Mich interessiert eure Meinung zu folgendem Sachverhalt:
Ein Kind ist trainingsfaul, kommt oft* unabgemeldet gar nicht und wenn es dabei ist, bewegt es sich kaum und nimmt am Training nur bis zu einer sehr niedrigen Anstrengungsgrenze teil.
Da bei uns die anderen Kinder regelmäßig im Training sind und sich auch mehr anstrengen, bekommen sie mehr Spielzeit. Alle Kinder im Kader am Spieltag bekommen selbstverständlich einen Anteil Spielzeit und auch nicht zu wenig (m.M.n.), so auch das Kind, um das es geht.
Nun ruft mich seine Mutter zum zweiten mal in kurzer Zeit an und schilderte die Enttäuschung des Kinds, dass es nicht so viel gespielt hat wie die anderen Kinder. Ich schilderte die Trainingssituation und die Rechtfertigung auch vor den anderen Kindern und Eltern, wer wann und wieviel spielt. Ich sagte auch, dass sich das Kind im Training anbieten kann und zeigen kann, dass es einen Platz in der "Startelf" verdient hat.
Die Mutter entgegnete, dass es für ihn eher eine Motivation sei, das Kind spielen zu lassen, dann würde es sich im Training auch wieder mehr anstrengen. Daran habe ich meine Zweifel. Das Kind ist nicht willens, über eine gewisse Anstrengungsgrenze hinauszugehen. Diese liegt sehr niedrig.
"Andere Kinder würden nicht ausgewechselt oder nur einmal, ihres aber zwei mal." Ich entgegnete, wenn das Kind nur steht und nach zwei Sprints nicht mehr kann, dann muss ich es wieder herausnehmen. Ich habe auch eine Rechtfertigungspflicht gegenüber den Spielern und der Mannschaft, wieso ein Kind unbeweglich im Sturm verharrt, während alle anderen für es laufen sollen.
Nun bin ich gern sehr diplomatisch, aber ohne im Endeffekt meine Agenda nicht durchzusetzen. Doch hier komme ich an meine Grenze. Ich würde gern der Mutter die Wahrheit ins Gesicht sagen, dass ihr Kind arg übergewichtig ist, sich nicht gern bewegt, schon gar nicht anstrengt.
Andere Kinder auslacht, wenn sie einen Fehler machen. Es dann selbst aber nicht besser macht (z.B. Strafstoß schießen) und dann aber alle möglichen Ausreden parat hat.
Es nicht mal schafft, trotz der körperlichen Masse die Arme nicht zu benutzen, um einen Gegner abzudrängen, aber ansonsten überall ein großes Maul hat.
Jede Entscheidung der Trainer, jedes Ereignis auf dem Platz zu kommentieren. Bei Ansprachen, z.B. Kaderplanung durch die beiden Trainer ebenfalls direkt einen Kommentar abzugeben, auf welcher Position es gern spielen will es spielen wird und natürlich in der 1. Mannschaft, nicht in der 2. Mannschaft.
Ich gebe bei Kindern, die mich fragen, ob sie ins Tor dürfen etc. gern eine kurze Antwort, wenn mir die Diskussion gerade nicht passt, wie "das muss ich noch mit dem Co-Trainer besprechen" oder "oh, da wollte ich aber gern XY heute aufstellen". Doch bei seinen Kommentaren schwillt mir der Hals.
Das beste war, nach dem ersten Telefonat mit seiner Mutter (montags) habe ich gesagt: Gut, ich kümmere mich intensiv um ihn und schaue, dass er sich ein wenig anstrengt im Training, obwohl ich noch 19 andere Kinder habe, die sich GERN bewegen und STÄNDIG dazulernen und sich ENTWICKELN, aber mir auch seine Entwicklung am Herzen liegt und ich mich freue, ihn dann wieder auf die Spur zu bringen. Ende vom Lied: Er kam am Dienstag nicht ins Training (ohne Abmeldung). Und dann so ein weiterer Anruf am Sonntag.
* im Monat bei acht Trainings etwa drei mal
