Beiträge von Trainer E

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    Neue Prinzipien werden erst ohne Gegnerdruck vermittelt um dann entweder in sog. spielgemäßen Übungsformen oder Spielformen mit Spielrichtung vertieft zu werden. Rondos, Positionsspiele und Spiele in reduzierten Räumen ohne Torabschluss kennt man beim DFB, oberhalb der D-Jugend, kaum.

    Ehrlich gesagt, habe ich nur die Prinzipien überflogen und daraus, wahrscheinlich den falschen Schluß gezogen,

    das sich hier einige, für mich, widersprechen. Kann ich ohne Erklärung, und ohne die Spielidee zu kennen, natürlich nicht beurteilen.

    Obiges Zitat finde ich aber wichtig. Genau das ist ein wichtiger Punkt. In Spielen ohne Spielrichtung wird zudem noch ein grundsätzliches Mindset vermittelt, wie Räume zu besetzen sind, lösen aus Deckungschatten, Passverbindungen Schaffen, Abstände etc. etc., die es wesentlich einfacher machen übergeordnete Prinzipien in Spielformen zu vermitteln.


    Wenn der Querpass die beste Option ist sollte man ihn benutzen. Das wird in einer Übungsform jedoch nicht passieren, da der gestellten Situation alle Dynamik und Varianz fehlt. Dazu kommt noch, dass explizites Üben bei unzureichenden Fähigkeiten negatives Coaching provoziert. Niemand möchte konstant auf Fehler angesprochen werden. Für mich ist dieses ständige Zergliedern von den einfachsten Prizipien jedoch vor allem ein Armutszeugnis für die deutsche Trainingskultur.

    Genau diese grundsätzliche Dynamik und Varianz macht es den Spielern eben in der Folge einfacher, Prinzipien umzusetzen wie -tiefe schaffen und suchen im Umschaltmoment-.

    Das ist, wie so oft, eben auch eine Frage der Lehrmethodik


    Ein ganz wichtiger, subjektiver Punkt ist dabei aber m.e. vor allem, das hierbei Spieler die das grundsätzliche Mindset haben, sich gegenseitig coachen und Prinzipien vermitteln. Vor allem in der Trainingspraxis die fern vom Idealwert ist sehr wichtig. (wechselnde Trainingsbeteiligung etc. etc. )

    Bei all den wie auch immer engagierten Trainern im "Dorfverein mit den kaputten Netzen". Die zum Teil schneller wieder weg waren als man Hustenbonbon hätte sagen können. Die viel erzählt haben und wenig passiert ist. Die Kinder durch kategorisches Bankdrücken einzelner und tüchtig Runden laufen im Training zu mehr Leistung versucht haben zu motivieren.
    Und an die Verantwortlichen im "vernünftigen" Verein, wo gescoutet wird und wo es eine Einteilung nach Leistung durch die JL gibt. Ok, bei euch darf der Trainer diese Einteilung dann gekonnt ignorieren. Spieler werden gar nicht eingesetzt trotz Nominierung. Versprechen werden ausgesprochen und nicht eingehalten. Mehrere Eltern geben ihre Kindern nach ein paar Wochen entnervt in die zweiten Mannschaften.
    Und nach einem Trainerwechsel geht der Spuk munter weiter und Kinder bekommen selbst auf "goldene Ananas Turnieren" nicht mal 50 % der Spielzeit. Dafür schaut ihr gekonnt weg, wenn sich einzelne auf dem Feld nicht benehmen und rumpöbeln. Aber die braucht ihr wahrscheinlich noch um eure Spielidee auf den Platz zu bekommen, richtig?
    Gespräche enden freundlich nur leider ohne Ergebnis.
    Denn jetzt ist schließlich D/C-Jugend. Da geht es um was. Da müssen sich die Kinder beweisen, ranarbeiten, durchbeißen, Leistung bringen, der Kindergarten ist zu Ende. Und wenn die Ziele nicht erreicht werden, sind doch die Kinder schuld, wer sonst?

    Das ist alles in der überspitzten Form sicher zutreffend, deshalb ist der Rat auch an die Eltern, den besten Trainer für Ihr Kind zu suchen, und nicht den -besten, erfolgreichsten- Verein.

    Am besten Trainer, die Spieler für den Verein ausbilden. Selbst Landesliga oder Oberligavereine haben eine zweite Mannschaft, die meist Bezirksklasse oder Kreisklasse spielt. Da ist es schon verwunderlich, das es derart selektive Prozesse bei manchem Trainer gibt. Faktisch handeln Sie nicht im Vereinssinn.

    Denn es ist nun mal so, das ein Großteil der Eltern sich durchaus zufrieden zurücklehnt, solange das eigene Kind nur genug Spielzeit bekommt, da ist es weniger die Sorge, das es dann der falsche Verein ist, nur weil der Hans der im Dezember geboren wurde, keine Spielzeit bekommt, denn der ist ja nun mal auch schlecht. Das ist genauso verlogen, denn solange es nicht das eigene Kind betrifft, und wenn der Verein am besten noch Meister der Kreisliga A in der C Jugend wird, ist auch der Entwicklungsprozess relativ egal.

    Ich kenne wenige Eltern die sagen, der oder der Trainer macht aus jeder Mannschaft die er bekommt in der Kreisliga zur Rückrunde eine Mannschaft, die dann regelmäßig auf Platz 3,4 landet und entwickelt alle Spieler. Das kommt eher bei den Spielern in älteren Jahrgängen und diese Trainer haben dann in der B Jugend sogar noch Zulauf,oder -Wiederbeginner- wo der Dropout eigentlich spätestens zuschlägt.

    Das ist aber der Punkt wo die Spieler entscheiden und die Eltern nicht mehr das -Beste- für Ihr Kind wollen, was oft in Frustration endet, weil es oft entäuschte Erwartungen gibt. Und enttäuschte Erwartungen enden nun mal in Konflikten.

    Es ist noch nix beschlossen, aber er ist in der G-Jugend mit den einfachen Trainings Übungen unterfordert und im Spiel, versteht er es schon seine Position zu halten und freie Räume zu erkennen, Mitspieler zu sehen wie sichere Doppelpässe zu spielen.

    Ich hoffe nicht, das es in der F Jugend ein Qualitätskriterium ist seine -Position- zu halten, oder das das auch nur eingefordert wird.

    Das einzige was aus meiner Sicht etwas Bedenken auslöst , ist die körperliche Attribute, doch er weiß dich schnell zu lösen und freie Räume zu laufen.

    Das wäre eine Kompensationshandlung, wobei wichtige Aspekte verlorengingen, die auch gelernt werden sollten. (2te Frage wäre, wie das defensiv aussieht)


    Generell ist das ja aus der Ferne schwer zu beurteilen.


    Die Grundlagen sind ja noch gar nicht da was Ballführung, -beherrschung, Technik, Dribblings, Fintieren etc angeht. Diese wird es gegen ältere meist nicht vertiefen/verbessern können.

    Generell ist das obige Zitat zu bedenken, sowie auch die höhere Spielgeschwindigkeit, die alleine in dem Alter durch schnellere Wahrnehmung bewältigt wird, was oft der körperlichen Entwicklung geschuldet ist. (z.b. primärer motorischer und präfrontaler Cortex) Das hat nichts mit Gut oder schlecht zu tun, sondern verhindert rein aus -Entwicklungsgründen- eine Beurteilung.

    Natürlich sind auch einzelne Kinder in dieser Phase der Entwicklung weiter als andere.


    Generell kann man m.e. im Breitensport beobachten, das Kinder viel zu früh hochgezogen wurden. Da war konnte jemand schon in einer höheren Jugend mithalten und war da dann einer der Besten (was sowieso dann so sein sollte).

    In den Folgejahren reguliert sich das aber zu oft, weil andere in der Entwicklung aufschließen, bzw. ein Jahr mehr Zeit für Ihre Entwicklung haben.


    Nochmals. Es ist keine -Ferndiagnose- möglich.

    Die Jugendleitung sollte mit den Trainern reden und sie nicht einfach machen lassen. Und ja, manchmal muss man sich von Leuten trennen.


    Keiner verliert gerne, ich auch nicht, aber die Aufgabe als Trainer in der E- Jugend gerade in einem Dorfklub ist ausbilden, die Kids möglichst alle bei der Stange halten und sie an den Verein binden.


    Erfolgstrainer halte ich für Problembären in einem Breitensportverein. Erstens verlieren sie unterwegs überdurchschnittlich viele Kinder, vor allem Spätentwickler, die dann in höheren Jahrgängen fehlen. Zweitens kenne ich aus eigener Erfahrung dann das Verhalten, die "Topspieler" im Paket zu einem größeren Klub mitzunehmen und einen Scherbenhaufen zu hinterlassen.


    Spieler, bzw Eltern, die vom Leistungslevel hoch hinaus wollen, kann man sowieso nicht dauerhaft im Dorfklub halten. Und um diese genannten 4- 5 zu halten, darf man nicht die hinten runterfallen lassen, die vielleicht ein bisschen schwächer sond, aber am Ende später wirklich mal als Erwachsene für den Dorfklub spielen werden.

    Das ist korrekt weil es auch schon an der Begrifflichkeit hakt. Erfolgstrainer sind erfolgreiche Mannschaftszusammensteller.

    Mit Ausbildung haben die wenig zu tun. Erfolgreich ist, wer Spieler für den Verein ausbildet, das ganze mit einem hohen Anspruch versieht , dabei Spaß im Training vermittelt und dadurch noch Zulauf für den Verein erzeugt.

    In der Folge wird das auch unweigerlich zu Ergebniserfolg führen.

    Was mit eigenen ausgebildeten Spielern auch verdammt viel Spaß macht. Leider ist das Anspruchsdenken leicht verschoben. Auch schon in den ganz unteren Ligen.

    Wer mit einer Backmischung auf dem Dorffest der Kuchenkönig wird, würde sich nie für einen Sternekoch halten.

    Wer mit einer selektierten Truppe aber Kreismeister in der Kreisliga a wird, hält sich für den größten Trainer.

    Das eine hat mit Kochen nichts zu tun, das andere nichts mit trainieren. Der Anspruch fehlt beiden.

    Nur beim Fußball scheint das sogar erstrebenswert.

    ParkerS positionsspielformen haben nichts damit zu tun, das man eine Position trainiert. Im Gegenteil. Es sind spielformen ohne feste spielrichtung, mit technisch taktischen Anforderungen an den spieler in verschiedenen ( oder wechselnden) überzahlsituationen etc.

    Small sided games dagegen haben eine feste spielrichtung. Im Unterschied dazu trainieren positionsspielformen eher das grundsätzliche mindset, da ständig neue räume besetzt werden um passverbindungen zu schaffen etc...

    Dem würde ich widersprechen. Vllt. helfen Ihm andere Spielformen, oder mal eine neutrale Außenposition, wo er weniger überfordert ist, aber schon sinnige Feldbesetzungen(auch ballfern) und Passverbindungen erkennt.

    Wenn-Dann Regeln die aufs kleinste Individualverhalten runtergebrochen sind, funktionieren in einer komplexen Situation

    ( und die ist ja immer gegeben im Spiel) nicht.

    Oder man verteilt eine klassische Aufgabe (IV und nicht über Mittellinie und alle Bälle lang) und verzichtet auf die Weiterentwicklung des Spielers, bzw. gaukelt Ihm diese vor, weil er irgendwann diese Vorgabe löst.


    Ich kenne weder den Spieler noch die Spielformen, aber Spielformen ohne Spielrichtung also reine Positionsspiele, wo das grundsätzliche Mindset geschaffen wird, könnten m.e. eher sinnvoll sein, da er hier den Nutzen erkennt und die Erkenntnis nutzen kann.

    Verstehe die Message dahinter, aber ist natürlich etwas reißerisch dargestellt.

    Es stellt sich die Frage ob die Treppe am hundertsten Tag immernoch genau so oft genutzt wird, oder ob ein Sättigungseffekt eintritt und wieder die gleichen Menschen die Treppe bzw. die Rolltreppe nehmen. Ich würde auf letzteres Tippen.

    Ich denke genau das ist der Punkt. Damit der Sättigungseffekt nicht eintritt, müßten die Treppenstufen eben leuchten am nächsten Tag, dann andere Effekte hervorrufen, etc. etc. Das ist nicht die Intention des Videos, an sich ist die Message schon verständlich.

    Im Training bringt die interessanteste Spielform auch nicht mehr den Effekt, wenn man Sie zig mal wiederholt,

    sondern wenn ständig neue Reize geschaffen werden, die neue Aufgaben erzeugen.

    Die Trainer haben immer nur gefordert, aber als der Zeitpunkt kam zum etwas zurückgeben und Arbeit übernehmen,winkten alle ab...

    Keine Frage,ich mach das gerne und stecke auch viel herzblut hinein...aber das gejaule einiger Trainer ist echt extrem...

    Sehr viele Trainer trainieren eben eine Mannschaftssportart, in der es nie nur um die Belange eines einzelnen gehen kann, da sonst die Mannschaft auf Dauer nicht funktioniert.

    Dafür sind Sie in einem Verein, der Ihnen das ermöglicht, in dem es nie nur um die Belange eines einzelnen gehen kann, da sonst ein Verein auf Dauer nicht funktioniert.

    Den ersten Satz verstehen die meisten. Mit dem zweiten sind leider sehr viele überfordert.

    Wir hatten ein Trainingscamp eines Bundesligisten im Hause und der Cheftrainer hat einem unserer Unbelehrbaren wortreich erläutert, warum Rundenlaufen völlig out ist. Der hat brav genickt und - ungelogen am gleichen Tag noch - seine D-Jungs wieder laufen lassen.

    Der hat bestimmt selbst -hoch- gespielt und wußte es deshalb besser. und wenn dann die Spieler mal in einem Spiel mehr Luft haben am Ende, dann hat er doch alles richtig gemacht und fühlt sich bestätigt:rolleyes:

    "Der Scheersprung ist ja wissemschsftlich bewiesen der beste und effektivste Sprung. Wer meint es könnte da noch andere Techniken geben und der sei nicht der Weisheit letzter Schluss, ist ja irgendwie aus der Zeit gefallen."


    Trainer B annodunnemals.

    Schwer verständlich.

    ich verordne --Mir-- generell immer studien, fachlich, zeitlich und sachlich in Einen geordneten Zusammenhang zu bringen. Vor allem sie zu lesen, zu verstehen, und für mich zu einer validen Grundlage zu machen, die mein zukünftiges handeln, das evtl. Auch dritte betrifft, bestimmt. Meister google der mir zitate auswirft, der mich bestätigt, ohne zu reflektieren, indem ich schlagworte eingebe, mag für mich bestätigend sein, entspricht aber nicht meiner intention. Neben der Entwicklung meiner anvertrauten ist mir meine eigene Entwicklung auch extrem wichtig. Eben um die meiner anvertrauten zu gewährleisten....

    Das im gegensatz zum zitierten die roth, wulff studien etc. Schon sehr lang existieren ( im zeitlichen Zusammenhang)und bestätigt wurden, wirst du aber sicher wissen.

    ich glaube da wird gar nicht aneinander vorbeigeredet. Eingeschliffen hat sich auf dem bolzplatz rein gar nichts. Eingeschliffen werden höchstens techniken die dann für das 6-1 notwendig erscheinen. Alles andere war eine situativ angewendete technik aufgrund der Gegebenheiten. In paar jahren gehts aufs elfer feld. Dann kann man das ähnlich wieder neu einschleifen... dann passt ja auch alles nicht mehr.

    Zu wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der flop wird beim hochsprung auch überbewertet. Vllt. Sind wir in 10-20 Jahren wieder beim scherensprung. Ging auch lange genug gut

    Ich sehe im seniorenbereich viel mehr spieler die den pass überhaupt nicht spielen, oder räume nicht besetzen etc. Etc.

    Der Confirmation Bias könnte da aber genauso der grund sein. Von daher bin ich dann doch eher bei einer trainingsmethodik, die ich auch für mich erklärbar machen kann, weil es Studien aufzeigen, als bei einer verordneten Methode, die - schon ihren grund- haben wird.

    Zu sagen, ein Spieler solle lieber die Innenseite anstelle der Pike nehmen, ist keine Technikkorrektur. Das kann man gerne machen, wenn es denn ein gravierendes Problem ist, von dem der Spieler sich alleine nicht abbringen lässt. Das lässt sich tatsächlich in Spielformen umsetzen. Mit Korrektur meine ich, dass man dem Spieler eine Idealtechnik vorgibt und solange (isoliert) daran rumwerkelt, bis die Ästhetik stimmt. Insofern Zustimmung.

    Irgendwie dachte ich, das so etwas gar nicht erklärungsbedürftig sei. Zeigt aber doch, das sich mit dem spielform basierten ansatz kaum beschäftigt wird. Ähnlich hat es der dfb geschafft, sich kaum mit der (lehr)Methodik eines guten ansatzes zu beschäftigen( funino) sondern einfach etwas zu verordnen. Das führt zwangsweise zu widerständen. Auf der anderen seite eventuell verständlich, denn damit wäre vieles was bisher gelehrt wurde ad absurdum geführt. Gerade in hinsicht auf die lehrmethodik

    danke für den Hinweis.

    Jemand, der nie gut Fußball gespielt hat, kann sicherlich auch Kindern Fußball vermitteln und sie wunderbar beschäftigen, weil er eventuell andere Qualitäten hat - irgendwann wird aber auch er an seine Grenzen stoßen (z.B. ab B-Jugend-Landesliga, wenn er mal den Ball jonglieren soll).

    Das war eigentlich der kern auf den ich eingegangen bin. Meine Aussage bleibt dadurch unverändert.

    Um es klarer auszudrücken, evtl. Wird er gar nicht an Grenzen stoßen, weil das Grenzen sind, die für den trainerjob und die kernkompetenzen irrelevant sind

    Es gibt da kein Richtig oder Falsch. Am Ende setzt sich "der Trainer" ja aus vielen Bausteinen zusammen, die mit Sicherheit in jedem Verein, bei jeder Mannschaft und sogar bei

    Jemand, der nie gut Fußball gespielt hat, kann sicherlich auch Kindern Fußball vermitteln und sie wunderbar beschäftigen, weil er eventuell andere Qualitäten hat - irgendwann wird aber auch er an seine Grenzen stoßen (z.B. ab B-Jugend-Landesliga, wenn er mal den Ball jonglieren soll).

    Da ist die Frage wie man - gut- definiert, und ob nicht der, der nie im verein war aber 3 stunden pro tag im hinterhof gekickt hat, nicht sogar bessere individual Fähigkeiten hat, als einer der landesliga gespielt hat. Daraus eine Fähigkeit abzuleiten, ob man ein guter Trainer ist, bezweifele ich zumindest. Ich kenne 14 jährige die 1000 mal den ball abwechselnd links rechts hochhalten und elite lizenz trainer die das 100 mal können. Auch flugbälle kann manch b Jugendlicher besser als manch landesliga kicker. Was sagt das also aus?

    M.e. nichts. Es geht u.a. um sachen wie analysefähigkeit, vermittlungskompetenz, reflektionsfähigkeit etc. Etc. Daraus folgt dann sein Training so gestalten zu können, das es der eigenen spielidee und der Entwicklung der spieler hilft...

    Auch im 3 gegen 3 musste ich erleben, dass die Kinder sich nur dann entfalten können, wenn die Erwachsenen sich zurücknehmen und Spiel, Spaß und Tore der Kinder in den Vordergrund stellen.

    Ich glaube das ist ein Kernsatz, der es trifft.

    In vielen(fast allen) Diskussionen geht es um die Wettbewerbsform. Um die Vermittlung im Training macht sich keiner Gedanken.

    Dem DFB ist die Lehrmethodik und Vermittlung ohnehin relativ egal, obwohl es ein zentraler Punkt ist.

    Ich habe vor 7 Jahren in der F halt Funino trainiert, weil ich es für eine geeignete Form fand, fußballerische Inhalte altersgerecht zu vermitteln. Wichtig war mir, das Kinder instruktionsfrei Erfahrungen sammeln können und diese reflektieren. Das Grundgerüst ließ zu das man Entscheidungshandeln über Zusatzregeln fördern konnte (Pässe nur nach hinten- Mut zum Dribbling fördern/gleichzeitig Umblick). Mal auch runde Spielfelder mit entsprechenden Toren.

    Mal fragen warum man den gegnerfernen Fuß besser benutzt(schwacher Fuß m.e. ist auch immer so ein Schmarrn) und das provozieren durch Toranordnung. Mal die Tore hinter die Linien stellen, Schußzone weg etc. etc.

    Kein Kind hat da die großen Tore vermisst. Kinder wollen Herausforderungen und eine gute Lernumgebung.

    Heute geht es nur ständig um die ermüdende Diskussion des -richtigen- Fußballs. Und wer Funino genauso trainiert, wie den

    -richtigen- Fußball, mit ständigem Reinrufen, instruieren etc. wird auch bestätigt werden, das der Erfolg ähnlich mäßig ist, wie beim traditionellen Training.

    Es geht u.a. um implizite Vermittlung, differentiellem Ansatz etc.

    Und Kinder lehnen Funino auch ab, wenn ich immer nur 4 Tore hinstelle, und warte bis sich meine -Self Fulfilling Prophesy- endlich bestätigt. Das nämlich die Kids darauf genauso wenig Bock haben wie ich, weil ich in der F ja die Liga gewinnen muß, mit meiner selbstgebastelten Excel Tabelle, die mir bestätigt, das ich statistisch der genialste Trainer der Kreisliga bin.

    Wäre auch zu schade, wenn es was brächte, mich selbst zurückzunehmen, wo ich doch selber am besten weiß wie es geht.

    Mein Lieblingssatz, wer sich hier aufregt und es ernst nimmt, hat selber noch nie hoch gespielt. Da haben die aber verduzt geguckt.

    Ich beobachte eher das die, die hoch gespielt haben, oft vollkommen frei drehen.

    Beispiel : 3 Liga Spieler, der jetzt Trainer in der B Jugend ist. Kreisliga A.

    Läufts in der Mannschaft nicht, fordert der Experte zum -cleveren- Spielen auf(Schwalben) etc. etc.

    Schiri gemecker per Dauerschleife. Schiri schuld, andere Mannschaft Schuld, alle Schuld. Eigene Spieler Schuld.

    Auf den Hinweis, das auch ein Schiri fehler mache, bekam ich den Hinweis, wer keine Ahnung habe sollte die klappe halten.

    Er meinte wohl mich. Ging dann so weiter.

    Habe Ihn dann mal freundlich darauf hingewiesen, das, wenn man nicht schwimmen kann, es selten an der Badehose liegt.

    Oft aber am Schwimmlehrer.

    Kam nicht so gut an.

    Beispiel: Spieler A - körperlich sehr stark, technisch oberes Mittelfeld, eher langsam, Ausdauer gering
    Stelle ich Spieler A in die IV damit er dort mit seiner körperlichen Überlegenheit alle rausputzt oder doch lieber in der Spitze wo er den Ball fest macht bis die anderen nachrücken. Beide Positionen hat er schon gezeigt das er spielen kann.

    Oder damit er mit den technischen Fähigkeiten eine Top Spieleröffnung spielt;)

    Neben den bereits genannten Aspekten spielt auch das wohlfühlen, bzw. das subjektive Empfinden der Spieler eine

    Rolle. Als Beispiel: Ich hatte einen neuen Spieler, der für die Position IV für mich alles mitbrachte, Zweikampfstark, technisch gut, wahrnehmung und entscheidungshandeln gut.

    Im Spiel gab es dann aber einige Fehler, die für Ihn ungewohnt waren. Habe Ihm gesagt das es kein Problem ist, Feedback war, das er unsicher ist, wenn er keine Absicherung hat. Dann hat er als 6er gespielt, und spielt es seitdem oft.

    IV kann er mittlerweile aber auch wieder problemlos spielen.

    Will sagen: Trotz guter -Fehlerkultur- kann einem Spieler auch Selbstvertrauen für eine Position fehlen.

    Ansonsten hängt natürlich auch viel von Deiner Spielidee ab, wer wo , mit welchen Fähigkeiten, spielt.

    Derzeit, nicht mehr als Spielerpapa, läuft es ergebnistechnisch ziemlich gut. Dennoch gibt es die Kritik hinsichtlich meines Coachens beim Spiel. Im Prinzip ist es egal was oder wie Du es machst, Kritik oder Gerede gibt es immer.

    Im Prinzip muß man sich schon ein dickes Fell zulegen und erzählen lassen. In jüngeren Altersklassen eh, in älteren

    muß man sehen, das ein hoher Sieg, den der TW gesichert hat, weil er einen klasse Tag hatte,

    als toll empfunden wird, obwohl man zig chancen zugelassen hat.

    Dagegen wird ein 0-1 gegen einen starken Gegner, bei dem vllt. das Gegentor ein klares Abseits war, und in dem man totale Spielkontrolle hatte,sowie ein großes Chancenplus, als ein -schlechtes- Spiel angesehen.

    Alleine diese ergebnisorientierte Sicht der Dinge(die wahrscheinlich jeder kennt), sollte einen gelassener auf die Meinung der Eltern reagieren lassen.

    Auch wenn es dann immer noch nervt.