Der zitierte kategorische Imperativ von Kant, jeden so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden wolle, kann ja im KiFu schon mal nicht greifen, da es das ethische Grundgesetz ist zu erkennen, dass Kinder nicht wie Erwachsene behandelt werden sollen. Wenn man selbst psychisch robust ist, gern mal laut schreit, wird man auch sonst nichts dabei finden, sich eben mal robust Luft zu machen. Wie dies aber auf sensiblere, passiv erduldende o. kleinere Menschen wirkt, darüber macht man sich dann keine (bösen) Gedanken, da man sie nur so behandelt, wie man auch selbst behandelt werden wollte und es ab könnte, ist "alles gut". Genau hier liegt der für die unter einem großen Selbst trainierenden Anderen u. ihr kleines "selbst" der Denkfehler: jeder Mensch ist anders, soll demgemäß als Mitmensch gelten, nicht von einem-selbst aus betrachtet. Genau das zeigt zB das Reiss-Profile, so wie ich es verstehe, und deshalb hilft es vielen Trainern auch noch im Profibereich effektiv (auch wenn es manch "Philosophen" vllt zu banal erscheint), oder? Also hieße der kategorische MT-Imperativ eher: behandle jeden so, wie er es von sich aus benötigt, nicht wie du von dir aus es als richtig beurteilen magst. Oder gibt es auch Einwände dagegen?
Praxis von Mental-Training: Fälle, Fragen, Probleme, ditt un datt...
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Genau so ist es! Ich dachte aber, dass es hier um die Praxis geht und nicht um die Theorie, Kicker!
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Bei allem bisher hier Geschriebenen geht doch darum, etwas dazuzulernen?! Die Grundzüge sind offenbar schon mal von allem akzeptiert worden, wie ich lese...
Ein Trainer, der nicht in der Lage ist, soziale Kompetenz walten zu lassen, sollte die Finger von Traineraufgaben lassen. Das gilt übrigens für alle Menschen, die Umgang mit weniger erfahrenen Menschen haben (Lehrer, Betreuer...) Jeder lernt täglich einiges dazu bis zum Tod. Und Ihr bekommt täglich ein Stück vom Lebenstheater mit, das Ihr verdauen müsst. Macht Ihr Euch jedoch Gedanken bevor Ihr eine solche Traineraufgabe übernehmt, ist es sicherlich sinnvoll, mal ein wenig in die Gehirnwelten eines Kindes/Jugendlichen einzutauchen, um zu erfahren, was Ihr (über Euch) bereits vergessen habt.
Kinder sind genauso wie Erwachsene Individuen. Sie wollen und sollen so ernst genommen werden wie sie handeln. Nicht auf gleicher Ebene, denn Ihr seid die Erfahrenen, Ihr gebt ihnen einen Einblick in die Welt, die die Kinder sich vielleicht erträumen. Träumt mit ihnen, erzählt von Euren ganz eigenen Geschichten und wie Ihr sie dann zu einem guten Ende gebracht habt. Auch von Euren Gefühlen, damals und heute. Erzählt sie spannend, damit sich die Kinder mit dem Helden der Geschichten identifizieren können. Ihr werdet sehen, wie sie Euch dann auch bei den wirklich wichtigen Anweisungen vom Spielfeldrand aus oder im Training folgen können. Sagt ihnen, dass Ihr stolz auf sie seid, wenn sie sich verausgaben, erzählt ihnen davon, wie sich Erfolg anfühlt. Macht es dann, wenn Euch danach ist und verfallt nicht in taktisches Geplänkel. Unterstützt sie auf dem Weg zu ihrem eigenen Ziel. Seid ehrlich dabei und auch Ihr werdet Euch wesentlich wohler fühlen. -
@Mental
So wie ich deine letzten Beiträge gelesen und interpretiere kommt von mir eine klare Zustimmung.
"Ihr kennt die Kinder am besten, also macht was jedem Einzelnen und Euch gut tut"
allein dieser Satz sagt vieles aus.
es gibt keinen Einheitsbrei im Umgang mit Kindern.Entscheidend für mich ist der respektvolle Umgang mir der kleinen Persönlichkeit, die vor einem steht.
Wie das geschieht, hat jeder Trainer seine eigene Art.Und wenn es dem Kindeswohl dient kann seine Vorgehensweise auch mal nicht kindsgemäss und nicht Kindesinteresse sein.
gg
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Soll ja ein Thema aus der Praxis für die Praxis sein. Das
hier
ist doch wohl ideal dafür, oder nicht ?koeppchen
Schön das es nicht nur mir so geht. Rattert es bei Dir so etwa 5 Minuten vor Beginn der Halbzeit genauso im Kopf, was Du ansprichst und vor allem was nicht ? So neutral wie möglich und das Ganze mit Pokerface ( obwohl man sich aufgrund der ersten HZ innerlich einen abfreut )
Ist gar nicht so einfach, wenn man doch vom Naturell eher ein Typ der positiven Interaktion ist und dies auch im Training so praktiziert. Aber diese Herausforderungen machen das Trainer-Dasein ja auch aus. Sonst könnt's ja jeder.
Aber wie Mentala gesagt hat: Ist okay, wenn sie damit besser klar kommen. -
von welcher Mannschaft gehst du bei deiner Vorgehensweise aus?
Muss nicht auch gerade in der Halbzeitpause unterschiedliche Vorgehensweisen entsprechend der Altersstufe berücksichtigt werden?Es spielt wohl eine Rolle, ob der Trainer schon länger bei einer Mannschaft ist oder relativ neu übernommen hat.
Gerade bei kurzen Ansprachen sollten die Spieler die Sprache des Trainers verstehen. Damit meine ich wie kommt das was der Trainer
sagt bei den Spielern an.
Nicht zu vergessen, dass Mimik und Gestik des Trainers auch bei den Spielern ankommt, nicht nur verbales.2 Kriterien sollten jedoch immer gelten:
die Ansprache sollte so knapp wie möglich sein und der Trainer muss authentisch rüberkommen.ich selbst hab mir während dem Spiel weniger Gedanken über die Halbzeitansprache gemacht,
bin selbst erst 3-4 Minuten nach der Mannschaft in die Kabine und hatte in dieser Zeit kurz meine Ansprechpunkte überlegt.gg
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Ihr werdet sehen, wie sie Euch dann auch bei den wirklich wichtigen Anweisungen vom Spielfeldrand aus ... folgen
Mentala
Von welchen wirklich wichtigen Anweisungen vom Spielfeldrand sprichst du? -
Och guenter
Habe ich bereits erwähnt, dass es meine D-Jugend ist und ich die schon fast sieben Jahre habe. Und das ich kein Freund von langen Ansprachen bin. Und das es eben ein Erscheinungsbild dieser Truppe ist, dass positiv hervorgehobene Dinge im Anschluss ( = zweite HZ ) eben wie verflogen sind.
Und deswegen muss ich sehr genau überlegen, was ich ihnen für diese zweite HZ mitgebe. -
@TW: Ich erlebe immer nur Trainer, die ewig gestikulieren, sich die Seele aus dem Leib schreien und motivieren wollen. Ich meine damit Aufforderungen, sich zu bewegen, ihnen noch mal mitzuteilen, wo das Tor steht, mal besser auf die Mitspieler zu achten, hinzuschauen, auf Laufwege zu achten, sich an Eingeübtes zu erinnern u.s.w...
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@TW: Ich erlebe immer nur Trainer, die ewig gestikulieren, sich die Seele aus dem Leib schreien und motivieren wollen. Ich meine damit Aufforderungen, sich zu bewegen, ihnen noch mal mitzuteilen, wo das Tor steht, mal besser auf die Mitspieler zu achten, hinzuschauen, auf Laufwege zu achten, sich an Eingeübtes zu erinnern u.s.w...
Geht mir ähnlich. Daher heisst's: was Trainer nicht im Training vermitteln konnten, werden sie sicher nie während des Spiels erreichen. Interessant aber: woher kommt der Glaube, dies im Spiel zu können, zu "müssen", wieso rattert es 5 min vor der HZ so im Kopf, dass man sich - da kein Freund langen Redens - quasi bezwingen muss, dem nicht zu sehr nachzugeben? Nur Mitteilungsbedürfnis o. mehr? Da mir als Spieler immer mitteilungsbegierige HZ-Ansprachen u. ihre Texter nur auf die Nerven gingen, ebenso die Anweisungen von außen (wie gesagt: die Wahrheit ist aufm Platz, nicht daneben, dies Bonmot hat's nicht grundlos in die Annalen des Phrasenschweins geschafft!), ich nur weghörte, um mir meine Pause bzw. Konzentration aufs Spiel nicht rauben zu lassen (Auswechslungen wg Ungehorsam o. Nichtbefolgen in Kauf nehmend), war ich als KiFu-Trainer wohl seit jeher dagegen gefeit u. kam mir die Galle hoch, wenn es ein Kollege zu sehr übertrieb. Mental ist klar: in der Praxis (dem Spiel) zählt die Praxis (das Spiel), nicht die Theorie - ein theoretischer Imperativ? Nein, meine gelebte Praxis und anderen gern zur Nachahmung empfohlen, falls sie es wollen, dass jedem seine Mentalität sich aufm Platz entfalten darf, möglichst ungestört und eingriffsfrei: dass MT in die Psyche eingreife, war ja im Theoriethread ein gern genannter Vorwurf, doch dies vorschreibende "Anweisen" greift eben immer ein, zT sicher aus grupentaktischer Erwägung zurecht, aber immer den Einzelnen in seiner Motivation, seiner Konzentration, seiner "Sammlung" störend, daher wohl am besten zu minimieren. Denn jeder Trainer ist bereits auch MT, ob er will, dies sich bewusst macht und reflektiert o. eben nicht. Das ist für mich die reale Praxis. Ziele waren aufm Platz oft nur die der anderen, derer am Rand des Platzes - und das störte das Spiel darauf "mental" ungemein...
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Herrlich. Wirklich 'ne Kunst, Dinge so aus dem Zusammenhang zu reißen und zu interpretieren bis sie wieder in die fest zementierte Denkstruktur passen.
Respekt.Ich bin raus aus der Nummer. Der nächste bitte...

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Danke für deine Ergänzungen. Diese Erfahrungen kann ich pauschal so nicht teilen.
Im unteren Jugendbereich wird viel hineingerufen, im mittleren Bereich etwas weniger und im oberen sind die von dir beschriebenen Personen in der Minderzahl Desweiteren habe ich festgestellt: je höher die Liga, je weniger wird ins Spiel hinein gerufen. Im Profibereich hat das auch keinen Zweck, weil die Zuschauer-Geräuschkulisse so groß ist, das die Spieler einem sowieso nicht verstehen würden.
Allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, dass die von dir charakterisierten Trainer erst mal daran gewöhnt werden sollen, sich etwas sachlicher zu äußern. Es macht sie dadurch für die Spieler etwas erträglicher. Ob man daraus dann mal die Trainer machen kann, die man sich wünscht, steht auf einem anderen Blatt.
Bei den "Laufwegen" habe ich allerdings den Verdacht, dass soetwas im Breitensport wenig trainiert wird! Dann braucht man sich uch nicht im Spiel damit beschäftigen. Deshalb gibt es ab dem mittleren Jugendbereich hin und wieder Widerworte von den Spielern, wenn der Trainer vom Spielfeldrand "dummes Zeug" hineinruft!
Für die Zuschauer kann es belustigend oder nervig sein. Beispiele gefällig:
Trainer ruft beim ruhenden Ball zu seinen Spielern: "Zeigt euch!" Daraufhin rennen die Spieler im nächern Bereich zum Trainer und heben den Finger!
Trainer ruft beim Einwurf zu seinen Spielern, die sich regungslos verhalten: "Angebote!" Als nichts geschieht, ruft eine Mutter: "Bei Aldi gibts jetzt Klopapier für 0,79 €!" -
klar hätte ich wissen müssen, dass du ne D hast. Hatte aber nicht mehr den Eindruck, dass wir über eine D jetzt reden sondern quer Beet.
dein geschildertes Problem habe ich in 3 ursächlichen Zusammenhängen kennengelernt,
vollgedröhnt in der Halbzeit
warmgemacht wie eine Bundesligamannschaft, anschliessend in der 2. Halbzeit platt wie ein Turnschuh
Personalwechsel in der Halbzeit (Rotation). dies hab ich auch bei mir mit deinen beschriebenen Folgen, recht häufig festgestellt.
solltest dir das mal vielleicht etwas näher anschauen. vielleicht mal mit den gleichten Leuten spielen, wie vor der Halbzeit.würde auch noch was anderes machen: in die 2. Halbzeit mit einer ganz anderen taktischen Aufstellung und mit veränderten Vorgaben gehen.
praktisch über austesten in Erfahrung bringen, was wirklich die Ursache ist. Erst wenn man diese kennt, kann man dagegen arbeiten.
gg
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Trainer ruft beim ruhenden Ball zu seinen Spielern: "Zeigt euch!" Daraufhin rennen die Spieler im nächern Bereich zum Trainer und heben den Finger!
Trainer ruft beim Einwurf zu seinen Spielern, die sich regungslos verhalten: "Angebote!" Als nichts geschieht, ruft eine Mutter: "Bei Aldi gibts jetzt Klopapier für 0,79 ?!"
Das könnte man glatt zu einer Slapstickkomödie als wirksamen Lehrfilm erweitern, mal als Idee an den DFB schicken? Worum es mir aber ging, wohl schlecht ausgedrückt: zu verstehen, warum das pro-aktive Coachen im Spiel bei Klopp, Tuchel o. Streich mental so gut funktioniert, dass junge Spieler daraus wie aus dem Nichts erwachsen können, die vllt anderswo "nichts" geworden wären? Hab da noch Sternkopf im Kopf, wie der unterging: vllt damals das hoffnungsvollste Talent, am Ende: niemand. Was tun jene in ihrer Trainerpraxis, was beobachtet ihr dabei? Geben sie ruhig und rational richtige Anweisungen? Machen sie nicht eher alles verkehrt - und trotzdem leisten sie das Unglaubliche, wieso? -
Ich denke, dass sich Trainer oft schon mal "zeigen" wollen, ohne tatsächlich etwas zu bewirken. Schließlich steht er auch im Fokus, wenn die Erfolge ausbleiben...
Zu der spaßigen Situationen noch eine dazu, die täglich erlebt werden: "Kannst Du mal bitte den Müll raustragen?" Reaktion in Gedanken: "Klar kann ich". Gemeint vom Frager: Jetzt!
Das sind die Geheimnisse der Kommunikation: Wenn nicht deutlich gesagt wird, was gemeint ist, kommt es zu Irritationen. -
Steini:
Ja es rattert bei mir schon vor der Halbzeit. Vor allem suche ich nach Verbesserungsbedarf, wenn vieles schon gut läuft. Habe letztes Spiel meinen Kapitän in der Halbzeit kritisiert, obwohl er insgesamt ganz OK drauf war. Er hat auch leicht widersprochen, aber in Halbzeit zwei ist er dann über sich hinausgewachsen.
Aber die umgekehrte Situation, dass die erste Halbzeit nicht gut lief, gibt es auch. In diesem Fall starte ich die Halbzeitansprache manchmal etwas lauter und eindringlicher, werde dann ruhiger, und spreche betont auch Positives an.
Die Halbzeitpause finde ich eine sehr spannende Situation, interessant zu beobachten, wie Mannschaften doch manchmal verändert aus der Kabine kommen. -
Zitat guenter:
ZitatAlles anzeigen@Mental
So wie ich deine letzten Beiträge gelesen und interpretiere kommt von mir eine klare Zustimmung.
"Ihr kennt die Kinder am besten, also macht was jedem Einzelnen und Euch gut tut"
allein dieser Satz sagt vieles aus.
es gibt keinen Einheitsbrei im Umgang mit Kindern.Entscheidend für mich ist der respektvolle Umgang mir der kleinen Persönlichkeit, die vor einem steht.
Wie das geschieht, hat jeder Trainer seine eigene Art.Und wenn es dem Kindeswohl dient kann seine Vorgehensweise auch mal nicht kindsgemäss und nicht Kindesinteresse sein.
gg
@ guenter:
Ich stimme Dir hier zu, habe nur bei Deinem letzten Satz etwas Bauchschmerzen, weil er leicht als Entschuldigung genommen wird, um nichtkindgemäßes und nicht im Kindesinteresse liegende Handlungen zu Begründen. Da wird zum Beispiel angebliches Kindeswohl für nicht gerechte Einsatzzeiten im Spiel als Begründung herangezogen ...
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Karl: "Bauchschmerzen" hatte ich auch, als es zB bei der Bundeswehr immer hieß: was dich nicht tötet, macht dich härter (i.S.v. besser - für wen?). Blutige Füßen voller Blasen beim Marsch in den nagelneu ausgegebenen Stiefeln: mir nicht gemäß, nicht in meinem vordergründigen Interesse, aber doch zu meinem Wohl? Danke! Ob o. wie hart ich werden soll, hätte ich da gern selbst bestimmt statt solch Weisheit aufgedrückt zu bekommen. Früher meinte man auch, dass ein "kleiner Klaps" noch keinem Kind geschadet hätte: ihm nur helfe einsichtig schneller zu lernen: wir wollen ja nur dein Bestes! Mit Bauchschmerzen kommen heute auch viele Kinder aus der Schule u. Eltern sind dagegen machtlos, können es dann nur zum Psychotherapeuten schicken - was die Schule dann zT empfiehlt, oder ADHS-Tabletten, damit das Kind nur still u. ruhig dem Unter-Richt "folge", gehorche... Es reicht aber schon, zweckrational das vorzukauen, was Kinder von sich aus erfahren und einsehen sollten: "gut gemeint": " Du hörst jetzt zu, ich erkläre dir das mal, damit wir schneller vorankommen", aber eigendynamisches Selbst-Was-Erlernen, eigene Mentalität oft im Keim erstickend, da alles vorwegnehmend. Wenn nun auch noch Kindertrainer meinen, sie dürften gegen das Kinderinteresse o. Kindgemäße handeln, wo haben Kinder dann noch ein Ort für die Freiheit sozialen bzw. 'autogenen' Lernens, den sie selbst bestimmen? Oder wie hattest du es gemeint, günter? Es ist auch nicht böse gemeint, ich bin dir für dein offenes Wort vielmehr sehr dankbar, da so eben viele denken, aber nur wenige trauen sich, es auch direkt zu sagen (mit Kritik musstest du ja dafür rechnen)...

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Karl, @Kicker
hab in einem anderen Beitrag erklärt, was ich unter Kindesinteresse im Gegensatz zu Kindeswohl verstehe.
Karl. brauchst keine Bauchschmerzen bekommen, bei der Definition kann das kein Argument für fehlende Einsatzzeiten sein.
Kicker, wer immer dem Interesse seiner Kinder folgt, hat seine Erziehungsaufgabe verfehlt und wird irgendwann die Folgen
präsentiert bekommen.wer bestimmt eigendlich was kindsgemäss ist? sind doch auch wiederum wir Erwachsene, wir glauben zwar, dass wir
in ihrem Sinne handeln, aber wissen wir es letzendlich.?als Trainer handeln wir doch ständig gegen die Interessen des einzelnen Kindes.
der eine möchte nur viele Tore schiessen, der andere hat eigendlich keine Lust ins Tor zu gehen, der nächste möchte unbedingt immer nur
durchspielen,ein anderer will eigendlich nicht regelmässig ins Training kommen und nur zum Spiel wann er Lust hat usw. usw.
bei 15 Kindern hat man mindestens 15 unterschiedliche Interessen der Kinder.wie willst du da Kindesinteresse vertreten und unter einen Hut bringen.
Ferienplanung, das eine Kind will ans Meer, das andere in die Berge, das eine ins Spassbad, das andere zum Eislaufen.
wie bringst du das unterschiedliche Interesse unter einen Hut?als Trainer betreust du eine E-Jugend, natürlich kindsgemäss. die eine Gruppe ist schon ziemlich weit in ihrer persönlichen
Entwicklung, andere wiederum retadiert (hängen der altersgemässen Entwicklung hinterher). welche kindsgemässen (man kann dazu auch alters-
gemäss sagen) Vorgehensweise gehst du nach.Kinder sind in ihrer eigenen Persönlichkeit und in der persönlichen Entwicklung derart unterschiedlich, dass es für mich nicht richtig ist,
sie unter Kindsgemäss und Kindesinteresse einheitlich einzuordnen und somit auch zu behandeln sind.gg
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guenter: Das Problem war wieder mal ein Begriffsproblem, da einer von objektiven, der andere von subjektiven Interessen sprach
Dennoch meine ich, dass jedes Kind, dass seine subjektiven Interessen enttäuscht sieht, schnell die Flinte ins Korn werfen kann. Daher gilt es da, wo man seine subjektive Interessensverfolgung blockt, zB ein höheres Ziel wie eben Teamgeist zu vermitteln oder seine Gedanken aufzunehmen und weiterzuführen. Beispiel: Ein Kind dribbelt und bolzt viel für sich allein, bleibt bei Ballverlust stehen etc. Sein Trainer macht es während dem Spiel motzend runter, holt es dann demonstrativ vom Platz. Für die meisten Eltern ein toller Effekt, sie nicken: "endlich", "am besten der bleibt jetzt ganz draußen" usw., natürlich so laut, dass dies Kind es hört, das dann völlig verstockt auf der Bank schmort, mit inneren Tränen. Im nächsten Turnierspiel wird es dann nur eingewechselt, verliert wieder beim Alleingang den Ball und ich rufe ihm zu: "Komm Linus, den holst du dir zurück!" Sofort startet das Kind, ja es rast so los, dass es den Gegner schon nach 5 Metern einholt, den Ball abnimmt, sich durchdribbelt und das Tor macht. Alle Kinder klatschen es jubelnd ab, doch der Trainer wechselt es mit rotem Kopf aus: Du hast wieder alles nur allein gemacht - und einige Eltern heben anerkennend den Daumen. Man möchte hier offenbar den "Eigenwillen" des Kindes, sein Interesse, im Hauruckverfahren brechen, natürlich nur zu seinem Besten, wird man sagen. Doch man schaut gar nicht hin, vermittelt die verschiedenen Interessen nicht, sieht nicht das Positive, nur das Negative, da man eigene Interessen verfolgt: die Eltern wollen die Chancen ihrer Kinder in der Teamhierarchie verbessern, der Trainer vielleicht nur das Interesse seines Teamganzen schnellstens erreichen, keine Ahnung.Für mich wäre da das Team - seine reale Reaktion der Anerkennung - und der kleine Anfang zu sehen wichtig gewesen: das Kind blieb nicht wie sonst nur stehen, sondern versuchte den einen Fehler: Ballverlust wieder gut zu machen. Gleich zu erwarten, dass es auch den anderen: Alleingang sofort seht, nur weil eine andere Person dies will u. fordert, geht nur vom eigenen, nicht vom fremden Individuum aus. Das Kind übrigens möchte nun Tennis spielen, wie ich hörte: mancher wird meinen: prima, Einzelsport, da gehört es hin. Doch wäre es nicht grad für dies fußballerisch begabte Kind viel besser, sein Wohl, zu erlernen, wie es im Team sich zurechtfinden kann? Wie würdest du das Fallbeispiel beurteilen: Müsste man nicht erstmal den motivationalen Anschluss beachten, also sein Interesse mit bedienen, statt gleich nur sein sog. Wohl zu avisieren u. dann uU das Kind mit dem Bade auszuschütten? Denn im Tennis wird das Kind lernen, sein Interesse durchzusetzen, also wurde das Wohl nicht verwirklicht, da das Interesse missachtet wurde, oder?
