Was dabei rauskommen kann, wenn man sich nicht an die Regeln hält

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  • Zu den Problemfällen in Steinis Team:


    Zu Anfang waren nach seinen Beobachtungen auch die beiden oben beschriebenen Jungs mit Eifer dabei. Das hat sich nach und nach geändert und sie wurden daraufhin links liegen gelassen. Auf meine Frage, was deren Eltern denn dazu sagen bzw. ob sich ein Gespräch mit ihnen lohnt: "Kann ich dir nichts zu sagen. Die habe ich nie zu Gesicht bekommen." Ich übrigens auch nicht.


    Jetzt naht die Hallenzeit, d.h. alle 23 auf engstem Raum. Mein Co. und ich haben stundenlang zusammen gesessen. Versucht alle Alternativen zu durchdenken. Wir mussten uns entscheiden: Die zwei auf Biegen und Brechen versuchen zu halten und damit zu riskieren, dass sich das auch auf die restlichen 21 auswirkt. Und das wird es.
    Oder aber den beiden sagen, dass es so keinen Sinn mehr macht.
    Wir haben uns im Sinne der anderen Spieler für letzteres entschieden. So leid es uns für die Jungs tut und es hat mich die ein oder andere schlaflose Nacht gekostet.


    Ein absolut besch... Gefühl. Wir löffeln die Suppe aus, die andere uns eingebrockt haben -- DAS kann dabei rauskommen, wenn man sich nicht an die Regeln hält :!:


    Korrekt. Die Tragik wird ja im ersten Absatz deutlich, daher ist es wirklich schade, dass zwei Spieler, die einmal mit Eifer dabei waren, nun raus sind. Ich kann dich, Steini, dabei sehr gut verstehen, ich denke, im Interesse der großen Mehrheit der Spieler war der Ausschluss die richtige Entscheidung, wenn diese zum jetzigen Zeitpunkt gefällt werden musste. Der Idealist in mir wünscht sich aber natürlich, dass Ihr sie hättet halten können. Das wird dir aber genauso gehen, sonst hättest du keine Schlafprobleme und das deutlich unangenehme Gefühl.


    Es ist echt ärgerlich, dass sich die Eltern der Problemkinder nie haben blicken lassen. Habt Ihr mal versucht, den Kontakt mit ihnen aufzunehmen? Das hätte ich wohl schon getan, auch wenn es unangenehm ist und Mühe macht. Mich wundert auch ein wenig, dass die beiden scheinbar unebelehrbar waren, ich gehe dabei davon aus, dass Ihr ihnen im Training deutlich gemacht habt, dass gewisse Aktionen nicht in Ordnung sind. Wenn dann alles nichts hilft, ja, dann bleibt eigentlich nur noch der Ausschluss. Man kann es zwar wie guenter mit einem zeitlich begrenzten Ausschluss probieren, aber ich glaube, dass das nur selten etwas bringen wird. Das könnte in der B- oder A-Jugend klappen, aber nicht, wie ich meine, in der D oder darunter. Mit dem Trainingsausschluss schließt man die Spieler ja auch aus der Gemeinschaft aus, sie fühlen sich dazu wahrscheinlich auch gedemütigt. Da hören die meisten eher auf, als nochmal zu kommen und jeden auf sie gerichteten Blick als abschätzig zum empfinden. Ich bin der Meinung, dass man nur Hoffnung darauf haben kann, den Störenfrieden diese Eigenschaft auszutreiben, wenn man sie in die Gruppe integriert, wozu man allerdings durchaus Aufwand treiben muss. Man wird sich auch als Trainer recht viel mit ihnen beschäftigen müssen und sie bspw. in vielen Umbaupausen zu sich holen, damit sie einem helfen. Halt enger an ihnen dran bleiben als an den anderen. Ein Allheilmittel ist das aber auch nicht, es gibt sicher auch Fälle, in denen keine Saat aufgeht.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Das Thema zeigt aber auch, wie wichtig es ist, innerhalb des Vereins eine einheitliche Linie zu fahren. Ich mache zur Zeit eine ähnliche Erfahrung. Die Spieler der Mannschaft, die ich in diesem Sommer übernommen habe, wurden im Vorjahr von unterschiedlichen Trainern trainiert. Ohne mich mit allen Vortrainern darüber unterhalten zu haben, merkt man aber, in welchen Mannschaften rotiert wurde und in welchen nicht. Das, was sie können, können sie durchaus gut. Also auch die "Abwehrspezialisten" können einen gepflegten Ball hinten rausspielen. Ich werde diese Spieler voraussichtlich nur ein Jahr trainieren. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich in diesem Jahr damit umgehe. Teilweise wurden die 3-4 Jahre auf eine Position genagelt. Zu Saisonbeginn haben wir kräftig gewürfelt und konnten bei einigen die Verunsicherung förmlich spüren.


    Ich bin, wie oben beschrieben, in einer ähnlichen Situation. Wir haben ~50% Allrounder, die man grundsätzlich überall einsetzen kann, ihre Fähigkeiten schwanken da nicht so stark. Und dann gibt es noch ein paar, die fast nur offensiv spielen können und den Rest, der fast nur Erfahrung in der Defensive hat. Die Offensiven spielen natürlich nur ungern hinten, während die Defensiven sich im Angriff natürlich deutlich weniger geschickt anstellen. Mir persönlich stinkt das, mein Mit-Trainer hingegen ist deutlich ergebnis- und mannschaftsorientierter, so dass die Spieler bisher in den Pflichtspielen halt doch überwiegend nach ihren Fähigkeiten eingesetzt wurden. Ich denke aber auch, dass eine wilde Würfelei die meisten unserer Spieler und auch deren Eltern missfallen würde und unnötig Unruhe rein brächte. Also versuche ich, den Kurs des Pottes langsam zu ändern. Ich habe z.B. vor, Freundschaftsspiele mit schwächeren Teams auszumachen, in denen dann die Rollen verändert sind. Dabei könnte es aber sein, dass die Offensiven, die übrigens in den letzten Jahren in ihrem Team auch wie Diven behandelt wurden, dazu keine Lust haben, aber dann sind sie da halt nicht dabei. Ich hoffe, dass das den Spielern aus der zweiten Reihe hilft, weil sie mal nicht im Schatten der fünf stärksten Spieler stehen. Mal sehen..

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Verkehrt finde ich es, deren Verhalten deinem Vorgänger und dessen Trainingsinhalten anzulasten.
    Vorwerfen kann man ihm lediglich, dass er deinen Schritt jetzt nicht schon vorher vorgenommen hat.
    Unter Umständen, wären deine Neuen jetzt auch schon weiter.
    die 2 von 24 haben dein Training schon beeinflusst, wie stark war aber deren Einfluss bei 2 von 12.

    Sie sind in der Vergangenheit durch zwei Betreuerhände gegangen. Bevor ich mir ein Urteil bilde höre ich mir immer mehrere Meinungen an. Ich habe die älteren Jungs zwischen durch immer mal wieder ganz neutral über die Vergangenheit hinsichtlich des Trainings befragt. Einige Eltern haben mir, ohne das ich gefragt hätte, von Spielen berichtet. Die wollten offensichtlich was loswerden. Ich habe nichts dazu gesagt. Ich kann es ohnehin nicht mehr ändern.
    Glaubs mir guenter, es geht um Trainingsinhalte. Es geht um Kabinenansprachen nach dem Spiel. Es geht um Schreierei während des Spiel. Es geht um Einsatzzeiten. Es geht um Rotation. Und und und. Bevor Du fragst: Nein. Ich habe nicht mit den beiden Vorgängern gesprochen. Es ist zur Zeit besser, wenn ich sie nicht zu Gesicht bekomme. Eilt auch nicht, da sie eh keine Mannschaft mehr betreuen.


    Ich habe wie Du und viele andere User hier auch eine Mannschaft mit vielen unterschiedlichen Charakteren trainiert bzw. mache es noch. Sechs Jahre lang jetzt alleine und ich hab auch nicht nur Engel. Natürlich ist da nicht immer jeder gleich konzentriert. Meine Güte, es sind Kinder. Mit ein paar Disziplinarmaßnahmen kriegt man das wieder hin.
    Und siehe das Posting von maitre999. Wie er schon sagt: Man bekommt es irgendwie schon hin.
    Nein, es gibt keine Entschuldigung.


    Zu Deinen Fragen:

    Zitat

    24 Spieler bisher, jetzt 22
    ihr spielt doch D 9 oder?
    hast du 1 oder 2 Mannschaften gemeldet?
    wieviel Pflichtspiele habt ihr in der Vorrunde?
    wieviel Freundschaftspiel hast du bisher gemacht?
    wieviel Trainer seit ihr?

    Es sind nur noch 21 da einer nach Aussage seines Kumpels "kein Bock" mehr hat. Er war auch nur zu Beginn beim Training.
    Ja wir spielen 9er und in der D habe ich eine Mannschaft gemeldet ( dazu gleich unten mehr). Wir haben 9 Pflichtspiele in den PlayOffs. Freundschaftsspiele bisher insgesamt 5. Auch mal kurzfristig. Da kamen mir die Kontakte zugute, die man im Lauf der Jahre so sammelt.
    Wir sind drei Trainer, einer davon macht ausschließlich Torwarttraining.


    Mit einem sicheren Gespür hast Du aber meine weitere Baustelle angesprochen. Der Betreuer des abgebenden 2000er Jahrganges hatte mir gesagt, dass man zusammen mit den schwächeren '99ern eine C2 bilden könnte, welche dann am regelmäßigen Spielbetrieb teilgenommen hätte. Trainiert von mir und bei den Spielen betreut von ihm. Mit meinen jüngeren Spielern dann eine D und wir hätten alle am Spielen gehabt. Tja, hätten...
    Was er nicht gesagt hat war, dass einige der 99er schon länger nicht mehr beim Training waren und man hinterher telefonieren muss, damit sie zum Spiel kommen. Und am ersten Spieltag trotzdem nicht gekommen sind. Und das die 99er das gleiche technische Niveau haben wie die meisten meiner 2000er. Es kam wie es kommen musste: Im ersten Spiel waren mit Ach und Krach ausreichend Spieler da und sie haben eine fürchterliche Klatsche bekommen. Ich konnte nur die letzten 10 Minuten sehen und war echt geschockt. Nicht nur von der Technik her sondern auch was Spielverständnis und Einstellung betraf. Da es spielerisch schlicht und ergreifend keinen Sinn machte, da die meisten Jungs überfordert waren und wir wegen Nichtantritt keine weiteren Strafen riskieren wollten, haben wir sie wieder abgemeldet. Eindeutig auch mein Fehler, da ich mich vorher nicht über die Voraussetzungen erkundigt hatte und darauf vertraut hatte, dass das so auch klappen wird. Würde mir so nie wieder passieren.


    Jetzt haben wir für die Halle drei D-Mannschaften gemeldet und für die Feldsaison nächstes Jahr eine 7er in der untersten Klasse. Zur Zeit retten wir uns mit Freundschaftsspielen über die Runden.


    Ich werde wohl in meiner letzten Saison als hauptamlicher Trainer noch mal vor eine richtige Probe gestellt.


    tobn
    Es hat nicht nur von unserer Seite sondern auch seitens des JL Kontaktversuche zu den Eltern der beiden Spieler gegeben. Keine Rückmeldung. Die Gründe sind mir nicht bekannt.

  • Ach ja, was gibt es ähnliche Geschichten. Bei uns begab es sich zum Saisonwechsel so, dass die E-Jugendaltjahrgänge -- bei uns bleiben bis zur E-Jugend nach Möglichkeit die Mannschaften jahrgangsrein -- meines und des Nachbarvereins im Rahmen einer Jugendkooperation zusammen genommen wurden, um aus ihnen zwei D-Jugendmannschaften für die jetzige Saison zu bilden. Klar war von vornherein, dass diese Mannschaften nach Leistungsgesichtspunkten gebildet werden sollten. Es sah auch so aus, als ob das für zwei D9-Mannschaften eher zu viele würden, da wir 18 Spieler im Kader hatten, der Nachbarverein immerhin neun (auch wenn es traurig ist, dass das der klägliche, wenn auch fußballerisch starke Rest von einst mindestens 20 Spielern war). Und es hieß, aus der fünften D-Jugendmannschaft, einer 7er-Mannschaft, kämen noch ein paar 2000er dazu -- meine Spieler sind 2001er. Man wollte mich als Trainer behalten, was mir auch recht war, solange ich das Team weiter trainiere, in dem mein Sohn landet -- dazu gibt es unterschiedliche Meinungen, ich weiß, möchte ich aber hier nicht vertiefen. Es war so von vornherein Allen klar, dass ich die stärkere der zwei Teams betreuen würde. Wir vom Trainer- und Betreuerteam meiner alten Mannschaft machten aber deutlich, dass wir nicht wollen, dass beide Mannschaften in einer Gruppe (und daher auch gegeneinander) spielen, außerdem sollte die schwächere Mannschaft am besten in einer niedrigeren Liga spielen, wenn das nicht möglich ist, dann höchstens auf gleicher Ebene. Grund dafür war der zu erwartende große Leistungsunterschied. Das stärkere Team sollte D3, das schwächere D4 heißen.


    Was ist nun passiert? Mein Team heißt D4 und spielt eine sog. D2-Kreisklasse, das andere Team läuft nun unter der Bezeichnung D3 und ist in der D1-Kreisklasse gemeldet. Wir spielen gegen überwiegend 2001er stark unterschiedlicher Stärke und stehen bei einer Bilanz von bisher 6-0-1 und einem Torverhältnis von +28 (wobei +22 alleine aus zwei Spielen gegen ganz schwache Mannschaften stammen) auf Platz 3 unserer Tabelle, die D3 auf dem achten und vorletzen mit 1-0-5 und -17 Toren. Ich verstehe beim besten Willen nicht, warum dieses Team doch höher gemeldet wurde als meines. Laut Jugendleitung wurde sie vom Staffelleiter darum gebeten, eine weitere D1-Mannschaft zu melden, damit es in den Gruppen passt. Und es sei sehr schwer zu prognostizieren, welche Gruppen tatsächlich wie stark würden. Das sehe ich beides ein, halte aber letzteres Argument eher für einen Versuch, sich in die eigene Tasche zu lügen. Schließlich muss man doch davon ausgehen, dass eine D1-Runde typischerweise mit mehr Altjahrgängen besetzt sein wird als eine D2-Runde. Und da kann man mir mit noch so vielen Beispielen kommen, die das Gegenteil eben nicht belegen, im Schnitt sind in der Jugend Spieler, die ein Jahr älter sind eben doch stärker.


    Naja, hilft alles nichts, gemeldet ist gemeldet, ich hoffe nur, dass die Trainer dieses Teams die Weisheit besitzen, ein paar Freundschaftsspiele gegen schwächere Teams zu vereinbaren...

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Nach besonders schlimmen Auswüchsen in der letzten Trainingswoche haben wir die beiden Jungs nun vom Trainingsbetrieb ausgeschlossen. Die Reaktion war bei beiden gleich: "Schon okay. Hatte eh kein Bock mehr."
    Bei einem dritten Kandidaten hatten wir mehr den Eindruck, dass er eher ein Mitläufer war und sich hat anstecken lassen. Beim ihm hatten wir deswegen die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Und siehe da: Nach kurzer Ermahnung aus der Mannschaft heraus, den Quatsch sein zu lassen, hat er sich sehr gut konzentriert und eifrig mitgemacht.


    Immerhin ein Teilerfolg, aber ein ungutes Gefühl bleibt bei der Sache.


    Jetzt naht die Hallensaison und wir haben drei Mannschaften gemeldet. Davon sind zwei auf dem Stand einer älteren F oder jüngeren E und dementsprechend handel ich auch. Ich bin schon sehr gespannt, wie sie für sie unbekannte Dinge wie Rotation umsetzen werden.

  • Steini


    warum ungutes Gefühl?


    du hast nicht 2 verloren, sondern einen "gerettet" , der sonst über kurz oder lang auch verloren gegangen wäre.


    Trainer, auch du nicht, sind keine Zampanos, die alles Otimale erreichen können.


    Ich finde euer Vorgehen absolut korrekt und richtig. Trainer sind nicht vorrangig Sozialarbeiter, sondern müssen im Sinne der Mannschaft handeln.


    Dass diese Entscheidung bei dir einen Nachgeschmack hat, kann ich nachvollziehen und verstehen.
    Du hast aber eine Verantwortung den anderen gegenüber, und der bist du nachgekommen.


    gg

  • Hier – wie in einem anderen Thread von Steini nachgefragt, meine Situation: sie hat mit dem Threaderöffnungsthema zwar nur indirekt zu tun, passt aber zu Steinis Umgang mit seiner jetzigen Situation. (Für erfahrene Forumsleser ist vielleicht ein bisschen Wiederholung drin)


    So fing es an (letzte Saison):
    Ich bin in der letzten Saison bei einer jüngeren D-Jugend eingestiegen. Es gab bereits einen Trainer (Student), der die Mannschaft seit knapp einem Jahr mit einem anderen Kollegen betreut hatte. Insgesamt hatte die Mannschaft wohl seit Bambini oder F-Jugend schon mehrere verschiedene Trainer gesehen, es gab regelmäßig Unruhe und Unzufriedenheit, Genaueres wusste ich aber nicht. Ich selber hatte davor eine Mannschaft von der E- bis in die C-Jugend vier Jahre begleitet, das war meine erste Tätigkeit als Co-Trainer und zeitweise verantwortlicher Trainer.


    Wegen des Studiums konnte der Kollege nur einmal die Woche am Training teilnehmen, er übernahm die Betreuung (Mannschaftsaufstellung und Einwechselungen) an den Spieltagen. Ich erstellte einen Trainingsplan (s. Trainingsplan) und bereitete die Trainingseinheiten vor, auch informierte ich ihn über die Trainingseinheiten, die wir in seiner Abwesenheit durchführten.



    Die Mannschaft
    Ich beschränke mich nachher auf die technischen Unterschiede und den Umgang damit im Training und im Spielbetrieb. Ich möchte aber die Mannschaft (12 Spieler für eine D7er-Staffel) „vorstellen“, wie ich sie in den ersten Monaten kennen gelernt habe, weil die Teamzusammensetzung die Trainingsgestaltung bis heute erheblich beeinflusst:

    • Der beste Fußballer hatte vielleicht mal Stützpunktpotenzial, ist aber wie auch vier weitere Spieler als „Persönlichkeit“ nicht ganz einfach. Die detaillierten Beschreibungen würden hier zu weit führen.
    • Dann fünf Spieler mit ordentlicher Technik (davon drei ausgeprägte „Persönlichkeiten“)
    • Drei Spieler mit eingeschränkter Koordination und Technik (davon eine ausgeprägte „Persönlichkeit“)
    • Zwei Fußballanfänger (jeweils seit max. 1 Jahr im Vereinsfußball) technisch noch sehr limitiert, einer fiel in der Saison insgesamt mehr als ein halbes Jahr durch schwere im Schulsport zugezogene Verletzungen aus)
    • Ein Spieler, der ganz neu dazukam: Anfänger im Vereinsfußball, rohe Technik aus dem Straßenfußball, aber unbändiger Einsatz- und Lernwillen – ein Spieler wie ihn sich ein Trainer wünscht. Innerhalb von wenigen Wochen signifikante Verbesserungen – ein Vergnügen!

    Stichwort „ausgeprägte Persönlichkeit“: Falls sich der Verdacht aufdrängt, ich sei zu anspruchsvoll und erwarte pflegeleichte Charaktere: Ich bin von verschiedenen Seiten im Verein „gewarnt worden“, die Mannschaft zu übernehmen. Zitat erst kürzlich wieder von einem Trainer, der die Jungs auch schon mal hatte: „Wir haben hier allergrößten Respekt vor dem, was Du tust.“


    Die Bewertung von technischen Fähigkeiten erfolgt im Umfeld des Normalstaffelfußballs. Ich möchte und kann die Arbeit der Vortrainer weder
    bewerten noch verurteilen, man weiß nie was Ursache und was Wirkung war und unter welchen Umständen trainiert wurde. Überdurchschnittlich empfand ich zum Beispiel die bei fast allen gut ausgeprägte Handlungsschnelligkeit. Außerdem wäre vielleicht ein anderer Trainer nach 1,5 Jahren mit der Truppe auch viel weiter als ich es jetzt bin.


    Die ersten Spiele:
    Der Kollege übernahm aus der E-Jugend das Tannenbaum-System 3:2:1. Es gab wohl schon in E-Jugend eine weitgehende Tendenz zu festen Positionen in Abwehr – Mittelfeld – Sturm. Ich habe eine gewisse Rotation angeregt, der Trainerkollege war auch offen dafür. Leider erwies sich die Rotation im Alltag nur bedingt durchführbar:


    Die erste „Persönlichkeit“ quittierte eine Aufstellung im Mittelfeld (statt im Sturm) mit Verweigerung. Die zweite „Persönlichkeit“ eine Aufstellung in der Abwehr. Und dann stellt Euch zusätzlich mal vor, wie beim Aufwärmspielchen die erste „Persönlichkeit“ etwas in den falschen Hals bekommt und in Tränen ausbricht, die zweite „Persönlichkeit“ sich mit der dritten in die Haare kriegt und beide handgreiflich werden, unsere vierte „Persönlichkeit“ mal wieder lauthals über einen der Anfänger mault und die fünfte „Persönlichkeit“ krakeelend am Boden liegt, weil er leicht getroffen wurde. Dass einzelne Spieler in den ersten Spielen, die ich miterleben durfte, auch schon einmal mitten im Spiel das Spielfeld bzw. sogar das Vereinsgelände verließen (z.B. wegen einer Schiedsrichterentscheidung – nie wegen eines Zurufs von mir oder dem Trainerkollegen!) und eine solche Truppe spätestens nach drei Gegentoren zerfällt, überrascht dann nicht mehr.


    Mein Kollege hat alle Spieler regelmäßig und einigermaßen gleichberechtigt eingesetzt. Mir erschien es nicht sinnvoll, unter den genannten Umständen auf systematische Positionsrotation zu bestehen. Die Möglichkeiten zu Disziplinarmaßnahmen wurden zusätzlich durch die Kadergröße eingeschränkt. Zweimal im Spätherbst letzten Jahres hatten wir am Spieltag keine sieben Spieler zur Verfügung (Krankheiten, Verletzungen, schulische Verpflichtungen) und füllten durch benachbarte Jahrgänge auf.


    Das Training in der ersten Saison
    Disziplinarische Themen lasse ich ab jetzt so weit wie möglich außen vor, obwohl sie in vielen Dingen der Trainingsgestaltung immer wieder mit hineinspielen und mancher Geschichte erst so richtig „Würze“ verleihen.


    Im ersten Jahr haben wir ausschließlich technische Trainingsschwerpunkte gemacht (Dribbling, Finten, Passspiel, Ballannahme und -weiterleitung, immer wieder auch beidfüßig). Selbst bei den besseren Technikern fiel auf, dass häufiger Bälle versprangen, leichte Pässe schief gingen oder auch die Annahme eines ungenauen Passes nicht klappte. Klar, die Jungs müssen nicht perfekt sein, aber wir sind da noch mal intensiv (wie ich dachte) in die Korrektur der Fußarbeit und die Koordination gegangen, hier lagen die Ursachen. Bereitschaftsstellung und Fußhaltung bei Ballannahme und Pass sind aber jetzt noch – nach fast 1,5 Jahren – bei den meisten Spielern immer noch gelegentlich Thema.


    Fördern und Fordern
    Ich habe immer versucht, für Spieler, die mit einer Technikübung gut klar kamen individuelle Verschärfungen einzubauen: Den Dribbelparcous, den andere mit Mühe ohne Vorgabe durchdribbelten (teilweise durchschlichen), sollten sie nur mit dem „schwachen“ Fuß durchspielen. Oder sie hatten bei der Torschussübung weniger Platz für Ballannahme und Abschluss. Oder ich habe den Raum, eine Finte auszuführen, künstlich oder durch Vorgaben verkleinert. Na, ja eigentlich so individuell wie möglich Raum- und Zeitdruck eingebaut. Außerdem habe ich bei Teamwettbewerben (z.B. Dribbelwettbewerben als Staffel) und Spielformen die Mannschaften sehr sorgfältig aufgeteilt.


    Trotzdem war ich am Ende der Saison mit der Entwicklung des besten Fußballers unzufrieden. Übungen führte er oft nachlässig aus, in den Spielformen, im Abschlussspiel und in den Staffelspielen war er häufig aufreizend unmotiviert, unengagiert und lauffaul. Ich hatte oft das Gefühl, er sei unterfordert. Es gab aber auch Probleme im privaten Umfeld, deshalb auch hier: Ich weiß nicht genau, was Ursache und was Wirkung ist. Der Junge ist aber ein leidenschaftlicher Fußballer.



    [Zweiter Post folgt]

  • Diese Saison (als ältere D-Jugend)
    Diese Saison betreue ich die Mannschaft alleine, der andere Trainer hat eine andere Mannschaft übernommen. Eine „Persönlichkeit“ hat den Verein gewechselt (Reaktionen von Ex-Trainern und Eltern: „Sei froh!“, „Endlich“, „Gut so“). Auch der „Neue“ ist leider weg, er hat sich in der Mannschaft nicht wohl gefühlt – meine schwerste Niederlage.


    Dafür haben wir einen anderen Neuen: mit einer der „Persönlichkeiten“ eng befreundet und fußballerisch ziemlich gut (galt wohl mal in F und E-Jugend als „Talent“, hat aber auch schon eine Tour durch ein paar Vereine hinter sich). Damit der zweite Kandidat dafür, im Training unterfordert zu sein. Leider auch ziemlich respektlos: Regelmäßig hämische Bemerkungen sowie abfällige Gesten in Richtung von Mannschaftskameraden, Gegenspielern und Trainer, ab und zu Störungen von Übungen und Erläuterungen, besonders in der Konstellation mit seinen beiden Kumpels.


    In dieser Saison sind die Trainingsschwerpunkte nicht technisch definiert, sondern individual- und gruppentaktisch. Wir haben in dieser Saison bisher zwei Schwerpunkte behandelt: „Dreiecksbildung“ – mit Übungen von Horst Wein; und aktuell „Dribbling/Fintieren“ mit möglichst viel Integration in spielnahen Übungen und Spielformen.


    Mein wichtigstes Instrument: Vorbereitung
    Ich überlege mir der Erstellung einer Trainingseinheit schon im Vorfeld, wie ich die Übungen im Hinblick auf das unterschiedliche Niveau von den beiden „Cracks“ bis hin zu „Anfängern“ und dem ganzen Rest variieren kann.


    Mein größter Vorteil, den viele Trainer nicht haben: Ich kann bereits eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn auf den Platz und die vorbereitete Trainingseinheit aufbauen, mit Material sind wir auch sehr gut ausgestattet. Außerdem erwarte ich (und das klappt mittlerweile sehr gut – Stichwort Elternarbeit), dass Jungs mich spätestens ½ Stunde vor Trainingsbeginn informieren, wenn sie nicht oder später kommen können, dann weiß ich beim Aufbau, auf welche Variationen bei den Spielformen und bei den Übungen ich vorbereitet sein muss. Wenn ich selber „zu spät komme“, (d.h. nicht schon eine halbe Stunde vorher da bin) merke ich manchmal, dass eine Trainingseinheit deutlich schlechter läuft, weil ich selber nicht genug Zeit hatte, die Trainingseinheit aufzubauen und gedanklich durchzuspielen.



    Beispiele:
    Wenn die beiden besten Spieler Finten im Aufwärmprogramm gelangweilt und ohne Tempo- und Richtungswechsel ausführen, gehe ich an die Finten-Markierung (Gegenspieler nutzen wenig, weil entweder zu schwach oder mit zuviel Konfliktpotenzial). Dann sehen die Cracks, dass ich bei fehlendem Tempo- und Richtungswechsel locker an den Ball komme, manchmal natürlich gerade so, dass er mir leider, leider unkontrolliert weit weg verspringt und sie ihn dann auch noch holen müssen ;) - und ich lasse sie auch vorbei, sobald ich den richtigen Ansatz sehe. Bei einem Dribblingparcours baue ich eine „Verfolgungsjagd“ ein, das ist dann schon peinlich, wenn ein schlechterer Fußballer sie einholt.


    In den Spielformen lasse ich die beiden Cracks mit ihrem besten Kumpel oft zusammen spielen – manchmal auch in Unterzahl, z. B. gegen drei oder vier Spieler mit ausgeprägtem Spielverständnis und Mannschaftsgeist. Die drei freuen sich erst ein Loch in den Bauch, dass ich sie als beste Kumpels und beste Fußballer zusammentue und platzen vor Vorfreude. Und dann merken sie, dass sie sich entweder richtig reinhängen müssen (dann wird klasse Fußball gespielt und ich habe ein fußballerisch erfolgreiches Training) oder gnadenlos baden gehen (Dann habe ich ein pädagogisch erfolgreiches Training).



    Resultate
    Die Ergebnisse sind noch abzuwarten und leider weniger durch mein Training (soviel steht fest), sondern mehrheitlich durch die schwierigen Persönlichkeiten zahlreicher Spieler bestimmt: Erfolgserlebnisse und Rückschläge wechseln sich ab. Es gibt Anzeichen und externe Rückmeldungen, dass sich das technische und spielerische Potenzial erheblich verbessert hat. Auf der anderen Seite: das Angebot des D2-Trainers, dass meine Jungs mal bei ihm mittrainieren können, wenn ich verhindert bin, hat er nach der ersten Erfahrung in einer Ferien-Trainingseinheit direkt wieder zurückgezogen – ein Rückfall in schlimmste Zeiten.


    Und dann legen meine Jungs gemeinsam eine Trainingseinheit hin, dass man vor Stolz und Glück platzen möchte!


    Bevor ich noch weiter schreibe und auf Themen eingehe, die vielleicht gar nicht so im Detail interessieren, höre ich jetzt lieber auf.

  • Hallo Micha,


    du bist deiner Signatur gerecht geworden ;)
    Danke für den Bericht!


    Ein Frage: Hast du bei den "Persönlichkeiten" Besserung erzielt? Also hast du den Teamgedanken gefördert bzw. an ihn appelliert und zu Sanktionen bei Nichtbeachtung gegriffen? Ist Rotation mittlerweile möglich?
    Ein passendes Video der MFS:

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    Gruß, Christoph

    C 1 Viktoria Buchholz


    Auf jede Mannschaft, die in Schönheit stirbt, kommen hundert, die in Hässlichkeit sterben – kein Grund also, sich auf Hässlichkeit zu fokussieren.
    Martin Rafelt

  • Hallo Schimanski,


    erstmal danke. Auch durch den Link direkt wieder ein paar Anregungen bekommen.


    Ja klar, Appelle an den Mannschaftsgeist gab es immer wieder - auch Teambuildingspiele sowie Regeln für eine respektvolle Begrüßung beim Training und am Spieltag. Fortschritte haben wir gemacht, es gibt viele kleine Anzeichen, aber die Gesamtsituation ist immer noch empfindlich.


    Einige positive Beispiele:
    Der beste Spieler fehlte häufiger unentschuldigt beim Training. Es gab zwar im letzten Jahr eine Strafe in die Mannschaftskasse (alte Regel aus der E-Jugend), die hat aber der Vater bezahlt. Dieses Jahr: Zweimal unentschuldigt direkt am Anfang gefehlt, im ersten Staffelspiel nur 20 Minuten eingesetzt (statt 40-45 Minuten wie alle anderen), seitdem bekomme ich meine Absage. Außerdem hat er in einigen Spielen der Saison schon jetzt ein paar Mal sein Potenzial auch im defensiven Spielverständnis gezeigt.


    Einer der lautesten Schreihälse Anfang der letzten Saison hat in meinen Augen das Potenzial, Herz, Hirn und Lunge einer Mannschaft zu sein. Nachdem er in der zweiten Saisonhälfte sich deutlich gebessert hatte, habe ich ihn Anfang der Saison zum stellvertretenden Kapitän gemacht. Es gibt zwar noch kurze Phasen, wo er schwierig ist, aber insgesamt deutlich besser.


    Der eine Spieler, der bisher einen der Anfänger konsequent im Spiel ignorierte, spielte ihm letztens sogar mal einen Pass zu. "Der ist ja auch viel besser geworden"



    Aber wie gesagt - es ist alles noch sehr fragil. Deshalb passte mir eigentlich auch nicht, dass der neue Spieler charakterlich auch nicht ganz einfach war. Veränderungen bringen ein fragiles Gebilde wieder durcheinander, weil sich auch die Hierarchie-Struktur in der Mannschaft leicht verschiebt und neu definiert werden muss. Falls irgendein Forumsmitglied mal ähnliche Erfahrungen gemacht hat, würde mich interessieren, wie lange es bei ihm gedauert hat, bis aus so einem Haufen eine schlagkräftige Mannschaft wurde.


    Die Rotation ist noch nicht deutlich besser geworden, erste Versuche in diesem Jahr scheiterten. Wenn wir letztendlich hoch verlieren, kann ich mir den Mund fusselig reden: Ich hätte doch gesehen, dass es nicht klappt. Ich habe deshalb grundsätzlich folgende Strategie: Ich lasse die vier in Frage kommenden bwehrspieler konsequent durchspielen bzw. jeweils 45 Minuten. Im Mittelfeld und im Sturm gibt es halt öfter nur 30 Minuten Einsatzzeit. Aufgrund der unterschiedlichen Konstellationen, welche Spieler am Wochenende zur Verfügung stehen und wer sich im Spiel dann auch mal verletzt, bin ich da zwar immer wieder zu Kompromissen gezwungen. Es gibt aber zarte Zeichen: Der "Stürmer" hat in dieser Saison sogar einmal darum gebeten, im Mittelfeld zu spielen :) . Und der beste Spieler schon einmal angeboten, auch in der Abwehr zu spielen. Auf der anderen Seite: Nächstes Jahr spielen sie C-Jugend, da ist Rotation unwahrscheinlicher, warum soll ich jetzt noch es darauf ankommen lassen und - vor dem Hintergrund der Gesamtkonstellation - unnötige Konflikte heraufbeschwören? Die vier für die Abwehr in Frage kommenden Spieler fühlen sich da sehr wohl, (2 reagieren sogar etwas verzagt, wenn ich sie mal ins Mittelfeld stelle), ich lobe sie viel und ermuntere sie zur Beteiligung an Offensivaktionen: Das tollste Erlebnis: Bei einem 5:2 Sieg in einem Staffelspiel vor ein paar Wochen schossen drei verschiedene Abwehrspieler jeweils ein Tor.

  • Hallo Micha,


    danke für Deine sehr interessante Schilderung. Offenbar nimmt Deine Truppe trotz schwieriger Voraussetzungen eine sehr gute Entwicklung, Hut ab!


    Interessant finde ich Deine Schilderung des Teams als "fragiles Gebilde". Mein Hauptaugenmerk lag bisher immer mehr auf dem individuellen Spieler, weniger auf dem Team als ganzes. Dass die Hierarchie bzw, das Sozialgefüge im Team auch ein wesentlicher Punkt für das Funktionieren des Gesamtgebildes ist, wird mir durch Deine Schilderung nochmal mehr bewusst, danke dafür, eventuell habe ich den Punkt bisher unterschätzt.


    Grüße
    Oliver

  • Micha


    Ganz toller Bericht :!:


    Ich habe mich in vielen Dingen wiedergefunden, die Du beschrieben hast. Ich muss gleich mit meiner Truppe zum Fußball gucken ( VFL Osnabrück gegen Halle ), deswegen kann ich nachher erst was dazu schreiben. Wir haben nämlich ähnliche Probleme.


    Jetzt muss ich mich aber erst mal aufs Spiel konzentrieren :rolleyes:

  • Zurück vom Spitzenreiter 8)

    Insgesamt hatte die Mannschaft wohl seit Bambini oder F-Jugend schon mehrere verschiedene Trainer gesehen, es gab regelmäßig Unruhe und Unzufriedenheit, Genaueres wusste ich aber nicht.

    Gänzlich schlechte Voraussetzungen. Wer war denn unzufrieden ? Die Eltern oder die Spieler ? Oder gar beide ?

    Überdurchschnittlich empfand ich zum Beispiel die bei fast allen gut ausgeprägte Handlungsschnelligkeit. Außerdem wäre vielleicht ein anderer Trainer nach 1,5 Jahren mit der Truppe auch viel weiter als ich es jetzt bin.

    Das deutet nicht darauf hin, dass sie nur stupide in der Übungsform trainiert haben. Sehr gute Voraussetzungen ! Wieso glaubst Du, dass sie bei einem anderen Trainer weiter wären ?

    Der eine Spieler, der bisher einen der Anfänger konsequent im Spiel ignorierte, spielte ihm letztens sogar mal einen Pass zu. "Der ist ja auch viel besser geworden"

    Soviel kannst Du dann ja nicht falsch machen, oder ?

    sowie Regeln für eine respektvolle Begrüßung beim Training und am Spieltag

    Da habe ich doch sehr gestutzt. War das vorher nicht so ??

    Mein wichtigstes Instrument: Vorbereitung
    Ich überlege mir der Erstellung einer Trainingseinheit schon im Vorfeld, wie ich die Übungen im Hinblick auf das unterschiedliche Niveau von den beiden ?Cracks? bis hin zu ?Anfängern? und dem ganzen Rest variieren kann.

    Kenn ich. Ist die schwierigste Aufgabe eines Trainers.

    Wenn ich selber ?zu spät komme?, (d.h. nicht schon eine halbe Stunde vorher da bin) merke ich manchmal, dass eine Trainingseinheit deutlich schlechter läuft, weil ich selber nicht genug Zeit hatte, die Trainingseinheit aufzubauen und gedanklich durchzuspielen.

    Kenn ich auch 8) Nervig, oder ? Manchmal frage ich mich, ob ich da nicht wesentlich relaxter rangehen sollte. Man kann aber einfach nicht aus seiner Haut.

    Und dann legen meine Jungs gemeinsam eine Trainingseinheit hin, dass man vor Stolz und Glück platzen möchte!

    Das sind die Momente wo man weiß, warum man das alles auf sich nimmt !! Ich möcht`'s nicht missen. Du etwa ?

  • Zitat von »MichaMittelfeld«
    sowie Regeln für eine respektvolle Begrüßung beim Training und am Spieltag


    Da habe ich doch sehr gestutzt. War das vorher nicht so ??



    Hier klingeln bei mir ganz persönlich die Alarmglocken. Regeln für die Begrüssung des Trainers?
    auch in anderen Beiträgen wird öfters der Respekt der Kinder gegenüber dem Trainer angesprochen.


    da das jedoch zu Missverständnissen führen kann, würde mich mal Interessieren, was ihr unter "Regeln für eine respektvolle
    Begrüssung versteht."


    gg

  • sowie Regeln für eine respektvolle Begrüßung beim Training und am Spieltag

    Auf die anderen Rückfragen gehe ich noch später ein, hier gibt es ein Missverständis, ich habe mich nicht klar ausgedrückt.


    Es geht nicht um den Trainings- oder Spielbeginn. Gemeint ist auch eine respektvolle Begrüßung der Spieler untereinander in den 30 Minuten vor dem Training, wenn sie nach und nach eintrudeln (also nicht mit großem Geschrei den besten Kumpel begrüßen und andere allenfalls dadurch beehren, dass man ihnen den Ball wegnimmt). Und die Begrüßung der Spieler untereinander, wenn wir uns am Vereinsheim für das Spiel zum vereinbarten Zeitpunkt treffen (Handschlag und Begrüßung mit Namen).


    Wie heißt die Schönheitskönigin der Kommunikation? Miss Verständnis ;)

  • Hier klingeln bei mir ganz persönlich die Alarmglocken. Regeln für die Begrüssung des Trainers?
    auch in anderen Beiträgen wird öfters der Respekt der Kinder gegenüber dem Trainer angesprochen.


    da das jedoch zu Missverständnissen führen kann, würde mich mal Interessieren, was ihr unter "Regeln für eine respektvolle
    Begrüssung versteht."


    gg

    Bei uns heißt es, dass die Spieler vor dem Training und vor dem Spiel zum Trainer kommen und uns die Hand geben. Dabei versuche ich zB einigen diese Wasserhand abzugewöhnen indem ich das jedesmal anspreche.

  • KiFu ist für mich G-E. Ab D-Jugend werden die Regeln nicht hinfällig, aber hier beginnt der Übergang in den Jugendbereich und die Regeln gelten aus verschiedenen Gründen nicht mehr so in der Absolutheit. Ich bin selbst früher als Trainer nur im Jugend- und Herrenbereich tätig gewesen, daher weiß ich wovon ich rede und worauf es später ankommt.


    Hier bin ich anderer Meinung. Ich habe drei Jungs (D1, B1/Landesliga, A1). Alle Drei reden nie von der Meisterschaft. Ich gewinne hier eher den Eindruck, dass Spieler auch ab der D Leistungsmöglichkeit des Teams nach wenigen Spielen gut einschätzen können. Wer oben in der Tabelle steht spricht auch mal vom Meister, die die weiter unten stehen, denen ist der Tabellenplatz 7, 8 oder 10 egal. Niemand möchte gern auf dem letzten Platz stehen....die sehen eher das aktuelle Spiel und Ende...ist jedenfalls meine Einschätzung.


    Wenn ein Trainer nun hergeht und den D oder B oder A Spieler nicht bringt...oder wie am letzten Wochenende, wo ein Sohn 120 Kilometer zum Zielort fährt und dann zum zweiten Mal nicht eingesetzt wird, dann sind die genauso traurig und beschultert wie in der F. Das einzige...sie weinen nicht im Gegensatz zu früher. In unserem Fall wird mein sehr selbstbewußter landesligaspielender Sohn seinem Trainer beim nächsten Training das sagen, was nötig ist. Er wird ihn bitten, bis Dez. in die B 2 zu dürfen, um danach zurück in den alten Verein (Kreisliga A) zu dürfen. Dort wartet man sehnlichst auf ihn und die anderen Flüchter. Wenn er das so macht, werden meiner Ansicht nach noch zwei weitere Bankdrücker mitgehen. Drei Spieler, die meiner festen Einstellung entsprechend nichtmal einen Zentimeter "schlechter" sind, als Trainers Stammspieler, ...was auch viele Zuschauer so mit Fragezeichen in den Augen sehen. Damit hätte der ansonsten sehr gute und nette Trainer ein Problem...denke ich. Mein Sohn bekommt von mir volle Rückendeckung. Spieler im unbezahlten Fußball haben einen Recht auf spielen, der zeitliche Anteil....das ist die Verhandlungsbasis, da gehe ich mit bei einer B in einer höheren Liga....aber nichtspielen und das mehrfach hintereinandern ist eine trainerische Fehlleistung. 120 Kilometer fahren und auf der Bank hocken macht keinen Spass, das ist wie sofaliegen, einfach langweilig. Dafür geht der Spieler drei bis viermal die Woche zum Training, verzichtet Sonntags auf ein Familienfrühstück und das für die beschissene Bank. Mein Sohn wollte das mal ausprobieren und es sieht so aus, dass die Wechselpolitik dort dazu führt, das Experiment nun zügig und konsequent zu beenden und das finde ich sehr gut, denn er soll spielen dürfen, statt für den vermeidlichen "Erfolg" eines Vereins (Platz 7, 7 oder 10 in einer Liga) auf der Bank schmoren zu müssen, nee...ohne UNS! Und wie gesagt, schade...denn die Leistung passte und das sagen auch andere Trainerzuschauer am Rand.


    Im Gegensatz/Vergleich dazu -ich trainiere eine D 1 in der Play-off-Runde. Ich lasse alle spielen, auch einen der deutlich in seiner Leistungsmöglichkeit abfällt. Wir sind ungeschlagen durch die Hinrunde....6 Siege, ein Unentschieden mit einem 2:2, wo der Ausgleich für den Gegner in der Schlußminute viel. Damit spielen wir dort, wo wir leistungsmäßig hingehören, nämlich unter die besten 12 D Mannschaften im Fußballkreis...Kreisliga A. Wäre es die B...dann ebend B. Die Jungs wissen das alle eingesetzt werden, ...keine Geheimnistuerei...kein Druck. Für mich hat das auch was mit RESPEKT zu tun....meinem Respekt vor dem jungen Menschen...und da geht es nicht um F oder A!!!


    Es geht nicht um den Trainings- oder Spielbeginn. Gemeint ist auch eine respektvolle Begrüßung der Spieler untereinander in den 30 Minuten vor dem Training, wenn sie nach und nach eintrudeln (also nicht mit großem Geschrei den besten Kumpel begrüßen und andere allenfalls dadurch beehren, dass man ihnen den Ball wegnimmt). Und die Begrüßung der Spieler untereinander, wenn wir uns am Vereinsheim für das Spiel zum vereinbarten Zeitpunkt treffen (Handschlag und Begrüßung mit Namen).


    Ich habe in dieser Woche zwei Spiele der A gesehen, in der mein Ältester spielt. Ich war über den Ton dort auf dem Feld während des Spiels sehr erschrocken. Wo die gleichen Spieler in der B ruhig spielten, das Passspiel fossierten und nicht so körperbetont spielten wurde nun herumgepöbelt, sich und den Gegner respektlos angeschrien und zwar von beiden Teams...von beiden Trainern...beidseitig von den Zuschauern. Man berichtete mir, dass das öfter -nicht immer- so sei. Ich fand es grausam und es hat mich erschrocken...so erschrocken, dass ich beiden Trainern gesagt habe, das ich eine D trainiere und äussersten Wert darauf lege, dass die Spieler während des Spiels -egal was passiert- ...auf gut deutsch...die Fresse halten und das ich -wo ich diesen Scheiss dort sehe- wohl Lust hätte das Handtuch zu schmeissen um mit den Jungs zum Volleyball zu gehen....Hier scheint was eingebrochen zu sein, was so aus meiner Sicht weder aktzeptabel noch gewünscht sein sollte. Ich würde denjenigen der die Schnauze negativ aufmacht direkt auswechseln, ...direkt und notfalls würde ich in Unterzahl spielen!


    Irgendwie bin ich -diesbezüglich- ein wenig sauer auf die Trainerschaft und enttäuscht.


    Mein Ältester hat mal für einige Monate in einer Regionalauswahl gespielt...die spielten dort aber ganz anders...Kein Ton...weniger zweikampfbetont, dafür schnelles Passspiel mit Steal....

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Andre


    die von dir beschriebene Situation deines Sohnes kommt mir höchst bekannt vor.
    identisches selbst erlebt. B-Regionalliga, Sohn technisch und von der Spielübersicht stark, läuferich und körperlich etwas Defizite.
    Trainer bevorzugte dynamische Spieler. Folge:allzuhäufig Ersatzbank, oder gar keinen Einsatz. auch da forderteten andere Eltern häufiger seinen Einsatz (solche Aussagen mir Gegenüber betrache ich aber schon etwas kritisch)


    Konsequenz gezogen: klassentiefer gewechselt, dort einer der Leistungsträger. Folge: absolut zufriedenen jungen Fussballer gehabt.
    heute ist er im Aktivenbereich im Kader einer starken Verbandsligamannschaft.


    Unsere Devise war: wir probieren was geht, und schauen nach Saisonende wie es weitergehen soll.


    gg


  • Ich habe in dieser Woche zwei Spiele der A gesehen, in der mein Ältester spielt. Ich war über den Ton dort auf dem Feld während des Spiels sehr erschrocken. Wo die gleichen Spieler in der B ruhig spielten, das Passspiel fossierten und nicht so körperbetont spielten wurde nun herumgepöbelt, sich und den Gegner respektlos angeschrien und zwar von beiden Teams...von beiden Trainern...beidseitig von den Zuschauern. Man berichtete mir, dass das öfter -nicht immer- so sei. Ich fand es grausam und es hat mich erschrocken...so erschrocken, dass ich beiden Trainern gesagt habe, das ich eine D trainiere und äussersten Wert darauf lege, dass die Spieler während des Spiels -egal was passiert- ...auf gut deutsch...die Fresse halten und das ich -wo ich diesen Scheiss dort sehe- wohl Lust hätte das Handtuch zu schmeissen um mit den Jungs zum Volleyball zu gehen....Hier scheint was eingebrochen zu sein, was so aus meiner Sicht weder aktzeptabel noch gewünscht sein sollte. Ich würde denjenigen der die Schnauze negativ aufmacht direkt auswechseln, ...direkt und notfalls würde ich in Unterzahl spielen!


    Irgendwie bin ich -diesbezüglich- ein wenig sauer auf die Trainerschaft und enttäuscht.

    Ich komm jetzt wahrscheinlich komplett vom Thema ab,aber das was du hier schreibst ,ist eine sehr interessante Sache. Es ist ja immoment ,wenn man von der Deutschen Nationmalmannschaft spricht, die Rede von einer gewissen "flachen Hierachie". Heißt also,wir haben keinen richtigen "Leader" mehr auf dem Platz, der auch mal die Fresse aufmacht,wenn man gegen Schweden das 4:2 oder 4:3 bekommt. Deshalb meine Frage: Wollen wir vieleicht nicht auch mal Spieler haben ,die die "Fresse" aufmachen ,anstatt die ganze Zeit die "Fresse" zu halten ? Sind wir Trainer nicht dafür verantwortlich,dass es keine richtigen Leader mehr gibt,indem man von Anfang an sagt,dass Ruhe auf dem Platz ist? Oder anders,wer ist denn der Meinung,dass ein Philipp Lahm vor 10 Jahren auch Kapitän gewesen wäre? Sorry,dass ich jetzt gerade komplett am Thema vorbei bin,aber ich finde das wirklich sehr interessant,da ich jetzt am Wochenende eine sehr lange und intensive Diskussion über dieses Thema hatte und das hier gerade so gut passt.

  • Zitat von »MichaMittelfeld«
    Insgesamt hatte die Mannschaft wohl seit Bambini oder F-Jugend schon mehrere verschiedene Trainer gesehen, es gab regelmäßig Unruhe und Unzufriedenheit, Genaueres wusste ich aber nicht.


    Gänzlich schlechte Voraussetzungen. Wer war denn unzufrieden ? Die Eltern oder die Spieler ? Oder gar beide ?

    Wie gesagt, eine genaue Analyse kann ich nicht liefern. Es ist ein Bild, das sich aus zahlreichen kleineren Details ergibt - vielleicht auch gar nicht besonders vollständiges Bild: Ich hatte die Mannschaft in den Jahren davor 2-3 mal im Spielbetrieb gesehen, wenn ich mit meiner anderen Mannschaft danach spielte. Trainer wirkte(n) rat- und hilflos, es hagelte Gegentore und die Eltern und Großeltern maulten vor sich hin. Und als ich die Truppe übernahm, hieß es eben vom Vorgängertrainer, Jugendleiter und von Trainern benachbarter Jahrgänge: "Da sind ein paar Spezialisten drin, der Jahrgang ist unser Sorgenkind."

    Zitat von »MichaMittelfeld«
    Überdurchschnittlich empfand ich zum Beispiel die bei fast allen gut ausgeprägte Handlungsschnelligkeit. Außerdem wäre vielleicht ein anderer Trainer nach 1,5 Jahren mit der Truppe auch viel weiter als ich es jetzt bin.


    Wieso glaubst Du, dass sie bei einem anderen Trainer weiter wären ?

    Das hat zwei Gründe:
    Zum einen sind manche Rückschläge tatsächlich so brutal, dass man das nach 1,5, Jahren kaum noch glaubt und man an sich zweifelt.
    Zum anderen entspricht es meiner Grundhaltung. Ich bin der Überzeugung, dass es immer irgendwo einen besseren Trainer gibt. Diese Haltung hilft mir, meine Trainingsarbeit permanent zu hinterfragen und nicht in die Haltung zu verfallen: "Mit den Spielern ist halt nicht mehr drin" (Bezogen auf einzelne Spiele darf man das ab und zu sagen, aber als Grundhaltung ist das für mich der Offenbarungseid als Trainer.)

    Interessant finde ich Deine Schilderung des Teams als "fragiles Gebilde". Mein Hauptaugenmerk lag bisher immer mehr auf dem individuellen Spieler, weniger auf dem Team als ganzes. Dass die Hierarchie bzw, das Sozialgefüge im Team auch ein wesentlicher Punkt für das Funktionieren des Gesamtgebildes ist, wird mir durch Deine Schilderung nochmal mehr bewusst, danke dafür, eventuell habe ich den Punkt bisher unterschätzt.

    Vor kurzem gab es hier im Forum die Aussage (sinngemäß) "bis zur E trainierst Du die Spieler, ab D die Mannschaft". Das gefiel mir sehr gut, bezog sich aber meiner Erinnerung nach nur auf das Fußballerische. Insofern hast Du Recht, wenn Dein Hauptaugenmerk fußballerisch auf dem individuellen Spieler lag. Nur wenn Du in der F und der E das Thema Teamgeist vor lauter "Individual-Technikausbildung" gar nicht beachtest, dann hast Du eine Zeitbombe.

    Zitat von »MichaMittelfeld«
    Wenn ich selber ?zu spät komme?, (d.h. nicht schon eine halbe Stunde vorher da bin) merke ich manchmal, dass eine Trainingseinheit deutlich schlechter läuft, weil ich selber nicht genug Zeit hatte, die Trainingseinheit aufzubauen und gedanklich durchzuspielen.


    Kenn ich auch 8) Nervig, oder ? Manchmal frage ich mich, ob ich da nicht wesentlich relaxter rangehen sollte. Man kann aber einfach nicht aus seiner Haut.

    Ich mache es außerdem so, dass ich vor dem Trainingsaufbau und vor dem Training nochmal bewusst durchatme. Nach einem Tag im Büro und einer halbstündigen, leicht gehetzten Fahrt durch den Berufsverkehr muss man komplett runter kommen, um möglichen Stress nicht mit auf den Platz zu nehmen. Sonst wird das Training nämlich gruselig.

    Ich möcht`'s nicht missen. Du etwa ?

    Nee, nicht mehr :) .