Vielen Dank für eure Meinungen. Ein paar Gedanken/Fragen dazu:
Nochmal Balanceakt zwischen Vorgaben und Freiheit. Wo, würdet ihr sagen, kippt dieser Balanceakt um? Ich nehme da in den vielen Beiträgen, die ich alle irgendwie für sich genommen schlüssig und überzeugend finde, eine große Heterogenität war.
Also mal zwei Extrembeispiele:
1. Die (bei unseren Mannschaften hier) klassischen zwei großen Abwehrspieler hinten. Wenig Bewegungsfreiraum (höchstens bis zur Mittellinie); rein funktionale Reduktion (im Weg stehen, Ball wegbolzen).
2. Traineros Variante: Torwart benennen und dann geht's los. Überhaupt keine Aufgaben.
Damit zusammenhängend eine weitere Frage, die sich mir stellt. Wie geht ihr damit um, wenn ein Kind eure Vorgaben missachtet? Das kann im Einzelfall geschehen, das kann notorisch geschehen. "Fresse halten, spielen lassen" finde ich total sympathisch. Gleichwohl müssen sich die Kinder ja irgendwann in dieses Thema "Spielordnung" hineinfinden und da ein Gefühl für bekommen. Das muss ja besprochen und auch geübt werden. Wenn Spieler sich über die Absprachen hinwegsetzen, kann ein Trainer das ja nicht ignorieren.
Zitat von "soccerbook"Ich habe einen Jungen der seit der G nur Stürmer gespielt hat und nur bis zur Mittellinie zurück musste.
In dem Moment, wo konsequent rotiert wird, kann das nicht passieren, oder? Insofern ist das für mich kein Argument gegen feste Positionen.
Durch feste Positionen kann es sicher geschehen, dass einzelne Spieler vom Spiel systematisch abgeschnitten werden. @Grätsche hat dazu ein Beispiel für die vertikale Achse gegeben (Abwehrspieler haben nichts zu tun und stehen 40 Minuten lang rum). Ich habe selber am WE das in Bezug auf die horizontale Achse erlebt, dass der Spieler rechts nicht viel vom Spiel hatte, weil der Ball ständig über links gegangen ist (da waren halt die Klassenkameraden/Freunde auf einem Haufen). Wobei das im nächsten Spiel natürlich auch wieder anders sein kann, weil da die Abwehr sehr stark gefordert ist oder die gegnerische Mannschaft vor allem über links spielt und auf einmal der Spieler rechts total gefordert ist. Außerdem kann ein Trainer ja darauf auch im Spiel reagieren, zum Beispiel durch Rotation. Also diese Beobachtungen für sich genommen sind m.E. kein Argument gegen klar definierte,feste Positionen.
Ich sehe sogar mittlerweile einige klare Vorteile für feste Positionen. Ich möchte dazu ein paar Thesen in den Raum werfen:
These 1: Es ist einfacher vom festen Positionsspiel her zunehmend den Radius zu erweitern als umgekehrt. Das ist doch ganz i.S. von Horst Wein/DFB: Vom einfachen zum Komplexen. Am Anfang daher: Klar definierte, einfache, fest umrissene Vor-/Auf-gaben für die Spieler!
These 2: Positionen fördern die Verantwortlichkeit der Spieler. Jedes Kind hat seinen Bereich, in dem es verantwortlich ist.
These 3: Feste Positionen provozieren 1:1-Situationen, weil in einem bestimmten Bereich des Spielfelds eben ein bestimmtes Kind zuständig ist.
Daher schließlich These 4: Feste Positionen kommen den schwachen Spielern entgegen. Totaler Freiraum (Prinzip Trainero) fördert die starken Spieler, die schwachen Spieler gehen unter.
Ist vlt. etwas provokativ, bitte nicht mich steinigen ![]()
