Beiträge von Goodie

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    Vergessen? Das Problem ist eher, dass der "normale" Vatertrainer dafür nicht ausgebildet ist. Ich bin Fußballtrainer aus Leidenschaft. Ich liebe es mit Kindern zu trainieren. Ich denke, dass ich über genug Einfühlungsvermögen verfüge, um die Kinder abzuholen wo sie gerade sind.

    Das gilt aber nur für Kinder, die eine halbwegs normale Frustrationstoleranz und kein übermäßig großes Aggressionspotenzial haben.


    Da stoße ich an meine Grenzen. Es ist für mich eine Illusion, diese Kinder dauerhaft und ohne fremde Hilfe zu integrieren.

    Da bin ich zu 100 % bei dir. Bei Kindern, die professionelle Hilfe brauchen benötigt man einen Profi. Punkt.


    Aber was ist mit denen, die man noch erreicht auf der Ebene Erwachsener -> Kind? So manches Kind mit EDS (Erziehungsdefizitsyndrom) kann man mit einer klaren Linie und guten Regeln/Konsequenzen sehr wohl erreichen. Zumindest vor der Pubertät. Mit selbiger habe ich noch keine Erfahrungen.


    Ich nenne mal ein Beispiel von gestern, was so untypisch nicht sein dürfte:
    Hallenturnier E-Jugend, die Atmosphäre heizt sich von Spiel zu Spiel ein bißchen mehr auf. Alles noch nicht dramatisch. Dann ein Spiel wo beide Trainer die Kinder im Vorfeld ordentlich "eingeheizt" haben UND es pfeift ein Schiri, der seine Funktion absolut unzureichend wahrnimmt. Die Kinder erwarten mehrfach zu recht einen Pfiff und gucken irritiert/auffordernd zum Schiri, der lässt laufen. Es kommt wie es kommen muss: es wird laut in der Halle, Eltern fangen an zu krakelen, die Kinder sind sauer, gefrustet, wütend. Mehrfach heulen Kindern nach Fouls. Ein Junge tickt aus, heult, tritt um sich und trifft einen Gegenspieler. Trainer nimmt ihn motzend vom Platz. "du kannst dich nicht benehmen...blablabla". Das alles in nur 10 Min. =O


    Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass dieser Junge Sanktionen vom Trainer erfährt oder Grundlage eines Beitrages hier wäre "E-Jugendlicher tickt aus, was kann ich machen?", dann geht das sowas vom am Ziel vorbei!

    In sofern glaube ich schon, dass man viele Dinge noch auf "unserer" Ebene ansprechen und lösen kann. Das sind auch die Problemfälle, die man aus sozial/gesellschaftlicher Sicht im Verein behalten sollte.

    Man konnte übrigens vorher schon gut sehen, dass der Bursche nicht mehr lange durchhalten würde. Mich hat der Ausraster jedenfalls nicht gewundert. Der Trainer hätte das erkennen und den Jungen rechtzeitig auswechseln müssen.


    Das Hallenturnier ist übrigens so weiter gegangen: Die Turnierleiterin *hüstel* hat lautstark übers Mikrophon alle Trainer zu einer kurzen Besprechung zu sich gerufen. Dann hab ich allen Kollegen erläutert, dass das genau die Art von Kifu ist, die keiner will. Und dass die Trainer sich jetzt alle mal wieder beruhigen, ihre Eltern und Kinder einfangen und dass die nächsten Schiris gefälligst ihren Job ordentlich machen sollen. Danach war wieder Ruhe in der Halle und die letzten Spiele konnten wieder normal geführt werden.

    Die erhoffte Wirkung durch diese Besprechung vorallem in Richtung Eltern ist eingetreten, was mich echt gefreut hat.

    Seit dem keine Probleme mehr, auch wenn die wieder kommen werden, wahrscheinlich.

    Vielleicht vergessen wir, den Kindern im Training Methoden und Lösungsansätze zu vermitteln wie man mit Ungerechtigkeiten auf und neben dem Platz sinnvoll umgehen kann.

    Mir fallen spontan zwei Situationen ein, wo Kinder ausgeflippt sind und eigentlich nur auf Erwachsene (ungeeignet) reagiert haben. So wähnte sich ein Junge sich nach einem vollkommen misslungenen Einwurf ausgelacht, dabei haben die Eltern am Rand gequasselt und über einen Witz gelacht.


    Beim Team meines Großen ist eine Sportpädagogin im Trainerteam und arbeitet ca. 5 Min mit den Jungs... Dadurch haben die Kinder als Team einen erkennbaren Fortschritt erzielt. So sollten sich die Jungs kürzlich gegenseitig erklären was sie am anderen schätzen: "das du gut kicken kannst weißt du selber aber in letzter Zeit meckerst du nicht mehr so viel. Das finde ich gut". Warmduschen nennt sie das. Und auch wenn die coolen Jungs das nach außen hin abtun, wird das seine Wirkung nicht verfehlen.


    Trainer E vielleicht gelingt es dir, den Jungen kurz vor einem neuen Ausbruch erneut emotional abzuholen, und ihm so eine weitere positive Erfahrung zu ermöglichen...

    Das klingt ja super!

    Man benötigt trotzdem für alle Spielfelder eine Aufsichtsperson und daran könnte das Projekt leider scheitern .

    Glaub ich nicht! Man muss die Erwachsenen nur entsprechend briefen. Viele Eltern der Minikicker müssen das Verhalten am Rand ja auch erst lernen. Vielleicht hatten wir Glück aber ich habe die Eltern vor dem allerersten Spiel sehr intensiv instruiert, dass wir so was wie schieß, lauf, spiel oder die Namen der Kinder nicht hören wollen. Das Vokabular der Eltern solle sich bitte auf Klasse oder weiter so und freundlichen Applaus für alle Minikicker beschränken.

    Das hat super geklappt. Und wir hatten Vollgaseltern in unseren Reihen... Aber am Rand verhalten sie sich in der Tat bis heute vorbildlich.


    Ich fände es ja sinnvoll, bei den Kleinen einen Fairplay-Beauftragten zu benennen, der für die Einhaltung der Trainer- und Elternregeln verantwortlich ist und für Ruhe am Platz sorgt.

    Ich weiß nicht, ob wir uns einen Gefallen tun, dass im Kleinfeld immer dafür gesorgt wird das jeder immer spielen darf ???

    Na das kommt ja darauf an, was ich fördern will. Im normalen Dorfverein hat jedes Team ein solches Kind, das glaube ich auch. Doch was passiert mit dem Kind, wenn es "fahrlässig" weggeschickt wird? Ich provoziere jetzt mal aber sind das am Ende nicht die, die den Omas die Handtaschen klauen?

    Was ich sagen will: Verein hat eine sehr wichtige Funktion in der Gesellschaft. Gerade in der Pubertät kann das für die Jugendlichen ein Halt sein, der das Elternhaus eben nicht bietet. Das ist auch kein Widerspruch zur "klarer Kante". Gerade solchen Halt durch klare Regeln und Grenzen wünschen sich viele Jugendliche.

    Skriwer die Idee mit Pass des Verteidigers zum nächsten Angriffsduo finde ich super und werde ich gleich beim Training mit einbauen.

    Ich würde dem Verteidiger auf die rechte Seitenwand eine Weichbodenmatte als Tor aufstellen, auf welche er dann unbedrängt mit links abschließen dürfte.

    Hallo, willkommen bei uns!


    Na da ist ja einiges gründlich schief gegangen.


    Ihr seid ein leistungsorientierter Verein, richtig? Steht das auch im Konzept? Wie alt sind denn die Spieler?


    Generell finde ich es immer sinnvoll, mit den Spielern und den Eltern zu reden und die Gründe darzulegen. Nach Gutsherrenart die Kinder Mitten in der Saison umher zu schicken gefällt mir nicht denn die sozialen Komponenten sollten immer Berücksichtigung finden. In einem Verein, der streng nach Leistung selektiert ist das freilich anders. Aber da weiß man ja auch auf was man sich ggf. einlässt. Gabs denn im Vorfeld Gespräche?


    Ist ja nicht so ungewöhnlich, dass Eltern schäumen, wenn ihre Kinder "degradiert" werden. Häufig kann man mit guter Argumentation (ist dort einer der besseren, kann sich dort besser entwickeln, bekommt dort mehr Spielzeit) die Eltern beruhigen. Wenn jemand jedoch im Verein aktiv ist, weiß er im Grunde natürlich um diese Dinge. Da bleibt also nur das persönliche beleidigt sein übrig.


    Ich würde vorschlagen, dass sich erstmal alle wieder beruhigen und sich dann am Samstag nach dem Spiel mal alle Beteiligten in Ruhe ins Vereinsheim setzen.

    Wenn du Daten hast (Trainingsbeteiligung, andere Messwerte) dann kannst du ja deine Entscheidung erläutern und entsprechend untermauern. Und dann würde ich einfach abwarten, wie das Gespräch läuft. Dann nochmal ne Nacht drüber schlafen und danach entscheiden, ob man sich in diesem Umfeld noch (wieder) wohl fühlt oder nicht.

    Spielt dein Sohn auch im Team? Das sollte dann ggf. auch Berücksichtigung finden.

    Hier war es so, dass beim Teamleiter Kinder/Jugend der Schwerpunkt auf den Kleinen bis E-Jugend lag. D-Jugend aufwärts wurde dann beim C-Schein behandelt.


    Somit kommt es auf die Altersklasse an, die du im Sinn hast, ob der Teamleiter nicht doch sinnvoll sein könnte.

    Beim Volleyball heißt es immer: du darfst Fehler machen, nur keine saublöde!

    Damit nicht von Außen noch mehr Druck dazukommt, sollten Eltern und Trainer darauf achten Erwartungshaltungen zurückzufahren und Fehler zuzugestehen. Was hier Zusatzaufgaben bewirken sollen wie schon vorgeschlagen, erschließt sich mir nicht?!

    Na mit "meinen" Zusatzaufgaben hätte sie ja quasi die Aufgabe, Fehler zu machen. Ich würde sie ja gerade eben auffordern, auszuprobieren was sie im Training beherrscht. "Sei mutig, trau dich ruhig, egal obs klappt oder nicht, versuch es einfach, niemand ist sauer wenns schief geht!"


    Zu den Lästereien am Rand... Stell dich einfach weit genug weg von den Lästerschwestern. Ignorieren bzw. den Trainer mal auffordern, da für Ruhe zu sorgen. Alles andere hat keinen Sinn.

    Als Trainer gebe ich den Kindern mein Vertrauen. Das haben alle Eltern zu akzeptieren. Wem das nicht gefällt: so ein Kreis bietet meist über 50 Alternativen im gleichen Jahrgang!

    Oh, Achtung, je nach Bundesland ist der Bildungsurlaub auf berufliche und politische Bildung beschränkt worden. Da musst du dich genau erkundigen. In NRW gibts das nicht mehr für Trainer, bzw. nur wenn sie im sportlichen Umfeld beschäftigt sind, es also einen Bezug zum Job gibt...

    Es ist aber eigentlich ganz einfach: die Heimmannschaft schmeißt einfach alle Eltern vom Platz! Fertig. Sinnvollerweise fängt man mit den eigenen an und danach die Gäste

    Ich habe mich schon mehr als einmal vor diskussionsfreudige Väter gestellt... Der Härteste war allerdings mal ein Opa aus dem eigenen Team. Der hat mir ne körperliche Debatte angeboten. Da ist dann allerdings die Tochter dazwischen gegangen.

    In der E-Jugend haben es dann eigentlich immer alle verstanden.

    Rein rechnerisch... Training 17:30 - 19:00 heißt doch dann um kurz nach 15 Uhr aus dem Haus und nicht vor 21:15 wieder daheim (Duschen etc.) und das drei mal die Woche...


    Hausaufgaben? Im Auto??? Beim Vokabellernen wäre ich ja noch dabei aber Mathe mit Zirkel und Lineal???
    Essen? Gerade gesunde Ernährung sollte ne Selbstverständlichkeit für Sportler sein...


    Die Mädchen haben doch durch das Zweitspielrecht prima Fördermöglichkeiten. Ein passendes Team kann man doch sicher finden, oder nicht?

    Wahrscheinlich ist aber das Entscheidende mangelnde Aufmerksamkeit.

    Egal ob positiv oder negativ.

    Richtig. Aber erkläre das mal den Eltern der Mitspieler, die im schlimmsten Fall nach einem unbeherrschten Tritt ihr Kind ins Krankenhaus fahren müssen. Sicher sind wir Trainer Teil eines Erziehungskonstruktes aber eben auch nur ein kleiner Teil. Die Hauptarbeit muss im Elternhaus geleistet werden. Und wenn die überfordert sind, gibts Fachleute.


    Außerdem geht einer Suspendierung zumeist eine lange "Leidensgeschichte" voraus...

    Ich habe sogar mal einen Bambinispieler suspendiert, der getreten und gespuckt hat. Ohne Grund, aus dem Nichts. Gespräch mit den Eltern geführt und die haben das Kind sofort abgemeldet... So kann man es dann auch machen. :cursing:

    Zum Thema aushelfen...

    Ich kann nur sagen, dass meine Kinder das hassen! Sie wollen nicht mit "irgendwem" Fußball spielen sondern mit ihrem Team. Aushelfen sehen sie als sehr sehr notwendiges Übel an. Die Akzeptanz im "aufnehmenden" Team ist bisher auch immer gering gewesen (da kommt der kleine) so dass wir noch keine Vorteile für die Kinder erkennen konnten. Auf meine Standardfrage "hats Spaß gemacht?" kam zumeist ein "geht so" oder ein klares "nein".

    Auch wenn wir uns mal Spieler ausgeliehen haben (F-linge) so standen diese Kinder auch zumeist an Mamas Seite oder anderweitig abseits, trotz aller Bemühungen von unserer Seite, ihnen das Ganze so angenehm wir möglich zu machen.


    Bei allem elternlichen Stolz muss man unbedingt im Auge behalten, dass das noch echt kleine Kinder sind.

    Na ja, auxh die kleinen kommen zum kicken, nicht zum fangen spielen. Jede Bambinistunde aus der Datenbank des DFB hat 2/3 der Zeit einen Ball dabei.

    Und man muss als Trainer dem Drang der Kinder, Tore schießen zu dürfen unbedingt nachkommen.


    Ich kenne auch Kinder, denen tut es eher nicht gut, der beste zu sein...


    Na ja, wie auch immer die Lage ist... Wenn sich alle am Kind und dessen Bedürfnisse orientieren (würden) dann findet man auch eine sinnvolle Lösung.

    Ein Taktikboard hatte ich beim Volleyball auch schon ab der E-Jugend. Sehr sehr hilfreich... Laufwege und Lücken, in die man die Bälle spielen kann... statt langer erklärung kann man das bestens visualisieren. Verstehen die auch!

    Bei allen Überlegungen solltest du Wechselmodalitäten im Auge behalten: in unserem Landesverband (Niederrhein) dürfen die Bambinis ohne Sperren wechseln (es gilt der Jahrgang des Kindes, nicht die gemeldete Mannschaft). Ab der F-Jugend geht das nicht mehr.


    Ich bin auch der Meinung: ein Jahr höher ist ok, zwei sind zu viel. Und klar, wenn er dann als Altjahrgang Bambini in einer F2 spielt, bekommt man es auch mal beim Gegner mit F1ern zu tun. Das ist auch nicht so schlimm. Sollte nur nicht die Regel sein. Aber das ist ne Ferndiagnose durch die Brille der eigenen Erfahrungen.


    Wir hatten in unserem Team seit Anfang an ein Kind, welches ein Jahr jünger war. Der ist spielerisch nicht aufgefallen. Aber kongitiv schon. Wenn dein Sohn zwei Jahrgänge hochgehen sollte, dann dürfte es ihn vom Verständnis bei den Übungen schon etwas abhängen. Unser Spieler hatte aber gute Vermeidungstrategien. Der hat selten bis zum Schluss der Erklärung zugehört sondern sich einfach ganz hinten angestellt und zugeschaut.