Trainingsvorbereitung / Planung

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  • Ich frage nur mal so aus Interesse.

    Weil was die Vorbereitung auf das Training betrifft, klaffen Welten zwischen mir (E1 Trainer) und unserem Trainer der E2.

    Und ich wollte mal gucken, wie das andere so handhaben.


    Mein Weg:
    Ich habe eine Excel Tabelle, in der ich alles plane.

    Die Schwerpunkte, die ich vermitteln will, sind grob über die ganze Saison vorgeplant. Die tatsächlichen Zeiträume leg ich nicht genau fest und mitunter änder ich den einen oder anderen Schwerpunkt auch noch mal wieder.


    Die Trainings für die nächsten 4 Wochen plane ich auch schon grob vor.

    Also an welchen Tagen sollen welche Übungen gemacht werden. Welche Übungen das sind, folgt aus dem jeweiligen Schwerpunkt.

    Manchmal änder ich noch kurzfristig was, aber das ist dann immer so der ungefähre mittelfristige Fahrplan.


    Für alle meine Übungen aus meinem Repertoire habe ich je ein DIN-A4 Blatt, auf dem ich die wichtigsten Eckpunkte der Übung, eine kleine Zeichnung, die Variationsmöglichkeiten und die Coachingpunkte aufgeschrieben habe. Alles so aufgeschrieben, wie es für mich als Gedankenstütze am besten funktioniert. Daraus ist ein ziemlicher Katalog geworden. In meiner Excel Tabelle habe ich zudem noch einen Feedback-Reiter, bei dem ich jede durchgeführt Übung bewerte (wie beliebt ist sie bei den Kindern, wie gut klappt sie, wie groß ist der Lerneffekt,...). Schlecht bewertete Übung fliegen aus dem Katalog.


    Am Tag des Trainings plane ich zur Mittagszeit das Training im Detail. Da weiß ich über die Teampunkt-App, wer heute zum Training kommt.

    Also klemm ich mir ein neues Blatt in mein Trainings-Klemmbrett und skizziere die Übungen, die wir heute machen.

    Feldgrößen bestimmen, Mannschaftsgrößen festlegen, Anzahl der Felder bestimmen, Provokationsregeln festlegen, benötigtes Material.

    Und ich teile auch jetzt schon die Teams ein. Im Ruhe zu Hause kann ich das viel besser, als auf dem Trainigsplatz mit tausend Kindern um mich rum, die ihre Wünsche äußern, mit wem sie in einem Team sein wollen.


    Ich bin dann eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn da und baue alles auf. Kinder, die ebenfalls früh da sind, helfen mir meistens.

    Das Training beginnt auf die Minute genau.


    Der andere Trainer hat nichts dergleichen. Der macht das alles komplett im Kopf. Schwerpunkte, Übungen etc.

    Er kommt 5 Minuten vor Trainingsbeginn auf den Platz. Während die Kinder selbstständig das Warm-up machen, baut er seine Übung auf.


    Ich will hier gar nicht sagen, dass das eine besser ist, als das andere. Das macht ja jeder typbedingt anders und ich bin nunmal ein ziemliches Excel-Kiddie und auf meinen Kopf ist zudem auch überhaupt kein Verlass.

    Wie ist euer Vorgehen?

    Einmal editiert, zuletzt von Lindmann ()

  • Ich habe beide beschriebenen Szeanrios bereits durch.

    Trainiere aktuell eine E1. Wir legen uns auf Schwerpunkte fest die dann entsprechend den roten Faden im Training abbilden. Z.B. Dribbling.

    Geplant w7ird das Training am Vorabend oder in der Frühstückspause und einer malt es auf oder schickt eine Datei in die Gruppe.

    Teams, Variationen, Coaching, etc notiere ich mir meist gar nicht mehr dazu, weil es meist anders kommt als geplant.

    Ausgenommen ich habe einen bestimmten Punkt auf den ich bzw wir hinaus wollen.

    Aufbau erfolgt meist 5 bis 10 Minuten vor dem Training. Ist bei uns aber auch nicht viel, da wir fast alle aufwendigen Übungen nicht mehr machen.

    Über die letzten Jahre habe ich viele Übungen und Spielformen gesammelt, da schaue ich ab und zu noch rein. Habe aber vieles im Kopf oder denke mir manche Sachen selber aus oder wandle manche Übungen und Spielformen ab.

  • Ich mache das in etwa so wie du das machst. Also Schwerpunkte setzen vorplanen und immer iweder etwas anpassen je nach Bedarf.

    Auch die Detailplanung mache ich meist vorher, wobei das eigentlich immer wieder zerschossen wird weil dann doch einer nicht kommt oder sonst etwas passiert.


    Vor einiger Zeit habe ich mein Training aber auch im Kopf gehabt. Das hat sich erst entwicklelt, das ich das strukturierter mache. Insbesonere nach dem c-Lizenz Lehrgang habe ich das bei mir etwas profesionalisiert.

    Den Aufbau habe ich aber schon immer rechtzeitig gemacht. Mit 30 Minuten komme ich da nicht immer aus. Bei mir ist in der Regel weitesttgehend aufgebaut wenn die Kinder kommen.


    Letzendlich muss das ja jeder selbst entscheiden. Ich bin immer gern gut vorbereitet, auch in anderen Kontexten. Letzendlich sehr Typabhängig. Ist das Training des Kollegen den gut? Also im Sinne alle haben Spaß es werden Grundlagen trainiert etc..

  • Ist das Training des Kollegen den gut? Also im Sinne alle haben Spaß es werden Grundlagen trainiert etc..

    Ja, finde ich schon. Ich kann nicht unbedingt behaupten, dass mein Training besser wäre, als seines.


    Witzig ist halt, dass ich mit seiner Methode total untergehen würde und er mit meiner genauso.

  • In der Regel erstellen ich und manchmal mein Co am Tag vor dem Training oder am selben Tag am Vormittag den Trainingsablauf für das nächste Training mit meiner U10 Breitensport (B-Mannschaft) mit 12 Kindern. Montag hab ich nur ein kleines Feld, da mach ich Funino bzw. Stationen mit Spielformen für bis zu 6 Kinder oder Koordinationsparcour.

    Mittwoch hab ich ein U10 Spielfeld, wo ich gern Rondos, Passübungen oder Torschuss mache- ebenfalls in Stationen und die Gruppen leistungsmäßig aufgeteilt inklusive 4+1/5+1 Abschlussspiel.

    Donnerstag mach ich eine halbe Stunde Torwartübungen (de facto Fangübungen und einfachste Abrollübungen) und mein Co eine Übungsform/Standards. Danach eine halbe Stunde Abschlussspiel.


    Montag und Mittwoch plane ich und schicke meinem Co den Ablauf. Donnerstag plant er.

  • Lindmann


    willkommen im Club der Exceltabellen Trainer und der Mittagspausenplaner.

    Es gibt heute bestimmt schon bessere Möglichkeiten, die ich nicht kenne, um Trainings zu planen.


    Mir reicht mein Excelplan, den ich ca. 2003 begonnen habe und ihn bis heute immer wieder anpasse.

    Damals habe ich ihn für meine Vereinsmannschaft geschrieben. Später habe ich sie für meine Fußballschule, die Kreisauswahl und die Vereinsmannschaft umgeschrieben, damit meine Vereinsspieler (viele Kreisauswahl und einige in der Fußballschule) bestmöglich gefördert werden konnten. Ja, hier war ich tatsächlich egoistisch und habe meine Vereinsspieler ein oder zwei weitere methodisch aufeinander abgestimmte Training zukommen lassen.

    Es ist ein Jahresplan, immer abgestimmt auf die Alterstufen. z.B.:

    Lernfähigkeit altersentsprechend (ob sie 2 oder 6 Trainingseinheiten benötigen) berücksichtigt.

    Lernzielsetzung altersentsprechend (ob die Grobform, die Feinform, die Behrerrschung mit leichten Gegnerdruck, mit hohen Gegnerdruck, mit Wettkampfdruck, oder ab der B-Jugend die Perfektion im Wettkampf) berücksichtigt.


    Ja, ich musste und werde auch in der Zukunft den Trainingsplan immer wieder anpassen, da die Lernziele mal früher oder mal später erreicht wurden, die Lernziele zu hoch angesetzt wurden oder die Trainingseinheiten ausfielen oder, oder, oder.

    Zurzeit mache ich die Erfahrung, dass die allermeisten Kinder überhaupt keine polisportive Ausbildung in das Vereinstraining mitbringen.

    Deshalb habe ich die Lernziele und somit meine Trainingsplanung um ein ganzes Jahr nach hinten verschoben. Das hatte übrigens für mich den Lerneffekt, dass ich das 1 gegen 1 im Champions-League-Format mit unterschiedlichen Regeln als einen 20 minütigen Hauptteil fest in mein Training etabliert habe.


    Entscheidend ist, dass du einen langfristigen Lernplan hast und dich niemals von den Ergebnissen oder Auswertungen vom Punktspielbetrieb davon abbringen lässt.


    Ich bin wirklich schon ein alter Hase, würde mich aber nie trauen ohne eine geschriebenen Trainingsplan ein einzelnes Training durchzuführen. Ich denke, dass Du sehr vieles in deiner Auffassung vom strukturierten Kindertraining richtig machst.

    Damit bist du mehr als 90% der Kinder- u. Jugendtrainer in Deutschland einen weiten Schritt voraus.


    Stimmt ihr beiden euch über die Lernziele ab?

    Dann hättet ihr den Vorteil, falls ein Spätentwickler den Sprung in deine Mannschaft schafft, dass er schon die selben Trainingsschwerpunkte hatte.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

  • Ich habe anfangs recht strukturiert die Trainings aufgebaut und hab das irgendwann gelassen. Gerade bei den Kleinsten kannste planen wie du willst, es kommt sowieso anders: 16 haben sich angemeldet, 12 kommen wirklich, 2 haben dann Bauchweh und 2 hören nach 45 Min auf. Bleiben am Ende 8.

    Somit hab ich irgendwann nur die Schwerpunkte geplant, mir mittags die Rahmengeschichte dazu überlegt und den Rest spontan gemacht.

    Mit den Besten zu siegen kann jeder. Du musst es mit allen können!

  • Vorbereitung fürs Training:


    Als Betreuer beim Fußball:

    Null 😀, da kann ein Blinder genauso gut von Farben reden...


    Als Trainer bei einer Randsportart im Breitensport:

    - DIN A4 Blattsammlung mit Übungsformen für verschiedene Anzahl von Spielern und Schwierigkeitsgraden.

    - Eine "Checkliste" was man so in welchem Alter können sollte, um nicht zu vergessen, dass die Jungs und Mädchen da sind, um was zu lernen und nicht weil sie schon alles können müssen.

    - Mache mir dann so einen groben Plan für 1-2 Monate, so dass das ganze einwenig Struktur hat.

    Ich möchte, dass die Kinder/ Jugendlichen eine Chance haben sich zu verbessern, es nicht langweilig und eintönig wird, aber auch keine Weltmeister aus ihnen machen.


    Aufbauen kann man vorher nicht, da die Halle vorher durch andere belegt ist.

    Aufgebaut wird gemeinsam in Gruppen gem. Blatt/Anweisung oder durch mich, sofern ausreichend freie Flächen zum Aufbau der nächsten Übung vorhanden ist (eher selten).

  • Schon interessant, wie sich auch hier das Spektrum zwischen "minuziös geplant" und "alles kurzfristig im Kopf gemacht" abbildet.


    Ja, auch ich habe immer wieder mit kurzfristigen Absagen zu kämpfen, auch wenn die Eltern inzwischen recht diszipliniert bei den Rückmeldung in der App sind. Ich versuche aber immer meine Übungen so zu planen, dass sie auch mit einem Spieler mehr oder weniger klappt. Zum Beispiel kann man das 5m Tor (mit Torwart) kurzerhand gegen 2 Minitore austauschen, wenn ein Spieler kurzfristig absagt. Oder ich leihe mir geeignete Spieler aus der zweiten Mannschaft aus, falls die Übung keine abweichenden Spielerzahlen zulässt.