Ein Paule, der einfach nicht will

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  • Hallo,


    drei Monate hatte ich mich zurückgehalten, und jetzt kommt innerhalb von 3 Tagen schon der 4. Beitrag...


    Das Problem war eigentlich schon immer da, ist heute aber das erste mal so offensichtlich aufgetreten. In meiner G-Jugend gibt es gleich mehrere der viel gerühmten Paules. Ich hab mich auch stets daran gehalten, diese Spieler ebenfalls zu
    Freundschaftsspielen und Turnieren mitzunehmen und auch zu (fast) gleich großen Anteilen wie die starken Spieler einzusetzen. Zugegebenermaßen hat bis jetzt zuvor immer ein stetes Ringen mit meinem Ehrgeiz stattgefunden, bisher hat jedoch immer mein Sozialverhalten gesiegt. :D


    Fast deshalb, weil ich manchmal bei knappen Spielständen die stärkeren ein wenig, aber wirklich nur ein wenig, länger draufgelassen habe. Grund hierfür ist, dass wir eine Mannschaft sind, die einfach um einiges mehr Niederlagen einsteckt als Siege einfährt und ich dann zum Wohle des gesamten Mannschaftsklimas doch einmal den Sieg oder das Unentschieden festhalten möchte. Erstaunlicherweise sind bei diesen Spielen meine Jungs fast noch ehrgeiziger als ich, da sagt dann einer
    der Paules auch mal: "Aber wechsel bitte für mich nicht den (starken) Spieler XY aus!".



    So jetzt zum eigentlichen Thema.



    Wir hatten heute mit 1:6 verloren. Zum Trost hab ich den Jungs dann eine Runde Spezi und "Gummimäuse" spendiert.
    Es hatte sich dann noch spontan ergeben, dass 2 der Eltern, meine Wenigkeit und 5 Kids noch auf ein Tor Fußball gespielt haben. Der Paule war da auch dabei, die Mutter ist gegangen, da sie das Kind beim Nachbarvater in sicheren Händen wusste. 4 Kids spielten gegen uns 3 Erwachsene und der Paule war im Tor und schien da auch noch relativ viel Spaß zu haben. Dann wollte einer der anderen Kids auch mal ins Tor und es gab einen kleineren Streit. Daraufhin hat der Paule erstmal ziemlich lange geweint und sich dann beleidigt neben den Pfosten gesetzt.
    Und jetzt kommt das Unglaubliche: Die Kids und wir Erwachsene hatten so viel Spaß, dass wir noch EINE STUNDE lang gespielt haben! Und der Paule saß während der gesamten Zeit nur neben dem Tor! Ich persönlich würde meine Hand dafür ins Feuer legen, dass ein Kind, das tatsächlich Fußball spielen WILL, allerhöchstens eine Viertelstunde lang bockt und dann mitmacht. Vor allem, wenn das Ganze wie bei uns Freude pur war und tausendfaches Gelächter über den Platz schallte. Ein Kind, das VON SICH AUS Fußball spielen will, kann doch da nicht einfach nur zuschauen! Das war ein regelrechter Schock für mich!


    Die Eltern und vor allem ich hatten ihn ja auch immer wieder nochmal ermuntert. Und selbst die anderen Kids haben alles Erdenkliche getan, um ihn zum Mitspielen zu bewegen!
    Ich habe ohne Übertreibung danach über eine Stunde lang zu Hause nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, die Mutter beim Training nächsten Freitag darauf anzusprechen, ob ihm mit einem anderen Sport nicht vielleicht besser gedient wäre...


    Ich hatte und habe immer noch Angst, dass meine Entscheidung von der Niederlage beeinflusst wurde, die natürlich von den diversen Paules mit"verschuldet" wurde (die Anführungszeichen deshalb, weil die entsprechenden Kids ja nichts dafür können, ich bin ihnen deshalb ja auch nicht böse ;) ). Deshalb habe ich noch Rat bei meinen Eltern eingeholt, um jemand Objektiven zu haben, und die haben mir zugestimmt.


    Jetzt habt ihr natürlich teilweise um einiges mehr Erfahrung als Trainer als ich und vor allem als meine Eltern. Deshalb meine Frage an euch: Würdet ihr genauso verfahren? Oder hättet ihr einen Alternativvorschlag?


    Vielen Dank im Voraus für alle Ratschläge! :)


    Gruß,


    ReMigius


    "Gerade im Fußball passieren in schöner Regelmäßigkeit Wunder."

  • Hm???


    Nur weil ein Kind nicht mitspielen möchte ihn "aus der Mannschaft werfen"??? Ich weiss ja nicht wie Paule sonst ist, aber ich kann dir sagen(Ich arbeite mit Kindergarten+Grundschulkinder seit 5 Jahren), dass so kleine bambinos auch mal "keine Lust haben" dürfen. Abgesehen davon hat er ja schon ein Spiel, noch dazu eine Niederlage hinter sich. Jeder steckt sowas anders weg.


    Ich persönlich finde es schon wieder klasse das der kleine sich nicht überreden hat lassen, sondern sich selbst treu blieb.

    Versuche im jeden Training 1 Spieler gezielt besser zu machen und du hast in einem Jahr/einer saison, VIEL geschafft!

  • @BBCoach-Chris


    Was mich irritiert hat, war die Art und Weise, wie er sich verhalten hat. Aber genau deswegen, weil ich hier weniger Erfahrung besitze, hab ich ja nachgefragt...


    Von "aus der Mannschaft werfen" habe ich übrigens nicht gesprochen, vielleicht hast du da etwas mißverstanden. Ich wollte mit der Mutter reden, und von ihr eine ehrliche Antwort hören, ob das Fußball wirklich von ihm ausgeht. Falls nicht hätte ich ihr geraten, sich vielleicht einen anderen Sport zu suchen. Ich werfe - und das werde ich in Zukunft auch niemals tun - niemals ein Kind aus der Mannschaft. Das heißt, wenn sich die Mutter - gesetzt den Fall, es geht wirklich nicht vom Kind aus - stur stellt und trotzdem behauptet ihr Kind würde Fußball spielen wollen, dann darf der Junge auch weiter mitmachen und wird auch wie jeder andere behandelt.


    Aber wie ich ja schon oben angedeutet habe, besteht das Problem ja nicht erst seit heute, sondern schon seit längerer Zeit und heute ist es mir extrem aufgefallen.


    Vielleicht ist es besser, wenn ich doch noch ein bisschen von den Erlebnissen mit dem Jungen schreibe. Wie ich ja schon geschrieben habe, habe ich ja noch 2, 3 weitere Paules in der Mannschaft.


    Wenn ich nun bei Beginn einer Trainingseinheit einfach mal ein paar Bälle verteil für die, die schon da sind (ich mache das immer so, damit sich die Kids schon selbstständig aufwärmen können), dann stürzen sich die anderen Kids aus meiner Mannschaft auf die Bälle, und zwar auch die anderen Paules. Nur er bleibt stehen, schaut in der Gegend rum und wartet, bis das Training anfängt.


    Aber was mich noch am meisten in die Richtung tendieren lässt: Ich hatte mal vor fast einem Jahr mit der Mutter bei einem Turnier gesprochen gehabt. Da hat sie mir dann erzählt, dass der Junge anfangs keine Sachen/Sportarten machen will, bei denen er schlechter ist als die anderen, und dass sie ihn zum Turnier regelrecht zwingen musste. Ich hatte das damals als Anfangsnervosität "abgetan", da es sein erstes Turnier war, und gesagt, dass er da schon reinkommt. Mittlerweile habe ich da Zweifel, ich sehe einfach nicht, dass da die Motivation zum Fußballspielen von ihm selber ausgeht. Vielleicht eben deshalb, weil er merkt, dass er schlechter ist als die anderen. Ich sage ihm auch immer wieder, dass er keine Angst haben muss, mitzumachen, und dass es ihm bestimmt Spaß macht, wenn er sich mal "traut". Aber das er das wirklich versteht und vor allem akzeptiert, dafür ist er wahrscheinlich auch noch zu jung...


    "Gerade im Fußball passieren in schöner Regelmäßigkeit Wunder."

  • Interessantes Thema, weil jeder Trainer wohl solche Spieler kennt. Auch in meinem Team ist so einer und ich bin genauso unsicher wie Du. Auch meine Beobachtung ist, dass der Junge eher vor dem Fussballspielen davon läuft als mit Spaß dabei zu sein. Wenn ich ihn direkt frage, sagt er "Doch, Fussball macht mir Spaß". Aber er zeigt das nicht, weder im Training noch im Spiel.


    Als Trainer ist der Junge eine echte Herausforderung: Gerade weil er so wenig eigenen Antrieb zeigt, muss man ihn immer wieder motivieren, damit er "am Ball" bleibt. Er erfordert also hohe Aufmerksamkeit. Gleichzeitig sind die fussballerischen Lernerfolge sehr bescheiden. Ich bin auch 100% sicher, dass der Junge nur im Verein Fussball spielt, aber sicher nicht einfach mal so mit Freunden.


    Ich habe mir auch die Frage gestellt, was ich mit dem Jungen tun soll. Mein Eindruck ist, dass der Junge zum Fussball genötigt wird. Wie oben beschrieben, habe ich mit ihm selbst geredet und auch mit seinen Eltern. Die Eltern sagen mir, dass er halt ein zurückhaltender Typ ist und noch ein wenig Zeit braucht, dass er aber Spaß am Fussball hat. Letztlich lasse ich es damit bewenden und versuche ihn, möglichst unfallfrei ins Team zu integrieren. Im Training geht da ja noch (wobei auch da die Spielformen sehr schwierig sind), im Spiel ist das oft problematisch. Aber heimschicken tue ich ihn nicht, auch wenn das vielleicht das Best wäre. er ist dabei und bekommt auch seine Spieleinsätze.


    Was würdet Ihr tun?


    Grüße
    Oliver

  • Frag doch einfach den Jungen, wie es Ihm so gefällt...
    Warum willst Du Entscheidungen auf Basis von (mögliche objektive) Spekulationen treffen, wenn Du durch eine simple Frage am Junior, die definitive Fakten haben würdest?


    Gruss
    TRPietro

  • Ein wichtiger Hinweis ist für mich auch das verhalten des Kindes wenn ihr Fussball spielt und er mitspielt. ich hatte auch so einen Knirps, der anfangs bei denn Fangspielen noch mitgemacht hat, aber sobald der Ball ins Spiel kam war Ende. er ist keinen Meter mehr gelaufen, wenn andere ihm zugepasst haben hat er nur den Ball vorbeirollen lassen. Das geht natürlich den anderen Spieler gehörig auf die Nerven und strapaziert das Klima. Ein Einsatz bei Spielen war nicht möglich, da er nicht schlecht, sondern garnicht gespielt hat.


    Wenn ich ihn fragte was los ist, sagte er immer er wäre müde. Als ich die Eltern fragte sagten die er wäre halt faul. Den Junior zu fragen gibt leider nicht immer die definitive Antwort, da ich schon in der ein oder anderen Situation miterleben musste, dass die Eltern bspw. daheim das Kind so unter Druck setzen, dass er dem Trainer dann nicht ehrlich antwortet. So auch wohl in meinem Fall. ich habe den Eltern dann sehr deutlich klar gemacht, dass ich den Jungen gerne bei mir habe, wenn er darauf Lust hat, sie aber ihrem Kind nichts Gutes tun, wenn sie es zum Fussball nötigen. Jetzt ist er nicht mehr da.


    Übertragen auf deinen Fall würde ich dir raten tatsächlich erst den Jungen zu fragen. Hast du den Eindruck, er spricht offen mit dir und zeigt zumindest ein Mindestmaß an Einsatz, dann ist er vielleicht noch irgendwie in der Findungsphase. Ansonsten würde ich eben mal intensiv mit den Eltern sprechen.

  • TRPietro: Das habe ich schon vor etlicher Zeit bei meinen Paules gemacht. Bei allen war die Antwort eine Art Ausweichen, d.h. entweder ein gedehntes "Jaaaaa" (also im Sinne von "eigentlich schon") oder einfach nur ein auf den Boden schauen. In diesem Alter ist es einfach schwierig, schon mit den Kindern zu reden und herauszufinden, was sie wirklich wollen, auch weil du nie weißt, ob da jetzt die Eltern aus dem Kind sprechen oder nicht. Deinem Profil entnehme ich, dass du eine C-Jugend trainierst, da funktioniert das Nachfragen bestimmt zu 100%. Bei Kids in meinem Alter ist das immer etwas schwierig, wie ja auch "dinanzen" bestätigt. Bevor da jetzt Mutmaßungen aufkommen: Ich bin sicherlich nicht der Typ Trainer, der die Kinder einschüchtert, ich habe auch noch nie ein Kind wegen schlechter Leistungen oder mangelnden Willens angeschrien.


    Don Quijote und dinanzen: Ich bin froh, dass ich mit meinem Problem nicht alleine bin. Ich setze den Jungen natürlich im Spiel ein, auch wenn das oft folgendermaßen ausschaut: Ein Gegner läuft mit dem Ball auf ihn zu und er geht ein, zwei Schritte zur Seite, um ihn durchzulassen, oder läuft praktisch wie ein Bodyguard einen Meter vor dem Jungen voraus Richtung unser eigenes Tor (das war gestern so). Wenn mal ein Ball zufälligerweise auf ihn zurollt und es ist gerade kein Gegner in der Nähe, dann tritt er ab und zu mal gaaaanz vorsichtig gegen den Ball, so dass dieser sich ca. 30 cm vorwärtsbewegt. Damit kann ich aber leben. Womit ich nicht leben kann, ist, wenn ich den Eindruck habe, dass ein Kind sich möglicherweise insgeheim denkt: "Bitte prallt der Ball da jetzt nicht in meine Richtung ab, hoffentlich rollt der Ball nicht zu mir, hoffentlich läuft der Gegner jetzt nicht in meine Richtung, etc."


    Ich denke, wir haben als Trainer auch die Verantwortung, die Eltern darauf hinzuweisen, dass ein Sport möglicherweise nicht das Richtige für den Sohn ist, so wie dinanzen es gemacht hat. Nur weil gefühlte 80% aller Kids Fußball spielen, muss das doch nicht jeder machen. Ein Indiz dafür, dass das Ganze bei mir möglicherweise von den Eltern ausgeht, ist auch, dass der ältere Sohn in unserem Verein in einer höheren Jugend kickt. Vielleicht fühlt sich der Junge dann auch indirekt dazu "gezwungen", Fußball zu spielen, weil das ja der ältere Bruder auch macht.


    Vielen Dank schon mal für alle Antworten bisher, auch für die mich kritisierenden. :rolleyes:


    Im Moment würde ich dazu tendieren, nächstes Training nochmal mit dem Jungen zu sprechen und, wenn dieser wieder nur ausweichend antwortet, die Eltern danach auf meinen Eindruck anzusprechen. Zumal alle Eltern übereinstimmend beim letzten Elternabend gesagt haben, ich solle auf sie zugehen, wenn ich irgendwelche Probleme mit einem der Jungs habe...


    Don Quijote alias Oliver: Du hast ja anscheinend schon mit den Eltern gesprochen. Solange die sagen, dass der Junge Spaß am Fußball hat, würde ich mit dem Kind weitermachen, auch wenn du vielleicht einen anderen Eindruck hast. Entgegen dem Willen der Eltern werfe ich niemanden aus der Mannschaft. Du kannst ja in einem halben Jahr nochmal mit den Eltern sprechen, sollte sich bis dahin nichts geändert haben...


    "Gerade im Fußball passieren in schöner Regelmäßigkeit Wunder."

  • G-Jugend = für mich....Sportgruppe mit lockeren Fußballanteilen


    Ich kann davor nur warnen, zu meinen...dass die Paules keine Fußballer sind.


    Wenn das so wäre -so meine Erfahrung- hätte die jetzige B 1 -wo meine Söhne spielen- meinen älteren Sohn nicht mehr....der ist dort Leistungsträger, spielte über eine Regionalauswahl nach einer Sichtung z.B. gegen Dortmund U 16 im Freundschaftsspiel. Da er keine Lust auf diese Kino hatte, bliebs bei der Kreisliga A.


    Genau diesen Jungen hätten einige Pauleskeptiker zum Turnen, Basketball oder Hallenhalma geschickt.


    Ich habe unauffällige Spieler gehabt, die erst zur C Jugend kamen und heute in der B explodieren.


    Ich möchte nicht rückwärtslesen...habe aber im Kopf, dass die Hauptfigur hier schmollend am Rand saß....dat is sowas von normal in diesem Alter und das Beste ist, ...es hat nichts mit Fußball zu tun, überhaupt nix.


    Davon ab....gehts im Prinzip nichtmal darum....ein mögliches späteres Talent zu halten, sondern ....wir haben die Pflicht, jeden am unserem Sport interessierten aufzunehmen und zu bedienen. Wenn hierbei der Verein zu klein ist, um nach Leistung einteilen zu können, weil Spielerzahlen fehlen, dann ist das ein Problem des Vereins und darf nicht zum Problem des kleinen Paule werden! Das wäre ein NoGO für mich.


    DAS der Verein vielleicht zu klein ist, liegt manchmal an seinem Ruf. Einen Ruf verdient man sich. Wer die Paules nach Hause schickt, statt sie in ihrer Leistungsgruppe zu bedienen....der hat sich seinen Ruf auch verdient. DAS schützt aber nicht vor einem Umdenken.


    Letztere Thematik ist für mich aber nicht auf eine G zu projezieren, ....denn ich einer G - Jugend schickt man auch die Paules aus mehreren Gründen nicht nach Hause und schon gar nicht, weil sie mal schmollend am Pfosten saßen. Gruß Andre

  • Ist es nicht eher die Frage, warum Trainer solch ein Problem nicht erkennen oder wahrnehmen wollen!?
    So zu meiner Zeit!
    Links liegen gelassen,...aussortiert,....vernachlässigt, sucht euch was aus.


    Dem Knaben spuckt viel mehr im Hirn rum, als euch lieb ist.
    Ein Zeichen, das er sich treu bleibt und am Pfosten klebt, zeigt eine Welt des "sich damit ABFINDENS".
    Wenn der Versuch scheitert, ihn dazu zu bewegen, solltet ihr in erster Linie herausfinden mit was er sich abgefunden hat.
    Sicher ein Erziehungsproblem, wo fast alle Trainer eine klare Grenze ziehen.
    Nur hilft es dem Kind, was eigentlich "vllt" gern Fußball spielen möchte!??


    Ich für meinen Teil würde ihn in guten Phasen seines Dahsein nicht nur unterstützen, sondern in Form von kleinen Aufgaben, mehr Verantwortung für sich und sein Team übertragen.
    Begleitend unbedingt zwingend erforderlich die Unterstützung der Eltern.


    beste Grüße

  • Andre: Ich will dir jetzt nichts unterstellen, aber hattest du vielleicht nur meinen 1. Beitrag gelesen? Du schreibst, wir haben die Pflicht, jeden an diesem Sport Interessierten aufzunehmen, aber genau da liegt doch das Problem: Dass es mir nicht vorkommt, als wäre der Junge interessiert. Wenn man sich meine zwei weiteren Posts durchliest, dann kann doch nicht mehr davon die Rede sein, dass das Kind "mal" schmollt sondern eher allgemein keinen Willen zum Fußball zu zeigen scheint. Mein Eingangspost handelte also nur um die Sache, die mich noch mal so richtig draufgestossen hat. Zugegebenermaßen war es vielleicht ein Fehler von mir, die Situation so knapp zu schildern, aber ich hatte einfach Angst, dass ein riesenlanger Post lieber einfach ignoriert wird, lang genug war er ja eigentlich schon. :D


    Auch habe ich niemals gesagt, dass Paules keine Fußballer sind. Meine zwei weiteren Paules zeigen jedoch zumindest ein Mindestmaß an Interesse. Nur weil wir alle hier im Forum Fußball "geil" finden, müssen das doch nicht alle Kids tun, die im Fußballverein spielen. Was mir NIEMAND erzählen kann ist, dass es das Phänomen nicht gibt, dass Kids deshalb im Verein spielen, weil es die Eltern wollen. Und genau in diesem Fall ist es doch unsere Pflicht, mit den Eltern ein Gespräch zu führen, oder siehst du das anders?


    Mich erinnert das ein bisschen an unseren damaligen Musiklehrer, der immer mit 100% Motivation bei der Sache war, und mit riesigem Enthusiasmus versucht hat, uns Bach, Beethoven etc. näherzubringen. Aber ich war und bin daran einfach nicht interessiert. Aus der Sicht des Musiklehrers ist Musik das Größte und muss doch jedem gefallen. Aus meiner Sicht nicht. Sind wir Fußballtrainer da nicht manchmal zuviel dieser Musiklehrer? Sollten wir da nicht auch mal über unseren Horizont blicken, und schauen, was das Beste für das Kind ist, ihm also am meisten Spaß macht?


    Noch ein extremeres Beispiel: In einem Kindermuseum gab es zur Mittagsstunde immer eine halbe Stunde, bei denen den Kindern einfache Musikinstrumente wie ein Xyllophon oder eine Triangel bereitgestellt wurden. Unser Opa war überzeugt, das sowas doch jedem Spaß mache, und mich und meinen Bruder mehr oder weniger dazu "überredet" da mitzumachen. Diese halbe Stunde war für mich furchtbar. Ich habe mich damals aber niemals getraut, dies danach meinem Opa ins Gesicht zu sagen, da er sich so gefreut hatte. Einem "Neutralen" hätte ich es auch niemals gesagt, u.a. weil ich Angst gehabt hätte, dass mein Opa es dann erfährt und er enttäuscht ist. Ich war damals 8 Jahre alt. Dass ich mich heute mit 21 Jahren immer noch an so eine "unwichtige" Sache unangenehm erinnere, zeigt ja wohl, dass mich das damals sehr mitgenommen hat. Wer sagt, dass das bei einigen Kids nicht auch so ist?


    Aber ich bitte dich, von einer Bewertung meines Vereins Abstand zu nehmen. Es ist nämlich genau das Gegenteil der Fall, zu dem, was du schilderst. Wir haben einen enormen Zulauf an Kids im Bambini-Alter, und zwar so enorm, dass wir ständig auf Trainersuche sind und Teams oft von nur einem Trainer betreut werden. Warum das der Fall ist? Weil wir die Paules, die Fußballspielen wollen, im Gegensatz zu etlichen Nachbarvereinen aufnehmen und nicht abweisen. Ich kenne in der ganzen Umgebung keinen weiteren Verein, der da so konsequent jeden Spieler aufnimmt. Eine Mutter, die im Nachbarort wohnt, hat mir erklärt, dass ihr Sohn, nur weil er vielleicht etwas untalentierter ist als die anderen, in ihrem Ort abgewiesen wurde und deshalb bei uns spielt. Und dieser Junge ist leistungsmäßig fast im Durchschnitt der Mannschaft!


    Die Konsequenz ist natürlich, dass der Nachbarort Sieg um Sieg einfährt, und unsere Jugendmannschaften im F- und G-Jugend-Bereich immer als erste Priorität haben, keine zu hohen Klatschen zu bekommen...


    Und schon wieder ein langer Post, ich danke allen, die trotzdem an dem Thema dran bleiben... :rolleyes:


    "Gerade im Fußball passieren in schöner Regelmäßigkeit Wunder."

  • eismann: Tut mir leid, dein Beitrag hört sich sehr gut an, es fällt mir aber schwer, da Konkretes für diesen speziellen Fall herauszufiltern. Unterstützen tu ich den Jungen auf jeden Fall, er bekommt ja schon ein Lob, wenn er sich mal ohne Angst in Richtung Ball bewegt oder ein kleines "Schüsschen" abliefert. Aber was für Aufgaben meinst du denn konkret, mit denen er Verantwortung für sich übernehmen und vor allem sein Team unterstützen könnte?


    Und was kann ich da den Eltern sagen, wie sie den Sohn unterstützen sollen?


    Es wäre sehr nett, wenn du das noch etwas ausführen könntest, vielen Dank im Voraus für die Mühe! :)


    "Gerade im Fußball passieren in schöner Regelmäßigkeit Wunder."

  • ...in Punkto Eltern ist die Motivation der Kids, vorallem fürs Training, wichtig.
    Oft sind Eltern ein- und/oder angespannt,...verwenden wenig Zeit, z.B. durch ein einfaches Gespräch in der Vorbereitung und auch Nachbereitung des Trainings oder Spiels.
    Schlimm, bei nichtinteressierten Eltern, wo auch oft der Paule zu finden ist.


    Mit den Aufgaben meine ich z.B. die Bildung seiner eigenen Mannschaft zum Abschlußspiel.
    Er verteilt die Leibchen.
    Auch das eventuelle Vormachen einer Übung, die du mit ihm vorher absprichst.
    Halt kleine Dinge, die den Jungen in den Vordergrund schieben.


    Nun nehmen ja solche Spieler in der Regel nicht den normalen Weg,...wie schon beschrieben, Spätzünder.
    Um ihn bei der Stange zu halten ist nun mal mehr Zeit und Zuwendung erforderlich.
    Was aber nicht minder von Bedeutung ist, ist die Geduld des Trainers.
    In wie weit er das annimmt und die Zusammenarbeit mit den Eltern voran geht kann ich nicht beurteilen.
    Ich wünsche es nur jedem Knirbs, das sich wenigstens zum kleinen Teil, die Wünsche und Träume erfüllen.
    Viele kleine Dorfvereine bulen um jeden Spieler!!!


    beste Grüße

  • eismann: Deine Idee mit dem Leibchen verteilen und dem Übungen vormachen finde ich klasse. Wie und ob das dann funktioniert (vielleicht weigert sich der Junge, ich hoffe nicht!) wird man sehen müssen. Ich habe beschlossen, am Dienstag aufgrund des Feiertags - ansonsten bin ich immer weit weg studieren - eine spontane Trainingseinheit anzubieten. Ich hoffe, dass er kommt, dann kann ich euch schon am Mittwoch berichten, wie der Junge das angenommen hat! Dankeschön erstmal für die Hilfe! :)


    Dass die Eltern motiviert sind und auch mit dem Sohn über die Spiele sprechen, kann ich natürlich nur mutmaßen, erscheint mir aber als ziemlich sicher. Die Mutter ist nämlich immer als eine der ersten engagiert dabei, wenn es um Kuchenverkauf etc. geht. Sie scheint also durchaus Interesse am Sport ihres Sohnes zu haben. Genau deshalb heg(t)e ich ja insgeheim die Vermutung, dass der Paule von der Mutter doch etwas zum Fußballspielen "gedrängt" wird - siehe das obige Beispiel mit mir und dem Xyllophon.


    Ich sehe schon, wie ihr mich langsam von meiner extremen Meinung runterholt, auch wenn ich immer noch der Meinung bin, dass mein Grundgedanke an sich nicht falsch ist, wie mir ja auch dinanzen und Don Quijote bestätigt haben. :whistling:


    Soll ich aber nicht vielleicht trotzdem vorsichtig bei der Mutter nachfühlen, von wem das mit dem Fußballspielen ausgeht? In dem ich nachfrage, wie ihrem Sohn denn allgemein der Fußballverein gefällt, ob er immer noch Hemmungen hat, mitzumachen, weil er sich schlechter als die anderen sieht usw.? Das mit der anderen Sportart denke ich lasse ich doch lieber sein, wichtiger erscheint mir jetzt, dass ich die Mutter noch mal zum reflektieren anrege, so dass sie darüber nachdenkt, ob ihr Sohn den Sport machen will oder nicht. Mit der Brechaxt wie zuvor geschrieben würde ich ihr auf alle Fälle nicht mehr kommen, das habt ihr mir schon erfolgreich ausgeredet. Und ich kann ihr ja das mit dem neben dem Pfosten sitzen schildern und fragen, ob der Junge dann zu Hause was davon erzählt hat oder deshalb bedrückt war...


    "Gerade im Fußball passieren in schöner Regelmäßigkeit Wunder."

  • Mit der Mutter zu sprechen, ist sicher kein Fehler.


    Das denke ich auch. Ich hatte auch einen Fall in meinem Team, bei dem das Gespräch mit der Mutter letztlich zu der Entscheidung führte, dass der Junge mit dem Fußball aufhört. Das war allerdings zum Ende des ersten E-Jugendjahrs und noch nicht in der G. Bei ihm war es so, dass er sich ganz offensichtlich für Fußball kaum interessierte, seine Mutter wollte, dass er eine Sportart betreibt, am liebsten eine Mannschaftssportart, und er dann im zweiten F-Jugendjahr bei uns anfing, weil viele seiner Kumpels und Klassenkameraden in unserem Team sind. Da er 2000 geboren ist, während der Rest des Teams aus 2001ern besteht, durfte er an den Rundenspielen nicht teilnehmen. Als wir dann in die E-Jugend wechselten, durfte er auch bei den Pflichtspielen dabei sein und war es auch. Interesse am Fußball zeigte er kaum, eigentlich gar nicht. Da er in der Klasse meines Sohnes war (und noch ist), kannte ich ihn und seine Mutter auch außerhalb des Fußballplatzes ganz gut. Und dafür, dass er auch in der Schule ein notorischer Hans-Guck-in-die-Luft, Klassenkasper und genereller (wenn auch liebenswerter) Störenfried war, und für Fußball selbst tatsächlich so gut wie gar nichts übrig hatte, benahm er sich im Training erstaunlich gut. Ich musste ihn zwar am häufigsten ermahnen, aber er ließ sich eigentlich gut zur Raison rufen und störte den Betrieb nicht vorsätzlich.


    Allerdings habe ich nach zwei Jahren, in denen sich bezüglich innerem Engagement und Begeisterung für den Fußball und an dem Sport nichts, aber auch gar nichts getan hatte, dann doch das Gespräch mit seiner Mutter gesucht, weil ich der Meinung war und bin, dass es nicht viel gebracht hätte, wenn er beim Fußball geblieben wäre. Hätte er es gewollt, ich hätte ihn natürlich im Team behalten. So habe ich aber dazu geraten, dass sie weiter nach etwas suchen sollten, für das er sich begeistern kann.


    Ich weiß noch nicht, ob es die richtige Entscheidung war. Gerade weil ich den Jungen ganz gut kenne, habe ich mich das gefragt. Man möchte ja auch kein Kind benachteiligen. Ich weiß auch nicht, wie intensiv und engagiert die Suche nach anderen sportlichen Beschäftigungen läuft. Noch dazu ist er ein Scheidungskind und seine Mutter hat seit einigen Jahren einen neuen Partner und mit diesem auch ein weiteres Kind. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Konstellation für ihn auch nicht ganz einfach ist, obwohl sein Stiefvater ein sehr netter Kerl ist. Sein leiblicher Papa ist da evtl. etwas problematischer, auch ein ganz lieber Kerl, aber halt noch ein richtiger Kindskopf. Allerdings muss man auch erkennen, wo die eigenen Grenzen erreicht sind und wo die Familienangelegenheiten der Anderen einen nichts mehr angehen. Dem Jungen wird kein Leid angetan, insofern gebührt es mit nicht, mich da einzumischen..

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Vielen Dank nochmal für alle Antworten!


    Leider war der Junge gestern nicht da, aber am Wochenende weiß ich dann hoffentlich mehr...


    Gruß,


    ReMigius


    "Gerade im Fußball passieren in schöner Regelmäßigkeit Wunder."

  • Hallo, ich finde das ein sehr interessantes Thema.


    Ich muss jedoch sagen, dass man es sich vielleicht etwas zu einfach macht wenn man sagt, vielleicht ist das Kind ja in anderen Sportarten besser aufgehoben. Ich will niemand etwas unterstellen, nur frage ich mich halt ob das Kind klar artikulieren kann ob es Fußball mag oder nicht, oder gar Vergleiche mit anderen Sportarten (Fußball ist ja idR noch die erste) anstellen kann. Denn wonach bemisst sich denn die Freude an einem Sport? Was wollen Kinder denn, viel Bewegung, Spaß, Erfolgserlebnisse und das mit den Freunden. Biete ich das im Training an, dann kann auch aus jemand der "eigentlich keine Lust auf Fußball" hat, ein begeisteter Kicker werden. Lebenslange Begeistung für Sport (und hier fussballunspezifisch) steht ja glaube ich auch beim DFB in den Richtlinien für die Kleinsten.
    Dazu muss ich Ihnen natürlich möglichst viele Erfolgerlebnisse und glückliche Momente bescheren, und das müssen nicht immer Tore sein. Da wurden von eismann ja schon gute Vorschläge gebracht. Selbst das auf oder abbauen von Hütchen kann manchen Kleinen das Gefühl vermitteln, wahrgenommen zu werden, wichtig zu sein, anerkannt zu werden.


    Obwohl ich das natürlich immer versuche zu beherzigen, sind mir die geschilderten Probleme nicht fremd. Daher möchte ich zwei Beispiele aus dieser Saison bei meinen 2004ern darstellen.


    Kind A:


    Direkt beim ersten Training mit ihm gesehen, der hat eine wirklich tolle Ballbehandlung. Leider sehr klein und schmächtig, dazu nach Aussage der Eltern allgemein sehr schüchtern. Eigentlich hätte ich ihn gar nicht spielen lassen müssen. In 15 Minuten vielleicht 10 Ballbberührungen, null Bewegung. Wurde im Laufe der Hinrunde immer schlimmer. Wollte nach 5 Minuten wieder ausgewechselt werden (eigene Aussagen"Ich bin KO/Verletzt/habe Bauchschmerzen) und wollte dann auch nicht mehr rein. Auch den von ReMigius anfangs genannt Satz: "Wechsel mich bitte nicht für Spieler XY ein" fiel oft. Den musste man fast aufs Spielfeld tragen. Gut zureden, loben, positive pushing, alles nichts gebracht.
    Zur Rückrunde eine zweite Mannschaft im Jahrgang gemeldet wegen viel Zulauf. Mein Verdacht war, er fühlt sich gegenüber den Mitspielern zu schlecht. Diesen Verdacht habe ich den Eltern mitgeteilt, und vorgeschlagen, ihn einfach mal zwei Monate bei den "Anfängern" mitspielen und trainieren zu lassen.
    Der Kleine ist nicht wiederzuerkennen. Läuft sich bei einer 17:1 Niederlage 40 Minuten die Seele aus dem Leib, kämpft ackert versucht Gegner auszuspielen die doppelkt so groß sind wie er. Wegen Spielermangel kürzlich in der besseren Mannschaft wieder eingesetzt, macht er gegen einen teilweisen Altjahrgang seine Rückrundentore 9+10.


    Fazit: Man merkt einfach, wie der Junge in einer Mannschaft, wo er zu den besseren gehört, alle seine Ängste und Unsicherheiten ablegt und förmlich explodiert. Trainer stolz wie Oskar, Eltern völlig ausgeflippt und Spieler einfach nur noch happy.


    Kind B:


    Ähnliche Ausgangslage wie Kind A. Technisch gut, zudem eigentlich körperlich stark. Spielt kluge und gute Pässe, subjektiv mehr als alle anderen Spieler. Aber, er spielt nur Pässe, kein Dribbling, kein Zweikampf. Selbstbewusstsein kaum vorhanden. Aussage vom Papa, dass sei schon ein generelles Problem bei ihm mit dem Selbstbewusstsein und der Schüchternheit. Wie Kind A zur Rückrunde in der neuen Mannschaft probiert. Totales Desaster, noch weniger Einsatz, wollte nach 5 Minuten raus, weil ko, obwohl er vllt 5 Meter zurückgelegt hatte. Krönung war Abmeldung am Spieltag, Papa lässt durchblicken das Sohnemann nicht krank, sondern einfach keine Lust habe und mahnt: "Trainer da läuft was falsch. So schlimm kenne ich das bei ihm bisher noch nicht".
    Also Kommando zurück und in die alte Mannschaft. Im Training bei beidfüßigen Aufgaben (da gehölrt er zu den besten) immer gegen die sonst stärksten Spieler antreten lassen, die er dann auch meist schlug. Und wenn ich bestimmte Sachen über Fragen erörtere, kamen von ihm, angangs nach Aufforderung, nun mit enthusiatistischem Melden, die besten Antworten. Spielte vor kurzem sogar aushilfsweise in der jahrgangshöheren Mannschaft engagiert mit. Generell deutlich aktiver auf dem Platz, bissiger in den Zweikämpfen und schießt mehr Tore.


    Fazit: Trainer zufrieden. Papa teilweise erstaunt. Kind taut langsam, aber merklich auf.


    Ich habe diese zwei Beispiele mal ausführlicher beschrieben, weil ich denke, man kann da schon ein paar Rückschlüsse daraus ziehen.


    Für mich sind das die folgenden:


    Jedes Kind ist völlig anders, was bei dem einen funktioniert läuft bei dem anderen schief. Es gibt in solchen Problemen einfach keine allgemeinen Lösungen, da die Ursachen einfach individuell zu unterschiedlich sind.


    Schüchternes Verhalten und Blockadeverhalten sind für mich in dem Alter relativ normal. Die Kinder können sich nicht klar artikulieren, und ziehen sich daher eher in sich selbst zurück.


    Vermeintliche Lustlosigkeit und Desinteresse kann abgebaut werden, wenn man es irgendwie hinbekommt, dem Kind über welche Erfolgserlebnisse auch immer Selbstvertrauen und Motivation zu schenken.


    Gerade in dem Alter sollte kein Kind "Fallengelassen" werden. Das hört sich jetzt schlimmer an als es gemeint ist. Ich weiß das wir alle den Kindern nur helfen wollen, und kenne die Zweifel wenn man ein scheinbar lustloses Kind fast zum spielen "zwingen" muss. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass es sich um jedes Kind zu kämpfen lohnt, und dass man idR deutlich mehr zurückbekommt, als man an Mühe investieren muss.


    Ich werde, zumindest habe ich mir das für die Zukunft vorgenommen, solche Kinder "eiskalt mit durchziehen", und versuchen durch unterschiedliche Ansätze das Problem oder den Schalter zu finden, der die Fußballverrücktheit anknipst.


    mfg Tirus

  • Tirus, Respekt für Deine Erfolge mit diesen beiden Kindern :thumbup:! Allerdings sind das aus meiner Sicht nicht die ganz problematischen, da es sich ja (wie Du beschreibst) um technisch gute und (Spieler B) auch körperlich konkurrenzfähige Spieler handelt, denen "nur" das Selbstbewusstsein fehlte, ihr Können auch umzusetzen. Ungleich schwieriger sind die Kinder, die auch technisch + körperlich schwach sind. Wenn Du für die auch ein "Erfolgsrezept" hättest, wäre ich Dir dankbar...


    Grüße
    Oliver

  • Sehr interessanter Beitrag Tirus, und einer, der viel Mut macht und ganz deutlich aufzeigt, dass es nicht den einen Weg gibt, sondern dass verschiedene Kinder unterschiedliche Ansätze benötigen, dass man diese aber auch nicht unbedingt von vornherein erkennen kann, so dass auch Fehlversuche nicht auszuschließen sind. Ich stimme dir durchaus auch zu, dass man es sich keinesfalls zu leicht machen darf und Kinder vorschnell als nicht für den Fußball geeignet abschreibt, diese Schlussfolgerung aus diesem Thread zu ziehen wäre sicherlich völlig falsch. Und ich denke auch, dass es einen guten Trainer ausmacht, dass er geduldig und genau beobachtet, um heraus zu finden, woran der zunächst ja noch scheinbare Mangel an Interesse an dem Spiel bzw. die Lustlosigkeit in ihm im Einzelfall liegt. Bei Kindern ist das Selbstbewusstsein hier sicher stets Hauptverdächtiger, von den ca. 50 Kids, die ich bisher trainiert habe, gab es nur einen, der nicht von sich aus zum ersten Training kam, sondern von den Eltern, in diesem Fall der Mutter, geschickt wurde. Es ist also bei dem allermeisten Kindern am Anfang die Motivation und der Wille, Fußball zu spielen, da. Je später ein Kind mit dem Fußball anfängt, desto länger hat es in der Regel eher gelegentlich und dabei häufig auch mit anderen Kindern, die nicht im Verein spielen, gegen den Ball getreten, es kommt also mit einem Rückstand in den Verein. Da es, Kind wie es ist, damit nicht gerechnet hat, schließlich ist es ja vom Fußballspielen begeistert und ist in seinem Kreis wohl auch gar nicht schlecht, bekommt es erst mal einen Dämpfer, wenn im Verein die anderen Kinder scheinbar alle besser spielen. Dazu kommt, dass sich diese Gruppe schon als solche etabliert hat, und der Neuling erst in sie hinein finden muss, was zusätzlich hemmt. Hier ist der Trainer in erheblichem Maße gefordert. Das sollte, wie ich meine, jedem Leser dieses Threads bewusst sein. Einen Spieler schon nach ein paar Wochen als untalentiert abzuschreiben ist in den allermeisten Fällen absolut unverantwortlich.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Seit mir nicht böse, aber ich habe nicht alles durchgelesen, wegen Zeitmangel.


    Möchte nur kuz einwerfen, das es sehr wohl möglich ist, das er Spaß am Fußball hat und dennoch stur am Pfosten hocken bleibt. Ich hatte auch diese "Begabung" mich um einigen Spaß zu bringen, weil ich mein Gesicht nicht verlieren wollte, wenn ich nachgegeben hätte. Manche Kinder haben da echt Ausdauer......