Mein Sohn wird vom Trainer nicht berücksichtigt

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  • Hallo Fußballfreunde,


    mein Sohn „spielt" seit August 2010 in seinem Verein Fußball.


    In der Saison 2010/11 wurde er in der U09 nur in einem Spiel kurz eingesetzt, weil die Mannschaft einen 24er-Kader hatte und recht spielstark war und um den Aufstieg von der 2. in die 1. Kreisklasse gespielt hat.



    Mein Sohn spielt zwar mit viel Freude Fußball, lässt bislang aber eher wenig Talent erkennen. Er ist noch immer sehr ängstlich und traut sich erst in letzter Zeit auch mal in Zweikämpfe.


    Für die aktuelle Saison hat sein Verein eine 2. U10 in der 2. Kreisklasse gemeldet und der Kader umfasst 13 Spieler. Seitens des Vereins (Jugendobmann) besteht eigentlich die Erwartung, dass alle Spieler ihre Einsatzzeiten und somit Spielpraxis bekommen.


    Von der Spielstärke ist mein Sohn in seinem Team wohl die Nr. 13. Da mache ich mir nichts vor. Er hat aber eine gewisse Spielintelligenz, läuft so gut wie nie ins Abseits und hebt auch als Abwehrspieler keine Abseitssituation auf. In seinen knapp 100 Einsatzminuten in der Saison 2010/11 und 2011/12 hat er sogar zwei Tore erzielt, weil er einfach gut steht. Ich will das keinesfalls überbewerten und freue mich eigentlich mehr über gute Vorlagen als über erzielte Tore.


    Meine Erwartung wäre eigentlich, dass jeder Spieler der Mannschaft (man spielt in der untersten Staffel und hat als Tabellenletzter keinerlei Chance auf den Aufstieg) ähnliche Einsatzzeiten bekommt.


    Vor der Winterpause wurde mein Sohn von 9 Spielen zu 3 Spielen nicht eingeladen bzw. bei einem Spiel war es sogar so, dass der Trainer 12 Jungs eingeladen hat und nach dem Warmmachen meinen Sohn aussortiert hat (es dürfen nur 11 Spieler nominiert werden). In der Hallensaison war mein Sohn von 4 Turnieren bei 2 Turnieren nicht dabei (einmal krank, einmal zeitlich verhindert). Als das 5. Turnier anstand, habe ich Dienstag per eMail angefragt, ob mein Sohn am kommenden Sonnabend eingeladen ist. Antwort: „Nach dem letzten Wochenende muss ich mir über die Kadernominierungen intensiver Gedanken machen". Keine Ahnung, was vorgefallen war - wir waren zeitlich verhindert. Ich habe dann am Donnerstag, weil ich immer noch keine Antwort hatte, eine unfreundliche eMail geschrieben und ihm mitgeteilt, dass ich es respektlos finde, dass er meinen Sohn im Unklaren über das kommende Wochenende lässt.


    Mein Sohn wurde dann eingeladen. Unmittelbar nach dem Hallenturnier hat der Trainer uns Eltern in die Kabine gebeten und meine von ihm ausgedruckte eMail an die Eltern verteilt. Er wollte mich vor der versammelten Elternschaft „plattmachen". Seitdem gibt es zwischen dem Trainer und mir praktisch keine Kommunikation mehr.


    Zum ersten Spiel draußen nach der Winterpause wurde mein Sohn auch nicht eingeladen, so dass er nur 6 von 10 Spielen eingesetzt wurde. Seine Einsatzzeiten in den 6 Spielen schwanken zwischen 10 und 15 Minuten (von 50).


    Zum vergangenen Spiel wurde er mit den Worten eingeladen: „da du letzte Woche geheult hast, weil ich dich nicht eingeladen habe, müsstest du jetzt eigentlich vor Freude in die Luft springen."


    Außerdem hat er erklärt, dass jeder Junge, der zum Treffpunkt (Heimspiel - Treffen 60 Minuten vor Anpfiff) verspätet erscheint, nicht spielt. Finde ich mittelmäßig - aber wenn er meint…


    Mein Sohn war - wie immer - ca. 5 Minuten vorher da, zwei Jungs kamen ca. 5 Minuten zu spät.


    Mein Sohn wurde dann in der ersten Halbzeit die letzten 2,5 Minuten und in der 2. Halbzeit die letzten 5 Minuten eingesetzt. Für mich ist eine Einladung zum Spiel und eine Einsatzzeit von 7,5 Minuten reine Verarschung. Ich habe den Eindruck, dass der Trainer mich nicht leiden kann und dies meinen Sohn deutlich ausbaden lässt. Die beiden verspäteten Jungs haben 50 (-2 Minuten Zeitstrafe wegen Foulspiel) bzw. 30 Minuten gespielt.


    Ich habe mich nun beim Jugendobmann beschwert, der dies mit dem Trainer klären will.


    Zum Trainer:


    23 Jahre alt, sehr zuverlässig, immer deutlich vor Trainingsbeginn da und baut Parcour auf, spendet sein Trainergehalt in die Mannschaftskasse. Ich hörte zu Saisonbeginn, er sei etwas „komisch", "stößt gerne mal den Leuten vor den Kopf", aber man wolle mal sehen, wie es so läuft. Fußballerisch ist er recht limitiert. Im Trainingsspiel spielt er immer mit und immer volle Pulle. Läuft gerne mal einen von den Jungs über den Haufen und aus 5 Metern vor dem Tor wird voll abgezogen. Sein Benehmen insbesondere beim Auswärtsspiel halte ich für extrem unsportlich. Da wird ein Hütchen umgetreten, weil die Schiedsrichterin angeblich einen Fehler gemacht hat. Ich hatte mit ihm mal ein Spiel der 1. Herren beobachtet, wo er sich permanent mit dem Linienrichter angelegt hat.


    Ich will es zusammenfassen: er hat für mich die geistige Reife eine 16jährigen, der sich im Fußballspiel mit 10jährigen Jungs seine Bestätigung sucht.


    Die übrigen Eltern sind mit ihm zufrieden, weil er eben zuverlässig ist und ihre Jungs ja alle ihre Einsatzzeiten bekommen. Derzeit bin ich sicher der einzige, der den Trainer zur Hölle wünscht.


    Nun endlich meine Frage:


    Hat das mit meinem Sohn in dem Verein noch einen Sinn? Mein Sohn ist ziemlich intelligent und sehr sensibel und leidet total. Als ich ihm sagte, dass ich mich beim Obmann beschwert habe, hat er fast geweint, weil er nun Angst hat, dass sein Trainer entlassen wird und seine Mannschaft keinen Trainer mehr hat.


    Was bringt es, wenn der Jugendobmann sich den Trainer vorknöpft. Seine Aussage am Telefon war übrigens: „ich habe mich schon gewundert, dass es solange gut gegangen ist".


    Mir kommt die Mannschaft meines Sohnes als Experimentierfeld für einen bereits mehrfach gescheiterten Trainer vor. Was ist, wenn er mit ihm spricht und der Trainer ihm zusagt, zukünftig alle Jungs einzusetzen und meinen Sohn nicht mehr vorzuführen? Kann ich das wirklich glauben? Oder bekommt mein Sohn jetzt noch mehr Gegenwind, weil ich mich beschwert habe?


    Alternative wäre, meinen Sohn im Nachbarort anzumelden. 5 km einfache Fahrt mit dem Fahrrad zum Training. Aber ein Verein, der bei ähnlichem Einwohnerpotenzial ca. 70% mehr Jugendmannschaften hat und der in der nächsten Saison in der Altersklasse meines Sohnes auch eine 2. Mannschaft meldet.


    Was würdet ihr mit eurem Sohn machen? Ich bin froh, dass er überhaupt noch Lust am Kicken hat.


    Danke schon mal für eure Meinungen und sorry für den langen Text.

    Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
    allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
    Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
    da habe ich dich getragen.

  • Hast du dir die Antwort nicht schon selbst gegeben?
    Wenn alles so passiert ist, wie du es beschrieben hast, dann melde deinen Sohn ab und wechsel den Verein!

    »Fußball ist grundsätzlich einfach, aber das Schwierigste was es gibt ist, einfachen Fußball zu spielen.«

    (Johan Cruyff)

  • Hallo schleppi,



    mein Lösungsansatz:


    Geh mit deinem Sohn zum Nachbarverein, lass ihn dort mal mitkicken. (Das macht eigentlich bei uns jeder Verein mit.)


    Dann frag deinen Sohn, wo er mehr Spaß hatt und dann lass ihn dort spielen.


    Gruß


    Oliver

  • Hallo Oliver,


    da bist du meinem geplanten Vorgehen schon sehr auf die Spur gekommen.


    Ich habe mich zunächst beim Trainer der 1. U10 erkundigt, ob für die nächste Saison eine 2. U11 geplant ist. Schließlich hatte der Verein in der Altersklasse in der Halle bereits 2 Mannschaften am Start.


    Die Antwort war positiv und man hat meinen Sohn zum Probetraining eingeladen.


    Meine Absicht ist: er soll dienstags und freitags mit seiner alten Mannschaft trainieren und mittwochs beim vieleicht neuen Verein. Ich denke, dass er mit 3 Trainingseinheiten in der Woche nicht überfordert ist. Und im Sommer soll er sich für einen Verein entscheiden.


    Problem ist sein alter Trainer: wenn er das mitbekommt, drückt er ihm beim nächsten Training seinen Spielerpass in die Hand.


    Ich will eigentlich auch nicht vor dem Problem und dem Trainer davonlaufen. Aber ich kann mir auch nicht vorstellen, dass mein Sohn jemals wieder ein Bein an die Erde bekommt.


    Gruß


    Christian

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  • Hi schleppi,


    Zitat:


    "Problem ist sein alter Trainer: wenn er das mitbekommt, drückt er ihm beim nächsten Training seinen Spielerpass in die Hand."


    Wenn es den alten Trainer befriedigt, dann soll er das ruhig machen. Dann aber auch mit direkter Freigabe!


    Pfeif auf diesen Trainer. Es geht um dein Kind.



    Gruß


    Oliver


  • Er hat aus der Geschichte gelernt und sich viel besser ins Team integriert. Das ist es ja, was mich so nervt. Insgesamt - auch in der Schule - wird ihm ein deutlich verbessertes Sozialverhalten attestiert. Und ich frage mich inzwischen, ob seine gering ausgeprägten Fähigkeiten auf dem Fußballplatz nicht auch einer gewissen Verunsicherung geschuldet sind. Vielleicht braucht er einfach mal die Ansage: "du spielst jetzt mal eine komplette Halbzeit" durch. Das wäre ja mal was. Spielpraxis wäre mal ganz schön.


    Vielleicht war ich im November mit meinem Sohn zu streng, als ich den Trainer gebeten habe, ihn zu einem Spiel nicht einzuladen. Aber es hat zumindest bewirkt, dass er danach auf sein Team zugegangen ist.

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  • Hallo Schleppi,


    zu Deiner Frage: Wenn der jetzige Verein diesen Trainer (wenn denn alles so ist, wie beschrieben) nicht ersetzt oder zumindest auf Linie bringt, würde ich auch zum Wechsel raten.


    Aber beim Lesen hat´s mich geschüttelt. Hier gehts um F-und E-Jugend und ich lese Aufstieg, Kreisliga, Abseits, 5-Minuten-Strafe...
    Haben die da in Niedersachsen alles verpasst, was auch nur in Richtung Kinderfußball geht? Oder hab ich was falsch verstanden?

    "Multiple exclamation marks,' he went on, shaking his head, 'are a sure sign of a diseased mind."
    Terry Pratchett

  • Hallo "Maulwurf",


    wenn ich in Niedersachsen "Bestimmer" wäre, würde ich zumindest bei den F-Junioren die Ergebnismeldungen abschaffen. Vielleicht sogar bei E-Junioren. Aber bekommst du damit das kranke Erfolgsdenken aus den Hirnen? Die Mannschaft meines Sohnes spielt quasi jedes Spiel um die goldene Ananas. Und trotzdem hat der Trainer seine Stammspieler. Und seinen kläglichen Rest, von dem mein Sohn der letzte Rest ist.


    Ich habe gerade von einer Kollegin gehört, deren Sohn in Schläfrig-Holzbein bei den U08-Junioren spielt und der Trainer da auch seine Stammspieler und den Rest hat. Seine Aussage: "er habe der Mannschaft Struktur gegeben..."


    Die 2-Minuten-Strafe war o.k., weil der seinen Gegner echt übel umgetreten hat. War aber die erste 2-Minuten-Strafe, die ich in der Alterklasse erlebt habe. Und ich finde, mit Abseits kann man in den E-Junioren beginnen, obwohl mir die Schiedsrichter da echt leid tun. Keiner an der Linie, außer die Trainer, die auf Ballhöhe ein Abseits viel eher erkennen. Und dem Schiedsrichter entsprechendes "Feedback" geben.

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  • Hallo Schleppi,


    es ist mir bekannt, dass es Kreise gibt, wo nach der Abschaffung der Tabellen in der F-Jugend eigene Tabellen geführt wurden. Aber eine offizielle Abschaffung durch den Verband gibt eine Richtung vor und führt zumindest bei dem Einen oder Anderen zum Umdenekn. Bei uns in Bayern gibt es ja auch Tabellen in E- und F-Jugend, aber wenigstens nur Gruppen und keine Kreisligen.
    Zum Abseits: Die E-Jugend spielt doch bei euch auch Kleinfeld mit sieben Spielern, oder? Für mich in der Altersklasse duetlich zu früh. Außerdem würde ich Abseits eh abschaffen, zumindest dort, wo es keine offiziellen Schedsrichter inklusive Assistenten gibt.


    Übrigens heißt es Paulwurf, nicht Maulwurf. :)

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    Terry Pratchett

  • Übrigens heißt es Paulwurf, nicht Maulwurf. :)


    Muss ich überlesen haben... ;)


    Hallo Paulwurf,


    bei uns werden bei den G-Junioren Ergebnisse gemeldet, aber unter fussball.de findest du "o.E.". In der Zeit Herbst bis Winterpause gibt es Staffeln und ich vermute, der Verband sortiert die Staffeln anhand der Ergebnisse für Frühjahr neu. Das finde ich gut.


    Wie machen es denn die Trainer, die "eigene" Tabellen führen? Rufen die die Trainerkollegen an und fragen nach den Ergebnissen?


    Wir spielen übrigens tatsächlich Kleinfeld mit 7 Spielern. Irgendwann muss man wohl mit Abseits beginnen. Aber dann muss man auch dem Schiedsrichter eine Unterstützung geben. Bei uns ist es so, dass im Spielbericht zwei Namen für SR-Assistenten eingetragen werden - aber nur, damit keine Strafe gezahlt werden muss. In der Realität steht fast nie jemand an der Seitenlinie. Abgesehen von pöbelnden Trainern und Zuschauern, die sich über vermeintlich falsche Abseitsentscheidungen aufregen.


    Gruß


    Christian

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    allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
    Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
    da habe ich dich getragen.

  • Das sage ich doch immer...zuviel Internet läßt diese Generation sozial verkümmern.


    Der junge Mann hat kein ausreichendes Herz und denkt nicht nach, sondern...projeziert scheinbar seinen Erwachsenenfußball auf Kinder.


    Jeder ist anders....ich für meine Begriffe finde....das du dich emotional zu sehr reingehängt hast. Ich habe hier auf Grund des gleichen Fehlers schon so meine Fehler gemacht, weil ich zu emotional geladen in Konflikte steuerte...da bin ich Weltmeister.


    Desto kleiner das Kind, desto erforderlicher finde ich das (das man was macht und nicht nur zuschaut, wie sein Kind verletzt wird)...später ist denen das peinlich...und da haben die Kids auch recht...da können sie das selber entscheiden und einen eigenen Weg einschlagen...so ab der D.


    Hier hätte ich die Email (nach heutigem Stand) nicht geschrieben, sondern ihm das unter vier Augen ins Gesicht gesagt...schön höflich, aber bestimmend. Da ich Fachwissen habe, hätte ich ihm über das SOLL berichtet....das IST festgestellt aus meiner Sicht und meine Erwartung an ihn mitgeteilt und dann abgewartet.


    Danach hätte ich mich entschieden......Vereinswechsel halt. Bei mir würde mein Sohn aber nicht 5 Kilometer allein mit dem Fahrrad fahren, sondern ich würde ich bringen....immer und jedesmal....aber das mal nur so am Rand. Es gibt ja auch noch andere Sportarten!

  • Hallo Andre,


    zunächst folgendes: ich lese deine Beiträge sehr gerne. Ich finde, dass da eine Menge Erfahrung transportiert wird und Fehler, die DU schon gemacht hast, muss ich nicht auch noch machen. ;)



    Zu meiner eMail:




    Als ich mittwochs (nicht wie bereits geschrieben dienstags) nachfragte, ob er spielt, habe ich mit einem einfachen "ja" oder "nein" gerechnet (ein Training hat in der Woche nicht mehr stattgefunden - ich kann verstehen, dass ein Trainer erst nach dem letzten Training Spieler einlädt). Dieses


    "Ob Jan am Sonntag spielt, weiß ich aus heutiger Sicht noch nicht. Ich muss seit letztem Wochenende intensiver über meine Kadernominierungen nachdenken."


    kam mir vor, als überlege der Imperator, ob er den Daumen hebt (Jan darf spielen) oder senkt (Jan darf nicht spielen). Er wollte wohl seine Macht noch etwas auskosten. Und dann bin ich eben, nachdem ich bis Donnerstag keine weitere Nachricht bekommen habe, per eMail leicht ausgeflippt. Ein schlichtes "nein" wäre für mich notfalls akzeptabel gewesen, obgleich ihn wohl unter 4 Augen nach seinen Nominierungskriterien gefragt hätte.



    Es ist schon so, dass ich vor der eMail versucht habe, ihn und drei Eltern der Mannschaft anzurufen. Habe dann aber niemanden ans Telefon bekommen und musste mir irgendwie Luft machen.




    Optimal war das sicher nicht. Aber es dann auszudrucken und mich aus dem Marktplatz hinzurichten, war auch nicht gerade der Bringer. Für mich unverzeihlich und seitdem ist auch Funkstille. Aber auch das kann ich mir vielleicht vorwerfen und vielleicht hätte ich auf ihn zugehen müssen. Aber jetzt meinen Sohn rauszumobben, finde ich wirklich arm. Aber für ihn nur konsequent.




    Ich habe übrigens keine Bedenken, meinen Sohn mit dem Fahrrad 5 km hin und 5 km zurück mit dem Fahrrad fahren zu lassen. Er ist ziemlich selbständig und ich traue ihm das zu.




    Und der Verweis auf andere Sportarten hilft nicht. Keine Ahnung warum, aber der Racker will nur kicken.




    Gruß



    Christian

    Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
    allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
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    da habe ich dich getragen.

  • Schleppi,


    ich glaube gern, dass dein Sohn das hinbekommt.....es gibt aber viele da draussen, den traue ich auch eine Menge zu und deshalb führe mein Sohn da nicht alleine lang...wenn dann nur mindestens zu zweit...so war`s gemeint.


    Als der junge Mann die Mails auspackte und verteilte hätte ich ihn an die Wand genagelt. Da wäre ich geplatzt. Ich hätte mich nichtmal vorgeführt gefühlt, weil ich ja zu jedem Wort darin gestanden hätte, aber ....einen privaten Brief der Öffentlichkeit zu präsentieren....das ist Dummheit pur....Frechheit....einfach nur dämlich und genau das hätte ich in wohlformulierte prägnante ehrliche Worte gepackt und ihm genau so um die Ohren geknallt...und zwar so, dass er es in seinem Leben nicht vergessen hätte. Mal ganz abgesehen davon, dass das durchaus auch einen Straftatbestand erfüllen könnte....aber das nur mal am Rande. Mir ist ähnliches passiert, als mein Gegenüber eine gutgemeinte Email die nur an ihn adressiert war, zum gesamten Vorstand verschickt wurde und dann mit einer Legende verfälscht wurde, die meiner Intention überhaupt nicht entsprach. Da war ich ähnlich sauer, zumal das Gegenüber sich auch noch kaltlächelnd als Saubermann hinstellte. :rolleyes:


    Ich mache ausreichend viele eigene Fehler. Dennoch....schlimmer kann es nicht werden und so bleiben...kann es auch nicht. Ich würde hier als "Erwachsener" die Größe finden, mit dem Burschen ein klärendes Gespräch zu führen. Entweder ist es danach immer noch schlimm oder es kann nur besser werden, ...man kann dann nur gewinnen. Dabei hätte ich einen Zeugen, weil wenn er doof ist...wird er möglicherweise bei schlechtem Ausgang des Gesprächs anfangen, auch die dort stattgefundenen Worte zu verdrehen und Mist verbreiten....auch eine Erfahrung.


    Bei dem Gespräch würde ich alles auf den Tisch bringen, allerdings wirklich nur rein sachlich. Du kannst einem Menschen auch sachlich sagen, dass er ein Arschloch ist...das kann man wohl gut formulieren, ohne es so auszudrücken...aber nur wenn es sein muß! :cursing:


    Andererseits sehe ich als Aussenstehender, dass im letzten Schluß auch eine Fehleinschätzung deinerseits durch Vorverurteilung vorliegen könnte....denn wer sagt dir, das der junge Mann tatsächlich so mies denkt, wie du es meinst. Das kriegst du auch nur in dem Gespräch so heraus und das Gegenteil dann auch. Gruß Andre ;)






  • Hallo Andre,




    es gibt sicher ziemlich kaputte Gestalten und ein 11jähriges Mädel wollte Enten füttern und kommt nun nicht mehr nach Hause. ;(




    Aber man kann seine Kinder nicht vor allen Gefahren schützen und muss auch loslassen können. Ich bin allerdings von Beruf Controller und blicke berufsbedingt in nicht ganz so viele Abgründe.




    Ich würde meinen Sohn sicher hin und wieder zum Training fahren (bzw. mit ihm zusammen mit dem Fahrrad hinfahren). Aber nicht ständig sondern eher ausnahmsweise.




    Der Jugendobmann hat mir seinerzeit, als ich vom Trainer mit der ausgedruckten eMail an die Wand genagelt wurde, angeboten, ein Gespräch unter 6 Augen zu führen. Ich habe bislang nicht den Nerv gehabt, dieses Gespräch zu führen. Die Wut war und ist zu groß. Vielleicht oder wahrscheinlich mein Fehler.




    Ich weiß aber auch nicht, was das bringen soll. Ich habe von dem Trainer inzwischen so eine schlechte Meinung, dass es für mich darauf hinausläuft, dass ich meinem Sohn diesen Trainer nicht mehr zumuten möchte. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass mein Sohn bei diesem Menschen jemals wieder auf einen grünen Zweig kommt.




    Ich hoffe ehrlicherweise, dass der Verein das Expriment beendet - meinetwegen nach der Saison. Ich finde, dass dem jungen Mann einfach die Reife fehlt, mit Kindern zu arbeiten. Oder, um ihn wörtlich zu zitieren: "ich mag eigentlich keine Kinder..."




    Gruß


    Christian

    Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich nie
    allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
    Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
    da habe ich dich getragen.

  • Zwar kenne ich nur die eine Seite der Medaille und befürchte, der angesprochene Trainer würde ähnlich negativ über einige Eltern seiner Mannschaft berichten.
    Anhand der Schilderungen hat der Junge gleich mehrere Probleme:
    1. einen gewinndenkenden Trainer
    2. eine Mutter, die ihre eigenen Interessen verfolgt


    Wenn man dem Jungen etwas Gutes tun will, so sollte man ihn weitestgehend sein Hobby allein machen lassen. Weil dies scheinbar aufgrund überehrgeiziger Erwachsener nicht möglich ist, könnte auch beim Wechsel in einen Nachbarverein die gleichen Probleme auftreten.


    Vielleicht hat der Junge ja Spaß am Angeln. Da ist genug Platz am Wasser für alle und Fische sind auch genug da. Weil dieses Hobby aber für fast alle Eltern nicht interessiert, können sie es ungestört betreiben! Wenn die derzeitige Situation sich bis zur D-Jugend nicht entscheidend aus der Sicht des Kindes gebessert hat, wird er sich ohnehin ein anderes Hobby suchen!

  • Anhand der Schilderungen hat der Junge gleich mehrere Probleme:


    [...]


    2. eine Mutter, die ihre eigenen Interessen verfolgt





    Magst du das näher erläutern?

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    allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
    Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
    da habe ich dich getragen.

  • Besser als TRPietro könnte ich es auch nicht ergänzen!


    Der Junge will gar angeln,um die dicksten Fische zu fangen. Das überläßt er noch gerne den Anderen. Er möchte einfach dabei sein und braucht dazu eine ruhigere Umgebung, in der es weder Streß mit den Eltern noch mit dem Trainer gibt. Er möchte einfach nur ein bißchen Spaß mit den anderen. Die hat er schon im Training und bekommt es auch über kurz oder lang (ohne Elterneinmischung) in den Spielen. Gib ihm diese Zeit! Aber auch, wenn er sich irgendwann entscheidet, das ihm ein anderes Hobby wichtiger als der Fussball ist, wäre das O.K. Kinder sind Individuen, die man nach und nach loslassen muß, damit sie selbständig werden. Manche haben aber ein wenig Angst davor, loslassen zu können. Natürlich kann man von einem 23-jährigen Trainer noch nicht erwarten, das er über die Lebenserfahrung verfügt, um Eltern diese, fast immer unbegründete Angst zu nehmen. Darüber kann man sich mit dem Obmann unterhalten, aber die sportliche Beurteilung sollte man besser anderen überlassen, die mehr Sachverstand dazu mitbringen.


    Es gab im Rahmen der Einführung der KIFU-Regeln analoge Elternkritik.
    Hier mal einige beispielhafte Elternaussagen:
    - wenn die Trainer wollen, das wir uns nicht in die Aufstellung einmischen, dann sollen die auch unsere Kinder von Hause abholen und dorthin auch wieder zurückbringen
    - wenn wir nicht mehr direkt am Spielfeldrand, sondern etwas weiter weg in die Fanzone müssen, dann ist das eine Einschränkung unseres Erziehungsrechts
    - wenn der Trainer nichts sagt, dann müssen wir doch was sagen, sonst verlieren wir (ob damit auch die Kinder gemeint sind oder nur die Eltern, wurde nicht gesagt)


    Erfahrene Trainer im oberen Jugendbereich mögen jetzt schmunzeln, aber Schleppi ist mit ihrer Eltern-Meinung im unteren Jungendbereich nicht alleine!


    Du hast aber schon mal den ersten Schritt gemacht, um dir Rat zu holen. Dass sich andere (z.B. Trainer) auch ändern sollten, ist unbenommen, steht aber nicht im Widerspruch dazu, über eigene Verhalten nachzudenken. Vielleicht läßt du es mal einige Tage sacken und gehst in Zukunft etwas ruhiger und besonnener an die Sache ran? Dein Junge wird es dir danken!


  • Wenn die Deutschen gut spielen, dann werden sie Weltmeister, wenn sie schlecht spielen, dann kommen sie ins Finale. Michel Platini