Koordinations/Sprung und Sprinttraining vom Profi

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  • Aus aktuellem Anlass möchte ich euch gerne schildern was wir derzeit im Verein für den älteren C Jahrgang sowie die gesamte B Jugend machen.
    Wir haben hier im Ort einen hervorragenden und international bekannten Personaltrainer, der u.a Nationaltrainer der dt. Ski Nationalmannschaft sowie deren Nachwuchsteams war. Aber auch Sportartübergreifend hat er Tennisprofis in den Top 10 der Weltrangliste trainiert. Im Fußball hat er den AC Mailand über einen längeren Zeitraum betreut und mit Stars wie Andrej Schewtschenko, etc. zusammen gearbeitet. Dies alles nur um zu untermauern, das es sich dabei um einen Mann mit Erfahrung aus der Praxis handelt.
    Natürlich verlangen wir unseren Jungs kein Training wie bei einem Profi ab, sondern ein auf ihr Alter angepasstes Programm. Gestern hatten wir die erste von 5 Einheiten mit ihm, die mit einem theoretischen Vortrag zum Thema Motivation begann. Unter anderem wurde im Detail erklärt wieso ein Fußballer vom "stumpfen Laufen" ob mit oder ohne Ball seine fußballspezifischen Fähigkeiten nicht verbessern wird. Arbeit an der Kondition mit eben diesen leider nach wie vor bei uns im Verein beliebten Waldläufen etc. ist im Gegenteil sogar hinderlich für die Schnelligkeit der Spieler. Klare Aussage - Joggen macht langsam. Dies begründete er mit der muskulären Belastung die eher kurze Kontrahierung in schnellem Rhythums erfodert und dies wird durch Joggen eben nicht erreicht.
    Im Anschluß haben wir ausführlich und noch nicht im Rhytmus wie es sein sollte die ersten Übungen für ein optimales Aufwärmtraining für Fußballer durchgemacht. Dies beinhaltete am Anfang trotz allem ein circa 2 minütiges Warmlaufen und wurde dann durch verschiedene Übungen ergänzt (Skippings, Anferesen, Hoppserlauf mit Armkreisen, aktives Rückwärtslaufen, etc. etc.). Der nächste Schritt war es circa 50-70 Sprünge durchzuführen bei denen auf die saubere Landung und einen sicheren Stand nach eben dieser geachtet wurde. Es ging weder um weite, höhe oder darum wer das am schnellsten macht, sondern nur um eine ordentliche Landung bei festem Stand. Zum Abschluss noch circa 8-10 Sprints über knapp 10 Meter.
    Leider war die Einheit dann schon vorbei - aber schon nach wenigen Minuten war klar - das nicht nur die Trainer (die zum mitmachen angehalten sind) einen sauberen Muskelkater haben werden, weil sie Muskeln spürten, von deren Existenz sie nichtmal geahnt hatten.
    Ich selbst bin total begeistert von diesem Training welches variabel gestaltet werden kann und circa 25-27 Minuten in Anspruch nimmt. Ich habe mich danach noch ein paar Minuten mit ihm unterhalten und meine bedenken eingeräumt, dass ich nicht jedes Training so beginnen kann, es aber für mich erstrebendswert ist, es in den näcshten Wochen im Rahmen der Vorbereitung auch vor den Vorbereitungsspielen einzubauen. Laut seiner Aussage kann man nach 4-8 Wochen deutliche Fortschritte spüren wenn das ganze 3x die Woche gemacht wird (2x Training 1x Spiel) und dann den Zeitraum für diese Übungen auf 10-15 Minuten zusammenzudampfen.
    Ich bekomme in den nächsten Tagen das ganze schriftlich und werde eventuell mal den Kern dieses auch in meinen Augen optimalen Aufwärmtraining zur Verfügung stellen.
    Mit Spannung erwarte ich schon die nächsten Dienstage in denen das ganze strukturell erweitert und ausgebaut wird.
    Ein sehr anspruchsvolles aber auch informatives Training das meine Jungs und ich gestern genießen durften.
    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Klingt interessant, zumindest für die älteren Jahrgänge. Über weitere Details würde ich mich freuen.


    Grüße :)
    Oliver


    PS: Kostet so ein Mann nicht Unsummen?

    Das habe ich auch gefragt, laut seinen Aussagen kann das ab der D-Jugend ohne Probleme gemacht werden. Ist wirklich sehr interessant. Details folgen.
    Klar er macht das zwar nicht umsonst, aber da er hier aufgewachsen ist und sich den Vereinen am Ort noch verbunden fühlt, macht er es zu einem besonderen Preis, der auch für uns bezahlbar ist.
    Jeder Teilnehmer muss für die 6x45 Minuten einen vertretbaren Betrag zahlen. Das ganze ist freiwillig und wir kommen auf circa 35 Teilnehmer + 5 Trainer.


    Ist also auch großes Glück für einen Trainer soetwas mitzumachen. Bringt mir sicherlich mehr als ein Seminar beim Verband mit nem Berg an Theorie :)

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Wir haben mal einen C Trainer gehabt, der immer noch Trainer ist.


    Er nutzte die Möglichkeiten im Verein, um die Jungs zu schulen. ...und das kostete kein Geld.


    Der Verein ist neben der Fußballsparte u.a. auch Leichtathletikstützpunkt. Die Verantwortlichen dieser Abteilung haben auf ihrem Gebiet gutes fundiertes Fachwissen, was die Ergebnisse der Ausbildung immer wieder belegten.


    Er sprach die Trainerinnen der Tanzabteilung (ein Graus für mich -grins-.), und der Leichtathletikabteilung an und man tauschte sich aus, sowohl im Wissen, als auch in Taten, denn die Jungs erhielten entsprechendes Training durch die Gasttrainer. Das ging auch noch hinüber zu Einlagen beim Judo, wobei wir diese Abteilung nicht haben.


    Umgekehrt hätte ich einen zeitgleichen Austausch von interessierten Leichtathleten zum Fußball auch mal nett gefunden...man ist schließlich im selben Verein.


    Ich fand das war ein postives Beispiel, dem ich nacheifern werde.

  • Das klingt nicht schlecht. Abgesehen davon, dass die Erkenntnis "Joggen macht langsam" so richtig wie uralt ist, muss man allerdings schon differenzieren: Auch Fußballer profitieren von einer guten Grundlagenausdauer und die kriegt man durch langsam laufen. Wer allerdings NUR langsam läuft, der wird nie schnell. Grundlagentraining ist was anderes als Grundalgenausdauertraining. Das wird sehr(!) oft verwechselt und dann wundert man sich, wenn keine Performance raus kommt.


    Im Wesentlich geht es beim Grundlagenausdauertraining darum, den Fettanteil des Energiestoffwechsels im Körper bei konstantem Energieoutput zu erhöhen. Die neuerdings ab und an anzutreffende Sichtwiese, dass die VO2max Erhöhung durch Tabata Intervalle mit der Verbesserung der Grundlagenausdauer einher geht ist falsch. Aber das nur am Rande.


    Was mich allerdings wundert ist, dass man sich für dieses Thema eine (ist wohl eine) Koryphäe holt!? Das was da so erzählt wurde, weiß eigentlich jeder, der von Training grundlegende Ahnung hat. Im Grunde weiß man das sicher auch im Stützpunkt. ;) Anyway.


    Ich empfehle die geschilderte Art des Trainings von je her grundsätzlich meinen Schützlingen (ich betreue ein paar Athleten nebenher u. a. auch zwei junge Fußballer die leistungsbereit sind). Ich habe mich hierzu auch im "Rundenlaufthread" schon geäussert (Post 89)


    Unter anderem habe ich dazu geschrieben ("...darauf aufbauend..." meint eine gute Grundlagenausdauer):



    Interessant wäre noch zu wissen, welcher Abstand zwischen euren 40-50 Sprüngen war, welche Sprünge es genau waren und ob sie plyometrisch waren oder nicht und welchen Trainingszweck sie genau verfolgt haben.


    Aber Vorsicht! Das ist eigentlich kein(!) Aufwärmtraining - es sei denn es wurde eher lasch durchgeführt. Dann ist es aber gerade bei jungen männlichen Sportlern recht schnell nicht mehr reizwirksam, denn der Anfangsfortschritt ist riesig und kommt schnell. Das ist vielmehr ein athletischer Hauptteil. Wenn meine Sportler sowas machen, sind die hinterher bratfertig. Ideal als zweite Einheit am Tag (vorausgesetzt die erste Einheit war nicht heftig), wenn am nächsten morgen eine regenerative Einheit folgt.


    Ich denke, da der Trainer euch nicht gekannt hat, ging er auf die sichere Seite um keine Überlastungsprobleme zu erzeugen. Sprünge tendieren dazu passive Strukturen (Bänder, Sehnen, Gelenke) recht stark zu belasten. Vor allem wenn man nicht regelmäßig trainiert, älter (30+) oder zu schwer ist. Die Empfehlung 2x pro Woche deutet darauf hin.


    Hier liegt übrigens auch ein Hauptunterschied zwischen Breitensport und Lesitungssport: Der Breitensportler baut sowas halt in die 2x in denen er am Platz ist als "Aufwärmtraining" ein, der Leistungssportler mit täglichem Training macht sowas als zweite Einheit und besorgt es sich so dermaßen, dass hinterher sicher kein Training mehr machbar ist, sondern aktiver Regeneration nötig wird. Das (regenerieren) kann er aber (u. a. durch gezielte Ernährung nach der Einheit oder regenerativen Sport) so gut, dass er am nächsten Tag wieder fit ist.

  • Zitat

    Das klingt nicht schlecht. Abgesehen davon, dass die Erkenntnis "Joggen macht langsam" so richtig wie uralt ist

    Ich selbst bin relativ unerfahren als Trainer und befinde mich im zweiten Jahr als Trainer das dazu in einem relativ kleinen, Dorfverein. Während der Lizenzierung C-Breitenfußball wurde mir diese uralte Erkenntnis leider nicht vermittelt. Umso wichtiger ist es für mich diese Information jetzt bekommen zu haben.

    Zitat

    Tabata Intervalle

    Auch wenn ich mich dadurch als "Unwissender" erweise frage ich hier bevor ich bei Google schaue was das ist :)

    Zitat

    Was mich allerdings wundert ist, dass man sich für dieses Thema eine (ist wohl eine) Koryphäe holt!? Das was da so erzählt wurde, weiß eigentlich jeder, der von Training grundlegende Ahnung hat. Im Grunde weiß man das sicher auch im Stützpunkt.

    Bei uns im Verein gibt es leider weder viel Kontakt zum Stützpunkt, noch Trainer die dieses Wissen haben. Wie ich schon erwähnte - absoluter Dorfverein. Stocksteif - hier bekommt man Gegenwind wenn man das Ballorientierte Spiel einführen möchte. Das nur zu den Rahmenbedingungen unter denen ich trainiere und mit ein Grund warum für mich dieses Forum eine wertvolle Ergänzung ist.

    Zitat

    Interessant wäre noch zu wissen, welcher Abstand zwischen euren 40-50 Sprüngen war, welche Sprünge es genau waren und ob sie plyometrisch waren oder nicht und welchen Trainingszweck sie genau verfolgt haben.

    Damit ich nichts falsches schreibe warte ich damit, bis ich die Unterlagen bekommen habe.

    Zitat


    Hier liegt übrigens auch ein Hauptunterschied zwischen Breitensport und Lesitungssport: Der Breitensportler baut sowas halt in die 2x in denen er am Platz ist als "Aufwärmtraining" ein, der Leistungssportler mit täglichem Training macht sowas als zweite Einheit und besorgt es sich so dermaßen, dass hinterher sicher kein Training mehr machbar ist, sondern aktiver Regeneration nötig wird. Das (regenerieren) kann er aber (u. a. durch gezielte Ernährung nach der Einheit oder regenerativen Sport) so gut, dass er am nächsten Tag wieder fit ist.

    Du hast mit 2x90 Minuten leider nicht die Möglichkeit ein vergleichbares Training aufzubauen. Es gibt viele interessante Themen die hiermit nichts zu tun haben, deren Training aber im Breitensport so gut wie unmöglich ist. Als Beispiel ist hier Life Kinetik zu nennen. Ich finde diese Trainingsmethode bzw. das Trainingsprinzip wirklich interessant, bin mir aber relativ sicher, dass es wenig bringt, wenn man es nicht kontinuierlich und umfangreich genug ausüben kann.


    Danke für deine interessante Antwort Paul!


    Grüße
    Zodiak

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Dr. Tabata ist ein japanischer Sportwissenschaftler. Er hat in den 90ern herausgefunden, dass eine spezielle Form der Belastung/Entlastung im Intervalltraining die maximale Sauerstoffaufnahme (sog. VO2max) erhöht. Das war insofern eine Sensation, weil die VO2max als sog. Bruttokriterium für die Ausdauerfähigkeit gilt. (Sehr) vereinfacht gesagt: Der Sportler mit der höheren VO2max hat die grundsätzliche Möglichkeit(!) eine bessere Ausdauerleistung zu erzielen als eine mit einer niedrigeren VO2max. Bruttokriterium deshalb, weil noch eine ganze Menge anderer Faktoren hineinspielen bis dann die Nettoausdauerfähigkeit "rauskommt". Bis der Dr. Tabata kam, dachte man, dass VO2max nur über (vereinfacht) langsames Training im Grundlagenausdauerbereich verbessert werden kann.


    Tabatta führte dann die Intervalle mit Belastung:Pause Verhältnis von 2:1 ein. Also 20sek Belastung und 10 Sek Pause. Die Intensität seiner Belastungen war vereinfacht gesagt: "all-out - volle Presse" (genau: 170% VO2max - das ist harte Kost ;) ). Diese Form der Intervalle sind eine Form des sog. HIIT (High Intensitiy Intervall) Trainings und wurden nach ihm benannt. Wer jetzt denkt, er muss nur 3x die Woche 8 Sätze Tabatas machen und hat danach ne richtig geile Grundlagenausdauer, der irrt allerdings. Das liegt hauptsächlich daran, weil die VO2max nur ein Bruttokriterium (insbesondere ein Kirterium) für die Ausdauerleistungsfähigkeit ist.


    Das hier: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8897392 dürfte die initiale Studie sein, auf seine Arbeit insgesamt zurück geht.

  • @Paul, Du hast mich mit deinem Fachwissen schon mehrfach beeindruckt.


    Nur fehlt mir sowas, wie eine Anleitung, mit der ein Grobmotoriker wie ich, etwas anfangen und vermitteln kann.
    Was kannst Du mir empfehlen?


    Ich möchte, wie jeder hier, ein gutes Training machen. Das Fußballerische klappt soweit ganz gut.
    Wo es hapert, ist das Warm-up. Wir laufen etwas oder arbeiten mit der Koordinationsleiter und schon ist der Ball im Spiel. Ist ja auch nicht schlecht, ansich.
    Oder eine weitere Trainingseinheit ab und zu.


    Lust hätten dazu alle, nur weiß ich nicht so recht, was ich außer einem Waldlauf anbieten soll.


    Zodiaks Bericht war übrigens sehr motivierend. Echt klasse.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Lust hätten dazu alle, nur weiß ich nicht so recht, was ich außer einem Waldlauf anbieten soll.


    Fragen über Fragen :D


    Wo steht denn Dein Team fitnessmäßig? Sprichst Du vom 99er Jg. oder von ner Erwachsenen-Truppe? Wenn ja, wie alt? Sind alle gesund? Auch kein Übergewicht? Wie sieht's mit den Knien und sonstigen Vorverletzungen aus? Wie oft trainiert ihr pro Woche im Sommer? Und jetzt im Winter? Wenn Ihr im Winter/Frühjahr nen Vorbereitungsblock macht, wie oft trainiert Ihr da? Wie lange pro Einheit?


    Je mehr ich weiß umso besser können die Tipps sein. Ansonsten gehen nur 08/15 Allgemeinplätze. In dem Post von oben steht einiges (der Link zu Post 89).


    Online-Coaching ist recht schwierig aber machbar. Das Problem ist, dass man die Leistungssteigerung vor allem im Alter nur dann gut zurück bekommt, wenn man im Training auch an die Grenzen geht. Vom Hausfrauen-Nordic-Walking mit Quatschen ist noch keiner besser geworden und wenn man immer das tut was man schon kann wird man auch nicht besser. Und hier liegt die Gefahr: Online fehlt der Kontakt zum Schützling und bis der eine oder andere merkt, dass es ihm zuviel wird - zack - ist die Verletzung da; meist Überlastungserscheinungen/Entzündungen...

  • Online fehlt der Kontakt zum Schützling und bis der eine oder andere merkt, dass es ihm zuviel wird - zack - ist die Verletzung da; meist Überlastungserscheinungen/Entzündungen...

    Das verstehe ich natürlich. Hatte ja auch nicht vor, dich als unseren neuen 'Online-Fitness-Trainer' vorzustellen ;)


    Ich stelle mir eben nur immer wieder die Frage, was das richtige Maß ist für eine 99er Truppe. Sprich, was ist zuviel, was zu wenig.
    Wenn's sowas wie ein 'Manual' gäbe, welches Fitness- und Bewegungsübungen altersgerecht darstellt und verständlich erklärt.
    Ähnlich wie die Auswertung eines Cooper-Tests. Dort ist klar definiert, was das 'Soll' pro Altersklasse angeht. Leider betrifft dieser Test nur das Laufen.

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    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Ok - verstanden. Dazu gibt es im Internet eigentlich genug Dinge. Du musst einfach etwas rumprobieren. Du kannst nix falsch machen - im Zweifel etwas konservativ anfangen. Die "Dosierung" geht aber im Grunde nur mit erfahrenen Athleten (Kinder sind das nicht) "aus einem Buch" oder "Online". Ansonsten bist Du gefordert, Du kennst die Truppe.


    Das ist ja genau der Kernjob des Trainers: Die richtigen Reize in der richtigen Dosis zur richtigen Zeit speziell auf den Athleten abgestimmt. Ich geh mal davon asu, dass Du nicht von einer Stützpunktmannschaft sprichst, also solltest Du bei 99ern m.E. schon aufpassen, das die Geschichten nicht langweilig werden. Nicht jeder 12 jährige ist vom Kopf her soweit ein trockenes aber trainingswissenschaftlich sinnvolles Training zu machen. Du hast ja nicht eine Mannschaft aus Leistungssportlern, die so leistungsbereit sind wie eben diese. Du sollst denen ja nur vielseitige breitensportliche Bewegungsangebote anbieten sonst nix.


    Du musst einfach kreativ lustige Sachen entwickeln, die Athletikelemente enthalten.


    Ich habe mal ne Hallenstunde mit F-Jun gemacht unter dem Motto "Die Reise nach Südkorea!" Das war 2002 bei der WM. Die mussten den Koffer packen (Medizinbälle in Kästen räumen in Form von kurzen Liniensprints), dann mussten sie sich mit dem Handgepäck (Ball) in der Deckung einer Wand (Bänke) davonschleichen und dabei Flüsse überspringen (Streckprung aus der Kniebeuge, d.h. aus dem Krabbeln aufspringen und über Lücken zwischen Matten Springen mit Ball in der Hand) , dann mussten sie nen Platz im Flieger kriegen und losfliegen (Supermannposition; lang gestreckt auf den Bauch legen und Arme nach vorne vom Boden heben und hinten die Beine hoch wer konnte) und dann im Hotel einchecken (Abschlußspiel: Reise nach Jerusalem auf Matten inkl. Hechten auf die Positionen)


    Ich poste Dir mal ein paar Links, die ich für sehr interessant halte und gut zum Thema des Threads passen:


    Das Buch "Athletiktraining im Sportspiel (Steinhöfer)" ist gut. Ein Inhaltsverzeichnis ist hier: http://elib.tu-darmstadt.de/tocs/208479163.pdf - musst Dir halt raussuchen was für Deine Kinder passt. Gut verpackt ist da einiges dabei!


    Grundlegendes zum Thema Training mit Kinder und Jugendlichen: http://www.schule.at/dl/Traini…chen_1141196740547558.pdf


    Was zum Thema springen: http://www.philippka-training.de/front_content.php?idcat=87 (Bei Probelesen kannste Dir auch ein paar PDFs laden) Springen macht Kindern i.d.R. Spaß ...


    Und noch was Allgemeines zum Stabitraining: http://root.riscompany.net/com…muenster/html/poster2.pdf ...

  • Danke für deine außergewöhnliche Mühe.
    Ich werde mich mit den Links beschäftigen und berichten.

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Die ersten beiden Wochen haben wir hinter uns - jetzt geht es ab heute in den zweiten Teil der "Tortour" aber es macht nach wie vor extrem viel Spaß! Nicht nur mir sondern auch den Jungs.
    Hier mal eine Einheit die circa 45 Minuten dauern sollte und gerade am Anfang voll an die Schmerzgrenze geht


    Koordinatives Aufwärmprogramm (ca. 15 Meter)
    - Kniehebegang (Knie an die Brust ziehen)
    - Kniehebegang mit Außenrotation
    - Kniehebelauf
    - Anfersen (jeden dritten Schritt)
    - Skippings (jeden dritten Schritt)
    - Anfersen höhere Frequenz
    - Skippings höhere Frequenz
    - Standwaage
    - Standwaage mit Ferse zum Gesäß
    - Skipping mit gestrecktem Bein
    - Hopserlauf vorwärts mit Armkreisen rückwärts
    - Hopserlauf rückwärts mit Armkreisen vorwärts
    - Ausfallschritt vorwärts mit Händen im Nacken
    - Ausfallschritt rückwärts mit Drehung (Drehung zum vorderen Bein)
    - Raupe vorwärts (Liegestütz – Hüfte absenken)
    - Rückwärtsraupe
    - Aktives Rückwärtslaufen (große Schritte)
    - Rückwärtsspedalieren (leicht vorlehnen und in kleinen Schritten aus dem Unterschenkel rückwärts laufen)
    - Cross-over mit gestreckten Beinen (Drehung z. vorderenFuß)
    - Seitliche Kniebeuge (Grätschposition – tiefe seitliche Kniebeuge - 1 s halten – wechseln)
    - Liegestützposition (rechten Fuß zur rechten Hand – 1 s halten – wechseln)


    Sprungkraft 1. und 2. Woche


    - Hürdensprung beidbeining – stabile Landung – 2x 5 Sprünge
    - Hürdensprung einbeining – stabile Landung - 2x je Bein 5 Sprünge
    - Skatersprung – stabile Landung – je Seite/Bein 5 Sprünge (2 Durchgänge)


    Schnelligkeit 1. Und 2. Woche


    - Aus dem Stand gerade nach vorne kippen – dann Sprint – 3x15 Meter
    - Oberkörper im 90° Winkel nach vorne kippen – dann Sprint – 3x15 Meter


    Ich werde euch weiter berichten was uns abverlangt wird! Derzeit machen wir das ganze in allen 3 Trainings der Woche in den erstne 45 Minuten und beschäftigen uns danach ausgiebig mit dem Ball.

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

    Einmal editiert, zuletzt von Zodiak ()

  • Also heute bin ich wieder am Ende meiner Kräfte.
    Die Anforderungen wurden heute brutal nach oben geschraubt - schnellere Übungsabfolge. Dazu Brust und Rückenstabilistationsübungen. Die Sprünge jetzt nicht mehr aus sicherer Landung sondern dynamisch. Saubere Landung und möglichst zügig wieder springen - Landung mit Knien circa 90° Winkel nicht weiter wegen der Belastung der Knie!


    Erste Erfolge bemerkbar - ich komme mittlerweile im Stand gut 10 cm weiter runter und kann mit der flachen hand den Boden berühren direkt an den Zehnspitzen - das konnte ich selbst noch nie ... also sehr sehr positiv. Ebenso das Feedback der Spieler - geiles Training super anspruchsvoll aber aufgrund des spürbaren Erfolgs hoher Spaßfaktor. Wir machen das mit C und B Jugend gemischt/gemeinsam und die Jungs pushen sich unglaublich!!!


    Prädikat sehr zu empfehlen für alle Alterstufen!!!

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Einbeining seitlich versetzt also links-rechts im Wechsel.
    Absprung mit links, Landung mit rechts, Absprung mit rechts, Landung mit links

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Zodiak: hoffe ich bin nicht doof aber wie sieht Skipping und die Standwaage aus? ?(

    Skippings ist im Grunde ganz normales Knie vorne hoch ziehen.
    Bietet sich auch in Kombination mit dem Anfersen an.
    Mit rechts Knie vorne heben, einen Bodenkontakt mit rechts, und sofort hinten anfersen - das ganze danach mit Links. Diese erweiterte Übung ist der Grund warum die Skippings auch explizit trotz Kniehebelauf nochmal aufgeführt sind.


    Die Standwaage ist nichts anderes als ein einbeiniger Stand, der andere Fuß wird gestreckt nach hinten gehoben und der Oberkörper geht gerade nach unten - am Anfang etwas aufpassen, das man nicht zu schnell und zu weit in die Übung geht (Verletzungsgefahr)
    Und das mit beiden Beinen im Wechsel. Die Arme sind nur dazu da bei der einfachen Form um das Gleichgewicht zu halten. Danach wird das Knie an den Hintern gezogen und mit einem Arm ausgependelt.

    „Erfolg ist ein Geschenk – eingepackt in harte Arbeit." (Ernst Ferstl)

  • Hmm sowas werd ich mal vorsichtig im Training ausprobieren, ich glaube bei der Standwaage wird es ein paar Bauchklatscher geben :D
    Aber aller anfang is schwer :thumbup: