Beiträge von Coach1976

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    Im Kinderfußball müssen / dürfen wir keine Siegertypen entwickeln wollen.

    Klar geht es da um Spaß an der Sache.

    Trotzdem kann man ab einem gewissen Alter (ab 1.Klasse) von Kindern erwarten, dass sie versuchen in dem was sie tun so gut wie möglich zu sein. Dass das Ergebnis beim einen besser ausfallen wird und beim anderen weniger gut ist klar und auch ok.

    Die Steigerung der Ernsthaftigkeit sehe ich wie let1612 ab U12/U13 aufwärts. Hier wäre vermutlich auch eine klarere Trennung sinnvoll je nachdem wer was mit dem Sport erreichen will.

    Spaß und Kumpels: Breitensport-Truppe

    Leistungsbezug/Ehrgeiz: NLZ oder Verein/Team mit leistungsbezogener Orientierung.

    Letzteres bedeutet damit nicht automatisch, dass daraus ein Profi werden soll, sondern nur, dass die Kids den Wunsch haben ihren Sport auf dem höchst möglichen Level, dass sie realisieren können auszuüben.

    Dazu ist natürlich entsprechend Transparenz und Kommunikation von Spielern und Vereinen nötig. Beide Seiten müssten klar mitteilen welcher Weg ihrer ist und was man dementsprechend von der anderen Seite erwartet.

    Ich glaube der ein oder andere Zielkonflikt zwischen Kindern, Eltern, Trainern und Vereinen würde sich so vermeiden lassen.

    Heute waren über 6.000 Teilnehmer beim DFB Training :) zugeschaltet. Leider gab es technische Probleme. Aufbau, Erklärungen und Beispiele fand ich sehr gut. Platzbedarf und Wand waren aus meiner Sicht für ein Wohn- bzw. Kinderzimmertraining nicht optimal - es wurde allerdings aufgezeichnet und somit kann man es auch mit der Hauswand im Freien durchführen.

    ... die technischen Probleme kamen mir ganz Recht.

    Ich kam pünktlich um 17:30 von der Arbeit nach Hause und konnte so in Ruhe alles einrichten.

    Mir hat die Einheit gestern fast noch ein bisschen besser gefallen als letzte Woche.
    Besonders gut fand ich den Spielbezug bei den Erklärungen und die Hinführung mit den Videosequenzen in den Pausen.
    Beim Platzbedarf ging es mir ähnlich. Unser Wohnzimmer ist alles andere als klein, aber es wurde trotzdem eng. Außerdem hat wahrscheinlich nicht jeder eine Wand im Raum, die mit einem Ball bespielt werden darf. ;)
    Für meinen 10-jährigen Sohn waren die Erklärungen teilweise etwas schnell, und v.a bei den Kombinationen, die die einzelnen Moves aneinanderreihen wäre er ohne mein Soufflieren vermutlich irgendwann ausgestiegen.
    Aber alles in allem eine gute Sache, die Spaß macht und motiviert.
    Mein Sohn war zumindest happy, dass er mit einem Nationaltrainer üben durfte...

    let1612

    sehr interessantes und komplexes Thema.

    Die Aussage von Addo über das Supertalent Moukoko, der trotz seiner unübersehbaren Hochbegabung viel mehr investiert als andere hat mich auch sofort angesprochen.

    Zum Thema zum Gewinnen erziehen:

    ich versuche bei meinen eigenen Kindern im Sport wie auch im Schulalltag ein Bewusstsein zu erzeugen, dass es sich dabei immer um einen Wettkampf mit sich selbst handelt und nicht um einen Wettstreit mit anderen. Es zählt immer die eigene Leistung in Relation zu den eigenen Zielen und nicht im Vergleich mit anderen.

    Für meinen Sohn heißt das beim Fußball: sei immer der beste Spieler der Du sein kannst.

    Mei Trainerkollege und ich sprechen mit unserer U11 nie über das Ergebnis sondern immer über den Spielverlauf. Da kann es schon vorkommen, dass nach einem deutlichen Sieg mehr Verbesserungspotential aufgezeigt wird statt des erwartete Lib für den Sieg zu verteilen. Bei Niederlagen nach guter Leistung fällt das dafür anders aus.

    Ich glaube hier könnte der Fußball viel von den Einzelsportarten lernen. Weg vom Vergleich mit anderen hin zum setzen eigener Ziele und dem Versuch die eigene Grenze kontinuierlich nach oben zu verschieben.

    Wie der Ehrgeiz und die Bereitschaft Widerstände zu überwinden in unserer Wohlstandsgesellschaft dauerhaft am Leben gehalten werden kann, habe ich aber leider auch noch nicht herausgefunden...

    Die Kommentare sind auch spannend zu lesen, ähnliches Niveau wie hier.

    Ist das Ironie?

    Ich finde die Kommentare unter diesem Artikel

    -verglichen mit dem was man üblicherweise unter Online-Artikeln so an Kommentaren liest- tatsächlich auch erstaunlich niveauvoll.


    Sie mit dem Niveau hier im Forum auf eine Stufe zu stellen wird uns aber natürlich nicht gerecht😉


    Obwohl man ehrlicherweise sagen muss auch hier gibt es immer mal wieder den ein oder anderen Ausreißer nach unten, was in letzter Zeit aber erfreulich selten der Fall ist...

    beobachter_1000


    das was Scholl in Bezug auf die Ausbildung anspricht trägt sicher viel Wahrheit in sich, er hat aber ganz sicher nicht das damit gemeint, was Du in deinen Beiträgen daraus konstruierst.

    Er bemängelt den überzogenen Focus auf die taktische Ausbildung, Du siehst Dich in seiner Kritik darin bestätigt, dass es zu viele Individualisten gibt, die taktisch keine Ahnung haben... das verstehe ich nicht.
    Außerdem hat Mehmet Scholl grundsätzlich das Problem, dass er mit dem Ziel zu polarisieren zu sehr in
    "Schwarz-Weiß-Denken" verfällt und eine Seite der Medaille überbewertet.
    Nicht umsonst ist das Thema Balance für ein gutes Fußballspiel (und -team) so elementar.

    Balance aus:
    - Technik / Individualität - Taktik / System

    - jung und unbekümmert - erfahren und abgeklärt

    - offensive - definsive

    - schnelles Umschalten + Gegenpressing - Ballbesitz + zurückziehen zum Erholen
    - ...


    Mir kommt es im Moment so vor, dass zumindest in der Außenwirkung auch die Schwerpunkte der Jugendarbeit zu einseitig dargestellt werden. Aktuell spricht alles nur noch von Individualisten und Dribblern und das Thema Taktik wird verteufelt, vor 15-20 Jahren ging es genau darum, dass Deutschland taktisch zurückgeblieben sei (was übrigens vollkommen richtig war!).
    Nehmen wir nochmal die Spanier vom Dienstag als Benchmark:
    Das Stand ein Team auf dem Platz, das taktisch perfekt harmoniert hat. In der Offensive hatten sie sicher nicht die spektakulären Tempodribbler wie Sane, Gnabry oder Werner. Dafür haben alle 11 (+Reservespieler) in den technischen Basics ein absolut herausragendes Niveau mit dem sie im 1:1-Vergleich vermutlich 99% der Duelle gegen ihre deutschen Pendants gewonnen hätten.
    Spanien hatte also die richtige Balance zwischen Individueller Klasse und taktischem Konzept
    (in der Formel 1 würde man sagen, die Abstimmung war perfekt)

    Bei Deutschland sind z.T. in Teilbereichen herausragende Spieler ohne Plan über den Platz geirrt, was dazu geführt hat, dass ihre Schwächen mehr zu Tage getreten sind als ihre Stärken.


    Wenn man über Probleme der nachkommenden Generation diskutieren möchte, dann fällt mir im Moment übrigens eher die Aussage von Otto Addo (Talente zu satt? BVB-Coach Addo eröffnet Wohlstands-Debatte)
    ein, als die Ausbildung komplett zu verteufeln.

    Interessant wäre noch zu wissen, was denn die Parameter für das auslösen der Stufen sein sollen.
    Ich dachte zuerst an die Corona-Ampel mit den entsprechenden Inzidenwerten.

    Wenn dem so sein sollte verstehe ich aber den Unterschied zwischen gelb und "dunkelgelb" nicht.

    Prinzipiell finde ich den Ansatz aber interessant, weil er Sportartübergreifend zu nutzen wäre und auch die aktuellen Erkenntnisse zum Infektionsrisiko in bestimmten Altersgruppen einbezieht.

    Hätte Löw die Mannschaft mal 1-2 Wochen am Stück, könnte er eventuell Alternativen einstudieren, das Wissen und die Fähigkeiten haben er uns sein Trainerteam allemal.

    Na ja, eine Woche hatte er die Jungs ja beisammen.
    Klar waren da auch Spiele dazwischen, aber die längeren Länderspielpausen dienen doch genau der Möglichkeit, dass der Trainer mit der Mannschaft arbeiten kann.
    Dafür bedarf es aber eines klaren Planes von dem das Trainerteam und das Gros der Mannschaft überzeugt sind, sowie in jeder Linie der Formation 1-2 Spieler, die Umsetzung während des Spiels "moderieren" und bei Bedarf auch Kontakt zum Trainer haben um zu korrigieren. (Beides war weder am Samstag noch in den restlichen Spielen im Oktober und November zu erkennen.)
    Von Jogi Löw höre ich aber vor, währen und nach jeder Länderspielphase, dass dies und das ausprobiert wurde. (passt irgendwie zum aktuellen irgendwie).

    Also ich habe die WM 2018 sportlich nicht so schlecht wahrgenommen, wie sie vielerseits gemacht wird. Es mag sein, dass die Bewertung sehr schlecht ausfällt, wenn man Ergebnisse und die Art vom Fußball zusammenschmeißt. Für sich betrachtet (Tore und Ergebnisse außer Acht gelassen) war das schon ziemlich guter Fußball bei der WM 2018, man hat sich die meisten Abschlüsse aller Teams erspielt und hatte das Spiel abgesehen von den Kontern absolut im Griff. Die 4 Gegentore fielen in 3 Kontern und nach einem Standard. Natürlich muss man dazu sagen, dass die beiden eigenen Tore durch einen Freistoß und eine angeschossene Flanke fielen. Dennoch war Deutschland abgesehen von den Toren stark. Ich weiß, dass viele diese Einschätzung nicht teilen, aber vielleicht sollte man sich objektiv nochmal die Spiele oder die Highlights anschauen. Fair ist es nämlich nicht, aufgrund von schlechter Chancenverwertung "besseren Fußball" zu fordern.

    Ganz meiner Meinung.

    Es mangelte 2018 nur an Nuancen in folgenden Punkten:

    Chancenverwertung, Tempo im letzten Drittel bzw. Tempo im defensiven Umschalten, Absicherung gegen Konter, mannschaftliche Geschlossenheit und die berühmte „Mentalität“.


    Umso weniger habe ich verstanden warum Löw nach seiner ausgiebigen WM-Analyse die grundsätzliche Spielausrichtung den Gegner zu dominieren und früh zu pressen einkassiert, und eine komplett neue passive Spielidee ausgegraben hat.

    Für die Arbeit an den Nuancen hätte er Spieler gehabt, und er hat sie immer noch. Die Anpassung des Bewährten mit kleinen Verbesserungen hätte deutlich besser funktioniert als dieser Radikale Umbruch von fast allem.

    Außerdem würde ein dominanterer aktiver Spielansatz auch besser zu dem passen was die Spieler in ihren Teams praktizieren (v.a. Bayern, Dortmund, Real, ManCity).

    Ich finde hier hat sich Löw zu sehr vom Erfolg der Belgier mit ihrem wuchtigen Umschaltspiel, die allerdings auch die Spieler dafür hatten und haben), irre Leuten lassen. Und vielleicht auch von der Tatsache, dass Bayern mit Kovac damals einen Trainer frisch verpflichtete, der ähnliches vorhatte.

    Wenn er in der Kabine redet wie in den Interviews dann Prost Mahlzeit.

    ... ich stelle mir gerade den Gesichtsausdruck von Gnabry und Sane vor, während Jogi erklärt:

    „Wir müssten vielleicht irgendwie, irgendwo, irgendwann...


    Natürlich Ironie! Und natürlich wird das seinem Lebenswerk nicht gerecht, aber in der Situation braucht’s auch mal was zum schmunzeln...

    Das ist völliger Unsinn. Die Qualität ist so hoch, dass sogar sechs der Spieler dieses Jahr die CL gewonnen haben. Also bitte!

    CL-Sieger sind Kimmich, Goretzka, Gnabry und Neuer.
    Süle auf dem Papier zwar auch, viel beitragen konnte er in der letzten Saison dazu aber nicht.

    ...

    und auch wenn ich mit der „dürftigen Qualität“ etwas überzogen habe:

    Einfache technische Fehler, wie sie Sane, Gnabry und Werner gestern unterlaufen sind und immer wieder unterlaufen sind Zeichen mangelnder Konstanz und auch Konstanz ist eine Form von Qualität.

    Ich bin auch grundsätzlich der Meinung, dass es mit dieser Mannschaft möglich sein muss erfolgreich zu sein, vielleicht keine Titel gewinnen, aber vernünftige Leistungen zu erzielen.

    Dazu Bedarf es aber Trainervorgaben, die zu den Stärken der Spieler passen, und Unterstützung und Coaching auch während des Spiels.

    Ich kann als Trainer doch nicht einerseits darauf verweisen, dass die Mannschaft in der Entwicklung steckt und mich dann auf die Bank setzen und seelenruhig dabei zuschauen wie sie schwindelig gespielt wird.

    Ich kann nur bewerten, was ich gesehen habe und behaupte, dass dass hier ein Kollektiv versagt hat und nicht nur der Trainer.

    Absolut richtig.
    Aber ausreichend Spieler um alle auszutauschen gibt der Markt nicht her.

    Trainer gäbe es zwar auch nicht zu Hauf, der ein oder andere Kandidat wäre aber schon am Markt.
    Und da viele Spieler aktuell im Verein funktionieren und in der NM nicht, ist nach zwei Jahren des herumtüftelns der Zeitpunkt gekommen, dass einmal ein anderer sein Glück versucht.

    Moment mal! Welche Spieler in der deutschen Mannschaft sind denn tatsächlich Weltklasse? Misst du Kroos noch am 2014er Kroos? Ist Werner Weltklasse? Sind Goretzka und Gündogan tatsächlich Weltklasse? Ist in der Viererkette überhaupt ein Spieler, der (die Kicker-Einordnung) Internationale Klasse verdienen würde? Und das würde sich auch mit Müller, Boateng und Hummels nicht ändern, die allesamt ebenfalls keine Weltklasse sind.

    An Weltklasse kommen im Moment tatsächlich nur Neuer und Kimmich ran, wobei ich letzteren gestern schmerzlich vermisst habe, egal ob im Zentrum oder auf rechts.
    Kroos schafft sich mittlerweile irgendwie selbst ab und Sane hat gestern eindrucksvoll bewiesen, wie weit der Weg vom hochveranlagten zum richtig guten konstanten Spieler tatsächlich ist. Da hat ihm sein französisches Pendant Coman einiges voraus. Wenn man so will hat Sane gestern nachträglich seinen Ausschluss vor der WM 2018 gerechtfertigt ...
    Aber auch ohne Weltklassespieler sollte ein Nationaltrainer mit denen von nationaler und internationaler Klasse, die gestern auf dem Platz standen eine andere Leistung als die gebotene erreichen können.
    Übrigens ist der einzige Weltklassespieler bei den Spaniern kurz vor der Halbzeit verletzt vom Platz gehumpelt.

    Das Spiel hat gestern ein fantastisches taktisch vom Trainer gut eingestelltes und während des Spiels permanent gecoachtes Kollektiv gewonnen.

    Auffallend war, dass bei den Spaniern jeder Spieler zu jeder Zeit in der Lage war einfache Dinge (Ballan- und -mitnahme, saubere Pässe egal ob kurz oder lang, schnelle kurze Freilaufbewegungen, Zustellen von Pass- und Laufwegen) sauber und präzise auszuführen.

    ...

    Aber man muss auch das Spiel ganz realistisch betrachten: man liegt zur Halbzeit mit 0:3 zurück, darunter zwei Kopfballtore nach Ecken und ein Abpraller von der Latte. Klar kann man die Tore verhindern, aber ich weigere mich, Tore nach Ecken als Indikator für spielerische Unterlegenheit zu nehmen. Klar war man unterlegen, aber die Tore fallen nicht deshalb. Mit einem 0:1 zur Halbzeit kommt man sicher auch mit einer anderen Einstellung aus der Kabine.
    ...

    Sicher kommt man mit 0:1 anders aus der Kabine als mit 0:3
    Realistisch betrachtet wäre nach dem Spielverlauf ein 0:5 aber wahrscheinlicher gewesen als ein 0:1.
    Was ich damit meine: das 0:3 zur Halbzeit hatte nichts mit Zufall oder Pech zu tun, sondern war folgerichtig, hochverdient und fiel tendenziell eher zu niedrig aus.

    Zum Thema Trainer war ich sowohl nach der WM und auch bis zuletzt Verfechter davon, dass Löw die Chance bekommen sollte weiterzumachen.
    Das Jahr 2020 mit dem gestrigen Spiel als Krönung hat meine Meinung ins Gegenteil gedreht.
    Underdog-Taktik, die nicht zu den Spielern passt, fehlende Spannung und Engagement bei Spielern und Trainern, Spieler die im Verein Leistung bringen und in der NM völlig abtauchen sind nur die auffälligsten Punkte, die sich die sportliche Leitung zuschreiben muss.

    Mir leuchtet nach wie vor nicht ein, warum nach der Analyse der WM 2018 das Spielsystem komplett auf links gedreht werden konnte. Das ausscheiden damals hatte viele Gründe, die mehr ins Gewicht gefallen sind als die taktische Ausrichtung. Nur weil damals durch mangelnde Torgefahr keine Tore erzielt und durch fehlende Restabsicherung dumme Tore kassiert wurden hat man die bisherige Stärke Gegner dominieren zu können hergeschenkt.
    Was man mit Dominanz und Ballsicherheit mit einem Gegner anstellen kann haben die Spanier gestern eindrucksvoll demonstriert.
    Beim deutschen Team laufen derzeit gestandene Spieler von (ehemals?) internationalem Format genauso wie unerfahrene talentierte Spieler orientierungslos und ohne Plan über den Platz.
    Es fehlt natürlich an vielen Stellen im vergleich zu 2010 - 2016 an Qualität. Aber viele Spieler bringen ihre PS im Verein auf den Platz und sind in der Nationalmannschaft nicht wiederzuerkennen. Und da frage ich mich schon, warum im Verein ein Trainer dafür verantwortlich sein soll und in der Nationalmannschaft nicht. Mit über zwei Jahren ohne nachhaltige Verbesserungen und Konstanz in der Leistung ist auch ausreichend Zeit für ein Fazit verstrichen.
    Zu warten, bis das nächste Turnier vergeigt wird, oder wie 2002 zufällig gut geht und dann zu falschen Schlüssen führt halte ich für fatal.

    Ich fand ja mehr noch das Mittelfeld unterirdisch. Kroos, Gündogan, Goretzka, keiner war in der Lage für einen kontrollierten Spielaufbau. Das war ein echter Klassenunterschied, Respekt für die Spanier!


    Grüße

    Oliver

    Klar kann die Abwehr bei 0:6 nicht gut gewesen sein. Mich hat aber auch das was davor (nicht) stattfand viel mehr erschreckt.

    Kroos, Gündogan, Goretzka und noch viel schlimmer Sane, Werner und Gnabry. Alle sechs quasi nicht vorhanden. Keine Ballbesitzphasen mit mehr als drei Stationen. Sanes Ansätze zum Dribbling hatten schon was von Arbeitsverweigerung. Entweder ich geh da vernünftig und mit Intensität rein, oder ich spiele den Ball wieder ab. Er hat aber mit jeder seiner Aktionen Ballverluste mit Ansage produziert.

    Zur Taktik: wenn ich abwarten und Umschaltspiel spielen will, dann müssen die offensiven Spieler die schnellen Bälle auch verarbeiten können bzw. die Passgeber verarbeitbare Pässe spielen. Erschreckend wie sich technische Mängel durch die komplette Truppe ziehen.

    Thomas Tuchel hat mal nach einem sehr schlechten Spiel über seine Dortmunder gesagt: „von vorne bis hinten ein einziges Defizit“ . Nie hätte der Spruch besser gepasst als gestern.

    Aus der Trainerdiskussion wollte ich mich bis gestern eigentlich raushalten. Wenn eine Mannschaft aber dermaßen planlos über den Platz läuft, dann hat ihr das Trainerteam keinen Plan mitgegeben oder diesen falsch vermittelt. Denn selbst mit einem schlechten Plan hätte man das Spiel zwar verloren, aber nicht in der Höhe und Deutlichkeit. Man darf ja nicht vergessen, dass das Ergebnis eigentlich noch zu niedrig ausgefallen ist.

    Das alles berücksichtigt, und vor dem Hintergrund, dass Spieler, die in ihren Vereinsmannschaften das ganze Jahr über ordentlich abliefern, für Deutschland aber ein unterirdisches Spiel nach dem anderen zeigen (Gnabry, Werner, Ginter...) schreit bei mir nach Trainerwechsel.

    Verfügbar und qualitativ passend ist meiner Meinung nur Rangnick, der wenn man jetzt reagiert drei Monate hätte um sich gewohnt akribisch auf die Sache vorzubereiten und das beste aus der Situation zu machen.

    Jogi Löw traue ich nach seinem gestrigen Auftritt während und nach dem Spiel nicht mehr zu, dass er das Engagement und die Mittel hat, um die Kurve zu bekommen.

    Viel schlechter kann es nicht mehr werden und wesentliche Besserung ist unter der aktuellen Führung nicht in Sicht.

    Allerdings darf man sich auch nach einem Trainerwechsel keine Wunder erwarten.

    In Summe ist die Qualität einfach zu dürftig. Die letzten Spiele der u21 bestätigten das leider. Und hier geht es nicht um Mätchpläne und Systeme sondern tatsächlich um individuelle technische und taktische Basics. Hier waren wir den Spaniern haushoch unterlegen und selbst gegen die Ukraine wirkte deren Spiel klarer und sauberer als das deutsche.

    War jemand gestern in der Livesession? Wenn ja könnt ihr es weiterempfehlen?

    wie schon Larius und MDahlin schrieben war die Einheit nicht sonderlich spektakulär, was ich aber bei Videotraining auch gar nicht erwartet habe.
    Die Übungen waren ok und wenn man richtig dranblieb, hat man die kurzen Pausen zwischendurch auch ganz gut gebrauchen können.
    Ich habe das Bild für meinen Sohn (10) auf den großen Fernseher im Wohnzimmer verlinkt, was in Verbindung mit dem oben erwähnten live-Charakter schon ein bisschen was hermachte.
    Gut fand ich die Zwischen- und Schlussstatements von Nate Weiss.

    Er hat eingeräumt, dass die Übungen natürlich keinen direkten Bezug zum Spiel haben, aber der Effekt, dass man lernt den Ball zu beherrschen (und nicht umgekehrt) zu mehr Sicherheit und Selbstvertrauen führt um auch in komplexen Spielsituationen Lösungen zu finden trotzdem sehr wichtig ist.

    Alles in allem eine Technikeinheit für drinnen, wie wir sie unseren Kids auch selbst per WhatsApp o.ä. anbieten können. Ich denke aber schon, dass für viele die Tatsache, dass da "Nationaltrainer" etc. etwas anbieten einfach einen zusätzlichen Motivationsschub erzeugen.

    @ Hans: ich bin Deiner Meinung, dass eine Verschärfung zum jetzigen Zeitpunkt schwer nachvollziehbar wäre und bei vielen auf wenig Akzeptanz stoßen würde.

    Wahr ist aber auch: zu dem Zeitpunkt als der Lockdown-Light angekündigt wurde, noch bevor er in Kraft trat wurde bereits flächendeckend über Ausnahmen, Erleichterungen und Schlupflöcher um die Maßnahmen auszuhebeln diskutiert. (auch hier im Forum)

    Letztendlich ist man doch als Entscheidungsträger, der das große Ganze zu verantworten hat gezwungen die große Keule zu schwingen, um zumindest einen Teilerfolg zu erzielen. Das hat in meinen Augen nichts mit Machtspielen zu tun, sondern ist leider die einzig mögliche Reaktion darauf, wie Deutschland im Moment tickt.

    Könnte man sich darauf verlassen, dass die Masse (>80%) sich an Regeln hält die notwendig und sinnvoll sind, wäre weit weniger als das was seit 2.11. gilt vollkommen ausreichend gewesen. Aber das ist leider nicht der Fall.


    So jetzt aber genug Politik. Ich würde viel lieber über Fußball sprechen und freue mich deshalb auf das online Training vom DFB heute Abend!