Beiträge von Coach1976

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    Ich bin im eher ländlichen Raum unterwegs. Auch hier ist es nicht so, dass die "großen" Vereine systematisch den Stützpunkt abgrasen.
    Die "frühreifen" Talente sind i.d.R. schon ab U10/U11-Alter bekannt und landen ggf. schon in der U12 von NLZ bzw. ambitionierten Leistungsvereinen. Hier findet (z.B. beim NLZ, für die anderen kann ich nicht sprechen) aber kein aggressives An- oder Abwerben statt.

    Es wird Interesse am Spieler geäußert und natürlich auch, dass man ihn für talentiert hält und Potential sieht. Aber nie mit dem "Druck" à la wir wollen das Kind unbedingt bei uns im Verein haben und es muss unbedingt zu uns kommen.

    Im Falle einer Absage durch das Kind oder die Eltern wird das akzeptiert mit dem Hinweis, dass man die Entwicklung gerne weiter beobachten und sich wenn möglich gerne zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal unterhalten möchte.

    Dementsprechend landen am Stützpunkt natürlich immer noch jede Menge talentierte Kinder, von denen ggf. die Top 5 eines Jahrgangs wiederum für NLZ oder Leistungsvereine in Frage kommen. Diese 5 Kinder kommen dann aber nicht aus einem einzigen Dorfverein sondern eher aus 4-5 verschiedenen. Dementsprechend ist die Angst, dass der Stützpunkt durch ein Wechseldomino ganze Jugendabteilungen zerstört vollkommen unberechtigt.

    Die Gefahr, die ich tatsächlich sehe, ist dass die Kinder durch das höhere Trainingsniveau (aufgrund der höheren Leistungsdichte unter den Spielern - nicht unbedingt, will das Training an sich so viel besser ist). Sich im Training zu Hause einfach nicht mehr so wohl fühlen und deshalb Lust auf eine Veränderung bekommen.
    Das ist für den ein oder anderen Verein zwar wirklich Schade, aber gehört nun mal dazu. Ich finde es sehr Schade, wenn man Kindern durch eine "Wagenburgmentalität" die Weiterentwicklung verwehrt, nur weil man den eigenen Laden zusammenhalten will.

    Ich stelle mir gerade vor Kindern in der 4. Klasse wird aktiv davon abgeraten auf die Realschule oder das Gymnasium zu gehen, weil die Örtliche Mittelschule sonst wegen Schülermangel schließen müsste...


    Die oben von Jense angesprochene Situation, dass Spieler nach einem Wechsel in der 3., 4. oder 5. Mannschaft eines großen Vereins landen nachdem sie dorthin gewechselt sind, gibt es bei uns Gott sei Dank nicht und bringt natürlich niemandem etwas, außer dem großen Verein Mitgliedsbeiträge.

    Bitte nicht vergessen, dass genau in dem Alter gerade bei Mädchen Entwicklungsprozesse einsetzen, die zu einer deutlichen Unterscheidung in der körperlichen Leistungsfähigkeit zwischen Mädels und Jungs beitragen.

    Bitte nicht falsch verstehen. Aber wenn man bisher nur Jungs gewohnt war, die in dem Alter i.d.R. nochmal einen Zahn zulegen, oder Mädels in der E- und D-Jugend, die teilweise athletisch sogar den Jungs überlegen sein können, dann hat man in dieser Altersstufe bei den Mädels manchmal tatsächlich das Gefühl, sie hätten einen Schritt zurück gemacht, obwohl das gar nicht stimmt.
    Trotzdem hilft sicher am ehesten der Vorschlag von Fechter , wobei ich den Schwerpunkt eindeutig auf kleine Spielformen legen würde, wo die Mädels ständig zum sprinten gefordert werden.

    Hatte gestern nach einem ziemlich stressigen Arbeitstag ein sehr angenehmes Training. Schönes Wetter, brave Kinder und einen neuen erklär Ansatz für das Freilaufen und Abstandhalten gegenüber dem ballführenden Mitspieler gefunden.


    Der Ball ist eine Sonne. Die Gegenspieler sind Bäume in deren Schatten es viel zu kalt ist. Daher bewegen wir uns aus diesem Schatten heraus. Die Sonne ist aber auch heiß und nur der ballführende Spieler ist immun gegen diese Hitze. Daher Abstand halten.


    Beim gegnerischen Ballbesitz lassen wir nicht zu, das sich der Gegner schön sonnen lassen kann. Außerdem wollen wir die Sonne wieder haben, damit uns wieder warm wird.

    Raumnutzung und Freilaufen haben dann noch besser funktioniert.

    Das klingt wirklich sehr gut und meiner Meinung nach optimal für den Kinderfußball. Damit können die kleineren unserer Spieler viel mehr anfangen, als mit den Fachbegriffen um sich zu wirbeln!

    Bei den Bambini ganz sicher.

    Ich musste mich aber ab der F-Jugend ganz schnell umstellen, da die meisten Kids da mit den Fantasiegeschichten wie sie ja auch der DFB-Leitfaden vorschlägt nicht mehr viel anfangen konnten.

    Die besondere Herausforderung war dann allerdings, den richtigen Ton und Sprachstil zu finden.

    Für "Kindergeschichten" waren sie schon zu groß für "richtige" Fachsprache noch zu klein.

    Das meiste lief dann tatsächlich darüber, dass man bestimmte Situationen kurz praktisch vorgemacht hat, positiven und negativen Effekt von "richtigem" und "falschem" verhalten demonstriert und dann einfach spielen lassen.

    Last ihr ihn eure Enttäuschung spüren?
    Wenn man das erste mal nach so langer Zeit verliert, darf man natürlich enttäuscht sein, aber jede Serie endet nun mal irgendwann. Enttäuschung deshalb maximal über die Niederlage und nicht über die Leistung einzelner.
    Grundsätzlich gilt (v.a. in Anbetracht der vorherigen Siegesserie: Weiter geht´s., verlieren gehört eben auch dazu.)


    Macht ihr ihm Vorwürfe?
    Auf gar keinen Fall. Du schreibst ja es waren keine Fehler, sondern Pech in den Aktionen. Wenn er sich dabei das ein oder andere Mal klüger hätte verhalten können, dann sollte das schon sachlich, ohne Vorwürfe besprochen werden, aber eher unter dem Thema Weiterentwicklung als im Sinne von negativer Kritik...
    Ausnahme: der Spieler hat in den letzten Wochen übermäßige Überheblichkeit oder Arroganz an den Tag gelegt und den Fokus verloren. Dann könnte man ihn schon daran erinnern, was wesentlich ist.


    Ironische Anspielungen ?
    kommt darauf an, wie Euer Verhältnis ist, und wie die Stimmung aller Beteiligten (Torwart, Trainer, Mannschaft) in Bezug auf die Niederlage ist. Wenn Ihr alle die Niederlage als kleinen Ausrutscher wertet, und Euch grundsätzlich aber als gefestigt seht, kann man sowas auch mal mit Humor nehmen. (passiert z.B. bei den Bayern ab und zu ja auch). Habt Ihr Sorge vor dem Eintritt in eine Negativspirale ist es vermutlich schlauer das Spiel abzuhaken und sich auf die nächsten Aufgaben zu konzentieren.


    Wieder aufbauen !
    Natürlich. Vermutlich hat er Euch in der Vergangenheit schon den ein oder andere Sieg gerettet. Daran sollte man ihn erinnern.

    Vor allem, wenn er in dem verlorenen Spiel zwar unglücklich agiert hat, ihm aber keine groben Fehler vorzuwerfen sind. - und selbst dann ist es immer wichtig einen Spieler aufzubauen, der von sich selbst enttäuscht ist.

    Ich werde das nie verstehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ausbildung im NLZ von Bayern so viel besser ist als die in Gladbach. Oder ist es nur das Geld? - aber auch dann kann ich das nicht verstehen oder ist es wirklich so viel, dass die meisten schwach werden?

    Vermutlich war es schon immer der Traum der Familie in München zu leben und jetzt hat sich eine günstige Gelegenheit dafür ergeben;)

    Spaß beiseite:
    Einfach unfassbar, was da passiert.

    In zwei, drei oder vier Jahren hätte man den Schritt auch bei der Großen Entfernung nachvollziehen können.
    Jetzt ist es doch offensichtlich, dass die Bayern ein Schnäppchen machen wollten im Vergleich zu dem was das Ganze in 2,3,4 Jahren gekostet hätte wenn der Junge sich wunschgemäß in Mönchengladbach entwickelt hätte. Deswegen hat man die Familie mit dem Geld geködert. Im Prinzip eine schreckliche Wette auf die Zukunft von beiden Seiten.

    Ich weiß nicht, wo die Lebenshaltungskosten in Mönchengladbach so liegen (inkl. Miete), aber aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass das Geld, das die Familie bekommt vermutlich die Differenz der Lebenshaltungskosten zwischen Mönchengladbach und München für die nächsten 5 Jahre ausgleicht. d.h. verdienen tut daran niemand. Bleibt dem Jungen nur zu wünschen, dass er die Erwartungen erfüllt und am Ende nicht nur Verlierer übrig bleiben...

    Ich hatte in meinem ersten U10/11 Jahr ca. 24 Kinder für 2 Teams.

    Wir waren 2 Trainer + 1-2 Co-Trainer. Dummerweise war von Anfang an klar, dass an einem Trainingstag maximal zwei Trainer da sein können oft auch nur einer. Am anderen Tag waren dafür zuverlässig 3-4 Betreuer vor Ort.
    Wir haben das "Problem" direkt kreativ in unser Trainingskonzept eingebaut.
    Der Montag wurde unser offizieller "Bolzplatztag". Je nach Trainingsbeteiligung gab es 2-4 Spielfelder auf die die Jungs aufgeteilt wurden. Der anwesende Trainer stand irgendwo in der Mitte, hat für Ruhe gesorgt und bei Bedarf die ein oder andere Spielsituation gecoacht, aber die meiste Zeit haben wir die Kids sich selbst überlassen.
    Donnerstags, war dann "normales" Training, mit Spielformen, Technikübungen und der ein oder anderen Individualtaktischen Erklärung.


    Ich würde heute selbst wenn immer alle Trainer Zeit hätten meine Trainingsplanung in der Altersklasse wieder genauso organisieren, sofern zwei Einheiten pro Woche zur Verfügung stehen. Die Kinder haben die Spielmontage wirklich genossen und es wurde von Woche zu Woche besser und letztendlich profitieren auch die Trainer davon, weil sie nur alle 3-4 Wochen "Bolzplatztag" haben.

    @all: euch ist schon bewusst, was für eine Generation wir da erziehen? Die können nicht mal 4 gegen 4 ohne Aufsicht spielen - warum? Weil wir sie nicht lassen und sie die Erfahrungen nicht sammeln dürfen. Da müssen wir als Trainer durch - und loslassen. Zum Glück sind 9jährige noch nicht auf Effizienz getrimmt.

    Nach Deiner Antwort muss ich meinen Post wohl etwas relativieren / anpassen.
    Prinzipiell gebe ich Dir recht. Eigentlich sollte es machbar sein, dass 9-jährige das hinbekommen.

    Die Erfahrung zeigt leider, dass es mittlerweile nur noch sehr selten funktioniert.

    Man könnte alle kommen lassen und ganz bewusst jede Gruppe 50% der Trainingszeit allein spielen lassen, egal wie "effizient" das Ganze verläuft.

    Die anderen 50% der Zeit wird sich der jeweils anderen Gruppe intensiv beschäftigt.

    Machbar ist das schon, aber wichtig dabei ist, dass man bewusst loslässt und hofft, dass die Gruppe, die frei spielt irgendwann selbst zu der Einsicht kommt, dass es mehr Spaß macht mit / gegeneinander zu kicken als pausenlos zu streiten, diskutieren oder ähnliches.

    Für 9-Jährige sehe ich die Obergrenze bei 10 Kids pro Trainer.

    Alles andere ist Kinderbetreuung nicht mehr.

    Im Prinzip hast Du folgende Möglichkeiten:
    - Verein kümmert sich um einen festen Co-Trainer (hat Du schon angesprochen, ohne Erfolg)
    - Info an die Elternschaft und Vereins-/ Jugendleitung, dass Du das Training nur noch mit der kompletten
    Mannschaft durchführst, wenn sichergestellt ist, dass zu jedem Training eine Person zur Unterstützung /
    Aufsicht komm. Das müsste ja gar nicht immer dieselbe Person sein, auch wenn es natürlich vorteilhaft ist,
    wenn nicht zu jedem Training jemand anderes kommt, weil sowohl die Kinder als auch Du etwas Routine
    gebrauchen können.
    Sollten beide Vorschläge keine Verbesserung bringen hilft entweder der Vorschlag von luibo :

    freundliche Info an Eltern und Vereins- / Jugendleitung:
    um sinnvoll trainieren zu können teilst Du das Team in zwei Trainingsgruppen auf,.
    Je nachdem ob Du ein oder zwei Einheiten pro Woche ansetzt bedeutet das, dass jede Gruppe 1x pro Woche oder 14-tägig Training hat. Das ist weder für die Kinder noch für den Verein eine schöne Lösung, aber wenn Du so weitermachst wie bisher reibst Du Dich auf und wirst Deinem Anspruch an Dein Training trotzdem nicht gerecht. Mir der genannten Veränderung bringst Du eine praktikable Lösung und zeigst gleichzeitig, dass Du konsequent handelst und den schon länger angemahnten Engpass auf der Co-Trainer-Position nicht länger akzeptieren kannst.

    ich kann mich let1612 nur anschließen.

    Ich freue mich auf viele interessante Berichte aus einem neuen Blickwinkel...

    Grundsätzlich finde ich den Weg, den Dein Sohn einschlägt mutig (allein in die USA in der aktuellen Zeit), aber auf jeden Fall sinnvoll, da die Kombination aus Studium und Leistungssport mit ausreichend Fokus auf beidem wohl nur dort möglich ist.
    In Deutschland stelle ich mir die Kombination aus Regionalliga und Studium (egal ob Präsenz- oder Fern-) deutlich kompliziert bis kaum vernünftig realisierbar vor.
    Für das Präsenzstudium fehlt die Zeit, im Fernstudium fehlt der Kontakt zu Kommilitonen und zur Hochschule.
    Hinzu kommt, dass das sportliche Umfeld (Trainingsbedingungen, Infrastruktur, Medizinische Versorgung) an einer US-Uni vermutlich deutlich besser sind als bei 80% aller deutsch Regionalligisten.

    Trotzdem interessehalber die Frage:
    war der Weg über den Teich von Anfang Eure präferierte Alternative falls es im Ausbildungsverein nicht weitergehen sollte?
    Oder hat Dein Sohn auch mal darüber nachgedacht sich (z.B. über einen Berater) an anderer Stelle im deutschen Profifußball (Liga 1,2,3 inkl. professionelle Teams in den Regionalligen) anzubieten?

    Das Problem an Studien ist leider, dass sie immer den durchschnitt zeigen und nicht den individuellen Fall betrachten.

    Ich persönlich halte absolut nichts davon, dass NLZ überhaupt unterhalb der D-Jugend Leistungsmannschaften betreiben.

    Gegen Breitensportmannschaften spräche natürlich nichts, ist in meinen Augen aber schwer umsetzbar.

    So würde die U9 von z.B. Bayern München für sämtliche Gegner immer mit dem Großen Club assoziiert werden und auch die Spieler, die in diesem Team spielen wollen würden sich als "etwas besseres" sehen und weite Wege und unverhältnismäßigen Aufwand in Kauf nehmen.

    Dementsprechend würde der Leistungsbereich erst ab U12 beginnen.

    Man könnte natürlich den 18 Bundesligavereinen und meinetwegen auch den Top5 der zweiten Liga grundsätzlich untersagen Mannschaften unterhalb der D-Jugend zu haben, aber es gibt auch genug Vereine, die auf einen Breitensportunterbau angewiesen sind, weil Ihre langfristige Zugehörigkeit zum Profibereich nicht gesichert ist und die allein aus Marketinggründen (Rekrutierung von späteren Fans!) und aufgrund der Mitgliedsbeiträge mit den kleinsten im Jugendbereich beginnen müssen.

    Es wäre absolut von Vorteil, wenn hier zumindest die Zuordnung der Teams bis inkl. U11 ganz klar vom NLZ abgekoppelt ist und diese Teams ganz plakativ unter Breitensport geführt werden. Im Rahmen der NLZ-Zertifizierung könnte je nach regionaler Lage für diese Altersstufen ja auch maximale Entfernungen, aus denen die Kinder kommen dürfen festgelegt werden.
    In meinen Augen hat in einer Breitesportmannschaft eines NLZ bis inkl. U11 z.B. kein Kind, das von außerhalb des Stadtgebiets kommt etwas verloren, sofern im Heimatort des Kindes eine Mannschaft in dieser Altersklasse existiert.


    Ab D-Jugend, muss man einfach immer wieder abwägen, was sinnvoll ist. Da sind meiner Meinung nach die NLZ selbst in der Verantwortung und da geht es meiner Meinung nach auch nicht ohne vernünftige Kooperation mit den umliegenden Vereinen.

    Wenn z.B. im Wohnort oder Nachbarort ein Leistungsverein mit vernünftigem Niveau existiert, warum empfiehlt man den Spieler in der D-Jugend nicht dahin und holt ihn bei entsprechender Entwicklung später zu sich. Sollte aber kein passender Verein existieren, der näher erreichbar ist als das NLZ, können in der Altersklasse 2 Jahre auf zu niedrigem Breitensportniveau tatsächlich dazu führen, dass der Spieler stagniert und der Entwicklungszug ohne ihn abfährt.


    Dementsprechend steckt in dem Artikel schon viel wahres, wenn man sich die Studie von Prof. Gülich genauer anschaut und ach mal den ein oder anderen Podcast anhört, in dem er sich zu dem Thema äußert, dann kommt mir vieles davon einfach zu pauschal rüber ohne den Einzelfall näher zu betrachten.

    Ich bin in einer ähnlichen Situation - aber umgekehrt als Trainer.


    Über meinen Jugendleiter habe ich erfahren, dass einer meiner Spieler ein Probetraining mit Wechselwunsch bei einem anderen Verein machen möchte. Ob ich das wüsste und was ich davon halte. Ich bin aus allen Wolken gefallen und bin bis heute sauer. Sowas macht man einfach nicht. Wenn man einen Wechselwunsch hat - was vollkommen legitim ist - ist der erste, mit dem man spricht, der eigene Trainer. Der kennt einen nämlich, weiß, was sinnvoll ist und möchte einfach informiert sein, wenn plötzlich ein Spieler (den man im Zweifel fest eingeplant hat) weg geht.


    In diesem Fall kommt noch hinzu, dass der Wechselwunsch absurd ist. Der Spieler kam zu uns, weil ihn ein anderer Verein schon nach Probetraining als zu untalentiert abgewiesen hat. Bei uns im Breitensportverein, wo jeder spielen darf, ist er so Mittelklasse, wird eher als Wechsler eingesetzt und zeigt wenig Ambitionen. Jetzt will er ausgerechnet zum besten Verein in der Gegend wechseln, wo er sich als "Super-Stürmer" angekündigt hat (tatsächlich 1 Tor in der Kreisliga geschossen). Hätte er mit mir gesprochen, hätte ich ihm klar gesagt, dass er bei diesem Verein nicht die geringste Chance hat. Die sind einfach Klassen besser, spielen teilweise Verbandsliga (wir: Kreisliga). Das Ergebnis wird sein: Er geht mit großen Hoffnungen zum Probetraining und die werden sich angesichts seiner Leistungen fragen , ob er sie veräppeln wollte. Letztlich steht dann auch unser Verein doof da ("Die schicken uns irgendwelche Luschen zum Probetraining.")

    So sehr ich deinen Unmut verstehen kann:

    Hättest Du dem Wunsch für das Probetraining widersprochen?

    In meinen Augen spricht ja nichts dagegen den Jungen zu fragen: "Bist Du Dir da sicher? Ich glaube, dass das schwer wird."

    Aber am Ende muss er oder die Eltern die Erfahrung selbst machen und unterm Strich ist es ja vielleicht sogar positiv, wenn der Spieler erkennt wo seine Grenzen sind und die Einsatzzeiten im eigenen Team zukünftig mehr wertschätzt.

    Ihm aber klar sagen, dass er da nicht die geringste Chance hat, würde ich sein lassen. Es ist am Ende nur Fußball und nur ein Hobby und jeder kann frei entscheiden, wo und wie er dieses ausüben möchte. Vermutlich sind nämlich auch die Form der Einnahme und "Besitzergreifung", die in den Vereinen immer noch sehr prägend ist ("mia san mia" für Amateure) mit ein Grund, dass sich manch einer im Konstrukt Vereinsfußball nicht mehr wieder findet und letztlich auch einer für den Drop-Out.


    Trotzdem verstehe ich, dass Du am liebsten direkt über Probetraining und Wechselwunsch informiert werden würdest. Das ging mir als Trainer genauso. Ich hatte aber auch das Glück, dass es immer der Fall war.

    2x talentierte Spieler, die es bei höherklassigen Vereinen versuchen wollten.

    Einer wurde abgelehnt, blieb dann bei uns. Ein anderer hat es versucht, kam aber nach einem Jahr zurück, weil der Aufwand zu groß war.

    1x schwächerer Spieler, der zwar ausreichend Spielzeit bei uns bekam, aber das Gefühl hatte die Mannschaft ist zu stark. Er hat sich tatsächlich im Training überfordert gefühlt, weil er im Vergleich zum Rest deutlich abfiel. Die Eltern waren der Meinung, dass das Kind im Nachbarverein, wo das Team mehr schwächere Spieler hatte selbstbewusster agieren könnte.

    Der Spieler ist dann später zur U15 wieder zu uns zurückgekehrt und integriertes Mitglied der Mannschaft, wenn auch Ergänzungsspieler. Ob er sich besser entwickelt hätte wenn er bei uns geblieben wäre ist hypothetisch. Fakt ist aber, dass es in den zweieinhalb Jahren im Nachbarverein selbstbewusster aufgetreten ist als bei uns, weil er Leistungsmäßig schlicht und einfach eher im vorderen viertel der Mannschaft lag als wie bei uns im hinteren.

    Ein Wechsel kann also immer verschieden Gründe haben, die es zu akzeptieren gilt. Entscheidend ist immer der Umgang damit.

    Wir sollten hier unterscheiden zwischen Information des aktuellen Vereins über ein Probetraining und Genehmigung für ein Probetraining durch den aktuellen Verein.

    Ersteres gehört für mich zu gutem Ton und Anstand und sollte durch die Eltern beim Trainer / Jugendleiter erfolgen.

    Genehmigung zum Probetraining durch den aktuellen Verein ist in meinen Augen etwas, dass nicht zwingend sein müsste. Zwar ist es z.B. bei höherklassigen Vereinen üblich, dass sie sich die Genehmigung vorlegen lassen, ich glaube aber damit soll eher die Verlässlichkeit von Spieler und Eltern geprüft werden, ob sie offen mit dem Thema bei sich im Verein umgehen und dem klagen der anderen Vereine wegen heimlichen Abwerbeversuchen ein Riegel vorgeschoben werden.

    Dementsprechend wäre es vielleicht gar nicht dumm, wenn der Gastgeberverein den aktuellen Verein wie von Charles De Goal oben vorgeschlagen auf offiziellem Weg über das Probetraining informiert.


    Warum keine Genehmigung? Was bringt es mir als Verein zu verhindern, dass mein Spieler woanders mit trainiert?
    Entweder er ist unzufrieden (egal ob Trainer, Qualität der Mannschaft oder zu wenig Freunde in der Mannschaft) dann verliere ich ihn sowieso. Gleiches gilt, wenn er sich "weiter oben" entwickeln will.

    Sobald der Spieler oder andere Verein über das Training informiert kann ich als Verein über die Gründe mit dem Spieler und den Eltern sprechen und meine Argumente für einen Verbleib im Verein anführen. Dafür muss ich das Probetraining nicht ablehnen.


    Die Pflicht zur Information sehe ich übrigens ausschließlich, wenn tatsächlich ein Wechsel angestrebt bzw. zumindest Teil der Überlegungen ist. Wenn ein Spieler in den Ferien, oder am Wochenende mal beim Verein des Klassenkameraden mit trainiert, weil er dort zu Besuch ist und es ihm ausschließlich darum geht mit seinem Freund zum Training zu gehen, kann man sich den Aufwand für Information etc. ruhig sparen. Die zusätzliche Trainingseinheit kann man ja gerne mitnehmen.

    Ich kenne es leider auch nur so, wie Du den Ablauf bei Euch beschreibst.

    Meist liegt es daran, dass die Sponsoren aus der Elternschaft bzw. dem Bekanntenkreis der Eltern kommen und diese sind bekanntlich ja von G-E (mit Abstrichen vielleicht noch in der D) euphorisch und engagiert, was dazu führt, dass diese Mannschaften mit Trikots, Bällen, Trainingsanzügen, Rücksäcken, Weihnachtsgeschenken ... überhäuft werden. Die Sponsoringbeiträge / Spenden sind dann aber in der Regel daran gebunden, dass sie für das Team des eigenen Kindes verwendet werden.

    In höheren Jahrgängen lässt das Interesse und Engagement der Eltern für den Sport der Kinder nach, was ja z.T. im Sinne der eigenständigen Entwicklung der Kids ja kein Fehler ist. Das aber hat zur Folge, dass in diesen Jahrgängen die Zuwendungen immer geringer werden und die Kids in verschlissenen Trikots auflaufen, oder im schlimmsten Fall die Trikotbeschaffung sogar aufs Team umgelegt werden muss. In meinen Augen ist das übrigens ein weiterer Baustein zum Drop-Out ab der C-Jugend.


    Ich habe bei meinem Start als Bambini-Trainer im Trainerkreis angeregt doch gemeinsam ein Konzept zu erstellen und die Sponsorengelder und vielleicht sogar einen Teil der Mannschaftskassen (auch da kommt bei den kleinen ja mehr zusammen aus o.g. Gründen) in einen Topf zu werfen und gemeinsam zu schauen welche Mannschaft gerade eine Investition am nötigsten hat.

    Das ganze wurde abgeblockt, weil die Sponsoren natürlich zum einen ihre Kinder unterstützen wollen bzw. bei den jüngeren Jahrgängen die Zuschauerzahl und dementsprechend der Werbeeffekt größer ist.

    Hauptsächlich kam die Ablehnung vom damaligen U11-Trainer, der am besten mit Sponsoren in seiner Elternschaft ausgestattet war. Als die Unternehmer- und Anwaltskinder 2-3 Jahre später lieber Tennis, Golf oder im heimische E-Sport-Studio spielen wollten, hat er dafür umso mehr in die Röhre geschaut...

    Die Situation ist wirklich schwierig.

    Als Trainer hat man in erster Linie ja die Verantwortung für die fußballerische Entwicklung der Mannschaft.

    Da fällt ein Störfaktor in dem Maß wie du es beschreibst natürlich extrem ins Gewicht, kostet jede Menge Energie und macht es quasi unmöglich den Anspruch, den Du an dich als Trainer der Mannschaft hast und was du sportlich (unabhängig von Ergebnissen und Erfolgen) erreichen willst unmöglich.

    Auf der anderen Seite ist da ein Junge, der unverschuldet aufgrund einer Krankheit häufig aus dem Rahmen fällt, der aber nicht per se böse oder "asozial" ist und mutwillig das Training und die Truppe stört.

    Vermutlich fühlt er sich im Team Wohl und mag die Gemeinschaft, spielt auch sehr gerne Fußball und kann aber den Anforderungen ans Teamgefüge nicht immer gerecht werden. Es gibt ja ausreichend Beispiele bei denen das ohne Krankheit der Fall ist, da wäre ich mit der Entscheidung Ausschluss nach mehrmaligen Warnhinweisen sofort dabei. In deinem Fall fällt es mir ehrlich gesagt schwerer so konsequent zu denken, denke aber, dass es in der aktuellen Konstellation auch nicht weitergehen kann.

    Im Prinzip benötigst Du dauerhaft eine Person, die verlässlich an jedem Training anwesend ist und sich um den Jungen kümmert, sobald es zu entsprechenden Situationen kommt.

    Ich bin in dem Zusammenhang medizinisch auch vollkommen unwissend, aber stelle mir die Frage, ob es auf Seiten der Therapie nicht eine andere Lösung gibt. Es macht ja keinen Sinn, dass der Junge eingestellt wird um den Schulalltag zu meistern und am Nachmittag / Abend jegliche Sozialkompetenz und soziale Integrierbarkeit verliert, weil die Medikamente nachlassen.

    Sollte das so sein und nicht anders lösbar, bleibt für den Jungen so leid es mir tut vermutlich nur eine Einzelsportart, bei der er sich richtig auspowern und austoben kann ohne anderen den Sport zu vergrämen.

    Ich würde ebenso das Fußballspiel als die "Hüpfburg" sehen.
    Das Spiel an sich kann ja immer wieder andere Formen annehmen.

    - kleine Gruppen mit kleinen, großen oder gar keinen Toren

    - Pendelspiele wie die Tschechenrolle

    - Großes Spiel über den ganzen Platz

    - Rondoformen

    Isolierte Übungen mit der kompletten Mannschaft habe ich am Ende überhaupt nicht mehr gemacht, sondern nur noch in der Form, dass während der größere Teil der Mannschaft unter Anleitung eines Trainers oder auch mal einfach alleine in einer Spielform unterwegs ist zwei bis drei Spieler in einer Art Einzeltraining bestimmte Techniken üben durften/mussten. Dabei ging es in der Regel darum Dinge zu verfeinern, die in ihrem Spiel auffällig waren, wie Ballannahme, Stellung zum Ball, Schusstechnik, schwacher Fuß ...

    Diese Übungen konnten dann ggf. auch mal in Drill-Form stattfinden, meistens waren es aber auch Dinge, die die 2er oder 3er Gruppe gemeinsam machen konnte.

    Wenn ein Torwarttrainer da war wurden auch gerne 1-2 Jungs ins TW-Training integriert um Flanken oder eben Torschüsse zu üben.

    Was wie oben bereits erwähnt wegfallen sollte sind Übungsformen mit dem ganzen Kader wie Torschuss oder Dribbling mit Anstehen oder Passübungen bei denen sich die Kinder in zwei 10er-Reihen gegenüber stehen. Die Möglichkeit hier qualifiziert zu korrigieren ist bei so vielen auf einmal kaum vorhanden und aufgrund der Konstellation kehrt viel zu schnell Unruhe ein.

    Es spricht natürlich nichts dagegen immer mal wieder Spielformen in anderen Sportarten einzubauen (Handball, Fußballtennis, meinetwegen auch mal American Football). Das wäre für mich aber schon die Hüpfburg um die Hüpfburg.

    Themen wie statt Training machen wir ein Fifa-Turnier um die Stimmung zu heben, oder einmal im Monat ein Grillfest oder Eis-Essen veranstalten ist mir zu viel Event drumherum. Da bin ich zu sehr Fußballtrainer und zu wenig Vereinsbeziehungsmanager.

    Wenn Kinder oder Eltern darauf Lust haben und das neben den Spiel-und Trainingszeiten organisieren, bin ich gerne dabei und unterstütze auch, aber wenn diese Dinge sein müssen, um die Fußballmannschaft bei der Stange zu halten, dann wäre ich leider raus.

    In der Theorie können zwei Co-Trainerjobs funktionieren, wenn die Trainingstage zufällig auf unterschiedliche Wochentage fallen und die Spiele ebenfalls zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden. Ob Du dann das vollgepackte Pensum persönlich stemmen kannst musst Du selbst entscheiden, ich stelle mir das trotz deiner energiegeladenen 22 Jahre schwer vor v.a., da Du ja selbst noch spielst und auch da Verantwortung als Co-Trainer hast.

    Einen Rückzieher beim aktuellen Verein finde ich menschlich kritisch. Wenn Du schon kommuniziert hast, dass Du weitermachst, und so wie es klingt ja auch im Verein schon etwas Hoffnung zur Weiterentwicklung in der neuen Saison weckst, kommt das sicher (zurecht) nicht gut an und sowas kann einem auch später immer mal wieder auf die Füße fallen. Die lokale / regionale Fußballwelt ist ein Dorf und wenn Du mal den Ruf hast, einen Verein trotz Zusage hängen gelassen zu haben, steht das mal in Deinem imaginären Lebenslauf.
    Dass Dich die neue Chance reizt und Du sie gerne wahrnehmen möchtest kann ich verstehen, aber wie meine Vorredner schon geschrieben haben, läuft die mit 22 nicht weg, wenn Du so beharrlich am Ball bleibst wie Du es beschreibst.

    Vielleicht ist es ja eine Option, wenn es passt bei den Trainings Deines Bruders zu hospitieren und gelegentlich auch zu unterstützen. Aber nur unverbindlich und wenn es sich zeitlich unterkriegen lässt. Auch die Idee von let1612 (Spiel-/Spielerbeobachter) finde ich sehr gut. Da lernt man mehr als man denkt...

    Ich würde auch aus Gründen der Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit zu meinem Wort beim bisherigen Verein stehen, aber klar kommunizieren, dass es auch die letzte Saison sein könnte.

    Wie schon gesagt, mit Deinem Engagement und bei entsprechender Qualität der Arbeit ergeben sich immer mal wieder Möglichkeiten im Leistungsfußball unterzukommen.

    Ob es die richtige Lösung ist weiß ich nicht, aber für das Trainerteam wäre es vielleicht befreiend das Thema auf den Tisch zu bringen.
    Damit meine ich jetzt aber keine "Brandnachricht" in der WhatsApp-Gruppe, sondern Teamversammlung (inkl. Spieler und Eltern) aus gegebenem Anlass. Das passt zum Rückrundenauftakt vielleicht ja sogar ganz gut.
    Dabei solltet Ihr ganz sachlich erklären, wie sich veränderte Situation für Euch im Moment darstellt und welche Probleme dadurch für das Trainerteam und die verbliebenen zuverlässigen SpielerInnen ergeben.
    Das Ergebnis ist offen. Entweder die Aussprache fruchtet und die Disziplin kehrt wieder zum alten Status zurück, oder der ein oder andere gibt zu, dass sich die Prioritäten verschoben haben und ihr müsst mit der neuen Situation irgendwie klarkommen.

    Zumindest weiß man dann als Verantwortlicher woran man ist und muss nicht enttäuscht sein, wenn die eigenen Erwartungen nicht erfüllt werden.

    Offiziell 1,5 Stunden. Aber effektiv bleiben davon eigentlich nur 1:15 da wir pünktlich raus sein müssen für die nächsten.

    Deine Variante hatte ich auch überlegt aber maximal 40 Minuten finde ich sehr knapp. Wir machen meisten eine recht großzügige Erwärmung die ich dann fast komplett entfallen müsste.

    Bei der F muss die Erwärmung wirklich nicht großzügig ausfallen, sondern beginnt am besten schon mit dem Ball.

    Dribbeln im "Wollknäuel" mit verschiedenen Aufgabenstellungen hab ich da immer ganz gerne gemacht.

    Dabei kannst Du gleich Deine 2 oder 3 Gruppen machen und die in verschiedenen Bereichen der Halle üben lassen.

    Mit zwei Trainern könntet Ihr ja schon mal zwei 10er-Gruppen machen, was das ganze etwas entzerrt.

    Die unterstützenden Eltern müssen ja gar nicht zwingend Fußballerfahrung haben.

    Es genügt doch schon, wenn jemand da ist, der eine Spielform "beaufsichtigt" damit kein Blödsinn gemacht wird.
    Oder, wenn es in der Halle mit 20 ohnehin zu eng wird könnte ein Elternteil mit einer dritten Gruppe in der Kabine, im Hallenflur, Treppenhaus das ein oder andere an koordinativen Übungen machen. (z.B. Fangspiele, Technikübungen mit Tennisbällen, Koordinationsleiter)

    Fußball spielen wäre natürlich besser, aber wenn man die Gruppen so aufteilt und dadurch die Zeit in der Halle für den einzelnen zwar kürzer aber dafür "wertvoller" wird wäre selbst das eine Alternative.

    Wichtig bei der Aufteilung nach Leistungsgruppen ist, dass alle Gruppen von den Trainern die gleiche Aufmerksamkeit bekommen und man sich für jede Gruppe im gleichen Maß Gedanken über das Training macht.

    Es sollte nicht so enden, dass die Trainer in erster Linie die stärkeren weiterentwickeln und die schwächsten nur von den "Elternlaien" beaufsichtigt werden, aber auch nicht anders herum.