Ich vermute, er hat den Wechsel auf die weiterführende Schule hinter sich? Bei uns läuft dieser Wechsel zwischenmenschlich gut aber von den Anforderungen der Schule ist ein mittlerer Sturm aufgezogen. Das bindet bei uns zu Hause ziemlich viele Ressourcen. Dass sich das auch in den Hobbybereich auswirken kann, scheint logisch.
Dieses "dicke Hose" ist meiner Beobachtung nach was vorpubertäres. Das beobachte ich bei vielen Jungs in dem Alter. Dem würde ich nicht allzuviel Beachtung schenken. Und der Trainer muss seinen Umgang mit deinem Sohn finden (Stichwort Starallüren). Ihn einzunorden ist sein Job, nicht deiner.
Der Switch vom Seitenrand in die Fanzone ist echt hart. Diese Erfahrung mache ich auch zur Zeit. Man muss echt loslassen lernen und kann häufiger nur die Stirn runzeln. Ich denke mir aber immer - bei allem sportlichen Ehrgeiz meinerseits - es ist nur Kifu.
Frag dich mal selber: würdest du genau so agieren, wenn dein Sohn was anderes machen würde? Schwimmwettkampf, Bodenturnen, Gitarre spielen? Wärst du auch persönlich angefressen, wenn es beim Schwimmwettkampf nur zu Rang 17 gereicht hätte? Würdest du ihn ins Gebet nehmen, wenn er beim Vorspiel mit der Gitarre drei Fehler gemacht hätte?
Bei welchem Gedanken ich dich unterstützen würde ist, dass du die Lasten gleichmäßig verteilst. Wenn du noch ein kleineres Kind hast, dann darf dieses nicht alles abbekommen sondern braucht auch seine Zeit mit Papa und alles was dazu gehört.
Aber auch hier sind Kompromisse möglich. So kann man etwa das große Kind zum Treffpunkt bringen und sich dann ne Stunde ums Kleine kümmern. Wenn das Spiel des Großen schon ne Viertelstunde läuft, verpasst man nicht viel. Halte Abstand vom Rasen, das kühlt die Gemüter. Schnapp dir einen Ball, spiel mit dem Kleinen am Rand und wirf ab und zu einen Blick auf das Geschehen auf dem Platz.
Vielleicht können sich deine Frau und du auch abwechseln bei der Begleitung zum Fußball. Aber ihm die Aufmerksamkeit komplett zu entziehen ist falsch.
Hast du mal darüber nachgedacht, dass wir Eltern in spätestens 3 Jahren peinlich sind?! Dann wollen sie uns gar nicht mehr dabei haben. Ich persönlich genieße die Zeit zur Zeit sehr. 10 ist ein tolles Alter. Noch sind sie ganz gut zu führen, noch wollen sie uns gefallen und unsere Aufmerksamkeit. Das wird sich bald legen.