MDahlin,
wir reden hier über Fußball und da haben wir alle unsere Erfahrungen.
Ich kenne Funiño. Aber wir haben bei uns keine Funiño-Liga. Da hast du einen Erfahrungsvorsprung, das respektiere ich. Wenn du von deinen positiven Erfahrungen damit erzählst, kann und will ich da nicht gegen argumentieren.
Genau genommen, will ich gar nicht gegen Funiño argumentieren. Ich stehe dem ziemlich entspannt gegenüber, weil ich glaube, dass es für die Spielerausbilding nicht so viel austrägt. Dafür macht meiner Meinung nach der Spielbetrieb viel zu wenig von dem aus, was die Kinder an Fußball spielen.
Funiño wird jetzt überall kommen. Damit werden sich alle, die den Kifu lieben, abfinden müssen. Ich persönlich habe Zweifel, ob das in punkto Ausbildung und Dropout so viel austragen wird. Aber okay, das werden wir sehen. Dass die Torhüterposition wegfällt, sehe ich positiv.
Mein Punkt ist vor allem aber, dass es bei der Promotion von Funiño nicht um die Ausbildung, sondern um das Talentscouting geht. Das war hier schon Thema und ich würde dem zustimmen, dass man das ja auch positiv sehen kann, klar.
Wichtiger wäre allerdings ein breiter angelegter Transfer von fußballerischer Kompetenz. Teilweise passiert das ja schon, dass die richtig guten Trainer in die Schulen gehen und dort im Ganztagsbereich Fußball-AGs anbieten. Norbert Elgert hat jetzt gerade im Rasenfunk den Vorschlag erläutert, dass die Vereine ihre Plätze öffnen und begleitete, offene Angebote anbieten sollten. Fußball muss erklärt und vor allem auch gezeigt werden, das passiert bei uns zu wenig.
Das hat natürlich auch mit unserer deutschen Fußball(un)kultur zu tun. Da geht es zu viel um sekundäre Dinge (z.B. "Einstellung", "Körpersprache", "Teamgeist"). Schon im Kinderfußball liefert die Küchenpsychologie das analytische Instrumentarium.
Dabei geht es zuerst um den Ball, dass ein Spieler den Ball beherrscht. Das ist die absolute Basis. Das muss ein Trainer zuallererst vermitteln.