechenden Anlagen ausgestattet ist, auch auf diesem Niveau trainieren und spielen möchte. Dies gilt genauso für Kinder, deren sportliche Entwicklung nicht den erwarteten Verlauf nimmt. Es quält sich und der Abstand zu den anderen Mannschaftsmitgliedern wächst!


    Gemeinsame, primäres Ziel von Trainern im Nachwuchsbereich des Breiten- und Leistungssports ist es nicht, mit ihrer Mannschaft den Meisterschaftstitel zu erringen. Ziel ist die umfassende fussballerische Ausbildung jedes Spielers sicherzustellen. Wenn auf dem Weg zur Ausbildung für spätere Aufgaben im Seniorenbereich ein Meitertitel errungen wird, dann ist das schön, über das man sich in dem Moment freuen kann. Es taugt aber nicht für eine individuelle Erfolgsbeschreibung eines Nachwuchsakteurs, weil sich danach schon wieder das Team, Trainer, die Liga und Gegner ändern!


    Für die Ausbildungserfolgsbegleitung im Leistungsbereich bedarf es eines regelmäßigen Dialogs. Für einen partnerschaftliches Miteinander erachte ich es für sinnvoll, dass man mindestens im halbjährlichen Rhythmus ein Gespräch zwischen Trainer, Jugendleiter und Spieler und Eltern führt. Hierbei soll geprüft werden, in wieweit die gegenseitigen Erwartungen (Motivation - Leistung - Ausbildung) erfüllt werden.


    Heutzutage entscheiden lediglich die Vereine, nach welchen Kritierien aussortiert wird. Ebenfalls meist ohne vorherige Gespräche wechseln die Talente ihren Verein, wenn man sich nicht mehr wohlfühlt!


    Für die Kinder und deren Eltern ist dies dann nicht immer verständlich kommuniziert, weshalb diese Kinder in ein anschließendes Leistungsloch fallen und dem Fussball manchmal gänzlich verloren gehen.
    Für die Vereine für jahrelange, aufopferungsvolle Nachwuchsarbeit nicht zum gewünschten Ziel, genügend Talente für den Seniorenbereich zu entwickeln, wenn hochveranlagte Talente sich kurz vor Ausbildungsabschluß für einen anderen Club entscheiden.


    Für die transparente Erfolgsbeschreibung im Leistungsbereich bedarf es für beiden Seiten hin überprüfbarer Ausbildungsziele. Manchmal gibt es diese sogar, aber es fehlt die Verbindlichkeit der handelnden Personen. Wenn es z.B. im Moment nur der FC Freiburg schafft, 6 Spieler aus der eigenen Nachwuchsabteilung in den Profikader auszubilden, dann kann man vermuten, dass trotz DFB-Auflagen jährlich Millionenbeträge für den Nachwuchsbereich "verbrannt" werden, weil es an Kontrolle fehlt! Statt die Rahmenbedingungen zu prüfen, werden in regelmäßigen Schnellschüssen Trainer oder Spieler ausgetauscht!


    Wer meint, er könne seine Ausbildungsziele im Jugendberich in Meisterschaftsrängen beschreiben, wird immer wieder vor Überraschungen stehen, weil es lediglich eine Momentaufnahme ist, die von Gegnern und Liga beeinflußt wird.


    Ich warte nur darauf, bis eines Tages ein Verein auf die Idee kommt, die für ihn günstigen Teile der DFB-Auflagen zu nutzen, sie durch vereinsspezifische Elemente zu optimieren und so eine deutlich höhere Quote an Talenten auszubilden. Es würde sich auch lohnen, angesichts der Summen, die im Raum stehen. Wenn ich allein an die Beraterprovisionen denke, die ausgegeben werden müssen, weil vielerorts die Hausaufgaben noch nicht ordentlich gemacht werden!

  • Zitat

    Gemeinsame, primäres Ziel von Trainern im Nachwuchsbereich des Breiten- und Leistungssports ist es nicht, mit ihrer Mannschaft den Meisterschaftstitel zu erringen. Ziel ist die umfassende fussballerische Ausbildung jedes Spielers sicherzustellen.


    Ich erlaube mir, dieses Zitat von TW -Trainer noch einmal herauszustellen, da es m.M.n. groß in jedem Vereinsheim aushängen sollte und jedem Nachwuchstrainer eingebleut gehört.


  • Ich erlaube mir, dieses Zitat von TW -Trainer noch einmal herauszustellen, da es m.M.n. groß in jedem Vereinsheim aushängen sollte und jedem Nachwuchstrainer eingebleut gehört.


    Ich habe es mir auch gerade aus dem HTML-Code heraus und in die Textverarbeitung rein geholt und ein paar Stellen gelb markiert. Es kommt in die Sammlung von Argumentationshilfen.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • von meiner persönlichen Einstellung her stimme ich euch zu.


    ist das aber die Realität in kleineren Vereinen? ist denen die beste Ausbildung wirklich vorrangig?


    wie bekommen wir eine Mannschaft zusammen, haben wir genügend Trainer, wo bekommen wir die fehlendenden Schiris her,
    läuft der Spielbetrieb und Trainingsbetrieb einigermassen regelmässig und mit geringen Problemen ab, kriegen wir noch
    einen Vorstand zusammen?
    da bleibt die beste Ausbildung höchstens ein Randthema. hab bestimmt schon so etwa 50 Mitgliederversammlungen miterlebt.
    Noch nicht ein einziges Mal war Ausbildungsziele ein Thema gewesen.


    Geht es den dortigen Eltern, die ihr Kind im Verein anmelden in der Masse um beste Ausbildung oder um andere Vorstellungen?


    Denen, den es dann wirklich um eine gute fussballerische Ausbildung geht, wechseln entsprechend, vergleichsweise
    ist deren Anzahl jedoch sehr gering.


    die grosse Masse der Elternschaft gibt der Ausbildung garantiert nicht die Bedetutung, wie wir das hier sehen.


    Glaubt ihr wirklich, da spielt die beste Ausbildung noch eine entscheidende Rolle.
    Wer kann das dort überhaupt von den handelnden Personen beurteilen?


    gg

  • von meiner persönlichen Einstellung her stimme ich euch zu.


    Eben, siehste. =)


    ist das aber die Realität in kleineren Vereinen? ist denen die beste Ausbildung wirklich vorrangig?


    Weiß ich nicht, sie sollte es aber sein.


    wie bekommen wir eine Mannschaft zusammen, haben wir genügend Trainer, wo bekommen wir die fehlendenden Schiris her, läuft der Spielbetrieb und Trainingsbetrieb einigermassen regelmässig und mit geringen Problemen ab, kriegen wir noch einen Vorstand zusammen? da bleibt die beste Ausbildung höchstens ein Randthema. hab bestimmt schon so etwa 50 Mitgliederversammlungen miterlebt. Noch nicht ein einziges Mal war Ausbildungsziele ein Thema gewesen.


    Das ist, vermute und behaupte ich forsch, in den allermeisten Vereinen so, auch den mittelgroßen. Klar, bei denen geht es dann weniger darum, ob man eine Mannschaft zusammen bekommt, als vielmehr, wie diese zusammen gestellt werden. Wobei ich vermute, dass das meistens die Jugendleitung im mehr oder weniger stillen Kämmerlein ausheckt, nachdem die verschiedenen Interessenträger ihre Forderungen gestellt haben. Wenn nicht sowieso einfach weiter gemacht wird wie bisher. Wo man Trainer und Schiris her bekommt, interessiert sicher unmittelbar, hat aber mit der Art und Weise, wie die Jugendarbeit durchgeführt wird, nur wenig zu tun -- die Frage der Trainer sicher, aber die ist ja universell.


    Aber es stimmt schon, in den meisten Vereinen wird letztlich hauptsächlich der Status Quo verwaltet. Mir fehlt da schon der frische Wind, das Streben danach, es nicht nur eben so zu machen, dass es reicht, sondern halt gut. Wer weiß, vielleicht würde sich das Trainer-Problem ja mittel- oder langfristig entschärfen, wenn man es besser macht als bisher? Das wäre so mein Wunschtraum.


    Geht es den dortigen Eltern, die ihr Kind im Verein anmelden in der Masse um beste Ausbildung oder um andere Vorstellungen?


    Das spielt, wie ich finde, eine geringere Rolle als die des Selbstverständnisses des Vereins. Wobei ich die beste Jugendarbeit nicht nur an der besten fachlichen Ausbildung festmache. Die soziale Komponente ist auch sehr wichtig, da nehme ich gewisse (aber schon eher geringe) Abstriche in der fachlichen Ausbildung auch in Kauf. Wobei man die Qualität der Ausbildung nicht am Ergebnis am Ende der Jugend messen darf, sondern, wie TW-Trainer ja schon mehrfach propagiert hat, anhand des Fortschritts ermitteln muss.


    Denen, den es dann wirklich um eine gute fussballerische Ausbildung geht, wechseln entsprechend, vergleichsweise ist deren Anzahl jedoch sehr gering. die grosse Masse der Elternschaft gibt der Ausbildung garantiert nicht die Bedetutung, wie wir das hier sehen. Glaubt ihr wirklich, da spielt die beste Ausbildung noch eine entscheidende Rolle.


    Nein, das glaube ich nicht einmal. Aber ich hätte gerne einen Verein, in dem mein Kind fair und freundlich behandelt wird, in dem es gefordert und gefördert wird, in dem es sich als gleichberechtigter Teil einer Gemeinschaft fühlen kann. Das hat alles nichts mit fußballfachlichen Fragen zu tun. Natürlich möchte ich gerne auch sportlich kompetente Trainer haben. Aber die Kompetenz im sportlichen Bereich findet man, so meine ich, doch eher als die in den anderen Fragen, um die es mir geht. Viele Sport-Trainer haben ja früher selbst gespielt, Übungen im Internet zu finden ist auch kein Problem. Die Aufgabe der fachlichen Qualifikation lässt sich in einem Verein recht einfach lösen, wie ich meine, wenn man nur will. Die anderen Stolpersteine sind meiner Meinung nach größer.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • @Uwe


    Erst mal vielen Dank für deine Unterstützung. Ich habe die Kritik so gerade noch ertragen können und mich eher ein wenig amüsiert. Besonders gelungen fand ich den Satz:


    "Rambos" versauen den Ruf des Fussballs, den wir in den letzten Jahren aus den sozilalen Unterschichten wieder ans Licht heben konnten."


    Zwar habe meinen damals 4-jährigen Sohn darin nicht wiederfinden können. Allerdings bin ich froh, dass seine damaligen Trainer den seinen Spielkameraden nicht den Rat gaben, sich durch zusätzliche Boxtraining entsprechend schlagfertig zur Wehr zu setzen. Sie haben es auch so ganz gut hinbekommen.


    Auch macht es nach meiner Erfahrung keinen Unterschied, aus welcher gesellschaftlichen Schicht und aus welchem Lande die "Rambos" kommen! Allerdings geht der meist größte gesellschaftliche Schaden von den Leuten mit den "feinen Manieren" aus! Wie heißt es da so schön: wer tagsüber Gutes vollbringt, der kann nachts auch gut schlafen! In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Feierabend!

  • Aber ich hätte gerne einen Verein, in dem mein Kind fair und freundlich behandelt wird, in dem es gefordert und gefördert wird, in dem es sich als gleichberechtigter Teil einer Gemeinschaft fühlen kann. Das hat alles nichts mit fußballfachlichen Fragen zu tun.


    das meine ich, wenn ich andere Werte vor Topausbildungsziele stelle.
    das ist für mich der entscheidende Punkt. Umso besser, wenn dann noch die fussballerische Qualität des Trainers hinzukommt.


    Und meine ganz persönliche, sicherlich nicht repräsentante, Erfahrung ist die, dass obiges am ehesten auf Bezirksliga und Verbandsligaebene zu finden ist, was auch letztendlich die Entscheidungen beim Wechsel meiner Söhne war.


    aber auch da kannst du trotz intensiver Prüfung der Verhältnisse auf die Schnauze fallen.
    2 Jahre war es bestens, dann kam ein Trainerwechsel und alles war plötzlich anders. zieht man dann halt seine Konsequenzen.

  • Es fällt mir auf dass es immer wieder die gleichen Protagonisten sind die praktisch bei jeden neuen Thema immer wieder die gleiche alte Platte auflegen - egal ob es zum Thema passt oder nicht.
    Mindestens ich beginne mich hier allmählich zu langweilen, weil ich es einfach obermühsam finde, die durchaus vorhandenen NEUEN Gedanken im immer wieder gleichen Quark der gleichen Protagonisten zu suchen.
    Kritik ist ok, dann geht aber bitte auch auf die Themen ein, statt dauernd die Themen auf eure Spezialgebiete der immergliechen sozial angehauchten Allgemeinplätze zu entführen.
    Der Kopf ist rund ...
    Danke !

  • Kritik ist ok, dann geht aber bitte auch auf die Themen ein, statt dauernd die Themen auf eure Spezialgebiete der immergliechen sozial angehauchten Allgemeinplätze zu entführen.
    Der Kopf ist rund ..



    magst ja Recht haben.


    aber du bist als erster vorm eigendlichen Thema abgewichen, und danach folgten noch 5 Beiträge die absolut wenig mit dem eigendlichen Thema zu tun haben,
    mit Abstand die meisten.


    Wir können anstelle über die täglichen, allgemein auftauchende Probleme über den Sinn (oder ist es vielleicht doch Unsinn)des Boxens zum Abbau der Ängste im Zeikampfverhalten unterhalten ist ja nicht nur sehr fussballnahe sondern ein Boxsack gehört ja schliesslich
    wohl zu den Trainingutensilien in jedem Verein.


    Angst vorm Zweikampf ist fast ausschliesslich Kopfsache, sehr oft auch reine Willenssache. um hier entsprechend vorzugehen, muss man das Kind kennen
    und auch viel Geduld mitbringen.


    klar gibt es die Methode Angst zu besiegen indem man die betreffende Person noch grössere Ängste aussetzt (statt Fussball halt Rubgy oder Boxen).
    das ist aber weder kindsgemäss noch Aufgabe der Trainer.


    Ausserdem bezweifle ich, dass das was immer wieder als Angst vorm Zweikampf bezeichnet wird, wirklich Ängste sind, sondern andere Ursachen hat.


    "Angst" ist auch sehr allgemein gehalten.vor was hat es Angst? sich weh zu tun, den Zweikampf zu verlieren, Anschiss vom Trainer zu bekommen,
    -angst, weil es nicht weiss, wie es sich im Zweikampf verhalten soll, Angst vor Körperkontakt.


    gg

    Einmal editiert, zuletzt von guenter ()

  • Als Günter;
    jetzt mal Klartext: Was machst DU ganz konkret um dem Kind die Angst oder Hemmung vor dem Zweikampf zu nehmen ? resp. wie bringst DU dem Kind die richtige Körperhaltung, die richtigen Reflexe, das richtige Timing und Koordination bei um sich im Zweikampf zwar durchzusetzen ohne sich oder dem Gegner dabei aber gleich alle Knochen zu brechen.
    Einfach nur mit Zusehen, wie sich die Dinge von alleine entwickeln ??
    Und was, wenn sich nichts entwickelt ?


    Ich denke so war die Frage ursprünglich gemeint, oder ?
    Die Frage war nicht ob es SINN macht dem Kind die Angst zu nehmen, oder zu klären WARUM es Angst hat, sondern welche Uebungen, Hilfsmittel etc. es mal grundsätzlich auf dem Gebiet des Fussballs (und nicht im Umfeld der vereinigten Sozialwissenschaften) gibt, um an diesem Thema zu arbeiten.
    Einfach mal pragmatisch ohne immer gleich auf ihre Tauglichkeit zu werten.

    • Offizieller Beitrag

    Ich stimme Günter zu,


    du musst doch erst wissen, warum "Ängste" vorhanden sind und dann entsprechende Übungen auswählen. Nicht jede Übung passt pauschal zu allen Kindern, das wäre zu einfach. Es könnte zum Beispiel auch einfach nur die Angst vor Körperlichkeit sein und da wird man mit dem Training der richtige Körperhaltung, der richtigen Reflexe, dem richtige Timing und der Koordination allein nicht weit kommen.

  • Als Günter;
    jetzt mal Klartext: Was machst DU ganz konkret um dem Kind die Angst oder Hemmung vor dem Zweikampf zu nehmen ? resp. wie bringst DU dem Kind die richtige Körperhaltung, die richtigen Reflexe, das richtige Timing und Koordination bei um sich im Zweikampf zwar durchzusetzen ohne sich oder dem Gegner dabei aber gleich alle Knochen zu brechen.
    Einfach nur mit Zusehen, wie sich die Dinge von alleine entwickeln ??
    Und was, wenn sich nichts entwickelt ?



    na ja. wenn ich einem Jugendtrainer erklären muss, wie die richtige Körperhaltung beim Zweikampf sein sollte, dann frag ich mich, wo man bei diesem überhaupt ansetzten muss.
    nicht alles lässt sich durch technische Übungseinheiten lösen. Natürlich warte ich nicht einfach, Geduld haben, hat nichts mit Abwarten zu tun.


    konkret:
    der Junge ist 9 Jahre alt, technisch gut, zurückhaltent und geht mit vorgestreckten Armen in den Zweikampf.


    technisch könnte er also wohl durchaus richtiges Zweikampfverhalten durchziehen.
    zurückhaltent, lässt einige Interpretationen zu. Arme vorstrecken hat körpersprachlich eindeutig eine Abwehrfunktion. wovor?
    hierzu würde ich erstmals Gespräche mit dem Jungen führen, allgemein, nicht nur fussballerisch. Ergründen wo seine eigendliche Angst liegt, was die Ursache ist.


    da es hierzu viele Gründe geben kann, ist eine allgemeine Antwort wenig hilfreich.Nachdem obiges bei mir voranging habe ich anschliessend verschiedene
    Massnahmen durchgezogen, je nach Typ.


    auf weichen Schulmatten richtiges Hinfallen geübt, spielerisch generell mal die Angst vorm Hinfallen genommen. (es gibt Kinder die haben Angst hinzufallen)
    auf engem Raum reine Tobspiele gemacht (es gibt Kinder, die kennen das gar nicht)
    gezeigt, wie man Zweikämpfe ohne Körperkontakt führen kann
    viel 1:1 gespielt, meist kleine Turniere


    zuerst ohne jeglichen Körperkontakt, dann leichte Steigerungen von erlaubten Körperberührungen,


    dann die betreffenden gegen körperlich schwäche 1:1 mit Körperkontakt


    die nächste Steigerung war 1:1 gegen körperlich gleichstarke, dann gegen stärkere.


    den Weg der ganz kleinen Schritte, mit viel Gewöhnungszeit, bei Bedarf wieder einen Schritt zurück.


    gegen Schluss stand dann auch schon ein Rubgyspiel in kleinen körperlich gleichstrkenGruppen, statt.


    natürlich gab es auch mal den ein oder anderen, der durch richtiges Vormachen (und ich meine hier vormachen und nicht erklären) schnell ein anderes
    Zweikampfverhalten an den Tag gelegt hat. Dann war aber nicht die Angst, sondern Unvermögen (auch des Trainers) die Ursache.


    der grösste Fehler einiger Trainer, ist jedoch der, zu glauben dass Ängste schnell abgebaut werden können, das brauch einfach Geduld und ständiges Arbeiten mit dem Kind.


    gg

  • du musst doch erst wissen, warum "Ängste" vorhanden sind und dann entsprechende Übungen auswählen.

    Ich denke es läuft umgekehrt. Man muss mit den Kids zuerst mal - wie vorgeschlagen - viele verschiedene vorbereitende und isolierende Uebungen machen um überhaupt mal zu sehen WO das eigentliche Problem liegen KOENNTE. Vielleicht ist es Angst, vielleicht auch nicht und wenn es Angst ist, dann ist es meist mangelndes Selbstvertrauen durch mangelnde Erfahrung.
    Das muss natürlich geklärt werden. Aber dazu braucht es - auf dem Fussballplatz - Uebungen - weil ein Sofa für Tiefenanalysen habe ich da nicht, und auch nicht die Zeit dazu ;)

    • Offizieller Beitrag

    weil ein Sofa für Tiefenanalysen habe ich da nicht, und auch nicht die Zeit dazu ;)


    Ein Sofa benötigst du nicht und die Zeit muss man haben, Kinder sind keine Maschinen, man kann mit ihnen reden. Das spart oft richtig Zeit, man benötigt keine Analyse-Übungen und kann sofort das Problem anpacken..
    Eigentlich sind wir nicht weit voneinander entfernt. Ein geschulter Blick erkennt, ob Angst vorhanden ist und dann gilt es die Ängste zu nehmen und Selbstvertrauen aufzubauen.


    Es ist doch heute jedem klar, dass viele Probleme, übrigens auch im Profifußball, im Kopf sitzen. Die Psyche die du immer wieder ins Lächerliche ziehst, sollte gerade bei euch ganz wichtig sein, sonst läuft etwas grundsätzlich falsch.

  • Es fällt mir auf dass es immer wieder die gleichen Protagonisten sind die praktisch bei jeden neuen Thema immer wieder die gleiche alte Platte auflegen - egal ob es zum Thema passt oder nicht.
    Mindestens ich beginne mich hier allmählich zu langweilen, weil ich es einfach obermühsam finde, die durchaus vorhandenen NEUEN Gedanken im immer wieder gleichen Quark der gleichen Protagonisten zu suchen.
    Kritik ist ok, dann geht aber bitte auch auf die Themen ein, statt dauernd die Themen auf eure Spezialgebiete der immergliechen sozial angehauchten Allgemeinplätze zu entführen.
    Der Kopf ist rund ...
    Danke !


    Aber dazu braucht es - auf dem Fussballplatz - Uebungen - weil ein Sofa für Tiefenanalysen habe ich da nicht, und auch nicht die Zeit dazu ;)


    Vor allem der letzte Satz erschreckt mich besonders. Bleibst du dabei? Hinterfragst du dich hier nochmals oder bist du festgelegt? Selbstkritik möglich?


    Ich sage es mal so, es gibt Gründe warum einer sich so und nicht so äussert. Ist es die Kompetenz, die menschliche Seite, das Dunkle in einem? Ich denke, so die Annahme stimmt, nämlich das ihr "nur" zu euch eilende Talente aufnehmt....die Eltern dieser Kinder betrübt wären, wenn sie das so lesen würden.


    Da es oftmals -nicht immer- Eltern sind, die ihre lieben "Kleinen" für die Profikariere auch in die Hölle schicken würden, die auch weiterhin kommen würden....im krassen Gegensatz zum Breitensportverein. Solche Denke kommt meist in Extremsituationen heraus. Da ist es dann...das Spottlight....genau auf den gerichtet, der sich in dieser besagten Extremsituation geoutet hat....das erzeugt hier einen Ruf...über den Zaun am Vereinsgelände hinaus...das kostet Mitglieder....und das können wir hier unten uns nicht leisten...besser...sollten es uns nicht leisten und u.a. deshalb stehen hier im Bedarfsfall zwei Sofa!


    Mir fiel zu dieser Denke eines Trainers auch dieser Thread ein.


    Sind erfolgsdenkende Trainer die den Kifu ganz oder teilweise mißachten narzisstisch veranlagt?


    Irgendwie bin ich ziemlich angestochen....Freund Baron :thumbup:

  • @FB


    mag sein, dass man nicht die Zeit dazu hat, auch nicht die entsprechenden Vertrauensbeziehungen zu den Kids hat , auch die persönlichen
    Vorraussetzungen um mit dieser Altersgrupper nichtfussballerische bezogene Gespräche führen kann und stattdessen der Weg über entsprechende Trainingsübungen ein Lösung sucht. vermag das nicht zu beurteilen.


    meine Schilderungen und Ratschläge beziehen sich auch nicht auf irgendwelche Lehrbücher oder Fortbildungen sondern fast ausschliesslich
    auf eigene Erfahrungen bzw. Erfahrungen aus meiner direkten Umgebung. sowohl positive wie negative.


    Diese sind dann natürlich geprägt durch die gegebenen Vorraussetzungen des Umfeldes, und die sind nun man wesentlich anders, wie
    z.B. in einem Leistungs- oder Stadverein.


    Ich kenne alle Kids, die zum Training kommen auch privat, fast alle gehen bei mir im Haus öfters ein und aus, treffe sie auf jedem Dorffest,
    jeder Dorfveranstaltung, kenne die Eltern privat vom Kindergarten von der Schule, kenne ihre Problem im Elternhaus und in der Schule.


    Dies ist eine Basis, um Gespräche bei Problemen zu führen, die viele gar nicht haben, und somit andere Wege gehen müssen.
    Ich konnte jedoch auf diese Art viele Probleme angehen und meistens lösen, auch ausserhalb der Trainingszeiten.


    Es gibt nicht im Fussball die eine Wahrheit um Probleme zu lösen, keiner kann behaupten den richtigen Weg zu wissen.


    Umso wichtiger finde ich, dass hier durch die jeweiligen Schreiber unterschiedliche Vorgehensweisen beschrieben werden.
    Jeder kann das für ihn passende auswählen und ausprobieren.


    Nicht gut finde ich, wenn vermittelt wird, dass man glaubt, den Stein der Waisen gefunden zu haben, und seine Vorgehensweise die einzig richtige ist. Auch wenn man anderer Ansicht ist, sollte man andere Vorgehensweise und Meinungen als gleichberechtig ansehen, auch wenn man es kontrovers diskutiert.
    Gelingt mir auch nicht immer, aber ich versuche es.


    gg

  • Das Thema war und sollte immer noch sein WIE man dem Kind, AUF dem Fussballplatz, IM Training hilft, die Angst vor Zweikämpfen abzubauen.


    Dass ich hierfür auch noch sämtliche familiären Hintergründe, schulischen Aspekte, etc. anschauen muss ist schon etwas OverKill. Und wenn hier einer behauptet, dass er das bei seinen gefühlten 25 Kids so macht, der lügt doch einfach.
    Klar kennt man die Kids, und noch wichtiger, ihre Eltern, auch privat. Aber als Fussballtrainer liegt man wohl defintiv - übrigens auch aus Sicht der D, A, und CH Verbände - falsch, wenn sich ein Trainer anmassen würde, sich hier auch nur einmischen zu wollen, geschweige denn, sich hier ohne elterlisches Einverständnis therapeutisch betätigen möchte.


    Wenn schon, dann ist es wohl wichtiger einmal mit den Eltern ein gut vorbereitetes Gespräch zu führen, nicht um was zu sagen, sondern primär einmal zu hören.
    Ein Trainer der bei uns Kids auch nur im ANSATZ nach schulischen, familiären und anderen Problemen aushorchen würde, wäre so schnell entlassen oder gar auf dem Polizeiposten, wie er nur "Freud" sagen kann. DAS verstösst nicht nur gegen die Grundsätze der Verbände und des Vereins, sondern eventuell sogar auch gegen das Gesetz !


    Fazit: Wir Trainer sind in der Wahrnehmung von Verein und Eltern einzig für Fussball ausgebildet und verantwortlich. Das beschränkt unseren Aktionsradius genauso wie unser Lösungsportfolio. Mehr darf er nicht. Punkt ! Wer es trotzdem tut, sollte, ja muss sogar, von den Vereinsverantwortlichen einmal näher "angeschaut" werden.

  • Kinder werden nicht ausgehört, man bietet ihnen ein Ohr als Trainer. Mag sein das der ein oder andere das falsch ausdrückt...es gar falsch macht, soetwas habe ich in den letzten 12 Jahren nie erlebt, weder als Vater von drei Jungs die kicken....noch als Trainer. In dieses flüstern sie in ihrer Sprache manchmal Dinge....manchmal sind es umschriebene Hilfeschreie, ...manchmal sagen sie auch -je nach Alter- auch exakt das was sie meinen. Dieses Ohr muß sich der Trainer verdienen, da brauchst du bei deiner Denkart keine Angst zu haben, vertrau mir. Einen Straftatbestand erkenne ich bei denen die das falsch machen übrigens nicht...ich wüßte nicht welchen Tatbestand das erfüllen sollte. Hier zählt besonders der subjektive Teil...also das Warum...der Beweggrund des "Ausfragenden"...aus meiner Sicht ...verdient vertrauensvollen Zuhörers.