Ich bleibe hier, wenn ich das hier auch im Frustabbau-Thread schreiben könnte. Die Kinder haben heute mehr Wettkampf als früher - sie haben sogar mehr Spielzeit als früher. Und ich belege meine Aussagen auch:
- früher gab es (in vielen Kreisen) keine G-Jugend Wettbewerbe: heute wird 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 gespielt - meistens 7 Spiele (Wettkämpfe) a 7 min. -> 49 min. Wettkampf gegen meist ca. 2-4 Teams in 7 Spielen
- früher wurde in der F-Jugend 7 gegen 7 2x 20 min. gespielt (Gesamtspielzeit: 40 min.) -> heute (wer Minifußball spielt) 3 gegen 3 (7x 7 min. -> 49 min.); oder beim 5 gegen 5 z.B. 6x 10 min. (Gesamtspieldauer: 60 min.) und ich habe nicht einen Wettkampf, sondern 6 an einem Tag
- selbst im ersten E-Jugend-Jahr stehen den 60 min. im Minifußball nur 50 min. (2x 25 min.) und nur ein Wettkampf im 7 gegen 7 gegenüber.
Auch in der D-A-Jugend gibt es heute für die Nachwuchsspieler meistens mehr Wettkämpfe als früher. Es gibt v.a. von der Qualität her mehr hochwertige Spiele (Wettkämpfe) als früher. Ich komme aus Stuttgart, deshalb hier meine Beispiele:
- die Weltmeister 1990 G. Buchwald und J. Klinsmann spielten in BaWü in der A-Jugend noch in einer zweigleisigen Verbandsliga. Eine Staffel gewann immer der VFB Stuttgart oder die Stuttgarter Kickers - es kam auf 2 Spiele in der Saison an, wer Meister wurde. Die anderen Spiele waren Selbstläufer. Und auch die andere Staffel gewannen 2-3 Teams jedes Jahr. Der Sieger aus dem Finale (meistens ein Stuttgarter Verein) nahm dann an der Deutschen Meisterschaft teil.
- ein Europameister 1996 F. Bobic (1990 DFB-Jugend-kicker-Pokalsieger) spielte noch keine Regionalliga in der A-Jugend (wurde erst 1997 eingeführt)
Früher gab es keine Halbjahresgespräche und auch keine Kader mit so vielen Spielern (die meisten Vereine hatten noch eine U18 - und auch dort spielten spätere ChampionsLeague-Sieger). Der Wettbewerb und Druck hat zu- und nicht abgenommen - noch dazu kommen Spieler aus größerer Entfernung (Stichwort: Internat). Ein internationales Turnier ist für die Spieler heute ab der C-Jugend etwas völlig normales - früher war das noch etwas besonderes.
Mir stellt sich da die Frage, ob es nicht zuviel ist. Ob es nicht auch ein Punkt zu der Aussage von N. Elgert ist: "Heutzutage wollen alle etwas sein. Niemand will mehr etwas werden." Ich werde heute schon in der C-Jugend mit Bus zum Spiel gegen Chelsea gefahren - welche Ziele habe ich da noch für die Zukunft?
Der deutsche Fußball hat genügend Talente - Talent allein reicht allerdings nicht (Wille, Leidenschaft, Demut, Disziplin u.a. gehören auch dazu)