Beiträge von Charles De Goal

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    Wir schließen im Einzelhandel Millionen von Menschen aus, weil irgendwann mal irgendwas passieren könnte... Oder gibt es Evidenz für Infektionsherde im Einzelhandel? Von denen nur Ungeimpfte betroffen sind? Dann rechnen wir da mal die Wahrscheinlichkeit einer Gefahr aus. Steht auch in keinem Verhältnis.

    Das sind politische Entscheidungen. In diesem Fall um die Impfungen voranzutreiben. Man verbietet mal eben Millionen von Menschen am öffentlichen Leben teilzunehmen.

    Das gilt es genauso zu hinterfragen.


    Allerdings reden wir da auch von Aktivitäten, die in Innenräumen oder mit deutlich mehr Kontakt stattfinden.


    Wie gesagt: fährt man Gebäudenutzung und Fahrgemeinschaften herunter, ist der Fußball mit 2G bzw. 3G für Schüler eines der ungefährlichsten Dinge, bei denen man in einer Gruppe aktiv ist.

    Die Kinder werden nicht täglich getestet und die Inkubationszeit beträgt anscheinend bei der Delta Variante 4 Tage.

    Mittwochs infiziert. Freitag negativ getestet.

    Und wie oft ist das ganze schon nachweislich oder auch nur vermutlich beim Fußball passiert? Man kann doch nicht schon wieder TROTZ aller Erkenntnisse zum Freiluftsport alles schließen, weil ja irgendwann mal irgendwas passieren könnte. Vorsicht ist gut, aber nicht pauschal jede Eventualität schließen. Man muss doch immer die Wahrscheinlichkeit einer Gefahr und die Schließungen gegenrechnen: Lohnt es sich für die 0,001% (nur eine Beispielzahl) Ansteckungen den Sport um 100% runterzufahren? Soll man 2 Millionen Menschen den Fußball verbieten, weil sich deutschlandweit 20 (auch nur eine Beispielzahl) Spieler bei der Sportart infiziert haben? Das steht in keinem Verhältnis und man trifft fast 2 Millionen Unbetroffene, die problemlos und ohne Gefahr ihrem Sport hätten nachgehen können.


    Falls du andere Studien zur Gefahr und Ansteckung beim Fußball hast, dann kannst du sie ja gerne teilen. Allerdings habe ich davon bislang weder etwas in meinem Umfeld mitbekommen, noch irgendwo gelesen.

    Samstags in einer Fahrgemeinschaft zum Spiel... oder in einer Kabine nach dem Spiel.

    Ich glaube, im Verlauf des Threads steht eindeutig geschrieben, dass Kabinen und Fahrgemeinschaften genau das sind, was zu vermeiden ist. Es geht hier einzig und allein um die mit Menschenverstand durchgeführten Freundschaftsspiele an der frischen Luft.

    Braucht man das wirklich? Drei Wochen vor Weihnachten?

    Nein, das braucht man nicht. Aber man muss auch abwägen, welches Risiko man nun für welche Aktivitäten eingeht.


    Man tut ja teils so, als wäre eine Infektion vorprogrammiert, wenn man jetzt ein Fußballspiel macht. Zu einer Infektion gehört immer noch jemand, der andere ansteckt (wer soll das sein bei den Schultestungen und den strengen Auflagen für Erwachsene?) und eine Umgebung, die die Ansteckung begünstigt (beim Fußball sind wir draußen und sind so gut wie kontaktlos im Sinne der Ansteckungs-Modelle).


    Hier werden Präzedenzfälle angeführt und mit Sicherheit ist eine Infektion in einigen Fällen wirklich schlimm und hat Folgen. Aber wo sind denn die Berichte über Ansteckungen beim Fußball (und ausgeklammert Duschen, Kabinennutzung und Fahrgemeinschaften, die vermeidbar sind)? Und die müssten ja eigentlich dann als Präzedenzfälle angeführt werden, um zu zeigen, wie gefährlich der Fußball ist.


    Mit der Einhaltung der Regeln des Landes und des LSB kommt man auf dem Sportplatz (unter den genannten Regeln) annährend zu 100 Prozent gut durch die Pandemie und das auch mit Aufrechterhaltung des (Freundschafts)-Spielbetriebs. Wie -Nils- schon sagt: Warum eigene Einschränkungen auferlegen, wenn die Sicherheit im Prinzip gewährleistet ist?

    Wahrscheinlich wird nix passieren wenn man ein Freundschaftsspiel gegen den Nachbarverein macht wo sich die Schüler jeden Tag in der Schule sehen. Wenn aber dann 1000 Freundschaftsspiele stattfinden brichts wo aus.

    Da stimme ich dir ja auch zu. Wie gesagt: "Solange man im Rahmen der Regeln und mit Menschenverstand handelt" - die Situation sollte kein Startsignal für exzessive Freundschaftsspiele in den nächsten 12 Wochen sein!


    Aber unbedenklich ist es mit Sicherheit, wenn man sich für die Samstage andere Teams sucht, die ebenfalls mit den geltenden Regelungen eine Mannschaft auf den Platz bringen können und verantwortungsvoll damit umgehen.

    Solange man im Rahmen der Regeln und mit Menschenverstand handelt, ist das wohl sehr unbedenklich und es bedarf keinen eigens auferlegten Einschränkungen (ich rede aber auch von den Zahlen in NRW).


    Speziell beim Fußball gilt ja inzwischen für alle Schüler 3G (ALLE sind negativ getestet und größtenteils geimpft), alle darüber sind 2G (oder mit PCR-Test getestet). Was soll also großartiges in einer Jugendmannschaft passieren, wenn die Spieler am gleichen Tag in der Schule getestet wurden und sie sowieso nur 90 Minuten zusammen ohne viel Kontakt an der frischen Luft herumlaufen? Bei Verzicht auf Kabinen, Gebäuden, Duschen und große Fahrgemeinschaften ist das Risiko wirklich minimal und einen sichereren Ort als auf dem Fußballplatz mit 15 anderen Getesteten & Geimpften gibt es momentan wohl nicht für eine so große Gruppe.


    Larius Ich kann natürlich durch den Bildschirm die Einzelheiten nicht bewerten, aber eine dreiköpfige Familie verbringt ja noch andere Lebenssituationen miteinander als einen Martinsumzug. Vielleicht hat sich auch nur einer dort angesteckt und dann die anderen angesteckt?! Pauschal zu sagen, dass sich drei (!) Personen gleichzeitig dort angesteckt haben, klingt ohne weitere Details zu wissen sehr hochgegriffen. Dazu muss es ja nicht dort passiert sein. Und selbst wenn doch, ist das erstmal kein Indiz, dass es an der frischen Luft grundsätzlich gefährlich ist.

    ich muss jetzt leider politisch werden....

    Ich bin entsetzt über unseren Staat! Absolut keine strategische Planung, wir werden mit jeder Welle aufs neue überrumpelt. Bei den Volkswirtschaftlichen Kosten des nächsten Lockdowns hätte man aus meiner Sicht viel mehr Geld für die Bekämpfung für Corona investieren müssen.

    Das ist so, als wenn Straßendienste erst Salz bestellen, wenn die Straßen schon 1-2 Wochen zugefroren waren, um dann im Frühling die sauberen Straßen zu salzen. Und im nächsten Jahr wundern sie sich wieder, dass es friert.

    Im ersten Jahr habe ich die Politik noch verteidigt, da war alles neu und ungewiss. Da ist jede Entscheidung extrem schwierig. Aber jetzt, nach fast 2 Jahren?!?

    Ich finde zumindest diesen Teil nicht zu politisch, den er betrifft ja auch den Fußball mit ständig wechselnden Regeln. Schaut man sich den Ablauf seit März 2020 an, erkennt man diesen Schlingerkurs mit völlig widersprüchlichen Regeln und Vorschriften ziemlich gut. Ich hatte die Hoffnung, dass die Erkenntnis "Sport an der frischen Luft ist nicht gefährlich" sich etabliert hat, aber offenbar ist das auch wieder in Vergessenheit geraten. Die Inzidenzen sind nicht mehr maßgeblich, in jeder Corona-Überschrift werden sie aber genannt und sorgen für Angst und Schrecken. Dagegen könnte man ja auch mal von folgendem berichten:

    Die 7-Tage Inzidenz (die gar nicht mehr maßgeblich ist, aber dennoch in jeder Überschrift Angst macht) ist seit einer Woche nicht mehr gestiegen. Der R-Wert (der ganz am Anfang der Pandemie mal die maßgebliche Zahl sein sollte) liegt seit einem Monat bei maximal 1,2, im Moment sinkend und jetzt bei 0,8 (das ist fast der Wert der Sommermonate). Die Hospitalisierungsrate ist deutschlandweit ist seit 2 Wochen nicht gestiegen, hat sich innerhalb der letzten 7 Tage fast halbiert. Die Impfquote steigt zwar langsam, aber inklusive nicht registrierten Impfungen (5% vom RKI angegeben) und der Genesenenzahl (~5 Mio. Menschen) sollten ca. 88% der "Impfbaren" inzwischen Immun sein. Das empfinge ich jetzt erstmal nicht als so beängstigend, da die Zahlen ja eine positive Tendenz haben. Dann solle man die Einschränkungen und Maßnahmen bitte an etwas koppeln, was dann auch für uns alle verständlich ist. Ständig wechselnde Indikatoren sorgen wirklich für Unglaubwürdigkeit - weil Unverständlich.

    Ich träume schon seit langem von vier Bundesländern. Nord, Süd, Ost und West. Hauptstädte Hamburg, Berlin, München und im Westen sollen sie sich darum streiten.

    Dann bitte Gelsenkirchen 8)

    Interessant, wie unterschiedlich das schon wieder gehandhabt wird: in NRW ist die Grenze zu 2G die Vollendung des 15. Lebensjahres (also ab dem 16 Geburstag).


    Gab es nicht vor einem Jahr extra eine einheitliche Bundesnotbremse und Verordnung? Jetzt ist wieder alles unterschiedlich und ich kann mir schon wieder aussuchen, ob ich von NRW rüber nach Niedersachsen oder Hessen fahre, je nachdem wo mir die Regeln besser passen.


    Glücklicherweise sind meine 05er alle geimpft und die 06er noch nicht 16 Jahre alt (allerdings zu 90% geimpft). Da ist der Betrieb nicht eingeschränkt, allerdings haben auch die nächsten zwei Freundschaftsspielgegner abgesagt, weil sie leider nicht eine solche Quote aufbringen können.

    Ich habe dem gegnerischen Trainer heute unseren Corona-Infozettel geschickt (beinhaltet Lageplan der Anlage, die wichtigsten Regeln und QR-Codes zur Nachverfolgung). Direkter Rückruf und folgende Beschwerden:

    - Warum dürfen wir nicht mit allen Spielern in die Kabine/Dusche?

    - Wie sollen wir Mannschaftsbesprechungen machen? Etwa draußen?

    - Muss wirklich jeder bei der Nachverfolgung mitmachen?

    Auch dieser Kumpel sollte nochmal eine Chance bekommen, ist aber leider (wie auch die meisten seiner Spieler) nicht geimpft und somit fällt das flach. Er hat mir großzügig angeboten, auf seiner Anlage zu spielen, denn da würde es sowieso keinen interessieren und man könnte machen, was man will. Ich habe dankend abgelehnt. =)

    Für mich persönlich ist das kein Grund, warum JSGs gebildet werden müssen, weil mehr als 1-2 Spieler verliert selten ein Dorfverein bei uns.

    Du hast mit diesem Kreislauf und den Vereinsarten sicherlich recht.


    Allerdings geht es bei den "Dorfvereinen" nicht zwingend um die Qualität, sondern um die Quantität. Wenn da 1-2 Spieler einen Jahrgang verlassen, ist sogar der Spielbetrieb schon in Gefahr. Der Sprungbrettverein hat dann 2-3 Mannschaften in den Altersklassen und kann hin- und herschieben, im besten Fall kommen eben neue Spieler. Das NLZ hat sowieso freie Auswahl.


    Aber woher kommen die Spieler, die den Dorfverein auffüllen? Richtig, die gibt es nicht. Das können nur komplette Neuanfänger sein oder kommen aus dem Pool der umliegenden Dorfvereine, die dann selbst wieder Personalprobleme bekommen.


    Das Angebot in allen Ehren, dass Spieler im "Sprungbrettverein" tolle Entwicklungsmöglichkeiten haben und gute Trainer bekommen. Aber sobald dort mehr Spieler als notwendig für den Spielbetrieb "gehortet" werden, ist das Gift für die Vereine im Umfeld. Vielleicht muss man da auch einen Schritt weiterdenken: Wenn die Vereine irgendwann zumachen müssen oder mit D-Jugendlichen in der B-Jugend spielen müssen, wird auch die Quelle des größeren Vereins versiegen.

    Hallenturniere sehe ich auch noch mit viel Skepsis.


    Allerdings war hier und in allen Diskussionen eindeutig Konsens, dass Fußball an der frischen Luft (OHNE Nutzung von Kabinen und Gebäuden) absolut keine Gefahr darstellt. Wieso das trotzdem wieder einschränken?


    Signalwirkung 1 ist, dass wir wieder aufpassen müssen und das ganze nicht vorbei ist, das geht sicher in die Richtung, die du auch siehst. Signalwirkung 2 ist aber, dass wir rein gar nichts gelernt haben und wieder etwas (für Kinder) zumachen, was nachweislich überhaupt keinen Einfluss hat.


    Warum sollen meine Spieler am Samstag nicht umgezogen zum Sportplatz kommen, sich aufwärmen und gegen eine andere Mannschaft spielen, die das gleiche macht? Hier besteht nicht mehr Gefahr als bei einem Training, wenn man die ganze Aktion auf den reinen Fußball reduziert.

    Nunja, ich freue mich sehr, dass wir mit unserer Impfquote im Team weiterhin trainieren und auch Freundschaftsspiele machen können. Jetzt alles zu machen trifft ja auch viele, die geimpft sind und theoretisch weiterhin alles machen dürften. Möchtest du deinen Spielern erklären, warum sie als 2G fast überall Eintreten dürfen, aber dann nicht zum Fußball können?


    Ich denke, dass der alleinige Grund für die Absage der Pflichtspiele ist, dass Verbände erwarten, dass die meisten Spiele sowieso abgesagt werden müssen, da die Impfquote nicht ausreicht, um Mannschaften zu stellen.

    Bei uns in den letzten Jahren leider gerade in der alten D- und C-Jugend so passiert. Nachdem die Trainer jeweils aus Zeitgründen aufgehört hatten und es jeweils einen neuen Trainer gab, sind danach reihenweise die Spieler zu anderen Vereinen gegangen (Trainer sind nicht mal "Brülltrainer" oder so und auch eigentlich super nett, aber das Training ist halt unterirdisch).

    OK, sicherlich ist das auch ein selbstgemachtes "Problem", da leider (noch) nicht nach einem durchgehenden Konzept trainiert etc wird. Frage ob das den Weggang verhindert hätte, das kann ich nicht beurteilen)

    Im Bereich C-Jugend gehen aber dann auch die Vorstellungen des Sports bei vielen auseinander: Manche sind froh und glücklich, an den Ball zu treten, andere wollen ihre Kumpels sehen, wieder andere wollen sich verbessern und noch andere schielen auf höherklassige Vereine. Der Spagat zwischen Breitensport und ambitioniertem Fußball wird immer schwieriger. Es werden weniger Spieler, die Mannschaften müssen größer werden (11er Feld braucht eigentlich schon mindestens 18 Spieler) und die Ansprüche gehen weit auseinander.


    Ich habe auch erlebt, dass Spielern das Training zu "ambitioniert" war und sie eigentlich nur kicken wollen. Dann gibt es wieder andere, die weiterkommen wollen und die noch Extra-Schichten schieben, weil ihnen das Training nicht reicht. Es gibt da nicht "richtig" oder "falsch" als Trainer, man muss nur alle ins Boot holen und für jeden einen Platz und ein Angebot im Training und im Spiel finden.


    Man kann nicht pauschal sagen, dass ein bestimmtes Training passend für eine Mannschaft ist, das lässt sich von außen nicht beurteilen. Ich weiß ja nicht, welche Leistungsklasse CoachT erreicht und was für Spieler sich seiner Mannschaft anschließen. Genauso hätten vielleicht die alternativen Trainer in seinem Fall auch wieder eine andere Zielgruppe angesprochen. Wissen wir nicht.

    Es wird spannend, ob die Senioren-Saison in NRW fortgesetzt wird. Ich glaube, das wäre eine Wettbewerbsverzerrung und Vereine können nichts dafür, wenn sie ungeimpfte Spieler haben. Unsere Seniorenteams bleiben spielfähig, aber ich fürchte, dass das nicht die Regel ist.


    In der B-Jugend bei mir sind 3/4 unter 16 (somit von 2G ausgenommen) und das andere Viertel ist 2G, wir werden weiterhin Freundschaftsspiele machen können und Hallenturniere spielen. Das macht mich schonmal sehr glücklich für die Jungs, weil sie keine erneuten Einschränkungen haben!

    Charles De Goal

    ich finde dein Vorschlag echt gut und werde den mal in Angriff nehmen

    Ich werde aber den Stamm der "besseren" Spieler da offen mit einbinden und denen meine Entscheidungen kommunizieren (allein deswegen, weil ich ein offenen ehrlichen Dialog von allen in der Mannschaft fordere und das ja auch vorleben muss)

    In einer C-Jugend kann man das auf jeden Fall tun. Wenn du das immer wieder predigst, wird das ab der B-Jugend ein Selbstläufer!

    Mal etwas weltfremd gedacht. Man stelle sich nur so mal vor, die Ergebnisse wären völlig irrelevant und es würde nirgends stehen wer wie hoch gewonnen hat und wer wieviele Tore geschossen hat so wie auf dem Bolzplatz in der Kreisklasse bis hoch in die C-Jugend. Kein Trainer kann sich mit dem anderen vergleichen und konzentriert sich nur auf die Mannschaft. Wer will vereinbart FS-Kicks gegen andere Mannschaften. Will man in einer Kreisliga, Gruppenliga, Landesliga kicken gibt es ein großes Fussballturnier und die besten Mannschaften spielen im kommenden Jahr eben dort.

    Aber auch da wird es dann Dinge geben, die die bessere Mannschaft besser macht und die schlechtere Mannschaft schlechter.


    Die Tore entscheiden ja auch nicht darüber, ob ein Spiel gut oder schlecht war. Wenn ich kaum Ballbesitz habe oder keinen einzigen Zweikampf gewinne, bin ich ja auch am falschen Ort mit der Mannschaft.


    Ob ich 7:0 verliere oder das ganze Spiel über 20% Ballbesitz habe ist vollkommen egal, in beiden Fällen bin ich offenbar mit dem Gegner überfordert. Und dann können Ergebnisse so irrelevant sein, wie sie wollen: die Unterlegenheit wird trotzdem deutlich und wahrscheinlich kaum jemanden weiterbringen.

    Die Problematik habe ich bei mir auch... Ein Spieler wurde im NLZ aussortiert, weil er körperlich zu schwach ist, hat technisch und taktisch aber das Potenzial für die U17-Bundesliga. Möchte aber mit seinen Kumpels und bei mir als seinem ersten Trainer im Heimatverein spielen. Dazu noch zwei Spieler, die bis zur vergangenen Saison Verbandsliga gespielt haben und ebenfalls jetzt mit ihren Freunden im Heimatverein spielen wollen. Gleichzeitig habe ich auch einen absoluten Neuanfänger und einige schwache Spieler im Team.


    In Meisterschaftsspielen fahre ich dann aber auch konsequent die Schiene, dass ich nicht wechsle, um jemandem Spielzeit zu geben, sondern um auf das Spiel zu reagieren. Es kommt vor, dass ich 18 Spieler im Kader habe, aber nur 14 spielen. Das ist mit den Jungs so abgesprochen und war für alle in Ordnung.

    Denn für Spielzeit gibt es dann die Freundschaftsspiele, wo wir immer 3x30 Minuten spielen und ich so wechsle, dass jeder mindestens 40 Minuten, also theoretisch eine B-Jugend-Halbzeit bekommt. Da weiß dann aber auch jeder, dass er mit anderen gleichgestellt ist und es nur ein Ziel gibt: als Mannschaft die schwächeren zu fördern. Das erfordert viel Geduld und Zeit, weil den Spielern immer wieder eingetrichtert werden muss, dass sie 22 Spieler in einer Mannschaft sind und es um die Mannschaft geht, nicht um die einzelnen. Glücklicherweise sind der Ex-NLZ-Spieler und der komplette Neuanfänger gute Freunde, sodass dort keine Probleme auftauchen.


    Wenn es bei dir andersrum ist, dann mach es andersrum: lass die schwächeren in der schwachen Liga an der Seite der "besseren" spielen und vereinbare Freundschaftsspiele, in denen die besseren mal richtig gefordert werden.


    Mit dieser Methode fahre ich auf jeden Fall gut. Einige, die ich in der D-Jugend noch als "hoffnunglose" Fälle gesehen habe, sind plötzlich solides Niveau und können problemlos gegen Bezirksligisten mithalten. Und die "besseren", die schnell frustriert sind, wenn die Mitspieler nicht so können, wie sie wollen, schreiben sich auf die Fahne, dass sie an deren Entwicklung mitgearbeitet haben.

    Wenn du das Gefühl hast, dass du Spielern nicht gerecht werden kannst (Leistung und Spielzeit), dann mach viele Freundschaftsspiele. Das ist natürlich Mehraufwand, allerdings habe ich mit meinem 22er Kader seit Corona 25 Spiele gemacht, da hat jeder genug Zeit bekommen und natürlich auch gegen Gegner, die leistungstechnisch passen.


    Ich vertrete aber auch die Philosophie, dass wenn die Jungs Fußball spielen wollen, sie das dreimal in der Woche beim Training bekommen. Das "Meisterschaftsspiel" ist dann natürlich der Wettkampf, für den man trainiert, aber wenn das der einzige Grund ist, warum sie zum Fußball kommen, dann "haben sie den Fußball nie geliebt". Ob jetzt einer Samstags in der Liga spielt, wo er komplett überfordert ist oder Mittwochs in einem Freundschaftsspiel gegen eine B2, wo er genau reinpasst, sollte jedem egal sein, der Bock auf Fußball hat. Außer natürlich, man bekommt zu Hause Flausen in den Kopf gesetzt.

    Ich bin ein wenig frustriert mit meiner B-Jugend. Wir sind toll mit 5 klaren Siegen in die Saison gestartet, da sah es richtig gut aus für die Kreismeisterschaft und einen eventuellen Aufstieg. Im 6. Saisonspiel hat sich einer unser "besseren" Spieler (war zwischenzeitlich 5 Jahre im NLZ) eine schwere Verletzung zugezogen und seitdem haben wir die letzten 4 Spiele verloren (alle nur mit einem Tor Unterschied). Man merkt, dass der eine Unterschiedspieler fehlt, der mit einer Einzelaktion ein knappes Spiel entscheiden kann.


    Jetzt geht es in die Winterpause und schlechter konnte das Gefühl dabei wirklich nicht sein. Ich glaube, dass ein neuer Impuls fehlt und einfach durch eine Änderung ein Ruck durch die Mannschaft gehen sollte, weil wir in so einen Abwärtsstrudel geraten sind. Was kann ich da tun? Neue Routinen oder Prinzipien einführen? Dass man einfach mal vom aktuellen Weg abkommt und den Kopf frei bekommt? Wir wollen jetzt weiterhin Freundschaftsspiele machen und auch 1-2 mal in der Woche in die Halle gehen (soweit möglich) und Futsal-Training machen.


    Nicht falsch verstehen, wir spielen nicht schlecht oder sind unterlegen. Auch die Beteiligung ist super (im Schnitt 17 von 22 Spielern bei zwei Langzeitverletzen). Nur - egal wie man es den Jungs verkauft - 4 Niederlagen am Stück sind dann doch blöd, auch wenn man sich noch so sehr auf Entwicklung und Spielweise versteift.

    Gestern hatte ich nach 2 Stunden B-Jugend-Training noch selbst Training mit unserer Herrenmannschaft. Drei von meinen Jungs hatten noch nicht genug und wollten ein bisschen mitmachen. Körperlich zwar unterlegen, haben sie spielerisch und taktisch die Erwachsenen zum staunen gebracht. Das Abschlussspiel (11gg11) endete 5:1 für die eine Mannschaft, in der erzielte einer von den Jungs drei Tore, der andere eins.


    Einerseits ist es traurig, dass 14-/15-Jährige nach 90 Minuten Training problemlos bei einer ambitionierten B-Liga-Mannschaft mithalten können, andererseits ist es auch für die Jungs aus der B-Jugend eine Bestätigung, dass sie bei den Erwachsenen mithalten können. Und vor allem für den Verein ein Versprechen für die Zukunft!

    Wenn sich das vernünftig überwachen lässt spricht eigentlich nichts gegen eine Hallensaison.

    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie man das vernünftig überwachen kann: Wenn die Halle nur einen Ein- und Ausgang hat (was wahrscheinlich laut Corona-Vorschriften nicht erlaubt ist), wird es schon kompliziert. Theoretisch braucht es dann Drei Zugänge: einen für Neuankömmlinge, einen für bereits geprüfte Zuschauer und einen für Leute, die nach draußen wollen. Leute, die schon drin waren und wieder rausgehen, werden gestempelt und zeigen nur den Stempel vor. Dann müssen da allerdings auch Leute stehen, die das prüfen und die einen Überblick behalten.


    Ja, es ist ein unheimlicher Aufwand, aber ich möchte nicht vom Ordnungsamt kontrolliert werden und mich rechtfertigen müssen. Unsere Stadtmeisterschaften (>300 Zuschauer) sind bereits abgesagt, weil diese kein Verein ausrichten möchte. Hallenkreismeisterschaften mit bis zu 8 Teams ergeben allerdings auch bis zu 200 Zuschauer, wenn Kinder ihre Eltern mitbringen.


    Hat jemand da andere Ideen oder Vorschläge, diese Besucherzahlen zu bewältigen?