manchmal denke ich, ich stehe im Wald,
ein G-Jugend Spiel, die Eltern stehen rund um das Spielfeld und rufen gut gemeinte Tipps in das Spiel, ein Betreuer lehnt am Torpfosten, eine Fluppe in der Hand, ....fast hätte ich ihm noch 'ne Flasche Bier gebracht .......................
ein junger Schiedsrichter wird im Bus auf dem Weg zum B-Jugend spielt massiv beleidigt und bedroht ..............................
ein Ü40 Spiel wird abgebrochen weil ......ist fast egal....ging nur um Gewalt zwischen "Erwachsenen" ........
bei einem E Jugend Spiel mischt sich ein Betreuer in die Schiedsrichterentscheidungen ein.......
man selbst liest rund um Vorbild, Integration und Fairplay und versucht an sich zu arbeiten .....
wie geht Ihr mit den genannten Beispielen um? Sprecht Ihr die Problemfälle darauf an?
Oder kehrt Ihr lieber euren eigenen Hof?
Gruß vom Thom
eine ganz normale Woche
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Moin,
war es nicht schon immer so?
Ich kann mich noch an Spiele meines Vaters erinnern. Da gab es auch immer Stress mit Zuschauern... Allerdings sinkt die Hemmschwelle immer weiter und es geht vielen anscheinend nicht mehr um das Spiel Fussball.
Meiner Meinung nach ein gesellschaftliches Problem, das man weder durch Wegschauen, noch mit gut gemeinten Ratschlägen löst.
Ich finde es gut, das Du dich über solche Sachen noch aufregst. Andererseits kommt in mir auch wieder das Thema mit dem Trainer als Sozialarbeiter hoch. Und den Titel Weltverbesserer habe ich schon lange abgelegt.
Nichts desto trotz kümmerere ich mich hauptsächlich um die mir anvertrauten Kids. Das ist schon mehr als genung Arbeit, da man teilweise konträr zu den Eltern arbeitet. Wenn ich so ein paar Kids aus dem "Sumpf" helfen kann, dann bin ich zufrieden und habe meinen Teil zur besseren Fussballwelt geleistet.
ciao
BB -
Wer in seinem eigenem Umfeld solche Auswüchse unterbindet bzw. kontrolliert hat sicherlich schon viel erreicht.
So lange ich bzw. wir als Mannschaft nicht beleidigt bzw. angegriffen werden, werde ich nicht gegenüber diesen Personen aktiv werden. Ist dies allerdings der Fall, werden alle erforderlichen Register gezogen.
Warum sonst nicht?
Weil es Menschen gibt, die den Unterschied zwischen positiver Kritik und Beleidigung nicht unterscheiden können.
Ich vermute, aus bisherigen Erfahrungen, das in Ballungsräumen die Hemmschwelle bezüglich Gewalt erheblich niedriger liegt, als dies in den ländlichen Regionen der Fall ist. -
Klar, schließlich sind in Köln sofort 10 oder 15 Streifenwagen da. Auf dem Lande sieht es da anders aus, ...es dauert und dauert und dann kommt ein Wagen und wenn man Pech hat, sitzt nur einer drin

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Zitat:
thom schrieb am 01.10.2008 15:34
manchmal denke ich, ich stehe im Wald,
ein G-Jugend Spiel, die Eltern stehen rund um das Spielfeld und rufen gut gemeinte Tipps in das Spiel, ein Betreuer lehnt am Torpfosten, eine Fluppe in der Hand, ....fast hätte ich ihm noch 'ne Flasche Bier gebracht .......................
ein junger Schiedsrichter wird im Bus auf dem Weg zum B-Jugend spielt massiv beleidigt und bedroht ..............................
ein Ü40 Spiel wird abgebrochen weil ......ist fast egal....ging nur um Gewalt zwischen "Erwachsenen" ........
bei einem E Jugend Spiel mischt sich ein Betreuer in die Schiedsrichterentscheidungen ein.......
man selbst liest rund um Vorbild, Integration und Fairplay und versucht an sich zu arbeiten .....
wie geht Ihr mit den genannten Beispielen um? Sprecht Ihr die Problemfälle darauf an?
Oder kehrt Ihr lieber euren eigenen Hof?
Gruß vom Thom
Lieber Tom
Ich bin eine äusserst fairer Trainer und verhalte mich meistens ruhig (eigentlich immer). Muss aber gestehen.... es ist schon nicht immer einfach, gegenüber den vielen "Metzgerteams" und den Schiris vom "Blindenheim" fair zu sein.
Vor 4 Wochen musste ich gegen ein Metzgerteam spielen. Resultat; 2:1 für Metzgerteam... 4:0 Verletzte für uns. 1:0 gelbe Karten für Metzgerteam... rote Karten gab es keine. Auch dann nicht, wenn der Gegner erst gar nicht versuchte den Ball zu spielen. Was meinst Du... welchen Spielraport ist zu erst beim Verband angekommen? Der vom Schiri oder Meins (DVD)? Die Verletzten wurden alle auf dem Unfallraport eingeschrieben, damit die Versicherung vom Verband bezahlen darf (Verband hatte sicher keine Freude daran, soviel Geld für ein C - Junioren Breitensportspiel wegen Verletzungen auszugeben). Nun gab es ein zusätzlichen Resultat; Schiri nur noch letzte Stärkeklasse pfeiffen und Metzgerteam bis ende Vorrunde inspiziert.
PS: Aber meine vier Spieler sind immer noch verletzt. Möchten aber gerne spielen....
Soviel zum Thema Fairplay... wenn ich eines Tages eine "Künstlerpause" machen werde, dann ist genau das ein Grund dafür. Denn bevor ich rummotze bei den Schiris usw. möchte ich aufhören und als faire Person in Erinnerung bleiben. Aber so langsam platzt mir eben schon der Kragen. -
Insbesondere zum Thema "Fluppe & Flasche" versuchen wir im Verein schon mal präventiv dafür zu sorgen, dass das bei unseren Jugendspielen nicht vorkommt. Die Zuschauer werden am Eingang des Sportpatzes mit entsprechenden Plakaten auf die Aktion "Rauchfreier Sportplatz bei Jugendspielen" hingewiesen und Alkohol wird erst gar nicht ausgegeben. Das Ganze ist kein Verbot, sondern ein Appell an die Vorbildfunktion der Erwachsenen gegenüber ihren/unseren Kindern. Wir haben damit überaus positive Erfahrungen gemacht und können nach einem Jahr sagen, dass sich die Besucher der Jugendspiele, sowie alle Trainer und Betreuer mehrheitlich daran halten.
Anonsten halte ich es wie schon einige Vorschreiber. Vom Typ her bin ich eher ruhig und besonnen und sehe mich als fairen Sportsmann, dem der Spaß am Fußball über alles geht. Unfairness und unnötige Auseinandersetzungen gehen mir gehörig gegen den Strich! Wer sich meiner Mannschaft und mir gegenüber korrekt verhält - vor, während und nach dem Spiel - hat mit uns überhaupt kein Problem, ganz im Gegenteil. Ist aber einer der Meinung mich oder mein Team in irgendeiner Form anzugreifen, egal ob verbal oder nonverbal, dann ist es mit der Ruhe schneller vorbei als manch einer denkt. Da tue ich meine Meinung schon mit Nachdruck kund. Allerdings bleibt die Besonnenheit erhalten, was wichtig ist um die Dinge richtig einordnen zu können. -
Das Problem ist meist, dass die Situation nicht besser wird, wenn man -gerechtfertigterweise- verbal eingreift. Jeder kennt wahrscheinlich die hier mehrfach beschriebenen Situationen, wo man benachteiligt wird und teilweise die Spieler fast schon tätlich auf dem Platz angegangen werden. Ich hatte auch meine Zeit, wo ich den Gegner verbal angegangen bin, weil es einfach zu viel wurde. Da die Spiele aber meist unter Ausschluss von Offiziellen stattfinden, hilft nur der Report an Staffelleiter etc. Wenn jeder Betroffene dies tun würde, könnte man eine Häufung erkennen und ggf. reagieren. Eine manchmal wenig zufriedenstellende Situation, aber alles andere hilft auch nicht. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, die Vorbildfunktion gegenüber meinen Kindern in den Vordergrund zu stellen, d.h. auch in solchen manchmal schwierigen Situationen Ruhe bewahren. Da bei uns glücklicherweise das Vorankommen der Kinder in ihrer Entwicklung und nicht das Ergebnis im Vordergrund steht, haben unsere Jungs nicht allzu große Probleme damit, wenn jemand durch Bescheißen gewinnen muss (Hach, ich bin so stolz auf meine Jungs

) -
Moin,
man muss nicht immer gleich die ganze Welt verbessern. Wenn wir in unserem Einflussgebiet die Kids "verbessern", dann hat man schon eine Menge erreicht. Evolution statt Revolution.
Und wenn man z.B. 12 Kids hat, 10 davon resozialisiert werden, dann hat man schon einen netten Multiplikator...
ciao
BB -
Zitat:
Andre schrieb am 01.10.2008 23:28
Klar, schließlich sind in Köln sofort 10 oder 15 Streifenwagen da. Auf dem Lande sieht es da anders aus, ...es dauert und dauert und dann kommt ein Wagen und wenn man Pech hat, sitzt nur einer drin
Eine solche Aktion wirst du nur bei außergewöhnliche Veranstaltungen (Rechtsdemo, Bundesligaspielen, Massenschlägereien etc.) erleben. Ansonsten gibt es in den Städten den gleichen, notorischen Polizeimangel wie auf dem Land.
Außerdem was nützt es dir und deiner Mannschaft, wenn du Helden spielst und dein Team mit zusehen muss, wie sie dich in manchen Stadtteilen bis zum Eintreffen der Polizei (ca. 10 Min.) mit Messern, Baseballschlägern, Fäusten und Fußtritten bearbeiten. Ich jedenfalls finde das 10 Minuten in einer solchen Situation verdammt lange sind. Sorry, ist zwar selten, aber da selbst Schiedsrichter nicht mehr wirklich sicher sind, haben entsprechende Menschen sicherlich auch kein Problem damit andere, auf primitivste Art und Weise zu überzeugen.
Vorn daher rate ich ehr dazu unnötigen Eskalationen aus dem Weg zu gehen, als sie wegen Rechthaberei auf die Spitze zu treiben. -
Hoppla! Ganz heikles Thema!
So extrem habe ich es bisher noch nie angetroffen, aber es soll schon mal vorkommen, das ist leider so.
Alkohol und Nikotin sind auf dem Trainingsplatz und auch auf dem Fussballplatz bei Junioren tabu, meiner Meinung nach. Ich persönlich trinke nicht mal einen Tropfen Alkohol, solange nur einer meiner Jungs in meiner Nähe ist (Ausnahme mein 2. Captain, aber der ist immer auf dem Platz, sein Vater ist im Vorstand).
Ich nehme mir viel vor, Prävention zu betreiben. Da ich auch gut reden kann, versuche ich auch, bei Konflikten zu vermitteln. Wenn man nur eine Schlägerei aus der Welt geräumt hat, ist dies als Erfolg für den Sport zu betrachten.
Da ich selbst Schiri bin, liegt es mir fern, einer meiner Artgenossen irgendwie zu beleidigen oder zu mobben. Im Gegenteil, ich würde für ihn einstehen und ihm helfen. Jeder macht mal Fehler, und das sollte auch jeder so akzeptieren.
