Prima, deine Einschätzung von Guenter und mir, sie ehrt uns, da sie von dir kommt! Ja, unsere Beiträge mögen mitunter schwere Kost sein, aber der aktuelle KiFu mitunter auch - und ihnen wollen wir darin schließlich richtig verstehen. Wäre dies einfach, wäre er wohl anders, aber die Sache liegt tief im "menschlichen Seinscharakter" begründet und dem müssten wir näher auf die Spur kommen, ohne in seine Fallen (die Widerstände derer, die sich selbst nicht so verstehen, dass sie den KiFu den Kindern zurückgeben können!) zu tappen bei der Durchsetzung eines besseren KiFu, seiner Befreiung von den Rivalitäten, den über ihn abgebauten Aggressionen des beruflichen Alltags oder dem destruktiven Sich-beweisen-müssen als Ich, insbesondere als Mann (vgl. Theweleit)!
Sicher, das Schieri-freie Kinderspiel wie beim Sparkassen-Cup zeigt nicht immer nur als "gut" und einträchtig, gar friedfertig, denn die Kinder sind über Jahre geprägt und auch bleibt Fußball stets Wettkampf, nicht nur Körperertüchtigung wie gemeinsames Joggen. Aber man kann dies oder jenes Bewusstsein in Kindern fördern. Die Blutgrätsche und heimlichen Ellenbogeneinsatz kann jeder noch mit 15 oder 17 erlernen, falls er denn "höherklassig" zu spielen vermag. Dabei fragt sich zudem, wieso dies immer mehr auf Härte statt Kreativität hinauslaufen muss. Im Kleinen kann jeder einzelne Trainer die Lage entschärfen: Indem er vor dem Spiel nicht nur den Schieri, auch die Gegner herzlich begrüßt, auch mal echte Freundschaftsspiele zum Warmwerden organisiert oder alle Kinder sich irgendwie gemeinsam warmmachen lässt. Vieles ist da denkbar! Und wieso setzen sich eigentlich immer nur die Herrenteams nach dem Spiel alle freudnschaftlich bei einer Kiste Bier zusammen, wieso dürfen nicht auch Kinder nach ihrem Spiel lernen, was "gut Sport" bedeutet, gemeinsam noch zusammensitzen. Man verwehrt ihnen dies, da man ja keine Zeit dafür hat, d.h. finden will: Denn Kinder und ihr Spiel sind sie uns nicht wert!?
200 Jahre sind zu lang, richtig. Daher trainiere ich Menschen im richtigen Denken und gebe hier nun doch mal ausführlich ein Beispiel eines wenige Stunden kostenden Kurses:
Veranstaltungstitel: Irren ist menschlich: Wie geistlos unser Gehirn wirklich funktioniert!
Veranstaltungsbeschreibung:In der Menge sind Menschen meist wie die Lemminge: Wir rasen blindlings in den Abgrund! Aber auch für sich allein verspielen viele ihr Vermögen. Warum ist das so, wie unterliegt jeder Einzelne im Alltag ständig dem Irrationalen und geht regelmäßig in die Irre, gerade, wo und wenn er meint, genau Bescheid zu wissen?
Wir erarbeiten uns an einem Tag eine gesunde Basis gegen gängige Denkfehler, um nie mehr auf uns selber hereinzufallen: Wir revolutionieren uns so im Geist für den Rest unseres Lebens! Wir durchschauen in Zukunft den Authority oder Confirmation Bias, Overconfidence-Effekte, die Sunk Cost Fallacy oder den Terror der Gegenseitigkeit. Am besten man lernt sich selbst schon in der Jugend von der richtigen Seite kennen, aber es ist nie zu spät dafür, als über sich selbst aufgeklärter Zeitgenosse schlauer zu werden! Viele praxisnahe Beispiele veranschaulichen, wie menschlich das Irren ist.
Die Resonanz sollte groß sein, denn wer mag schon gern irren wollen, sollte man meinen, doch weit gefehlt, das kann ich uneitel so sagen. Daher setzte ich den weiten Horizont - als jemand, der zwar als Dozent geachtet ist im kleinen wissenschaftsinteressierten Kreis, im KiFu aber nicht Trainer sein darf. Wäre dies nicht wegen der betroffenen Kinder und all ihrer über die Jahre beobachteten zerstörten Teams sehr bitter, ich würde laut lachen über solch Absurdität. Den Mut dies hier so offen zu bekennen, hat mir deine Resonanz gegeben, denn sie ist mir aus Respekt vor deiner Leistung viel wert und wiegt 100 Stimmen derer vor Ort auf, die meist nur auf sich bedacht handeln und ihr "Objekt", die Kinder, vergessen, um selbst als Subjekt brilliant zu wirken. Danke!
