Verein trotz "Talentfreiheit"?

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  • Einen lieben Gruß an alle erfahrenen Trainer und auch die, die sich in diesem Thema meinen auszukennen.


    Vorweg genommen ich bin selbst kein Trainer sondern stehe lediglich regelmäßig zum Training meines Sproß (F-Jugend) und vor Spielen am Spielfeldrand.


    Ich meine sämtliche Themen gelesen zu haben, habe viel über die viel beschriebenen KiFu-Prinzipien gelesen und kann mich damit ganz gut identifizieren, allerdings habe ich ein/e Problem/Frage, die genau diese Prinzipien anspricht und hier, glaube ich, noch nicht diskutiert wurde.


    Mein Zwerg (2001) spielt seit Beginn des Spieljahres in der F-Jugend unseres Gemeindevereins. Diese Mannschaft ist zusammengewürfelt aus Kindern, die vom Alter (und vom Können) nicht mit in die E-Jungend wechseln wollten/konnten und aus neuen jungen Spielern und Spielerinnen. Bereits zu Beginn der Saison stand fest, dass diese Mannschaft nur für ein Jahr existiert, weil die Hälfte dann altersbedingt in die E-Jugend wechseln muss während die andere Hälfte in der F-Jugend ein weiteres Jahr verweilen darf. Einen ausgebildeten Trainer hat diese Mannschaft nicht sondern einen Gruppenleiter der selbst Vater eines der Kinder ist und sich aus der Not bereit erklärt hat diese Gruppe für dieses Jahr zu führen. Leider sind die meisten Eltern, dazu muss auch ich mich zählen, sehr engagiert in Bezug auf Training und Spiele der Kinder. Ich muss nicht erklären, dass es so natürlich schon reichlich Konflikte nicht zuletzt wegen Trainingsabläufen oder auch Entscheidungen rund um Punktspiele zwischen Trainingsleiter und Eltern gegeben hat. Diesbezüglich befand der derzeitige Trainingsleiter es dann auch für angebracht, eine Elternversammlung einzuberufen um bestehenden Unmut Einzelner offen zulegen. Diese eigentlich viel versprechende "Aussprache" gipfelte nach meiner Sicht in einem Desaster ohne Perspektive. Der Trainingsleiter verkündete vor der gesamten Elternschaft, dass die Mannschaft eh nur das Auffangbecken für die Kinder ist, die in besseren Vereinen nicht mithalten können, es sehr schwer ist mit den Kids zu arbeiten und sämtliche Kinder in Bezug auf Fußball völlig talentfrei sind. Ob er damit Recht hat oder nicht, möchte ich nicht beurteilen, aber macht es unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch Sinn z. B. meinen Jungen weiterhin zwei- bis dreimal wöchentlich zum Verein zu bringen und bei den Spielen zuzuschauen, wie die Mannschaft von der gegnerischen Seite "Prügel bezieht"? Muß ich nicht eventuell aus der Einstellung schließen, dass eigentlich gar kein Interesse besteht den Kindern sinnvolles Ballspiel beizubringen? Mein Sohn gehört in die Hälfte der Mannschaft, die in der nächsten Saison in die E-Jugend wechseln muß, für die ebenfalls noch kein Trainer in Sicht ist. Ist nicht davon auszugehen, dass spätestens dann auch der letzte Funken Spaß den Bach runter geht, weil die Kinder dann erst richtig zusammengefaltet werden?


    Mich würde wirklich interessieren, wie ihr die Sache seht, kann tatsächlich in dem Alter schon von Talentfreiheit gesprochen werden oder entwickelt sich ein Ball- und Spielgefühl erst noch im Laufe der Zeit? Unser derzeitiger Trainingsleiter (bleibt in der kommenden Saison in der F-Jugend) und schwört auf die hier viel beschriebenen KiFu-Prinzipien. Ist er aber dann nicht sehr inkonsequent wenn er sich z. B. vor die Kinder stellt mit der Meinung, dass die Kinder das nächste Spiel sowieso verlieren, ist er nicht sehr inkonsequent wenn einige Kinder aus der älteren Hälfte bereits die Lust verlieren, weil ihre Leistungen im vergangenen halben Jahr stagniert sind und sie sich jetzt den ehemals spielschwächeren Kindern unterordnen? Dazu muss ich auch anmerken, dass sich das Training fast ausschließlich auf Passübungen aus dem Stand und Torschußübungen mit und ohne Pass im Vorfeld beschränkt und meist am Ende der Trainingszeit noch kurz gespielt wird. Natürlich sind alle Eltern dem sich "geopferten" Vater überaus dankbar für seine Einsatzbereitschaft, aber ist es noch zu verantworten, mit den vorhandenen Ansichten und Perspektiven, das Kind in Hinsicht auf Fußball zu ermutigen. Keine Frage noch hat mein Zwerg so richtig Bock, aber für die vielen Negativerlebnisse ist nicht nur kein Ende in Sicht sondern nahezu eine Garantie verschrieben und tatsächlich beschränkt sich sein Vermögen darauf in der Abwehr zu stehen und ankommende Bälle falls überhaupt erreichbar teils sinnlos weg zu schießen, andere Positionen wollte er bislang gar nicht spielen, weil er ja der Mannschaft (nach eigenen Angaben) helfen möchte und sich auf anderen Positionen aus Mangel an Erfahrung nicht zu bewegen weis.


    Ich würde mich wirklich wahnsinnig freuen, wenn ich hier von dem einen oder anderen einen kurzen Kommentar zu meinen Fragen bekommen würde.


    Gruß Katme

  • Ich glaube es mangelt im Wesentlichen an Atmosphäre. Eine, in der man behutsam Stück für Stück Fortschritte macht, Spaß aber immer im Vordergrund steht. Das Training hört sich nicht besonders kindgerecht an und scheint auf einem niedrigen Niveau statt zu finden (monotone Pass- und Torschussübungen). Mein C-Ausbilder sagte immer: "15 Männecken an der Mittelline mit Ball, Trainer am 16er legt auf und bevor der letzte mal dran kommt ist der schon längst festgefroren, Trainer ist natürlich platt von den 15 geilen Vorlagen". Bei den Spielen wird schon zu Beginn vermittelt, dass eine Niederlage bevorsteht. Ich glaube euer Übungsleiter meint es zwar gut und möchte den Kids die drohende Niederlage leichter machen, allerdings nimmt er damit im Vorhinein jegliche Motivation. Klar kann man verlieren. Die Frage ist, wie ich vorher und nachher damit umgehe.
    Ich würde mich mit dem Jugendvorstand in Verbindung setzen und erörtern, ob es personelle Alternativen gibt. Euer Übungsleiter erscheint mir weder was seine technische Kompetenz angeht geeignet F-Jugendlichen Fußball zu vermitteln und sie weiter zu bringen, noch kann er die notwendige Atmosphäre erzeugen, die für eine Arbeit mit den Kids erforderlich ist. Denn die brauchen zu allererst mal eins: Spaß am Fußball. Wenn der gegeben ist und die Übungs- und Spielformen richtig gestaltet sind, dann lernen sie auch noch etwas dabei ohne viel mitzubekommen. Wenn die Einstellung vor- und nach dem Spiel auch noch passt, dass es zwar darum geht ein Spiel zu gewinnen und das Beste auf dem Platz zu zeigen, das Ergebnis aber unwichtig ist, kommt ihr vielleicht besser zurecht. Am Beispiel deines Sohnes zeigt sich auch, dass die KiFu-Prinzipien vll. doch nicht verinnerlicht wurden. Momentan möchte er nirgendwo anders spielen, aber nur weil ihm die Sicherheit und das Selbstvertrauen aus dem Training heraus fehlt auch mal auf anderen Positionen spielen zu können. Mit richtigem Training und der obligatorischen Rotation im Spiel, dürfte das aber zu machen sein. Der muss auch mal vorne drin spielen wollen und dem Gegner eins auf die Bude geben.
    Eine weitere Frage wäre, ob ihr in der richtigen Liga/Gruppe seid. Wird mit Findungsrunden etc. gespielt? Dann löst sich das Gegner-Problem evtl. bald von selbst.

  • Katme,....ich bin dafür bekannt, meist fiel zu schreiben. Ich möchte genau das dieses mal vermeiden, da ich glaube, dass ich persönlich hier fiel tun könnte, weil ich weiss, wie ichs machen müßte. Dir das nun alles an die Hand zu geben, ...wäre nicht wirklich sinnvoll, denn dann müßtest du Insider sein und ich glaube nicht, dass ein Outsider das machen will und kann.


    -Eigentlich ist die Sache für den Trainer nicht weiter schwierig, denn ...


    -er kann sich die richtigen Trainingseinheiten beim DFB.de runterladen und sogar ausdrucken
    -er muß einen Spielplan ausfüllen können
    -sein Postfach im Internet lesen und bedienen können, um Turniereinladungen, Spieletermine und die Platzbelegung beschauen zu können
    -er muß wissen, dass jeder Spieler auf jeder Position, zu gleichen zeitlichen Anteilen spielen sollte und das er nicht am Rand steht und herum schreit. Zudem müssen ihm Ergebnisse egal sein.


    Wenn er diese Dinge beherzigt und auch mal einen Spass macht, ...dann ist das genau das, wass für mich einen Trainer im unteren Jugendbereich ausmacht.


    Bei den Trainings in diesem Altersbereich kann er für 45 Minuten Trainings absolvieren, wo die Technik und Koordination geschult wird, am besten im Rahmen von Wettbewerben. Wichtig ist, dass niemand rumsteht, notfalls auf zwei oder drei Trainingsstationen arbeiten. Danach könnte er meiner MEinung nach schon seinen Sessel auspacken, weil er Kleinfelder abgesteckt hat, wo er die Lütten einfach im 1:1, 2:2, 3:3 oder 4:4 bis zum Abschlussspiel spielen läßt. DAS IST ALLES. DAS KANN JEDER DER EINE GEHIRNZELLE HAT und ....das kannst auch DU.


    Damit wäre ich dann da, wo ich hinwollte. Du hast das Problem erkannt, du hast dich eingelesen, Du bist bereit ein Brikett nachzulesen, Du bist diejenige, die die schnelle Lösung bringen könnte. Das was ich dir schrieb, kannst DU auch!
    Also, mach es, trau dich, du wächst da hinein und Feher machen ist erlaubt.


    Z.B. könntest du dich als Co.-Trainerin ihm anbieten. Du vereinbarst, dass du jedes zweite Training vorbereitest und Punkt. Das dürfte ihn doch freuen oder meinst du nicht?


    In der Frage der Mannschaftsbesetzung im kommenden Jahr, ...würde ich mit einem Aufruf oder einem Probetraining in der Schule arbeiten. Oft ist es so, dass man bei einer guten Jugendarbeit auch plötzlich einen Zulauf hat. Hierzu muß die Arbeit aber auch verbessert werden. Ansonsten käme leider auch in Betracht, die Jungspieler mit in die E Jugend zu nehmen, was aber nur eine Notlösung wäre.


    ....das habe ich noch vergessen, ...es gibt Kinder -glaube ich- da wird ein Insider sofort bemerken, das der jenige wohl nicht bei Schalke 04 landen wird. Bei fielen anderen sind diejenigen, bei denen man das in der F noch nicht gesehen ist, Spätzünder, ...davon kenne ich sehr fiele. Ich hebe mal den Altersbereich vom Ende der D bis Anfang der C Jugend heraus, ...da kommt meist nochmal richtig was "oben drauf". Darauf kommt es aber nicht an! Es kommt nur darauf an, dass es dem Trainer Spass macht und das ist die Grundvorraussetzung dafür, dass es den Kindern auch Spass macht. Wo sie spielen ist ganz egal, wichtig ist nur, dass sie spielen. und das steht und fällt mit der Einstellung des Trainers. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Ich will nur kurz zwei Dinge aufgreifen, zunächst mal bezogen auf die Talentfreiheit: Es wird immer ganz schnell von Talent oder nicht Talent gesprochen, aber das "Dazwischen", ordentliche Fussballer, die finden in dieser Katalogisierung gar nicht statt. Sollte in Eurer Mannschaft kein Überflieger, also kein wirkliches Talent sein, so kann man doch durch gutes Training auch aus so einem Haufen eine fussballspielende Truppe machen, sie muss ja nicht gleich Kreismeister werden, aber eine Weiterentwicklung ist doch immer drin. Insofern muss die Mannschaft keineswegs auf immer als Verlierertruppe durch die Welt laufen. Und hier komme ich zu meinem zweiten Punkt: den Ehrgeiz oder den Glauben daran scheint Euer Trainer nicht zu haben. Da Ihr aber ja -wie Du schreibst- engagierte Eltern seid, dann drängt sich die Frage förmlich auf, warum nimmt sich keiner von Euch der Sache an? Ím Breitensport ist ein engagierter Jugendtrainer, der sich an die entsprechenden Ziele hält, manchmal (oder oft?) mehr wert als ein alteingesessener "Schon-ewig-Trainer". Und da bei Euch gerade in Punkto Motivation und Zielsetzung eine Neuorientierung nötig ist, wäre das doch eine Möglichkeit, mindestens mit einzusteigen, bei anhaltender Lustlosigkeit seitens des bestehenden Trainers (so hört es sich für mich an) könnte man natürlich auch an einen Austausch desselben denken, ohne dass ich jetzt den Krieg Eltern-Trainer lostreten will.

    "Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen."
    Lao-Tse (chinesischer Philosoph)

  • Es ist sicherlich leicht, aufgrund deiner Beschreibungen den "Möchtegern-Trainer" ohne Ausbildung abzuwatschen und ihm gleich mit unterstellen, dass auch er zu den "talentfreien" Trainern gehört. Aber ist es wirklich das, was du erreichen willst? Wie du schon aus den vorherigen Kommentaren erkennen kannst, gibt es eigentlich fast immer einen Weg, der mit dem guten Willen aller Beteiligten im Sinne der Kinder gegangen werden kann. Dabei können die aus vielen Jahren gesammelten Erfahrungen im Kinderfussball nützlich sein. Selbstverständlich braucht der Nachwuchs auch engagierte Eltern, die es reizt, selbst mitzuhelfen und das Training zu verbessern. Natürlich hören Kinder mit dem Fussball auf, wenn es ihnen keinen Spaß mehr macht. Sie hören aber ganz bestimmt nicht auf, weil sie Spiele verlieren. Das Ergebnisdenken steckt einzig und allein in den Köpfen von uns Erwachsenen. Vielleicht dauert es ja auch gar nicht mehr zu lange, bis ganz offiziell Tabellen im F-Jugend-Bereich vom DFB abgeschafft werden. Ist den Eltern, die ihre Kinder aufgrund der erzielten Siege, schon in der Bundesliga sehen, dann ihr wichtigstes Spielzeug genommen? Deshalb noch einmal meine Frage: was willst du erreichen?

  • Wünsche einen schönen verschneiten Donnerstagnachmittag ;)


    ihr habt ein typisches "Kleinvereinproblem" - viele Kinder unterschiedlicher Jahrgänge mit unterschiedlichem Entwicklungsstand., aber für eigene Jahrgänge reicht es noch nicht (wie in größeren Vereinen).


    Ich glaube nicht, das der erste Teil von Andre's Antwort schon zum Erfolg führt-der Trainer hat sicher schon ganz gute Ideen und würde sicher auch gern mehr mit den Lütten machen, wenn er wie du schreibst ansonsten schon auf den KiFu eingeht und auch gewillt ist.


    Viel wichtiger scheint mir, das DU, oder ein anderes Elternteil sich die Turnschuhe schnürt und den Trainer dort nicht "umherwurschteln" lasst (bin so vor Jahren, nach langer Abstinenz, selbst wieder zum Fußball gekommen ;) ) sondern ihn unterstützt. Ihr würdet damit min. zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.


    erstens könntet ihr das Training differenzierter (und wenns auch verpönt ist leistungsbezogener) gestalten
    zweitens hätte sicher auch euer Trainer mehr Spaß und die Kiddis sowieso


    zu guter letzt würde wohl sogar eure Spielleistung besser werden.


    Prinzipiell kannst du sagen, je jünger die Kinder, um so mehr Trainer (oft reichen schon 'Betreuer', 'Aufsichtsführende' da es ja bei den ganz Kleinen hauptsächlich erstmal 'nur' um die Bewegung im allgemeinen geht) benötigst du. Je kleiner die Gruppen, um so besser.


    Helft ihm einfach, und es wird sich vieles bei euch zum Besseren wenden (denke ich jedenfalls, da ich es erlebt habe)


    Gruß
    dsv



    ps: eins habe ich noch vergessen: ziele setzen die erreichbar sind ist gaaaanz wichtig
    unsere "bis f-jugend" haben das erste mal am wettkampf teilgenommen -- die ersten drei turniere 'kanonenfutter' für die großen und letzter der tabelle ( ;) ja, bei uns gibt es tabellen, und es ist auch nicht schlimm ;) )


    ziel war halt ersteinmal das erste tor zu schießen--als es irgendwann geschah wurde es gefeiert wie ein punktspielturniersieg!!!
    dann gabs das erste spiel ohne gegentor, dann irgendwann den ersten sieg---eine entwicklung innerhalb eines halben jahres.


    also nicht den mut verlieren ;)

    3 Mal editiert, zuletzt von DSV ()

  • Hallo!Bei mir war es genauso .Bin auch erst durch meinen Sohn nach jahrelanger Abstinenz wieder zum Fußball gekommen.
    Der kam jeden Samstag mit hängenden Ohren nach verlorenem Spiel wieder nach Hause.
    Als ich dann noch dumme Sprüche loslies(zb.nimm doch eine grössere Tasche mit, damit du auch alle Tore nauch Hause schleppen kannst) gab s Krach.
    Er fuhr damals noch mit Mama zum Spiel.Bis irgendwann meiner Frau der Kragen platzte und sie mir dann mal erklärte das es gesund ist, sich in freier Wildbahn zu bewegen als zu verfetten und zu verblöden vor einem Bildschirm.
    Und außerdem sollte ich mich schämen das der Sohn eines ehemaligen DDR elite Kaders ständig die Hucke vollbekommt,und seiner Vater tatenlos zusieht.
    Ich habe damals meinen Sohn (heimlich)bewundert, das er überhaupt noch zum Training/Spiel gegangen ist,nach solchen derben bei Klatschen von 20,25:0 usw.
    Also versuchte ich mich zu erinnern wie es damals bei mir war.Wir spielten ohne Schiedsrichter,so ungefähr bei 10 Toren hörten wir auf zu zählen.Es gab nur Gewinner und Verlierer und die auch nur bis zum nächsten Spiel.
    Wir spielten aus purer Lust und Freude an Bewegung.
    Ich versprach meiner Frau zu helfen.
    Meiner erster Besuch beim Training(als Gast) werde ich wohl nie vergessen.Was da abging ,unvorstellbar.
    Warmmachen bestand aus 2 Stadionrunden laufen,für 5-6 jährige.Übelste Gymnastik(wenn man das überhaupt so bezeichnen konnte)
    Dann mussten sich alle in einer Reihe aufstellen und dann wurde auf das Tor gebolzt.Der grösste war automatisch der Tormann.
    Der Trainer angeblich mit Lizenz grölte und schrie auf dem Platz rum.Am liebsten haette ich meinen Stift vom Platz geholt und nach Hause geschleift.
    Aber der wollte nicht,der wollte mit seinen Kumpels Fussballspielen.Ich schaute mir das noch 2-3 mal an ,bis mir der Präsident über den Weg lief und dem ich mein Herz auch gleich ausschüttete.
    Und da war es nun, das Angebot"helfen sie doch ein bischen mit".Der Verein hatte nähmlich keinen anderen Trainer und war froh ,das sich einer der Kids annahm.Ich sagte also zu.Der Schreihals von Trainer und einige Eltern waren am Anfang garnicht von ihrem neuen CO-Trainer begeistert.
    Als die Eltern aber merkten das ich spielen konnte, das die Kinder mich mochten(weil ich ja selbst kleine Kinder hatte) und ich ihnen wirklich was beibrachte,daß ich meinen Sohn auch nur als Spieler behandelte und nicht vorzog usw. waren sie einverstanden.
    Ich versuchte nun, mir Grundkentnisse im Kinderfussball anzueignen,besorgte mir Literatur ,schaute in anderen Vereinen wie die das so machten.
    Fand hier und dort noch Kollegen von früher ,tauschte mit Ihnen Erfahrung aus.Versucht meine ganze Erfahrung,Erkentnisse zu vermitteln.
    Die Jungs haben dann zwar immer noch verloren ,aber nicht mehr so hoch.Es waren anzeichen von Zusammenspiel zu erkennen.
    Der Ball wurde nicht mehr sinnlos ins Aus gebolzt,weil man sich keinen Rat mehr wusste wo man hinspielen soll.
    Und irgendwann haben sie auch mal gewonnen.
    Die Eltern spielten ihre Rolle als Fans und Mannschaftsbus hervorragend mit und unterstüzten uns wo sie nur konnten.
    Der Trainer von damals und ich lachen uns heute noch kaputt was wir damals so alles anstellten um nur irgendwie ein Spiel zu gewinnen.
    Und heute:Ich habe meine eigene E Mannschaft ,mein Cheftrainer ist heute mein CO er ist mittlerweile locker über die 60 und hilft mir weil er och nicht mehr so kann.Außerdem ziehe ich ich mir aus jedem Jahrgang einige Papas mit ran die uns helfen beim Training ,wir haben viel Spass und sind eine "Verschworene Truppe"
    Mein Beitrag ist vielleicht jetzt ein bischen lang geworden,aber das musste ich einfach mal losswerden



    Was ich damit sagen will:Helft eurem Trainer,Heb deinen Ar++++ und geh mit guten Beispiel vorran,Habt eine riesige Portion Geduld,informiert euch beim DFB oder sonst wo,stellt euch kleine Ziele,Talente sind meiner Meinung nach sowieso erst mit 12-14 erkennbar.Es wäre Schade um jedes Kind das zu Hause vergammelt.Und deiner Figur und Fitness würde es ausserdem noch Gut tun.Und denkt dran "Es sind immer noch Kinder"
    In diesem Sinne mfg Harri :thumbup:

  • wir sind der Verein, und dazu gehören auch wir Eltern , kann ichs nicht dann ein anderer Elternteil .....


    Hilfe anbieten und los gehts

    Bundestrainer 8) Fernseh - Lizenz

    Einmal editiert, zuletzt von thom ()

  • Vielen Dank für eure bisherigen Kommentare. Ich versuche jetzt mal nicht all zu lang auf die Zuschriften einzugehen.
    Was will ich eigentlich? war die Frage. Den Trainer abwatschen - nein Danke. Für die jüngeren Spieler ist er trotz seiner zweifelhaften Einstellung (Vereinsmüll und so) eine Bereicherung, zumal diese dann nächste Saison einen wohl ausgebildteten Trainer mit ihm als Co. auf die bisherigen Übungen aufbauen können und jüngere Kinder bekanntlich viel unbedarfter mit den unterschiedlichsten Situationen umgehen. Ergebnisorientierung - nein Danke. Wir konnten in der Vergangenheit richtig feiern, als unsere Kinder tatsächlich ein 1:12 gegen eine haushoch überlegene Mannschaft erreichen konnten. Klar würden die meisten Eltern ihren Kindern auch mal ein Erfolgserlebnis gönnen, ich denke aber, dass ein Erfolgserlebnis nicht allein am Sieg gemessen werden kann, sondern ehe daran, wie sich die Kinder als Team präsentiert haben. Wenn ich sozusagen ein Erfolgserlebnis daran ausmache, dass ich mich darüber freuen möchte, dass die Kinder mal nicht auf dem Spielfeld rumstochern als wäre es ihr erstes Mal, sehe ich erstmal nichts falsches darin. Star-Hoffnungen - nein Danke. Mein Zwerg durfte nachdem er viel auf der Straße und im Garten mit dem Ball gespielt hat selbst entscheiden, ob er in den Verein möchte oder nicht. Nach Probetrainings vor Beginn dieser Saison bei einem anderen Trainer hat er sich dazu entschieden. Wir die Eltern sind selbst sehr fußballbegeistert und wünschen uns für unseren Zwerg, dass er den Spaß an diesem Sport beibehält und irgendwann in späteren Altersklassen in die Lage versetzt ist (insofern nicht völlig ohne Vermögen), mit immer noch Spaß an der Sache seiner Mannschaft in irgend einer Weise nützlich zu sein. Wie lange er spielt oder vielleicht zwangsmäßig durch Lehre oder sonstwas der Jugendfußball verabschiedet werden muß, soll seine Entscheidung bleiben. Er soll aber rückblickend behaupten können, Fußballjahre geile Jahre. Helfen - gerne wäre kein Problem aber: Wir hatten bereits einen Vater zur Co.-Funktion begeistert, da er eh meistens mit am Platz war. Nach vielen Wochen des komplett Ignorierens der angebotenen Hilfe und einem unschönen Zusammenprall der zwei und auch für den Co. kaum bis gar nicht realisierbar geänderten Trainingszeiten herrscht zwischen den beiden sibirischer Winter ohne Aussicht auf Erwärmung. Ich selbst habe auch schon mit anderen Eltern zwei Hallentrainings mit den Kindern bestritten um keinen Ausfall zu haben, musste dazu aber meinen Arbeitsplatz vorzeitig verlassen, was eben nicht laufend realisierbar ist. Sämtliche organisatorischen Dinge werden weitesgehend von einem anderen Elternteil abgedeckt.


    Im Moment hat sich gerade wieder der Vater eines neueren Mitspielers bereit erklärt vorübergehend auszuhelfen, wie lange dieses Paar funktioniert bleibt offen. Was soll dieser Beitrag - Ich könnte mir gut vorstellen, dass meine Probleme oder auch Sorgen nicht einzigartig sind. Viele hatten bestimmt schon ähnliche Erlebnisse oder aber zumindest davon gehört. Feste Rezepte um eine Sache richtig anzugehen gibt es nicht, aber durch viele Intensionen die gegeneinander abgewägt werden können, den einen oder anderen Lösungsansatz. Tue ich meinem Zwerg auf längere Sicht einen Gefallen einfach alles so zu belassen und zu hoffen, dass er und die anderen betroffenen Kinder nach dem halben Jahr noch am Ball sind? Ist es empfehlenswert in einer kleineren Gruppe außerhalb des regulären Trainings mit einigen Kindern aktiv zu werden? Könnte es sein, dass die Kids dann nicht vielleicht noch mehr Probleme mit dem derzeitigen Trainingsleiter bekommen? Oder soll ich meinen Zwerg aus der jetzigen Truppe ganz raus nehmen und vielleicht in der kommenden Saison neu anmelden? Was würdet ihr tun? Außer mit dem Trainingsleiter reden und die Vereinsleitung hinzu zu ziehen ist alles möglich. Reden ist gescheitert, Vereinsleitung ist gescheitert.

  • 1. Meinem Jungen diese Gedanken nicht mitteilen
    2. Genau hinhören und zuhören, was dein Junge sagt und wie er es sagt
    3. Ihn fragen, ob er Spass hat am Training und ober er bleiben möchte, ...das ist die Messlatte.


    Ansonsten, ...rausnehmen und zum anderen Verein gehen, einen anderen Sport wählen, notfalls vorübergehend. Besser kein Trainer, also kein Fußball mehr, als einen beschissenen Idioten und einen ignoranten Verein!! Das ganze dann schriftlich zum Mitschreiben für diese Herren dort.

  • Hallo Katme !Ich hab mir deine Beiträge noch mal genau durchgelesen und habe feststellen müssen
    das der Trainer gar keine Hilfe will.Dann tuts mir Leid aber da hilft nur Wechsel.


    Von wegen ihr verliert sowieso,oder ihr seid das Auffangbecken ,na hallo gehts noch.Wo soll den Motivation und gesundes Selbsbewusstsein herkommen wenn nicht vom Trainer.Als Trainer hat man Vorbildfunfktion.


    Wenn ich so in einer verfahrenen Situation wäre würde ich erst mal ausloten was die anderen Elternteile denken.Wäre es an dem ,
    würde ich geschlossen zu einem anderen Verein wechseln.Die würden euch bestimmt mit Kusshand nehmen.Weil die sicherlich auch Geburtenschwache Jahrgänge haben .
    Aber sei vorsichtung ,vielleicht siehst du es auch nur so, weil keine Erfolge da sind.
    An der Motivation der Eltern scheint es ja nicht zu liegen und eure Kids gehen ja auch noch zum Training/Spiel.
    Schlecht gemacht ist man schnell, umgedreht siehts schon anders aus.
    mfg Harri

  • Ist es empfehlenswert in einer kleineren Gruppe außerhalb des regulären Trainings mit einigen Kindern aktiv zu werden? Könnte es sein, dass die Kids dann nicht vielleicht noch mehr Probleme mit dem derzeitigen Trainingsleiter bekommen?


    Wäre super. Warum bietest du nicht einfach zusätzlich ein Spieletraining an? Z.B. offen für alle F-JugendSpieler. Eltern dürfen auch mitspielen. Und das am besten, wenn du Zeit hast und der Platz evtl. frei ist? (Bei uns Freitag abend). Natürlich in Absprache mit Trainer und Jugendvorstand.

  • Hallo Katme,


    du schreibst immer von einem ausgebildetem Trainer, dies scheint in eurem Fall aber von Nachteil zu sein. Mein Eindruck nach dem hier geschriebenem ist, das dieser die Ahnung hat und sich von euch nicht reinreden lassen, bzw, helfen will. Das Problem ist einfach das er wahrscheinlich vor Jahren den Schein gemacht hat und denkt er weiß alles. Diese Typen gibt es überall und in jedem Bereich. Dabei vergessen die meisten das man immer dazulernen kann. Bei mir ist es z.B. so gelaufen, wie es oben schon beschrieben wurde. Ich war so oft ich konnte beim Training meines Sohnes und hab dann hier und da mal mitgeholfen. Dann fehlte vor der Saison ein Trainer und ich bin eingesprungen und habe eine eigene Mannschft übernommen. Dabei habe ich die denkbar schlechtesten Voraussetzungen, ich habe selber kein Fußball gespielt, nur auf dem Bolzplatz gekickt, und natürlich auch keinen Schein. Aber was ich eingebracht habe ist Engagement und Lernbereitschaft. Ich habe mich informiert wie ein Training der F-Jugend auszusehen hat und versuche dies auch umzusetzten. Ich bin aber immer noch bereit dazuzulernen und habe auch das Training etwas umgestellt. Den Umgang mit Kindern hab ich durch meine eigene beiden kennengelernt. Das wichtigste ist uns der Spass der Kinder und das sie spielen wollen, aber auch das sie bis zuletzt spielen und rennen, egal wie das Spiel läuft. Und wenn ein Spiel auch mal deutlich verloren geht, die Kinder aber ihr bestes gegebn haben dann ist das in Ordnung und das wird den Kids dann auch positiv mitgeteilt. Wir haben auch so ein paar "Talentfreie", da legt man dann die "Meßlatte" halt was niedriger und lobt sie für einfachere Dinge. So steigert man ihr Selbstvertrauen und siehe da, es läuft auf einmal. Diese Jungs spielen bei uns genauso wie alle anderen auch die gleiche Zeit und auf jeder Position. Kinder lernen noch und man kann jedem etwas beibringen. Wohin das dann führt muss man sehen. Vielleicht solltest du diese Dinge mal mit eurem Trainer besprechen, ihm sagen das ihr ihm ja nur helfen wollt. Wenn er sich nicht helfen lässt, gibt es nicht viele Optionen. Solange dein sohn Spass am Fussball hat kann er natürlich da bleiben, aber wenn das Training komplett falsch läuft hilft nur ein Wechsel. Man darf ja auch nicht vergessen dein Sohn kennt nur dieses Training und weiss gar nicht wie es anders laufen kann.


    Gruss SK74

    8) 8) 8) Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. 8) 8) 8)