Man kann natürlich alles ins Lächerliche ziehen.
Oder der Realität ins Auge sehen. Wie selektieren die "Leistungsvereine" heute bei einer U9? Welche Talentkriterien werden da herangezogen?
Man kann natürlich alles ins Lächerliche ziehen.
Oder der Realität ins Auge sehen. Wie selektieren die "Leistungsvereine" heute bei einer U9? Welche Talentkriterien werden da herangezogen?
Basti81 : Danke für deinen Beitrag - er hat mich neugierig gemacht
und ich bin überrascht, was ich gesehen habe.
1. FC Gievenbeck: 3x A-Jugend; 4x B; 4x C; 5x D; 5x E; 5x F
SpVgg Vreden: 2x A; 3x B; 3x C; 4x D; 5x E; 5x F
FC Eintracht Rheine: 2x A; 3x B; 3x C; 4x D; 4x E; 3x F
In Westfalen sieht das teilweise sehr gut aus - auch wenn ich mir die Mannschaftsstatistik ansehe (bin mir nur nicht sicher, ob beim großen Plus im unteren Bereich schon die neuen Spielformen wirken und die Mannschaftsgrößen evtl. kleiner wurden. A und B-Jugend hat ein geringes Minus).
Was machen die Vereine besser und anders als die anderen? Haben die alle so eine gute Infrastruktur? Gibt es noch mehr von diesen positiven Beispielen?
Die niederländische Nationalmannschaft hat 2022 zum "Nationalen Tag des Fußball" in den Trikots ihrer Jugendvereine trainiert (siehe fumsmagazin.de).
fussball.de hat die Heimatvereine der U17 veröffentlicht.
Wenn ich allerdings das lese:
"Die relativ hohe Stabilität der motorischen Fähigkeiten ab dem Grundschulalter zeigt nachdrücklich, dass bereits in der Kindheit die Grundlagen geschaffen werden, die die weitere motorische Entwicklung bis ins Erwachsenenalter mitbestimmen. In Anlehnung an
die Studienergebnisse sollen nachfolgend einige praktische Ansatzpunkte zur Förderung der motorischen Entwicklung vorgestellt werden:
Als die wichtigste Instanz der Bewegungssozialisation in der Kindheit hat sich auch in der vorliegenden Studie die Familie bestätigt: Die Anregungen, die in der Familie zur Erweiterung des elementaren Bewegungsrepertoires und sportmotorischer Kompetenzen
gegeben werden, üben sogar noch weit über die Kindheit hinaus einen essentiellen Einfluss auf die motorische Leistungsfähigkeit und auch die sportliche Aktivität aus. Deshalb stellt ein Elternhaus, in dem Bewegung und sportliche Aktivität ein zentrales Familienthema darstellt und das die Bewegungsaktivitäten der Kinder fördert und unterstützt, die Grundlage für eine erfolgreiche motorische Entwicklung dar. Nicht unterschätzt werden darf auch der Einfluss des Modelllernens: Sportlich aktive Eltern, die auch gemeinsam mit ihren Kindern Sport treiben, können das Interesse und die Motivation zum Sport ihrer Kindern positiv beeinflussen. Zudem scheint die Familie als erste und nachdrücklichste Instanz der Bewegungssozialisation auch den Einfluss weiterer Instanzen der Bewegungssozialisation z.B. im Sportverein, im Schulsportunterricht oder im Freundeskreis zu prägen."
D.h. man könnte Familienmitgliedschaften in den Vereinen bezuschussen, weil deren Einfluss auf eine spätere Sportkarriere (ob Profi oder nicht) viel entscheidender ist als der Sportverein oder Trainer.
Als Verein könnte man auch Kinder in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit einer späteren Sportkarriere selektieren (z.B. bei Wartelisten): Bist du am Anfang eines Jahres geboren? (RAE); Treiben deine Eltern Sport? Wie sind die motorischen Fähigkeiten? .... - man muss ja die Wahrscheinlichkeit für spätere Zahlungen erhöhen ![]()
Fantomas : in der U19 und U17 gibt es mehr Anreize für die B/C-Teams.
"Jedes Jahr nehmen garantiert mehr Amateurvereine am höchsten Wettbewerb teil als bisher, nämlich bis zu elf ab 2024/2025 statt durchschnittlich 5,5 wie in den Spielzeiten 2014/2015 bis 2019/2020. ...
Der "starke" Jahrgang der Amateurvereine wird unmittelbar schon während der Saison mit der Teilnahme an der DFB-Nachwuchsliga belohnt und nicht mehr der Folgejahrgang."
Quelle: dfb.de
Somit zieht das Argument "nur" für die U16. Für U17 und U19 können sich mehr zeigen.
Der Kleinfeldkoordinator ist für mich auch schon eine Art 'Entwicklungshilfeminister' oder 'Kinderfußballleiter', der nicht nur darum bemüht ist, den typischen Spielbetrieb für die Altersklasse zu betreuen, sondern auch weiter denkt, sich mit anderen Kreisen abstimmt und austauscht und im eigenen Kreis dann auch mal Dinge probiert.
Immer alles von oben herab auszuentwickeln, auszudefinieren, auszudiskutieren, zu verabschieden und dann auf alle Vereine auszurollen, das ist einfach ein viel zu zäher Prozess. Und du sagst ja selbst, die neuen Spielformen bieten sehr viel Flexibilität (und die Überzeugung habe ich ja auch). Engagierte Vereine profitieren dann halt, weil sie sich an solchen Dingen beteiligen (das ist dann quasi ihre Ausbildungsentschädigung - s. anderer Thread). Vereine die nicht dazu bereit sind, machen es halt nicht, werden aber auch zu nichts gezwungen.
Ich nehme es mal hier mit rein ![]()
Hamburg hat übrigens auch hauptamtliche Staffelleiter ![]()
Ich nannte mich zwar "freies Atom" oder "Pippi Langstrumpf", aber ich habe genau das die letzten Jahre gemacht (ehrenamtlich).
Zu bedenken gebe ich:
- wird da jemand vom Verband bezahlt, kommt er auch vom Verband und muss mit dem "alles von oben herab" leben - das muss/musste ich auch und ich kam als "Verbandskritiker" zu der Aufgabe
- "werden aber zu nichts gezwungen" ist durch. Ab 2024/25 gibt es nur noch die neuen Spielformen von Seiten des Verbandes. Ich hatte 5 Jahre Freiwilligkeit, aber ab nächster Saison ist es für alle verpflichtend.
- bei uns im Kreis sind das ca. 30 Festivals pro Wochenende nur für die F-Jugend - d.h. die Vereine müssen das schon selbst durchführen. Die Person könnte sich zwar einige Festivals ansehen, aber überall würde sie nicht hinkommen.
- Material zum Ausleihen: wir haben mobile Tore, Torabhängungen und Bälle gekauft und zur Verfügung gestellt. Im Pilotbetrieb ist das möglich, im Echtbetrieb nicht (sind zu viele Festivals).
Ob ich mich auf die Stelle bewerben würde? Ich tendiere eher zu "nein" (ja, ich mache es heute, habe aber auch eine Exitstrategie
)
"Noch spannender scheint aber die Personalie .... Der war einst mit neun Jahren bei einem BVB-Fußballcamp entdeckt worden, zaubert sich seit mehr als acht Jahren durch die BVB-Jugend, ist mittlerweile in der U19 angekommen. Bald könnte seine große Stunde schlagen."
Er saß am Freitag bereits auf der Bank.
1990 entscheidet die FIFA, das Tragen von Schienbeinschonern zur Pflicht zu machen.
Ich hatte auch Zeiten in denen ich keine Schienbeinschützer getragen habe und trug sie im Training nie. Und ja, ich habe schon 2 Schien- und Wadenbeinbrüche live auf dem Spielfeld erlebt - beide Male mit Schienbeinschützern (1x Mitspieler und 1x Jugendlicher).
Ich kann auch verstehen, dass man den Knöchelschutz nicht möchte - und er ist auch nicht vorgeschrieben.
Die gesetzliche Unfallversicherung sieht das nicht gerne - Versicherungsschutz besteht aber anscheinend weiterhin (Quelle und Beispiel VfB Stuttgart (2016))
"𝐏𝐚𝐫𝐞𝐧𝐭𝐬 𝐭𝐨𝐝𝐚𝐲 𝐩𝐚𝐲 𝐟𝐨𝐫 𝟏𝐭𝐨𝟏 𝐭𝐫𝐚𝐢𝐧𝐢𝐧𝐠, 𝐬𝐡𝐨𝐮𝐭 𝐭𝐡𝐞𝐢𝐫 𝐤𝐢𝐝𝐬 𝐭𝐡𝐫𝐨𝐮𝐠𝐡 𝐠𝐚𝐦𝐞𝐬, 𝐭𝐡𝐞𝐲 𝐠𝐢𝐯𝐞 𝐭𝐡𝐞𝐢𝐫 𝐩𝐫𝐞- 𝐚𝐧𝐝 𝐩𝐨𝐬𝐭-𝐠𝐚𝐦𝐞 𝐚𝐧𝐚𝐥𝐲𝐬𝐢𝐬. 𝐘𝐨𝐮 𝐜𝐚𝐧'𝐭 𝐦𝐚𝐤𝐞 𝐚 𝐤𝐢𝐝 𝐥𝐨𝐯𝐞 𝐟𝐨𝐨𝐭𝐛𝐚𝐥𝐥. 𝐏𝐚𝐲𝐢𝐧𝐠 𝐭𝐨 𝐠𝐞𝐭 𝐲𝐨𝐮𝐫 𝐤𝐢𝐝 𝐭𝐨 𝐭𝐫𝐚𝐢𝐧 𝐞𝐱𝐭𝐫𝐚 𝐢𝐬 𝐚 𝐩𝐫𝐨𝐛𝐥𝐞𝐦 𝐢𝐟 𝐢𝐭 𝐢𝐬 𝐭𝐡𝐞 𝐨𝐧𝐥𝐲 𝐭𝐢𝐦𝐞 𝐭𝐡𝐞𝐲 𝐝𝐨 𝐞𝐱𝐭𝐫𝐚𝐬. 𝐘𝐨𝐮 𝐜𝐚𝐧'𝐭 𝐥𝐨𝐯𝐞 𝐭𝐡𝐞 𝐠𝐚𝐦𝐞 𝐟𝐨𝐫 𝐭𝐡𝐞 𝐤𝐢𝐝 𝐨𝐫 𝐦𝐚𝐤𝐞 𝐭𝐡𝐞𝐦 𝐥𝐨𝐯𝐞 𝐢𝐭. 𝐓𝐡𝐞 𝐝𝐞𝐬𝐢𝐫𝐞, 𝐭𝐡𝐞 𝐝𝐫𝐢𝐯𝐞 𝐡𝐚𝐬 𝐭𝐨 𝐜𝐨𝐦𝐞 𝐟𝐫𝐨𝐦 𝐰𝐢𝐭𝐡𝐢𝐧. 𝐖𝐢𝐭𝐡𝐨𝐮𝐭 𝐢𝐭, 𝐟𝐨𝐫𝐠𝐞𝐭 𝐚𝐛𝐨𝐮𝐭 𝐢𝐭, 𝐧𝐨 𝐜𝐡𝐚𝐧𝐜𝐞"
Rene Maric wird Nachfolger von Michael Hartmann - U19 FC Bayern München
"Wir haben uns seit gestern mit allen Beteiligten intensiv über die aktuelle Situation in unserer U19 ausgetauscht und mit Michael Hartmann ausführliche Gespräche geführt. Am Ende haben wir entschieden, dass wir uns aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die weitere Ausbildungsphilosophie von Michael trennen werden."
Halil Altintop
"Die Verantwortlichen setzten vielmehr auf Konstanz und lediglich punktuelle Veränderungen im Trainer und Staff-Team."
Quelle:
FC Bayern bei der Verpflichtung von Michael Hartmann 2022
Wer ändert da seine Ausbildungsphilosophie innerhalb von 2 Jahren? Der Trainer oder der Verein? Oder haben die sich vorher darüber nicht unterhalten?
warum dann die Krücke über den Verein. Wieso setzt du dann nicht zusätzlich auf 'offene Spielnachmittage', wo einfach Kinder hinkommen können, sie werden zu kleinen Teams eingeteilt und spielen dann auf den Feldern, wo vorher noch ein Spielnachmittag mit Vereinsteams stattfand.
Der Verein hat den (Fußball)Platz. Und bei uns im Verein wird das gemacht: nennt sich Fußball 3 Bolz und findet Montags statt.
Wenn sie vielleicht nur einmal pro Woche in einer Art Trainingsumfeld einfach nur spielen wollen.
Das machen wir bei den Alten Herren (AH) im Verein.
Dafür braucht es dann auch keinen Spielerpass und ggf. auch keine Mitgliedschaft, sondern meinetwegen eine Art Kursgebühr.
Das macht der FC Augsburg mit seinen Spieltagscamps und seinem Fördertraining (siehe hier).
Also sind Kinder, die sich nur auf einen Sport konzentrieren, automatisch schlechter integriert (wobei eigentlich?) und motorisch nicht so gut entwickelt, wie Kinder, die mehrere Sportarten machen??
Das habe ich nicht geschrieben.
Dass die Kids motorischer und körperlicher Hinsicht aus vielen Sportarten profitieren ist völlig klar
Oder Thomas Krücken - ehemals VfB Stuttgart:
"Wir wollen wegkommen von einer zu frühen Spezialisierung der Kinder und hin zu einer breiten motorischen Ausbildung. Prof. Dr. Arne Güllich von der TU Kaiserslautern hat in mehreren Studien nachgewiesen, dass international erfolgreiche Spitzensportler in jungen Jahren meistens verschiedene Sportarten ausprobiert haben, um auf diese Weise vielfältige motorische Erfahrungen zu sammeln und die Sportart zu finden, die am besten zu ihnen passt. Kernsportart bleibt bei uns selbstverständlich der Fußball, bis zur U13 sind bei uns aber auch Sportarten wie Basketball, Judo und Turnen fix im Ausbildungsplan verankert."
Und wenn ich Fußball und Basketball spiele, dann habe ich schon zwei Gruppen in denen ich soziale Prozesse lernen kann.
Wofür mehr bringt? Ernstgemeinte Frage.
Für die motorische Entwicklung und soziale Integration.
Kinder haben Bewegungsdrang und wollen gefordert und gefördert werden.
Gerade in diesem Alter profitieren die Kids extrem von 2 bis 3 Trainingseinheiten. Sowohl technisch,motorisch und sozial in der Gruppe.
Unterschreibe ich sofort. Die Frage ist, ob bis zum Alter von 12 Jahren eine Spezialisierung auf eine Sportart oder auf mehrere Sportarten (multisportiv) den Kindern mehr bringt. Das wäre ein eigener Thread.
Ich denke, wir sind eben einfach total verschieden, was das betrifft.
Glaube ich nicht, wenn ich lese, dass deine Kinder neben Fußball noch Tennis haben. Dann kommen die auf 5 Trainingseinheiten (2-3x Fußball und wahrscheinlich 2x Tennis, wenn du dort genauso denkst wie beim Fußball). Und auch ich habe lieber 14 gleich starke Kinder als 2 die abfallen und für die ich mir immer extra Übungen einfallen lassen muss (?!?) - ganz egal, ob die nun wegen weiteren Terminen so schwach sind (dann habe ich das "Problem" zumindest nicht jedes Training) oder aus sonstigen Gründen.
Ich verstehe absolut nicht, warum hier immer geschrieben wird, dass diese Kids benachteiligt werden oder nicht an Wettkämpfen teilnehmen sollen... das wird mit keiner Silbe erwähnt und das ist auch nicht die Intention dieses Threats...
Das kuriose ist, dass die Eltern die Kids zu den Spieltagen anmelden, obwohl diese kaum Impact auf das Spielgeschehen haben. Das ist dann so, als spielen wir mit einem Mann weniger. Die anderen Kids sind dann auch dementsprechend genervt und gefrustet.
Das könnte für mich die Erklärung sein.
Ich störe mich daran:
sondern dass die Kids viel zu viele Termine haben und nichts mehr in aller Vollständigkeit machen. Das ist das Problem.
in Verbindung damit
Wenn Kids von 2 Trainingseinheiten nur maximal 1 mal kommen und dementsprechend hinterher hängen
Bei 2 bis 3 Trainingseinheiten schaffen sie es gerade mal maximal 1 mal in der Woche zu kommen. Logischerweise spielen diese auch dementsprechend schlecht.
Ich habe auch gegenteilige Erfahrungen, nämlich das sich die Aktivitäten gegenseitig befruchten. Und ich würde behaupten, dass wenn jemand meine Breitensport C-Jugend sich anschaut, er mir aufgrund der Leistung nicht sagen kann, wer häufiger und wer weniger häufig im Training war/ist.
In diesem Thread geht es um die Erwartungen/Ansprüche an die Kinder und ggf. an ihre Eltern.
Beispiel: wir sind ein Breitensportverein. Ich biete in der G-Jugend 1x Training/Woche an. Es wäre zwar schön zu wissen, wie viele Kinder kommen, aber ich erwarte keine Zu-/Absagen. Wir bieten sporadisch Festivals an. Wenn 50% Zeit haben und mitspielen wollen, passt das für mich (z.B. 10 von 20 Kindern). Ich habe auch in der F-Jugend nur 1x Training/Woche angeboten - es soll etwas Besonderes sein und die Kinder sollen auch noch Zeit für etwas anderes haben. Und wenn die Kinder in der E-Jugend bei 2x Training/Woche manchmal nur 1x kommen, ist das auch OK.
In Bezug auf die Trainingsdurchführung und die Wettkämpfe habe ich eine hohe Erwartung/Anspruch an die Verantwortlichen (Trainer/Staffelleiter). Bei den Trainern habe ich allerdings gerade keine Einflussmöglichkeiten und sehe auch keine. Bei den Wettbewerbsformen bin ich bei uns im Kreis mitverantwortlich und damit habe ich dort einen hohen Anspruch an die Rahmenbedingungen. Und hier ist mir wichtig, dass jedes Kind Fußballspielen kann und darf. Es geht mir darum (flexible) Möglichkeiten zu bieten.
Beispiel: Fußball 3 (3 Spieler + Rotationsspieler) - Planung 6 Vereine mit jeweils 3 Teams nehmen teil (12 Kinder - 3* 4er Teams - macht 6*3=18 Teams -> 9 Felder). Ich frage vorher die Teamsanzahl nicht ab, weil sie sich auch bei bester Planung oftmals ändert. Kommen 2 Mannschaften nur mit 2 Teams wird halt nur auf 8 Feldern gespielt. Hat man eine ungerade Anzahl werden halt Nationalmannschaften gemacht. Kommt ein Verein mit 4 Teams, kann man ein 10. Feld aufbauen und evtl. noch eine Nationalmannschaft bilden. Ich habe somit nicht die Erwartung/Anspruch, dass alles vorher genau durchgeplant ist. Ich habe allerdings die Erwartung an die Verantwortlichen, dass sie vor Ort (flexibel) lösungsorientiert versuchen alle Kinder spielen zu lassen.
Und ja, ich musste das auch erst lernen und bin noch in dem Lernprozess. Die Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit in unserer Gesellschaft hat abgenommen - und egal wie ich das finde, kann ich zwar etwas anderes vorleben, aber ändern werde ich die anderen nicht. Und in Bezug auf den Fußball heißt das für mich, dass wir unsere Herangehensweise ändern müssen - tun wir das nicht, wird die Tendenz genauso weitergehen wie in den letzten Jahren (Mannschaftssterben -> Vereinssterben).
Aber dann müssen sie eben in einer anderen Mannschaft mit weniger Anspruch spielen.
Woran wird der Anspruch fest gemacht? An der Liga, am Verein oder was gibt es da für Kriterien?
Meine persönliche Meinung:
A-Jugend: Breitensport - bis Kreisliga würde ich von keinem Anspruch reden. Ab Bezirksoberliga OK (Ligen in Bayern). Im Leistungssport gibt es meistens keine 2. Mannschaft mehr, somit auch ab BOL.
B-Jugend: Breitensport - bis Kreisliga würde ich von keinem Anspruch reden. Ab Bezirksoberliga OK. Leistungssport jüngere B-Jugend evtl. noch Kreisliga.
C-Jugend: Wäre für mich ein Mittelding zwischen D und C-Jugend, wobei ich eher zur B Einteilung tendieren würde.
D-Jugend: Breitensport - ab Kreisliga könnte man von einem Anspruch reden. BOL ja. Leistungssport (NLZ) ja.
E-Jugend und Jünger: gibt es keine Ligen. Leistungssport (NLZ und evtl. 10% der Vereine) wegen mir mit Anspruch. Der Rest ohne.
Wie seht ihr das?
Coach_T88 : die Kinder haben kein Problem damit (weder bei der Leistung noch bei der sozialen Integration) - das Problem liegt bei uns Erwachsenen bzw. Trainern.
Es ging mir darum, dass man nicht regelmäßig absagen kann, weil man keine Lust hat. Das sind zwei Paar verschiedene Schuhe.
Da bin ich bei dir, wenn man öfters keine Lust hat, dann ist es wahrscheinlich nicht der richtige Sport.
Die Kinder gehen zur Schule, da kann man auch nicht kommen und gehen, wie man will.
Das ist in Deutschland übrigens nicht freiwillig
- da gibt es eine Schulpflicht.
Aber manche Sportarten oder Freitzeitaktivitäten in einer Gemeinschaft funktionieren nur über die Gemeinschaft und dem muss man sich anpassen.
Ich glaube, dass die Sportarten sich den Gemeinschaften und der Gesellschaft anpassen müssen - und das dies bereits im Gange ist. Du brauchst heute größere Kader oder kleinere Spielformen um weiterhin Wettbewerbe auszutragen. Auch sind Spielberechtigungen (z.B. Student, Kind mit getrennten Eltern an unterschiedlichen Orten) heute mehr auf das Leben angepasst als früher. Weiter geht es mit den Spielzeiten/Anstoßzeiten, die Rücksicht auf die Freizeitaktivitäten der Spieler nehmen (z.B. kaum noch Samstagnachmittag wegen der Bundesliga oder in der Jugend Freitagabend anstatt Sonntagmorgen).
Ich bin halt der Verfechter von eine Sache mit 100% machen, statt viele nur so ein bisschen…
Wie sehen das andere am Beispiel meines Sohnes:
Basketball: 2x Training - er geht max. 1x -> <50% - Körpergröße fehlt - für die Profikarriere wird es nicht reichen. In seinem Breitensportteam ist er gutes Mittelfeld.
Turnen: 3x Training - er geht 2x -> 66% (Turnwettkampf (wenige) wird Fußball und Basketball vorgezogen) - für Olympia wird es nicht reichen (im Landkreis unter den 1-10 in seinem Alter)
Fußball: 2x Training - er geht 2x -> 100% (Spiel: Fußball wird Basketball vorgezogen) - für den Stützpunkt reicht es nicht - für die Profikarriere wird es nicht reichen
Schwimmen: Wettkämpfe nur wenn er "100%" trainiert -> hat er u.a. deswegen aufgehört
Er kann nicht alles 100% machen - nach Pareto reichen auch 20% für 80% Leistung
.
Ich komme auch aus der Generation 100%. Und wozu hat es gereicht? Bezirksliga (Fußball) - das traue ich ihm später auch zu ![]()
Die anderen Sportarten geben sich mit weniger % zufrieden - und ich glaube, dass müssen wir im Fußball zumindest zukünftig auch.
