Verbesserungen im Kinderfussball- Systemänderungen oder Traineränderung

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  • Prima, deine Einschätzung von Guenter und mir, sie ehrt uns, da sie von dir kommt! Ja, unsere Beiträge mögen mitunter schwere Kost sein, aber der aktuelle KiFu mitunter auch - und ihnen wollen wir darin schließlich richtig verstehen. Wäre dies einfach, wäre er wohl anders, aber die Sache liegt tief im "menschlichen Seinscharakter" begründet und dem müssten wir näher auf die Spur kommen, ohne in seine Fallen (die Widerstände derer, die sich selbst nicht so verstehen, dass sie den KiFu den Kindern zurückgeben können!) zu tappen bei der Durchsetzung eines besseren KiFu, seiner Befreiung von den Rivalitäten, den über ihn abgebauten Aggressionen des beruflichen Alltags oder dem destruktiven Sich-beweisen-müssen als Ich, insbesondere als Mann (vgl. Theweleit)!


    Sicher, das Schieri-freie Kinderspiel wie beim Sparkassen-Cup zeigt nicht immer nur als "gut" und einträchtig, gar friedfertig, denn die Kinder sind über Jahre geprägt und auch bleibt Fußball stets Wettkampf, nicht nur Körperertüchtigung wie gemeinsames Joggen. Aber man kann dies oder jenes Bewusstsein in Kindern fördern. Die Blutgrätsche und heimlichen Ellenbogeneinsatz kann jeder noch mit 15 oder 17 erlernen, falls er denn "höherklassig" zu spielen vermag. Dabei fragt sich zudem, wieso dies immer mehr auf Härte statt Kreativität hinauslaufen muss. Im Kleinen kann jeder einzelne Trainer die Lage entschärfen: Indem er vor dem Spiel nicht nur den Schieri, auch die Gegner herzlich begrüßt, auch mal echte Freundschaftsspiele zum Warmwerden organisiert oder alle Kinder sich irgendwie gemeinsam warmmachen lässt. Vieles ist da denkbar! Und wieso setzen sich eigentlich immer nur die Herrenteams nach dem Spiel alle freudnschaftlich bei einer Kiste Bier zusammen, wieso dürfen nicht auch Kinder nach ihrem Spiel lernen, was "gut Sport" bedeutet, gemeinsam noch zusammensitzen. Man verwehrt ihnen dies, da man ja keine Zeit dafür hat, d.h. finden will: Denn Kinder und ihr Spiel sind sie uns nicht wert!?


    200 Jahre sind zu lang, richtig. Daher trainiere ich Menschen im richtigen Denken und gebe hier nun doch mal ausführlich ein Beispiel eines wenige Stunden kostenden Kurses:


    Veranstaltungstitel: Irren ist menschlich: Wie geistlos unser Gehirn wirklich funktioniert!


    Veranstaltungsbeschreibung:In der Menge sind Menschen meist wie die Lemminge: Wir rasen blindlings in den Abgrund! Aber auch für sich allein verspielen viele ihr Vermögen. Warum ist das so, wie unterliegt jeder Einzelne im Alltag ständig dem Irrationalen und geht regelmäßig in die Irre, gerade, wo und wenn er meint, genau Bescheid zu wissen?
    Wir erarbeiten uns an einem Tag eine gesunde Basis gegen gängige Denkfehler, um nie mehr auf uns selber hereinzufallen: Wir revolutionieren uns so im Geist für den Rest unseres Lebens! Wir durchschauen in Zukunft den Authority oder Confirmation Bias, Overconfidence-Effekte, die Sunk Cost Fallacy oder den Terror der Gegenseitigkeit. Am besten man lernt sich selbst schon in der Jugend von der richtigen Seite kennen, aber es ist nie zu spät dafür, als über sich selbst aufgeklärter Zeitgenosse schlauer zu werden! Viele praxisnahe Beispiele veranschaulichen, wie menschlich das Irren ist.


    Die Resonanz sollte groß sein, denn wer mag schon gern irren wollen, sollte man meinen, doch weit gefehlt, das kann ich uneitel so sagen. Daher setzte ich den weiten Horizont - als jemand, der zwar als Dozent geachtet ist im kleinen wissenschaftsinteressierten Kreis, im KiFu aber nicht Trainer sein darf. Wäre dies nicht wegen der betroffenen Kinder und all ihrer über die Jahre beobachteten zerstörten Teams sehr bitter, ich würde laut lachen über solch Absurdität. Den Mut dies hier so offen zu bekennen, hat mir deine Resonanz gegeben, denn sie ist mir aus Respekt vor deiner Leistung viel wert und wiegt 100 Stimmen derer vor Ort auf, die meist nur auf sich bedacht handeln und ihr "Objekt", die Kinder, vergessen, um selbst als Subjekt brilliant zu wirken. Danke!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Anm.: Neurobiologisch kann man es vielleicht mit obiger Frage auf den Punkt bringen. Kinder sind Erwachsenen lerntechnisch weit überlegen, was affektiv zu destruktiver Eifersucht gegen diese sozialisatorische "Aufsässigkeit" führt - wieso? Ihre geistige Flexibilität begründet sich im wegen ihrer seelischen Unfertigkeit noch freieren Übergehen zwischen senso- und mnemomotorischen Fähigkeiten, sprich: sie sind weltoffener, lernfähiger, wildwüchsiger, roher statt rationalistisch abgekocht bzw. "kultiviert". Erwachsene stehen per se unter dem Zwang, Kinder auf (ihre) Linie zu bringen, ihnen ihre Memos aufzudrücken - statt sie sich frei ihre eigenen aussuchen und heranbilden zu lassen. Kinder sollen ins Schema passen, gehorchen statt sich geistig frei zu bewegen, gar in ihren eigenen Fantasien, die Erwachsene längst nicht mehr nachvollziehen können. Für sie zählt so als Motivation vor allem der Sieg, für Kinder aber ihre Eigendynamik.


    Die Folgen "unfairer", aber natürlicher Dominanz der Erwachsenen sind dann dramatisch, können aber eben durch jene flexible Übersensibilität von Kindern in der Internalisierung zumindest eine Zeitlang abgefedert, verdrängt werden, bevor das Einschleifen unabänderbar wird u. die kreativen Kräfte im Kind durch sich verfestigende, von Ausbildern wider die kindeigene freie Einbildungskraft instruierte Regelkreise besiegt hat. Ergebnis: Perfektionierung eines Lernerfolgs durch Automatisierung einer Vorgabe von außen. Nun agieren Kinder, wie sie sollen, d.h. ihr sich frei entwickeln könnendes, etwas erst werdendes Selbst hat sein Zu-Spiel verloren. Ziel der FPL wäre so die Rückgabe dieses Zu-Spiels als Potential!

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Hallo Kicker,


    sicher lernen Kinder schneller z. B. Sprachen aber auch übernehmen die Kinder das soziale Verhalten ihres Umfeldes zu einem gewissen Teil bzw. passen sich schneller an. Logisch, weil die Kinder evtl. keine anderen Vergleichsbeispiele haben. Die Kinder, die verschiedene Vergleichsbeispiele haben, kommen in den Genuss der Wahl - wenn man sie lässt -. Allerdings sollte man doch als Erwachsener einlenken, wenn man - als Erwachsener - aus Erfahrung weiß, dass dieses Kind einen "Irrweg" einschlägt. Die Erfahrung ist die "Stärke" des Erwachsenen. Eigene Erfahrungen, die Erfahrungen der Mitmenschen und sicher auch die Erfahrungen vor unserer Zeit sind das Wissen worauf wir Erwachsene bei unseren Entscheidungen zurückgreifen können - Bewusst - nebst den ganzen unbewusst begründeten Erfahrungsentscheidungen die wir alle treffen. Nun ist aber bekannt, dass alle Menschen Fehler machen - egal ob klein oder groß -. Durch die gesammelten Erfahrungen versucht man die Fehler zu reduzieren - z. B. heiße Herdplatte -.


    Das Einschleifen ist somit in meinen Augen ein durchgehender Prozess des Lebens und ist unabhängig von der Tatsache ob das Kind dem Prozess frei und unabhängig von Erwachsenen - dafür müsste es aber im Dschungel aufwachsen - oder un/bewusst von Erwachsenen mit gelenkt durchlebt.


    Wichtig ist auch für mich dem Kind - insbesondere meinen Kindern - Räume zu schaffen, in denen es sich frei entfalten kann/darf und sollte. Jedoch finde ich, dass beide - eigenständigen und von außen gelenkten - Einschleifarten für die Entwicklung und Best möglichen Fortschritt sehr wichtig sind.


    Selbst in der Schule - trotz ausgereifter Lernmethoden/Praktiken - hat man viel Platz für das eingenständige und freie Denken.


    Ein Beispiel:


    Ich habe meinen Sohn von der Schule - 2. Klasse - abgeholt. In der Schule haben wir auf dem nach Hause Weg seine Mathelehrerin getroffen. Diese sagte mir, wir sollten doch das 1 x 1 noch etwas üben - Problem = er sagt die Antworten nicht schnell genug -. Da bei uns die Schule auf dem ersten Platz steht, weiß ich ganz genau wie sein Wissenstand ist. Sprich wo stärken und wo die Schwächen liegen. In Mathe - im Gegensatz zu Kunst - ist er aber ausgezeichnet! Es ist für ihn wichtig die Thematik zu verstehen und die eigenen oder die von mir Vorgeschlagenen Eselsbrücken zu nutzen. Ich sagte ihm, dass wir hier um´s auswendig lernen nicht drum rum kommen - ich wusste allerdings, dass er den Sinn bereits verstanden hat -.


    Zwei Tage später sagt er mir, dass er in Mathe vor der Klasse etwas erklären soll. Es ist ihm nämlich etwas beim 1x1 aufgefallen und dies soll er jetzt der ganzen Klasse vortragen. Auf meine Frage was es sei, antwortete er mir mit einem Beispiel:


    Es geht um die 9er Reihe.


    z. B. 6 x 9 =


    seine Ergebnisprüfung - zum Auswendiggelernten - lautet wie folgt:


    von 6 rechnet man bis zur 10 = 4 (zweite Zahl im Endergebnis)


    nun von der 4 bis zur 9 = 5 (erste Zahl vom Endergebnis)


    Endergebnis = 54


    und dieses System geht mit der ganzen 9er Reihe.


    Darauf ist der Junge von alleine gekommen. Was ich damit sagen will ist, dass man den Kinder vor allem Räume zur freien Entwicklung geben sollten, in denen die Kinder keiner Gefahr der Fehlentwicklung unterlaufen wie z. B. im sozialen Umgang. Zieht man daraus Rückschlüsse auf den Fußball, so finde ich dass man den Kindern Raum in der fachspezifischen Eigenentwicklung geben sollte aber ganz sicher sollte man beim Fehlverhalten - insbesondere auch im sozialen Umgang - einlenken und ganz bestimmt nicht das Kind sich selbst überlassen. Schließlich leben wir in einer Gesellschaft und hier haben die Erwachsenen die größere Erfahrung - welche leider nicht immer bewusst genutzt wird -. Aber auch ein schlechtes Vorbild kann man eben als ein solches nutzen um die Kinder darauf aufmerksam zu machen. Ein perfektes Umfeld wird es nie geben und inosfern sollte man sich der gegebenen Situation anpassen und auch Mensch sein. Denn nicht nur Fehler machen ist menschlich sondern auch das Verzeihen, Helfen, Verstehen und Anpassen.

    2 Mal editiert, zuletzt von crow ()

  • Es geht dabei nicht ums Tempo. Was Kinder noch gottgegeben besitzen, ist ES: was Buddhisten als Leere im positiven Sinn als Ziel ihres tieferen Strebens (nach nirwana als das, von wo aus Neues = Künftiges anwehen könne: ein Zu-Spiel, an das wir per Erlöschen des Diktats des Als-Gegeben-Geglaubten heranreichen können, jedoch ohne es jemals rationalistisch dominieren zu vermögen) verstehen, vgl. die Figur des göttlichen Kindes. Erwachsene benötigen dafür mühselige Übung in Entlernungs-Praktiken, die vom Alltag, seinen Automatismen bzw. Routinen "weg" (im Taoismus als Sich-be-Weg-en direkter avisiert) führen. Doch den Weg zu sich, das Tao als Wesenskern kindlicher Selbst-Entwicklung zu erläutern, führte zu weit, da ich hier nur einen neurobiologischen Hintergrund zur FPL anschneiden wollte (wie sich Geist im Team vom Kind her denken ließe, i.d. dann qua Fairplay zu schützen wäre). Er kann aber nie in die Irre führen, auch wenn Erwachsene von außen solch Bedenken haben mögen (Figur des fürs kindliche Lernen "tödlichen" Helfers, der in Wahrheit vor allem sich helfen will, sein Weltbild reproduktiv 1 zu 1 fortzupflanzen).


    Ich meine nur, Erwachsene "könnten" von Kindern durchaus mehr lernen, sich "in-spirieren" und mit "Leben" erfüllen lassen als umgekehrt. Im normalen Trainingsbetrieb dagegen wird wie selbstverständlich einseitig davon ausgegangen, dass nur Kinder etwas - nämlich die "Memos" (umgangssprachlich: Merkzettel, hier gemäß ursprünglicher Bedeutung "im Kopf" statt einer Pinwand) der Erwachsenen als Vorgaben - lernen sollten bzw. müssen, also das Inter-Subjektive als Dimension abgebrochen. Lernen-Können wäre also mal als Übertragungsgeschehen von Lernstoff dialektisch zu wenden, so wieder als Vollzug im Miteinander zu verflüssigen (gemäß seinem ursprünglicheren Flow-Erleben). Flow- das mag simpel klingen, ist wie Entlernen in der Praxis all des äußerlich Vor-Gestellten vielen aber fast unmöglich zu erspüren... Ist dies noch Fußball-Philosophie? Keine Ahnung, Kindern ihre Chance, ihren Flow zu lassen, das wäre jedenfalls nach meiner Überzeugung A und O jeder echten Förderung und im Mit-Erleben auch fruchtbar für die sich dabei involvieren dürfenden Trainer, denn dies berührt die Phrase, dass (eben: Kinder-)Fußball (ein kleines Stück weit) Religion sei mehr als alle äußerlich kopierenden Anleihen an deren Insignien...


    PS: Erfahrung ist im Üblichen nicht verkehrt, aber ja immer eine genormte, vermittelte wie in der Schule; folglich kann sie nur Mittelmaß produzieren, nichts "genial Einfaches" als kreative Spitze (vgl. auch Vattimo's Plädoyer fürs schwache Denken o. Folgendes: Wer als Kind seine Cola-Flasche auf die heisse Herdplatte stellte, wird das Wort Kernschmelze ursprünglicher verstehen als der, dem dies dank Sekundär-Erfahrung nie widerfuhr, sich die Evidenz eigenen Erlebens ersparen dürfte...)

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    4 Mal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • Kommen wir da nicht an den Punkt, wo Glauben, Theorie und Praxis nicht - wie so üblich in der Realität - einhergehen? Nun leben wir jetzt und unsere Kinder sind jetzt Kinder. Wollen wir hier über die Ziele sprechen die in anderen Bereichen eine sehr lange Geschichte haben und wo denn noch die wenigsten - bis keiner der es beweisen kann (Glauben)- erreicht?


    Ist Fairplay dann nicht auch ein von Erwachsenen gesetzter Rahmen? Sicher hat dieser eine andere Substanz und evtl. auch eine andere Farbe. Denn noch ist dieser Rahmen gestützt auf Erfahrungen die gesammelt und ein/umgesetzt werden und somit dem Fluss im Weg stehen müssten.


    Anders gefragt; wer wünscht sich nicht das Paradies auf Erden und leben wir es denn noch, obwohl wir Menschen doch "frei" sind, nicht?


    Insofern sehe ich bei uns die Übereinstimmung, dass Kinder sich auch selbst entfalten sollten. Über die Details sind wir uns allerdings nicht einig - wenn ich es richtig verstanden habe -. Des Weiteren sehe ich einen Unterschied bei uns. Du redest aus der Theorie von für mich utopischen und fernen Zielen und ich eher aus meiner gesammelten Praxis/Erfahrung.


    Zur Klarstellung : Die Beispiele die ich bringe, teile ich mit dir/euch nur, weil ich versuche möglichst Praxisnah meine These zu stützen und mit dir/euch die Erfahrungen aus zu tauschen.


    Stützt du dich nicht selbst auf Erfahrungen anderer Menschen - als nichts anderes sehe ich es an, wenn ich ein Buch lese -. Es ist nur eine Meinung des Autors aus seinen Erfahrungen. Mir bleibt überlassen was ich annehme und was ich ablehne.


    Ist es nicht so, dass aus neurobiologischer Sicht sich erst eine Verknüpfung bildet und dann diese auch nur, wenn diese öfters gebraucht wird langfristig und bewusst abrufbar bereitsteht (Automatismus)? Ist es nicht so, dass wir die "richtige" Endscheidung unbewusst im Gegensatz zu bewussten Endscheidungen 10000 Mal schneller treffen - auch bekannt als Bauchgefühl/-endscheidung -. Dies geschieht dazu auch automatisch ohne das bewusste Eigreifen und auch stützt sich die wiederholte Abfolge doch auf bereits vorhandene Erfahrungen/Verknüpfungen. Sicher, es bleibt nicht stehen so geht es immer weiter mit den Verknüpfungen bis ein sehr komplexes Netzwerk entsteht.


    Wenn wir nun aus der Mikro-Welt das Spiegelbild der Makro-Welt nehmen, so stellen wir dann doch fest das die Erfahrung einen wertvollen evtl. sogar den wertvollsten Schatz darstellen. Diese können wir Nutzen und weiterentwickeln. Auf diesen können nicht nur wir sondern auch die nächste Generation aufbauen/anknüpfen um eben nicht immer und immer wieder von 0 zu Starten.


    Warum sollten die Erwachsenen den Kindern im Fußball etwas vorenthalten was als Fortschritt angesehen wird? Warum müssen wir das Rad neu erfinden müssen anstatt es einfach zu verbessern?


    Diese Memos die wir Erwachsene aus Erfahrungen gebildet haben sollten wir den Kinder zur Verfügung stellen, so wie auch sie mit uns ihre Erfahrungen teilen - siehe mein o. g. Beispiel -. Insofern teile ich auch deine Meinung, dass man Altersunabhängig voneinander lernen kann/sollte. Allerdings Praktizieren wir dies bereits in unserer Familie - Opa, Vater und Sohn -.


    Für den Fußball gilt hier nichts anderes, so sehe ich hier im Forum, dass oft neue Impulse von unten nach oben gegeben werden dort eine Prüfung mit bereits gesammelten Erfahrungen stattfindet und bei Zustimmung generalisiert wird. Diese vorhandene Erfahrungen (Verknüpfungen) zu löschen (revolutionieren oder vorenthalten) betrachte ich als den schlechtesten der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Dann bin ich lieber dafür, dass wir einen Schritt nach dem anderen gehen und das bestmöglich aus dem Jetzt machen. So schlecht ist die Entwicklung doch gar nicht.


    Könnte man dann nicht sagen, dass dies den Makro-Flow darstellt?

    Einmal editiert, zuletzt von crow ()

  • Es ist immer ein Unterschied, ob man etwas vorgibt, was Kinder nachmachen sollen/müssen, oder ob man selbst so ist bzw. spielt, dass sie von selbst aus dies sein o. spielen können wollen. Oft dauert es eine Zeitlang, bis sie soweit sind, aber es lohnt sich, dies abzuwarten, statt sie gleich dahingehend "zu fordern", wie es heute Mode der Förderer ist. Denn dies wird immer innerlich Widerstand wecken, den man zwar unterdrücken kann, der aber unterschwellig Lernen behindern wird. So meinte ich Fairplay auch im Training gegen die kindliche Lernmotivation, die jeden auf die Faszination u. Freude vermittelnden Flow statt disziplinierende Zwänge setzen, zur Eigenaktivität erwecken statt nur Sekundär-Erfahrung transportieren hieße, da dies es Kinder a) zu einfach macht und b) den Reiz des Selbstwerdens abnähme...


    PS: Im Ligaspiel kann nur abgerufen werden, was zuvor im Training erlebt o. eingeübt wurde ;)

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  • @Kicker


    Würdest du mit uns/mir hierzu aus dem Nähkästchen plaudern? Etwas aus deinen tatsächlichen Erfahrung als Beispiel bringen. Auch um evtl. dich besser zu verstehen.


    Im Moment verstehe ich es so, dass du hier von einer Philosophie sprichst. Diese ist bekanntlich von Verein zu Verein, ja selbst von Trainer zu Trainer anders und bedarf auch einer konkreten Umsetzungsform.


    Wie kann ich mir das vorstellen? Kommen die Kinder zum Training und dürfen machen was sie wollen? Auch nach Hause gehen, wenn Sie kein Bock mehr auf ein unorganisiertes Training haben?


    Es ist wirklich kein böse gemeintes Hinterfragen. Ich möchte mir nur ein Bild davon machen wie du es meinst. Schließlich kann es doch sein, dass wir von ein und dem Selben aneinander vorbeireden.


    Gruß

  • Es gibt natürlich Zwänge wie die Aufsichtspflicht bzgl. des aktuellen Trainings. Aber ich habe z.B. einen den Aufstand probenden pubertären Quatschmacher die Alternative geboten: entweder du machst meine Übungen vernünftig mit oder du kannst 3 Runden laufen, einfach nur zuschauen oder für dich Balljonglieren üben: was du willst. Er wollte dann 20 Runden laufen. Sah für mich von außen saudumm (nämlich wie eine Strafe) aus, aber sein Wille war mein Befehl: ich ließ ihn machen. Nach 6 o. 8 Runden fragte er dann, ob er wieder mitmachen dürfte - klar, aber vernünftig ohne Übungen u. alle zu stören. Das klappte dann. Im Spiel zeigen Trainer gern physisch, wie toll sie Kinder übersprinten o. auch "ausdribbeln" können, weisen bei Letzterem aber nicht mal darauf hin, wieso das klappt (entweder wieder aus physischen Gründen, was ich albern finde, sich so zu beweisen, o. aus technischen: da der Körper zwischen Ball u. Gegner, SO die Physis in Einsatz gebracht o. ein Trick gemacht wurde etc.). Ich spiele da meist einfach nur per one-touch schnellstmöglich ab bzw. kontrolliere erstmal den Ball, wo das nicht sicher möglich wäre. Keiner muss dies nachmachen als Non-plus-ultra, aber er sieht u. kann es, falls er sich dieses Vorbild aussuchen mag. Dribbelt sich einer immer wieder fest, gebe ich nur unverbindlich den Hinweis, dass er ja auch mal hinten rum zum freien Mitspieler spielen könne, ohne Zwang oder Tadel. Etc. Natürlich mosern solch Mitspieler andere Kinder an und diesem Druck muss er sich dann inerlich schon stellen, da er vom Team kommt, FÜR das er ja im Fußball als Teamsport (alternativ: Balljongleurie) spielen will.


    Solch Vorgehen kann natürlich erst mit der Zeit greifen, positiv begriffen u. verinnerlicht werden. (Du hast die in der F ja noch!) Kurzfristig müsste man Druck ausüben, Stress produzieren, falls etwas ungut liefe. Und kurzfristig brennt ja auch keiner sofort aus, nur bewegt dies innerlich meist niemand wirklich, d.h. es verändert nichts, außer, dass man z.B. unter Stress erstmal mehr rennt, auch mal grätscht oder eben abspielt: zum nächsten Nebenmann o. nach hinten, kaum aber den genialen Pass ins Freie, denn dafür vernebelt Stress von außen eher den Blick. Selbstgesteuerter Stress von innen ist kontrollierter, individuell passender und dosierter und kann so schon eher etwas Positives bewirken. Der Umgang mit ihm ist für Kinder aber kaum möglich, sondern Ergebnis längeren Lernens.

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  • @Kicker


    OK, gehen unsere Meinungen nicht auseinander. Bei Fehlentwicklung im "sozialen Umgang" (Aufstand) lenkst du zum Mannschaftswohl ein. Auch stellst du den Kindern "Memos" zur Verfügung (hinten rum abspielen) - ob und/oder wann die Kinder diese benutzen entscheiden sie selbst -.


    Nicht den Inhalt das Was sondern die Art und Weise, also das Wie, bemängelst du im allgemeinen. Wie bringe ich den Kindern etwas bei. Unabhängig ob es nun um den sozialen Umgang oder fachspezifische Lerninhalte geht.


    Ich empfinde deine Art und Weise als sehr Vorbildlich - die Kinder haben eine Wahl / entscheiden selbst -. Der grobe Hintergrund ist allgemein ausgedrückt, dass du das Kind von etwas (wiederum egal ob nun aus fachspezifischen oder aus sozialen Hintergründen) überzeugen willst- dieses mit "Still" und vor allem auf freiwilliger Basis und somit zum Wohl aller Beteiligten -.


    In anderen Lebensbereichen gibt es hierfür (für das Wie) bereits einen sehr "hohen" Entwicklungsstand. So z. B. steht der Verkauf, die Politik... auf dem gleichen Grundgerüsst. Verkäufer versucht den potenziellen Käufer/Kunden davon zu überzeugen, dass er sein Produkt freiwillig kauft. Politiker versuchen andere Menschen von Ihrer Meinung zu überzeugen...


    Das Vertrauen (vor allem dieses für sich zu gewinnen), auf das auch du bauen willst, spielt in allen diesen Bereichen eine wichtige Rolle. Ein auf langfristig angelehntes Vertrauen ist mit Sicherheit schwieriger zu erreichen. Dabei ist es auch noch zeitintensiver, aber dafür in schwierigen Zeiten robuster und für eine Mannschaft das Rückgrat und somit sehr wichtig!


    Auch die von dir angewandte Technik zur Lösung des Aufstands wird im Verkauf, neben vielen anderen, angewandt. Hierzu kann ich bei Interesse folgende Bücher empfehlen:


    Einwand-frei Verkaufen (21 Techniken, um alle Einwände wirksam und flexibel zu behandeln)
    So überzeugen Sie jeden (Neue Strategien durch "Verkaufshypnose")


    (Ich komme nicht aus dem Verkauf, aber das "Wie" hat mich doch interessiert, da wir alle doch ständig im Leben etwas versuchen zu "verkaufen" bzw. an den/die Mann/Frau zu bringen, zu überzeugen, einfach geschickt unsere Meinung vertreten wollen...)


    Habe ich das so richtig verstanden?


    Gruß

  • . Zieht man daraus Rückschlüsse auf den Fußball, so finde ich dass man den Kindern Raum in der fachspezifischen Eigenentwicklung geben sollte aber ganz sicher sollte man beim Fehlverhalten - insbesondere auch im sozialen Umgang - einlenken und ganz bestimmt nicht das Kind sich selbst überlassen. Schließlich leben wir in einer Gesellschaft und hier haben die Erwachsenen die größere Erfahrung - welche leider nicht immer bewusst genutzt wird -. Aber auch ein schlechtes Vorbild kann man eben als ein solches nutzen um die Kinder darauf aufmerksam zu machen. Ein perfektes Umfeld wird es nie geben und inosfern sollte man sich der gegebenen Situation anpassen und auch Mensch sein. Denn nicht nur Fehler machen ist menschlich sondern auch das Verzeihen, Helfen, Verstehen und Anpassen.


    obiges nur mal als Beispiel zietiert, für einiges andere aus deiner Diskussion mit Kicker.


    unserer beider Denkweise kommt sich sehr nahe. finde die Art, wie du das rüberbringst übrigens sehr gut.


    gg

  • sie ehrt uns, da sie von dir kommt!



    bitte nicht in Mehrzahl sprechen.


    beim Fussball hab ich mich bisher nur einmal "geehrt" gefühlt, und das wird auch wohl so bleiben.


    das war, als ein Fritz Walter mit einem jungen Fussballer und Trainer (mir) diskutierte, und sich auf mein bescheidenes Niveau einstellte.


    übrigens, es sollte dir auch eine "Ehre" sein, mit uns allen hier zu diskutieren. seh ich zumindest so.


    und bevor jetzt irgendjemand auf dumme Gedanken kommt, das hat jetzt absolut nicht mit Ralf Klohr zu tun.


    gg

  • Jugendtrainer sollten wie ihre profi-Kollegen sich als Dienst-Leister definieren: sie arbeiten zuerst nicht für sich mit dem Ziel von Siegen fürs eigene Ego-Profiling o. Dienst an Zuschauern, Sponsoren, Managern, sondern für die Kinder als "Kunden", wobei der innere Schlüssel zum Erfolg deren Eigenmotivation ist: mehr zu leisten, das Spiel mit den anderen im Team zu teilen, auf Spielintelligenz statt "Gewaltaktionen" zu setzen etc. Vorbild lässt sich auch nur suboptimal verordnen per "Überwachen und Strafen", sondern besser freiwillig verinnerlichen, damit es etwas nachhaltig bewirkt. All dies käme vor den technikfördernden Trainingsübungen, auf die bei der "Schein"-Erlangung mehr Wert gelegt wird, denn hier kommt es stets aufs innere Mitmachenwollen und die positive Einstellung an - "das Mentale" eben.


    Es ist (bei Kids wie bei Profis) nicht voraussetzbar und einfach da als Begeisterung, sondern zu "stiften" als innere Übereinstimmung aller im lebendigen und gruppendynamisch beflügelnden Teamgeist. Fair ist Training dann, wenn es versucht, Kindern als Individuen maximal gerecht zu werden, also z.B. keinen, der dabeisein will, abzuschreiben, da er der Profilsetzung des Trainers nicht passt. Leistung wird mit steigendem Alter natürlich wichtiger, um als Spieler im Team bestehen zu können, aber jedem mit Einsatzwille sind Türen zu eröffnen statt zu verschließen, wie es oft geschieht (man kümmert sich nur um die, auf die man bauen will: die aktuell Stärksten und zeigt so allen Schwächeren, dass man sie nicht will). Beispiel Elferschützen: Es wird immer mal wieder eine Quali-Runde im Training geboten, die Kindern meist auch im Mitfiebern viel Spaß bringt, nie einfach wer zum Schützen bestimmt. Wer also in Zukunft Elfer schießen will, steht nicht einfach vom Trainer her fest, sondern ergibt sich danach, wer wie gut schießt, wobei die Tür immer offen bleibt für den, der sich verbessert. Wenn dann noch jedem ein Weg aufgezeigt wird, wie und wo er an sich arbeiten kann, hat er eine reelle Chance, irgendwann besser statt per Vernachlässigung nur schlechter, aufgegeben zu werden...


    Die Autorität geht bei peu a peu mir vom Teamgeist aus, nicht wie nach meiner Beobachtung fast immer vom Trainer-Ego. Denn so funktioniert es bei Profi-Trainern auch, selbst bei denen, die gern nach außen sich im Ego produzieren: Auch die wissen ganz genau, dass sich Profi-Spieler nichts willkürhaft aufdiktieren lassen, und müssen ihre Trainingskonzepte vermitteln, auf (interne) Kritik aufgeschlossen reagieren, immer flexibel reagieren etc. - oder sie sind ihren Job in Kürze los. In der Jugend ist dies leider praktisch kaum mal der Fall: Man hockt aufgrund althergebrachter Machtstrukturen stets felsenfest auf seinem Posten, kann sich jeden Fehler immer wieder erlauben. Nur der, der das nachhaltig zwecks Besserung kritisiert, wird als Buhmann inszeniert, statt dass es ein konstruktives Miteinander und Dialog, was ein Team weiterbrächte, gäbe. Und wenn das den anfangs qua Natur narzisstischen Kids (sie muss man darin erstmal laufen lassen, langsam fürs Team sensibilisieren!) so vorgelebt wird, werden sie es später weitertragen, im Geiste unbeweglich bleiben (also u.U. psychisch "retardieren": auf dem Stand eines Kleinkindes, enfant terrible bleiben, statt jemals authentisch soziale Verantwortung zu empfinden).


    Vieles im KiFu zur Tatenlosigkeit verurteilt nur mitanzusehen, in der Rolle vor Ort abhängiger u. als Counterpart kaltgestellter Eltern, die für ihre Kinder offensichtlich nichts Gutes TUN können, das ist schon bitter, erbittert - sorry. Mir gehen meine Kids, aber auch alle anderen über alles: Sie sind unsere Zukunft, unser Ziel, unser Ego nur irrige Blase! Wo Verein draufsteht, dann aber nicht drin ist, das Ego im Kollektiv also per Seilschaft o. Kungel regiert, wird Dialog als faire Chance demokratischer Teilnahme abgewürgt, kann "Verein" nie gut leben o. alle leben lassen, ein Klima der Angst wird kultiviert... Es wird selektiert: hier nach Leistung fürs Profil, für Siegerkulte o. die Nutzennehmer (wie auch in Stützpunkten), dort bloß nach Vitamin B. Resignieren u. wechseln bestraft dann aber in der Regel erneut zuerst die Kinder, die ihren Heimverein, ihre Bande verlieren, also zu Verlierern gemacht werden von denen, die für sie verantwortlich wären. Das eben wäre noch der Unterschied zu Profis: für Kinder ist man verantwortlich, hätte dem qua Fairplay gerecht zu werden u. Kritik o. Sorgen der "Spielervertreter" ernst zu nehmen - wie es bei den Profispielern auch geschieht, da die viel Macht haben, Stars sind - und unsere Kinder nicht: sie sind niemand, erheben keine Stimme, sind unserer Gesellschaft wenig REALEN Schutz wert. Die FPL setzt da Zeichen, ist ein Anfang, wenn auch von Symptomen her. Die Ursachen sitzen zu tief in unserem Reptiliienhirn: dem will sich kaum wer stellen...

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

    7 Mal editiert, zuletzt von Kicker ()

  • @Kicker
    Der Jugendtrainer ist zwar ein Dienstleister, aber wenn er sich "nur" als solcher begreift, wird er es nicht lange machen, Hardcore-Altruisten mal ausgenommen. Jugendtrainer wird und bleibt man nur dann, wenn einem der Job persönlich Spaß macht. Das ist m.E. wichtig und das sollte man sich schon bewusst machen, als Trainer, als Eltern und auch als Spieler.


    Aber klar: Der Spaß des Trainers muss sich nicht über Siege definieren, sondern das kann auch das Erfolgserlebnis sein, dass der etwas grobmotorische Kevin nach 2 Jahren Training sein erstes Tor erzielt oder einfach die Freude, gutgelaunte Kinder mit feuereifer den Ball hinterherjagen zu sehen....


    Grüße
    Oliver

  • Schau dir z.B. den Lions Club an, nur die erfolgreichsten Geschäftsleute, doch ihr Credo lautet schlicht: Ich diene! Vielleicht ist ein wenig PR auch dabei, aber wenn sie keinen Spaß hätten, würden sie wohl es kaum nötig haben, da mitzumachen. Wem es also keinen Spaß bringt, Kindern zu dienen, dem würde ich empfehlen, es zu lassen. Leider dürfte grad der am wenigsten drauf hören, eben da seine Motive andere, selbstsüchtiger sind. Hinterfragen seines Dienstes könnte ihn auch zum höheren Selbst hin: fürs Mitfiebern mit jedem Kind als Mitmensch statt zwecks Sieg geleiten, dafür befreien... Oder?

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Günter


    "Stop! das wär doch vielleicht auch eine Lösung im fussball. Lücke entdeckt. Vielleicht biete ich Einzelunterricht für Einsteiger an: Schwerpunkt neben Technik und Taktik,
    das Einfügen in ein Mannschatsgebilde."


    So deine Worte vor wenigen Tagen.


    Ich bin mal so frei und übersetze das: Man muß "nachrüsten" mit Einzeltraining, um die Konkurrenz im Team, die teilweise noch die Trainer besticht, auszustechen. Sollen doch die Anderen auf der Bank schmoren! Eine andere Sportart wählen, wenn kein Erfolg da ist? Kommt ja gar nicht in Frage! Das käme ja Feigheit und einer Niederlage gleich. Wenn Vater ein Held ist, dann muß es der Sohn mindestens noch besser machen. Wo kämen wir da hin? Hier wird gemacht, was der Chef sagt! Zunächst mal mit dem Kind in `nen anderen Verein. Wenn das nichts nützt, muß der Spezialist ran und Filius auf Kurs bringen.


    Jeder sollte doch bekommen, woran er glaubt? Gestern standen wir noch vor dem Abgrund. Heute sind wir schon einen Schritt weiter!


    Leider bist du nicht der Erste, der auf diese Idee gekommen ist. Jedes Jahr in der Ferienzeit fallen die Fussballcamps wie die Heuschrecken übers Land, verkaufen ihre Tricots und Bälle und weißen auf beste Kontakte zu den Profivereinen hin. Naive Eltern versetzen sie in den Glauben, man könnte den Erfolg mit etwas Geld erkaufen und wundern sich, warum es auch nach dem Camp im Verein nicht besser läuft.


    Sorry, ich konnte es mir nicht verkneifen! Es soll auch nicht so schnell wieder vorkommen! :thumbup:

  • Fußballprofi ist heute ein Beruf, als Spieler, Trainer, Manager, F-Schulen-Veranstalter, Berater usw.: Wieso nicht auch hier wie sonst überall privat "nachhelfen", zumal das System den totalen Druck verbreitet: auf dem Platz durch Gegner, harte Gangart, immer mehr Tempo/Zeitmangel, verengte Räume, daneben durch teaminternen Wettbewerb (Rivalität/Konkurrenz/Hierarchien), durch fordernde Trainer, Eltern, Fans, dazu diverse "Verwirrungen" durch lauter Tippgeber, verschiedene Schulmeinungen sowie durch sich selbst: Nervösität, Unsicherheit, Hemmungen, Zweifel plus alle Verstehensprobleme im jeweiligen Teamkontext bzgl. Mitspielern, Taktik, Zielen... Fußball als "Wissenschaft für sich"! Welche Kinderseele soll da noch durchblicken und durchkommen statt in ihrem Elan zerbrechen? Wieso nur in Englisch o. Musik extra Schulen bemühen?


    Heuschrecken? Nein, da ist nur Bedarf bzw. Bedürfnis, das gestillt werden will in diesem System, das sich so selbst produziert und verstärkt. Thermodynamisch ist ohnehin klar: ohne Inspiration durch Offenheit für Neues strebt jeder Körper seinen energieärmsten Zustand an. Energie verteilt sich auf Minimalniveau gleichmäßig ohne Führung vom Geiste her. Geist aber bedeutet nicht bloß Wille von außen oder oben. Denn der erdrückt langfristig nur, was er heranziehen will. Man muss also die geisterzeugenden Prozesse richtig verstehen und wer könnte dies aus dem Stehgreif? Das System wäre also gefordert, sich selbst systemtheoretisch besser zu begreifen, um die in ihm befindlichen Körper geistig von ihrer inneren Trägheit zu befreien... FFS könnten da wegweisend sein, da sie Kunden haben, sich ihr Geld verdienen müssen, wollen sie am Markt bestehen. Oder?

    Jeder Erwachsene kann nur so gut spielen, wie er als Kind trainiert wurde....

  • Kicker, jetzt hol aber mal kurz Luft, bevor Du in der Ferienfussballschule den nächsten Todfeind des Kinderfussballs auszumachen glaubst. Mein Kleiner hat das jetzt 3 oder 4 mal gemacht, es hat ihm jedesmal Riesenspaß gemacht. Nein, entdeckt wird dabei keiner und es wird auch keiner zum Profi durch 1 Woche Fussballbeschäftigung (ich will es nicht mal als Training bezeichnen, dazu ist es zu wenig individuell und zu wenig intensiv).


    Natürlich ist es kommerziell (das ist nicht verboten) und natürlich frage ich mich als Vater, ob der Preis von ca. 150€ pro Woche in Relation zu unserem Jahresbeitrag im Verien (30€) angemessen ist. Aber es macht den Kurzen Spaß. Für mich ist das auf demselben Niveau wie Ferienspiele, die allenthalben von der Stadt veranstaltet werden. Wenn mein Kleiner nochmal will, darf er nochmal hin.


    Grüße
    Oliver