Es tut mir leid, dass ich doch mal etwas Kritisches zu diesem Thema schreiben muss. Dass bei Funino jedes Kind mehr Ballkontakte hat, ist ja gut und schön. Aber die Missstände - Brülltrainer, Fernsteuerung, Bankdrücken, Missbrauch als "nützliche Idioten" usw. - das ist ja nicht neu. Was sich verschärft hat, ist der Einfluss von außen durch überbehütende wie überehrgeizige Eltern. Aber dem ist man ja schon mit der Abstandsregel entgegengetreten. Dafür braucht es kein Funino.
Warum dann Funino? Meiner Überzeugung nach hängt dies mit der wachsenden Bedeutung, möglichst früh einsetzender Talentförderung zusammen. Fußballmärchen wie bei Miro Klose gehören der Vergangenheit an. Und mehr noch: je früher die Förderung einsetzt, desto besser stehen die Chancen. Die Entwicklung wird dahin gehen, dass Fußballspielen auf einem professionellen Niveau ohne frühe intensive Förderung bereits im Kindesalter nicht mehr möglich sein wird.
Dazu kommt, dass die Sekektionsbasis in keinem Altersberreich so groß ist wie im Kinderfußball. Das heißt, in keinem Bereich ist die Wahrscheinlichkeit größer, die besten Talente ausfindig machen zu können.
Jetzt gibt es nur noch ein Problem: wie soll man unter so vielen fußballbegeisterten Kindern diese Talente finden, die besonders förderungswürdig sind? Wie die begrenzten Möglichkeiten frühzeitiger professioneller und intensiver Förderung richtig kanalisieren?
Genau an dieser Stelle setzt Funino ein. Durch entsprechende Turniermodi werden bestimmte Kinder bereits von vornherein herausgefiltert. Die Sichtung kann sich auf die Überflieger konzentrieren. Das ist schon einmal sehr praktisch.
Dazu kommt, dass bestimmte die Erfolgswahrscheinlichkeit auf für die Talentprognose weniger relevante Faktoren rückkoppelnde Parameter (etwa Schussstärke) durch die Spielanlage ausgeschlossen werden. Stattdessen wird die Sichtung schwer zu trainierender Basisfaktoren wie etwa Spielintelligenz, Raumwahrnehmung, Spielverständnis durch Funino sogar vereinfacht.
Heißt: 1. Funino hilft, die Sichtung auf die aussichtsreichen Kinder zu konzentrieren (spart Personaleinsatz); 2. Funino vereinfacht die Beurteilung für die Talentprognose besonders bedeutender Faktoren wie Schnelligkeit, Spielverständnis, Entscheidungsfindung unter Druck... (spart Qualifikation des Personals). Funino bedeutet also sogar eine doppelte Ökonomisierung der Talentsichtung. Super.
Bleibt ein Problem: wie ist das mit randständigen, infrastrukturell schwachen Regionen? Aber ich bin sicher, auch dafür wird man bald sehr praktikable Lösungen finden etwa in Form von Vernetzung über die Qualifikation für überregionale Turniere.