F-Jugend (2004-er) - mein Sohn sitzt permanent auf der Bank

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Doch warum spielen wir Fußball? Um immer zu gewinnen - aber: it's just a game! ;)

    Ein Sohn hat letztens seinen Papa am Rand gefragt vor dem Spiel, warum es immer nur um Spaß gehen soll und nicht ums Gewinnen :D hmm. jaa.. ähm... der Papa wußte nicht wirklich Antwort.


    Doch ganz tief im Inneren hat er bestimmt herausprusten wollen: 'NATÜRLICH geht es ums Gewinnen, um Tore schiessen, um Leidenschaft, Glücksmomente, wenn die Tore fallen etc. pp.' :rolleyes:


    Wichtig ist meines Erachtens nach, dass die Kidds wirklich lernen, dass nicht gemault wird... äh bäh mit dem will ich nicht trainieren, spielen, was auch immer mit dem Ball üben... damit sie dem Fairplay (auch untreinander) nur annähernd nahe kommen können. Wenn wir als Trainer mit guten Worten und immer wieder Aufmunterungen nachhelfen, dann finden die Kids auch ihren Weg. Und da durch das Miteinander das Team gestärkt wird, kommt der Lernerfolg durch den Spaß dann auch im Spiel und bringt selbstredend den einen oder anderen Erfolg. Ich sag' den Kidds immer, sie sollen sich über das freuen, was sie geschafft haben. Und wenn das wie gesagt 2 Tore sind obwohl sie 12 kassiert haben, dann sind es immerhin 2 Tore :thumbup:

  • Zweitens zur Mail, die einige so positiv aufgenommen haben. Diese sollten sich einmal fragen, was sie denn denken sollten, wenn sie einmal nach vorherigem negativem Gespräch einen Termin von ihrem Arbeitgeber mit dem Titel: "Ihre Zukunft in unserem Unternehmen" bekommen...


    Hier wäre es nicht schlecht gewesen, wenn Du diese "einige" direkt angesprochen hättest. Ich vermute mal das Du auch mich meinst. Ich habe weder geschrieben das ich die Mail positiv finde noch das ich es positiv finde das er überhaupt eine Mail geschrieben hat. Das hast Du offensichtlich nur so heraus gelesen. Und das ist doch genau mein Ansatz. Die sollen sich in Ruhe unter Männern zusammen setzen und das Problem klären und Punkt. Scheint aber in heutigen Zeiten aus der Mode gekommen zu sein. Lieber 'ne Mail, SMS, Facebook usw. Und dadurch entstehen Missverständnisse die in einem Gespräch nach einer Minute geklärt wären.

  • Die sollen sich in Ruhe unter Männern zusammen setzen und das Problem klären und Punkt.


    So sollte es eigendlich sein. Nur, ist dieser Zeitpunkt nicht bereits verpasst?


    Spätestens bei der 1. Anfrage des Vaters, ist es aus meiner Sicht die Aufgabe des Trainers, das Gespräch zu suchen, und diese Problematik
    zu besprechen- (


    gg

  • Wer gewinnen will, muss zuerst lernen, verlieren zu können, vor allem als Ruhe ausstrahlen sollender Trainer. Bei Rückständen herumzutoben ist meist kontraproduktiv, außer das ganze Team wäre im Tiefschlaf. Komisch: das, was man "unter Männern" soll, klappt unter Frauen oft besser, zumindest im Fußballsport 8o

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Ich denke auch, dass das Gespräch mit dem Trainer noch mit möglichst großer Unbefangenheit geführt werden sollte, und zwar ohne vorher mit dem Jugendleiter gesprochen zu haben. Das Hauptargument für einen gleichmäßigen Einsatz aller Spieler ist, dass man alle gleichermaßen fördern möchten sollte. Und wie Andre, meine ich, schon sagte, es gibt ja nicht nur schwere Gegner. Wenn man gegen schwächere Teams spielt, kann man mehr schwächere Spieler einsetzen, gegen stärkere nimmt man weniger von ihnen mit. Solange die Einsätze dabei ausgewogen bleiben, ist, wie ich meine, alles OK.


    Mich würde es nicht wundern, wenn der fragliche Trainer sich vom Erfolgsdruck der Eltern der starken Kinder und vielleicht auch des Vereins, wahrscheinlich auch den anderen Mannschaften, hat treiben lassen, und nun in der Erfolgsschiene drin ist. Das kann auch ganz schnell gehen, Siege machen unheimlich schnell süchtig... Wichtig wäre jetzt, dass er erkennt, dass er sich vermutlich in einer Sackgasse befindet, denn die Schere zwischen schwächeren und stärkeren Spielern wird sich weiter öffnen, wenn die Einsatzzeiten weiterhin in einem Missverhältnis stehen. Und dann wird er die schwächeren Spieler irgendwann ganz verlieren, und dann vielleicht keine Mannschaft mehr zusammen bekommen. Der einzige Ausweg daraus ist, so ein starkes Team zu kriegen, dass man (gute) Spieler aus anderen Mannschaften abwerben kann. Ob das sein Ziel oder das des Vereins ist?


    Ich kann übrigens bestätigen, dass die Stoppuhr durchaus nicht unpraktisch ist, eben, wie schon gesagt wurde, damit man als Trainer einen Leitfaden dafür hat, dass jeder Spieler ausreichend lange eingesetzt wird. Ich hatte mir in der letzten Saison, wir spielten 2 x 25 Minuten und ich hatte typischerweise zwei Auswechselspieler, die Strategie zurecht gelegt, dass ich zur Hälfte der Halbzeiten sowie in der Halbzeit gewechselt habe. D.h. nach ca. 12 Minuten kamen die zwei Spieler rein, die zu Spielbeginn draußen waren. Sie blieben auch über die Halbzeit drin. In der Halbzeit habe ich meistens zwei raus genommen, die die erste Halbzeit komplett gespielt hatten. In den letzten zwölf Minuten habe ich dann auf konditionelle Probleme, etc. reagiert. Das lief eigentlich ganz gut. Natürlich habe ich nicht exakt nach zwölf Minuten gewechselt, sondern den genauen Zeitpunkt vom Spiel abhängig gewählt, aber länger als 15 Minuten habe ich nie bis zum ersten Wechsel gewartet.


    Wenn man befürchtet, gegen Ende des Spiels Schwierigkeiten zu bekommen, einen oder mehrere starke Spieler runter nehmen zu müssen, so kann ich wieder nur empfehlen, sie zu Beginn des Spiels oder zumindest noch in der ersten Hälfte auszuwechseln, um sie gegen Ende auf dem Platz lassen zu können.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Hallo zusammen,



    erst einmal ganz herzlichen Dank an alle, die sich diesem Thread gewidmet und hier Ihre Meinung kundgetan haben.


    Ich hatte mittlerweile ein Gespräch mit dem Trainer und auch vorher mit dem JL (wobei wir uns beide einig sind, dass das Besprochene definitiv unter uns bleibt).
    Der JL ist absolut vorbildlich, lebt die Philosophie Erlebnis- statt Ergebnisfußball und gehört zu der Sorte Jugendtrainer, die sogar mal einen Spieler vom Feld nehmen wenn die eigene Mannschaft zu überlegen ist.
    Seine Philosophie hat er beim letzten Trainerabend auch noch einmal allen Jugendtrainern deutlich rübergebracht (dummerweise kam unser Trainer zu spät und hat das daher nicht mitbekommen... ).
    Letztendlich sind wir so verblieben, dass ich erst einmal ein Gespräch mit dem Trainer führe und dann die nächsten Wochen beobachte, wie es läuft.


    Das Gespräch mit dem Trainer war dann soweit eigentlich ganz gut, Er hat sich für den rüden Ton mir gegenüber entschuldigt und ich mich dafür, dass ich ihn während des Turniers zwischen den Spielen angequatscht habe wo er verständlicherweise natürlich auch etwas unter Strom steht. Zwischenmenschlich ist also erst einmal alles geklärt. Während der Saison will er auch umsetzen, dass alle Kinder gleichberechtigt spielen, nur bei Turnieren außerhalb der Saison rückt er nicht davon ab, auch ergebnisorientiert zu spielen. Unser Sohn soll jetzt die ersten beiden Spiele zwar erst einmal im Tor stehen, womit ich kein Problem habe, wenn er danach regelmäßig spielt und nicht im Tor geparkt wird damit die Eltern Ruhe geben. Am Samstag gab es dann auch das erste Erfolgserlebnis als unser Sohn als Torwart einen Foulelfmeter schießen durfte, den er souverän verwandelt hat. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie stolz der Kleine war. Statt dem obligatorischen Händedruck beim nachhause gehen hat er den Trainer herzlich umarmt - der hat geschaut sag ich euch :-).


    Also an alle Trainer die hier mitlesen: Gebt den Kinder und vor allem auch den Schwächeren Erfolgserlebnisse und sie geben es Euch doppelt und dreifach zurück (und zwar in Form von echter Dankbarkeit anstatt nackten Ergebissen, die einen Tag später eh keinen mehr interessieren...).

  • Jetzt wäre es ja schön von einigen hier zu lesen, die den Trainer schon verteufelt hatten. Und das waren die meisten.


    Aber klar, ich lese die BILD und habe gleich so viele Hinterrundinformationen und kann mir über jedes und jeden ein Bild machen. Steini nehme ich hier ausdrücklich von aus, da er einer der wenigen war, der erstmal Hintergrund wollte.

  • Jetzt wäre es ja schön von einigen hier zu lesen, die den Trainer schon verteufelt hatten. Und das waren die meisten.


    Aber klar, ich lese die BILD und habe gleich so viele Hinterrundinformationen und kann mir über jedes und jeden ein Bild machen. Steini nehme ich hier ausdrücklich von aus, da er einer der wenigen war, der erstmal Hintergrund wollte.

  • das Erfolgserlebnist für Herkman und senen Sohn ist sicherliche sehr erfreulich


    Jetzt wäre es ja schön von einigen hier zu lesen, die den Trainer schon verteufelt hatten. Und das waren die meisten.


    Aber klar, ich lese die BILD und habe gleich so viele Hinterrundinformationen und kann mir über jedes und jeden ein Bild machen. Steini nehme ich hier ausdrücklich von aus, da er einer der wenigen war, der erstmal Hintergrund wollte.


    wer lesen kann, hat mehr vom Lesen


    was hat sich denn geändert,


    Herkmann hat seine Problemschilderung auf die Turniere bezogen.


    Aussage des Trainers und Ergebnis dieser Besprechung;


    nur bei Turnieren außerhalb der Saison rückt er nicht davon ab, auch ergebnisorientiert zu spielen.


    ich sehe da keine Veränderung seiner Denkweise


    offensichtlich konnte da ja der JL, trotz seiner Einstellung zum Kinderfussball keinen Einfluss nehmen.


    mal abwarten, wie es nach den Hallenturnieren aussieht.


    dummerweise kam unser Trainer zu spät und hat das daher nicht mitbekommen... ).


    kann immer was dazwischen kommen, passt für mich aber irgendwie wie ins Bild. Termineinhaltung gehört für mich zur Charakterfrage.


    hätte nichts dagegen, mit meiner Meinung falsch zu liegen, aber vorerst mal abwarten.


    gg