Beiträge von Charles De Goal

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    Was haltet ihr von der Koordinationsleiter? Ich finde sie extrem wichtig im Hinblick auf Koordination der Kinder

    Ist zwar etwas weit weg vom Thema, aber ich halte das für Lauftechnik, Sprungtechnik und Koordination (letztlich auch für die Balltechnik) für extrem wichtig. 10 Minuten zum Aufwärmen jedes zweite oder dritte Training passt da schon. Ich habe den Jungs (E- bis D-Jugend) immer gesagt "Wir arbeiten daran, dass eure Füße verstehen, wohin euer Kopf laufen will". Und genau das ist die Bewegungsschule, die es braucht. Auge-Fuß-Koordination ist beim Fußball ja auch für die Technik ein wichtiger Aspekt.


    Am Samstag hat unsere U17 (Landesliga) gegen die U16 eines NLZs (U16-Nachwuchscup) gespielt und klar gewonnen. Technisch war die NLZ-Mannschaft besser. Aber körperlich und von der Schnelligkeit her war natürlich die U17 besser. Da ist mir mal wieder klar geworden, dass Tiki-Taka nichts bringt, wenn du einen Fehler machst und der Gegner dich auskontert, weil er schneller ist.

    Nachdem ich jetzt die ersten Viertelfinals gesehen habe, habe ich mal überlegt, wofür eigentlich die Franzosen (seit Jahren Weltklasse-Einzelspieler in der Offensive) stehen. Und wofür die Spanier (Ballbesitzspiel, falsche 9). Was die Argentinier (harte Defensive, vorne regelt Messi) ausmacht, die Brasilianer (Spiel und Spaß, wenn auch in letzter Zeit weniger erfolgreich) und die anderen Top-Nationen.


    Und dann kam ich unweigerlich zu der Frage: was macht eigentlich die deutschen aus? Haben wir eigentlich eine richtige Identität? Früher hieß es, "die deutschen Arbeiten wie ein Uhrwerk". Wenn ich an das 20. Jahrhundert denke, war doch immer Fleiß und Einsatz die deutsche Tugend. Das war natürlich nicht immer erfolgreich, aber es macht uns immerhin zu einer der erfolgreichsten Nationalmannschaften auf der Welt.

    Sind wir von dem Weg abgekommen? Und wenn ja: warum sind wir von dem Weg abgekommen?


    Korrigiert mich, wenn ich bis hierhin falsch liege.


    Warum versuchen wir das spanische Ballbesitzspiel zu spielen, haben die falsche 9 ausprobiert, zwingen Musiala, Wirtz und Sane in die Unterschiedsspieler-Rolle, pushen irgendwelche Spieler in die Weltklasse? Auch in der Ausbildung bedienen wir uns überall anders und schauen Dinge ab. Gute Elemente kopieren ist ja nicht direkt falsch, aber haben haben wir denn kein Ausbildungskonzept, das zu uns "passt"? Mit den Ausbildungskonzepten der Spanier werden wir zwangsweise ja Spieler bekommen, die eher spanischen Fußball spielen.


    Ich hatte mit einem Trainer aus meinem Verein ein interessantes Gespräch, er möchte eine Leichtathletik-Abteilung gründen und in der Jugend die Spieler einmal in der Woche dorthin schicken (statt oder zusätzlich zum Fußball), damit sie körperlich und koordinativ besser werden. Springen, laufen, werfen, sprinten - alles athletische Grundlagen, die einem im Fußball auch helfen. Einfach eine ganzheitliche sportliche Ausbildung eben. Finde die Idee interessant, würde das nicht Robustheit und körperliche Überlegenheit bringen, mit der man dann am Ende "wie ein Uhrwerk" arbeiten kann?

    Ich will damit sagen, dass Abwechslung total wichtig ist. Hier gibt es ja einen ganzen Thread dazu "Aus anderen Sportarten lernen". Wenn ein Trainerteam jetzt in der Vorbereitung mal von der Trainingsphilosophie abweicht, dann ist das nicht zwingend schlecht. Du solltest den beiden auch eine reele Chance geben, sich zu beweisen. Auch wenn die Vorzeichen nicht gut sind.

    Ja, natürlich. Aber bei der Vorgeschichte haben wir die Einheit am Montag, bei dem es genau so weitergeht wie vorher. Dienstag waren übrigens 5 Platzrunden auf Zeit der Trainingsstart.

    Wenn was angekommen ist, würde sich was ändern. Es ist das gleiche Training wie davor, nur mehr Fokus auf Fitness, warum auch immer eine D-Jugend in der Kreisliga eine Saisonvorbereitung braucht. Normalerweise wird Fußball "gespielt", hier wird Fußball "gearbeitet".

    Gehe ich von einem Platz mit 100m aus und nehme die 2x 16er (33m) raus, bleiben 67m - d.h. die machen Sprints über den ganzen Platz. Frage sie mal, wie oft das im Spiel vorkommt. ;)

    Also das waren keine Sprints (bezüglich Sprinttechnik stimmt es ja tatsächlich, dass längere Sprints gut für die Technik sind, kürzere für den spielnahen Antritt). Das waren 60% Läufe ohne Pause. Hin- und herpendeln, von der einen Seite zur anderen. 25 Minuten lang. Aber wie gesagt: Mit Ball und in der Mitte waren drei Hütchen, bei denen man einen Slalom machen sollte. :/

    Genau so sehe ich das auch und eigentlich lese ich hier im Forum sehr sachliche Beiträge dazu und nicht "Nagelsmann hat scheiße aufgestellt".


    Es geht ja schon bei der Nominierung los, dass man über Baumann/Neuer streiten kann. Über Sane kann man ebenfalls streiten. Thema Undav ist auch immer da gewesen. Und das hatte nichts mit einem einzelnen Spiel zu tun (bei dem man tatsächlich nicht den großen Einfluss hat), sondern mit einer Kadernominierung und einer langfristigen Planung. Und dafür ist der Trainer voll verantwortlich. Wenn ich nur Sane als Flügel mitnehme, brauche ich mich nicht zu wundern, dass meine einzigen anderen Optionen zentrale Spieler nach außen zu ziehen wäre. Wenn ich mich vor dem Turnier auf Neuer festlege, ist es auch kein Wunder, wenn der bei Fehlern hinterfragt wird. Und wenn ich Undav schon Monate vor WM-Start sage, dass er keine Kandidat für die Startelf ist, kann der noch so überzeugen.


    Die Rahmenbedingungen - geschaffen vom Trainer - haben nicht gepasst! Und deshalb trägt auch sehr viel zu diesem Scheitern bei. Nicht, weil er gegen Paraguay 1-2 Leute nicht gut aufgestellt hat.

    Erste Trainingseinheit: Gruppe in zwei Hälften geteilt. Eine Gruppe macht Spielformen, die wahrscheinlich sogar Spaß gemacht haben (habe nur ab und zu rübergeschaut). Die andere Gruppe macht 60m Läufe, 60% mit Ball und Hürdensprüngen - 25 Minuten lang. Erste Spieler haben gesagt, sie können nicht mehr. Trainer sagt den Spielern diese Sätze: "Macht keinen Spaß, aber da müsst ihr durch", "Ist halt Vorbereitung" und "Würde mir auch keinen Spaß machen, aber muss gemacht werden". Ich habe auf jede dieser Aussagen dann gesagt "Warum machen wir was, was keinem Spaß macht?" - nur komische Blicke.


    Es ist nicht angekommen, was besprochen wurde. ?( Also langsam kocht in mir sogar etwas Wut hoch, weil die mich "verarscht" haben.

    Klinsmann 2.0 ..... 8)

    Jürgen Kl. hatten wir ja schon. Und das brauchen wir nicht nochmal. Die Bayern haben das auch ausprobiert. Es wäre schon blöd, wenn wir seit Jahren in der Trainerausbildung hören würden, was richtig und was falsch ist und dann kommt ein neuer Nationaltrainer und es ist dann doch wieder ganz anders. So verstehe ich das jedenfalls, was die Bild da schreibt.

    Wobei ich Punkt 4 als am ehesten korrigierbar halte. Ich glaube hier könnte mit einem Trainer Jürgen Klopp schon sehr schnell eine deutliche Verbesserung erzielt werden, wenn mehr Fokus auf Mentalität und Teamspirit gelegt wird.

    Das scheinen die Dinge zu sein, die in den letzten Austragungen gefehlt haben und vermutlich würde Klopp das schnell korrigieren. Wir brauchen keine Wissenschaftliche Herangehensweise für die Teamzusammensetzung (auch wenn Team-"Chemie" Wissenschaft ist). =) Bitte einfach den Fokus auf Fußball legen - der Rest hat jahrzehntelang von selbst funktioniert.

    Neuer ist ja zum Glück nun endlich selbst gegangen.

    War er auch schonmal, ich würde da nichts drauf setzen... =O

    Was haltet ihr von der Nagelsmann Entlassung/Klopp Verpflichtung?


    Ich persönlich finde ich gut, glaube aber, dass es die Trainerposition alleine nicht reicht. Kader umbauen und auch auf den Führungspositionen vielleicht was umbauen.

    Also die letzten drei Weltmeisterschaften sind allesamt gescheitert. Mit einem langjährigen sehr erfolgreichen Nationaltrainer (Löw), mit einem sehr erfolgreichen Vereinstrainer (Flick) und nun mit einem "jungen dynamischen" (Nagelsmann). Man hat also sehr unterschiedliche Charaktere probiert und keiner davon konnte erfolgreich sein - zumindest so erfolgreich, wie es erwartet wird.


    Ich fürchte, dass da ein Klopp auch - wenn er die Mannschaft nur alle 2-3 Monate mal sieht - nicht viel mehr bewegen kann. Lasse mich aber gerne eines bessere belehren.

    Fußball soll ja auch eine Show für die Zuschauer sein. Ist für die Medien doch toll, wie viele Artikel angeklickt und wie viele Kommentare überall geschrieben werden.

    Ihr habt ja sicher gemerkt, dass ich mit dem "Bösewicht" Sane meinte. Finde sonst keine rationale Erklärung, warum Sane 90% der möglichen Spielzeit bekommt und Undav nur 35%.


    Und um ehrlich zu sein beschäftigt doch kein Thema aktuell so sehr wie die Diskussionen um Undav, Sane und Neuer (und jetzt auch Nagelsmann). Die einen gucken die Spiele, weil sie zu ihnen halten und die anderen gucken es, weil sie sie verlieren sehen wollen (weil sie einzelne Spieler doof finden oder die Entscheidungen). Eine bessere Werbung (inklusive Eigendynamik) gibt es doch nicht.


    Klingt wie eine Verschwörungstheorie. ^^

    na ja, aber diese Maschinerie funktioniert besser bis zum Finale als bis zum Sechstzehntelfinale.
    Diese Maschinerie sollte Interesse haben ihren Wirt nicht aufzufressen, oder?

    Wir können das Pferd ja jetzt nicht von hinten aufzäumen. Grundsätzlich ging es um Gründe, die das Scheitern erklären. Und ich sage, dass vieles offenbar PR-mäßig durchgeplant und verwissenschaftlicht war, aber sportliche Aspekte hinten anstanden.


    Wie auch immer das funktionieren soll, kann ich dir nicht sagen. Aber am Ende ist man eben daran gescheitert, dass es so viele Nebenschauplätze gab und man mal wieder sportlich nicht gut genug war.

    Also für mich hört sich das nicht nach Reflexionsfähigkeit an. Da sind Leute am Werk, die denken ihr Weg ist richtig und alle die nicht zustimmen haben ein Problem mit ihnen als Person. Leider wird wohl die Konsequenz sein müssen, die Trainer zu verabschieden.

    Ja, wie gesagt: wir schauen uns jetzt die nächsten Wochen an. Die Vereinsphilosophie ist jetzt klar kommuniziert worden und wenn sich das nicht ändert, hatte man ihnen die Chance gegeben. Mir schwant aber schön böses, ich habe am Dienstag schon die Einteilung der Teams für das 9gg9-Abschlussspiel der nächsten Trainingswoche bekommen und wer wie viele Platzrunden laufen muss.

    Noch kurz eine Meinung zum positionsgetreuen Training, weil das diskutiert wurde. Wenn wir den modernen Fussball anschauen, ist der so dynamisch. Bestes Beispiel ist PSG, wo Hakimi als Rechter Aussenverteidiger plötzlich 10er spielt, während der 8er sich zum Linken Aussenverteidiger fallen lässt um da den Spielaufbau zu machen. Die Spieler müssen verschiedene Rollen erleben und verschiede Fähigkeiten erlernen, vor allem auf dieser Altersstufe.

    Genau, vielseitige Ausbildung ist für die spätere Laufbahn - egal in welcher Liga - wichtig. Und vor allem in dem Alter kann doch niemand schon in eine Position gepresst werden - es sei denn, er möchte unbedingt Verteidigen und bringt dafür gute Voraussetzungen mit. Das ist aber kein Grund, dass er im Training nicht aufs Tor schießen "darf".

    Das mit den Positionen erklär mal den selbsternannten Experten oder ehemaligen Spielern aus "ambitionierten" Vereinen der Elternschaft und Trainerkollegen. Was habe ich mir da den Mund fusselig geredet....

    Hauptsache man gewinnt gegen Team 0815 in der E Jugend.

    Da hatte ein F-Jugend-Vater um ein Probetraining bei unserer F1 gebeten und in der Mail geschrieben, sein Sohn wäre ein klassischer Flügelspieler, kann aber auch auf der 10 Bälle verteilen. 8 Jahre alt. ^^ Der Trainer hat ihm geantwortet, dass sie 4+1 spielen und es diese Positionen auf dem Feld bei ihnen nicht gibt

    Man hat das Gefühl, das ist alles PR-technisch von vorne bis hinten durchgeplant, aber das Fußballspielen wird vergessen. Und dann eben auch vom Teamgefüge her - sowas wie "Wir brauchen einen, der der Bösewicht ist und immer spielt, obwohl das keiner will" und "alle sollen mit Undav mitfiebern, wann der endlich in die Startelf kommt".

    Interessanter Ansatz!

    Fußball soll ja auch eine Show für die Zuschauer sein. Ist für die Medien doch toll, wie viele Artikel angeklickt und wie viele Kommentare überall geschrieben werden.

    Ihr habt ja sicher gemerkt, dass ich mit dem "Bösewicht" Sane meinte. Finde sonst keine rationale Erklärung, warum Sane 90% der möglichen Spielzeit bekommt und Undav nur 35%.


    Und um ehrlich zu sein beschäftigt doch kein Thema aktuell so sehr wie die Diskussionen um Undav, Sane und Neuer (und jetzt auch Nagelsmann). Die einen gucken die Spiele, weil sie zu ihnen halten und die anderen gucken es, weil sie sie verlieren sehen wollen (weil sie einzelne Spieler doof finden oder die Entscheidungen). Eine bessere Werbung (inklusive Eigendynamik) gibt es doch nicht.


    Klingt wie eine Verschwörungstheorie. ^^

    Nun fasse ich mal das Gespräch zusammen:

    Der Vorstand hat begrüßt mit dem Wunsch nach einer konstruktiven Diskussion, um die Ideen der Trainer in die Vereinsphilosophie einzuordnen.

    Das ist dann weniger gut gelungen, weil wie ihr schon angemerkt habt, sind da einige Dinge nicht altersgerecht. Es kamen die Argumente "wir machen es anders, weil wir uns vom Rest abheben wollen" und "die Erfahrung hat gezeigt, dass man so erfolgreich ist". Als vom Betreuer dann zur Sprache kam, dass es mehrere Eltern gibt, die mit der Art und Weise nicht einverstanden sind, waren diese Eltern Schuld, weil sie ja nicht direkt zum Trainer gekommen sind. Der ist natürlich laut eigener Aussage kritikfähig und möchte alles hören, damit er sich verbessern kann. Wir sind dann zu dem Schluss gekommen, dass das Trainerteam sich auf das Alter der Spieler einstellen soll und ihnen klar sein muss, dass sie mit 11-Jährigen arbeiten. Auch die Kadergröße muss organisiert werden und es müssen an jedem Spieltag fünf Gespräche mit Spielern geführt werden, die danach sehr enttäuscht sein werden - das ist laut den Trainern aber kein Problem.

    Am Ende durfte ein Vorstandsmitglied noch ein paar Worte sagen (sein Sohn ist in der Mannschaft). Er hat nochmal (sachliche) Kritik geäußert als direkt Betroffener (Sohn weint nach dem Training). Auf einmal war man dann doch nicht mehr so kritikfähig im Trainerteam und wollte gar nicht mehr so genau wissen, wo man sich verbessern kann. Es wurde dann etwas lauter und es hieß, der Sohn wäre sensibel und müsse halt das lernen.


    Ich weiß nicht, was da hängen geblieben ist. Wenn der erste Monat Vorbereitung jedenfalls nicht besser läuft, kann der Vorstand sagen: Wir haben euch die Chance gegeben und ihr habt sie nicht genutzt.


    War echt ein komisches Gespräch. Weil Einsicht versprochen wurde, aber direkt danach Kritik eines Betroffenen nicht angenommen wurde. Schauen wir mal

    Charles De Goal "Festlegung auf Positionen in der D-Jugend ("positionsgetreu") finde ich schon schwierig" hier ging es nicht um Festlegung auf ein positionsgetreues Spiel sondern um isolierte Übungen, bei denen es in der Tat wohl sinnvoll sein kann, bestimmte Positionen und Wege vorzugeben.


    Und bei der Talentauswahl denke ich schon, dass man da umdenken muss, weg vom idealtypischen, beweglichen Mittelfelddribbler hin zu unterschiedlichen Spielertypen. Das heißt nicht festlegen auf eine Position. Das heißt aber Spieler zu fördern, die eben nie ein Wirtz oder Musiala sein werden aber eben vielleicht später ein guter Vollstrecker vorm Tor oder hinten ein guter Abräumer sein können.

    Ja, das ist natürlich was anderes. Wenn man das auch mal rotiert, spricht nichts dagegen, so Abläufe auf allen Positionen kennenzulernen.


    Wie gesagt lief es aber im Beispiel so ab, dass Spieler auf den Flügel gestellt wurden und beim Torschusstraining in 20 Minuten keinen einzigen Torschuss hatten.

    "- ab Juli dreimal die Woche fünfzehn Minuten Platzrunden auf Zeit gelaufen werden

    - im Training möglichst 9gg9 gespielt wird"


    Das muss schlicht abgestellt werden. Punkt aus.

    Es spricht ja nichts dagegen, an der Fitness von D-Jugendlichen und am Spielverständnis zu arbeiten. Aber dann mach ich doch einfach ein Training mit wenig Standzeiten oder mehr Freundschaftsspiele (während denen die Ersatzspieler dann eine Trainingseinheit machen).

    Bei den anderen Punkten kann man mit einigen Variationen schon deutlich verbessern.


    Bsp.


    - Torschussübung kann m.E. zunächst positionsgetreu gemacht werden und dann kann man variieren.

    Festlegung auf Positionen in der D-Jugend ("positionsgetreu") finde ich schon schwierig. Klar kristallisiert sich da langsam heraus, wo man eines Tages landet. Bei diesem positionsgetreuen Torschuss wurde angekündigt "heute schießen wir aufs Tor". Die Spieler haben sich gefreut. Am Ende haben 4 Spieler aufs Tor geschossen, 4 haben immer nur Ballannahme, 8m Dribbeln und Flanke gemacht. 4 andere immer nur einen Doppelpass und in die Tiefe gespielt. Wer ist man denn, dass man einem 11-Jährigen sagt "du bist 6er und deshalb schießt du nicht aufs Tor".


    Das Gespräch war letzten Donnerstag, ich sammle noch ein bisschen meine Gedanken und berichte nochmal ausführlich!

    Das Thema ist wieder mal aktuell und wir sind eigentlich am gleichen Punkt wie nach jedem Turnier.

    Ich persönlich finde, dass wir mit der deutschen Nationalmannschaft viel zu sehr in unseren theoretischen Ansätzen gefangen sind.

    Das sehe ich ganz genau so. 2024 dachte ich, dass sich was geändert hat. Und jetzt sind wir wieder an dem Punkt, an dem Nagelsmann öffentlich von Rollengesprächen erzählt und eine völlig festgefahrene Teamstruktur gebildet hat, wahrscheinlich auf Grundlage irgendwelcher Studien, die in anderen Sportarten gemacht wurden und dort funktioniert haben. Man hat das Gefühl, dass nicht Fußball gespielt wird, sondern Fußball geplant wird.

    Wenn wir Curacao mal beiseite lassen, da tatsächlich eher eine bessere Amateurmannschaft, dann hatten wir in jedem Spiel unsere Probleme.

    Ich würde Curacao mit einschließen. Ein 7:1 sieht super aus, aber man hat es im Prinzip gegen einen chancenlosen WM-Neuling (Platz 82. der Weltrangliste, nur zwei Teilnehmer darunter) das zwischenzeitliche 1:1 kassiert und der Gegner ist dann später auseinandergefallen. Du sagst richtig: eine bessere Amateurmannschaft. Aber selbst da hatte man zwischenzeitliche Probleme.

    Und wenn man ständig die gute Stimmung in der Mannschaft wie eine Monstranz vor sich hertragen muss, ich weiß nicht. Das sind Nebensächlichkeiten. Bei jeder Pressekonferenz lügt sich die deutsche Nationalmannschaft in die Tasche und das Ergebnis sehen wir heute.

    Das geht in die Richtung mit unseren theoretischen Ansätzen. Man hat das Gefühl, es wird wissenschaftlich gearbeitet oder irgendwelche PR-Berater mischen sich da ein. Als ob da irgendwo einer sitzt und sagt "Havertz muss jetzt was freches sagen", "Nagelsmann, mach mal was Fan-nahes" oder "Es gucken zu wenig Kinder bei den Spielen zu. Wir müssen nochmal sagen, dass alle in kleinen Vereinen angefangen haben". Derjenige konnte es dann auch nach dem Sieg gegen Curacao nicht erwarten und hat sofort alle Medien angestiftet, Lobeshymnen zu posten. Nmecha wurde nach dem Curacao-Spiel beim Kicker in die Weltspitze geredet.

    Man hat das Gefühl, das ist alles PR-technisch von vorne bis hinten durchgeplant, aber das Fußballspielen wird vergessen. Und dann eben auch vom Teamgefüge her - sowas wie "Wir brauchen einen, der der Bösewicht ist und immer spielt, obwohl das keiner will" und "alle sollen mit Undav mitfiebern, wann der endlich in die Startelf kommt".


    Ich weiß nicht, ob es so ist oder nicht. Aber für mich wirkt es so und das ist eigentlich das Problem. Das eigentliche Fußballspiel scheint da echt vernachlässigt worden zu sein.

    na, wer hat seinen Kader fix und es meinen noch welche Probetrainings machen zu müssen kurz vor Wechselende ?

    Ich melde mich von der anderen Seite... Ein höherklassiger Verein, in dem sich jetzt plötzlich die Anfragen häufen.


    Wir sagen den Spielern in den meisten Fällen direkt für das Training ab, finde das ein Unding. Egal ob aus der Landesliga oder Kreisliga. Es ist vier Tage vor Abmeldefrist. Wer jetzt auf die Idee kommt, seinen Verein zu wechseln, scheint es mit Mannschafts- und Vereinstreue nicht so zu haben. Es gibt sicher immer Ausnahmen (aktueller Verein stellt keine Mannschaft, Spieler kommt mit dem Trainer nicht klar oder Verein hat dem Spieler jetzt mitgeteilt, dass sie nicht mit ihm planen), aber grundsätzlich ist die Zeit für Probetrainings vorbei, wir haben doch auch unsere Kader voll (hoffentlich gibt es in drei Tagen keine allzu großen Überraschungen).

    Hi Charles De Goal.

    Was Du schilderst ist ein mir sehr bekanntes Phänomen. Das Schlimme ist, dass solche Trainer kurzfristig Erfolg haben und meist auch noch dafür gefeiert werden. Die Ergebnisse sind ja meist auch gut. Das hier auf lange Sicht, dzrch wenig Spielzeit und schlechtes Training, viel kaputt gemacht wird, dass wird meist gar nicht gesehen.

    Es gibt da ja auch noch einen Widerspruch: Das Training soll so gut. Dann frage ich mich, warum 5 neue Spieler kommen müssen. Gutes Training sollte ja die vorhandenen Spieler besser machen.


    Also es wurde mir zur Spielzeit ein Argument genannt: dadurch, dass die Mannschaft auch viele Freundschaftsspiele und Turniere spielt, haben die Spieler in Summe mehr Spielzeit, als die Spieler anderer Mannschaften. Da stimme ich sogar zu: wer zusätzlich zur Meisterschaft genau so viele Freundschaftsspiele spielt, verdoppelt die mögliche Spielzeit. Dennoch hat man ja am Ende ein Ungleichgewicht: wenn manche Spieler ALLES durchspielen, haben sie immer noch dreimal so viel Spielzeit, wie jemand, der im Freundschaftsspiel seine Halbzeit bekommt und im Meisterschaftsspiel 5-10 Minuten.

    Ist das Trainergespann immer nur für die D-Jugend zuständig oder begleiten sie den Jahrgang auch in die C-Jugend.

    Bei ersterem hat das ja auch Einfluss auf deinen Bereich, wenn die beiden jeden Jahrgang „verpfuschen“ bevor sie in deinen Einflussbereich kommen.

    Also der eine Trainer ist seit der F-Jugend Trainer der Mannschaft, der andere erst vor 2-3 Monaten dazukommen. Die werden jetzt zur D1 und hätten dann ja ein Jahr, Dinge besser zu machen (sofern der Vorstand sie machen lässt, was ich aber nicht glaube). Wird das nicht besser, werden sie in meinem Verantwortungsbereich nicht Trainer sein, das kann ich jetzt schon sagen. Und das würde ich ihnen auch im Gespräch mit dem Vorstand sagen.

    Du setzt dich für die Grundprinzipien des Kinderfußballs ein. Damit machst Du alles richtig.

    Ja, Vereinsfußball und Ehrenamt erfordert immer wieder Kompromisse aber wenn es um unsere Kinder geht, sollten wir alle "HALTUNG" zeigen.

    Eigentlich Wahnsinn, dass ich daran zweifle, obwohl das nachweislich das richtige ist. Klar braucht man immer Kompromisse und es gibt verschiedene Ansichten - ich kann mich hier an lange Diskussionen zwischen Techniktraining und Spielformen erinnern. Am Ende hat jeder Trainer seine eigene Art und Weise. Solange das im altersgerechten Rahmen ist, ist das auch völlig okay.

    Ich würde denen im Gespräch mit dem Vorstand einfach noch mal eine aktuelle Ausbildungsleitlinie vorlegen a la Trainingsphilosophie Deutschland vorlegen und nochmal darauf aufmerksam machen, wieso, weshalb, warum der DFB das aktuell so aktiv angeht und entsprechend auch so lehrt und dann mit den Worten abschließen, dass du nur Denkanstöße geben kannst und willst. Niemanden belehren oder verärgern magst, aber eben halt auch gerne eine Anregung gibst., wie es für alle Beteiligten besser laufen könnte.

    Genau das ist der Plan. Es gibt auch eine Ausbildungslinie vom Verein (sehr ähnlich der des DFB), der das natürlich überhaupt nicht entspricht. Als ich das DFB-Konzept angesprochen habe, wurde mir gesagt "Und wir machen es anders. Wenn man es so macht, wie alle, ist man doch nichts besonderes mehr" und "ich habe schon viele gute Spieler so entwickelt, das ist doch jetzt nicht plötzlich falsch"...

    Schwierige Situation. Kannst du meiner Einschätzung nach nur für dich persönlich sauber raus kommen. Verhalte dich so, dass du mit dir im Reinen bist. Wer dir da einen Strick raus drehen will, wird ihn dir drehen, da kommst du nicht raus. Also Verhalte dich professionell und mache das Problem der Anderen nicht zu deinem.

    Du hast recht. Ich hab es angesprochen und habe es verteidigt, sodass mir im Trainerteam niemand vorwerfen kann, ich hätte Politik hinter deren Rücken gemacht. Das Gespräch mit allen am Tisch wird sehr interessant und ich habe weder auf der einen, noch auf der anderen Seite Aktien drin. Ganz im Gegenteil kann ich den Trainern immer sagen: ich hab das von Anfang an angesprochen.

    Also der Vorstand ist ja auf meiner Seite, ich bin mit meiner Ansicht sehr erwünscht. Meine Ansätze passen logischerweise (langjährige Erfahrung und B-Lizenz) genau zu dem, was der DFB und auch der Verein erwarten.


    Tatsächlich möchte ich da einen Haken hinter machen und mich da rausziehen. Acht Jugendmannschaften (davon vier überkreislich) zu managen ist auch nicht ohne. Da brauche ich nicht noch dreimal die Woche ein D-Jugend-Training, welches überhaupt nicht dem entspricht, was sich gehört.


    Nur sieht es natürlich doof aus: ich komme als TW-Trainer zur Mannschaft, kritisiere die Art und den Umgang, dann wird der Vorstand aktiv und ich gehe wieder raus. Am Ende werden die beiden Trainer Konsequenzen tragen müssen und es wirkt, als wäre ich nur kurz da gewesen um Feuer zu legen. Dennoch ist der Ursprung ja das Verhalten der Trainer und nicht meine Kritik.