Mal was anderes. Und zwar Vereinsorganisation.
Als ich in unserem (Dorf) Verein Trainer geworden bin, hatte ich noch ein ganz anderes Bild vom Verein. Mir waren zwar keine Interna bekannt, aber nach außen wirkte das auf mich wie eine gut geölte Maschine. Dachte als Trainer kümmert man sich um die Mannschaft, ums Training und im die Spiele.
Aber falsch gedacht.
Irgendwie läuft gar nichts, man muss alles selber machen.
Ohne Eigeninitiative passiert gar nichts.
Und als Trainer muss man sich um weit mehr, als um die Belange der Mannschaft kümmern.
Es fängt beim Spartenleiter an. Der macht den Job nur gewungenermaßen weil sich ansonsten niemand für den Posten finden ließ. Und das merkt man. Er kümmert sich um fast nichts. Und das gibt er auch offen zu. Wenn man von seinem Spartenleiter mehr erwarte, möge man sich bitte einen anderen Spartenleiter suchen. Und der Hauptverein hält sich aus allem komplett raus. Trainersitzungen werden viel zu selten abgehalten (vielleicht 3x pro Jahr), ergo kann gar nicht sauber geplant werden.
Dann gibt es natürlich das übliche Problem des Trainermangels. Notgedrungen werden immer wieder Väter und Mütter als Trainer rekrutiert. Kennen sicher die meisten von euch. Meistens wird sich aber viel zu spät gekümmert, so dass den neuen Coaches kaum Zeit bleibt, rechtzeitig know-how für die neue Aufgabe aufzubauen. Immerhin werden die Kosten von Qualifizierungsmaßnahmen und Lizenzen vom Verein getragen. Aber ob betreffende (neu)Trainer sich qualifizieren oder nicht und welche Qualität das Training aufweist, wird in keinster Weise geprüft. Das sieht vermutlich nieman als seine Aufgabe und man hat vermutlich ohnehin Angst, Trainer durch zu kritische Beobachtung zu verlieren.
Immerhin: Jetzt wollen wir eine regelmäßige Trainer-interne Sitzung einberufen, in der es ausschließlich um Austausch zu Trainingsinhalten gehen soll. Also quasi gegenseitige Schulung. Natürlich wieder nur auf Eigeninitiative der Trainer hin.
Bis vor Kurzem hatten wir einen richtig guten Trainer im Verein, der den Posten des Jugendwarts übernommen hatte. Viel Erfahrung, viel Know How, hat zeitweise bei einem NLZ gearbeitet, sehr organisiert, kommunikativ, bzw. kann gut mit Menschen umgehen (sowohl mit den Kindern, als auch mit Erwachsenen). Und nicht zuletzt vor allem sehr sehr engagiert und wollte viele Verbesserungen umsetzen. Aber...das ist leider alles durch Stillstand oder gar ablehnende Haltung seitens Vereinsführung im Sande verlaufen. Die Konsequenz war dann, dass dieser Trainer sich dann lieber woanders beworben hat, wo die Arbeit vermutlich mehr Früchte trägt.
Dazu das ewige Geldproblem. Kein Geld für Irgendwas. Viele Trainer beschaffen Materialien auf eigene Kosten. Wenn das über den Verein läuft, dauert es ewig und man muss ständig nachfrage. Ohne Nachfragen verläuft es im Sande. Oder man bekommt gleich gesagt, dass dafür kein Geld ist. Diese Hallensaison gab das Budget nur ein Hallenturnier (Startgeld) pro Mannschaft her.
Dabei sind die Monatsbeiträge für den Verein lächerlich gering. 5€ plus 3€ Spartenzuschlag pro Monat. Jeder Handyvertrag ist teurer, jeder Streamingdienst, Fitnessstudios sowieso, etc. Ich hatte schon mal vorgeschlagen, den Beitrag mal zu erhöhen, aber da wurde direkt abgewunken.
Letztlich wird die Sparte nur durch Engagement einzelner (damit meine ich nicht nur die Trainer. Gibt noch weitere, die ihre Wochenenden unentgeldlich und ohne dass sie Kinder im Verein haben, dem Verein widmen) zusammengehalten. Und gedankt wird's denen natürlich auch nicht (naja stimmt nicht...die Schachtel Merci-Schokolade zum Saisonende gibt es schon noch). Da brauchen jetzt nur mal zwei drei wichtige Personen die Flinte ins Korn werfen und das Kartenhaus bricht zusammen.
Naja klar...so kleine Dorfvereine haben wohl häufig solche oder ähnliche Probleme, wo die Beteiligten ihre Arbeit quasi unentgeldlich machen. Aber das kann es doch irgendwie nicht sein.