Beiträge von -Nils-

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    Mich interessiert eure Meinung zu folgendem Sachverhalt:


    Ein Kind ist trainingsfaul, kommt oft* unabgemeldet gar nicht und wenn es dabei ist, bewegt es sich kaum und nimmt am Training nur bis zu einer sehr niedrigen Anstrengungsgrenze teil.


    Da bei uns die anderen Kinder regelmäßig im Training sind und sich auch mehr anstrengen, bekommen sie mehr Spielzeit. Alle Kinder im Kader am Spieltag bekommen selbstverständlich einen Anteil Spielzeit und auch nicht zu wenig (m.M.n.), so auch das Kind, um das es geht.


    Nun ruft mich seine Mutter zum zweiten mal in kurzer Zeit an und schilderte die Enttäuschung des Kinds, dass es nicht so viel gespielt hat wie die anderen Kinder. Ich schilderte die Trainingssituation und die Rechtfertigung auch vor den anderen Kindern und Eltern, wer wann und wieviel spielt. Ich sagte auch, dass sich das Kind im Training anbieten kann und zeigen kann, dass es einen Platz in der "Startelf" verdient hat.


    Die Mutter entgegnete, dass es für ihn eher eine Motivation sei, das Kind spielen zu lassen, dann würde es sich im Training auch wieder mehr anstrengen. Daran habe ich meine Zweifel. Das Kind ist nicht willens, über eine gewisse Anstrengungsgrenze hinauszugehen. Diese liegt sehr niedrig.


    "Andere Kinder würden nicht ausgewechselt oder nur einmal, ihres aber zwei mal." Ich entgegnete, wenn das Kind nur steht und nach zwei Sprints nicht mehr kann, dann muss ich es wieder herausnehmen. Ich habe auch eine Rechtfertigungspflicht gegenüber den Spielern und der Mannschaft, wieso ein Kind unbeweglich im Sturm verharrt, während alle anderen für es laufen sollen.


    Nun bin ich gern sehr diplomatisch, aber ohne im Endeffekt meine Agenda nicht durchzusetzen. Doch hier komme ich an meine Grenze. Ich würde gern der Mutter die Wahrheit ins Gesicht sagen, dass ihr Kind arg übergewichtig ist, sich nicht gern bewegt, schon gar nicht anstrengt.


    Andere Kinder auslacht, wenn sie einen Fehler machen. Es dann selbst aber nicht besser macht (z.B. Strafstoß schießen) und dann aber alle möglichen Ausreden parat hat.


    Es nicht mal schafft, trotz der körperlichen Masse die Arme nicht zu benutzen, um einen Gegner abzudrängen, aber ansonsten überall ein großes Maul hat.


    Jede Entscheidung der Trainer, jedes Ereignis auf dem Platz zu kommentieren. Bei Ansprachen, z.B. Kaderplanung durch die beiden Trainer ebenfalls direkt einen Kommentar abzugeben, auf welcher Position es gern spielen will es spielen wird und natürlich in der 1. Mannschaft, nicht in der 2. Mannschaft.


    Ich gebe bei Kindern, die mich fragen, ob sie ins Tor dürfen etc. gern eine kurze Antwort, wenn mir die Diskussion gerade nicht passt, wie "das muss ich noch mit dem Co-Trainer besprechen" oder "oh, da wollte ich aber gern XY heute aufstellen". Doch bei seinen Kommentaren schwillt mir der Hals.


    Das beste war, nach dem ersten Telefonat mit seiner Mutter (montags) habe ich gesagt: Gut, ich kümmere mich intensiv um ihn und schaue, dass er sich ein wenig anstrengt im Training, obwohl ich noch 19 andere Kinder habe, die sich GERN bewegen und STÄNDIG dazulernen und sich ENTWICKELN, aber mir auch seine Entwicklung am Herzen liegt und ich mich freue, ihn dann wieder auf die Spur zu bringen. Ende vom Lied: Er kam am Dienstag nicht ins Training (ohne Abmeldung). Und dann so ein weiterer Anruf am Sonntag.




    * im Monat bei acht Trainings etwa drei mal

    Wenn der Antrag auf Verlegung also nur den Hintergrund hat, dass die besten Spieler für das Spiel zur Verfügung stehen sollen, dann verstehe ich, wenn die Gegenseite der Verlegung nicht zustimmt.

    Das finde ich auch.

    Sollen wir uns verbiegen und alles mögliche versuchen, damit wir in 5-6 Wochen einen Termin finden, an dem es dem Gegner dann endlich mal behagt, bei uns anzutreten?

    Gerade nicht. Ich finde es eben schade, dass es solche Trainer gibt, die auf Biegen und Brechen nur mit den besten Spielern spielen wollen, statt die "Gelegenheit" zu nutzen, um den schwächeren Spielern mal deutlich mehr Spielzeit gewähren zu können. Leider spielt wohl das Ergebnis eine größere Rolle als die Einsatzzeiten aller seiner Spieler.

    Ihr seid ja eher die Leidtragenden in einem solchen Dilemma, verursacht vom Gegner.

    Ich würde dem nicht zustimmen. Solange der Gegner spielfähig ist, würde ich meinen Jungs nicht die Chance auf ein Spiel nehmen wollen.

    Das sehe ich auch so. Wenn die eigenen Nachteile bedeutend sind, und das sind sie meiner Meinung nach (Spieler muss späte operiert werden), dann tritt der Wettbewerbscharakter noch ein Stück in den Hintergrund. Spiel austragen!

    zu unserem Nachteil zuzustimmen

    Welcher Nachteil wäre das konkret? Im Mai bei schönerem Wetter zu spielen? Coronafälle halte ich angesichts der sehr ansteckenden Variante für nicht so unwahrscheinlich. Wenn sie natürlich nächste Woche wieder kicken können, dann gibt es Grund zur Argwohn. Ist es der gleiche Verein?

    na sag ich ja: selber schuld... auch beim Fußball könnte ja der SR etwas eher kommen und sich gemeinsam mit dem Trainer jedes Kind zeigen lassen. Es stellen sich alle auf, der SR ruft auf, der Spieler meldet sich und wird geprüft. Wer fertig ist, geht sich weiter einspielen und wer am Ende noch da steht hat keinen Pass...

    So wurde es ja jahrzehntelang gemacht und nun digitalisiert. Wobei der Schiedsrichter immer noch in der Lage ist, die Angaben im DFBnet persönlich und direkt zu überprüfen.

    Das ist meiner Auffassung nach Sache des Schiedsrichters. Wenn mir Unstimmigkeiten auffallen, könnte ich ja den Schiedsrichter darauf ansprechen.

    Ich kenne von Trainerkollegen solche Fälle, in denen bestimmte kulturell inspirierte Vereine mit fadenscheinigen Begründungen ältere Kinder bei jüngeren Jahrgängen spielen lassen und die Staffelleiter dies - aus welchen Gründen auch immer - dann genehmigen, obwohl offensichtlich eine solch heftige Retardierung, die eine Rückversetzung rechtfertigen würde, vollständig ausgeschlossen werden kann.

    Warum bekommen Schiedrichter kein Tablet um Foto und Namen plus Geburtstag zu kontrollieren ?

    bekommen sie.


    Momentan sind die Vereine doch die Deppen die teilweise ihre Spieler online einstellen und nicht wie so manch andere bei jedem Spieler ein kA. setzen ...

    Das ist ja nur für den öffentlichen Bereich auf fussball.de maßgeblich. das kA. hat schlicht rechtliche Gründe. Jeder Verein kann über das DFBnet einsehen, wie die gegnerische Mannschaft aufgestellt war.


    Ob natürlich Malte und Sören auch diejenigen waren, der nachher gespielt haben, sollte natürlich visuell geprüft werden. Das ist Aufgabe des Schiedsrichters. Die Möglichkeit dazu hat er jedenfalls.

    Geht es da um freundschaftliche enge Beziehung oder um eine Liebesbeziehung?

    Wenn es um eine Liebesbeziehung geht, würde ich mich da komplett raushalten. Das geht mich nichts an und hat nichts mit dem Fußball zu tun. Sollte das Team darunter leiden in irgend einer Form, kommen wir wieder zum gleichen Prozedere wie bei Grüppchenbildungen.

    aber sobald man eine Minute auf einem anderen Spielfeld war wurde diskutiert, geschubst, kein Fußball mehr gespielt sondern rumgealbert usw.

    Aus diesem Grunde hatte ich nach drei Wochen das Training von einer Stunde auf 1:15 Stunden erhöht. So war genügend Zeit, die Albernheiten der kleinen Kinder geduldig zuzulassen. Die Aufmerksamkeitsspanne ist einfach deutlich geringer und der Beginn und das Ende des Trainings wollen ja irgendwie gemeistert werden. Immer Geschichten parat haben, Rollenspiele. Lass die Kinder spielen und toben, fußballerische Ausbildung ist da noch nicht so arg gefordert.

    Ansonsten Eltern mit einbinden, die an einer Station Aufpasser sind.

    Was sagst du, wenn ein Spieler zu dir kommt und dir berichtet, dass er dort hin gehen kann und er jetzt dein Rat haben möchte

    "Ich halte dich für sehr talentiert, du hast eine enorme Entwicklung genommen und die Einladung ist in meinen Augen folgerichtig. Zeig´, was du kannst und ich wünsche dir viel Erfolg." Was soll man auch tun.

    Dann kommt bald der größere Verein auf ihn zu und meldet abschließend eine dritte D-Jugend an, während wir dann schauen können, ob wir überhaupt eine einzige D zusammen kriegen. Aber was soll´s, Hauptsache, wir werden in den nächsten fünfzehn Jahren nochmals Weltmeister.

    Reden wir vom gleichen DFB, der sich immer weiter vom Amateurfußball entfernt? Diese Obrigkeitshörigkeit muss aufhören.
    Und boykottieren tue ich nichts. Ich entscheide nicht, ob ein Kind da hingeht oder nicht, ich informiere die Eltern über die Termine und melde ggf. an. Aber ich dränge niemanden dazu und empfehle es schon gar nicht.

    Diese Woche war jetzt aber ein Kind beide Trainings nicht da (Absagengründe: „Geburtstag der Eltern“, und „Termin“)

    Das ist bei mir völlig gang und gäbe. Aber es kommt jetzt nicht so oft vor, vorallem nicht bei ein und demselben Kind. Ich mache da kaum Unterschiede, was Spielzeit und Trainingszeit angeht. Jeder darf spielen, jeder darf trainieren.

    Unsere Devise ist normal: Wer ins Training kommt, spielt auch.

    Bei mir ist die Devise, wer mitkommt, spielt auch. Mit dieser Devise würde ich mir selbst keinen Gefallen tun, denn es kommt oft vor, dass ein Kind dann doch krank ist und ich wieder das zuvor ausgeladene mitnehmen muss.

    Falls daheim lassen mit den Eltern kommunizieren?

    Wenn, dann natürlich offen und ehrlich kommunizieren.

    Ich bin aber nicht sicher, ob sie weiter Spaß haben, wenn sie in einem anderen Verein sind.

    Ok, Spaß gibt es also nur in deinem Verein, mit dir als Trainer.


    die guten Spieler an den Stützpunkt zu bringen, wo die Geier nur darauf warten, uns die Spieler zu nehmen

    Ok, nach dieser Aussage bin ich raus.

    So war es nicht gemeint. Die Spieler werden vielleicht nicht mehr so oft eingesetzt, sondern sitzen auf der Bank.

    Zum zweiten Teil. Es ist ja schön, dass bei euch Jungs und Mädchen in enormer Anzahl Fußball spielen wollen, aber wenn du bei uns zwei Spieler weglotst, dann kannst du ein Team abmelden. Ist es jetzt verständlich?

    Warum sollen sie keinen Spaß mehr haben, nur weil sie montags zusätzlich trainieren

    Natürlich haben sie weiterhin Spaß. Ich bin aber nicht sicher, ob sie weiter Spaß haben, wenn sie in einem anderen Verein sind. Ich glaube, hier wird meine regionale Besonderheit (ländliche Gegend) nicht berücksichtigt.

    Höherklassige Vereine/NLZ holen nicht direkt jeden Spieler aus dem Stützpunkt.

    Da habe ich andere Erfahrung gemacht.

    Ja ich bilde für mein Verein aus, weswegen ich versuche so gute Arbeit zu leisten, wie es geht und durch eine gute allumfassende Arbeit, die entsprechenden Spieler Argumente zu geben, in meinem Verein zu bleiben. Aber die besten der besten, werde ich nie halten können.

    Die besten der Besten gehen auch ohne aktive Unterstützung meinerseits. Ich konterkariere aber Teile meines "Auftrags", wenn ich es aktiv betreibe, die guten Spieler an den Stützpunkt zu bringen, wo die Geier nur darauf warten, uns die Spieler zu nehmen.

    Tatsächlicher Grund war, dass der Sohn eines Vorstandsmitgliedes gern die Mannschaft haben wollte.

    Solche Sachverhalte machen mir immer wieder klar, wie unterschiedlich die Vereine so sind und welche komplett differenzierten Sichtweisen hier für das eine oder andere Forumsmitglied zu bemerken sind. Bei uns sind alle froh, wenn jede Altersklasse irgendeinen Trainer hat.