Wenn ein Team zu wenige Spieler hat, so ein Spiel für alle komplett auszufallen droht, kann es sinnvoll sein, Leihspieler zu akquirieren. Auch Einsätze sog. Zweit- bzw. Gastspieler können - abgesehen von Fällen doppelten Wohnsitzes - sinnvoll sein, wenn diese leistungsmäßig auf der Kippe stehen, am alten Team hängen, zugleich aber ein Angebot eines anderen Trainers haben, in sein Team zu wechseln. Gerade Kinder sind sich da oft unsicher, können sich mangels Erfahrung u. gereifter Persönlichkeit nicht entscheiden. Auch bei Kindern, die im Fußballalter (erst mit 6 statt 4 Jahren begonnen) hinten liegen o. im Heimatverein lange diskriminiert, auf die Bank gesetzt wurden, kann es zwecks ihrer Förderung sinnvoll sein, woanders mitzuspielen, ohne das alte Team mit den Freunden ganz verlassen zu müssen. Hier sollte die Option, doppelt spielen zu dürfen, keinem Kind grundlos verweigert werden, solange keiner sonst einen Schaden erleidet.
Wie aber ist es nun, wenn ein Verein einerseits einem Kind sein Zweitspielrecht (mittels dem sie anderswo einspringen könnten, wo die Personaldecke z.T. zu dünn werden kann) verweigert, zugleich aber anderen Kindern mit offenbar mehr Vitamin B bzw. Auswahlstatus regelmäßig das doppelte Spielen vereinsintern zulasten von durchaus anwesenden anderen Spielern ermöglicht... Die müssen dann dafür in ihrem Team z.T. die komplette Spielzeit auf der Bank sitzen, da man mit jenen privilegierten bzw. protegierten Kindern glaubt, eher gewinnen zu können - wofür solch Siege ("einmal im Leben einen Pokal gewinnen" - die Kinder haben dafür noch ein ganzes Leben Zeit, da geht es wohl eher darum, dass Erwachsene 1mal einen Pokal gewinnen wollen) auch immer gut sein sollen: Fürs Team selbst eher nicht, da man den Pokal ja nicht selbst, nur mit fremder Hilfe holt. Auch meint man, dass die Schlechteren im Team so von den guten Leihspielern lernen könnten, wie sie besser zu spielen. Für mich ist da eher Spielpraxis entscheidend u. der Einsatz der "Stars" eher kontraproduktiv: einschüchternd, hemmend. Das ist sicher Ansichtsache. Mich würde die Meinung anderer interessieren, die sich im Metier auskennen. Ob es erlaubt ist, dass z.B. 2003er, die schon in der E spielen, oder 2004er (die in der F-2 spielen) unbeschränkt bei Punkt- u. Pokalspielen in der F-1 aushelfen dürfen, weiß ich gar nicht so genau. Gut finde ich es jedenfalls nicht, wenn diese, die schon in ihrem Team 100% u. dann noch in einer "Vorauswahl" spielen, auch noch bei uns die Plätze anderen in ihrem Team wegnehmen. Selbst nachdem es zur Halbzeit schon 8:0 stand, blieben die "Besten" auf dem Platz - macht das Sinn, um Gegner zweistellig abzuziehen? Bei einem Punktspiel saßen so zwei 2003er Spieler aus unserem Team komplett 100% auf der Bank, damit a) gepunktet wurde und b) ein 2004er viel zum Einsatz komme. Letztere spielte das nächste Spiel erneut mit, hätte sich so doch eigentlich festgespielt, soll aber in seinem Team bleiben, also weiter doppelt spielen. Geht das bzw. wie ist das Tricksen zu bewerten, ist der Spielbericht nicht eine Urkunde? Einerseits verweigert man Kindern ohne Vitamin B ihre Chance, doppelt zu spielen, reell auszuhelfen, wo es sinnvoll wäre, andererseits werden Spielberichte eventuell getürkt, damit da, wo sich genug Spieler auf den Einsatz in ihrem Team freuen würden, die Besten o. Beliebtesten vielfach zum Einsatz kommen - ich finde es einfach nur traurig, dass Verantwortliche für "guten Sport" (denn jede Menge Leute machen da mit) schon bei Kindern so agieren. (Machen dagegen kann u. will ich nichts, nur mal Bescheid wissen, ob das auch sonst normal ist, denn ich will da eigentlich nur noch weg.) Natürlich kann man die Situation auf E, D oder auch Herren übertragen, wo z.B. in der Ü-48 auch regelmäßig Spieler aus Herren- o. Ü-40-Teams aushelfen, wofür dann andere auf die Bank müssen.
Für mich zählt, dass sich jeder Spieler im Verein möglichst viel bewegen kann u. darf - wer schickt sein Kind denn zwecks Zuschauen zum Sport? Daher finde ich es äußerst ungerecht, Bessere o. Kinder mit Vitamin B zulasten Schwächerer zu Vielspielern zu machen, wogegen letztere fast nur mehr zuschauen dürfen. Die diskriminierten, ausgebooteten Schwächeren (deren Eltern auch fast nie da sind, sonst wäre wer da, der sie verteidigt) tun mir sehr leid! Und sie werden sicher - wie schon etliche, die nicht mehr kommen - irgendwann die Lust verlieren, was dann unser ganzes Team vom Bestand her kaputt machen dürfte; aber sie u. den Teamgeist bzw. die Gefährdung seiner sieht keiner, nur Siege u. Punkte, also die Besten scheinen zu zählen. Angesprochen gegenüber Trainer u. Fachwart habe ich es schon, eine Antwort erhielt ich aber nicht. Was man dagegen tun kann o. soll, weiß ich aber nicht. Danke für jede "sachdienliche" Antwort o. Meinung!
