Leihspieler: Fluch und Segen

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  • Wenn ein Team zu wenige Spieler hat, so ein Spiel für alle komplett auszufallen droht, kann es sinnvoll sein, Leihspieler zu akquirieren. Auch Einsätze sog. Zweit- bzw. Gastspieler können - abgesehen von Fällen doppelten Wohnsitzes - sinnvoll sein, wenn diese leistungsmäßig auf der Kippe stehen, am alten Team hängen, zugleich aber ein Angebot eines anderen Trainers haben, in sein Team zu wechseln. Gerade Kinder sind sich da oft unsicher, können sich mangels Erfahrung u. gereifter Persönlichkeit nicht entscheiden. Auch bei Kindern, die im Fußballalter (erst mit 6 statt 4 Jahren begonnen) hinten liegen o. im Heimatverein lange diskriminiert, auf die Bank gesetzt wurden, kann es zwecks ihrer Förderung sinnvoll sein, woanders mitzuspielen, ohne das alte Team mit den Freunden ganz verlassen zu müssen. Hier sollte die Option, doppelt spielen zu dürfen, keinem Kind grundlos verweigert werden, solange keiner sonst einen Schaden erleidet.


    Wie aber ist es nun, wenn ein Verein einerseits einem Kind sein Zweitspielrecht (mittels dem sie anderswo einspringen könnten, wo die Personaldecke z.T. zu dünn werden kann) verweigert, zugleich aber anderen Kindern mit offenbar mehr Vitamin B bzw. Auswahlstatus regelmäßig das doppelte Spielen vereinsintern zulasten von durchaus anwesenden anderen Spielern ermöglicht... Die müssen dann dafür in ihrem Team z.T. die komplette Spielzeit auf der Bank sitzen, da man mit jenen privilegierten bzw. protegierten Kindern glaubt, eher gewinnen zu können - wofür solch Siege ("einmal im Leben einen Pokal gewinnen" - die Kinder haben dafür noch ein ganzes Leben Zeit, da geht es wohl eher darum, dass Erwachsene 1mal einen Pokal gewinnen wollen) auch immer gut sein sollen: Fürs Team selbst eher nicht, da man den Pokal ja nicht selbst, nur mit fremder Hilfe holt. Auch meint man, dass die Schlechteren im Team so von den guten Leihspielern lernen könnten, wie sie besser zu spielen. Für mich ist da eher Spielpraxis entscheidend u. der Einsatz der "Stars" eher kontraproduktiv: einschüchternd, hemmend. Das ist sicher Ansichtsache. Mich würde die Meinung anderer interessieren, die sich im Metier auskennen. Ob es erlaubt ist, dass z.B. 2003er, die schon in der E spielen, oder 2004er (die in der F-2 spielen) unbeschränkt bei Punkt- u. Pokalspielen in der F-1 aushelfen dürfen, weiß ich gar nicht so genau. Gut finde ich es jedenfalls nicht, wenn diese, die schon in ihrem Team 100% u. dann noch in einer "Vorauswahl" spielen, auch noch bei uns die Plätze anderen in ihrem Team wegnehmen. Selbst nachdem es zur Halbzeit schon 8:0 stand, blieben die "Besten" auf dem Platz - macht das Sinn, um Gegner zweistellig abzuziehen? Bei einem Punktspiel saßen so zwei 2003er Spieler aus unserem Team komplett 100% auf der Bank, damit a) gepunktet wurde und b) ein 2004er viel zum Einsatz komme. Letztere spielte das nächste Spiel erneut mit, hätte sich so doch eigentlich festgespielt, soll aber in seinem Team bleiben, also weiter doppelt spielen. Geht das bzw. wie ist das Tricksen zu bewerten, ist der Spielbericht nicht eine Urkunde? Einerseits verweigert man Kindern ohne Vitamin B ihre Chance, doppelt zu spielen, reell auszuhelfen, wo es sinnvoll wäre, andererseits werden Spielberichte eventuell getürkt, damit da, wo sich genug Spieler auf den Einsatz in ihrem Team freuen würden, die Besten o. Beliebtesten vielfach zum Einsatz kommen - ich finde es einfach nur traurig, dass Verantwortliche für "guten Sport" (denn jede Menge Leute machen da mit) schon bei Kindern so agieren. (Machen dagegen kann u. will ich nichts, nur mal Bescheid wissen, ob das auch sonst normal ist, denn ich will da eigentlich nur noch weg.) Natürlich kann man die Situation auf E, D oder auch Herren übertragen, wo z.B. in der Ü-48 auch regelmäßig Spieler aus Herren- o. Ü-40-Teams aushelfen, wofür dann andere auf die Bank müssen.


    Für mich zählt, dass sich jeder Spieler im Verein möglichst viel bewegen kann u. darf - wer schickt sein Kind denn zwecks Zuschauen zum Sport? Daher finde ich es äußerst ungerecht, Bessere o. Kinder mit Vitamin B zulasten Schwächerer zu Vielspielern zu machen, wogegen letztere fast nur mehr zuschauen dürfen. Die diskriminierten, ausgebooteten Schwächeren (deren Eltern auch fast nie da sind, sonst wäre wer da, der sie verteidigt) tun mir sehr leid! Und sie werden sicher - wie schon etliche, die nicht mehr kommen - irgendwann die Lust verlieren, was dann unser ganzes Team vom Bestand her kaputt machen dürfte; aber sie u. den Teamgeist bzw. die Gefährdung seiner sieht keiner, nur Siege u. Punkte, also die Besten scheinen zu zählen. Angesprochen gegenüber Trainer u. Fachwart habe ich es schon, eine Antwort erhielt ich aber nicht. Was man dagegen tun kann o. soll, weiß ich aber nicht. Danke für jede "sachdienliche" Antwort o. Meinung!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    Einmal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • Kicker, Dein Beitrag ist voller (rhetorischer?!) Fragen, wo soll man da anfangen?


    Ja, ich glaube, dass Du eine vernünftige Vorstellung vom Kinderfussball hast. Offenbar hast Du im Heimatverein einige Dumpfbacken, die ganz anders denken. Du hast versucht, Änderungen einzuleiten und bist abgebügelt worden. Ohne jetzt Deine Situation im Detail zu kennen, würde ich mich vermutlich längst nach einem anderen Verein umsehen. In einem anderen Thread schreibst Du ja, dass es alternative Verien gibt, die großen Zulauf haben. Auch da muss man wieder genau gucken, aber Zulauf heisst ja auch, dass offenbar die Kinder dort Spaß haben. ich würde das ausprobieren, statt mir eine blutige Nase nach der anderen zu holen.


    Grüße
    Oliver

  • Danke. Dass mit den rhetorischen Fragen merkt man selbst ja leider meist gar nicht, sorry! Meine Maxime war immer: die Kinder sollen ihre Sache selbst entscheiden dürfen. So entsteht für den fußballverrückt "Erziehungspflichtigen" dann der leidvolle Konflikt: gegen den Willen des Kindes den Wechsel doch erzwingen o. die scheinbar unabänderlichen Verhältnisse ertragen? Das größte Rätsel ist, wieso Leute so falsch agieren und jeden selbstkritischen Dialog darüber nur blockieren können, wieso schon x Kinderteams kaputt gingen und es keinen näher interessiert usw. Ich glaube jeder Verein war mal ein hohes institutionelles Kulturgut, für das viele Menschen über Generationen jede Menge Herzblut gaben. Ist heute nurmehr eine Hülle übrig? Oder verkläre ich da die Historie, war's nie anders (außer im legendären Straßenfußball)? - Gut, mich interessieren hier ja einfach mal die Regeln, die geschriebenen wie ungeschriebenen (Festspielen/Schutz Schwächerer vs Förderung der Elite/Wahren der Team-Integrität als Basis echten Teamgeistes)? Und natürlich, wie sich Kinder dabei fühlen mögen, ob das Elend meiner Jungs viele trifft o. sie einfach die Ausnahme sind, wo alles schiefläuft. Denn ich kann die Unlust nicht verstehen, da ich früher jeden Tag zig Stunden voll Leidenschaft spielte. Wieso fehlt z.B. meinen Jungs diese fast völlig, obwohl sie sie mit 4 o. 6 Jahren noch hatten. Hatt ich sie nur übertragen, habe vielleicht zuviel gewollt, selbst viel Verantwortung dafür, bin ich also schuldig o. sind's jene Verhältnisse?

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    Einmal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • @Kicker: Unsere E2 spielt am kommenden Wochenende gegen einen übermächtigen Gegner (Hinspiel 0:9). Es geht nur darum, das Ergebnis in einem halbwegs erträgliche Rahmen zu halten. Zuletzt hat die E2 ohnehin einige deftige Klatschen bekommen. Jetzt fehlt der Mannschaft auch noch der beste Verteidiger. Also wurde ich gefragt, ob ich einen Spieler aus der E1 abgeben könne. Die E2 hat aber im Grunde ausreichend Spieler, braucht also zahlenmäßig gar keinen Leihspieler. Andererseits praktiziert die E2 zu dem Spieltagen immer eine Rotation. Von den 16 Spielern werden immer 10 oder 11 mitgenommen. Je nach Spielstärke des Gegners mal eher die stärkeren, mal die schwächeren, so dass alle ihre Spielzeiten bekommen. Für dieses Spiel waren logischerweise eher die stärkeren eingeladen, von denen nun einer ausfällt. Die Frage ist also: einen der schwächeren "nachnominieren" oder einen Leihspieler nehmen, um das Ergebnis erträglich zu gestalten. Auch wenn ich deine Antwort zu kennen glaube: wie würdest du dich an meiner Stelle verhalten?

  • Bei euch scheint die Lage echt vertrackt, so dass ich sie nicht zu beurteilen wage. Zweistellige Ergebnisse finde ich für Kids immer absolut ätzend, man sollte sie verhindern. Man kann dies einvernehmlich versuchen, indem der Gegner ab dem 4:0 mal schwächeren Spielern volle Einsatzzeiten gönnt u. euch schont. Wenn die Gegner aber zur Selbstbefriedigung drauf aus sind, kann man (erlaubte) Leihspieler schon erwägen, kommt auf den Teamgeist an: verkraften er hohe Niederlagen, lacht man nachher gemeinsam drüber o. fließen Tränen, fallen laute Worte (nicht von dir, sondern z.B. Eltern)... Schwächere können aber auch über sich hinaus wachsen, wenn sie Einsatzfreude haben, sich was zutrauen können und dürfen. Auch wenn Leihspieler vom Team eher positiv angenommen zu werden scheinen, könnte das auch nur Opportunismus sein: da sie eben besser sind, fürs gute Ergebnis sorgen, so einschüchtern u. Protest egoistisch erschiene etc. Sie führen immer doch irgendwo dem Team vor, dass es allein zu schlecht sei, oder? Das kann die Integrität des Teams verletzen, mit dem Ergebnis, dass sich Bessere bald abwenden, die heute aussortiert Schwächeren nicht mehr akzeptieren wollen, ihre Motivation verlieren o. delegieren, weg wechseln sei es ins bessere Team o. in andere Vereine z.B. Es gibt also viele Optionen, die ich nicht abschätzen kann.

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  • Tja manche Fragen sind nicht so einfach zu beantworten. Kommt aus meiner Sicht drauf aus welchen Gründen geschoben wird. In der A-C braucht man aus meiner Sicht auch nicht mehr mit "Schutz vor Überlastung" zu argumentieren. Da gehts eher um die Sinnhaftigkeit, dass andre Leute dafür nicht Spielen. Verbietet ja auch niemand zwei oder drei Sportarten am selben Tag nacheinander auszuüben.
    In meinem ersten C-Jugendjahr gabs einen sehr starken Spieler, der aufgrund von Terminproblemen nicht mit der C1 trainierte, sondern mit der A und dort auch Stamm spielte. Fehlten dann bei uns in der C2 Spieler kams daheim ein paar mal vor, dass er beide Spiele nacheinander bestritt. Also um zwei mit uns in der C2 und um fünf anschließend auch mit der A. Fitnessmäßig für den überhaupt kein Problem, der spielte Samstag vormittags vor dem Fußball auch noch seine Ligaspiele im Tennisverein. Wie das vom Verband aus ging, keine Ahnung. Vermutlich kam man da nie auf die Idee die Spielberichtsbögen einer auf Kreisebene höchsten A-Liga mit denen einer C2 in der Hammelklasse abzugleichen. Die Spiele mit ihm liefen naturgemäß ganz anders, weil der erstens ohne Position spielte (immer da wo der Ball war) und zweitens grundsätzlich drei Gegenspieler auf sich zog.
    Ein andres Mal bekamen wir einen Stürmer aus der C1 für 2 Spiele, der länger verletzt gewesen war und dessen Kondition noch nicht wieder für die höhere Liga ausreichte. Wir haben beide Spiele deutlich gewonnen (9:1 und 4:0) wobei er speziell an ersterem Ergebnis den Hauptanteil hatte (5 Tore, 2 Vorlagen). War zwar ein schönes Erlebnis auch mal so hoch zu gewinnen, fühlte sich aber im Gegensatz zur vorher geschilderten Situation, wo das aus der Personalnot heraus passierte, trotzdem falsch an.


    Zweistellig hab ich nur ein einziges Mal gewonnen im Landkreispokal mit der C1. Da hat unser C1-Trainer in der zweiten Halbzeit dann etliche der Besten aus der C2 spielen lassen (u.a. meine Wenigkeit), was uns nicht daran gehindert hat aus dem 8:0 Halbzeitstand noch ein 13:0 zu machen. Allerdings war der Gegner da durch das hohe Tempo schon richtig platt.

  • Bei euch scheint die Lage echt vertrackt, so dass ich sie nicht zu beurteilen wage. Zweistellige Ergebnisse finde ich für Kids immer absolut ätzend, man sollte sie verhindern. Man kann dies einvernehmlich versuchen, indem der Gegner ab dem 4:0 mal schwächeren Spielern volle Einsatzzeiten gönnt u. euch schont. Wenn die Gegner aber zur Selbstbefriedigung drauf aus sind



    Ich kann die Einstellung des generischen Trainers nicht ändern, aber ich kann mir Spielpartner aussuchen, die meinen Vorstellungen entgegenkommen, und mit denen
    entsprechende Absprache kein Problem sind. so einfach kann das sein.


    gg

  • Einen Punkt will ich nochmal aufgreifen, weil der mir nicht nur in Bezug auf den Fussball Kopfzerbrechen bereitet:

    Meine Maxime war immer: die Kinder sollen ihre Sache selbst entscheiden dürfen. So entsteht für den fußballverrückt "Erziehungspflichtigen" dann der leidvolle Konflikt: gegen den Willen des Kindes den Wechsel doch erzwingen o. die scheinbar unabänderlichen Verhältnisse ertragen?

    Vollkomene Zustimmung, aber wie bestimmt denn der Erziehungsberechtigte und -pflichtige den Kinderwillen? Durch Befragung ("Willst Du weiter bei Verein XY bleiben?")? Da habe ich die Befürchtung, dass ein 9- oder 10-Jähriger diese Frage mangels Kenntnis etwaiger Alternativen nur mit "ja" beantworten kann. Oder muss man als Vater den Kleinen nicht auch mal zu "seinem Glück zwingen"?


    Um es nochmal klar zu sagen: Mir geht es mitnichten darum, einem Kind meinen Willen aufzuzwängen. Aber ich erlebe es als Vater immer wieder, dass mein Ältester im Zweifel das bekannte Übel dem umbekannten Guten vorzieht (seine Geschwister sind da anders, keine Ahnung, warum).


    Grüße
    Oliver

  • Mir ging's ursprünglich nur um die offizielle Punkt/Pokalrunde, die paragrafenmäßigen wie moralischen Regeln dabei. Für letztere kann man manchen schon die Augen öffnen, wobei ich nur von mir konkret reden kann: als wir mal gegen ein Mädchenteam spielen mussten, deren Trainer mir vorher erzählte, dass sie in einem Jahr noch nie ein Tor geschossen hätten, habe ich mein Team schwach aufgestellt und den Torwart gebrieft, dass er heute durchaus mal nen Ball reinlassen dürfe, da... Da es mein Sohn war, hat er es gleich verstanden und umgesetzt, sich dann mit gefreut, als die Mädchen beim Stand von 0:5 das erste Tor ihrer Geschichte feierten. Nachher meinte er, er hätte auch gern noch ein 2. Tor rein gelassen, so wie die sich freuten. Heute fällt es dann schon leicht zu sagen, dass ein Gegner verdient gewonnen habe, da er besser war. Nur im Team ist Konkurrenzdruck, der ihn belastet, da bei Niederlagen o. Gegentoren schnell Schuldige gesucht, die dann zusammengestaucht werden. Das frisst dann seine Seele wohl auf. Da robuste Charaktere überall gefragt sind, wackelt oft sein Fuß, so sein Stammplatz. Auch geht er nie "rabiat" drauf, zieht oft lieber "fair" zurück, liefert Bälle bei den "Besten" ab statt selbst durchzugehen, was bei Trainern schlecht ankommt, die ihn zuletzt negativ kommentieren - was es nur schlimmer macht.


    So richtig war's vielleicht doch nicht, dass er auch mal zu geben lernte, nun ist er zu weich u. will schon wie 2 Freunde zum Basketball wechseln (beides geht nicht). Wer bleibt so der Fußball-Begeisterung erhalten: zuerst jene robusten u. allseits protegierten Leihspieler. Wäre alles reiner Profi-Betrieb, ok, aber es ist doch Breitensport, getragen von den Steuern aller, damit ALLE sich bewegen lernen, mit Spaß, auch um gesund zu bleiben. Die Verengung des Systems auf eine kleine Elite, die Erfolg u. Geldverdienst (Ausbildungsentschädigung/Ablöse) verheißt o. Eltern mit Geld, Vitamin B, Macht etc. haben, st für mich die große Fehlentwicklung im KiFu, die große Schäden verursacht: nicht nur schwächere, auch kreative Spieler fallen schnell durchs Raster, die LZ grasen schon früh den Globus nach Talenten ab, importieren diese lieber statt Problemfällen vor Ort auf die Beine zu helfen, die man einfach wie eine Ware aussortiert, austauscht, d.h. gnädig kleinen Vereinen "gut ausgebildet" zurückgibt. Die Schlechten aber will eigentlich keiner, höre oft: die kosten den Verein nur Geld. Ja, wieso das? Weil die von der Gemeinde für alle zur Verfügung gestellten Plätze einfach so von den "Aushängeschildern" als selbstverständlich benutzt werden, weil alle Sponsorengelder nur auf die Erste verrechnet werden o.ä. Alles Leben strebt nach Licht u. ihren Gestalten? So, etwas abgedriftet, aber es ist der Hintergrund, wieso man Leihspieler als so herausragend wahrnimmt und fördert, für sie alles tut u. ohne lange Bedenken auch Schwächere zurücksetzt, notfalls Regeln aushebelnd, die Breitensport schützen sollen.




    @Don: zum (späteren) Glück (eigene Potential zu nutzen) zwingen - hab ich mir auch schon oft gesagt. Wenn dein Kind sich aber weigert, anderswo zum Training auch nur mitzukommen, trotz Eis-Versprechen? Und sein Trainer ist eigentlich voll ok, auch der Jugendwart, nur machen sie eben Dinge, die wie beschrieben zweifelhaft erscheinen, lehnen Dialog ab. Die ganze Familie leidet, da meine Frau eh meint, nur Freunde zählen, Fußball sei sch....egal, ich ein "Verrückter" ;)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    2 Mal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • @Kicker: Unsere E2 spielt am kommenden Wochenende gegen einen übermächtigen Gegner (Hinspiel 0:9). Es geht nur darum, das Ergebnis in einem halbwegs erträgliche Rahmen zu halten. Zuletzt hat die E2 ohnehin einige deftige Klatschen bekommen. Jetzt fehlt der Mannschaft auch noch der beste Verteidiger. Also wurde ich gefragt, ob ich einen Spieler aus der E1 abgeben könne. Die E2 hat aber im Grunde ausreichend Spieler, braucht also zahlenmäßig gar keinen Leihspieler. Andererseits praktiziert die E2 zu dem Spieltagen immer eine Rotation. Von den 16 Spielern werden immer 10 oder 11 mitgenommen. Je nach Spielstärke des Gegners mal eher die stärkeren, mal die schwächeren, so dass alle ihre Spielzeiten bekommen. Für dieses Spiel waren logischerweise eher die stärkeren eingeladen, von denen nun einer ausfällt. Die Frage ist also: einen der schwächeren "nachnominieren" oder einen Leihspieler nehmen, um das Ergebnis erträglich zu gestalten. Auch wenn ich deine Antwort zu kennen glaube: wie würdest du dich an meiner Stelle verhalten?

    Die Antwort liegt auf der Hand. Mit Mann und Maus verteidigen.
    :P


    Nein, im Ernst. Kicker hat schon recht und gut begründet, dass man jetzt nicht die E1 Spieler holen sollte um dafür die E2 Jungs draußen zu lassen.


    Trainiert ihr zusammen, ich meine E1 und E2? Kennen sich die Kinder? Wenn ja könnte man einen oder zwei E1er mitnehmen und sie im Laufe der zweiten Halbzeit reinbringen, falls das Spiel es hergibt.


    Wir haben übrigens auch mehrere E's und wir tauschen nie die Spieler untereinander, es sei denn, es fallen soviele aus, dass man nicht antreten kann. Aber da gibt es auch Regeln vom Verband, die das sehr einschränken (zum Glück).

  • @Don: zum (späteren) Glück (eigene Potential zu nutzen) zwingen - hab ich mir auch schon oft gesagt. Wenn dein Kind sich aber weigert, anderswo zum Training auch nur mitzukommen, trotz Eis-Versprechen? Und sein Trainer ist eigentlich voll ok, auch der Jugendwart, nur machen sie eben Dinge, die wie beschrieben zweifelhaft erscheinen, lehnen Dialog ab. Die ganze Familie leidet, da meine Frau eh meint, nur Freunde zählen, Fußball sei sch....egal, ich ein "Verrückter" ;)

    Irgendwann hilft kein Eis, sondern nur noch rohe Gewalt ;) Wie kann ein Trainer "eigentlich voll ok" sein, der so agiert?


    Grüße
    Oliver

  • Die Antwort liegt auf der Hand. Mit Mann und Maus verteidigen.

    Oder doch besser Pressing spielen und auf das Ehrentor gehen... :D


    Nein, im Ernst. Kicker hat schon recht und gut begründet, dass man jetzt nicht die E1 Spieler holen sollte um dafür die E2 Jungs draußen zu lassen.

    Es bliebe ja in dem Sinne niemand draußen, da ja die Spieler für das Spiel bereits "nominiert" waren. Es würde nur keiner nachrücken. Aber ich weiß, was du meinst.



    Trainiert ihr zusammen, ich meine E1 und E2? Kennen sich die Kinder? Wenn ja könnte man einen oder zwei E1er mitnehmen und sie im Laufe der zweiten Halbzeit reinbringen, falls das Spiel es hergibt.


    Ja, wir trainieren zusammen. Die Kinder kennen sich alle untereinander. Insofern kein Problem.


    Wir haben übrigens auch mehrere E's und wir tauschen nie die Spieler untereinander, es sei denn, es fallen soviele aus, dass man nicht antreten kann. Aber da gibt es auch Regeln vom Verband, die das sehr einschränken (zum Glück).

    Das tun wir normalerweise auch nicht. Ich habe dem Kollegen trotzdem zwei Spieler angeboten, die seit Wochen bei uns nicht spielen konnten, weil sie verletzt waren (Armbruch bzw. Bänderdehnung) und erst diese Woche wieder ins Training eingestiegen sind. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es die sind, die er gerne hätte... ;)

  • Ja, das ist eben für mich das große Rätsel! Offenbar macht die Gier nach Siegen und Titeln viele verrückt drauf: eigentlich ganz ok, aber auf dem Platz wie daneben ein anderer Mensch, da zählt dann nur noch eines, notfalls mit Gewalt o. Pfusch, egal ob sonst Schieri, Staatsanwalt, Polizist, Lehrer - jede Ordnung, Fairness, Regeltreue o. Pädagogik wird zu den Akten gelegt...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Offenbar macht die Gier nach Siegen und Titeln viele verrückt drauf: eigentlich ganz ok, aber auf dem Platz wie daneben ein anderer Mensch, da zählt dann nur noch eines, notfalls mit Gewalt o. Pfusch, egal ob sonst Schieri, Staatsanwalt, Polizist, Lehrer - jede Ordnung, Fairness, Regeltreue o. Pädagogik wird zu den Akten gelegt...



    hast du eigendlich keine Angst depressiv zu werden, bei der schlechten Welt, von der du umgeben bist?
    :


    also wenn ich das so gesehen hätte oder sehe, hätte ich alles mir Verfügbare aufgewendet, meine Söhne vom Fussball fernzuhalten und sie von einem anderen Hobby überzeugt.


    Musik wäre aber wohl auch nicht in Frage gekommen, da darf man ja auch, ach wie kindsungemäss, nur mitspielen, wenn man sein Instrument beherrscht, und wenn man stets einen anderen Takt spielt, als der Dirigent, fliegt man raus.


    da hat man wenigstens jedoch die Möglichkeit des teuren Einzelunterrichtes, bis man Anschluss gefunden hat.


    Stop! das wär doch vielleicht auch eine Lösung im fussball. Lücke entdeckt. Vielleicht biete ich Einzelunterricht für Einsteiger an: Schwerpunkt neben Technik und Taktik,
    das Einfügen in ein Mannschatsgebilde.



    Ich sehe auch, wo Verbesserunge angebracht sind, aus meiner Sicht auch erforderlich.


    Mir steht jedoch die total negative Sichtweise (ich wollte schon sagen, das negative Gequatsche) bis zum Hals.nicht nur von dir.


    Fussball ist immer noch die schönste Nebensache der Welt. und das beste daran: man muss es nicht tun.


    gg




    gg

    Einmal editiert, zuletzt von guenter ()

  • Wo ist hier denn eine "total negative Sichtweise"? Es hieß z.B. "Fluch UND Segen", nicht nur Fluch! So wird nur Negatives hinein interpretiert. Schon die Suche nach Verbesserungen als Anliegen beweist das Gegenteil. Gier nach dem Sieg ist aber allgemeinmenschlich belegt. Man muss so sportpolitisch den Rahmen vorgeben o. benötigt z.B. Schieris, da sich sonst 22 Akteure bald die Köpfe einschlügen. Also darum offen miteinander ringen, um die negativen Veranlagungen im Menschen zu zivilisieren, die man jedes WE in Stadien, Dorfplätzen o. eben sogar bei Kinderspielen beobachten kann! Das abzuleugnen o. wegzuschauen, kann uns nie voranbringen. Klar macht es depressiv, vieles in dieser Welt hinsehend, mitfühlend zu erleben, was sich real ereignet. Klar wäre es spaßiger, es zu ignorieren, einfach ans Schöne u. Gute als Wahres zu glauben. Dioch die freie Auseinandersetzung wie in Sozialismen dafür zu blockieren, führt ins Abseits. Wo uns doch alle das gleiche Interesse zu vereinen scheint, sollte man da nicht so tolerant sein, jedem seine Wahrnehmung der Welt selbst zu belassen, danach u. nicht schon davor zu streiten: ohne sich dafür entschuldigen zu müssen!


    Das haben "Konflikte" (s. Threadvorgabe) so an sich, dass man Dinge grundverschieden sieht. Was kann ich dafür, was um mich herum faktisch passiert, ich es sehe, wie ich es wahrnehme? Man kann doch nicht suggerieren, dass die Mitteilung dessen unwahrhaft sei, nur weil sie sich ins eigene Weltbild nicht 1 zu 1 einfügen lässt? Es tut mir ja leid für jeden, der an eine heile Welt glauben will, sie vielleicht vor Ort auch wirklich zu seinem Glück orfindet o. ehrlich an ihr arbeitet, hilft mir aber nichts und sorry: Ist es nicht wichtiger, sehenden Auges was für die andernorts betroffenen Kinder zu verbessern, als auf den Goodwill einiger dies fordernden Erwachsener zu schielen (was z.B. bei uns, aber auch überall erst zu fortwährenden Misständen führt). Also nichts für ungut, aber ich nehme Dinge nun mal wahr, wie sie sich für mich darstellen und du, wie sie sich für dich darstellen. darüber kann man dann streiten, aber doch nicht sagen, ich sei "nur negativ": wo ich jede Menge unternehme, um Dinge zu verbessern, auch viel Anerkennung gerade bei Kindern, um die es gehen sollte, fand und finde. Irgendein Ich sollte gar nicht Thema sein, sondern das Phänomen "Leihspieler", was daran gut o. schlecht, gemäß den Regeln erlaubt o. verboten ist usw. Bitte nicht böse sein, dass ich mich nicht in eine nur negative Ecke stellen lassen mag, ich könnte ja auch ähnliche Thesen über mir eigentlich ganz ubekannte Leute aufstellen (wie ich es anfangs im Reflex tat), ok?


    Jedem seine Wahrnehmung, dann darüber diskutieren, Fehler o. Widersprüche konkret belegt suchend, vielleicht findet man zusammen, sonst aber ist es auch nicht schlimm: ein Christ darf Christ und ein Moslem Moslem bleiben, sonst ginge das Bekehrenwollen am Ende schlimm aus. Das eben ist das Problem an "Systemen": sie wollen jeden in ihr Raster einfügen. Doch keiner sollte den Glauben (o. das Fußballspiel) für sich aufgeben müssen, nur weil andere anderes glauben, dies für jeden verallgemeinern wollen, oder? Ich spiele lieber in der Bunten Liga, würde mir dies Spiel auch für Kids wünschen, du findest eben den Punktspielbetrieb des DFB besser, aber zum Non-plus-ultra, zum Fußball überhaupt sollte ihn keiner erklären, das würde Stillstand bedeuten...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    Einmal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • du findest eben den Punktspielbetrieb des DFB besser,



    wer richtig liest, hat mehr Information.


    ich hab schon des öftern verdeutlicht, dass ich in der G-Jugend an keinem offiziellen Spielbetrieb teilgenommen habe, und ich seit 15 jahren Punktspiele in der F-jugend nicht mehr kenne.


    folglich isst deine Vermutung falsch.


    ich war ein leistungsgeiler(!!) aber kein punktegeiler Trainer


    gg

    Einmal editiert, zuletzt von guenter ()

  • Kicker,


    hab ich überlesen, wie die "Bunte Liga" funktioniert, oder hast Du da noch nichts drüber geschrieben? Wenn ich google, finde ich keine verwertbare Info.

    "Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind."
    Terry Pratchett

  • also wenn ich das so gesehen hätte oder sehe, hätte ich alles mir Verfügbare aufgewendet, meine Söhne vom Fussball fernzuhalten und sie von einem anderen Hobby überzeugt.


    Da ich im DFB-Spielsystem manches kritisch sah, sollte alles "total negativ" gesehen sein u. ich alles Verfügbare aufwenden, um meine Söhne ganz vom Fußball fernzuhalten etc. - sorry, das die Information zu meiner obigen Antwort u. deine Rede, noch mal "richtig" lesen? ;)


    @Paulwurf: Es gibt diverse Bunte Ligen, leider nur für Erwachsene. Die Gestaltung differiert von Ort zu Ort minimal u. ist jeweils detailliert auf den Homepages beschrieben, die bei mir sofort angezeigt werden, auch via Google. Wichtige Eckpunkte: keine Schieris o. Obrigkeit, sondern demokratisches Miteinander, freies Wechseln im Spiel u. zwischen Teams, alles easy, Spaß für alle im Mittelpunkt, keine Sperren, die beim DFB schon 8- oder 9-jährigen Kindern drohen. BL erhalten oft von den Städten keine passablen Plätze bzw. Vereine haben immer Vorrang. DFB bzw. FIFA haben eben seine Lobbyarbeit, die leider alles tut, um andere Formen des Fußballs nicht florieren zu lassen. Erwachsene können sich da selbst organisieren u. tun es, auch immer noch einfach auf wilden Wiesen, Kinder können dies in aller Regel nicht, das ist das Problem, für das man erstmal sensibilisieren müsste. Dass viele genau dies als mutmaßliche Konkurrenz verhindern, im Keim ersticken möchten, ist verständlich, aber man sollte dabei tolerant, integrativ u. fair bleiben, das nicht nur auf Plakatwände pinseln. Wäre das DFB-System voll kindgerecht, kämen alternative Ideen o. Fantasien nämlich gar nicht erst auf, also liegt dies mehr an einem selbst denn an bösen Widersachern, oder?

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • @Kicker


    Hätt ich auch selbst drauf kommen können, nur "bunte Liga" zu suchen. Ich habe "Bunte Liga für Kids" gesucht, was Du im Vorstellungsthread mal gepostet hast.

    "Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind."
    Terry Pratchett


  • War jetzt ne Woche im Urlaub...


    Ranwie: Wie ist diese Sache gegen den "übermächtigen" Gegner denn nun gelaufen? Hast Du die beiden Spieler ausgeliehen? Hat's was gebracht? Vielleicht ein Ehrentor?
    8)