Torwartproblem

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  • Ich habe ein Problem mit meinem Torwart und würde gerne mal andere Meinungen wissen:


    Ich trainiere eine D-Jugend und habe einen Torwart, der seit der F-Jugend im Tor steht (natürlich auch Einsätze auf dem Feld zwischendurch). Er ist zwar nicht der beste Torwart, hat aber an sich gute Veranlagungen. Er steht mit Spass im Tor, was er in einem 4-Augen Gespräch auch nochmal gesagt hat, nachdem ich ihn darauf angesprochen habe, das seine Körpersprache und sein Verhalten in meinen Augen etwas anderes ausdrücken.


    Als im Sommer ein anderer )besserer) Torwart evtl. zu uns wechseln wollte, habe ich meinem Torwart gesagt, dass er meine Nummer 1 ist, da er sich auch für die Mannschaft einsetzt. (Hat uns über einen Verwandten einen Trikotsatz organisiert)


    Nun zu dem wirklichen Problem: Die Leistung die er im Spiel / Training bringt ist trotz (un)regelmäßigem Torwarttraining teilweise so schlecht, dass er uns Punkte kostet und natürlich Unzufriedenheit bei seinen Mitspielern hervorruft. Er hat eigentlich in jedem Bereich noch kleinere Defizite, aber vor allem beim "hinschmeißen". Gewinnen ist für uns als kleinen Verein zwar nicht unbedingt das 1. Ziel in jedem Spiel, aber die Jungs wollen halt auch Spiele gegen etwa gleich gute gewinnen!


    Im letzten Spiel habe ich einen anderen im Tor gehabt, da mein normaler Torwart früher weg musste und ich keine Lust hatte, im Spiel den Torwart zu wechseln. Dieser hat seine Leistung sehr sehr sehr gut gemacht. Die Mitspieler wollten natürlich direkt, dass dieser im Tor bleibt.


    Was würdet ihr in der Situation machen? Torwart wechseln? Wie würdet ihr dem 1. Torwart dieses mitteilen? 1. Torwart im Tor lassen?

  • Ihr habt zwei Torhüter, folglich würde ich beide zunächst 50-50 einsetzen, bis sich weiteres ergibt.

    [b][color=#990000]"Absolvent der SOCCERDRILLS-ONLINE Kurse BASIS, Ki-Fu und JUGEND-FU."

  • Ich mach es bei mir auch so. Die erste Halbzeit der eine und die andere Halbzeit der zweite . Wenn mal einer nicht da ist spielt er meistens durch aber auch nicht immer , dann habe ich noch ein Mädchen die will auch mal ins Tor. So entsteht ein interner kleiner Konkurenzkamf um die beste Torhüterleistung.
    mfg Harri

  • normalerweise bin ich kein Freund in der Halbzeit sondern von Spiel zu Spiel, besser noch alle 2 Spiele zu wechseln.


    so kurz vor der Winterpause ist das aber der richtige Weg


    in der Hallensaison bei jedem Turnier wechseln


    beide Spieler unbedingt analog im Feld einsetzen


    langfristig brauchst du beide Torhüter.


    du hast aber ein ganz anderes Problem , .


    . und all die, die meinen der Gewinngedanken soll hintenanstehen sollten mal nachdenken


    deine Mannschaft ist bereit einen seit langen mit ihnen spielenden Kumpel gegen einen Mannschaftsneuling zu opfern, nur weil der der bessere ist, und sich dadurch ihre
    Gewinnchancen erhöhen. wohlgemerkt bei einer D-Jugend die irgendwo im Mittelfeld steht.



    Mit deiner Zusage vor Saisonbeginn die Nr. 1 zu sein, hast du dir selbst ein Ei ins Nest gelegt.
    Stammplatzzusicherung vor der Saison sollte ein Trainer niemals machen, bei keinem.


    Bin gespannt, wie du aus der Nummer rauskommst.


    gg

  • Ich finde das Wechseln des Torhüters zur Halbzeit gar nicht so schlecht. In 'meinem' Team gibt es zwei Spieler, die bereits deutlich häufiger als die anderen im Tor gespielt haben. Aber sie spielen beide auch gerne auf dem Feld, die Präferenzen sind durchaus gewissen Schwankungen unterworfen. Der Wechsel zwischen den beiden zur Halbzeit erlaubt es mir, sie beide auch im Feld spielen zu lassen. Außerdem ist es ab und an ganz hilfreich, bei sehr dünnem Auswechselkontingent einen Spieler in der zweiten Halbzeit auf dem Feld zu haben, der sich in der ersten noch nicht verausgaben musste.


    Darüber hinaus rotiere ich die anderen Spieler auch gerne in den Pflichtspielen ins Tor. Wir hatten zwar schon immer einen größeren Spielerkreis an Kandidaten für das Tor als andere Teams, durch die Aufteilung des Teams in zwei Mannschaften und den einen oder anderen Fortgang ist dieser Kreis aber kleiner geworden. Da ich es für ausbildungs- und erziehungstechnisch sinnvoll halte, wenn möglichst viele Spieler die Erfahrung des Spiels zwischen den Pfosten machen, schicke ich nun die anderen Spieler auch ins Tor. Natürlich haben viele von ihnen dabei mittlerweile Schiss. Neben der Versicherung, dass ich nichts von ihnen verlange und keinen einzigen Fehler bei ihnen sehen werde, kann ich ihnen damit entgegen kommen, dass ich ihren 'Pflichteinsatz' auf eine Halbzeit beschränke, zumindest beim ersten mal.


    Drei von vier Spielern, die sich bisher bewähren durften, haben übrigens auch objektiv durchaus zu überzeugen gewusst. Und sie haben selbst auch gemerkt, dass sie ihre Sache gut gemacht haben.


    Umgekehrt habe ich die Erfahrung gemacht, dass Spieler, die zwei Spiele nicht mehr im Tor waren, danach wieder eine ganze Weile brauchen, um sich wieder daran zu gewöhnen, auch flache Bälle mit den Händen aufzunehmen und nicht nur weg zu schlagen.. Häufigere, wenn auch kürzere Einsätze im Tor scheinen mir da das Niveau besser zu konservieren (und auszubauen).

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Der Wechsel zur Halbzeit ist nur dann unproblematisch, wenn beide Spieler einen sehr ähnlichen Status in der Mannschaft haben und es keine "Seilschaften" gibt, die einen der beiden Spieler bevorzugen. Auch die beiden Torhüter müssen miteinander können und es richtig einschätzen, wenn einer mal eine deutlich schlechterer Halbzeit erwischt als der andere. Oder sogar beide objektiv gut waren, der eine aber zwei Tore kassiert hat und der andere nicht.


    Da das eine fast völlig intakte Mannschaft voraussetzt, wird in den meisten Fällen ein Wechsel von Spiel zu Spiel mehr Sinn machen

  • Es hängt von der jeweiligen Mannschaft ab. Angenehmerweise wird bei meinen Jungs der Torhüter so gut wie nie kritisiert. Die Akzeptanz untereinander ist insgesamt auch sehr gut, was aber nicht automatisch heißt, dass die Mannschaft besonders gut, d.h. geschlossen als Team agiert -- da scheinen sich individuell unterschiedliche Ursachen unheilvoll zu ergänzen. Tatsächlich versuche ich natürlich auch, die jeweiligen Spieler in für sie machbaren Spielen ins Tor zu stellen, d.h. ein Spieler, dem ich kein besonderes Talent im Tor attestieren würde, kommt gegen eine Mannschaft ins Tor, die nur selten vor selbiges kommen wird. Glücklicherweise habe ich nur drei Spieler, die eher weniger für das Tor gemacht sind. Das sind auch Spieler, die im Feld auch eher zu den schwächeren gehören. Wenn sie im Tor stehen, sind wir im Feld daher etwas stärker, so dass sie noch etwas weniger gefordert sind.


    Aber gegen die Klopper in unserer Gruppe kommen die 'Stammtorhüter' in den Kasten. Und da evtl. auch für das ganze Spiel.

    "Be yourself; everybody else is already taken." (Oscar Wilde)

  • Zitat: "Er steht mit Spass im Tor, was er in einem 4-Augen Gespräch auch nochmal gesagt hat, nachdem ich ihn darauf angesprochen habe, das seine Körpersprache und sein Verhalten in meinen Augen etwas anderes ausdrücken."


    In dieser Altersgruppe ist es weder notwendig, den momentan Besten zwischen die Pfosten zu stellen, noch bei schwankender Leistung nervös zu werden. Es gibt für einen Trainer zunächst einmal die Frage, wer möchte überhaupt? Wem macht es Spaß? Eine Leistungsschwankung ist, wie bei den Feldspielern, normal. Stärkere Schwankungen resultieren meist aus Wachstumsschüben, Gewichtsveränderungen in kurzer Zeit oder Veränderungen im sozialen Umfeld (z.B. Wechsel der Schule). Mein Bestreben war es immer, gerade solchen Keepern, deren Leistung zu stagnieren schien, wieder "auf die Beine" zu helfen. Häufig haben sie es mir durch spätere, besonders gute Leistungen belohnt. Man muß ihnen auch "in schlechten Tagen" den Rücken stärken.


    Eine andere Sache ist die Positionsfixierung! Da tut man einem Torwart keinen Gefallen, wenn man ihm nicht genügend Gelegenheit gibt, sich auf allen anderen Positionen auszuleben. Unsere Aufgabe sollte es sein, den Kindern Spaß, Wissen und Können im Jugendalter zu vermitteln, damit sie dem Sport lange treu bleiben. Der Torwart ist nur ein 1 Spieler in einer Mannschaft, warum sollte man darum eine besondere Diskussion veranstalten. Die Zeit wird von ganz allein entscheiden, wer der Bessere ist. Über einen Stürmer, der das Tor plötzlich nicht mehr trifft, wird weitaus weniger Wind gemacht! Warum so ein Theater um einen Keeper?


    Ich würde mir darum nicht besonders den Kopf zerbrechen. Und auch aus dem Tor "mobben" würde ich ihn nicht!