aber mW ist es ja auch Common Sense, dass Visuelles Lernen effizienter ist als auditives. Warum sollten Kinder also nicht besser lernen, wenn man ihnen Bilder von sich selbst zeigen kann?
Weil Kinder in dem Alter in der Regel noch nicht so ein ausgeprägtes räumliches Verständnis haben und nicht so abstrakt denken können.
Sie besitzen einfach nicht die Fähigkeit, das Wissen aus einer Video-Analyse auf das Feld zu transferieren.
Selbst wenn sie, im Video ihre Fehler erkennen, bzw. sagen können, welches handeln besser wäre, werden sie in den meisten fällen es nicht zwingend auf dem Feld besser umsetzen, weil da keine Kopplung stattfindet.
Sowas lernt man übrigens bei Lizenz-Lehrgängen
Sorry, ich finde Deine Argumentation nicht wirklich schlüssig. Inwiefern ist es denn abstrakter einem Kind ein Video von einer Aktion zu zeigen, als ihm die Aktion z.B. verbal zu erklären. Gerade letzteres erfordert vom Spieler doch weit mehr räumliches Vorstellungsvermögen. Hier stellt die Möglichkeit der Visualisierung mMn eher eine Möglichkeit dar, die Hürde zu verkleinern. Natürlich kann ich eine Bewegung auch vorzeigen, aber selbst hier ist ja eine Abstraktion der Bewegung einer anderen Person auf sich selbst notwendig.
Ich bin da wirklich kein Experte drin, aber mW wird gerade in Sportarten bei denen die Technik eine größere Rolle spielt als im Fußball (z.B. Turnen, Tennis etc.) auch sehr regelmäßig Video-Material als Hilfsmittel eingesetzt. Zumindest die folgenden beiden Studien deuten an, dass dies auch einen positiven Einfluss auf den Trainingseffekt hat (auch bei jüngeren Sportlern):
https://journals.sagepub.com/d…10.2466/pms.1998.87.2.519
How can video feedback be used in physical education to support novice learning in gymnastics? Effects on motor learning, self-assessment and motivation: Physical Education and Sport Pedagogy: Vol 23, No 6
(zumindest das zweite Paper ist Open Access, das Erste geht wahrsch. nur mit Uni-Zugang)
Ich finde es daher irreführend zu insenuieren, man könne mit Hilfe von Video-Analysen nur taktische Inhalte trainieren. Auch bei älteren Spielern, bei denen laut der Entwicklungspyramide Mannschaftstaktische Inhalte Teil der Ausbildung sind, sollte der Fokus in dieser Form des Individualcoachings mMn weiterhin auf technisch-taktischen Inhalten liegen (Orientierung, Entscheidungsfindung, Erster Kontakt etc.) Dementsprechend sehe ich schon, wo man einem F- oder E-Jugendlichen beim Lernen und Üben der Basistechniken mit Videos unterstützen kann. Logischerweise in einem Rahmen in dem das für den Trainer organisatorisch stemmbar ist.
Was Deinen letzten Satz angeht: Ich habe schon den einen oder anderen Lizenzlehrgang hinter mir, aber ich habe ehrlich gesagt noch nie gehört, dass es bei Kindern keine Kopplung zwischen sehen und handeln gibt. Im Gegenteil legt der DFB ja gerade viel Wert auf die Demonstrationsfähigkeit.
let1612
In dem Artikel den Du geteilt hast geht es ja in erster Linie um die Differenzierung der Kinder in unterschiedliche Lerntypen. Ich wollte aber eigentlich zum Ausdruck bringen, dass es mMn sinnvoll ist die eingesetzten Sinne breit gefächert anzusprechen. Ich kenne dahingehend die Phrase "See one - Do one - Teach one". Und zumindest das wird ja in dem Artikel auch betont, dass das sinnvoll ist.