Weil es für die Kinder nicht gut ist. Die Altersspanne ist schon innerhalb der bestehenden Einteilung immens. Wenn man Kinder hochzieht, ist sie zu groß, als das Kinder das bewältigen können. Logischerweise ist bei Kindern, die hochgezogen werden, dann auch immer dieselbe Entwicklung zu beobachten, nämlich dass sie Zweikampfvermeidungsstrategien entwickeln, d.h. i.d.R.: Bolzen.
Gerade für die richtig starken Kinder kann auch Unterforderung wichtige Lernerfahrungen vermitteln: Sie lernen, sich im Dribbling auszuprobieren, mit dem schwachen Fuß zu spielen, Finten und Tricks anzuwenden, mal Hacke-Spitze zu spielen usw.
Sagt wer? Auf Grund von welcher Erfahrung stellst du diese These denn als Allgemeingültig da? Wieviele Kinder hast du über einen längeren Zeitraum beobachtet?
Diese Aussage finde ich falsch, weil sie die Einzelfälle - und darum gehts ja beim Hochziehen - vollkommen unberücksichtigt lässt. Jedes Kind ist in seiner Art anders und wenn die Entscheidung wohl überlegt ist, dann ist sie auch eine Gute. Zumal sie sich leicht revidieren lässt, wenn man sich dann doch verhauen haben sollte.
Mein 10er spielt E-Jugend. Er rockt das da, egal ob als Torwart, in der Abwehr oder im Sturm. Er ist wieselflink, dribbelstark und will Mitspieler für Doppelpässe und Anspiele. Das ist was er kann und das ists, was er in seiner alten F-Jugend nicht fand. Moral von der Geschichte aus den letzten Wochen F-Jugendtraining: Rumgekasper, große Schnauze, egoistische Spielweise ("wenn ich den Ball hergebe, bekomme ich ihn ja nicht zurück!") - der typisch unterforderte Klassenclown. Und da sprechen wir ja nicht nur von den Spielen bei denen es mal locker zugeht oder man mal unter die Räder kommt, sondern auch und vorallem vom Training.
Zusatzaufgaben wurden abgelehnt, weil er keine Sonderrolle wollte. Das dürfte aber auch dem Stichwort Elterntrainer zugeordnet werden können. Also Reißleine: Kind zu einem anderen Trainer, eine Jugend hoch!
Er sagte gestern übrigens vollkommen aus dem nix: "es ist so schön mal nicht der Beste zu sein. Mit X, Y und Z zu spielen macht richtig Spaß"
Das ist die Messlatte! Keine dogmatischen Vorgaben. Und wenn es wieder anders werden sollte, dann finden wir wieder Lösungen.
Das zur Zeit einzige Problem ist, wenn die Gegenspieler, die ja zumeist ein Kopp größer sind, ihre Ellbogen ausfahren, wirds für ihn gefährlich, da das dann in seiner Hals/Kopfhöhe ist. Da hats ihn schon einige Male erwischt. Aber merkste was? Das kommt sicher nicht vom Zweikampfvermeidungsverhalten. Der ist Kummer gewohnt denn er gibt sich regelmäßig aufm Bolzplatz mit seinem großen Bruder die Kante!
Btw: ich kenne noch vier andere Spieler, die einen Jahrgang höher spielen. Alle halten auf dem Niveau der älteren locker mit. Das ist deren Niveau, ohne Über- oder Unterforderung.