Die Problematik habe ich bei mir auch... Ein Spieler wurde im NLZ aussortiert, weil er körperlich zu schwach ist, hat technisch und taktisch aber das Potenzial für die U17-Bundesliga. Möchte aber mit seinen Kumpels und bei mir als seinem ersten Trainer im Heimatverein spielen. Dazu noch zwei Spieler, die bis zur vergangenen Saison Verbandsliga gespielt haben und ebenfalls jetzt mit ihren Freunden im Heimatverein spielen wollen. Gleichzeitig habe ich auch einen absoluten Neuanfänger und einige schwache Spieler im Team.
In Meisterschaftsspielen fahre ich dann aber auch konsequent die Schiene, dass ich nicht wechsle, um jemandem Spielzeit zu geben, sondern um auf das Spiel zu reagieren. Es kommt vor, dass ich 18 Spieler im Kader habe, aber nur 14 spielen. Das ist mit den Jungs so abgesprochen und war für alle in Ordnung.
Denn für Spielzeit gibt es dann die Freundschaftsspiele, wo wir immer 3x30 Minuten spielen und ich so wechsle, dass jeder mindestens 40 Minuten, also theoretisch eine B-Jugend-Halbzeit bekommt. Da weiß dann aber auch jeder, dass er mit anderen gleichgestellt ist und es nur ein Ziel gibt: als Mannschaft die schwächeren zu fördern. Das erfordert viel Geduld und Zeit, weil den Spielern immer wieder eingetrichtert werden muss, dass sie 22 Spieler in einer Mannschaft sind und es um die Mannschaft geht, nicht um die einzelnen. Glücklicherweise sind der Ex-NLZ-Spieler und der komplette Neuanfänger gute Freunde, sodass dort keine Probleme auftauchen.
Wenn es bei dir andersrum ist, dann mach es andersrum: lass die schwächeren in der schwachen Liga an der Seite der "besseren" spielen und vereinbare Freundschaftsspiele, in denen die besseren mal richtig gefordert werden.
Mit dieser Methode fahre ich auf jeden Fall gut. Einige, die ich in der D-Jugend noch als "hoffnunglose" Fälle gesehen habe, sind plötzlich solides Niveau und können problemlos gegen Bezirksligisten mithalten. Und die "besseren", die schnell frustriert sind, wenn die Mitspieler nicht so können, wie sie wollen, schreiben sich auf die Fahne, dass sie an deren Entwicklung mitgearbeitet haben.