beobachter_1000
Ich kann Dir da nicht ganz zustimmen.
Ich glaube schon, dass die Mehrzahl der Menschen, die sich mit der fußballerischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen befassen keine persönlichen Eitelkeiten befriedigen wollen, sondern tatsächlich das Ziel haben das Beste für ihre Schützlinge möchten.
Ob sie immer genau wissen, was das beste ist steht auf einem anderen Papier.
("gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht")
Ich bleibe bei meinem Mantra, dass allen beteiligten ein radikal veränderter Wettkampfbetrieb im Kinder- und Jugendfußball helfen würde.
Heute haben viele als mittel-/langfristiges Ziel eine gute Position in der Tabelle zu erreichen bzw. auf- oder nicht abzusteigen. Kurzfristig müssen dann in jedem Spiel möglichst viele Punkte geholt werden, so dass das Training entsprechend viel zu früh auf das nächste Spiel ausgerichtet wird und die Spiele mit einer dementsprechenden Emotionalität aufgeladen werden, die es natürlich irgendwann im Fußball auch mal braucht. Für mich wäre es aber vollkommen ausreichend, wenn man im Erwachsenenbereich damit startet.
Ohne Tabellen und Auf-/ Abstiege könnte sich der Focus verschieben:
Mittel-/ Langfristiges Ziel: fußballerische Entwicklung der Spieler (als Einzelner als auch als Team)
Kurzfristiges Ziel: nächstes Spiel erfolgreich gestalten und natürlich wenn möglich gewinnen, aber nicht um jeden Preis, weil das Ergebnis auf den langfristigen Erfolg keine Auswirkung hat...
Zu den Vatertrainern:
Ich bin auch so einer, und ich kann mich nicht davon frei machen, dass ich den Job nur mache, weil mein Sohn gut kicken kann und im Verein keine vernünftige Lösung für die damalige U7 vorhanden war. Ich gebe auch zu, dass mein Focus beim Training und auch im Spiel immer etwas mehr auf meinem Sohn liegt als auf den anderen (manchmal auch zu seinem Leidwesen).
ABER: ich bin auch überzeug davon, dass alle bis zu 50 anderen Jungs, die ich in den letzten 6 Jahren betreut habe und die vermutlich 10% weniger Aufmerksamkeit bekommen haben als mein Sohn trotzdem genug gelernt und mitbekommen haben und nicht schlechter dran waren als mit einem Nicht-Vater-Trainer.