Jungs Selbstvertrauen zurück geben...

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  • Zitat DSV:

    Zitat

    Karl


    na dann her mit den andern ansatzpunkten


    DSV


    ...habe ich bereits genannt. :sleeping: U.a. Änderungen bei Trainingsintensität und Trainingsinhalte. Auch schließt doch eine momentane Gewichtung des Erfolges mehr auf kleinere Ausbildungserfolge das "Gewinnenwollen" nicht aus. Das ist doch letztlich auch ein Ziel. Nur wird es erst nach Erbringen von Leistungen erreichbar sein und nach meiner Einschätzung des geschilderten Istzustandes der Mannschaft eher langfristiger.
    Insgesamt, habe ich schon geschrieben, denke ich das wir noch zuwenig über den Sachverhalt wissen, um genaue Tips geben zu können. Deshalb habe ich auch nicht Deinen Ansatzpunkt ( der ja u.a. richtig sein könnte ) kritisiert, sondern wenn, dann dessen "Ausschließlichkeitsanspruch" , wie ich ihn in Deinem Beitrag herausgelesen zu haben glaubte.


    Gruß Karl

  • Danke schon mal für die vielen Kommentare und teilweise interessanten Anregungen. Zu den einzelnen Fragen die aufkamen:


    Meine Einstellung, wie ich etwas vermittel: Bin mehr der "Kumpeltyp" als Trainer. Versuche stets positiv zu sein und Kritik in einer positiven, erklärenden Art den Kindern beizubringen. Laut im Sinne von "Anbrüllen" werde ich im Prinzip seltener. Ich bin im Prinzip auch ein sehr optimistischer Trainer. Ich kann eigentlich einschätzen, gegen wen meine Mannschaft eine Chance hat und gegen wen nicht. Und dieses versuch ich auch den Kindern zu vermitteln, nach dem Motto "heute haben wir eine Chance" oder "Lasst uns die da oben ärgern".


    Mein Training: Ich behaupte mal ich mache ein sehr abwechslungsreiches Training. 99% mit Ball! Zu Beginn eine Übung zum Warmup (Passübungen, Spielformen, "Handball-Kopfball", Fangen, Dribbelübungen...), danach eine Technikübung (Passen, Dribbeln, Fintieren...etc., welche meistens erst geübt wird und dann in einem Wettkampf endet). als 3. folgt eine Kombination der Technikübung mit Torschuß. danach bzw. alternativ eine Spielform (2 Tore, 4 Tore, Tore von mehreren Seiten, Dribbellinien, Überzahl, Unterzahl, etc.) und natürlich am Ende ein Abschlussspiel (Wobei ich in der ersten Hälfte korrigiere, in der letzten Hälfte eher ruhig bin und machen lasse.) Übungen habe ich vor allem von dfb.de, soccerdrills, fd21 und meine neueste Lieblingsseite abwehrkette.de.


    Mein Spielsystem: Bin in die Saison gestartet mit einem klassischen 3-5-2 System mit 2 6ern. Mitte der Saison habe ich versucht auf ein 4-2-3-1 bzw. 4-4-2 mit flacher 4 System umzustellen. Hat in meinen Augen auch gegen einige bessere Gegner ordentlich funktioniert. Das Spielsystem wollte ich weiter forcieren und vor allem im taktischen Bereich (Laufwege etc.) mal die ein oder anderen Dinge üben, weil wir dort etwas Defizite haben. (Hilfe 4-4-2 System von Tom Dooley).



    Das mit der Gauditruppe halte ich auch für gefährlich und in meinem Fall eher kontraproduktiv.

  • Mir scheint, dass ihr zunächst mal vom Verein her an der Meldung für die Spielklasse arbeiten solltet. Wenn es in den vergangenen Jahren Niederlagen gab, scheint da was nicht zu stimmen. Auch eine C kann man eine Klasse tiefer melden. Meist "erben" die Jahrgänge die Spielklassen ihrer Vorgänger obwohl dies eigentlich eine Nummer zu groß für sie ist. Da ist Frust vorprogrammiert. Ist nach meiner Erfahrung oftmals der Grund für den Zusammenbruch eines ganzen Jahrganges. Überforderung durch zu starke Spielklasse. Leider oft hausgemacht, da Vereine sich damit brüsten wollen, ach so hochklassige Jugenden zu haben. Ich kenne aber nicht Eure Regularien bezüglich der Einteilung. Wäre aber ein Ansatzpunkt.


    Mein zweiter Tipp ist recht einfach: Macht 'ne Mannschaftssitzung. Einfach besprechen was den Jungs so gefällt und was nicht. Im Training und Spiel. In lockerer Runde und jeder darf sagen was er meint. Mach ich zwischendurch auch mit meiner D und man ist immer wieder überrascht, was da so zu Tage kommt. Auch als Trainer bekommt man viele Anregungen, da ist zuhören angesagt und kein "Ja, aber...". Wichtiger ist noch: Das Gefüge der Truppe wird dadurch enger, weil jeder weiß wie der andere denkt. Und das es beispielsweise Spieler A stört das B nicht mit nach hinten kommt oder C zu eigensinnig ist oder oder oder. Du als Trainer bist nur Moderator. Kein "Ja, aber..." Da entwickelt sich dann eine schöne Eigendynamik und die Jungs setzen sich plötzlich selber Ziele. Probier's mal und erzähl, was Deine Jungs so bewegt.

  • @ Gustavo:


    Wie oft trainieren die Jugendlichen bzw. wie oft hatten Sie durchschnittlich auch in den unteren Altersklassen Training ? Hast Du einen langfristigen Trainingsplan ?


    Gruß Karl

  • Es wurde ja schon gesagt, aber ich würde, wenn es zu einem siegreichen Spiel nicht reicht, auch zunächst einmal die Ziele tiefer hängen. Ein erfolreiches Spiel besteht aus erfolgreichen Aktionen, auf diese würde ich den Fokus lenken. Da gilt es dann eine gelungene Offensivaktion zu beachten, auch wenn der Abschluss misslang, ein gutes Zusammenspiel, ein gut geführter und dadurch auch gewonnener Defensivzweikampf. Gegen einen übermächtigen Gegner bin ich auch schon mal damit ganz gut gefahren, dass ich meinen Jungs, welche aber zugegebenermaßen E-Junioren waren, gesagt habe, dass wir alle wissen, dass unser Gegner sehr stark ist und wir wahrscheinlich ein paar Gegentore bekommen. Dass ich und sie das aber wissen, und ich daher möchte, dass sie auf die Gegentore nicht achten, sie sollen das ganze Spiel durch so spielen, als stünde es 0:0. Wir haben dann zwar deutlich verloren, aber das Spiel meines Teams sah durchweg ziemlich anständig aus, insbesondere kam es nicht zu den befürchteten Auflösungserscheinungen. Natürlich solltest du versuchen, gegen machbare Gegner anzutreten, aber wenn man nun mal gegen den FC Bayern des Kreises antreten muss, dann kann es ganz gut sein, den Druck bewusst raus zu nehmen.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Gustavo


    Nach deinen Beschreibungen über die Trainingsinhalte und den Geflogenheiten deiner Kommunikation dürftest du dich auf einem Toplevel im C-Jugend-Bereich befinden und damit selbst ambitionierte Stadt-Vereine locker abhängen. Befürchtungen, Leistungsträger würden deine Mannschaft verlassen, mußt du nicht haben. Denn selbst, wenn jemand den Verein wechselt, würde er rasch zurückkehren, weil er merkt, das dein Training besser ist.


    Was mir allerdings nicht so recht gefällt, ist der m.E. zu häufige Systemwechsel. Aus meinen Erfahrungen heraus ist es vorteilhaft, sich im Verein auf ein Spielsystem für die Jugendzeit von der C bis zur A-Jugend zu einigen. Lediglich in der A-Jugend sollte man gegnerabhängig Veränderungen planen. Setzt man die Präverenz auf die maximale, individuelle Spielerförderung und offensive Spielausrichtung, so liegt man gut mit einem 4 : 3 : 3. Möchte man eine im Offensiv- und Defensiv ausgewogene Ausbildung, so wäre eine Umstellung auf das 4 : 2 : 3 : 1 von Vorteil. Beides braucht aber mehr als eine Saison Zeit, bis es einigermaßen funktioniert. Deshalb ist es auch wichtig, sich bei der Taktikentscheidung nicht von kurzfristigen Saisoninteressen lenken zu lassen.


    Wie du schreibst, verliert ihr in der Hinserie sehr häufig. Daraus entnehme ich, das in der Rückserie weniger verloren wird, was als Leistungssteigerung zu werten ist. Also hat deine Trainerarbeit das Team positiv beeinflußt.


    Natürlich muß man die Leistung eines jeden Spielers im Gesamtkontext sehen. Wenn euer Verein von der F bis zur D-Jugend jeweils in den unteren Ligen spielt, dann wäre ein Sprung in einer höhere C-Jugendliga natürlich sehr groß. Und wenn du bereits über ein halbes Jahrzehnt im Traineramt bist, hast du sicherlich erfahren, das auch ein noch so guter Trainer nicht zaubern kann, weil die Kinder eben Zeit brauchen, um die im Trainer erworbenen Fähigkeiten im Spiel umsetzen zu können.

  • dass man Erfolg haben kann ohne Leistungen zu bringen


    Genau: Glück kommt zu dem, der ihm nicht hinterher läuft... Wer es für sich von Siegen abhängig macht, der kann gar nicht mehr mit ihnen 'beschenkt' werden, fühlt sich ja zuvor verpflichtet, sie per Höchstleistung sicherzustellen. Leistungswollen bedeutet oft grad nicht Leistungbringen, kann in für einen selbst unerklärlichen Abwärtsspiralen o. mental bedingten Formschwankungen enden. Im Team greifen hier hochkomplexe Zusammenhänge, wenn Leistung von Trainern (also noch nicht auch allen Spielern) wie ein Fetisch des Erfolgsdenkens obenan gestellt wird, um einem Obsiegen über andere zu dienen: daher hier nur der Hinweis auf die Problematik, wenn man Glück (seiner selbst o. seines Teams) von durch maximale o. "positive Leistung" sicherzustellenden Siegen abhängig macht. Da läuft vieles unterbewusst ab, so dass man es aus dem Stand heraus gar nicht bemerkt, meint, man sei ganz entspannt, in Wahrheit aber alles längst auf den Sieg hin ein- und verspannt hat. Etwas anderes ist gemeint bei dem, der Leistung für sich definiert, also zB ein Läufer, der sich selbstbestimmt eine Laufzeit zu knacken vornimmt, dies aber nicht auf Termin (des Erreichens wie beim Spieltag o. Endspiel) fixiert und so verkrampft. Ob es nun Leistung sei, die 10 km überhaupt o. unter 60 min zu schaffen oder in max 45 min, das ist dann nur selbstrelational von Bedeutung. Im Teamsport u. Punktrunden fällt dieser Bezug aber aus, daher ist Leistung (von Trainer in der Verantwortungs-Position fürs Teamganze) als Anspruch grundlegend anders zu denken, meine ich.

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Und nochmal danke für die ganzen Tips. :) Eine Mannschaftssitzung werde ich für demnächst mal einplanen!


    TW-Trainer: Danke :)


    Nun wieder zu den Fragen:
    Spielklasse: Bei uns werden in der Hinrunde die Gruppen der Kreisklasse nach räumlicher Nähe und in der Rückrunde nach Leistung (Punkte / Spiele) zusammengewürfelt. Hier wurden dennoch schon einige Gruppeneinteilungen zusammengefuscht, bei denen man nur den Kopf schütteln kann. Eine Änderung ist aber hier kaum möglich.


    Trainingshäufigkeit: Ich trainiere (wenn es das Wetter zulässt) 2x pro Woche a ca. 1,5h


    Trainingsplan: Ich habe keinen festen Trainingsplan, orientiere mich aber an den Meinungen des dfb, was ein Kind in welchem Alter lernen sollte.


    Systemwechsel: "Oft" habe ich jetzt nicht wirklich gewechselt. Das 3-5-2 System habe ich gespielt, weil wir im Verein allgemein eher dieses System spielen. ("ohne Libero in der Kreisliga geht wegen den Schiris nicht" :) ) Ich habe mir dann Gedanken gemacht und auf 4-4-2 umgestellt, weil meiner Meinung nach die passenden Leute da waren. Das 4-2-3-1 war bei mir eher ein verkapptes 4-4-2, mit einer etwas hängenden Spitze. Habe also insgesamt im Prinzip nur 2 Systeme gespielt und bleibe nun beim 4-4-2.

  • Gustavo


    Erst mal vielen Dank für deine zusätzlichen Informationen.


    Die Traininshäufigkeit ist O.K. und auch die Inhalte dürften passen!


    Den o.g. Satz höre ich häufig im Zusammenhang einer Entscheidung, ob man weiterhin gegnerortientiert spielen möchte oder ob man in ein ballorientiertes Spiel wechseln möchte. Tritt man in einen Diskurs, dann stellt sich dabei heraus, das man unter dem Begriff "Kette" eine Anzahl von Spielern meint, die stets auf einer Höhe agieren. Das ist aber nicht der Fall, denn wie der Begriff "Kette" vermuten läßt, kann es situationsbedingt unterschiedliche Formen mit unterschiedlichen Abständen untereinander geben. Bei einer Umstellung auf die "Kette" erlebt man sehr häufig, das dieser Abwehrblock bei gegnerischen Ballbesitz nicht gestaffelt, sondern in einer Höhe direkt an der Mittellinie (zu hoch) steht und deshalb vom Gegner sehr leicht überwunden werden kann. Aber selbst mit besonders schnellen Abwehrspielern ist die besonders hohe Linie nur beim Angriffspressing zu empfehlen. Ansonsten ist es ungünstig, den Ball mit dem Gesicht zum eigenen Tor verteidigen zu müssen. Auch bekommt man bei diesem Taktikfehler keinen Druck auf den Ball und kann lediglich auf die Laufwege des Gegners reagieren.


    Ein weiterer, häufig verwendeter Satz im Zusammenhang mit Spielsystemen lautet, man müsse die richtigen Spieler dafür haben. Gemeint ist meist, das die Abwehrspieler schnell genug sind, um Stellungsfehler ausgleichen zu können. Das stimmt so nicht, denn in einer gut eingestellten, gestaffelten Abwehr agieren die Spieler aus ihren Positionen heraus als Block. Je weiter der Gegner in die eigene Hälfte vordringt, je enger wird das Abwehrzentrum verdichtet und der Gegner zu Fehlpässen verleitet.


    Schiedsrichterfehlentscheidungen gleichen sich normalerweise im Lauf der Spiele aus. Das sollte das kein Grund sein, ein bestimmtes Spielsystem zu wählen. Dann schon eher ein vereinsspezifisches System, weil die Nachwuchsspieler sich so besser an das Grundsystem gewöhnen können und darauf aufbauend innerhalb des Systems Verbesserungen trainiert werden können.


    Aus den vorgenannten Gründen empfehle ich dir weitere Informationen über die Umstellung des gegnerorientierten auf das ballorientierte Spiel einzuholen bzw. dich mit Trainerkollegen, die das schon einige Male erfolgreich praktiziert haben, auszutauschen.

  • "ohne Libero geht es in der Kreisliga nicht" ist nicht mein Zitat sondern das Zitat was meistens angebracht wird wenn man mit Libero spielen will ^^.


    Es ist schon klar, dass wir nicht von Libero auf 4er Kette umgestellt haben und nach 3-5-2 System gespielt haben. Habe schon einige Dinge trainingstechnisch angesprochen (z.B. das verschieben, das unterstützen, wenn zb. der IV auf den angreifer geht etc., Räume eng machen ) Werd das wie in einem der ersten Posts beschrieben auch weiter forcieren und habe mir hier durch die Seite Abwehrkette.de und mein Buch schon einige gute Tips geholt, welche ich auch konsequent umsetze.


    Das mit den "richtigen Spielern" war eher so gemeint, dass im Spiel einfach deutlich wurde, dass das 3-5-2 einfach nicht passte und ich im Kopf schon im Prinzip meine jeden meiner Spieler auf einer gewissen Position im 4-4-2 gesehen hab. :)